Aulendorfer Version (A)
[Pag. 1] Hienach1 volgetta, wie das concilium gelait ist worden gen Costentz, und wie es dar kam, und wie es anfieng, und was sachen sich also ze Costentz in dem concilium volgiengen und da beschach, und wie es zerging, und wie vil herren dar koment, sy wärind gaistlich oder sy wäremd weltlich, und mit wie vil personen; das alles ich Uͦlrich Richental zesammen brachtb hab, und es aigentlich von huß ze hus erfaren hab2, wann ich burger und sesshaft ze Costentz was, zuͦ dem Guldin bracken3, und erkannt was, das mir gaistlich und och weltlich herren saiten, wes ich sy dann ye fraͧget, und och der herren waͧpen, die es an die huser daselbs ze Costentz anschluͦgent und ich erfragen kond.
a) Hienach volgett] Hie vachett an Pr.b) gebrauchtt Pr.
1Dem Chronikbeginn ist in K, W und E folgende Invokation, die in A, Pr und D1 fehlt, vorangestellt: Omnipotens Deus, qui es retributor omnium bonorum, vindictor malorum, da michi viam recte scribendi, qui es trinus et unus. In K, E und D1 steht der Chronik noch zusätzlich ein Psalmvorspruch voran, der mit dem veränderten historiographischen Konzept dieser Handschriften bzw. Drucke zu tun hat.
2Zu der in der Chronik immer wiederkehrenden Formel von huß ze hus, die zugleich etwas über die historiographische Methode des Chronisten aussagt, vgl. cc. 393 (Varianten SgIZ1), 395, 406 und 518; zum Erfahrungsbegriff (erfaren, erfragen, invenire, reperire, quaerere, inquirere) vgl. cc. 1,1, 70,2b (nach c. 86,1), 134,1, 236, 319, 326, 358, 360362, 374, 395, 404, 406, 437, 438 und 518. Zur Formel de domo ad domum siehe auch R. Fester, Die Fortsetzung der Flores temporum, von Reinbold Slecht, Cantor von Jung Sankt Peter in Strassburg, 1366–1444, in: ZGO 48 (1894) S. 132; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 116; Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment, S. 313; ders., Won es was das gröst concilium S. 120; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 298–300.
3Zur Lage des am 21. Juli 1547 abgebrannten Gebäudes in der heutigen Wessenbergstraße 27/29, an dem sich heute eine entsprechende Tafel findet, vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 275; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 79; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 161 mit Anm. 79; J. Klöckler, Die Konstanzer Handschrift S. 5; ders., Nachwort S. 218; siehe auch c. 71,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 1.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 2.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 3.

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Darumb, das man all sachen desterbas verston mugt, so ist ze wissen, das all kristenhait in fünff tail getailt sind1, und die haißent in der latin naciones, das ist des ersten Ytalici, das ist Lamparten. Der ander tail, daz ist Germani, das ist Tütschland, und die zuͦ inn gehoͤren. Die dritten, die sind Frantzoni, das ist Frankrich, und die och zuͦ inn gehören. Die vierden sind Yspani, das ist Spangenland, und die zuͦ inn gehören. Die fünften, das sind Anglici, das ist Engenland, und die zuͦ inn gehören.
1Zu dieser Fünfteilung der christlichen Welt vgl. K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 39.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,2 Anm. 1.

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Was nun land und küng zuͦ yeglicher nacion gehört, das findet man hienach wol, dann die von Engenland hattend vorhin kain nacion, wann das inn ain nacion ze Costentz geben ward, als man daz hienach verschriben findet. Und das beschach darumb, daz die Yspanien nit komen uff söllich zit, als inn her verkündet ward.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,3.
Do der hailig vatter baͧpst Allexander, der da ain barfuͦß waz, zuͦ baͧpst erwellt ward, darnach ward ain concilium zuͦ Pisanensis, daz ist zuͦ Piss.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,1.
In dem concilium lopt und verhieß da der selb bapst Allexander dem selben concilio, daz er wolt [2] darzuͦ sin vermögen tuͦn innwendig dryen den nächsten jaren nach dem concilio, das ainikait, frid und ruͦw der cristenhait geben wurd; wann er tzwen widersachen hett, der ain was Petrus de Luna, gefürster herr graͧfen geschlächt, der sich nampt in sinr obedientz oder gehorsamkait Benedictus der drizehendost. Der ander hieß Angelus de Cowario, erber lüt geschläht, und der sich nampt in siner obedientz oder gehorsami Gregorius der zwölft. Und also in den drin jaren, ee die sach angefangen ward, do starb der selbe bapst Allexander und lag die sach also danider1.
1Zu den Päpsten Alexander V. und Johannes XXIII. siehe auch: Die Chroniken der oberrheinischen Städte. Straßburg 2, 2, hg. von C. Hegel (21961) S. 615–617.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,2 Anm. 1.

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Darnach ward ze bapst erwellet der ersamm herr Balthasar de Cossis, und do der erwellet ward, do nampt er sich in siner obedientz, daz ist in siner gehorsammi, Johannes der dry und zwaintzigost. Der selbig baͧpst Johannes, als er erwellet ward, do schwuͦr er dem gantzen collegio, das ist allen cardinalen, die inn erwellet hetten, daz er och sin gantz vermögen tuͦn wolt, das frid, ruͦw und ainung der cristenhait geben wurd. Nun haißet collegium die cardinal, die dann sind und erwellen sond und die man inschlüßen sol, als sich dann das hienach erfindet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,1.
Der selb bapst [Johannesa] der XXIII., der ließ die sach also beston und wolt sich villicht laßen benügen an sölicher wirdikait, die im geben waz, dann er vast genaigt waz uff zitlich er und guͦt, und verlangt sich daz also lang, das große rede uffstuͦnd zwüschen gaistlichen und weltlichen fürsten und herren. Die selben fürsten dick und vil zesammen komen mit ir selbes lib undb bottschaft gen Erdfurttc, gen Buͦchbarpten1, gen Openhain und ander ir und des hailgen richs stett. Och sich des vast under redten, und gaistlichen herren dick uffgehebt ward, sölliche irrung, daz Sant Peters schiff under [3] wölte gan, das doch nit sin mag.
a) so PrKSt1.b) folgt mitt Pr.c) Erdfurtt] Franckenfurt K.
1Boppard am Rhein.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,2 Anm. 1.

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So sind diß die fürsten, die macht haben ze erwellen ain römischen küng, so daz römsche rich disetza wirdett.
a) disetz] entsetzt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,1.
Der erst, der ertzbischof tze Mentz, der ist under inn als ain tegana und hat zuͦ berüfen all ander erweller, die zuͦ im gehören, die weller sind. Und ist ain ertzkantzler über als Tütschlandb und über all nacion der Germani, und sy darzuͦ ze halten, das die andern all kommen sond und muͦßen an ain gevellig und kommenlich statt, wahin er inn verkündet, so dann daz hailig römsch rich nott lit und so sy erwellen sond.
a) tegen Pr; techan K.b) als Tütschland] alle tütsche land Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,2.
Der ertzbischoff von Köln ist ain ertzkantzler des hailigen römischen richs und hat ze berüffen alle die rich in Ytalia, in Lamparten, in dem kayserthuͦm ze Kriechen, in den küngrichen enend mers, und wahin also sin gewalt raigotta; dem söllen sy och gehörsam sin, wenn das rich not lit.
a) raigott] langett Pr; langot K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,3.
Der dritt erweller ist der ertzbischoff von Triel1, der ist der oberst ertzkantzler des hailgen römschen richs und hett ze berüffen alle die, so in Frankrich und in Hyspania sind, wenn es dem römischen rich not ist.
1Trier.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,4.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,4 Anm. 1.

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So sind diß nach benempten die weltlichen kurfürsten, die och darzuͦ gehören.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,1.
Der marggraͧff von Brandenburg1, der ist der obrost probsta des hailgen römischen richs und ist gewaltig des römischen richs kammer, in ze nemen und uß ze geben und treit dem römischen küng das zepter vor.
a) prepositus Pr.
1In K, W, E und Wo werden – anders als in A und Pr – in umgekehrter Reihenfolge zuerst der Herzog von Bayern, dann der Herzog von Sachsen, schließlich der Markgraf von Brandenburg vorgestellt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,4.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,4 Anm. 1.

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Der hertzog von Saxen, der sol dem römischen küng das schwert vora [4] tragen und ist der oberst marschalk, das er sinen stal besorgen sol, durch inn oder sine diener und sol unzucht weren, so von buͦben und anderm hoffgesind beschicht.
a) vor] nach Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,3.
Der hertzog von Payern, wer der ist, der dann die pfallentz an dem Rin indert Mentz inne hett, der ist der obrost fürtrager zuͦ dem tisch, und sol durch sich oder durch die sinen besorgen, das der römisch küng mit frid sin mal nem, und ist genant ain truchsäß.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,2.
Diß sechs erweller haben so vil macht, das sy ainen römischen küng erwellen mögen und och entsetzen mögen, wenn daz not wirt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,1.
Wär aber, das die sechs an der wal nit ainhellig wurden, und das drye den nemen und die andern dry den andern, so haben sy ze berüffen den kung von Behem1, der dann ist der obrest vogt. Uff welhenn dann er sin stimmea git, undb den er erwelt, der ist dann römischer küng. Der sol dann ligen und tuͦn, als dannc wol ze wissen ist, vor Frankenfurt sechs wochen, ob er ainen hett, der da wider inn ist.
a) stimme] stür Pr.b) und und A.c) das Pr.
1Böhmen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,2 Anm. 1.

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Also1 hat es geordnott der hailig kayser Sanctus Carolus2.
Folgt Textlücke, dann pag. 4 B unten: Dise wapen sind der fürsten, die erwellen sond ain römischen küng. Pag. 5 A oben: Die fürsten. Darunter sieben Wappen. In Blei ist von späterer Hand Mäntz, Köln, Triell usw. nachgetragen. Pag. 6 oben, zentriert, in Langzeilen: Dise wapen sind der fürsten, die erwellen söllen ain roͤmischen küng, gaistlich und weltlich. Rest der Seite leer. Die Wappen wurden bereits pag. 5 gegeben.
1Der Satz fehlt in Pr.
2Gemeint ist wohl Kaiser Karl IV. (1346–1378), der 1356 die „Goldene Bulle“ erließ; vgl. hierzu das ausführlichere c. 6,3 in K und W, das Karl auch als küng zu Beham vorstellt und die dort aufgeführte Literatur. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 153; S. Weinfurter, Zum Gestaltungsprinzip der Chronik des Ulrich Richental S. 525; P. Hoffmann, Die bildlichen Darstellungen des Kurfürstenkollegiums von den Anfängen bis zum Ende des Hl. Römischen Reiches (13.–18. Jahrhundert) (1982) S. 62f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3 Anm. 1.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a11
[7] Die fürsten, als die dik und vil zesamen komen von sölicher not der hailgen cristanhait, und das da villicht geschach von dem hailgen gaist und insprechung der hailgen drivaltikait, die wurden ze raͧt, das sy die sach empfalhen dem römschen künga Sigmunden an dem römischen rich sins jars in dem […]1 jar. Das was küng Sigmund, römischer küng, küng zuͦ Ungern, darnach ward er küng zuͦ Behem, und hatt do zemal inn daz küngrich zuͦ Dalmatz und das küngrich zuͦ Croatzb, das noch recht haiden sind, und die margrauffschaft zuͦ Brandenburg. Die selben margraffschaft von Brandenburg er von im gab und lech ze Costentz burgrauf Fridrichen von Nürenberg2, sinem öham.
a) folgt den sy ouch erweltt hattend Pr.b) Krowatz Pr.
1Die nachzutragende Jahreszahl fehlt in A und Pr, aber es ist eine Lücke gelassen. Vgl. M. R. Buck, Zwei neue Richentalʼsche Codices S. 114f.
2Vgl. cc. 219–224,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a12


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7 Anm. 2.

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Also do enbott derselb unßer herr küng Sigmund demselben unßerm hailgen vatter, bapst Johannßen dem XXIII., das er dem aid gnuͦg tät und der hailgen cristenhait, und daz da frid und ruͦw wurd durch vil schwär bottschaften, das er im doch alle zit verzoch von ainem tag zuͦ dem andern. Und an dem letzsten, da es nit füro verzogen kund noch mocht werden, und das gaistlich und weltlich fürsten wurden merken, das der hailgen cristenhait großer inbruch wolt werden und das das hailig schiffli Sant Peters von sölichem unwettera versinken wolt1, do ward erst baͧpst Johannes ze raͧt und enbott dem selben unßerm herren, dem römischen küng, küng Sigmunden, das er zuͦ im kem zuͦ Lodus2, ist ain bistumb und ain statt in Lamparten, da wölt er mit im ain verhörung tuͦn und nach sinem und siner raͧttgebenb bedenken, was hier inne ze tünd wär.
a) ungewitter St1.b) raͮttgeber Pr.
1Siehe zu dieser Schiffs- und Steuermannsmetaphorik etwa auch: Die Berner-Chronik Conrad Justingers, hg. von G. Studer (1871) c. 346. Vgl. U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 112f.
2Lodi.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8 Anm. 1.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8 Anm. 2.

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[8] Und also kam unßer herr der römsch küng mit sinen räten und dienern gen Lodus, das ist gen Loden in Lamparten, und unßer hailger vatter der bapst och; und koment zesammen in ain wyten sala, und sass der bapst mitt siner infel in ainem ortt und der römisch küng in dem andern ortt, und da wurdent sy diß ze raͧtt1.
a) folgt und was da ain langer stuͦl berait K.
1Zu den Verhandlungen von Lodi vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 174–179; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 311; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 154f.; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 37; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 75; J. Helmrath, Locus concilii S. 593, 611–613; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23 mit Anm. 19; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 333–342; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 241–244; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 402f.; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 51f.; J. Miethke, Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S. 77.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 9.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 9 Anm. 1.

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Do sy also zesammen komen gen Loden, do antwortt unßer hailger vatter baͧpst Johannes, was er geschworen und gelopt hett, das wölt er och gern stät haltena, und wolt och ain concilium machen in sinem land, wa unßer herr der küng wölt, wann er sin kardinäl und ertzbischoff über das birg1 nit bringen möcht. Do antwort unßer herr der küng: Er hett dry erweler des hailgen römischen richs, die da groß mächtig fürsten wären, die erwellen und entsetzen möchten, die er och komerlich über daz birg bringen möcht ald villicht nit täten. Und da zwischen ging vil red umm, wa man das concilium hinlegen wölt. Und nach sölicher red fragt unßer herr der küng, ob kain statt by dem pirgb läg, die dem römischen rich zuͦgehorti. Do antwort hertzog Uͦlrich von Teck2: Es läg ain richstatt, hieß Kempten, an dem fuͦß des bergs [genanttc] Veren3. Der selb hertzog da zegegen waz. Dawider antwortt graff Eberhart von Nellenburg4 und sprach: Das Kempten wöl ain richstatt wär, alsod da wär kain genuchtsammi [vone] kainerlay narung; wöl läg da von ain wirdige statt, hies Costentz, und wär da ain bistumb und läge ain tagwaid von Kempten und läg an dem Rin und stieß der Bodemsee daran, der wär uff daz lengst acht mil lang und dry mil brait; da brächt man ze schiff alle genuͦgsammen und möchtind die schiff uff und nider gon5. Davor nit vil zit die puren von Appenzell und ander ir helffer [9] von Switzf und von sölichen in dem pirg landen mit irg krieg hetten6. Do kemen inn all herren, grafen, fryen, ritter und knecht ze hilff und kem och dar der aller durchlüchtigost fürst, küng Ruͦprecht, römischer küng, üwer vorfar, und wurd da die sach nach eren verrichtet und wer dahin in dem krieg kem, der hett herberg, essen und trinken, och alle sin notdurft in gemainem und gelichem koͧff, das herren und menglich wunder nem. Und wär och ain statt, da flaisch, visch, höw und haber, och alles, so man bedörfft, in gar ringer kost komen möcht.
a) haben Pr.b) birg Pr; gebierg St1.c) so Pr.d) aber PrSt1.e) so St1.f) Schwitz PrSt1.g) in Pr; inn St1.
1Alpen.
2Herzog Ulrich von Teck, aus einer Nebenlinie der Herzöge von Zähringen, königlicher Rat. Vgl. B. Falk, Das Ravensburger „Mohrenfresko“ von 1417/31. Eine Verherrlichung des Konstanzer Konzils in der Firmenzentrale der Humpisgesellschaft?, in: SVG Bodensee 132 (2014) S. 63f.
3Fernpass. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 155.
4Graf Eberhard von Nellenburg, Landgraf im Hegau, königlicher Rat.
5Zur Entscheidung für Konstanz als Konzilsort vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 170–174; U. Crämer, Kempten oder Konstanz als Konzilsort (1413), in: Alemannisches Jahrbuch 1954 S. 447–450; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 310–312; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 10; J. Helmrath, Locus concilii S. 610–615; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23 Anm. 19; ders., Papst und Konzil. Von Pisa 1409 bis zum V. Lateranum 1512–1517, in: Die Päpste der Renaissance. Politik, Kunst und Musik, hg. von M. Matheus u.a. (2017) S. 276; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 54; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 150–154; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 112–116; ders., Konstanz und der Thurgau S. 37; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 80–84; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S. 82–84, 100.
6Gemeint sind die Appenzellerkriege (1401–1429) zwischen dem Fürstabt von St. Gallen und den Appenzellern. Die Auseinandersetzung mündete in den „Konstanzer Frieden“ vom 4. April 1408, flammte in den 1420er Jahren aber wieder auf. Vgl. Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, hg. von G. Studer (1871) c. 314; W. Ehrenzeller, Kloster und Stadt St. Gallen im Spätmittelalter (1931) S. 61–290; R. Fischer u.a., Appenzeller Geschichte 1: Das ungeteilte Land (1964) S. 121–225; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 231–237; ders., Konstanz im Mittelalter 2 S. 9, 79f.; R. Fischer, Art. Appenzell, in: Historisches Lexikon der Schweiz 1 (2002) S. 386f.; A. Bihrer, Konstanz und die Appenzellerkriege, in: Die Appenzellerkriege – eine Krisenzeit am Bodensee?, hg. von P. Niederhäuser und A. Niederstätter (2006) S. 81–115; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139, 142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 1.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 2.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 3.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 4.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a21


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 6.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a22
Do kart sich unßer herr der küng tzuͦ unßerm hailgen vatter dem bapst und sprach: Sid da ain bistumb ist und dem rich zuͦ gehörtt, ist es dann üwer hailikait gevellig, do leg sy daz concilium dahin. Do nam unßer hailger vatter der bapst sin herren und rät ze rat; die rietend im daz. Und also sant er uß sin exploratores, daz haißend beschwoͧwer des lands.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 11.
Uff das enbott mir Uͦlrichen Richental min herr1 graͧff Eberhart von Nellenburg, wie daz zuͦ Loden ergangen wär, und das ich mich nach fuͦter und höw, stallung und ander sachen richti, dann daz also wär, daz söllichs nit hindersich gan möcht, das aber ich nicht mochta geloben2. Die bottschaft kam mirb vor wyhenachten anno Dni. MCCCCXIII und torst es nieman sagen3.
a) mocht] woltt Pr.b) fehlt Pr.
1Aus der Formel min herr bzw. miner froͧwen ist nicht unbedingt ein Dienstverhältnis des Chronisten abzuleiten, zumal sie, wie die cc. 49, 304 und 406 in A und die cc. 192 (Variante Z2) und 302 in G und D1 zeigen, für ganz unterschiedliche Personen verwendet wird. Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 217; M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 9f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 82f.
2Zu dieser Textstelle Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 78f.; H. Derschka, Die Großeltern des Konzilschronisten S. 46.
3Zu dieser Textstelle vgl. A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 113 mit Anm. 10, 128, der eventuell „Spekulationsgeschäfte“ und „Insiderkenntnisse“ auf Seiten des Grafen von Nellenburg vermutet, die sich aber quellenmäßig kaum zureichend belegen lassen. Siehe auch Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 78f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a23


