[Pag. 1] Hienach1 volgetta, wie das concilium gelait ist worden gen Costentz, und wie es dar kam, und wie
es anfieng, und was sachen sich also ze Costentz in dem concilium volgiengen und
da beschach, und wie es zerging, und wie vil herren dar koment, sy wärind
gaistlich oder sy wäremd weltlich, und mit wie vil personen; das alles ich Uͦlrich
Richental zesammen brachtb hab, und es aigentlich von huß ze hus erfaren hab2, wann ich burger und sesshaft ze Costentz was, zuͦ dem Guldin bracken3, und erkannt was, das mir gaistlich und och weltlich herren saiten, wes ich sy
dann ye fraͧget, und och der herren waͧpen, die es an die huser daselbs ze
Costentz anschluͦgent und ich erfragen kond.
Aulendorfer Version (A)
1Dem Chronikbeginn ist in K, W und E folgende Invokation, die
in A, Pr und D1 fehlt, vorangestellt: Omnipotens Deus, qui es retributor omnium bonorum, vindictor malorum, da michi
viam recte scribendi, qui es trinus et unus. In K, E und D1 steht der Chronik noch zusätzlich ein Psalmvorspruch voran,
der mit dem veränderten historiographischen Konzept dieser Handschriften bzw.
Drucke zu tun hat.
2Zu der in der Chronik immer wiederkehrenden Formel von huß ze hus, die zugleich etwas über die historiographische Methode des
Chronisten aussagt, vgl. cc. 393 (Varianten SgIZ1), 395, 406
und 518; zum Erfahrungsbegriff (erfaren, erfragen, invenire, reperire, quaerere, inquirere) vgl. cc. 1,1, 70,2b (nach c. 86,1), 134,1, 236, 319, 326, 358, 360–362, 374, 395, 404, 406, 437, 438 und 518. Zur Formel de domo ad domum siehe auch R. Fester, Die Fortsetzung der Flores temporum, von Reinbold Slecht,
Cantor von Jung Sankt Peter in Strassburg, 1366–1444, in: ZGO 48 (1894) S. 132;
W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 116; Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment, S. 313; ders., Won es was das gröst concilium S. 120; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 298–300.
3Zur Lage des am 21. Juli 1547 abgebrannten Gebäudes in der
heutigen Wessenbergstraße 27/29, an dem sich heute eine entsprechende Tafel
findet, vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 275; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 79; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 161 mit
Anm. 79; J. Klöckler, Die Konstanzer Handschrift S. 5; ders., Nachwort S. 218; siehe auch c. 71,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a1
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a2
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a3
1,2 (Vgl. G/D1: 1,2, 41,2 und 87)
Darumb, das man all sachen desterbas verston mugt, so ist ze wissen, das all
kristenhait in fünff tail getailt sind1, und die haißent in der latin naciones, das ist des ersten Ytalici, das ist
Lamparten. Der ander tail, daz ist Germani, das ist Tütschland, und die zuͦ inn
gehoͤren. Die dritten, die sind Frantzoni, das ist Frankrich, und die och zuͦ inn
gehören. Die vierden sind Yspani, das ist Spangenland, und die zuͦ inn gehören.
Die fünften, das sind Anglici, das ist Engenland, und die zuͦ inn gehören.
1Zu dieser Fünfteilung der christlichen Welt vgl. K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 39.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a4
Was nun land und küng zuͦ yeglicher nacion gehört, das findet man hienach wol,
dann die von Engenland hattend vorhin kain nacion, wann das inn ain nacion ze
Costentz geben ward, als man daz hienach verschriben findet. Und das beschach
darumb, daz die Yspanien nit komen uff söllich zit, als inn her verkündet
ward.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 1,3.
Do der hailig vatter baͧpst Allexander, der da ain barfuͦß waz, zuͦ baͧpst
erwellt ward, darnach ward ain concilium zuͦ Pisanensis, daz ist zuͦ Piss.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,1.
In dem concilium lopt und verhieß da der selb bapst Allexander dem selben
concilio, daz er wolt [2] darzuͦ sin vermögen tuͦn innwendig dryen den
nächsten jaren nach dem concilio, das ainikait, frid und ruͦw der cristenhait
geben wurd; wann er tzwen widersachen hett, der ain was Petrus de Luna, gefürster
herr graͧfen geschlächt, der sich nampt in sinr obedientz oder gehorsamkait
Benedictus der drizehendost. Der ander hieß Angelus de Cowario, erber lüt
geschläht, und der sich nampt in siner obedientz oder gehorsami Gregorius der
zwölft. Und also in den drin jaren, ee die sach angefangen ward, do starb der
selbe bapst Allexander und lag die sach also danider1.
1Zu den Päpsten Alexander V. und Johannes XXIII. siehe auch:
Die Chroniken der oberrheinischen Städte. Straßburg 2, 2, hg. von C. Hegel (21961) S. 615–617.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 2,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a5
Darnach ward ze bapst erwellet der ersamm herr Balthasar de Cossis, und do der
erwellet ward, do nampt er sich in siner obedientz, daz ist in siner gehorsammi,
Johannes der dry und zwaintzigost. Der selbig baͧpst Johannes, als er erwellet
ward, do schwuͦr er dem gantzen collegio, das ist allen cardinalen, die inn
erwellet hetten, daz er och sin gantz vermögen tuͦn wolt, das frid, ruͦw und
ainung der cristenhait geben wurd. Nun haißet collegium die cardinal, die dann
sind und erwellen sond und die man inschlüßen sol, als sich dann das hienach
erfindet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,1.
Der selb bapst [Johannesa] der XXIII., der ließ die sach also beston und wolt sich villicht laßen benügen
an sölicher wirdikait, die im geben waz, dann er vast genaigt waz uff zitlich er
und guͦt, und verlangt sich daz also lang, das große rede uffstuͦnd zwüschen
gaistlichen und weltlichen fürsten und herren. Die selben fürsten dick und vil
zesammen komen mit ir selbes lib undb bottschaft gen Erdfurttc, gen Buͦchbarpten1, gen Openhain und ander ir und des hailgen richs stett. Och sich des vast under
redten, und gaistlichen herren dick uffgehebt ward, sölliche irrung, daz Sant
Peters schiff under [3] wölte gan, das doch nit sin mag.
1Boppard am Rhein.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 3,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a6
So sind diß die fürsten, die macht haben ze erwellen ain römischen küng, so daz
römsche rich disetza wirdett.
a) disetz] entsetzt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,1.
Der erst, der ertzbischof tze Mentz, der ist under inn als ain tegana und hat zuͦ berüfen all ander erweller, die zuͦ im gehören, die weller sind. Und
ist ain ertzkantzler über als Tütschlandb und über all nacion der Germani, und sy darzuͦ ze halten, das die andern all
kommen sond und muͦßen an ain gevellig und kommenlich statt, wahin er inn
verkündet, so dann daz hailig römsch rich nott lit und so sy erwellen sond.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,2.
Der ertzbischoff von Köln ist ain ertzkantzler des hailigen römischen richs und
hat ze berüffen alle die rich in Ytalia, in Lamparten, in dem kayserthuͦm ze
Kriechen, in den küngrichen enend mers, und wahin also sin gewalt raigotta; dem söllen sy och gehörsam sin, wenn das rich not lit.
a) raigott] langett Pr; langot K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,3.
Der dritt erweller ist der ertzbischoff von Triel1, der ist der oberst ertzkantzler des hailgen römschen richs und hett ze
berüffen alle die, so in Frankrich und in Hyspania sind, wenn es dem römischen rich
not ist.
1Trier.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 4,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a7
So sind diß nach benempten die weltlichen kurfürsten, die och darzuͦ
gehören.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,1.
a) prepositus Pr.
1In K, W, E und Wo werden – anders als in A und Pr – in
umgekehrter Reihenfolge zuerst der Herzog von Bayern, dann der Herzog von
Sachsen, schließlich der Markgraf von Brandenburg vorgestellt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a8
Der hertzog von Saxen, der sol dem römischen küng das schwert vora
[4] tragen und ist der oberst marschalk, das er sinen stal besorgen sol,
durch inn oder sine diener und sol unzucht weren, so von buͦben und anderm
hoffgesind beschicht.
a) vor] nach Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,3.