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a24


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a25
Uff daz koment dieselben exploratores1 und wolten diß land beschoͧwen und och besehen, oda das concilium beston möcht ze Costentz oder nit. Mit den ettlichen sant mich Uͦlrichen Richental die rätb ze Costentz mit zwain Lamparternc in das Turgöwd zuͦe besehen dörffer und [10] stett, das och beschach. Die antworten, sy hetten halb nit gnuͦg herbergen2.
a) od] ob PrK.b) die rät] der raͧtt Pr.c) Walchen K.d) folgt da Pr.e) zuͦ zuͦ A.
1Vgl. c. 11.
2Vgl. zu dieser Textstelle, aus der hervorgeht, dass die Unterbringungsmöglichkeiten begrenzt waren, Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 78; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 31; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117; ders., Das Konstanzer Konzil S. 62 mit Anm. 56 auf S. 166; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 77; siehe auch c. 12,2 in K und G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a26


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a27
Also sant unßer hailger vatter baͧpst Johannes uß diß bull allen ertzbischofen und sonder dem bischoffa zuͦ Mentz, under dem das bistumb Costentz lit und sin obrer ist.
Bild: Der Hut, pag. 11. Dazu pag. 10 B der neunzeilige Text:
a) ertzbischoff PrSt1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 13.
Ain sölichen huͦt1 fuͦrt man dem bapst nach, wahin er ritt, als groß und wyt, daz er begraif ze ainer syt daz hus, genant zuͦ dem Helffand2, uff den Platten3 ze Costentz, und raiget herüber an das huß, genant zuͦ der Ballen. Darauf folgt pag. 11 das Bild. Darunter, zentriert, in Langzeilen:
1Gemeint ist der Papstschirm bzw. -hut (conopeum/soliculum); vgl. cc. 23, 24 und 308. Hierzu P. E. Schramm, Der Schirm. Herrschafts-, Würde- und Rangzeichen in drei Erdteilen, in: Festschrift für Hermann Heimpel 3 (1972) S. 567–593; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151; G. J. Schenk, Zeremoniell und Politik S. 449–451; ders., Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 288–299; M. A. Bojcov, Der Schirm des Papstes, der Sonnengott und die historischen Wege Russlands, in: Prozessionen, Wallfahrten, Aufmärsche. Bewegung zwischen Religion und Politik in Europa und Asien seit dem Mittelalter, hg. von J. Gengnagel u.a. (2008) S. 163–166; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 174, 183; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 49; Th. M. Buck, Ein Buch prägt die Erinnerung S. 49; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 85.
2Zum Elefanten.
3Plattengasse (von lat. platea = Straße, Gasse, heute Wessenbergstraße), wohl der einzig gepflasterte Weg durch die Stadt. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 273275.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a28


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a29


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a30
Und als der bapst gen Loden kam zuͦ unßerm herren dem küng, do saßen sy by ain ander, als daz an dem nächsten blatt gemalt ist.
Bild: Zusammenkunft in Lodi, pag. 12–13, pag. 12: Papst, pag. 13: König. Dazu pag. 14 der Text:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,2.
Der bapst sprach: Es ist ze fürchten, das ich min cardinäl, die ertzbischoff und prelaten, die zuͦ dem concilio gehören, über das gebirg nit bringen mög und hett es gern in Ytalia gehept, daz ist in wä[l]schen landen. Antwortt der küng: So kan ich min erweler, die churfürsten und ander des hailigen römischen richs fürsten, och hinüber nit bringen. Und fragt der küng hertzog Uͦlrichen von Tekk, ob kain richs statt an dem birg läg. Der sprach: Kempten. Dawider aber graͧff Eberhartt von Nellenburg sprach: Da wär kain gnuͦgsammi, wol läg ain statt davon by ainer tagwaid, die hieß Costentz an dem Bodemsee, und wär ain bistum da, und wär alle gnuͦgsammi da in guͦtem kouff. Es folgen Bildtexte, die die auf pag. 12–13 angedeutete Konferenzsituation dialogisieren: Der bapst sprach: Carissime fili, michi placet Constancie. Do sprach der küng: Sanctissime pater, placet vobis Constancia.
Bild: Monstranz, pag. 15. Dazu der vierzeilige Text pag 15 A oben:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,4.
Also fuͦrt man unßerm hailgen vatter dem baͧpst das sacrament vor, so er ritet, aller nächst vor im. Darunter das Bild.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,5.
[16] Dißa ist die bull1, die der baͧpst sant, dieb ich versigelt innen sachab.
Johannes episcopus servus servorum Dei venerabilibus fratribus archiepiscopo Maguntinensi eiusque sufraganeis ac dilecto filio ac dilectis filiis Maguntinensibus ac ceterarum ecclesiarum capitulis nec non abbatibus provincie Maguntinensis, exemptis et non exemptis ac ordinis cuiuscumque salutem et apostolicam benedictionem.
Adc pacem et exaltacionem ecclesie ac tranquillitatem christiani populi, prompto corde et efficaci desiderio intendentes, ea libenter ordinamus et querimus, per que huiusmodi pax, exaltacio et tranquilitas merito valeant provenire. Dudum siquidem felicis recordacionis Allexander papa quintus predecessor noster sacro generali concilio Pisanensis tunc presidens, ex quibusdam magnis et arduis causis eundem moventibus, ipso approbante concilio inter cetera decrevit, iterum generale concilium ex tunc ad trienium per se vel per successorem suum in loco, de quo sibi vel idem successor videretur, fore solemniter convocandum. Idemque processor ea que circa reformacionem ecclesie expedienda restabant, pro tunc suspendit ipsumque concilium usque ad tempus trienii prefatum continuandum statuit et prorogavit. Postmodum vero ipso Allexandro predecessore nostro, sicut Deo placuit, vita [def]unctod, nobisque divina favente clemencia ad apicem summi apostolatus assumptis, cum tempus huiusmodi trienii advenerate, et nos per vestigia eiusdem predecessoris incedere ac ordinacionem prevatam ab eo in concilio factam ut preferturf, puro corde et recta voluntate adimplere properavimus, quibusdam racionibus tunc expressis animum nostrum moventibus, concilium huiusmodi in Romana urbe, que pa[u]lum ante de manibus hostium recuperata presenciam nostram pro eius conservacione plurimum flagitabat, debito tempore convocavimus. Verum tamen quia veniente postea tempore constituto prelati et ceteri, qui huiusmodi concilio interesse debebant, nequaquam in tanto numero convenerunt, quantum rerum agendarum pondus et magnitudo requirere videbatur: Nos post alios prorogaciones per nos factas, tandem ipsum concilium ad mensem Decembris nunc presentem solemniter prorogavimus et celebrandum statuimus. Locum autem infra certum tempus tunc relinquimus declarandum, undg interim super eo maturius consuleremus.
Post vero infra dictum tempus nondum elapsum, per litteras carissimi in Christo filii nostri Sigismundi electi in regem Romanorum et Ungarie regis illustris instantissime requisiti, ut nos properemush in huiusmodi declaracione loci pro concilio [17] facienda, sed tamen in declaracione loci predicti quam eciam in tempore dicti concilii celebrandi supersedere vellemus, donec ipse nuncios suos super hoc instructos ad nostram presenciam destinaret: Nos votis eiusdem regis, que ex celo devocionis et puritate fidei manare conspiciebamus, annuentes adventum prefatorum nunciorum, de venerabilium fratrum nostrorum Sancte Romane ecclesie cardinalium et prelatorum, qui Rome in generali consistorio ad hoc vocati fuerunt, voluntate, consilio et assensu duximus expectandum.
Deinde cum post Romane urbis miserabilem causum, ad nos tunc aput Florenciami existentes eiusdem regis nuncii accessissent et ex parte eiusdem regis multa nobis circa materiam huiusmodi suggessisset, eorum auditis relati[oni]bus, pro pleniori expedicione dilectos filios nostros, Anthonium Sancte ecclesie presbiterum et Franciscum Sanctorum Cosme et Damiani dyaconum, Sancte Romane ecclesie cardinales, cum plena huiusmodi electione loci et deputacione temporis potestate, ac simul cum eis dilectum filium nobilem virum Manuelem Chrisoloram militem Constantinopolitanum ad presenciam eiusdem regis transmisimus2. Qui ad eum venientes tandem de ipsius regis concilio et assensu civitatem Constanciensem provincie Maguntinensis pro loco huiusmodi concilii celebrandi concorditer elegerunt, ac tempus adnunciandum huiusmodi concilium statuerunt diem primam mensis Novembris proxime venturi3.
Deinde vero nos pro quibusdam magnis et arduis negociis cum eodem rege iuxta nostrum et ipsius desiderium personaliter convenientes, certificati ab eo de abilitate, capacitate et securitate civitatis Constanciensis antedicte, quam securitatem ipse rex se prestaturum et in ipso concilio personaliter affaturum pollicetur: Volentes et ab intimis cupientes, ut prefata concilii celebracio salubriter impleatur et optatum consequatur effectum, huiusmodi eleccionem loci et temporis ut premittitur, factam, auctoritate apostolica de eorundem fratrum concilio et assensu ratificavimus et approbavimus, confirmamus ac apostolici roboris adiungimus firmitatem, prefatumque concilium in civitate Constanciensi predicta, prima die mensis Novembris proxime ventura nunciandum et auctore domino exinde celebrandum, eadem auctoritate et assensu statuimus, pronunciavimus, decrevimus et solemniter publicamus: Venerabiles fratres nostros patriarchas, archiepiscopos et episcopos, dilectos filios electos abbates et ceteros [18] ecclesiarum et monasteriorum prelatos requirentes, hortantes et monentes et in virtute prestiti iuramenti et Sancte obediencie eisdem mandantes, quatenus personaliter, necnon carissimos in Christo reges et nobiles birosj principes, duces, marchiones et alios, qui huiusmodi concilio interesse debent vel qui prodesse possunt quoquomodo, per viscera caritatis domini nostri Jesu Christi invitantes et exhortantes, quatenus pro pace ecclesie et omnium christianorum eciam personaliter, vel si personaliter non possunt, per solemnes oratoresk, congruo tempore dicto concilio debeatis interesse, proͧt in aliis litteris super hoc confectis plenius continetur. Quocirca devocionem vestram requirimus et monemus vobis et vestrum singulis in virtute prestiti iuramenti et sancte obediencie iniungentes, quatenus in quantum Deo placere cupientes pro pace et exaltacionem ecclesie ac tranquillitate christianorum prefato concilio in loco et tempore constitutis debeatis personaliter interesse; quoruml si aliqui ex vobis iustis fortasse et canonicis impedimentis causantibus ad huiusmodi locum et tempus concilii personaliter adesse nequiverint tunc illi, qui sic impediti fuerint, aliquos suo nomine Deum timentes, sciencia et rerum experiencia predicto ac sufficienti mandato suffultos mittere non postponant vices eorum, qui miserunt, in dicto concilio implecturos. Volumus autem et presencium tenore mandamus prom huiusmodi nostra publicacio et convocacio concilii ac requisicio prelatorum et cetera, que presidentibus nostris litteris continentur, per te fratrem archiepiscopum venerabilibus fratribus coepiscopis suffraganiis tuis ac capitulo, prelatis ac personis tuarum civitatis ecclesie et diocesis ac per eosdem suffragiis similiter et capitulis et suffraganeis prelatis et personis suarum ecclesiarum, civitatis et diocesis, exemptis et non exemptis, solemniter intimentur, quorumque per te et ipsos iniungant eisdem, quatenus pro debito prefati iuramenti et Dei conplacentia congruo tempore ad locum huiusmodi concilii iuxta ordinacionem nostram debeant se conferre et ibidem personaliter interesse, ut sic congregata Christi fidelium multitudine copiosa ea, que in ipso concilio agenda incumbunt, Deo auctore et adiutore feliciter ordinentur. Insuper volumus, quod de hiis, que circa huiusmodi intimacionem et requisicionem egeritis, per litteras vestras nos cerciores reddere curetur. Datum Laude, II. idus Decembris, pontificatus nostri anno quarto.
a–a) Diß – sach] Dis ist die pull, die hab ich Uͦlrich Richental versiglott inn Pr.b–b) die ich – sach] fehlt K.c) davor ad rot ausgestr. A.d) uncto A; uncta Pr; functo v. der Hardt.e) folgt rot ausgestr. Ad nos per A.f) proferrunt Pr.g) und A; ut Pr.h) perclaremus Pr.i) korr. aus Florenenciam A.j) viros v. der Hardt.k) oraciones Pr.l) quod Pr.m) quod Pr.
1Die Konvokationsbulle „Ad pacem et exaltacionem“, die am 9. Dezember 1413 von Lodi aus erging, ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Der exakte Wortlaut des lateinischen Textes ist teilweise unsicher, da wir die Vorlage nicht kennen und stark mit Abbreviaturen gearbeitet wird. Richental lag wohl die an den Erzbischof von Mainz adressierte Fassung des Einladungsschreibens vor. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 232–235; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. IIIIv–VIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali ecclesiae reformatione, unione, et fide 6 (1700) S. 9f.; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784, ND 1961) Sp. 537f.; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 254 Anm. 1; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien des Mittelalters (2000) S. 405 mit Anm. 3; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 19; L. R. Loomis, The Council of Constance S. 75–78; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 157f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 143; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 164; J. Helmrath, Locus concilii S. 612; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 64; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 72 mit Anm. 32; Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 103; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 110 Anm. 9; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 210f.; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis. Einleitung, S. 10.
2Bei den päpstlichen Gesandten handelt es sich um Antoine de Chalant, Francesco Zabarella und Manuel Chrysoloras. Hierzu H. Finke, ACC 1 (1896) S. 172; D. Girgensohn, Francesco Zabarella aus Padua, in: ZRG.KA 79 (1993) S. 246f.; J. Helmrath, Locus concilii S. 611f. mit Anm. 76; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 51f.
3Das Constantiense sollte eigentlich – laut Ausschreibung – am Allerheiligentag, dem 1. November 1414, beginnen, nahm – wegen einer Unpässlichkeit des Papstes – seine Arbeit aber erst am 5. November mit einem Pontifikalamt auf. Vgl. Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a31


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a32


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a33
[19] Diß bull hab ich Uͦlrich Richental abgeschriben, umma sollichs ich ainem cortisan ainen gulden gaba.
Uff das sant unßer hailiger vatter bapst Johannes der XXIII. zwen herren1 gen Costentz, das si erfaren soltind, wie diß land wär und ob [manb] möcht haben hie ze Costentz herberg, und obc stett oder dörffer hie umb, by ainer mil wegs, wären, daz die gest herberg möchte haben. Und also hieß mich Uͦlrichen Richental ain raͧt ze Costentz mit inn riten zuͦ dörffern und stetten, die hie diser der Tur2 sind. Das tett och ich und rait mit inn in dem Turgöw umb ij tag. Die selben botten, die mainten, es wär kum halb gnuͦg wyt, söllichem volk herberg ze sind. Die selben botten warend do ze herberg by herr Conraty Hoflich, corherr zuͦ Sant Steffan ze Costentz. In dem Hochen hirtzd waz der chorherr ze herberg3. Das bestuͦnd also villicht by acht wochen, das es nieman turlich geloben wolt. Doch kommen herolten und pfyfer ettlich herr [gen Costentze] und schluͦgen ire herren waͧpen an die huser.
a–a) umm – gab] wonn ich ainem curtisan darumb verhieß ainen rinschen guldin Pr.b) so Pr.c) rot korr. aus oh ob A.d) hirtz] hierd Pr.e) so Pr.
1Es handelte sich wohl um die päpstlichen Beamten Giovanni da Montepulciano und Bartolomeo del Lante da Pisa, die mit den päpstlichen exploratores aus den cc. 11 und 12,2 identisch sein dürften. Vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 180, 250f. mit Anm. 1 auf S. 251; J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 3; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 156; J. Helmrath, Locus concilii S. 614f., 615 Anm. 87; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 76, 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 113, 117; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 75–80, 225; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 25 mit Anm. 58.
2Gemeint ist die Thur, ein Fluss in der Ostschweiz. Zu dieser in den Thurgau führenden Expedition vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 83; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117 Anm. 31, 123 Anm. 64; ders., Konstanz und der Thurgau S. 40, 51.
3Gemeint ist der Chorherr Konrad Hoflich, der im Haus zum Hohen Hirschen wohnhaft war; vgl. c. 379. Zu seiner Person O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 156; H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz (Germania Sacra, N.F. 15, 1981) S. 99, 127, 331f., 338.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a34


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a35


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a36
Do komen darnach wol uff dry wochen vor Sant Johanns taga anno Dni. MCCCCXIIII der ersamm herr, herr Fridrich Graͧffnegger, abt zuͦ Santgans in Ungern1, und solt sin byschoff zuͦ Ougspurg, und mit im graͧff Eberhart von Nellenburg, herr Frischhanns von Bodmen2. Und die hießen erst recht anschlahen der herren wapen an die hüßer. Es belaib aber nit, wann die herren in riten wurden, do gieng es ab; dann wer zuͦ ainr guͦten herberg kommen mocht, der nam sy uff3. Dannocht was es in ainem zwifel, ob es für sich ging oder nit4. Und bestuͦnd also biß uff den dritten tag vor [20] unser lieben froͧwen tag ze mittem Ougsten.
a) folgt baptista Pr.
1Szekszárd (Sechshard/Sechsard).
2Friedrich von Grafeneck, Bischof von Augsburg, Graf Eberhard von Nellenburg, Ritter Johann von Bodman, gen. Frischhans d. Ä.
3Zu dem gescheiterten Versuch, die Verteilung des knappen Wohnraums zu überwachen bzw. zu organisieren, vgl. O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 121f.; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S. 84.
4Diese Einschätzung gibt offenbar die Perspektive der Zeitgenossen wieder, die sich über das Zustandekommen des Konzils lange unsicher waren, was aber auch der Nachrichtenlage geschuldet sein kann; vgl. cc. 16 und 18.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a37