Der hertzog von Payern, wer der ist, der dann die pfallentz an dem Rin indert
Mentz inne hett, der ist der obrost fürtrager zuͦ dem tisch, und sol durch sich
oder durch die sinen besorgen, das der römisch küng mit frid sin mal nem, und ist
genant ain truchsäß.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 5,2.
Diß sechs erweller haben so vil macht, das sy ainen römischen küng erwellen mögen
und och entsetzen mögen, wenn daz not wirt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,1.
Wär aber, das die sechs an der wal nit ainhellig wurden, und das drye den nemen
und die andern dry den andern, so haben sy ze berüffen den kung von Behem1, der dann ist der obrest vogt. Uff welhenn dann er sin stimmea git, undb den er erwelt, der ist dann römischer küng. Der sol dann ligen und tuͦn, als
dannc wol ze wissen ist, vor Frankenfurt sechs wochen, ob er ainen hett, der da wider
inn ist.
1Böhmen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a9
Folgt Textlücke, dann pag. 4 B unten: Dise wapen sind der fürsten, die erwellen sond ain römischen küng. Pag. 5 A oben: Die fürsten. Darunter sieben Wappen. In Blei ist von späterer Hand Mäntz, Köln, Triell usw. nachgetragen. Pag. 6 oben, zentriert, in
Langzeilen: Dise wapen sind der fürsten, die erwellen söllen ain roͤmischen küng, gaistlich
und weltlich. Rest der Seite leer. Die Wappen wurden bereits
pag. 5 gegeben.
1Der Satz fehlt in Pr.
2Gemeint ist wohl Kaiser Karl IV. (1346–1378), der 1356 die
„Goldene Bulle“ erließ; vgl. hierzu das ausführlichere c. 6,3 in K und W, das
Karl auch als küng zu Beham vorstellt und die dort aufgeführte Literatur. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 153; S. Weinfurter, Zum Gestaltungsprinzip der Chronik des Ulrich Richental S.
525; P. Hoffmann, Die bildlichen Darstellungen des Kurfürstenkollegiums von
den Anfängen bis zum Ende des Hl. Römischen Reiches (13.–18. Jahrhundert)
(1982) S. 62f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a10
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 6,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a11
[7] Die fürsten, als die dik und vil zesamen komen von sölicher not der
hailgen cristanhait, und das da villicht geschach von dem hailgen gaist und
insprechung der hailgen drivaltikait, die wurden ze raͧt, das sy die sach
empfalhen dem römschen künga Sigmunden an dem römischen rich sins jars in dem […]1 jar. Das was küng Sigmund, römischer küng, küng zuͦ Ungern, darnach ward er küng
zuͦ Behem, und hatt do zemal inn daz küngrich zuͦ Dalmatz und das küngrich zuͦ
Croatzb, das noch recht haiden sind, und die margrauffschaft zuͦ Brandenburg. Die selben
margraffschaft von Brandenburg er von im gab und lech ze Costentz burgrauf
Fridrichen von Nürenberg2, sinem öham.
1Die nachzutragende Jahreszahl fehlt in A und Pr, aber es ist
eine Lücke gelassen. Vgl. M. R. Buck, Zwei neue Richentalʼsche Codices S. 114f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a12
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 7 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a13
Also do enbott derselb unßer herr küng Sigmund demselben unßerm hailgen vatter,
bapst Johannßen dem XXIII., das er dem aid gnuͦg tät und der hailgen cristenhait,
und daz da frid und ruͦw wurd durch vil schwär bottschaften, das er im doch alle
zit verzoch von ainem tag zuͦ dem andern. Und an dem letzsten, da es nit füro
verzogen kund noch mocht werden, und das gaistlich und weltlich fürsten wurden
merken, das der hailgen cristenhait großer inbruch wolt werden und das das hailig
schiffli Sant Peters von sölichem unwettera versinken wolt1, do ward erst baͧpst Johannes ze raͧt und enbott dem selben unßerm herren, dem
römischen küng, küng Sigmunden, das er zuͦ im kem zuͦ Lodus2, ist ain bistumb und ain statt in Lamparten, da wölt er mit im ain verhörung
tuͦn und nach sinem und siner raͧttgebenb bedenken, was hier inne ze tünd wär.
1Siehe zu dieser Schiffs- und Steuermannsmetaphorik etwa auch:
Die Berner-Chronik Conrad Justingers, hg. von G. Studer (1871) c. 346. Vgl. U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 112f.
2Lodi.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a14
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 8 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a15
[8] Und also kam unßer herr der römsch küng mit sinen räten und dienern
gen Lodus, das ist gen Loden in Lamparten, und unßer hailger vatter der bapst och;
und koment zesammen in ain wyten sala, und sass der bapst mitt siner infel in ainem ortt und der römisch küng in dem
andern ortt, und da wurdent sy diß ze raͧtt1.
a) folgt und was da ain langer stuͦl berait K.
1Zu den Verhandlungen von Lodi vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 174–179; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 311; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 154f.; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 37; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 75; J. Helmrath, Locus concilii S. 593, 611–613; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23
mit Anm. 19; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 333–342; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
241–244; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the
Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 402f.; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 51f.; J. Miethke, Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
77.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 9.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 9 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a16
Do sy also zesammen komen gen Loden, do antwortt unßer hailger vatter baͧpst
Johannes, was er geschworen und gelopt hett, das wölt er och gern stät haltena, und wolt och ain concilium machen in sinem land, wa unßer herr der küng wölt,
wann er sin kardinäl und ertzbischoff über das birg1 nit bringen möcht. Do antwort unßer herr der küng: Er hett dry erweler des
hailgen römischen richs, die da groß mächtig fürsten wären, die erwellen und
entsetzen möchten, die er och komerlich über daz birg bringen möcht ald villicht
nit täten. Und da zwischen ging vil red umm, wa man das concilium hinlegen wölt.
Und nach sölicher red fragt unßer herr der küng, ob kain statt by dem pirgb läg, die dem römischen rich zuͦgehorti. Do antwort hertzog Uͦlrich von Teck2: Es läg ain richstatt, hieß Kempten, an dem fuͦß des bergs [genanttc] Veren3. Der selb hertzog da zegegen waz. Dawider antwortt graff Eberhart von
Nellenburg4 und sprach: Das Kempten wöl ain richstatt wär, alsod da wär kain genuchtsammi [vone] kainerlay narung; wöl läg da von ain wirdige statt, hies Costentz, und wär da
ain bistumb und läge ain tagwaid von Kempten und läg an dem Rin und stieß der
Bodemsee daran, der wär uff daz lengst acht mil lang und dry mil brait; da brächt
man ze schiff alle genuͦgsammen und möchtind die schiff uff und nider gon5. Davor nit vil zit die puren von Appenzell und ander ir helffer [9] von
Switzf und von sölichen in dem pirg landen mit irg krieg hetten6. Do kemen inn all herren, grafen, fryen, ritter und knecht ze hilff und kem och
dar der aller durchlüchtigost fürst, küng Ruͦprecht, römischer küng, üwer vorfar,
und wurd da die sach nach eren verrichtet und wer dahin in dem krieg kem, der hett
herberg, essen und trinken, och alle sin notdurft in gemainem und gelichem koͧff,
das herren und menglich wunder nem. Und wär och ain statt, da flaisch, visch, höw
und haber, och alles, so man bedörfft, in gar ringer kost komen möcht.
a) haben Pr.b) birg Pr; gebierg St1.c) so Pr.d) aber PrSt1.e) so St1.f) Schwitz PrSt1.g) in Pr; inn St1.
1Alpen.
2Herzog Ulrich von Teck, aus einer Nebenlinie der Herzöge von
Zähringen, königlicher Rat. Vgl. B. Falk, Das Ravensburger „Mohrenfresko“ von 1417/31. Eine
Verherrlichung des Konstanzer Konzils in der Firmenzentrale der
Humpisgesellschaft?, in: SVG Bodensee 132 (2014) S. 63f.
4Graf Eberhard von Nellenburg, Landgraf im Hegau, königlicher
Rat.