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a38


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a39


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a40
An dem dritten tag vor unser froͧwen tag ze mittem Ougsten anno Dni. MCCCCXIIII, do rait in der hochwirdig und gaistlich fürst und cardinal Jordanusa Ostiensis1. Und ist der obrost kantzler des hailgen römschen stuͦls und baͧpstes. Und hett och inn die panitb ze Affin2. Und zoch in mit lxxx pfärdenc in den hof, als man gat über den undern hoff gen dem Stouff3 über zuͦ der linggen siten. Da waz inn do zemaͧl herr Albrecht von Buttelspach, techan zuͦ dem thuͦmb ze Costentz4. Und der selb techan was lamm worden von gesücht, und also truͦgen inn sine knecht in ainem sessel herab in den hof. Und wartot da des cardinals zuͦkunft. Und do der cardinal kam, do gruͦtzt er inn erwirdiklich, als billich was. Und do sprach der cardinal zuͦ im, das er inn enthielte, dann er truwte gott, das er usser dem hoff mit herberg nit kommen wolt, es wurde dann ain ainhellig hopt, und wurd ruͦw gegeben der hailgen cristenhait. Do ward man erst geloben, daz das concilium kommen solt, und bewarnottd sich menglich mit bett, mit höw und stro und was ieman gedacht, das im dann nütz wär.
a) Jordanus] Johannes Pr.b) panit ze Affin] paniot zuͦ Avion Pr; paniot ze Afien K; paniot ze Avenion St1.c) folgt und als vil lütt Pr.d) warnnot Pr.
1Gemeint ist Jean de Brogny, Kardinalbischof von Ostia (cardinalis Ostiensis), der am 12. August 1414 in Konstanz ankam; vgl. c. 329. Siehe Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 259; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 181 Anm. 1; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 224; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 13; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 89; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 86 mit Anm. 30; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 34f.
2Gemeint ist die mit beträchtlichen Summen operierende Almosenbehörde „Pignotte/Pignotta“ (Pignote) in Avignon. „Pignotta“ nannte man die kleinen Brote, die an Notleidende verteilt wurden. Vgl. G. Mollat, Les papes d’Avignon (91949) S. 489f.; B. Guillemain, La cour pontificale d’Avignon (1309–1376) (1962) S. 411–417; J.-L. Goglin, Les Misérables dans l’Occident médiéval (1976) S. 136–138; M. Mollat, Die Armen im Mittelalter (1984) S. 123f.
3Haus zum Stauf (von lat. staupus, stouf = Becher ohne Fuß), zentraler Wirtschaftshof des Konstanzer Domkapitels auf der Nordseite des Münsters. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 193, 208f.; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 76 Abb. 59; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 26–29.
4Domdekan Albrecht von Beutelsbach. Zu seiner Person vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 204; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 33; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 43; Helvetia Sacra Abt. I 2, 2 (21996) S. 539, 818; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 88; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 86, 88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a41


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a42


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a43


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a44
Darnach kam all tag bottschafft, wie unser hailger vatter baͧpst Johannes der XXIII. uff dem weg wär und herzug, daz och was. Und do er uff den Arlenberg kam, by dem mittela, do viel sin wagen umm und lag [erb] in dem schnee under dem wagen1. Do koment zuͦ im all herren und corttisan und sprachen zuͦ im: Hailger vatter, gebrist uwer hailikait üntz? Do antwurtt erc: Ich lig hie in dem namen des tüfels.
a) folgt nach by dem clösterlin K.b) so Pr.c) folgt in latin K.
1Zum Papststurz auf dem Arlberg, der nur bei Richental bezeugt ist, vgl. G. Schmid, Itinerarium Johanns XXIII. zum Concil von Konstanz 1414, in: Festschrift zum Elfhundertjährigen Jubiläum des Deutschen Campo Santo in Rom, hg. von S. Ehses (1897) S. 205f.; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 227f.; O. Stolz, Verkehrsgeschichte des Arlberges im Mittelalter, in: Montfort 4 (1949) S. 6f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 326f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 130; ders., Johannes XXIII., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 49; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 61f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 94f.; Th. M. Buck, Text, Bild, Geschichte S. 37–110; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 41f.; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 13–17; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 233–238; ders., Beobachtung ohne Beobachter S. 102, 104; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 42; C. Egli, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 49–53; A. Niederstätter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 128f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 301. Nach J. Miethke, in: sehepunkte 15 (2015) Nr. 9 [15.09.2015], URL: http://www.sehepunkte.de/2015/09/26269.html, Anm. 6 wird der Anreiseunfall des Papstes „allzu rasch zur literarischen Fiktion erklärt“.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 19.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 19 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a45
Do er nun herab kam zuͦ dem klösterlin1 und an [21] ward sehen Pluditza und diss land2, do sprach er: Sic capiuntur wulpes. Daz ist ze tütsch: Also werdent die füchs gefangen. Und kam dannoch gen Velttkirch und mornends gen Rinegg3 und darnach gen Costentz.
a) Pluditz] Pludentz Pr; Bludentz K.
1Gemeint ist Klösterle am Arlberg; vgl. c. 19 in K und G.
2Gemeint ist Bludenz in Vorarlberg.
3Rheineck (Kt. St. Gallen).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a46


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a47


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a48
Do1 man zalt von gottes gebürt MCCCC und in dem XIIII. [jara] an Sant Symon und Judas aubent, am siben und zwaintzigosten tag in dem dritten herbstmonat, und waz an ainem samßtag nach imbiß [zwüschendb] zwö[l]ffen und aim, do kam der allerhailgost vatter bapst Johannes der XXIII. des ersten in daz kloster Crützlingen vor der statt Costentz gelegen2, und belaib die nacht darinn und begabet do den abbt desselben closters, der hieß Erhart Lind, mit der infel3, die dann er und sin nachkommen ewenklichen haben und tragen sollen, als dann hienach am nächsten blatt gemaͧlt ist.
Und also vahet es nun an, wie er gen Costentz kam und was also darnach geschach nachainander.
Bild: Kreuzlinger Infulierung, pag. 22. Sonst kein Text.
a) so PrK.b) zwüschend Pr; zwüschen K.
1Siehe zu den folgenden Kapiteln, die Informationen über die Ankunft des Konzilspapstes, die Gastgeschenke, Herbergs- und Preisordnungen usw. bieten, auch die wohl auf Richental rekurrierende und nach 1424 entstandene Zusammenstellung, die sich in einem Buch der Basler Stadtkanzlei findet (StaA Basel Stadt, Politisches C 1, foll. 128r–131r). Hierzu R. Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel 1 (1907) S. 484; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 392f.; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 178 Anm. 23; G. J. Schenk, Von den Socken S. 396 mit Anm. 47; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 278; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 176f. mit Anm. 622.
2Der Papst war am 1. Oktober 1414 in Bologna aufgebrochen, am 27. Oktober traf er mit seinem Tross in Kreuzlingen ein, am 28. Oktober erfolgte der feierliche Einzug in Konstanz. Der Weg führte vom Kreuzlingertor durch Stadelhofen und das Schnetztor über die St. Pauls- und die Plattengasse in das Münster. Zur Ankunft des Papstes K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8430; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 129f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 93f., 151f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 255f., 279–304; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 46–53.
3Die noch heute im Historischen Museum Thurgau der Stadt Frauenfeld verwahrte Mitra aus dem Augustinerchorherrenstift Kreuzlingen stammt nicht aus der Konzilszeit, sondern ist in das zweite Viertel des 15. Jahrhunderts zu datieren. Das Recht, Mitra, Ring und Stab zu tragen, war ursprünglich den Bischöfen vorbehalten. Hier wird es dem aus einem Konstanzer Patriziergeschlecht stammenden Abt Erhard Lind verliehen, der in c. 365 als Abt von Kreuzlingen aufgeführt wird. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 262f.; K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 197f. Nr. 8429; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 160; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 41; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 16f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 280 mit Anm. 105; J. Lucas, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 59–64; dies. / E. Wetter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 246f. (Nr. 180); dies. / E. Wetter, Die Kreuzlinger Mitra in Frauenfeld – Papstgeschenk oder gewachsener Erinnerungsort, in: Visuelle Kultur und politischer Wandel – Der südliche Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und Eidgenossenschaft, hg. von E. Jezler (2015) S. 117–144; C. Vogt / H.-J. Bleier, Silber und Seide. Zur Konservierung der Mitra aus dem Kloster Kreuzlingen, in: Restauro. Zeitschrift für Restaurierung, Denkmalpflege und Museumstechnik 5 (2014) S. 46–49.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a49


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a50


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a51
[23] Mornends am sonntag an Sant Simon und Judas tag1 nach imbiß, in der ailften stund, do ward der selb unßer hailger vatter bapst Johannes gen Costentz von dem kloster durch Stadelhofen mit großen eren ingefürt und och mit großer zierd. Und waren die, die da mit dem crütze engegen giengen, all prelaten, der abbt in der Richenoͧw, von Crützlingen, von Petershußen, all thuͦmherren, all korherren zuͦ Sant Steffan, zuͦ Sant Johan, tzuͦ Sant Paul und alle pfaffhait2, und fuͦr man inn glich in daz münster und darnach in die pfaltz, da er och inn belaib mit sin obrosten diener. Und ander sine diener zugend in die custrya und kamend mit im acht cardinäl siner obedientz, die man hienach verschriben vindet3.
a) custerie Pr.
128. Oktober 1414. Zur Ankunft des Papstes Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 279–304; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 177; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.
2Im Gegensatz zu Richental erwähnt der päpstliche Sekretär G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 183 und 200 den Konstanzer Ortsbischof Otto III. von Hachberg nicht nur bei der Ankunft des Papstes, sondern auch bei der Ankunft des Königs; vgl. cc. 346 und 375. Zur Person des Ortsbischofs vgl. Chr. Schulthaiß, Konstanzer Bistumschronik (Stadtarchiv Konstanz A I 9) Nr. 66 S. 67–70; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 444–446; E. Reiners-Ernst, Regesten zur Bau- und Kunstgeschichte des Münsters zu Konstanz (1956) S. 18f.; H. Tüchle, Die Stadt des Konzils und ihr Bischof, in: Das Konzil von Konstanz. Beiträge zu seiner Geschichte und Theologie (1964) S. 55–66; U. Janson, Otto von Hachberg (1388–1451), Bischof von Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88 (1968) S. 205–358; Helvetia Sacra Abt. I 2, 1 (21996) S. 343–348; J. Jeffery Tyler, Lord of the sacred city. The episcopus exclusus in late medieval and early modern Germany (1999) S. 54f.; 206, 217f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151 mit Anm. 7; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 49; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 462; A. Bihrer u.a., Altgläubige Bistumshistoriographie in einer evangelischen Stadt. Die Konstanzer Bistumschronik des Beatus Widmer von 1527, in: ZGO 157 (2009) S. 178; ders., Eine Feier ohne den Hausherrn S. 13–34; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 282 mit Anm. 111; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 123f.; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 39f.; W. Zimmermann, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 116, 118.
3Vgl. c. 329.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a52


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a53


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a54
Und was daz infüren also. Unßer hailger vatter der baͧpst Johannes der XXIII. huͦb vor Crützlinger thor uff ainem wißen ross, und daz was angelait mit messgewand glich wie ain priester, so er ob dem altar stat, och alles wiß, und hatt ain wiße schlechte inflen uff sinem hopt, und huͦb man ob im ain guldin tuͦch1. Daz gabend im die von Costentz. Das truͦgend vier burger ze Costentz ob im mit iiij stangen. Und warend daz die: Hainrich Schilter, Hainrich Ehinger, stattammann, Hanns Hagen, vogt, und Hainrich von Ulm. Und hieltend nebend im ze fuͦß der graͧff Berchto[l]d von Ursin2, ain Römer, der mit im kam, an ainer siten, tzuͦ der andern siten graͧff Ruͦdolff von Montfortt3 von der Schär4, die inn mit dem zom fuͦrten. Und hieltend vor im nün wiße ross, die ross warend alle verdeckt mit rotem tuͦch, dero achti geladen waren mit waͧtsecken, und daz nünd, da was uff gemacht ain silbrin ubergült lad. Da waz [24] in daz hailig und wirdig sacrament, och verdackt mit rotem tuͦch. Uff dem tuͦch so stuͦnden zway silbrini kertzstal mit brinnenden kertzen, und hatt daz ross ain glögli an sinem hals5. Und huͦb ainr hinder im uff aim großen rossa, der hett ain michel stang in siner hand, und hatt die stang uff sinen sattel gesetzt. Uff der selben stang was ain großer michler huͦt von tuͦch gemacht, daz waz rot und gel gestuketb, und waz der huͦt also wyt unden, daz er iij pfärd wol überdekt hettec. Und was oben uff dem spitz ain guldiner knopf. Und uff dem knopff stuͦnd a[i]n guldiner engel, der hett ain crütz in siner hand. Hinder dem huͦt huͦbent die nün cardinäl all uff den iren pfärden, und all mit langen roten mentlen. Die hattend rott kappen und hatt ain jeglicher ain roten braiten huͦt uff sinem hopt. Es ist och ze wissen, wann die cardinäl rittend in der statt, so hattend sy rott hüt uff, und wenn sy giengend, so hattend sy kain hüt uff undd nament groß kappen, an die mentel genägetde.
Diß figur stat hienach gemalt, wie er ingefürt ward. Folgt kein Bild, erst pag. 26ff.
a) rot korr. aus ross ross A.b) gestuket] gestricktt Pr.c) davor wohl wer rot ausgestr. A.d–d) und – genäget] fehlt Pr.e) genät K.
1Baldachin.
2Graf Bertoldo III. Orsini von Soana und Pitigliano.
3Graf Rudolf VI. von Montfort-Tettnang (zu Scheer).
4Grafschaft Scheer, benannt nach der gleichnamigen Burg bei Sigmaringen an der Donau. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 161; B. Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs 1: Vom freien Rätien zum Staat der Montforter (21971) S. 189, 205, 372.
5Der sogenannte Hostienschimmel, der auf seinem Sattel das Sakrament bzw. eine Monstranz zwischen zwei silbernen Leuchtern trug, ist Teil des päpstlichen Adventus- und Krönungs-Zeremoniells. Der wandernde Tabernakel ermöglichte jederzeit das Zelebrieren von Messen. Vgl. B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974) S. 226; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 287f. mit Anm 123.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a55


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a56


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a57


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a58


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a59
Und als der bapst vor dem thor mit den cardinälen hielt, do kam daz crütz und alle pfaffhait mit allem hailtumb, daz ze Costentz was, im engegen und giengen umm sy und widerumb zuͦ dem thor hin in; und gab da der pfaffhait den segen. Und do daz crütz und die pfaffhait für inn inher koment, do waz ain priester uff ainem ross, angelait glich wie ain ewangelier und hatt ain chorkappen an und hatt ain guldin crütz an ainer stang in siner hand. Und also giengen die acht ross mit den [25] waͧtseken gemach vor inn her. Und uff die ross rait der priester mit dem crütz. Nach dem gieng das ross mit dem hailgen sacrament. Uff daz do zoch und rait der bapst unda der guldinen tekki mit allen zunftkertzen und der thuͦmherren kertzen. Darnach rait der mit dem huͦt. Nach dem huͦt, do rittend die cardinäl ye zwen und zwen und zugend also biss uff den undern hof. Da stuͦndent sy all ab und giengend in daz münster und sungend da Te Deum laudamus. Und lütet man all glogen. Daz verzoch sich untz an die vesper. Und also gieng der bapst ze fuͦß durch Sant Margreten capell in die pfalltz1. Die cardinäl rittend jeglicher haim in sin herberg. Und daz bestund also den mentag und den zinstag, das sich da jeder man, der frömd waz, sich rich[t] uff spis und zuͦ andrer nottdurfft.
a) und der] under der Pr.
1Vgl. zur Topographie des Konzils M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 83–138; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 119–142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 24.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 24 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a60
Und also stat hienach gemalt, wie man inn infuͦrt.
Bild: Einholung des Papstes, pag. 26–28, pag. 26, viergeteilt: Prozession der Geistlichkeit, pag. 27: Papst, pag. 28, zweigeteilt: Kardinäle auf Pferden. Dazu pag. 29 oben der Text:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 25.
Dozemaͧl was vogt ze Costentz Hanns Hagen, burgermaister Hainrich von Ulm, stattammanna Hainrich Ehinger; und sind diß ir waͧupen gewesen. Darunter drei zugehörige Wappen.
a) korr. aus statthammann A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,3.
[30] An1 dem vierden taga, undb unßer hailger vatter baͧpst Johannes ingeritten waz, das [wasc] an der mittwochen, do schankten die burgerd ze Costentz unßerm hailgen vatter dem baͧpst erlichen: Dere ersten ain silbrin trinkvass, übergült, wag by fünf mark silbers, vier lägelanf mit wälschem win, vier große vass mitt elsäßer, viij vass mit lantwin, viertzig malter haber2. Die schenki kam uff den großen hof mit pfäriden, und truͦg daz silbrin vass Hainrich von Ulm in siner [handg]. Und huͦb vor der pfallentz uff ainem ross, und sechs burger des raͧts mit im uff pfärden, und huͦbend vor dem ärger uff der pfallentz kerhals3. Und der bapst was uff dem ärgger und sant zuͦ inn herab ainen auditor, hieß maister Hanns Nasseh, der was ir fürsp[re]ch und sait dem bapst in latin4, wie im daz die von Costentz geschenkt hetten5. Und zoch man den win und den haberi uff den karren und rossen vor inn hin in die pfallentz.
a) an dem drytten tag G.b) und] nach dem und Pr.c) was Pr; waz K.d) die stat und die burger K.e) Des Pr.f) korr. aus lägelam A.g) so Pr.h) Hanns Nasso Pr.i) den haber] das korn Pr.
1Das voraufgehende c. 26, das den Streit um des Papstes Pferd beinhaltet, ist in A und Pr ausgefallen oder war nicht vorhanden. Es findet sich indes in K, W, E, Wo, St2 und D1. Zu der Auseinandersetzung der Stratoren bzw. Reitknechte und zum weißen Reittier vgl. J. Traeger, Der reitende Papst (1970) S. 25f.; B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974) S. 193; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 329; A. Paravicini Bagliani, Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfälligkeit (1997) S. 91; ders., Wie wird man Papst im Mittelalter?, in: Die Päpste. Amt und Herrschaft in Antike, Mittelalter und Renaissance, hg. von B. Schneidmüller u.a. (2016) S. 192; M. Kintzinger, Der weiße Reiter. Formen internationaler Politik im Spätmittelalter, in: FMSt 37 (2003) S. 322–331; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 423f.; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 157f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 286 mit Anm. 114, 297f.; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 169f., 176f., 181.
2Zu diesen Ehrengeschenken vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 14f.; ders., Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 159; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 299 mit Anm. 176; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 50.
3Hier wird erstmals der wohl hölzerne zweistöckige Treppenturm an der Pfalz auf dem oberen Münsterhof erwähnt, der in der Chronik – etwa in den cc. 100 und 111 – bei Segnungen und anderen diversen Riten immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 190; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 126–131; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 238–241; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 28 mit Anm. 75.
4Ein erstes Beispiel für die Mehrsprachigkeit der Synode und die komplexen Übersetzungsvorgänge, die die konziliare Kommunikation teilweise geprägt haben.
5Johannes Naso, ehemaliger Offizial der Prager Diözese, war päpstlicher Auditor. Vgl. A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 402 Anm. 20.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a61