5Zur Entscheidung für Konstanz als Konzilsort vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 170–174; U. Crämer, Kempten oder Konstanz als Konzilsort (1413), in:
Alemannisches Jahrbuch 1954 S. 447–450; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 310–312; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 10; J. Helmrath, Locus concilii S. 610–615; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23
Anm. 19; ders., Papst und Konzil. Von Pisa 1409 bis zum V. Lateranum
1512–1517, in: Die Päpste der Renaissance. Politik, Kunst und Musik, hg. von M. Matheus u.a. (2017) S. 276; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 54; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 150–154;
A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 112–116; ders., Konstanz und der Thurgau S. 37; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 80–84; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S.
82–84, 100.
6Gemeint sind die Appenzellerkriege (1401–1429) zwischen dem
Fürstabt von St. Gallen und den Appenzellern. Die Auseinandersetzung mündete in
den „Konstanzer Frieden“ vom 4. April 1408, flammte in den 1420er Jahren aber
wieder auf. Vgl. Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, hg. von G. Studer (1871) c. 314; W. Ehrenzeller, Kloster und Stadt St. Gallen im Spätmittelalter (1931) S.
61–290; R. Fischer u.a., Appenzeller Geschichte 1: Das ungeteilte Land
(1964) S. 121–225; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 231–237; ders., Konstanz im Mittelalter 2 S. 9, 79f.; R. Fischer, Art. Appenzell, in: Historisches Lexikon der Schweiz 1
(2002) S. 386f.; A. Bihrer, Konstanz und die Appenzellerkriege, in: Die
Appenzellerkriege – eine Krisenzeit am Bodensee?, hg. von P. Niederhäuser und A. Niederstätter (2006) S. 81–115; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139, 142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a17
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a18
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a19
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a20
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a21
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 10 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a22
Do kart sich unßer herr der küng tzuͦ unßerm hailgen vatter dem bapst und sprach:
Sid da ain bistumb ist und dem rich zuͦ gehörtt, ist es dann üwer hailikait
gevellig, do leg sy daz concilium dahin. Do nam unßer hailger vatter der bapst sin
herren und rät ze rat; die rietend im daz. Und also sant er uß sin exploratores,
daz haißend beschwoͧwer des lands.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 11.
Uff das enbott mir Uͦlrichen Richental min herr1 graͧff Eberhart von Nellenburg, wie daz zuͦ Loden ergangen wär, und das ich mich
nach fuͦter und höw, stallung und ander sachen richti, dann daz also wär, daz
söllichs nit hindersich gan möcht, das aber ich nicht mochta geloben2. Die bottschaft kam mirb vor wyhenachten anno Dni. MCCCCXIII und torst es nieman sagen3.
1Aus der Formel min herr bzw. miner froͧwen ist nicht unbedingt ein Dienstverhältnis des Chronisten
abzuleiten, zumal sie, wie die cc. 49, 304 und 406 in A und die cc. 192
(Variante Z2) und 302 in G und D1 zeigen, für ganz unterschiedliche Personen verwendet wird.
Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 217; M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 9f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 82f.
2Zu dieser Textstelle Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 78f.; H. Derschka, Die Großeltern des Konzilschronisten S. 46.
3Zu dieser Textstelle vgl. A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 113 mit Anm. 10, 128, der
eventuell „Spekulationsgeschäfte“ und „Insiderkenntnisse“ auf Seiten des Grafen
von Nellenburg vermutet, die sich aber quellenmäßig kaum zureichend belegen
lassen. Siehe auch Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 78f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a23
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a24
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a25
Uff daz koment dieselben exploratores1 und wolten diß land beschoͧwen und och besehen, oda das concilium beston möcht ze Costentz oder nit. Mit den ettlichen sant mich
Uͦlrichen Richental die rätb ze Costentz mit zwain Lamparternc in das Turgöwd zuͦe besehen dörffer und [10] stett, das och beschach. Die antworten, sy
hetten halb nit gnuͦg herbergen2.
2Vgl. zu dieser Textstelle, aus der hervorgeht, dass die
Unterbringungsmöglichkeiten begrenzt waren, Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 78; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 31; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117; ders., Das Konstanzer Konzil S. 62 mit Anm. 56 auf S. 166; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 77; siehe auch c. 12,2 in K und
G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a26
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 12,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a27
Also sant unßer hailger vatter baͧpst Johannes uß diß bull allen ertzbischofen
und sonder dem bischoffa zuͦ Mentz, under dem das bistumb Costentz lit und sin obrer ist.
Der Hut, pag. 11. Dazu pag. 10 B der neunzeilige Text:
a) ertzbischoff PrSt1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 13.
1Gemeint ist der Papstschirm bzw. -hut (conopeum/soliculum); vgl. cc. 23,
24 und 308. Hierzu P. E. Schramm, Der Schirm. Herrschafts-, Würde- und Rangzeichen in drei
Erdteilen, in: Festschrift für Hermann Heimpel 3 (1972) S. 567–593; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151; G. J. Schenk, Zeremoniell und Politik S. 449–451; ders., Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 288–299; M. A. Bojcov, Der Schirm des Papstes, der Sonnengott und die historischen
Wege Russlands, in: Prozessionen, Wallfahrten, Aufmärsche. Bewegung zwischen
Religion und Politik in Europa und Asien seit dem Mittelalter, hg. von J. Gengnagel u.a. (2008) S. 163–166; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 174, 183; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 49; Th. M. Buck, Ein Buch prägt die Erinnerung S. 49; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 85.
2Zum Elefanten.
3Plattengasse (von lat. platea = Straße, Gasse, heute Wessenbergstraße), wohl der einzig
gepflasterte Weg durch die Stadt. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 273–275.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a28
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a29
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a30
Und als der bapst gen Loden kam zuͦ unßerm herren dem küng, do saßen sy by ain
ander, als daz an dem nächsten blatt gemalt ist.
Zusammenkunft in Lodi, pag. 12–13, pag. 12: Papst, pag. 13:
König. Dazu pag. 14 der Text:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,2.
Der bapst sprach: Es ist ze fürchten, das ich min cardinäl, die ertzbischoff und
prelaten, die zuͦ dem concilio gehören, über das gebirg nit bringen mög und hett
es gern in Ytalia gehept, daz ist in wä[l]schen landen. Antwortt der küng: So kan
ich min erweler, die churfürsten und ander des hailigen römischen richs fürsten,
och hinüber nit bringen. Und fragt der küng hertzog Uͦlrichen von Tekk, ob kain
richs statt an dem birg läg. Der sprach: Kempten. Dawider aber graͧff Eberhartt
von Nellenburg sprach: Da wär kain gnuͦgsammi, wol läg ain statt davon by ainer
tagwaid, die hieß Costentz an dem Bodemsee, und wär ain bistum da, und wär alle
gnuͦgsammi da in guͦtem kouff. Es folgen Bildtexte, die die auf pag. 12–13
angedeutete Konferenzsituation dialogisieren: Der bapst sprach: Carissime fili, michi placet Constancie. Do sprach der küng:
Sanctissime pater, placet vobis Constancia.
Monstranz, pag. 15. Dazu der vierzeilige Text pag 15 A oben:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,4.
Also fuͦrt man unßerm hailgen vatter dem baͧpst das sacrament vor, so er ritet,
aller nächst vor im. Darunter das Bild.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 14,5.
Johannes episcopus servus servorum Dei venerabilibus
fratribus archiepiscopo Maguntinensi eiusque sufraganeis ac dilecto filio ac
dilectis filiis Maguntinensibus ac ceterarum ecclesiarum capitulis nec non
abbatibus provincie Maguntinensis, exemptis et non exemptis ac ordinis cuiuscumque
salutem et apostolicam benedictionem.