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a62


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a63


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a64


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a65
Do danket inn der bapst vast. Und antwortend der burgermaister und die rät, sy wölten allweg tuͦn, waz im und sinr hailikait diener lieb wär. Und nam der auditor daz silbrin geschier und bracht daz dem baͧpst. Do sant der bap[s]t herab by dem selben auditor ain swartzen sidin rock und schankt inn dem burgermaistera.
a) folgt das was Hainrich von Ulm Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,2.
Darnach uff fritag in der ailften stund vor imbiß, do rittend in gen Costentz vj cardinäl desselben bapsts Johanns. Und rittend inn engegen die nün cardinäl, die vorhin ze Costentz waren. Und rittend die mit den sechßen wider in ze Costentz. Und also waren ir do fünfzehn. Und waz suss frömder pfaffhait waz, die da nammhaftig waren, die rittend inn och engegen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 28.
[31] Uff denselben tag ward des baͧpstes audicion, daz ist die richter, die zuͦ gericht sitzen und für die all sachen komen. Und haißent auditores und daz gericht haißet ad rotam1. Der waren zwölff, und ward gelait hindan in Sant Steffans kilchen. Und wurdent da gemacht xij stül, jeglichem auditor ain stuͦl, als verr von ainander, als zway klafter, jeglichem ainer. Die saßen all wochen drümaͧl ze gericht, uff mentag, uff mittwochen und uff den fritag, es irti dann hochzitlich tag. Und wenn sy zuͦ gericht saßen, so waz vor jeglichem söllich groß getreng, das man koma vor den lüten durch sy komen mocht. Und wenn dann die richter uffstuͦnden, wer dann ain sach gewonnen hett, der fuͦrt dann sin procuratores, sin schriber und die büttel zuͦ dem wälschen win und schankt innb.
a) kum Pr.b) folgt des wins Pr.
1Sacra Romana Rota (päpstlicher Gerichtshof); vgl. c. 383. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 17; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 9, 152; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 96f.; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 404 mit Anm. 28; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 104; K. Salonen, The Curia: The Sacra Romana Rota, in: A Companion to the Medieval Papacy. Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 276–288.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 29.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 29 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a66
Darnach an dem nächsten samßtag ze raͧt zit, do sant unßer hailger vatter baͧpst Johannes sin erber bottschaft, daz waren sinea auditores und sin kemerling, für raͧtb, und batend die, daz man ain ordnung tät von der herberg wegen, wie jeglicher beliben möcht und was man ze zinß geben sölt, und daz man jeglichen herberg geben solt nach sinen eren. Der raͧtt erwalte dry och zuͦ inn, und die sechs gingen zuͦ unßers herren des römischen küngs Sigmunds bottschaft.
a) sine] zwen Pr.b) raͧt] den rat K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,1.
Das was herr Fridrich Graͧffnegger, apt zuͦ Sangars in Ungern, und waz erwelt ze bischoff zuͦ Ougspurg, g[r]aͧff Eberhart von Nellenburg und herr Frischhanns von Bodmen, ritter, die do zemaͧl von unßers herren des küngs wegen ze Costentz waren. Die nün saßen zesammen und machtend diß ordnung1: Des ersten, daz man geben sol von ainem bett mit siner zuͦgehört, daruff zwen mit eren wol ligen möchten, je zuͦ dem monat zwen rinisch gulden2, und von [32] ain pfärd, bloß ze ständ, von yeder nacht iij da; und sölte der hußwirtt sinen gesten geben tisch, tischlachen, linlachen, küssi, pfulwen, häfen, kessi, kanten und alle söliche bruchige ding, und die linlachen und tischlachenb und was wäschens bedörfft, tzuͦ ye xiiij tagen nüw gewäschen geben. Das bestuͦnd nit zwen monot, sy mindrotend es.
a) d] dn. Pr; pfening K.b) folgt zwächelen Pr; folgt zwäheln K.
1Vgl. c. 56,1. Zu dieser Herbergsordnung, erlassen am 3. November 1414, vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer Ratsgesetzgebung (1955) S. 76f.; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 11; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 122 mit Anm. 58.
2Vgl. den Brief von Jan Hus vom 4. November 1414 an seine böhmischen Freunde, in dem er betont, dass der Unterhalt in der Stadt sehr teuer sei: ein Nachtlager für eine Woche koste einen halben Gulden. Vgl. J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit F. Potměšil (1964) S. 144; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der Jahre 1414–1415 (1969) S. 112; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 611.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a67


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a68
An dem sechsten tag im dritten herbstmonat, das waz uff sontag vor Martini1, do beruͦft unßer hailger vatter baͧpst Johannes zesammen allen cardinälen, der was do xv, und aller ertzbischoffen, dero was do zemal xxiij, allen bischofen, dero waz by xxxvij, allen äpten und allen frömden prelaten und aller pfaffhait in daz münster zuͦ dem thuͦm ze Costentz, und hatt da ain gespräch mit inen frü zuͦ der sibenden stund. Nach dem gespräch lut man drümal mit der großen glogen. Tzuͦ dem dritten zaichen komen in daz münster der abbt von Crützlingen mit siner infeln, all sine münch und pfaffen, der abbt von Peterßhusen mit sinem stab und och all sin münch und pfaffen, der abbt zuͦ den Schotten2, all thuͦmherren zuͦ dem thuͦm ze Costentz, all caplan daselbs, all chorherren tzuͦ Sant Steffan und all caplan daselbs, all korherren zuͦ Sant Johanns und all caplan daselbs, der lüpriester zuͦ Sant Paͧl mit sinen caplan, die caplan zuͦ Sant Laurentzen und zuͦ dem spital, all mit iren überröken, und truͦgen mit inn in iro henden als ir hailtumb die prediger, augustiner und barfuͦßen; dieselbena was ir jeglicher angelait, als ob er über altar wölte gan, och mit irem hailtumb.
a) folgt örden Pr.
1Die feierliche Eröffnung des Konzils fand, nachdem diese wegen einer Erkrankung des Papstes noch einmal verschoben worden war, am 5. November, die erste Sessio generalis am 16. November 1414 statt.
2Gemeint ist das Benediktinerkloster St. Jakob zu den Schotten vor dem Schottentor, 1142 gegründet (abgebrochen 1839). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 110–113; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 541; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 164; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 99f.; S. Morent, Choraltraditionen im süddeutschen Raum S. 103.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a69


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a70
Und do sy all in daz münster komen, do lut man zesammen mit allen gloggen und fiengen an ain messe ze singen von dem hailgen gaist. Nach der mess hattend sy ainen crützgang, und giengen des ersten durch Sant [33] Margrethen cappelle by der pfaltz uff den obern hof und den obern hof herab zuͦ der großen tür ußhin umb daz Blidhus1 und uff den undern hoff umbhin zuͦ der tür, die da gat in den crützgang, und da inhin zuͦ dem touffstain2, und darnach in den chor. Und was der crützgang also: Des ersten giengen uß die crütz vona münster, von Crützlingen, von Peterßhusen, von Schotten, von Sant Steffan, von Sant Johanns, von Sant Paul und mit inn aller zunft kertzen. Uff die crütz giengen all klain schuͦler. Nach den schuͦlern giengen die dry bettelorden, ye zwen und zwen, mit dem messgewanden und dem hailtumb. Nach den orden giengen all gelert lüt, die auditores und was suß gelerter lüt da waren, och zwen und zwen. Nach den gelerten die großen schuͦler. Nach den schuͦlern all caplan mit ir überröken und hailtumb. Nach den caplan die obgenannten münch mit iren chorkappen und irm hailtumb. Nach den münchen all äpt mit iro korkappen, und all pröbst, die da nit die inflen tragen solten. Und nach den die äpt, die inflen truͦgen, och ye zwen und zwen. Nach den äpten all bischoff mit iren wißen inflen. Nach den bischofen all ertzbischoff, ye tzwen und zwen, und gieng vor jeglichem ertzbischoff ain knecht mit aim steken. Nach den ertzbischofen die cardinäl, und och vor jeglichem ain knecht mit ainem stab. Und gieng suss nieman enzwischen, dann hinder jeglichem cardinal ain priester, sin diener, der im daz gwand hinden uff huͦb. Nach den kardinäln zwen patriarchen, och ain knech[t] vor jetwederm, und hinder yedem ainr, die inn daz häß uffhuͦben. Und gingen all bischoff, ertzbischoff, cardinäl und patriarchen, ye zwen und zwen, all mit wißen überröken und mit wißen inflen. Die warn nun gemacht mit wißem geschlagnem tuͦch, und kain silber noch gold daran, noch kain edel gestain. Und nach den gingen des [34] baͧpstes senger, die sungen. Nach denen ain priester, angeleit mit ainem crütz, nach dem crutz ain priester truͦg daz hailig sacrament und vil großer kertzen. Nach den gingen zwen priester angeleit als ewangelier, die truͦgen ain guldin tuͦch gespannen vor dem baͧpst. Hinder dem tuͦch ging der baͧpst, angeleit als ain priester, dann das er ains rocks mer anhett dann ain priester. Daz waz alles von wißemb, so es yemer kostlichost sin mocht. Und uff sinem hobt och ain schlecht unkostbar wiße infel als die andern. Und gieng under ainem guldin tuͦch, daz im die von Costentz geschenkt hattend. Das truͦgen vier die besten und die edlosten, die do ze Costentz waren. Und gab also den lüten den segen. Und hinder im vj ertzpriester mit chorkappen, und vor im und nach im die büttel desselben baͧpstes, wol beclaidet, und jeglicher in siner hand ain silbrin, vergülten, micheln stecken. Die wartend dem volk vor getrang. Und darnach die edlosten und gemain volk, und darnach froͧwen. Und do sy all in daz münster komen, do gieng der baͧpst heruß uß dem kor für des lüpriesters altar mit großen kertzen und besegnot da daz volk und ging do in die pfallentz. Und rittend die großen herren haim, und gieng jederman in sin herberg.
a) folgt dem Pr.b) folgt tuͦch K.
1Zeug- oder Geschützhaus am oberen Münsterhof (mhd. blîde = Steinschleuder). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 307; F. Hirsch (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 1 (1906) S. 64; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 476, 496–498; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 276 Anm. 52.
2Der Taufstein befand sich im Thomaschor des Münsters. Vgl. C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung (21937) S. 29, 47; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 48 Abb. 38, 373.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a71


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a72
Item dise ordnung hetten sy zuͦ allen crützgangen, wann der bapst mit crütz gieng.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 33,2.
[35] Mornendes an dem mentag, do fieng man an ze buwen in dem münster, daz die herren da möchtind sitzen, so sy zesamen kemind und sy session hieltind, do sy zesammen komend und ain gespräch hattend. Des ersten tackta man den großen altar in dem chor mit bestoßnen brittern gar hoflich und nebend dem altar by dem sigental, by dem hüßlin, da daz sacrament inne ist, ain hültzin altar und davor ain schönen stuͦl. Uff dem stuͦl noß der baͧpst daz sacrament, das im die brachtend, so im dann ze altar dientend, so er mess hett; wann kain bapst nüßet das sacrament uff dem altar; wann wenn er es nüßen sol, so gat er von dem altar und setzt sich uff ain stuͦl, und bring[t] man im dazb, da nüßet er es. Also was och diser stuͦlc.
a) tackt] dackt Pr.b) folgt sacramentt Pr.c) folgt gemacht K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,1.
Hie vornan vor des lüpriesters altar1 ward ain stuͦl gemacht, daruff der baͧpst sass in der session, das inn hinden in dem münster und allenthalb menglich wol sehen mocht. Nebend im do ward aber ain stuͦl gemacht mit vier sitzen vor Sant Jörgen altar. Daruff da saßen die patriarchen und der hochmaister von Rodiß. Vor der tagmess altar ward ain sitz gemacht. Daruff saßen unser herr der küng und dry mit im, welhea er dann ye zuͦ im nam. Das fletz2 ward baidenthalb verwandot3 an den süln von vornen an untz hie abhin mitt teninnen brittern, als hoch als zway klafter sind, und daz die altar all in der absiten waren und daz man nit weg hett in daz fletz, dann von dem obern hoff in hin und von dem undern hof och ain gang, und obnen by der kantzel und unden by den organan4. In dem fletz an den wenden wurden von obnan und biß abhin baidenthalb stül gemacht, ye dry ob ain andern an [36] yetweder siten. Uff dem obrosten stuͦl saßen cardinäl, ertzbischoff und groͧß fürsten gegen ain andern. Uff dem andern stuͦl bischof und äpt. Uff dem nidern stuͦl pröbst und secretarii, och auditores und schuͦlenb, und ander vil gelerter lüt. In dem fletz wurden stül gemacht, die man wol dannen mocht nemen. Daruff saßen ander gaistlich lüt, schriber, procuratores und die darzuͦ gehortend. Enmitten uff dem fletz und uff der braiten blatten was ain bredistuͦl gemacht, daruff man in latin predigot5. Daz bestund alsc daz concilium uß.
a) korr. aus welher A.b) schuͦlen] die schuͦler Pr.c) also Pr.
1Lettneraltar, vor dem der Papstthron stand.
2Langschiff des Münsters.
3Verschalt (wohl zum Schutz).
4Orgel.
5Es gab im Münster, wie auch aus der Illustration in K foll. 15v–16r und W foll. 39v–40r, aber nicht aus A hervorgeht, mithin zwei Predigtstühle (ambones), einen für die lateinische Predigt, einen anderen zur Verkündung der ernstlich sachen, womit wohl Konzilsbeschlüsse und Dekrete gemeint sind. Noch heute lassen sich an den vorderen Mittelschiffsäulen des Konstanzer Münsters Einschlüsse erkennen, die auf Kanzeln schließen lassen. Vgl. H. Finke, ACC 2 (1923) S. 375 mit Anm. 3; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 22; C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung (21937) S. 46; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 47 Abb. 37, 371; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 32f.; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 396 Anm. 40; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 155; M. Prietzel, Politische Kommunikation und spirituelle Orientierung S. 83–102.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a73


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a74


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a75


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a76


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a77
35 (Vgl. G/D1: 35)
An Sant Martins aubend, anno Dni. MCCCCXIIII, do rittend in fünf cardinäl von baͧpst Johannes obedientz, und ettwevil ertzbischoff und och rechter bischoff und vil großer und mächtiger pfaffen und layen, die all hienach benempt werden. Mitt dem kam och rechti bottschaft von der statt Rom und von dem lannd umm Rom gelegen. Die brachtend solliche bottschaft, wie das Rom, die statt und gantz Römerland, sich widerumb geworffen hett an den selben unßern hailgen vatter den bapst Johanns der XXIII. und wöltind im gehorsamena glich wie vor1; wann sich dieselb statt und das land abgeworffen hattend und wolten dem bapst Gregorio nit mer gehorsamm sin. Und do dem bapst söllich frölich bottschaften kommen waren, do ließ [erb] fröd lüten mit allen gloggen, das man in latin nempt laudes, zffrü an dem morgen ainest, ze mittag zuͦm andern mal, und do der aubend kam zuͦ dem dritten mal.
a) gehorsamen] wider gehorsam sin Pr.b) so Pr.
1Am 8. Juni 1413 hatte Ladislaus von Durazzo-Anjou, König von Neapel, Rom erobert, so dass der Papst und die Kurie zur Flucht über Siena nach Florenz gezwungen waren. Nach dem Tod des Königs am 6. August 1414 konnte Giacomo (Jacopo) Isolani, der Kardinallegat Papst Johannesʼ XXIII. in Rom, am 24. Oktober 1414 die Wiederinbesitznahme der Ewigen Stadt vermelden. Der Papst war allerdings bereits am 1. Oktober von Bologna nach Konstanz aufgebrochen. Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 185; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 166; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 117, 127f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 51f., 59; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 26f., 79–84, 163f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 15; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 84f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 83.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 35.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 35 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a78
[37] Und do nun das volk als größklich ward wachßen, dannocht was unßer herr der küng nit kommen, noch ander kurfürsten, noch die von Hyspanien, noch die schuͦle zuͦ Pariß. Do wurden als vil frömder appenteger, schuͦchmacher, schnider, gol[d]schmid, kürsiner und aller handtwerchlüt, daz man forcht, daz unlust zwüschen denen und den handtwerchlüten ze Costentz uffstünde1. Do komen für den rat ze Costentz des bapstes bottschaft, die da vor benempt ist2, und unßers herren des küngs bottschaft, och benempt ist, und ettlicher cardinäl bottschaften, und batend ainen rat, das sy das besähind, daz sölicher unlust nit uffstünd. Die bedachten sich des ainhellenklich und machtend darumb diß ordnung. Des ersten, das all ir burger, die da handtwerch tribind, all möchtind werben und tuͦn alle handtwerch, wamit er sich verstünd, daran er gewinnen möcht, und daz kain handtwerch nit verbannen wär daz concilium uß. Was och frömder handwerchlütz also gen Costentz kemind, die wil daz concilium weroti, die solten und möchten och ze Costentz ir handtwer[c]h triben mit kouffmanschaft und mit allen sachen als och ire burger, und soltind och fryhait und gelait haben an alle zöll und mut als ander ir burger. Und soltind och burggrecht halten und haben als der statt burger. Des benuͦgt och die bottschaft wol, und ward och söllichs gehalten daz concilium uß.
1Vgl. zu dem Problem mit den fremden Handwerkern O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer Ratsgesetzgebung (1955) S. 77; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 322f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 138 Anm. 137; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 232–234.
2Vgl. cc. 30,1–2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a79


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a80
Die selbig bottschaft und och ain gemain raͧtt machtend aber mit aller herren raͧtt ain ordnung. Wär sach, das dehain stoß oder misshellu[n]g uffstuͦnden zwüschen den von Costentz und den frömden, von was sach daz wär, von hußindsa oder andern sachen wegen, des sölte man zuͦ baider sit kommen uff diß herren. Als wäre [38] sach, daz ainer von Costentz mit ainem frömden zuͦsprüch hett, von waz sach daz war, daz solt er kommen uff den auditor kamere1 und uff noch zwen zuͦ im, die och auditores wären, oder ander zwen, die der bapst darzuͦ satzt. Was die dry sich darumb erkantind nach baider tail red und widerred, daby solt es beston. Desglichen wär, daz kain frömder ain ansprachb hett zuͦ ainem burger, der solt och daz recht nemen vor dryen den räten, die da ain rat och darzuͦ gegeben hatt. Wes sich die drye och erkantind nach red und widerred, daby solt es och beliben. Und daz bestuͦnd daz concilium uß. Und maint allermenglich, es wurd vor dem auditor bas und belder ußgericht dann vor den von Costentz.
a) hußinds] hußzins PrK.b) ain ansprach] dehain anspruch Pr.
1Auditor der apostolischen Kammer (camera apostolica) mit richterlicher Gewalt über die zum päpstlichen Hof Gehörigen. Zur camera apostolica S. Weiß, The Curia: Camera, in: A Companion to the Medieval Papacy. Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 220–238.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 37.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 37 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a81
Do sich das also vergieng, do viengan an ze buwen die fromden mechanici, daz sind handtwerchlüta, was gewerbs si konden. Des ersten uff dem undern hoff kromer, gürtler, schuͦchtzer, scherer. Und die machtend gadmer1 und machtend laimyb stuben, und waren och daselbs wirt. Des glichen uff dem obern hoff. Darnach uff dem platz vor dem Blidhus. Die metzger hattend da allerlay flaisch failc und allerlay wilprät, und gaben daz in gemainem koff, als dann hernach verschriben stat. Vor Sant Steffan in der barfuͦßer kilchoff, an den muren und undern schöpfen2 und innen in dem crützgang, da saßen die kromer und schriber und machtend inn da selbs hüsly. Und hatten under inn selb alle nacht wachter, wann man den kirchoff beschloß, daz dann ire wachter hutend. Und suss in aller statt, wa sy ain winkel funden, da machten sy hüßer. Suss die wirtt, sy wären erber lüt wirt oder huͦren wirt, die empfiengen herberg in der vorstattd [39] Stadelhofen und wa sy in kommen mochtend. Das bestuͦnd och also daz concilium uß, daz nieman betrübet ward, noch nieman laid beschach. Folgt Wappen.
a) handtwerchlüt] all wercklütt Pr.b) laimin Pr.c) davor das Wort fal rot ausgestr. A.d) statt Pr.
1Markt- oder Verkaufsstände.
2Gelände, das seinen Namen wohl von einem Wirtschaftsgebäude, einem „Schopf“, ableitete. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 125.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a82