Adc pacem et exaltacionem ecclesie ac tranquillitatem
christiani populi, prompto corde et efficaci desiderio intendentes, ea libenter
ordinamus et querimus, per que huiusmodi pax, exaltacio et tranquilitas merito
valeant provenire. Dudum siquidem felicis recordacionis Allexander papa quintus
predecessor noster sacro generali concilio Pisanensis tunc presidens, ex quibusdam
magnis et arduis causis eundem moventibus, ipso approbante concilio inter cetera
decrevit, iterum generale concilium ex tunc ad trienium per se vel per successorem
suum in loco, de quo sibi vel idem successor videretur, fore solemniter
convocandum. Idemque processor ea que circa reformacionem ecclesie expedienda
restabant, pro tunc suspendit ipsumque concilium usque ad tempus trienii prefatum
continuandum statuit et prorogavit. Postmodum vero ipso Allexandro predecessore
nostro, sicut Deo placuit, vita [def]unctod, nobisque divina favente clemencia ad apicem summi
apostolatus assumptis, cum tempus huiusmodi trienii advenerate, et nos per vestigia eiusdem predecessoris incedere
ac ordinacionem prevatam ab eo in concilio factam ut preferturf, puro corde et recta voluntate adimplere
properavimus, quibusdam racionibus tunc expressis animum nostrum moventibus,
concilium huiusmodi in Romana urbe, que pa[u]lum ante de manibus hostium recuperata presenciam
nostram pro eius conservacione plurimum flagitabat, debito tempore convocavimus.
Verum tamen quia veniente postea tempore constituto prelati et ceteri, qui
huiusmodi concilio interesse debebant, nequaquam in tanto numero convenerunt,
quantum rerum agendarum pondus et magnitudo requirere videbatur: Nos post alios
prorogaciones per nos factas, tandem ipsum concilium ad mensem Decembris nunc
presentem solemniter prorogavimus et celebrandum statuimus. Locum autem infra
certum tempus tunc relinquimus declarandum, undg interim super eo maturius consuleremus.
Post vero infra dictum tempus nondum elapsum, per
litteras carissimi in Christo filii nostri Sigismundi electi in regem Romanorum et
Ungarie regis illustris instantissime requisiti, ut nos properemush in huiusmodi declaracione loci pro concilio [17] facienda, sed tamen in declaracione loci predicti quam eciam in
tempore dicti concilii celebrandi supersedere vellemus, donec ipse nuncios suos
super hoc instructos ad nostram presenciam destinaret: Nos votis eiusdem regis,
que ex celo devocionis et puritate fidei manare conspiciebamus, annuentes adventum
prefatorum nunciorum, de venerabilium fratrum nostrorum Sancte Romane ecclesie
cardinalium et prelatorum, qui Rome in generali consistorio ad hoc vocati fuerunt,
voluntate, consilio et assensu duximus expectandum.
Deinde cum post Romane urbis miserabilem causum, ad
nos tunc aput Florenciami existentes eiusdem regis nuncii accessissent et ex
parte eiusdem regis multa nobis circa materiam huiusmodi suggessisset, eorum
auditis relati[oni]bus, pro pleniori expedicione dilectos filios nostros,
Anthonium Sancte ecclesie presbiterum et Franciscum Sanctorum Cosme et Damiani
dyaconum, Sancte Romane ecclesie cardinales, cum plena huiusmodi electione loci et
deputacione temporis potestate, ac simul cum eis dilectum filium nobilem virum
Manuelem Chrisoloram militem Constantinopolitanum ad presenciam eiusdem regis
transmisimus2. Qui ad eum venientes tandem de ipsius regis concilio
et assensu civitatem Constanciensem provincie Maguntinensis pro loco huiusmodi
concilii celebrandi concorditer elegerunt, ac tempus adnunciandum huiusmodi
concilium statuerunt diem primam mensis Novembris proxime venturi3.
Deinde vero nos pro quibusdam magnis et arduis
negociis cum eodem rege iuxta nostrum et ipsius desiderium personaliter
convenientes, certificati ab eo de abilitate, capacitate et securitate civitatis
Constanciensis antedicte, quam securitatem ipse rex se prestaturum et in ipso
concilio personaliter affaturum pollicetur: Volentes et ab intimis cupientes, ut
prefata concilii celebracio salubriter impleatur et optatum consequatur effectum,
huiusmodi eleccionem loci et temporis ut premittitur, factam, auctoritate
apostolica de eorundem fratrum concilio et assensu ratificavimus et approbavimus,
confirmamus ac apostolici roboris adiungimus firmitatem, prefatumque concilium in
civitate Constanciensi predicta, prima die mensis Novembris proxime ventura
nunciandum et auctore domino exinde celebrandum, eadem auctoritate et assensu
statuimus, pronunciavimus, decrevimus et solemniter publicamus: Venerabiles
fratres nostros patriarchas, archiepiscopos et episcopos, dilectos filios electos
abbates et ceteros [18] ecclesiarum et monasteriorum prelatos requirentes,
hortantes et monentes et in virtute prestiti iuramenti et Sancte obediencie eisdem
mandantes, quatenus personaliter, necnon carissimos in Christo reges et nobiles
birosj principes, duces, marchiones et alios, qui huiusmodi
concilio interesse debent vel qui prodesse possunt quoquomodo, per viscera
caritatis domini nostri Jesu Christi invitantes et exhortantes, quatenus pro pace
ecclesie et omnium christianorum eciam personaliter, vel si personaliter non
possunt, per solemnes oratoresk, congruo tempore dicto concilio debeatis interesse,
proͧt in aliis litteris super hoc confectis plenius continetur. Quocirca
devocionem vestram requirimus et monemus vobis et vestrum singulis in virtute
prestiti iuramenti et sancte obediencie iniungentes, quatenus in quantum Deo
placere cupientes pro pace et exaltacionem ecclesie ac tranquillitate
christianorum prefato concilio in loco et tempore constitutis debeatis
personaliter interesse; quoruml si aliqui ex vobis iustis fortasse et canonicis
impedimentis causantibus ad huiusmodi locum et tempus concilii personaliter adesse
nequiverint tunc illi, qui sic impediti fuerint, aliquos suo nomine Deum timentes,
sciencia et rerum experiencia predicto ac sufficienti mandato suffultos mittere
non postponant vices eorum, qui miserunt, in dicto concilio implecturos. Volumus
autem et presencium tenore mandamus prom huiusmodi nostra publicacio et convocacio concilii ac
requisicio prelatorum et cetera, que presidentibus nostris litteris continentur,
per te fratrem archiepiscopum venerabilibus fratribus coepiscopis suffraganiis
tuis ac capitulo, prelatis ac personis tuarum civitatis ecclesie et diocesis ac
per eosdem suffragiis similiter et capitulis et suffraganeis prelatis et personis
suarum ecclesiarum, civitatis et diocesis, exemptis et non exemptis, solemniter
intimentur, quorumque per te et ipsos iniungant eisdem, quatenus pro debito
prefati iuramenti et Dei conplacentia congruo tempore ad locum huiusmodi concilii
iuxta ordinacionem nostram debeant se conferre et ibidem personaliter interesse,
ut sic congregata Christi fidelium multitudine copiosa ea, que in ipso concilio
agenda incumbunt, Deo auctore et adiutore feliciter ordinentur. Insuper volumus,
quod de hiis, que circa huiusmodi intimacionem et requisicionem egeritis, per
litteras vestras nos cerciores reddere curetur. Datum Laude, II. idus Decembris,
pontificatus nostri anno quarto.
a–a) Diß – sach] Dis ist die pull, die hab ich Uͦlrich Richental versiglott inn Pr.b–b) die ich – sach] fehlt K.c) davor ad rot ausgestr. A.d) uncto A; uncta Pr; functo v. der Hardt.e) folgt rot ausgestr. Ad nos per A.f) proferrunt Pr.g) und A; ut Pr.h) perclaremus Pr.i) korr. aus Florenenciam A.j) viros v. der Hardt.k) oraciones Pr.l) quod Pr.m) quod Pr.
1Die Konvokationsbulle „Ad pacem et exaltacionem“, die am 9.
Dezember 1413 von Lodi aus erging, ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Der exakte Wortlaut des lateinischen
Textes ist teilweise unsicher, da wir die Vorlage nicht kennen und stark mit
Abbreviaturen gearbeitet wird. Richental lag wohl die an den Erzbischof von
Mainz adressierte Fassung des Einladungsschreibens vor. Vgl. Aegidius Tschudis
Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7,
7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 232–235; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. IIIIv–VIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 6 (1700) S. 9f.; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 537f.; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 254 Anm. 1; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 405 mit Anm. 3; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 19; L. R. Loomis, The Council of Constance S. 75–78; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 157f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 143; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 164; J. Helmrath, Locus concilii S. 612; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 64; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 72 mit Anm. 32; Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 103; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 110 Anm. 9; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 210f.; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis. Einleitung,
S. 10.
2Bei den päpstlichen Gesandten handelt es sich um Antoine de
Chalant, Francesco Zabarella und Manuel Chrysoloras. Hierzu H. Finke, ACC 1 (1896) S. 172; D. Girgensohn, Francesco Zabarella aus Padua, in: ZRG.KA 79 (1993) S.
246f.; J. Helmrath, Locus concilii S. 611f. mit Anm. 76; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 51f.
3Das Constantiense sollte eigentlich – laut Ausschreibung – am
Allerheiligentag, dem 1. November 1414, beginnen, nahm – wegen einer
Unpässlichkeit des Papstes – seine Arbeit aber erst am 5. November mit einem
Pontifikalamt auf. Vgl. Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a31
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a32
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 15 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a33
[19] Diß bull hab ich Uͦlrich Richental abgeschriben, umma sollichs ich ainem cortisan ainen gulden gaba.
Uff das sant unßer hailiger vatter bapst Johannes der XXIII. zwen herren1 gen Costentz, das si erfaren soltind, wie diß land wär und ob [manb] möcht haben hie ze Costentz herberg, und obc stett oder dörffer hie umb, by ainer mil wegs, wären, daz die gest herberg
möchte haben. Und also hieß mich Uͦlrichen Richental ain raͧt ze Costentz mit inn
riten zuͦ dörffern und stetten, die hie diser der Tur2 sind. Das tett och ich und rait mit inn in dem Turgöw umb ij tag. Die selben
botten, die mainten, es wär kum halb gnuͦg wyt, söllichem volk herberg ze sind.
Die selben botten warend do ze herberg by herr Conraty Hoflich, corherr zuͦ Sant
Steffan ze Costentz. In dem Hochen hirtzd waz der chorherr ze herberg3. Das bestuͦnd also villicht by acht wochen, das es nieman turlich geloben wolt.
Doch kommen herolten und pfyfer ettlich herr [gen Costentze] und schluͦgen ire herren waͧpen an die huser.
a–a) umm – gab] wonn ich ainem curtisan darumb verhieß ainen rinschen guldin Pr.b) so Pr.c) rot korr. aus oh ob A.d) hirtz] hierd Pr.e) so Pr.
1Es handelte sich wohl um die päpstlichen Beamten Giovanni da
Montepulciano und Bartolomeo del Lante da Pisa, die mit den päpstlichen exploratores aus den cc. 11 und 12,2 identisch sein dürften. Vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 180, 250f. mit Anm. 1 auf S. 251; J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 3; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 156; J. Helmrath, Locus concilii S. 614f., 615 Anm. 87; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 76, 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 113, 117; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 75–80, 225; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 25 mit Anm. 58.
2Gemeint ist die Thur, ein Fluss in der Ostschweiz. Zu dieser
in den Thurgau führenden Expedition vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 83; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117 Anm. 31, 123 Anm. 64; ders., Konstanz und der Thurgau S. 40, 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a34
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a35
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 16 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a36
Do komen darnach wol uff dry wochen vor Sant Johanns taga anno Dni. MCCCCXIIII der ersamm herr, herr Fridrich Graͧffnegger, abt zuͦ
Santgans in Ungern1, und solt sin byschoff zuͦ Ougspurg, und mit im graͧff Eberhart von Nellenburg,
herr Frischhanns von Bodmen2. Und die hießen erst recht anschlahen der herren wapen an die hüßer. Es belaib
aber nit, wann die herren in riten wurden, do gieng es ab; dann wer zuͦ ainr
guͦten herberg kommen mocht, der nam sy uff3. Dannocht was es in ainem zwifel, ob es für sich ging oder nit4. Und bestuͦnd also biß uff den dritten tag vor [20] unser lieben
froͧwen tag ze mittem Ougsten.
a) folgt baptista Pr.
1Szekszárd (Sechshard/Sechsard).
2Friedrich von Grafeneck, Bischof von Augsburg, Graf Eberhard
von Nellenburg, Ritter Johann von Bodman, gen. Frischhans d. Ä.
3Zu dem gescheiterten Versuch, die Verteilung des knappen
Wohnraums zu überwachen bzw. zu organisieren, vgl. O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 121f.; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S.
84.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a37
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a38
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a39
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 17 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a40
An dem dritten tag vor unser froͧwen tag ze mittem Ougsten anno Dni. MCCCCXIIII, do
rait in der hochwirdig und
gaistlich fürst und cardinal Jordanusa Ostiensis1. Und ist der obrost kantzler des hailgen römschen stuͦls und baͧpstes. Und hett
och inn die panitb ze Affin2. Und zoch in mit lxxx pfärdenc in den hof, als man gat über den undern hoff gen dem Stouff3 über zuͦ der linggen siten. Da waz inn do zemaͧl herr Albrecht von Buttelspach,
techan zuͦ dem thuͦmb ze Costentz4. Und der selb techan was lamm worden von gesücht, und also truͦgen inn sine
knecht in ainem sessel herab in den hof. Und wartot da des cardinals zuͦkunft. Und
do der cardinal kam, do gruͦtzt er inn erwirdiklich, als billich was. Und do
sprach der cardinal zuͦ im, das er inn enthielte, dann er truwte gott, das er
usser dem hoff mit herberg nit kommen wolt, es wurde dann ain ainhellig hopt, und
wurd ruͦw gegeben der hailgen cristenhait. Do ward man erst geloben, daz das
concilium kommen solt, und bewarnottd sich menglich mit bett, mit höw und stro und was ieman gedacht, das im dann nütz
wär.
a) Jordanus] Johannes Pr.b) panit ze Affin] paniot zuͦ Avion Pr; paniot ze Afien K; paniot ze Avenion St1.c) folgt und als vil lütt Pr.d) warnnot Pr.
1Gemeint ist Jean de Brogny, Kardinalbischof von Ostia (cardinalis Ostiensis), der am 12. August 1414 in Konstanz ankam; vgl. c. 329. Siehe Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 259; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 181 Anm. 1; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 224; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 13; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 89; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 86 mit Anm. 30;
S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 34f.
2Gemeint ist die mit beträchtlichen Summen operierende
Almosenbehörde „Pignotte/Pignotta“ (Pignote) in Avignon. „Pignotta“ nannte man
die kleinen Brote, die an Notleidende verteilt wurden. Vgl. G. Mollat, Les papes d’Avignon (91949) S. 489f.; B. Guillemain, La cour pontificale d’Avignon (1309–1376) (1962) S. 411–417;
J.-L. Goglin, Les Misérables dans l’Occident médiéval (1976) S. 136–138;
M. Mollat, Die Armen im Mittelalter (1984) S. 123f.
3Haus zum Stauf (von lat. staupus, stouf = Becher ohne Fuß), zentraler Wirtschaftshof des Konstanzer
Domkapitels auf der Nordseite des Münsters. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 193, 208f.; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 76 Abb. 59;
O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und
Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 26–29.
4Domdekan Albrecht von Beutelsbach. Zu seiner Person vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 204; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 33; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und
Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 43; Helvetia Sacra
Abt. I 2, 2 (21996) S. 539, 818; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 88; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 86, 88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a41
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a42
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a43
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 18 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a44
Darnach kam all tag bottschafft, wie unser hailger vatter baͧpst Johannes der
XXIII. uff dem weg wär und herzug, daz och was. Und do er uff den Arlenberg kam,
by dem mittela, do viel sin wagen umm und lag [erb] in dem schnee under dem wagen1. Do koment zuͦ im all herren und corttisan und sprachen zuͦ im: Hailger vatter,
gebrist uwer hailikait üntz? Do antwurtt erc: Ich lig hie in dem namen des tüfels.