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a83
Darnach acht tag vor Sant Niclaus tag, do ward ze Costentz burgermaister erwelt Johanns Schwartzach, der solt aber erst an staͧna uff den zwölften tag [nach winnaͮchtenb].
a) staͧn] goͧn Pr.b) so Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 39,1.
Nun merk. Also wartotend die frömden unßers herren des küngs und der churfürsten zuͦkunft.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 39,2.
An fritag nach Sant Niclaus tag vor dem imbiß, do rait in des küngs von Engeland bottschaft und des küngs von Schottenland. Und mit inn zwen ertzbisch[off] und suss siben bischoff, der gefürstet graͧff von Warenwig1 und mit inn vil herren, ritter und knecht.
1Richard Beauchamp, Earl of Warwick.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 40.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 40 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a84
Darnach an dem xij. tag vor wihenächten ritten in vier cardinäl, all under bapst Johannes gehorsammi; und rittend in engegen vil [cardinaͤlla], ertzbischoff und rechter bischof und suß vil volks. Under den was der cardinal Otto de Columpna, der darnach bapst erwelt ward.
a) cardinaͤll Pr; cardinall K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,1.
Noch waren die Yspaniten nit komen, noch die schuͦlpfaffen von Pariß. One die möcht man nit recht nit anvahen, dann die Yspanier hielten vast uff Peter de Luna, der sich nampt Benedictus der XII.1
1Gemeint ist Papst Benedikt XIII. (Pedro de Luña), der hier wohl wie in Pr, K und D1 mit Papst Gregor XII. verwechselt wird.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a85
[40] Uff fritag vor Sant Thomas tag1, do komen die schuͦlpfaffen, und die gelerten lüt uss Frankrich von Paris, und der warend xxij und mit inn vil ertzbischoff und bischoff desselben landes, als mit vollem gewalt des küngs und aller fürsten und herren desselben lands. Und rittend inn och engegen vil herren, und doch kain cardinal, dann der cardinal Ostiensis, der des ersten kam2. Und zugend in des Lastesa hoff vor dem Stoͧff3, und belibend och darinn das concilium uß.
a) Rasters KD1.
114. Dezember 1414. Vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten Aktenstücken 1 (1863) S. 279; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 112 mit Anm. 19; ders., Das Konstanzer Konzil S. 73, 257; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 224; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 39f.
2Vgl. c. 18.
3Gemeint ist der Domherrenhof des Eberhard Last. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 206f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a86


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a87


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a88
Darnach wartot menglich unßers herren des küngs zuͦkunft und der kurfürsten, und ward kain session nit, und tett glich nieman nüt1. Und rittend all tag frömd lüt in, gaistlich und weltlich. Und bestaltend die frömden lüt, so von inen hera gesent waren, den selben iren herren herbergb, und die frömden koftend all in kost fuͦter und höw und anders, so inn dann not was, daz sy über daz hochzit möchtind kommen.
a) inen her] iren herren Pr.b) folgt ze bestellend Pr.
1Vgl. auch den Hinweis von G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 16f., dass bis Ende Januar 1415 hinsichtlich der Unionsfrage (causa unionis) nichil omnino geschehen sei bzw. nur pauca preparatoria durch die Synode behandelt worden seien, worunter wohl primär Geschäftsordnungsfragen zu verstehen sind. Hierzu A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 200; ders., Das Konstanzer Konzil S. 72; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 91, 103; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 175.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a89
Und kam bottschafft von unserm herren dem römschen küng, wie er nach wär. Daz beschach uff den hailigen aubend ze wihennächtena. Man seit aber nit, daz er als nach wär. Und kam er und sin eeliche frow die kungin uff den hailgen aubend ze wihenächten gen Überlingenb, und ruͦwotend da biß ain stund vorc mitternacht, und enbuttend do dem bapst, daz er iro warten solt mit den messen, die man vor tag singet, das beschach och1. Und santend die burger ze Costentz die schiff und schifflüt an die statt gen Überlingen uff die selben nacht, und hieß man die ratstuben wermen, wann sy kemint, daz si sich warmtind, daz och beschach.
a) zwischen wihen und nächten ein a rot ausgestr. A.b) folgt uff den aubend Pr; folgt uf den aubend K.c) vor] nach K.
1König Sigmund hatte eigens einen Boten nach Konstanz an den Papst gesandt, damit dieser mit der Lectio septima auf ihn wartete. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 391, 395; ders., Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S. 170, 182f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 371; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 46.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 46 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a90
[41] An dem hailgen tag ze wihenachten1, do man zalt von gottes geburt vierzehenhundert und fünfzehen jar, am morgen frü zwo stund vora2 mittnachtb, do kam von Überlingen gen Costentz der aller durchlutigost fürst küng Sigmund3, römischer küng ze Ungern, ze Talmatzi, ze Croatzi etc. küng, ze allen ziten merer des richs, und darzuͦ mit im die aller durchlüchtigost fürstin, froͧw Barbara, römische küngin sin eliche froͧw, geborn gräfin von Zili, und mit ir die durchlüchtig fürstin froͧw Elisabeth4, küngin von Wosstenc, und och mit ir die geboren fürstin froͧw Anna5 von Wirtemberg, geborn ain burggräfin von Nüwenbergd. Und kam mit dem künig der durchlüchtig kurfürst hertzog Ludwig von Sachßen6. Und kertend von den schiffen in die raͧtstuben7 und warmtend sich da wol ain stund. Und an der dritten stund, do schanktend die von Costentz inen zway vergülte tuͦch. Der truͦg man ains ob dem kung iro vier mit vier stangen. Daz ander tuͦch, daz truͦg man ob der künginen und och ob der künginen von Wossen, och mit vier stangen. Und giengend also in daz münster und warend da die metti uss.
a) nach K.b) am morgen frü zwo stund vor mittnacht] in der nacht zwo stund nach mitternacht Pr.c) Wossten] Wossen PrSt1.d) Nüwenberg] Nürenberg PrSt1.
1Sigmund war am 8. November 1414 in Aachen zum König gekrönt worden und traf in der Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. Dezember 1414 mit seinem Gefolge zu Schiff, von Überlingen kommend, in Konstanz ein. Die Jahresangabe 1415 ist durch den Weihnachtsstil (Nativitätsstil) zu erklären, d.h. das neue Jahr begann mit dem Weihnachtstag am 25. Dezember; vgl. die dislozierten cc. 439,1–2. Siehe auch G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 199f. Hierzu W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1, 1896/97) Nrn. 1278a, 1375a-b; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437 (1995) S. 94, 129f.; ders., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368–1437 (1996) S. 151, 187–190; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 172–174; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94–97; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
2H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 391 folgt in seiner Rekonstruktion der Ereignisse der Konstanzer Chronik-Version, die den König zwo stund nach mitternacht, also „um zwei Uhr“ (S. 392) in der Konzilsstadt ankommen lässt, die A-Version, nach der die Ankunft zwo stund vor mittnacht erfolgte, wird nicht diskutiert.
3Zu dieser Ankunft en detail H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 391–394. Siehe auch W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 190–193; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 95–98; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302.
4Gemeint ist wohl Anna von Cilli, Tochter des Grafen Wilhelm von Cilli, seit 1402 die Gemahlin Władysławs II. Jagiełło, des Großfürsten von Litauen und Königs von Polen. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 391 Anm. 23; W. Baum, Kaiser Sigismund. Hus, Konstanz und Türkenkriege (1993) S. 71; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368–1437 (1996) S. 106, 162; L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 77; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 106 Anm. 89; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 44 Anm. 59.
5Gemeint ist Elisabeth von Württemberg, eine Tochter des Burggrafen Johann III. von Nürnberg, Gemahlin Graf Eberhards des Milden. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 170; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 391 Anm. 23; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 106 Anm. 90.
6Gemeint ist wohl Herzog Rudolf III. von Sachsen, da es, so H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 399, einen Herzog Ludwig von Sachsen – wohl aber einen Herzog Ludwig II. von Schlesien-Brieg – nicht gab; vgl. c. 223,2, wo ebenfalls Ludwig und Rudolf verwechselt werden.
7Gemeint ist das alte Rathaus am unteren Fischmarkt, wie wir es in W fol. 44r in einer singulären Darstellung sehen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a91


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a92


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a93


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a94


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a95


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 6.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a96


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 7.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a97
Nach1 der mette, do hatt der bapst die ersten mess in ainr schönnen infelen, beschlagen mit gold und edelm gestain und was [die messa], die man nempt Dominus dixit ad me, daz ist die cristmess.
a) so Pr.
1Vgl. cc. 439,1–2, das K, W, E und Wo an dieser Stelle bringen, in A aber wohl versehentlich – zusammen mit den entsprechenden Illustrationen zur Einholung des Königspaares und zur Weihnachtsmesse (pag. 426–428) – in der Teilnehmerliste zu stehen kommt. Vgl. Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 431–433.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a98
Nach der mess sang man laudes. Das verzoch sich uff den tag. Nach der lausmetti, do hatt aber der baͧpst die andern mess, die man nempt Lux fulgebit. Nach der mess, do sang man prim, tertz und sext. Daz verzoch sich uff die nünden stund. Da hett aber der baͧpst die dritten messe, genannt Puer natus est nobis. Und das verzoch sich biß uff die ailften stund. By diser metti, by den messen und by den gesungen ziten [42] waren sy uß und uß derselb unser herr der künga, die künginen baid, all gaistlich herren und weltlich fürsten und herren. Daz verzoch sich by nün stunden, daz sy in dem münster warent1. Do das alles volgieng, do gab der bapst dem volk den segen vor des lüpriesters altar und ging in die pfaltz und menglich haim in sin herberg.
a) davor kaiser rot ausgestr. A.
1Richental und Cerretani bewundern das „lange Aushalten aller Beteiligten bei allen Stücken des Gottesdienstes“, das sich nach Heimpel insgesamt auf „elf Stunden“ summiert. Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 200; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 392–394; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a99
Gelich nach dem, do zoch unser herr der küng mitt den künginen und mit miner froͧwen1 von Wirtemberg glich in das huß, genant zuͦ der Laiter vor Sant Steffan2, das dozemaͧl Conratz in der Bunda, genant Rüll3, waz, und beliben darinn dry tag und nächt. Do zoch der hertzog von Sachßen in des kirchherren huß uff den Platten, darinn er och belaib, untz daz er von Costentz riten wolt.
a) Bünde Pr.
1Vgl. zur Formel miner froͧwen bzw. min herr cc. 12,1, 304 und 406.
2Haus zur Leiter, heute Zollernstraße 26. Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 86, 95f.
3Konrad in der Bünd, genannt Rüll. Zu ihm und seinem Geschlecht M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 94 mit Anm. 16.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a100


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a101


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a102
Nach den dryen tagen, do zoch unser herr der küng mit den künginen usser der Laiter gen Petershusen in das closter; und was da ettwelang zit. Und was das die sach, das er die Unger nit wol in der statt behaben mocht von irs groß unfrids wegen1, und kond sy des ersten nit wol gezemmen, als darnach beschach.
1Vgl. zu dieser Textstelle und zur pejorativen Charakterisierung der Ungarn M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 97f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 220f.; ders., Konstanz und der Thurgau S. 30; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 14f. mit Anm. 56 auf S. 14; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 159f.; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 50.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 50 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a103
Darnach wol by vier wochen, do zoch unßer herr der kung wider in die statt und ließ die Unger zuͦ Peterßhusen, die da vil unrichtikait ze Peterhusena anfiengen. Es ward inn aber nit ze lieb, dann die von Peterßhusen, wenn gelöff ward oder geschray, do luffend sy zesammen und leitend sich uber die Unger und züchtigottend die. Unßer herr der küng, der zoch in des Friburgers hoff an Münstergassen1. Die römsch küngin und die von Wossen zugend in des Bündrichs hoff2, darinn [43] sy och beliben, der daran gelegen ist. Die von Wirtenberg zoch in herr Hannsen Bischoffs hoff, och daby gelegen, hinder Sant Steffan, darinn sy och belaib.
a) davor Pe rot ausgestr. A.
1Heute Katzgasse. Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 86, 98f.
2Gemeint ist der Bündrichs- oder Lanzenhof. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 101f.; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 514–517; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 171; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 18; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 98f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51 Anm. 1.

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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51 Anm. 2.

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Nach dem hailgen tag ze wihenächten, do beschach nit vil sachen die firtagen uss, dann daz ettwe dick unßer herr der küng mit sinen dienern auss mit unßerm hailgen vatter dem baͧpst, dann daz von tag ze tag gen Costentz inritten vil ertzbischoff, der cardinal von Fussi und ander, und ander, die da hieltend uff baͧpst Johannes. Der waz an der zal vier und zwaintzig. Noch was ir ainr, der was vast alt worden. Des bottschaft kam hernach, als man das hernach verschriben vindet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 52.
Aber1 in dem hochzit uff dornstaga vor dem ingenden jar, do zoch in der durchlüchtig fürst und churfürst hertzog Ludwig von Payer, pfaltzgraͧff by Rin und herr zuͦ Haidelberg, mit iiij hundert pfariden und mit acht wägen2. Und zoch in Jacobs Schwartzen huß, und darnach in den thuͦmhoff des von Fridingen3 hinderb dem münster und belaib daselbs.
a) zinstag KD1.b) davor v rot ausgestr. A.
1Vgl. c. 53,1b (nach c. 73,2).
2Pfalzgraf Ludwig III. zog am 17. Januar 1415 in Konstanz ein. Vgl. J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368–1437 (1996) S. 197f.
3Gemeint ist der Domherr Georg von Fridingen. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 213, 524.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a106


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a107


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a108
An dem selben hochzit vor dem zwölfften tag, do rait in der hochgeborn fürst burggraͧff Fridrich von Nürenberg an statt und in nammen des churfürstenthuͦms von Brandenburg, des statthalter er was, und dera churfürstenthuͦm im darnach gelihen ward, als hienach geschriben statt1. Und zoch in Hainrichs von Tettikofen huß an dem fischmarck[t], genannt zuͦ dem Hohen hus. Und blaib darinn mit iiij hundert pfärden und iiij wägen2.
a) das Pr.
1Vgl. c. 84,1.
2Zu dieser Textstelle A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer Kommunikation S. 48.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a109


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a110
[44] Aber zoch in, nach dem zwolfften tag, der durchlüchtig fürst hertzog Ludwig uß der Schlesi in dem küngrich zuͦ Boland, her zuͦ Brig etc. und zoch in Hainrich Huͦters huß uff den Blatten mit ij hundert pfärden und mit iiij wägen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,1.
Och zoch in ain Stiebera von Polan1, her an dem Bagb, dem wasser2, und zuͦ dem Plunsch, ze Tränsch, zuͦ Galitz3 und herr in vil stetten an Windenland4. Und zoch in des Flachen huß vor dem kofhuß mit hundert und xx pfärden und iij wägen.
a) Strobor KD1.b) Bag] Pag Pr.
1Stibor „aus Polen“ (von Ungarn). Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 14, dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; vgl. c. 445.
2Gemeint ist der slowakische Fluss Váh oder Waag.
3Beckov, Trenčin und Skalica. Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 14 Anm. 54.
4Gemeint ist die Slowakei (lat. Sclavinia bzw. Slavinia). Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 19–21.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a111


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a112


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a113


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a114
Och zoch in herr Pipo1, und waz och ain ungerscher herr, und stoßt sin land an die clainen Walachy und an daz land zuͦ den Sibenbürgen, mit cl pfarden und mit drin wägen. Und zoch in der von Braitenstain huß, ze Peterßhusen an der brug gelegen, daz gemuret ist, zuͦ der linggen hand, [als man usshin über rinbrugg gaͮtta].
a) so Pr.
1Gemeint ist der Florentiner Pipo Spano von Ozora (Filippo Scolari). Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 224 mit Anm. 132; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 13; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a115
Und zoch och in ain ungerscher herr, hieß Stechpeter von Schanaa, und ist gesessen in Windischen landen, und ist herr zuͦ Brisintzb, zuͦ Copelstain1, mit achtzig pfarden und mit ij wagen in Jacob von Ulms hußc.
a) Schana] Schara Pr; Schora KG.b) Brisintz] Brisentz Pr; Brisnitz K; Breysinitz D1; Brisincz M. R. Buck.c) folgt da yetz die Katz ist KD1.
1Gemeint ist Peter Čech von Levice (de Leva) bzw. Peter Čech von Sáró. Vgl. M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 111 mit Anm. 109; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 12 mit Anm. 42, 18 (mit dem Versuch die Örtlichkeiten Brisintz (Tekovská Breznica) und Copelstain bzw. Toppelschain (Topolʼčany) zu lokalisieren); dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72 mit Anm. 20; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 165; vgl. c. 447.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a116
Darnach zoch in der graͧff von Zil, graͧff Herman, des küngs sweher, und sin sune, graͧff Fridrich1, mit iijc pfärden und iiij wägen. Und zoch hinder Sant Steffan in der Schmerlinen husa.
a) folgt das yetz hat Hainrich von Roggwil K; folgt das yetzo Heinrichen Rockweilers ist D1.
1Graf Hermann, Schwiegervater König Sigmunds, und Graf Friedrich, sein Sohn, von Cilli.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,3.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,3 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a117
Darnach1 als Hans Swartzach daz burgermaisterampt besass an dem zwölften tag2, do komen für den rat tze Costentz des bapstes bottschaft, des küngs und ander herren, und maintend, sy säßen ze swär mit herberg und wär der koͧff umb alles äßig ding nit wol bestelt. Und also gab ain raͧt sin bottschaft och zuͦ inen. Die saßen zesammen und machtend dise ordnung3: Das man nit mer solt geben von ainem bett, daz zwen mit eren wol [45] ligen möchten, dann andert halben rinischen gulden ainen monot. Und solt aber der hußwirt linlachen geben, pfulwen, küssi, allweg zum monat nüw gewäschen. Und von ainem pfärd, zuͦ ainer nächt ze stend, ij pfenning. Das werot och nit lang, dann sich jedermann richtet nach betten und stallung und daz jeglicher frömder herr sich selb mit sinem huswirt richt. Und ward in jars frist, daz man gab von ainem bett, daz was zum monat, ain rinischen gulden, von ainem pfärd dry haller und ain pfenning.
1Zu den cc. 56,1–65,2 vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer Ratsgesetzgebung (1955) S. 78; G. Möncke (Hg.), Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte mittel- und oberdeutscher Städte im Spätmittelalter (1982) S. 277–280 (Nr. 85); B. Fuhrmann, Konrad von Weinsberg – Ein adliger Oikos zwischen Territorium und Reich (2004) S. 195–198; M. Siegmann, Hoppäzgen zum Wucherpreis? Fallbeispiel: Ernährung in Konstanz 1414–1418, in: Archäologische Informationen 28 (2005) S. 79–99; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 125–138.
2Siehe hierzu S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 409 mit Anm. 698; vgl. c. 39,1.
3Vgl. c. 30,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a118


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a119


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a120
In dem allem hieltend sich burger und die frömden mit ain andern so lieplich, das kain klag, noch kain unfrid under nieman uffstuͦnd, noch kain brunst uffstund. Es kam och nie klag für gericht, als lang das concilium werott.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,2.
Dieselb vorgenannt bottschaft mach[t] och diß ordnung umm äßig ding und umb ander bruchig ding, wie man daz halten und geben solt. Das ward och gehalten, biß daz man jeglich ding nach gab.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,1.
Item des ersten [umb korn und umb brotta]: daz korn gab man allweg in gemainem koͧff; und do der kern am aller türsten waz, do gab man ain mut kernen des aller besten umm xviij ß db, und gemainen kernen ain mut umb xvj ß d. Daz werott nit lenger denn dry frytag, dann es do zemaͧl aller türost waz. Darnach gab man ainen mut kernen den besten umm xv ß d, umm xiiij und umm xiij ß d. By dem stuͦnd es daz concilium uß, daz das korn nie türer geben ward.
a) so Pr.b) ß d] schiling pfening Pr; schilling pfening K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,2.
Gebachen brott, ain guͦt wiß brott umm ain pfenning und ettwen xiiij brott umm ain ß d. Des fand man, wie vil man wolt; dann man vil brotts uff karren, wägen und ze schiff braͧcht. Darzuͦ waren och vil frömder brottbecken ze Costentz, die täglichena uff den [46] ma[r]ckt buͦchend. Och waren brottbeken, die hattend ringe öfelin, die sy karren fuͦrtend, darinn sy basteten, ring und bräschelenb buͦchend. Die basteten waren ettlich mit hünr und flaisch gemacht und wol gewürtzt. Der fand [manc] gnuͦg tze kofen in glichem koͧff, darnach sy dann waren und ainr dann haben wolt.
a) stettklich Pr.b) bräschelen] brettschellen Pr.c) so PrK.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3a.
Item den haber, do er aller türest was, do gab man ain malter haber umm xxx ß d. Daz werot och nit lenger dann dry fritag. Darnach schluͦg er ab, daz man [aina] malter gab umm xviij ß d. Do kam so vil habers gen Costentz von frömden kouffluten, daz man ain malter haber ward geben umb ain rinischen gulden. Das bestuͦnd also daz concilium uß, daz man nie kain malter haber türer gab dann umm ain rinschen gulden. Ain viertal guͦter roter ärbiß umm iiij ß d. Ain viertal guͦter wißer ärbs och umm iiij ß d. Bonen, linsi, gersten, und ander zuͦmuͦß, des alles vand man gnuͦg und in ainem rechten kouff. Ain viertal büllenb umm ij ß d, oder umm xx d, ain vierta[l] rüben umm viij oder umm x d, ain groß kabuß hopt umm ij d und ain minders umm j d.
a) so PrK.b) büllen] zübüllen Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 58.
Item der win1 was allweg in rechtem kof, und des vand man gnuͦg in rechtem kof, welherlay win ainr wolt. Ain guͦt maͧß Malvasier umm iij ß d, ain maͧß Römnyera umm iij ß d, ain maß Rainfan umm xx d, ain maß Elsäßer umm vj d, umm v d und umm iiij d. Ain maß guͦtz lantwins umm iiij d und umm iij d und guͦten knechtwin umm ij db.
a) Romaie Pr.b) folgt des alles gnuͦg Pr.
1Zur Anlieferung von Wein und seiner Funktion im Rahmen des Konzilsgeschehens vgl. A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 126f. mit Anm. 84 auf S. 127; ders., Das Konstanzer Konzil S. 55f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 268f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 59.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 59 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a121
Item flaisch vand man gnuͦg, welherlay flaisch man wolt: wilprät, vogel, swinis, rindris, lembris, wie daz was. Ain lib[ra]a rindflaisch umm iij d, ain lib. lambflaisch, das man wegen solt, umm vij h[a]l[ler]b, ain stuklin lembris flaisch, daz man nit wag, umm xviij d, [47] ain lib. schwinis, guͦtz grüns flaisch, umb iiij d, ain alt huͦn, daz best umb iij alt blaphartt, daz schwecher was, umm ij blaphartt, oder wie er zuͦ kommen mocht. Ain ay umm ain haller, und nit türer, daz verkam ain raͧtt. Dann wenn fritag was oder ain vasttag, so woltend sy vast uff schlahen, daz verbott man. Si muͦßtend och die ayer an den offen marckt tragen, daz sy der arm wie der rich ma[n] kofen künd. Ain trostelc umb iij hlr., ain reckholter fogel umm vj hl. oder umm fünf, als ainer dann zuͦ kommen kond. Item wilprät, aller gewild, so man vinden sol in disen landen, dero fand man jeglichs gnuͦg. Item ain lib. schwini wilprät umb vij d, item ain lib. rehi wilprät umm v d, item ain lib. hirtzin wilprät umb iiij d. Item tächs, otter, biber, söllichs ain lib. umm viij d. Item ain hasen gewonlichen und by den türsten umb viij blaphartt oder umb vj blaphart. Ich hab sy kouft zuͦ vieren [plaphartd]. Ettlich sp[r]echen, si habind es koft umb xij blaphart. Daz gelob ich nit, danne ich hab es nit gesehene.
Bild: Die Fleischbänke, acht Szenen, Seiten jeweils zweigeteilt, pag. 48–51.
a) pfund PrK.b) iiij pfening Pr.c) trostel] trostellen Pr.d) so Pr.e–e) dann – gesehen] wenn es ich nit sach Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 60,1.
[52] Item die ordnung umb fisch1 was also, das mana fand allerlay fisch, lebind und suss guͦt fisch, die man nit lebend mocht haben; gesaltzen fisch, gerochet fisch, hecht, äl, huserb, gankfisch und wie man sy haben wolt. Das was alles geschätzet, daz der kofman und der verkofer wol daby beliben mochten. Mitt der waͧg groß fisch und klain fisch by der maͧß.
a) korr aus mand A.b) husen Pr.
1Vgl. für das Jahr 1415 die „ordnung von des vischkouffs wegen, wie die vischer die visch verkouffen sond“ im Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I 2) S. 30f. Hierzu O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 316; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119, 135–137.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 61.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 61 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a122
Item ain lib. hecht oder schnetzly umb xvij d. Item ain lib. karpfen umm xviij d, item ain lib. schlygena umm xviij d, item ain lib. brachßmanb umb xx d, item ain lib. felken umm j ß d; item ain maͧß grundelen umm xxvij d, item ain maß gwellfisch umm xx d, item ain maͧß groppen umm xviij d, item ain maͧß hürling umb iij ß dc, item türrd fisch gesaltzen und gebachen uss Lamparten; ain lib. gesaltzner husen umm iij blaphart oder umm zwen blaphart. Item ain micheln stokfisch umm iij ß d, die klainen umm ij ß d, wie dann ainr zuͦkommen mocht. Item ain fierling häring umm iij oder umm iij ß d und kam darzuͦ, daz ir als vil ward, daz man ain vierling umm zwen blaphart gab und näher. Ganggfisch, türr und waz also gesaltzen waz, darnach und sy wären und ainer uͦberkommen mocht.
a) schligen Pr.b) brachsman Pr.c) ain schiling dn. Pr.d) türr] türrer Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,1.
Es komen och von Bern1 gebachen fisch in boͧmöl und soltend lang werena, und warend glich als velken, der man ain ze herbst git umm iiij d, der söllichen gab man ain umm vj d.
a) und soltend lang weren] die seltten lang werend Pr.
1Verona.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a123
Item das höw kam in groͧßer überflüßikait in den schiffen und uff den karren. Daz man nun daz merki, daz das war sy, so sach Uͦlrich Richentala und vil wirdiger lüt, daz uff ainen tag stuͦnd an der bruggen1 zeb Costentz fünf und zwaintzig michler schiff mit höw usser dem rintal und vil karren mit höw uss dem Turgöw und Hegöw. Das ward alles geschätzt, und gab man jegliche burdic, mit dem traglon, des besten höws umm xxxij d. [53] Und das höw, daz nit als guͦt [wasd], da gab man burdi umb xxvj d. Und ward das höw daz concilium uß nie türer, aber bas failer.
a) Uͦlrich Richental] ich selb Uͦlrich Richental selb Pr.b) davor gassen rot ausgestr. A.c) burdin Pr.d) so Pr.
1Zur St. Konrads- oder Fischbrücke im Konstanzer Hafen vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 271, 286; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 36f.; ders., Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 37; F. X. Kraus, Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz. Beschreibende Statistik (1887) S. 275; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz und Basel S. 392 Anm. 25; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 91; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 362 Anm. 446; vgl. auch cc. 256,2 und 280 sowie c. 239 in G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a124
Das stroͧ ain hundert michler schoba umm iiij ß d; ain burdi stro, daz die froͧwen tragen von Wolmatingenb und uss dem Turgöwc, umm vj d. Des fand man allweg gnuͦg.
a) schoub Pr.b) vor t in Wolmatingen ist ch rot ausgestr. A.c) folgt und usser dem Hegoͮw Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,2.
Item daz holtz. Es wärind arger ledi den Rin uff her, oder über see, uff den karren uss dem Turgöwa. Das ward alles geschätzt nach dem und jeglichs wert was. Ain guͦti arger ledi1 umm ain lib. d und nit darob; und ain mindri arger ledi umm xviij ß d. Suss große schiff waren von ainem rat ze Costentz lüt geben, daz man die schätzen solt. Die schatztend daz uff iro aid, und wie sy daz schatztend, also muͦßtend sy es och geben. Ain karr vol holtz uss dem Turgi, der ward geschätzt von denen, die ain rat darzuͦ gab, an dem obern marck[t] ze Costentz und an Sant Pauls gassen, ye ain karren holtz umb ij ß d und darob, och dar under, nach dem und och der karr waz. Des glich, waz über die rinbruggb herin kam, da waren glich da die, die daz solten schätzen und ward an holtz nie kain brest.
a) usser dem Thurgoͮw und Hegöw Pr.b) die rinbrugg] Petterschussen brugg Pr.
1Gemeint ist wohl eine Maß- oder Mengeneinheit (mhd. lede = Last), die sich nach einem Langenargener Lastensegelschiff (Lädine) bemisst. Vgl. H. Kimmig, Das Konstanzer Kaufhaus. Ein Beitrag zu seiner mittelalterlichen Rechtsgeschichte (1954) S. 51; O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer Ratsgesetzgebung (1955) S. 47; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 175; J. Leidenfrost, Die Lastsegelschiffe des Bodensees. Ein Beitrag zur Schiffahrtsgeschichte (1975) S. 10, 12, 14; K. H. Burmeister, Die Waren der Lastschifffahrt auf Bodensee und Hochrhein, in: Einbaum, Lastensegler, Dampfschiff. Frühe Schifffahrt in Südwestdeutschland (2000) S. 147–158; J. Klöckler / N. Fromm, Der Bodensee in frühen Bildern. Photographien aus der Sammlung Wolf 1860–1930 (2005) Nr. 81 S. 94; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 271; R. Sigg, in: Vom Bodensee nach Bischoffszell. Alltag und Wirtschaft im 15. Jahrhundert (2015) S. 134–137; A. Frenken, Konstanz und der Thurgau S. 50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 64.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 64 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a125
Item umm spetzery: ain lib. pfeffer umm viiij ß d, ain lib. imber1 umm xiiij ß d, oder umm xij ß d, ain pfund saffran umm iiij rinsch gulden, dann überswenklich vil des saffrans ge Costentz kam, daz man inn nach muͦßt geben; wann söllich bruchig ding man unverkoft von Costentz nit ließ füren.
1Ingwer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a126
Och britter, ziegela, laim, stain, kalch und alles so zuͦ disen dingen gehörtt, das vand man all zit gnuͦg in näherm kouff, dann hutt by tag.
a) folgt schindlen PrK.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,2.
[54] Nuna laßen wir das beston und kommen wider an das concilium, was nach wihenächten beschach.
a) Nun laßen wir das] Das laussend mir Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,3.
An dem ingenden jar, do man zalt von Cristus geburt MCCCCXV jar, do hatt unßer hailger vatter bapst Johannes mess zuͦ dem [thuͦmea] ze Costentz. Da zegegen waren all gaistlich fürsten und herren und och prelaten. Och warend da unßer herr, der römisch küng, all weltlich herren, fürsten, ritter und knecht, die do zemal ze Costentz waren. Und nach der mess, do gab er inn allen den segen und hieß inn ze trinken geben Sant Johanns segen uss ainem vastb großen kelch1, der was der herren zuͦm thuͦmb. Und darnach gab er dem volck den segen heruß vor des lüpriesters altar.
a) thuͦme Pr; thuͦm K.b) vast] yttal Pr.
1Johannes XXIII. reichte den vornehmen Konzilsgästen zu Jahresbeginn zu Ehren des Hl. Johannes den so genannten Johanniswein. Es handelte sich dabei um ein Sakramentale in Gestalt eines Gedächtnistrunkes, wobei die Worte gesprochen wurden: Bibe amorem beati Johannis. Vgl. J. Braun, Liturgisches Handlexikon (21924) S. 146; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 176; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 133; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 177f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 66.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 66 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a127
Des gelichen hatt er mess uff den xij. tag darnach, und beschach alles daz, daz vor an dem ingenden jar beschehen was, mit den herren und den froͧwen; wann die froͮwen zuͦ baiden messen zegegen waren, wann allain, daz unßer hailger vatter der baͧpst dem volk den segen gab vor der pfaltza. Da was so vil volks, die des segens warttotend, daz sy [inb] ainr gantzen stund kum ab dem hof kommen mochten, nach dem und der segen beschach.
a) folgt ussher uff den oberhoff Pr.b) so PrK.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 67,1.
Also beschach in dem hochzit nit vil und ward darnach in acht tagen enkain session noch suss nüntz, dann da die herren inrittend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 67,3.
Und nach dem zwölften tag, do rait in der hochwirdig herr Willipertus, großer maister Sant Johanns ordens zuͦ Rodiß1, der armena huͦter des spitals zuͦ Jherusalem, und mit im viijb komentur und xij ritter. Und zoch in der Raiserinen huß mit hundert pfärden und iiij wagen.
a) vor armen ein Wort rot ausgestr. A.b) vor viij eine Zahl rot ausgestr. A.
1Philibert de Naillac, Hochmeister des Johanniterordens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a128
Och zoch in graͧff Hug von Montfortt1, maister Sant Johanns ordens in tütschem land, mit xl pfärden in Conrat Schwartzachs huß.
1Hugo XIV. von Montfort-Bregenz, oberster Meister des Johanniterordens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a129
[55] An Sant Hilarien aubenta zugent in des tütschen ordens botten1, nün comenthür von Prüßen, wol [mittb] anderthalb hundert pfärden und zugend in Uͦlrich Hartzers huß und zuͦ dem Beren, und santend die pfärd wider von inn.
a) aubent] tag Pr.b) so Pr.
1Vgl. zur Abordnung des Deutschen Ordens H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 225 Anm. 3; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 139f. mit Anm. 27; siehe auch cc. 174,1 und 351.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 44.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 44 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a130
An Sant Hylarien tag zoch in der durchlüchtig hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg1, pfallentzgraͧff by Rin, mit iiij hundert pfarden und mit nün wägen, in Jacobs Schwartzen huß am fischmarkt. Und über iija monot zoch er in des von Fridingen hof, in dem belaib er.
a) iij] ain Pr.
1Vgl. cc. 53,1a und 53,1b (nach c. 73,2).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a131
Des tags zoch in der groͧssmaister Sant Anthönier ordens mit xxxij pfärden in der Töniera huß.
a) Tönier] Anthonier Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,3.
Uff fritag nach Hilary vor imbiß zoch in der hochwirdig churfürst Johanns, graͧff tzuͦ Nassoͧw, ertzbischoff zuͦ Mentz, techan des hailgen römischen richs und obroster ertzkantzler des römischen richs über alle tütsche land, über Ungern, Behem und all Germani, mit vj hundert pfärden und mit viij grafen und vil ritter und knecht. Und rittend im engegen der mertail gaistlich und weltlich fürsten und herren und der mertail der cardinäl. Und rait gantz gewaͧpet in, daz suß kain gaistlicher nie tett, und kert in daz huß zuͦ der Sunnen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 69.
Item desselben tags umm vesperzit rait in maister Anthonius de Perenoto, obroster maister der barfuͦßen und maister göttlicher kunst, und giengen im engegen all barfuͦßen mit crütz. Der was mer dann cc und kommen mit im nün maister göttlicher kunst irs ordens und fuͦrtend inn ze fuͦß in ir closter.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,1.
An dem dritten tag darnach rittend in die zwen obrosten maister, bruͦder Johanns von Pisis, obroster maister Augustins ordens, und mit im iiij lerer [56] göttlicher kunst irs ordens, und bruͦder Lienhart von Florentz, obroster prior predier ordens mit ij doctores theoloie. Die wurdent nit als her[licha] empfangen als der barfuͦß.
a) her A; herlich PrKD1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,2.
Och rait in maister Nicolaus, obroster prior des hailgen grabs zuͦ Jherusalem.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,3.
Och1 komen do zemal gen Costentz beken, die basteten buͦchen mitt hünr, mit fischen, mit ayern, und wie jeglicher die haben wolt, und buchent och ring und brätschelen, und hattend wägelin mit ainem rad, als man gewonlich mist oder stain in die garten und uss den garten fürt. Daruff hattend si gemacht bachöfelin, darinn sy die basteten und ander sölich ding buͦchen. Die wägelin mit den öfen, die alweg warm waren, fuͦrtend sy durch die statt, da sy dann maintend das ir zuͦ verkofen.
Bild: Die Pastetenbäcker, pag. 56. Dazu pag. 56 B oben der zweizeilige Text: Diß figur staͧtt hienach maͧlt. Darunter das Bild, das links vom voranstehenden Text (27 Zeilen) begrenzt wird.
1Vgl. cc. 57,3a und 399.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3b.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3b Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a132
[57] Item1 zugent och mit dem ertzbischoff Gneßnensis in vj bischoff: Blocensis, Lubicensis, Bosnamensis, Vracislaniensis, Oppoliensis, Kraconensis2.
1Vgl. cc. 70,2b (nach c. 86,1) und 352.
2Plock, Lebus, Posen, Breslau, Oppeln und Krakau.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a133