1Zum Papststurz auf dem Arlberg, der nur bei Richental bezeugt
ist, vgl. G. Schmid, Itinerarium Johanns XXIII. zum Concil von Konstanz 1414, in:
Festschrift zum Elfhundertjährigen Jubiläum des Deutschen Campo Santo in Rom,
hg. von S. Ehses (1897) S. 205f.; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 227f.; O. Stolz, Verkehrsgeschichte des Arlberges im Mittelalter, in:
Montfort 4 (1949) S. 6f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 326f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 130; ders., Johannes XXIII., in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 49; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 61f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 94f.; Th. M. Buck, Text, Bild, Geschichte S. 37–110; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 41f.; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 13–17; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
233–238; ders., Beobachtung ohne Beobachter S. 102, 104; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 42; C. Egli, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 49–53; A. Niederstätter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 128f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 301. Nach J. Miethke, in: sehepunkte 15 (2015) Nr. 9 [15.09.2015], URL: http://www.sehepunkte.de/2015/09/26269.html, Anm. 6 wird der Anreiseunfall des Papstes „allzu rasch zur
literarischen Fiktion erklärt“.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 19.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 19 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a45
a) Pluditz] Pludentz Pr; Bludentz K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a46
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a47
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 20 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a48
Do1 man zalt von gottes gebürt MCCCC und in dem XIIII. [jara] an Sant Symon und Judas aubent, am siben und zwaintzigosten tag in dem dritten
herbstmonat, und waz an ainem samßtag nach imbiß [zwüschendb] zwö[l]ffen und aim, do kam der allerhailgost vatter bapst Johannes der XXIII.
des ersten in daz kloster Crützlingen vor der statt Costentz gelegen2, und belaib die nacht darinn und begabet do den abbt desselben closters, der
hieß Erhart Lind, mit der infel3, die dann er und sin nachkommen ewenklichen haben und tragen sollen, als dann
hienach am nächsten blatt gemaͧlt ist.
Und also vahet es nun an, wie er gen Costentz kam und was also darnach geschach
nachainander.
Kreuzlinger Infulierung, pag. 22. Sonst kein Text.
1Siehe zu den folgenden Kapiteln, die Informationen über die
Ankunft des Konzilspapstes, die Gastgeschenke, Herbergs- und Preisordnungen
usw. bieten, auch die wohl auf Richental rekurrierende und nach 1424
entstandene Zusammenstellung, die sich in einem Buch der Basler Stadtkanzlei
findet (StaA Basel Stadt, Politisches C 1, foll. 128r–131r). Hierzu R. Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel 1 (1907) S. 484; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 392f.; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 178 Anm. 23; G. J. Schenk, Von den Socken S. 396 mit Anm. 47; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 278; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 176f. mit Anm. 622.
2Der Papst war am 1. Oktober 1414 in Bologna aufgebrochen, am
27. Oktober traf er mit seinem Tross in Kreuzlingen ein, am 28. Oktober
erfolgte der feierliche Einzug in Konstanz. Der Weg führte vom Kreuzlingertor
durch Stadelhofen und das Schnetztor über die St. Pauls- und die Plattengasse
in das Münster. Zur Ankunft des Papstes K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8430; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 129f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 93f., 151f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 255f., 279–304; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 46–53.
3Die noch heute im Historischen Museum Thurgau der Stadt
Frauenfeld verwahrte Mitra aus dem Augustinerchorherrenstift Kreuzlingen stammt
nicht aus der Konzilszeit, sondern ist in das zweite Viertel des 15.
Jahrhunderts zu datieren. Das Recht, Mitra, Ring und Stab zu tragen, war
ursprünglich den Bischöfen vorbehalten. Hier wird es dem aus einem Konstanzer
Patriziergeschlecht stammenden Abt Erhard Lind verliehen, der in c. 365 als Abt
von Kreuzlingen aufgeführt wird. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 262f.; K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 197f. Nr. 8429; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 160; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 41; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 16f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 280 mit Anm. 105;
J. Lucas, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 59–64; dies. / E. Wetter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 246f. (Nr. 180); dies. / E. Wetter, Die Kreuzlinger Mitra in Frauenfeld – Papstgeschenk oder
gewachsener Erinnerungsort, in: Visuelle Kultur und politischer Wandel – Der
südliche Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und
Eidgenossenschaft, hg. von E. Jezler (2015) S. 117–144; C. Vogt / H.-J. Bleier, Silber und Seide. Zur Konservierung der Mitra aus dem
Kloster Kreuzlingen, in: Restauro. Zeitschrift für Restaurierung, Denkmalpflege
und Museumstechnik 5 (2014) S. 46–49.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a49
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a50
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 21 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a51
[23] Mornends am sonntag an Sant Simon und Judas tag1 nach imbiß, in der ailften stund, do ward der selb unßer hailger vatter bapst
Johannes gen Costentz von dem kloster durch Stadelhofen mit großen eren ingefürt
und och mit großer zierd. Und waren die, die da mit dem crütze engegen giengen,
all prelaten, der abbt in der Richenoͧw, von Crützlingen, von Petershußen, all thuͦmherren,
all korherren zuͦ Sant
Steffan, zuͦ Sant Johan, tzuͦ Sant Paul und alle pfaffhait2, und fuͦr man inn glich in daz münster und darnach in die pfaltz, da er och inn
belaib mit sin obrosten diener. Und ander sine diener zugend in die custrya und kamend mit im acht cardinäl siner obedientz, die man hienach verschriben
vindet3.
a) custerie Pr.
128. Oktober 1414. Zur Ankunft des Papstes Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 279–304; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 177; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.
2Im Gegensatz zu Richental erwähnt der päpstliche Sekretär G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 183 und 200 den
Konstanzer Ortsbischof Otto III. von Hachberg nicht nur bei der Ankunft des
Papstes, sondern auch bei der Ankunft des Königs; vgl. cc. 346
und 375. Zur Person des Ortsbischofs vgl. Chr. Schulthaiß, Konstanzer Bistumschronik (Stadtarchiv Konstanz A I 9) Nr.
66 S. 67–70; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 444–446; E. Reiners-Ernst, Regesten zur Bau- und Kunstgeschichte des Münsters zu
Konstanz (1956) S. 18f.; H. Tüchle, Die Stadt des Konzils und ihr Bischof, in: Das Konzil von
Konstanz. Beiträge zu seiner Geschichte und Theologie (1964) S. 55–66; U. Janson, Otto von Hachberg (1388–1451), Bischof von Konstanz, und
sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88 (1968) S. 205–358;
Helvetia Sacra Abt. I 2, 1 (21996) S. 343–348; J. Jeffery Tyler, Lord of the sacred city. The episcopus exclusus in late medieval and early modern Germany (1999) S. 54f.;
206, 217f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151 mit Anm. 7; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 49; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 462; A. Bihrer u.a., Altgläubige Bistumshistoriographie in einer
evangelischen Stadt. Die Konstanzer Bistumschronik des Beatus Widmer von 1527,
in: ZGO 157 (2009) S. 178; ders., Eine Feier ohne den Hausherrn S. 13–34; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 282 mit Anm. 111;
Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 123f.; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 39f.; W. Zimmermann, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 116, 118.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a52
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a53
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 22 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a54
Und was daz infüren also. Unßer hailger vatter der baͧpst Johannes der XXIII.
huͦb vor Crützlinger thor uff ainem wißen ross, und daz was angelait mit
messgewand glich wie ain priester, so er ob dem altar stat, och alles wiß, und
hatt ain wiße schlechte inflen uff sinem hopt, und huͦb man ob im ain guldin
tuͦch1. Daz gabend im die von Costentz. Das truͦgend vier burger ze Costentz ob im mit
iiij stangen. Und warend daz die: Hainrich Schilter, Hainrich Ehinger,
stattammann, Hanns Hagen, vogt, und Hainrich von Ulm. Und hieltend nebend im ze
fuͦß der graͧff Berchto[l]d von Ursin2, ain Römer, der mit im kam, an ainer siten, tzuͦ der andern siten graͧff
Ruͦdolff von Montfortt3 von der Schär4, die inn mit dem zom fuͦrten. Und hieltend vor im nün wiße ross, die ross warend
alle verdeckt mit rotem tuͦch, dero achti geladen waren mit waͧtsecken, und daz
nünd, da was uff gemacht ain silbrin ubergült lad. Da waz [24] in daz
hailig und wirdig sacrament, och verdackt mit rotem tuͦch. Uff dem tuͦch so
stuͦnden zway silbrini kertzstal mit brinnenden kertzen, und hatt daz ross ain
glögli an sinem hals5. Und huͦb ainr hinder im uff aim großen rossa, der hett ain michel stang in siner hand, und hatt die stang uff sinen sattel
gesetzt. Uff der selben stang was ain großer michler huͦt von tuͦch gemacht, daz
waz rot und gel gestuketb, und waz der huͦt also wyt unden, daz er iij pfärd wol überdekt hettec. Und was oben uff dem spitz ain guldiner knopf. Und uff dem knopff stuͦnd a[i]n
guldiner engel, der hett ain crütz in siner hand. Hinder dem huͦt huͦbent die nün
cardinäl all uff den iren pfärden, und all mit langen roten mentlen. Die hattend
rott kappen und hatt ain jeglicher ain roten braiten huͦt uff sinem hopt. Es ist
och ze wissen, wann die cardinäl rittend in der statt, so hattend sy rott hüt uff,
und wenn sy giengend, so hattend sy kain hüt uff undd nament groß kappen, an die mentel genägetde.
Diß figur stat hienach gemalt, wie er ingefürt ward. Folgt kein Bild, erst pag. 26ff.
a) rot korr. aus ross ross A.b) gestuket] gestricktt Pr.c) davor wohl wer rot ausgestr. A.d–d) und – genäget] fehlt Pr.e) genät K.
1Baldachin.
2Graf Bertoldo III. Orsini von Soana und Pitigliano.
3Graf Rudolf VI. von Montfort-Tettnang (zu Scheer).
4Grafschaft Scheer, benannt nach der gleichnamigen Burg bei
Sigmaringen an der Donau. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 161; B. Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs 1: Vom freien Rätien zum Staat
der Montforter (21971) S. 189, 205, 372.
5Der sogenannte Hostienschimmel, der auf seinem Sattel das
Sakrament bzw. eine Monstranz zwischen zwei silbernen Leuchtern trug, ist Teil
des päpstlichen Adventus- und Krönungs-Zeremoniells. Der wandernde Tabernakel
ermöglichte jederzeit das Zelebrieren von Messen. Vgl. B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 226; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 287f. mit Anm
123.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a55
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a56
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a57
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a58
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 23 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a59
Und als der bapst vor dem thor mit den cardinälen hielt, do kam daz crütz und
alle pfaffhait mit allem hailtumb, daz ze Costentz was, im engegen und giengen umm
sy und widerumb zuͦ dem thor hin in; und gab da der pfaffhait den segen. Und do
daz crütz und die pfaffhait für inn inher koment, do waz ain priester uff ainem
ross, angelait glich wie ain ewangelier und hatt ain chorkappen an und hatt ain
guldin crütz an ainer stang in siner hand. Und also giengen die acht ross mit den
[25] waͧtseken gemach vor inn her. Und uff die ross rait der priester
mit dem crütz. Nach dem gieng das ross mit dem hailgen sacrament. Uff daz do zoch
und rait der bapst unda der guldinen tekki mit allen zunftkertzen und der thuͦmherren kertzen. Darnach
rait der mit dem huͦt. Nach dem huͦt, do rittend die cardinäl ye zwen und zwen und
zugend also biss uff den undern hof. Da stuͦndent sy all ab und giengend in daz
münster und sungend da Te Deum laudamus. Und lütet man all glogen. Daz verzoch
sich untz an die vesper. Und also gieng der bapst ze fuͦß durch Sant Margreten
capell in die pfalltz1. Die cardinäl rittend jeglicher haim in sin herberg. Und daz bestund also den
mentag und den zinstag, das sich da jeder man, der frömd waz, sich rich[t] uff
spis und zuͦ andrer nottdurfft.
a) und der] under der Pr.
1Vgl. zur Topographie des Konzils M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 83–138; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 119–142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 24.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 24 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a60
Und also stat hienach gemalt, wie man inn infuͦrt.
Einholung des Papstes, pag. 26–28, pag. 26, viergeteilt:
Prozession der Geistlichkeit, pag. 27: Papst, pag. 28, zweigeteilt: Kardinäle auf Pferden. Dazu pag. 29 oben der Text:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 25.
Dozemaͧl was vogt ze Costentz Hanns Hagen, burgermaister Hainrich von Ulm,
stattammanna Hainrich Ehinger; und sind diß ir waͧupen gewesen. Darunter drei zugehörige Wappen.
a) korr. aus statthammann A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,3.
[30] An1 dem vierden taga, undb unßer hailger vatter baͧpst Johannes ingeritten waz, das [wasc] an der mittwochen, do schankten die burgerd ze Costentz unßerm hailgen vatter dem baͧpst erlichen: Dere ersten ain silbrin trinkvass, übergült, wag by fünf mark silbers, vier
lägelanf mit wälschem win, vier große vass mitt elsäßer, viij vass mit lantwin, viertzig
malter haber2. Die schenki kam uff den großen hof mit pfäriden, und truͦg daz silbrin vass
Hainrich von Ulm in siner [handg]. Und huͦb vor der pfallentz uff ainem ross, und sechs burger des raͧts mit im
uff pfärden, und huͦbend vor dem ärger uff der pfallentz kerhals3. Und der bapst was uff dem ärgger und sant zuͦ inn herab ainen auditor, hieß
maister Hanns Nasseh, der was ir fürsp[re]ch und sait dem bapst in latin4, wie im daz die von Costentz geschenkt hetten5. Und zoch man den win und den haberi uff den karren und rossen vor inn hin in die pfallentz.
a) an dem drytten tag G.b) und] nach dem und Pr.c) was Pr; waz K.d) die stat und die burger K.e) Des Pr.f) korr. aus lägelam A.g) so Pr.h) Hanns Nasso Pr.i) den haber] das korn Pr.
1Das voraufgehende c. 26, das den Streit um des Papstes Pferd
beinhaltet, ist in A und Pr ausgefallen oder war nicht vorhanden. Es findet
sich indes in K, W, E, Wo, St2 und D1. Zu der Auseinandersetzung der Stratoren bzw. Reitknechte und
zum weißen Reittier vgl. J. Traeger, Der reitende Papst (1970) S. 25f.; B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 193; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 329; A. Paravicini Bagliani, Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfälligkeit
(1997) S. 91; ders., Wie wird man Papst im Mittelalter?, in: Die Päpste. Amt und
Herrschaft in Antike, Mittelalter und Renaissance, hg. von B. Schneidmüller u.a. (2016) S. 192; M. Kintzinger, Der weiße Reiter. Formen internationaler Politik im
Spätmittelalter, in: FMSt 37 (2003) S. 322–331; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 423f.; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 157f.; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 286 mit Anm. 114,
297f.; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 169f., 176f., 181.
2Zu diesen Ehrengeschenken vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 14f.; ders., Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 159; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 299 mit Anm. 176;
A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 50.
3Hier wird erstmals der wohl hölzerne zweistöckige Treppenturm
an der Pfalz auf dem oberen Münsterhof erwähnt, der in der Chronik – etwa in
den cc. 100 und 111 – bei Segnungen und anderen diversen Riten immer wieder
eine wichtige Rolle spielt. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 190; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 126–131; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 238–241; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 28 mit Anm. 75.
4Ein erstes Beispiel für die Mehrsprachigkeit der Synode und
die komplexen Übersetzungsvorgänge, die die konziliare Kommunikation teilweise
geprägt haben.
5Johannes Naso, ehemaliger Offizial der Prager Diözese, war
päpstlicher Auditor. Vgl. A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 402
Anm. 20.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a61
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a62
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a63
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a64
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,1 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a65
Do danket inn der bapst vast. Und antwortend der burgermaister und die rät, sy
wölten allweg tuͦn, waz im und sinr hailikait diener lieb wär. Und nam der auditor
daz silbrin geschier und bracht daz dem baͧpst. Do sant der bap[s]t herab by dem
selben auditor ain swartzen sidin rock und schankt inn dem burgermaistera.
a) folgt das was Hainrich von Ulm Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 27,2.
Darnach uff fritag in der ailften stund vor imbiß, do rittend in gen Costentz vj
cardinäl desselben bapsts Johanns. Und rittend inn engegen die nün cardinäl, die
vorhin ze Costentz waren. Und rittend die mit den sechßen wider in ze Costentz.