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a134
Jacobus Blocensis episcopus1, der zoch in daz huß vor Sant Steffan uff den Blatten, daz man nempt zum Guldin braken, mit xxij pfärdena.
a) folgt und so vil personen und belaib darinne, untz er enweg zouch Pr.
1Jakob Kurdwanowski, Bischof von Plock, logierte bei Ulrich Richental im Haus „Zum goldenen Bracken“; vgl. c. 1,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a135
Nicolaus episcopus Lubicensis, der zoch in das huß zum Beren mit xviij pfärden, und belaib nit lang darinn, dann er fuͦr bald haim.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,2.
Andreas episcopus Boßnamensis1, der zoch in daz huß zuͦ der Räbgruͦb an Ainlassgassena mit xviij pfärden und mit so vil lüten. Und zoch darnach daruß in der Swartzen hoff, als man zuͦ den Schotten gaͧt neben des Linden hof und ains korherren hof. Darinne do was herr Jörg von Fridingen thuͦmherr; und by im was och hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg. Derselb bischoff was doctor in theoloya und kond böß tutsch, doch tett er dry predyen zuͦ Sant Steffan; der waz aine der passion, und hatt allweg ainen tütschen priester neben im ston. Wenn er ain wortt nit wol in tütsch mocht sprechen, so fragt er inn2.
a) Ainlassgassen] Amlangsgassen PrK.
1Andreas Laskary (Łaskarz), Bischof bzw. Elekt von Posen. Zu seiner Person W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in: Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 43–45.
2Vgl. zu dieser Textstelle, wo von drei Predigten des Posener Elekten Andreas Laskary die Rede ist, H. Finke, ACC 2 (1923) S. 373; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 21f. Zu den drei Predigten W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in: Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 44 mit Anm. 82, 83 und 84.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a136


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a137
Der bischoff Vradlaniensis hieß Johannes1, und der waz ain hertzog von geburt, der zoch mit xviij pfarden in das hus, daz an der alten badstuben an Ainlaßgassen lag. Der selbig brach[t] mit im ain vass mit bier2; des biers trank ich Uͦlrich Richental ze Costentz.
1Johannes Kropidlo, Herzog von Oppeln, Bischof von Leslau (Włocławek). Zu seiner Person W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in: Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 41f.; vgl. c. 443.
2Vgl. c. 70,2b (nach c. 86,1).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a138


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a139
Die andern zwen bischoff zugen in ain gemach in Salmenswiler hof mit xxiiij pfarden und so vil lüt, und belibend nit lang ze Costentz. Und diß vier bischoff beliben daz concilium uß by irem ertzbischoff Gnesnensis.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,5.
Es kam och mit inn herr Säwischa, des küngs diener und bott von Bolan1. Der zoch in Conrat Ruhenb huß an Sant Pauls gassen glich vor dem brun[n]en mit xxiiij pfardenc.
a) herr Säwisch] her Sewisch Pr; her Swartz Safftins K; herr Schwartz Cappitis D1.b) Ruchen Pr.c) folgt und ouch so vil lütten Pr.
1Gemeint ist wohl der polnische Ritter Zawisca Czarny von Garbów. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 226 Anm. 6, 495f. mit Anm. 31 und 36; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 370 Anm. 21; D. Dvořaková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source, S. 16; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 164.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a140
Darnach über iiij tag, do zoch in der hochwirdig herr, herr Peter ertzbischoff zuͦ Maidenburg in der Schlesi, und zugen mit im dry bischoff: der bischoff Moßburgensis, [58] der bischoff von Brandenburg und der bischoff von Mißen1. Und zugend in den hoff, den man nempt zuͦ der Tulen2, mit xxxvj pfärden und mit so vil lüten.
1Magdeburg, Merseburg, Brandenburg, Meißen; vgl. c. 352.
2Gemeint ist der Hof „zur Tulen“ im Stadtteil Niederburg. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 369–371; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 178.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a141


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a142
Es zoch desselben tags in bischoff Georius von Passoͧw, geboren von Hohenloch1, mit xxxxa pfärden und so vil lüt, und zoch in Hanßen und Uͦlrichb von Hoffs hus an Bruͦdergassen zenächst an den barfuͦßen.
a) sechtzig Pr.b) Uͦlrich] Hainrichs Pr.
1Zum Passauer Bischof Georg von Hohenlohe, der am 17. Januar 1415 feierlich in Konstanz einritt, vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 222 mit Anm. 124; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau, Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 29–55; siehe auch cc. 130, 274 und 283,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a143
Darnach zoch in hertzog Hainricha von Schlewitb mit xxvj pfärden und so vil lüt in daz huß, daz gehört gen Sant Johann by des undern custors huß, und der och sin lehen vom küng ze Costentz empfieng.
a) Ludwig K.b) Schlewi Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,2.
Vor disem inzühen, glich nach dem zwölften tag, am fritag, do zoch in der wirdig hocherborena fürst hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg1, pfallentzgraͧff by Rin, kurfürst, mit nün großen wägen und mit cccc pfärden und so vil lüt. Und zoch des ersten in Jacobs Swartzen huß an dem fischmarckt. Und rittend im engegen all weltlich fürsten und herren. Und [in] dem huß belaib er ettwe mengen monat und zoch darnach in des von Fridingen hof und empfieng och hie ze Costentz sin pfallentz by Rin und daz hertzogthuͦm ze Payern.
a) vor erboren ist gebor rot ausgestr. A.
1Vgl. cc. 53,1a und 68,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1b.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1b Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a144
An1 fritag nacha unßer froͧwen tag ze liechtmess, anno Dni. MCCCCXV, do komen[t] ainsmaͧls dry cardinäl von bapstb Gregorio, und zugend in mit xxxiiij pfardenc zuͦ den augustinern.
a) vor D1.b) davor bast rot ausgestr. A.c) folgt und so vil lütt Pr.
1Dieses Kapitel folgt – unter Auslassung von c. 53,1b – in Pr, K, W, E, G, Wo und D1 auf c. 73,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1a.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1a Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a145
Und darnach komen an dem fünften tag aber iij cardinäl von dem selben bapst Gregorio mit xxij pfärden und mit so vil lüt och zuͦ inn zuͦ den augustinern und brachten guͦte mär, wie daz ir bapst willenklichen abtretten wölt; des menglich froͧ was. Darnach zertailtend sy sich, waa dann jeglicher hin kommen mocht.
a) rot korr. aus wan A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,2.
[59] Item uff das selb zit zoch och in ain ertzbischoff von Ungern, Johannes Strigonensis, gen Petershusen in daz closter mit clx pfärden und och mit im ain ertzbischoff von Ungern, Andreas Colocensis1, mit xviij pfärden, in des Speckers huß, genant zum Risena.
a) genant zum Risen fehlt Pr.
1Johann von Kanizsa und Andreas von Kalocsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126 und 127.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 75.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 75 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a146
76a (Vgl. A: 76b; A: 76b)
Item1 uff dornstag vora uͦnßer lieben froͧwen tag zuͦ der liechtmiss, anno Dni. MCCCCXV, do zugend in zwen ertzbischoff und ain bischoff uss Engenland mit siben wägen und mit xxij sompfarden, die waͧtseck und ander ding truͦgen, und mit xlij gelerter pfaffen; dero waren xij doctores in theologia, die andern licenciati und doctores decretorum. Und mit inen ain gefürster graͧff Rickardus von Warenwig mit dry prusunern und vier pfifern.
a) nach D1.
1Vgl. c. 76,b (nach cc. 77,3 und 84,1).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76a.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76a Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a147
Der erst ertzbischoff, dominus Johannes ertzbischof Salußburgensis1, zoch in mit lxiiij pfärden und mit so vil lüt in den hoff hinder dem Stoff2, der da ain tür in dem crützgang haͧtt, und belaib darinn biß an sinen tod.
1Wohl Robert Hallum von Salisbury; vgl. c. 359, wo ebenfalls Johannes statt Robert steht.
2Haus zum Stauf; vgl. cc. 18 und 42.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a148


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a149
Der ander ertzbischoff Rikardus, ertzbischoff Londoniensis, der zoch in mit lxvij pfärden und mit sovil lüt in daz huß und herberg by Sant Laurentzen, genant zuͦ dem Hoff zuͦ dem Burgtor1. Darinn belaib er, biß er hinweg zoch.
1In K wird das Haus zum Goldenen Schwert als Unterkunft genannt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a150
Do zoch der bischoff Gregorius, bischoff zuͦ Doblinensis, mit xlj pfarden und mit so vil lüten in daz huß an der Mordergassen1, genent zuͦ dem Stainbock, darinn er och belaib, by[s] er hinweg zoch.
1Mordergasse, heute Rosgartenstraße.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,3.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,3 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a151
76b (Vgl. A: 76b; A: 76a)
Do zoch der graͧff von Warenwig mit xxxviij pfärden und mit so vil volks in das huß an dem obern marckt, daz man nempt zuͦ dem Gemalen huß, darinn er och belaib, biß er von Costentz rait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b.
Des tags zugend in graͧff Hug und graͧff Hanns, sin sun, von Landrico uss Aragony mit xxiij pfärden und so vil lüten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,1.
[60] Darnach umm den aubent zugend in fünff maister mit xij dienern von der hohen schuͦla ze Köln.
a) folgt und von der universitaͮt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,2.
Es zoch och in ain bischoff, hieß dominus Nicolaus episcopus Constanciensis; das Costentz lit in Normania1, mit fünf pfärden und so vil lüt. Und was ain junger man, starb hie ze Costentz, und lit zuͦ den predigern.
1Coutances in der Normandie.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,3.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,3 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a152
Uff den fritag vora der liechtmeß, do zugend in drye graͧffen ußer Ytalia, das ist uss Lamparten: graͧff Lucas von Flischgo, graͧff Aulbrech[t] von Schötisb und margraff Nicolaus von Valery, mit xxxvj pfardenc.
a) nach KD1.b) Schötis] Schötzia Pr.c) folgt und so vil lütten Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,1.
Es komen och dry herren von der Laitern: Paulus, Nicodemus und Brunora mit xij pfärdenb.
a) Bruno K.b) folgt und mitt so vil lütt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,2.
Es zoch och in hertzog Carolus von Malatest uss Lamparten, der sin hertzogthuͦmb och ze Costentz enpfieng, und mit im Pandolffus von Maletest, sin vetter, archidyaconus Bononiensis, mit viertzig pfärdena.
a) folgt und so vil lütten Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,3.
Och zoch in der hochwirdig Eberhart, ertzbischoff tzuͦ Saltzburg, mit clxx pfärden, und kommen mit im dry grafen und vil ritter und knecht1. Und zoch in der Salmenswiler hoff2. Und kam ze schiff, wann er die pfärd zuͦ Salmenswile3 ließ. Und all die wil er ze Costentz was, do gab er ain groß almuͦsen, all tag jeglichem armen menschen ain haller wertig brott und ain stuck flaisch und suppen. Am fritag, samßtag und vasttag gab er ain muͦß.
1Zu Eberhard III. (von Neuhaus) von Salzburg und den anderen Salzburger Konzilsteilnehmern vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil (1992) S. 143–307, (1994) S. 173–189.
2Siehe die Gedenktafel in der Salmannsweilergasse 5, wo sich das Wirtschaftsgebäude des Stadthofes der Zisterzienser befand. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 174–176.
3Kloster Salem im Linzgau.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a153


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a154


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a155
Es komen och zwen hertzogen von Tropi ussa Kriechenland in bottschaft des kayser von Constantinopel1, wol mit xx pfärden, und zugend in des Goppentzhusers huß2 an Sant Pauls gassen.
a) davor wohl uss rot ausgestr. A.
1Gemeint ist Kaiser Manuel II. Palaiologos von Byzanz (1391–1425). Bei den Gesandten dürfte es sich um die für die Palaiologenzeit nachweisbaren Hofbeamten Nikolaos und Andronikos Eudaimonoioannes aus Morea (Peloponnes) handeln. Zur byzantinischen Gesandtschaft auf dem Konzil vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 301f.; R. Loenertz, Les dominicains byzantins Théodore et André Chrysobergès et les négociations pour l´union des églises de 1415 à 1430, in: Archivum fratrum praedicatorum 11 (1939) S. 23–29; F. Dölger, Regesten der Kaiserurkunden des oströmischen Reiches von 565–1453, 5. Teil (Schluss) (1965) S. 100 Nr. 3345; E. Trapp (Hg.), Prosopographisches Lexikon der Palaiologenzeit (Veröffentlichungen der Kommission für Byzantinistik 1, 3, 1978) Nr. 6223 S. 120; H. Heimpel, Die Vener von Gmünd und Strassburg 1162–1447 S. 823f., 824 Anm. 115; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 176–178; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 189, 191; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 65f., 74–77, 86–90; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 322–329; L. Thorn-Wickert, Manuel Chrysoloras (ca. 1350–1415). Eine Biographie des byzantinischen Intellektuellen vor dem Hintergrund der hellenistischen Studien in der italienischen Renaissance (2006) S. 106f.; B. Schellewald, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 153f.
2In K wird als Unterkunft das hus zuͦ der Täschen genannt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a156


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a157
Och zugend in bottschaft von hertzog Wytoltena von Lutow, von herr Dyspotten hertzoge tzuͦ Ratzen, von dem Damenmür uss der großen und klainen [61] Walachy, von den tzwain küngen uss Türggen, von dem hertzogen uss wißen Rüßen. Die all zugend in mit clxxx pfärden in Hansen Ruhenb [husc] an Sant Pauls gassen. Und waren der mertail under inn recht haiden, ettlich scismatici, ettlich hattend Machometus geloben.
a) Wigoltten Pr.b) Ruchen Pr.c) hus Pr; huß K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 81.
Uff den xxj. tag des monatz January, daz ist Genner, do rait in ain ertzbischoff von Kifionensis, der ist uss Kriechenland, von im selber unda von des patriarchen von Constantinopels wegen und von vil bischoff uss Kriechenland wegen. Und zoch in Uͦlrichs Imholtz huß am obern mark[t], genant zuͦ dem Laythund, mit acht bischoffen sins gelobens, wol mit lxxx pfärdenb. Und hett in dem selben huß mess nach gewonhait irs gelobens1. Und maint man, hetti das concilium inen ettlich sachen laßen fürgon, sy wärindc gelöbig worden und dem hailgen stuͦl ze Rom undertenig worden.
a) davor von rot ausgestr. A.b) folgt und lütten Pr.c) davor ward rot ausgestr. A.
1Vgl. cc. 288–289.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a158
Darnach uff fritag, samßtag und sunnentag frü, an den drin tagen, tzugend in gen Costentz vj cardinäl von baͧpst Gregorio und mit sinem vollen gewalt, mit fünftzig pfärden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1b.
Aber kam uff dem mentag ain cardinal von baͧpst Benedicten uss Hyspanien und mit im dry ertzbischof und suß xij bischoff und zwen grafen, die hienach benempt werden, und vil herren, gaistlich und weltlich. Und zugent in des Hüruß huß an dem Merkstadt mit cxl pfärden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,2.
Item an der mitwochen vor Sant Agnesen tag zoch in der edel fürst hertzog Ludwig von Payern von Ingelstatta, pfallentzgraͧff by Rin, und mit im fünff grafen und vil ritter und knecht. Und zoch des ersten in Hainrich Mumpraten hus uff obenb mit cccclx pfärden. Und belaib darinn, biß der graf von Zili und sin sun hinweg zugend; do zoch er an iro statt in der Schmerlinen huß hinder Sant Steffan.
a) Dingelstatt Pr.b) oben] den obern markt M. R. Buck.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 83,1.
[62] Darnach am fritag zoch in hertzog Hainrich von Payern von Landsperg mit ccc pfärden, pfallentzgraͧff by Rin, in Jacob Schwartzen huß am fischmarck[t], an hertzog Ludwigs statt von Haidelberg, und zoch darnach in der Felixinen hus.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 83,2.
Vor dem was ingezogen burggraͧff Fridrich von Nürenberg1, der statthalter was des chuͦrfürstenthuͦms zuͦ Brandemburg, dasselb churfürstenthuͦmb darnach im gelihen ward; und zoch in Hainrichs Tettikofers huß an dem fischmarckt, genant daz Hoch huß, darinn er belaib.
1Vgl. c. 53,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a159
76b (Vgl. A: 76b; A: 76a)
Och zoch in der gefürst graͧff Rickardus von Warenwig uss Engeland, und zwen ertzbischoff und vj ander bischoff mit im, uss Engeland, on die Engelschen, die vorhin ze Costentz waren, und kam in bottschaft des küngs von Engelland und der fürsten in Engeland. Und komen mit im iiij bischoff und ander herren usser dem küngrich in Schottenland, mit clx pfärden und zoch in daz husa, daz man nempt zuͦ dem Gemaͧlen hus1.
a) in daz hus] in der Stoffacher hus Pr.
1Zu dieser Variante und dem ergänzenden Hinweis auf das Stoffacher hus in Pr vgl. R. Kautzsch, Die Handschriften S. 456.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a160
Och zoch in burggraͧff Hans von Nüremberg1 in des Ulmers hus mit cxx pfärden und mit im zwen grafen an Sant Pauls gassen.
1Burggraf Johann III. von Nürnberg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a161
Och zugend in zwen hertzogen von Lutringen mit lx pfärden in Conratz von Hoff hültzin huß vor den barfuͦßen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,3.
Och zoch in hertzog Fridrich von Österrich und mit im wol xij grafen mit vja hundert pfarden1. Und zoch gen Crützlingen in daz closter.
a) davor wohl eine Zahl rot ausgestr. A.
1Herzog Friedrich IV. von Österreich dürfte am 26. Februar 1415 in Konstanz eingetroffen sein; er logierte im Kloster Kreuzlingen. Vgl. A. Knöpfler, Ein Tagebuchfragment über das Konstanzer Konzil, in: HJb 11 (1890) S. 267f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung, in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911) S. 206f. mit Anm. 1; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 214; H. Koller, Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von Österreich, in: Studia Luxemburgensia, hg. von F. B. Fahlbusch und P. Johanek (1989) S. 333f.; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 189 mit Anm. 773 auf S. 278; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 116f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 103f.; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 147; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 266f.; ders., Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich, der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 8–23; ders., „Als starck als der künig“. Herzog Friedrich IV. von Österreich und die habsburgische Landesherrschaft im Schicksalsjahr 1415, in: C. Hesse u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 19–34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a162
Och zoch in der ertzbischof von Gran1 mit ccc pfärden und zwen bischoff mit im und vil ritter und knecht. Und zoch ina daz kloster zuͦ den barfuͦßen2.
a) in daz kloster zuͦ den barfuͦßen] gen Petterschussen in das clouster Pr.
1Esztergom, gemeint ist Johann von Kanizsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126.
2Nach K logierte er bei den Benediktinern in Petershausen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a163


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a164
An dem tag zoch in der mächtig herr, herr Pipo1, mit clx pfärden uß Unger in der von Braitenstain huß [63] an der rinbrugg ze Petershusen.
1Vgl. c. 55,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a165
Es zoch och in mit großer gezierd der ertzbischoff Gnesnensis uss dem küngrich von Boland, und mit im fünf bischoff von Boland, von ir selbs wegen, und och in bottschaft küng Laudislaͧßa von Boland1, und mit inn herr Säwitz, undb suß groͧß mächtig herren uss Bolan usser Boland. Die gaistlichen von des concilium wegen, und och gaistlich und weltlich von des küngsc wegen. So dann der selbig küng von Poland hatt krieg von und mit den herren von Prüßen2, das dann da an unßern herren den römischen küng verlaßen ward. Und zoch der ertzbischoff in Hainrich von Ulms hus, an burggraff Hanßen statt, die andern bischoff ainer zuͦ dem Guldin bräcklin in Uͦlrich Richentals huß3, der ander zum Guldin berg, der dritt zuͦ der Räbgruͦb, der vierd in des von Hödorffs hus, der fünft in die alten badstuben und der sechst für Rinpolter tor. Und koment wol mit vjc pfärden und xij wägen. Und fuͦrt ain bischoff Opilensis ain vass mit bir4 mit im. Der lag vor dem tor, in Hansen Huͦters garten.
Och ritten in siben fürsten uss der Schleßy und so vil ertzbischoff, bischoff, äpt, pröbst, hertzogen, grafen, fryen, ritter, knechtd, die all hienach benempt werden.
Und5 sölt ich Uͦlrich Richental die all verschriben haben, so wär diß buͦch ze groß worden. Wol so findet man hienach6, welhe herren, ritter und knecht mit ir selbs lib gen Costentz kommen, und och welher küng oder küngin, weltlich und gaistlich herren ire bottschaft da hattend und wie es also bestuͦnd und wie lang es werot und wie es zerging, als verr ich dann das erfaren kond oder mocht.
a) Laudislaͧß] Wadisslaus Pr.b) davor us rot ausgestr. A.c) küngs] kriegs Pr.d) davor her rot ausgestr. A.
1Władysław II. Jagiełło, König von Polen.
2Gemeint ist der Konflikt zwischen Polen und dem Deutschen Orden. Vgl. K. Springmann, Polen und der Deutsche Orden zur Zeit des Konstanzer Konzils (Diss. Freiburg i.Br. 1924); H. Boockmann, Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische Politik. Untersuchungen zur politischen Theorie des späteren Mittelalters (1975) S. 197–296; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 207–238; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 150–175; S. Kwiatkowski, Der Deutsche Orden im Streit mit Polen-Litauen. Eine theologische Kontroverse über Krieg und Frieden auf dem Konzil von Konstanz (2000); L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 79f.; ders., Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 74–78; J. Miethke, Heiliger Heidenkrieg? Theoretische Kontroversen zwischen Deutschem Orden und dem Königreich Polen vor und auf dem Konstanzer Konzil, in: Heilige Kriege, hg. von K. Schreiner (2008) S. 109–125; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 240f.; P. Srodecki, „Murus et antemurale pollens et propugnaculum tocius christianitatis“. Der Traktatenstreit zwischen dem Deutschen Orden und dem Königreich Polen auf dem Konstanzer Konzil, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 109 (2015) S. 47–65; vgl. cc. 174,1, 187 und 351.
3Vgl. cc. 1,1 und 71,1.
4Vgl. c. 71,4.
5Vgl. cc. 1,1, 361 und 518.
6Vgl. cc. 320ff.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a166


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a167


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 3.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a168


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 4.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a169


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 5.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a170


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 6.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a171
Darumb so laß ich yetzo der herren inziehen beston und kom widerumb an daz concilium.
[64] Almächtigera gott biß nun wegwisera1.
a–a) Almächtiger – wegwiser] Maria sis mecum in via, o domine, exaudi nos Pr.
1Die Invokation fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a172
Also do vil gaistlich und weltlich herren und prelaten gen Costentz komen waren, do waren dannocht die von Hyspania nit kommen. Das selbig land hett nün küngrich under inn, die hienach werden benempt. Und was do zemaͧl nit mer dann iiij naciones1. Das waren Italici, Germani, Frantzioni und Hyspani. Und do die Hyspaniten nit komen, do erwalt daz concilium die fünften nacion, das warend Anglici. Die hattend vor kain nacion2; und ward inn die nacion ze Costentz gegeben mit willen und gunst der Germania, in die nacion sy vor hortendb. Und also wurdent fünf naciones und warent davor nit mer naciones dann vier.
a) folgt rot ausgestr. die nacion sy vor hattend A.b) gehortten Pr.
1Das Thema der naciones war bereits in c. 1,2 angeschlagen worden und wird in c. 321 zu Anfang der Teilnehmerliste erneut aufgenommen. Das Prinzip einer Einteilung in Nationen, das jedoch nur verwaltungstechnisch gemeint war, ging auf die Extravagante „Vas electionis“ Papst Benedikts XII. (Extr. III.10.1) zurück. Schon das Konzil von Pisa (1409) ordnete sich nach Nationen, die aber bei der Beschlussfassung noch keine Rolle spielten. Siehe Extravagantes communes III, tit. X, Corpus iuris canonici, hg. von E. Friedberg 2 (ND 1959) Sp. 1280–1284. Zur Rolle der Nation auf dem Konzil von Konstanz vgl. J. Hollnsteiner, Studien zur Geschäftsordnung am Konstanzer Konzil, in: Abhandlungen aus dem Gebiete der mittleren und neueren Geschichte und ihrer Hilfswissenschaften. Eine Festgabe zum 70. Geburtstag H. Finke gewidmet (1925) S. 240–256; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 121–142; G. C. Powers, Nationalism at the Council of Constance, in: The Catholic Historical Review 8 (1928) S. 171–204; H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 347–368; L. R. Loomis, Nationality at the Council of Constance, in: American Historical Review 44 (1939) S. 508–537; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 364f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 352–357; ders., Der König und sein Konzil S. 200–203; ders., Das Konstanzer Konzil (2015) S. 78, 136f.; ders., Concilium constituitur ex nacionibus – die naciones auf dem Konzil von Konstanz. Zur Bedeutung der Konzilsnationen für die Entstehung und die Entwicklung eines nationalen Bewusstseins im beginnenden 15. Jahrhundert, in: Begegnung der Kirche in Ost und West im Spiegel der synodalen Strukturen. Festschrift für Petar Vrankić, hg. von J. Grohe, G. Wurst, Z. Strika und H. Fischer (2017) S. 175–206; H.-J. Schmidt, Kirche, Staat, Nation. Raumgliederung der Kirche im mittelalterlichen Europa (1999) S. 467–484; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 196–208; J. Miethke, Raumerfassung und Raumbewusstsein auf den Allgemeinen Konzilien des Spätmittelalters, in: Raumerfassung und Raumbewusstsein im späteren Mittelalter, hg. von P. Moraw (2002) S. 145–150; ders., Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S. 78; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 23, 92–95; R. N. Swanson, Gens secundum cognationem et collectionem ab alia distincta. Thomas Polton, two Englands, and the challenge of medieval nationhood, in: G. Signori / B. Studt (Hg.), Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis S. 57–87; B. Studt, Zusammenfassung S. 392; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 15–17, 31–33, 56–65; K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 40–42.
2Zu dieser Textstelle, die eventuell im Zusammenhang mit dem Streit um die englische Nationsbildung steht, vgl. H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 363 Anm. 19.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a173


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a174
Nun ist ze wissen, was land und küngrich in yeglich nacion gehört, und die ersten sind Ytalici.
Ytalici
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,1.
Ytalici, daz ist Römerland, Lamparten, Tuschan, Gengwerland, Fflorentzer, Venedier, das küngrich zuͦ Napuls, daz man nempt Cecilie alcior, daz ist daz höher Cecilie, das küngrich zuͦ Zipern enend mers, das kayserthuͦmba Co[n]stantinopel und was darin gehöret, daz cristan ist, das küngrich von Wossen, darinn sind nit vil cristan, daz küngrich von Cicilie, daz ettwa was zuͦ Candia1, daz yetzo die Florentzer inne haben, die küng von der großen und mindern Türggie, was da kristen ist und was da wonet in aller Tartarye. Darinn sind siben kayserthuͦmb. Wer darinn sitzet und cristan ist, der horet zuͦ den Ytalici.
Germani
a) vor thuͦmb in kayserthuͦmb ist thub rot ausgestr. A.
1Kreta.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,2.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,2 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a175
Germani, das sind tütsch lüt; darinn gehöret daz römisch rich, [65] das kungrich Behan, das kungrich von Unger, das küngrich von Bolan, Lutoͧwera land, daz ruschiß land: recht Rüßen, rot Rüßen, wiß Rüßen. Das land und statt groß Noffagrott, was da kristan ist, was die Tuͦnoͧw begrifet biß gen Kriechen und herab biß an Engelland, als da ist Flanderland, und alles, so da ummgriffen ist; das küngrich zuͦ Tennmarck, zuͦ Swegenb, das küngrich zuͦ Norwegen und das küngrich zuͦ Anlayc, waz darinn kristan globen halt und daz küngrich Crowatzi.
Ffrantzioni
a) Littower Pr.b) Swegen] Schweden Pr.c) Arlay Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 89.
Frantzioni ist ain küngricha für sich selber und hat kain küng nit under im dann irn küng von Frankrich, und gehört och nit darin, dann die herren und stett, die in iro landen sitzen. Und macht daz die groß schuͦl zuͦ Pariß, zuͦ Orlientzb und anderswa in dem land.
[Yspanyc]
a) küngrich] nacion Pr.b) folgt zuͦ Avion Pr.c) so Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 90.
Hyspani, daz sind die land, die in Spangenlannd ligend. Und sind diß die küngrich in dem lannd, das küngrich Castell, daz ist Cecili an dem undergang der sunnen, das küngrich Arogonia, das küngrich Mayorick, daz küngrich zuͦ Nanerna, daz küngrich zuͦ Portigal, daz under küngrich von Cecilie, das küngrich von Granat, das küngrich von Faist, die aber nit cristan sind in den zwain küngrichen, doch sind ettlich stett und lender und bistumb under inn. Und sind doch under dem küng von Hyspani, das ist Castell oder Celici1, sind zway kungrich und hett sy baide inn. Da hört och in daz küngrich Leonorum, daz ist für sich selb und ist vil cristan darinn und hört daz land darinne, daz da haißet Ormany2, da die witfarenden und besten koufflüt sind. Und maint man, daz sy och warhaft syend, und haben sölichen geloben, in welhes land sy komen, was gelobens [66] da sy, den haben sy och, und da haim haben sy Machometus globen.
Anglici
a) Nanern] Navern Pr.
1Gemeint ist wohl Cecilie (Sizilien).
2Armenien.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a176


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a177
Anglici, das ist Engeland, daz da nüws ze Costentz ain nacion ward erworben. Darzuͦ höret ira küngrich, daz küngrich zuͦ Hiberniab, daz ist Schottenland, das küngrich von Arabia enend dem mer, daz küngrich Medorum, das küngrich Persarum, die zway India, daz minder und daz mer, das priester Johanns besitzet1, das küngrich von Ethiopia, da die moren inn sitzend, daz küngrich von Egipten, das küngrich von Ninefee; die alle nit cristen sind, dann allain Schotten und Engelschen. Was aber cristanlüt, layen oder pfaffen darinn sitzen, die sind zuͦ inn getailt und maint man, das noch by nün kungrichen syen, die zuͦ inn gehören, die in der Tartarye gelegen sind, darüber der groß kayser chan, das ist als vil, als hie ain römischer kung gewaltig ist. Ich2 getorst sy nit schriben, wann ich gantze warhait darumb nit erfinden kund.
a) ir ir A.b) Ybernia Pr.
1Vgl. zum Priesterkönig Johannes, von dem auch in den cc. 408 und 474 die Rede ist, W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 141; W. Baum, Die Verwandlungen des Mythos vom Reich des Priesterkönigs Johannes (1999) S. 244f.; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 87–92.
2Dieser Hinweis fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a178


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a179
Diß küngrich, lender der fünf nacion, die hattend all ir gewiss fromm und erber bottschaft ze Costentz, sy wärind cristan oder nit. Und warent diß botten erber und gelert lüt, gaistlich und weltlich, cristan oder nit, und hettend all und jeglicher vollen und guͦten gewalt von irn herren mit briefen und och insigelna.
a) folgt und schluͦgend die botten ir herren wauppen an und ouch als sy in dissem buͦch findest Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 93,1.
Diss nacion koment all [taga] zesammen, jegliche nacion in ain conclavib, das ist in ainen sal. Und hatt jeglich nacion ir erber bottschaft, die gelert waren in göttlichen rechten. Und die santend ye von ainer nacion zuͦ der andern, was sy dann ze raͧt waren worden, und die ander nacion herwider.
[67] Nun ist ze merken, wa jegliche nacion säß und wa das collegium säß, daz sind cardinäl, und wa daz gantz concilium säß, das ist so sy all zesammen komen.
a) so PrK.b) conclavi] concilium Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 93,2.
Das concilium sass allweg in dem münster, uff den stülen, die da vor benempt sind1, und der baͧpst vor inn vor des lüpriesters altar.
1Vgl. cc. 34,1–2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,1.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,1 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a180
Die nacion Ytalicana, die sass zuͦ den predigern in dena refental. Die nacion von Frankrich sass zuͦ den predigern in dem capitelhus. Die nacion Germanica sass zuͦ den barfuͦßen in dem capitelhus. Die nacion von Engelland sass in dem refental zuͦ den barfuͦßen. Die Hyspaniten saßen zuͦ den augustinern in dem refental.
a) dem Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,2.
Do saßen die cardinäl von baͧpst Benedicto und von Gregorio och zuͦ den augustinern im capitelhus, aber nit lang, wann sy bald zertailt wurden under ander cardinäl.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,3.
So sass daz collegium, das sind cardinäl, by dem obrosten cardinal Ostiensi in des techansa hof1, des von Bintelspachb. Do sass unßer herr der kung mit sinen räten ye an ainer sölichen statt, da er sy dann hin beruͦft.
O altitudo diviciarum2.
a) tegens Pr.b) Bintelspach] Büttelspach Pr.
1Vgl. zum Domdekan Albrecht von Beutelsbach, in dessen Haus sich die Kardinäle versammelten, auch c. 18.
2Vgl. Röm 11,33. Die Invokation fehlt in Pr und K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a181


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a182
Nun heb ich das concilium an, wie die naciones, daz collegium, die schuͦlen, die ertzbischoff mit dem küng ze rat wurden, waz daz nächst und das best wär zuͦ ainhellung der hailgen cristenhait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 95.
Und des erstena: [68] An dem jungsten tag des monatz Februaryb, in dem jar, do man zalt MCCCCXV, davor waren alle naciones, daz collegium, der künig und all gaistlich und weltlich herren ze raͧt worden, daz nit bessers noch wägersc wär denn ainhellikait der cristenhait und das bapst Johannes ainfaltenklich und luter abträt siner wirdikait des baͧpstuͦmbs halb, wann sy villicht wol vernommen hatten von baͧpst Gregorien kardinälen, wie inen empfolhen solte sin von bapst Gregorio, daz er gern und och willeklich, luter durch gott und durch ruͦw der hailgen cristenhait willen, abtretten wölt. Aber sy seitend es nit offenlich. Und do diß also fürbracht ward vor offem concilium, do nam sich baͧpst Johannes ain bedenken xiiij tag und maint, baͧp[s]t Benedictus und bapst Gregorius hettind noch nit iren vollen gewalt darzuͦ geben. Das bedenken, daz war im och mit gemainem rat des conciliums gegeben.
a) Und des ersten] Und des ersten heb ich also ane Pr.b) monatz February] Rebmonatz Pr.c) wegers Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 96.
An unßer froͧwen aubera zuͦ liechtmiss, do man [zalttb] von gottes geburt MCCCCXV jar, do ward ain gantze session und lütet man frü, do erst der tag an himel stieß, das erst mit der großen gloggen, darnach das ander und das dritt. Do komen sy alle in das münster zuͦ der session. Und sonder all gelert lüt uss den drin küngrichen: von Sweden, von Tennmarck und von Norwegen. Und brachtend für ain gantz concilium, wie vor ziten wär in iro küngrich gesin ain hailgi küngin mit nammen Brigida1, die da von gottes insprechung vil landc erfaren2 hett, und mit ir gefüret hett ain gottfürchtigen maister in der hailigen theologie, und sust zwen bewärt gottfürchtig priester, den sy dann ir insprechung alzit offnot und seit, und nach der rat sy sich gen gott in allen dingen richtet. Und och in irm leben und nach irm tod vil großer zaichen getan, als ain rechter hail[i]g tuͦn sol. Das hettind sy in irn schulen und von [69] alten luten gehort und sähnidd hütt by tag große zaichen, die sy tät. Und begertond da von gantzem concilium, das man sy zuͦ ainer hailgen erhüb und sy canonisierti. Uff solichs namen sy ain bedenken und antworten do daruff und sprachen: Möchtind sy haben nün doctores in sacra theologia, oder ob sy nit all doctores wären, daz sy dann staltind an der doctores gebresten licenciatos, das sind die, die da doctores wol möchtind werden, und wenn die nün schwüren zuͦ gott und den hailgen uff dem hailgen evangelio, das sy söllich zaichen und wonder gesehen und erfunden hetten, und daz inn och ire vordern geseit hettind, daz es dann wol mocht gesin mit gott und mit dem rechten. Also staltend sy die nün dar, die swuͦrend da all uff dem hailgen ewangelio, das dem also wär.
a) auber] aubend PrSt1; tag KG; abent D1.b) so PrSt1.c) vil land] vil by landes Pr.d) sähnid] sochen Pr.
1Die Kanonisation Birgittas von Schweden (1303–1371), die bereits 1391 durch Papst Bonifaz IX. erfolgt war, wurde in Konstanz und Basel noch einmal bestätigt. In der Kirche Burg in Stein am Rhein wurde mit dem Wandbild der Weihnachtsvision an das Ereignis erinnert. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 184; B. Konrad, Rosgartenmuseum Konstanz S. 30f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 183f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 183f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 164–167; O. Krafft, Papsturkunde und Heiligsprechung. Die päpstlichen Kanonisationen vom Mittelalter bis zur Reformation (2005) S. 908–911; ders., Heiligsprechungen im Schisma, in: Gegenpäpste. Ein unerwünschtes mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 384, 386; S. Volkart, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 186–193.
2Das Verb erfaren (ervarn) ist hier wohl im ursprünglichen Sinne von „reisen“ oder „durchfahren“ bzw. „durchziehen“ verwendet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a183


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97 Anm. 2.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a184
Nach dema hatt ain ertzbischoff von Tennmark mess, und in der mess ward sy uff den altar gesetzt als ain töckli bild1, und ward da canonisiertb, daz ist zuͦ ainem hailgen gemacht mit rechter urtail und mit gemainen rechten. Und nam der ertzbischoff daz bild und gab damit den segen. Und huͦb an ze singen Te Deum laudamus, und lut man da an stett mit allen gloggen laudesc.
a) folgt und nach der sexst Pr.b) davor ca rot ausgestr. A.c) folgt das ist als vil als loub Pr.
1Gemeint ist wohl ein Büsten- oder Kopfreliquiar.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 98.


Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 98 Anm. 1.

URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a185
Und uff den ymbiss luͦden die von Tennmark vil cardinäl, ertzbischoff und bischoff und ander vil gelerter lüt. Und nach dem ymbiß lut man aber laudes und ze nacht umb bruͦder complet lütet man aber laudes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 99,1.
Diß figur staͧtt hie disent gemaͧlt. Bilder folgen erst pag. 70ff., aber pag. 69 B unten folgt der die nachstehenden Bilder pag. 70–74 einleitende Bildtext:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 99,2.
Och stat darnach gemaͧlt, wie baͧpst Johannes die kertzen wihet und den segen gab und die kertzen von ärgger herab warff an unßer froͧwen tag zuͦ der liech[t]miss, im jar do man zalt MCCCCXV.
Bild: Kanonisation der Hl. Birgitta, pag. 70–71, pag. 70: Schwur der neun Lizentiaten auf das Evangelium, pag. 71: Messe und Kanonisation mit Reliquienbüs