Und also waren ir do fünfzehn. Und waz suss frömder pfaffhait waz, die da
nammhaftig waren, die rittend inn och engegen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 28.
[31] Uff denselben tag ward des baͧpstes audicion, daz ist die richter,
die zuͦ gericht sitzen und für die all sachen komen. Und haißent auditores und daz
gericht haißet ad rotam1. Der waren zwölff, und ward gelait hindan in Sant Steffans kilchen. Und wurdent
da gemacht xij stül, jeglichem auditor ain stuͦl, als verr von ainander, als zway
klafter, jeglichem ainer. Die saßen all wochen drümaͧl ze gericht, uff mentag, uff
mittwochen und uff den fritag, es irti dann hochzitlich tag. Und wenn sy zuͦ
gericht saßen, so waz vor jeglichem söllich groß getreng, das man koma vor den lüten durch sy komen mocht. Und wenn dann die richter uffstuͦnden, wer
dann ain sach gewonnen hett, der fuͦrt dann sin procuratores, sin schriber und die
büttel zuͦ dem wälschen win und schankt innb.
1Sacra Romana Rota (päpstlicher Gerichtshof); vgl. c. 383. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 17; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 9, 152; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 96f.; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 404
mit Anm. 28; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 104; K. Salonen, The Curia: The Sacra Romana Rota, in: A Companion to the
Medieval Papacy. Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 276–288.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 29 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a66
Darnach an dem nächsten samßtag ze raͧt zit, do sant unßer hailger vatter baͧpst
Johannes sin erber bottschaft, daz waren sinea auditores und sin kemerling, für raͧtb, und batend die, daz man ain ordnung tät von der herberg wegen, wie jeglicher
beliben möcht und was man ze zinß geben sölt, und daz man jeglichen herberg geben
solt nach sinen eren. Der raͧtt erwalte dry och zuͦ inn, und die sechs gingen zuͦ
unßers herren des römischen küngs Sigmunds bottschaft.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,1.
Das was herr Fridrich Graͧffnegger, apt zuͦ Sangars in Ungern, und waz erwelt ze
bischoff zuͦ Ougspurg, g[r]aͧff Eberhart von Nellenburg und herr Frischhanns von
Bodmen, ritter, die do zemaͧl von unßers herren des küngs wegen ze Costentz waren.
Die nün saßen zesammen und machtend diß ordnung1: Des ersten, daz man geben sol von ainem bett mit siner zuͦgehört, daruff zwen
mit eren wol ligen möchten, je zuͦ dem monat zwen rinisch gulden2, und von [32] ain pfärd, bloß ze ständ, von yeder nacht iij da; und sölte der hußwirtt sinen gesten geben tisch, tischlachen, linlachen, küssi,
pfulwen, häfen, kessi, kanten und alle söliche bruchige ding, und die linlachen
und tischlachenb und was wäschens bedörfft, tzuͦ ye xiiij tagen nüw gewäschen geben. Das bestuͦnd
nit zwen monot, sy mindrotend es.
1Vgl. c. 56,1. Zu dieser Herbergsordnung, erlassen am 3. November 1414,
vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 76f.; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 11; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 122 mit Anm. 58.
2Vgl. den Brief von Jan Hus vom 4. November 1414 an seine
böhmischen Freunde, in dem er betont, dass der Unterhalt in der Stadt sehr
teuer sei: ein Nachtlager für eine Woche koste einen halben Gulden. Vgl. J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 144; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 112; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 611.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a67
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 30,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a68
An dem sechsten tag im dritten herbstmonat, das waz uff sontag vor Martini1, do beruͦft unßer hailger vatter baͧpst Johannes zesammen allen cardinälen, der
was do xv, und aller ertzbischoffen, dero was do zemal xxiij, allen bischofen,
dero waz by xxxvij, allen äpten und allen frömden prelaten und aller pfaffhait in
daz münster zuͦ dem thuͦm ze Costentz, und hatt da ain gespräch mit inen frü zuͦ
der sibenden stund. Nach dem gespräch lut man drümal mit der großen glogen. Tzuͦ
dem dritten zaichen komen in daz münster der abbt von Crützlingen mit siner
infeln, all sine münch und pfaffen, der abbt von Peterßhusen mit sinem stab und
och all sin münch und pfaffen, der abbt zuͦ den Schotten2, all thuͦmherren zuͦ dem thuͦm ze Costentz, all caplan daselbs, all chorherren
tzuͦ Sant Steffan und all caplan daselbs, all korherren zuͦ Sant Johanns und all
caplan daselbs, der lüpriester zuͦ Sant Paͧl mit sinen caplan, die caplan zuͦ Sant
Laurentzen und zuͦ dem spital, all mit iren überröken, und truͦgen mit inn in iro
henden als ir hailtumb die prediger, augustiner und barfuͦßen; dieselbena was ir jeglicher angelait, als ob er über altar wölte gan, och mit irem
hailtumb.
a) folgt örden Pr.
1Die feierliche Eröffnung des Konzils fand, nachdem diese wegen
einer Erkrankung des Papstes noch einmal verschoben worden war, am 5. November,
die erste Sessio generalis am 16. November 1414 statt.
2Gemeint ist das Benediktinerkloster St. Jakob zu den Schotten
vor dem Schottentor, 1142 gegründet (abgebrochen 1839). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 110–113;
K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 541; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 164; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 99f.; S. Morent, Choraltraditionen im süddeutschen Raum S. 103.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a69
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 31 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a70
Und do sy all in daz münster komen, do lut man zesammen mit allen gloggen und
fiengen an ain messe ze singen von dem hailgen gaist. Nach der mess hattend sy
ainen crützgang, und giengen des ersten durch Sant [33] Margrethen
cappelle by der pfaltz uff den obern hof und den obern hof herab zuͦ der großen
tür ußhin umb daz Blidhus1 und uff den undern hoff umbhin zuͦ der tür, die da gat in den crützgang, und da
inhin zuͦ dem touffstain2, und darnach in den chor. Und was der crützgang also: Des ersten giengen uß die
crütz vona münster, von Crützlingen, von Peterßhusen, von Schotten, von Sant Steffan, von
Sant Johanns, von Sant Paul und mit inn aller zunft kertzen. Uff die crütz giengen
all klain schuͦler. Nach den schuͦlern giengen die dry bettelorden, ye zwen und
zwen, mit dem messgewanden und dem hailtumb. Nach den orden giengen all gelert
lüt, die auditores und was suß gelerter lüt da waren, och zwen und zwen. Nach den
gelerten die großen schuͦler. Nach den schuͦlern all caplan mit ir überröken und
hailtumb. Nach den caplan die obgenannten münch mit iren chorkappen und irm
hailtumb. Nach den münchen all äpt mit iro korkappen, und all pröbst, die da nit
die inflen tragen solten. Und nach den die äpt, die inflen truͦgen, och ye zwen
und zwen. Nach den äpten all bischoff mit iren wißen inflen. Nach den bischofen
all ertzbischoff, ye tzwen und zwen, und gieng vor jeglichem ertzbischoff ain
knecht mit aim steken. Nach den ertzbischofen die cardinäl, und och vor jeglichem
ain knecht mit ainem stab. Und gieng suss nieman enzwischen, dann hinder jeglichem
cardinal ain priester, sin diener, der im daz gwand hinden uff huͦb. Nach den
kardinäln zwen patriarchen, och ain knech[t] vor jetwederm, und hinder yedem ainr,
die inn daz häß uffhuͦben. Und gingen all bischoff, ertzbischoff, cardinäl und
patriarchen, ye zwen und zwen, all mit wißen überröken und mit wißen inflen. Die
warn nun gemacht mit wißem geschlagnem tuͦch, und kain silber noch gold daran,
noch kain edel gestain. Und nach den gingen des [34] baͧpstes senger, die
sungen. Nach denen ain priester, angeleit mit ainem crütz, nach dem crutz ain
priester truͦg daz hailig sacrament und vil großer kertzen. Nach den gingen zwen
priester angeleit als ewangelier, die truͦgen ain guldin tuͦch gespannen vor dem
baͧpst. Hinder dem tuͦch ging der baͧpst, angeleit als ain priester, dann das er
ains rocks mer anhett dann ain priester. Daz waz alles von wißemb, so es yemer kostlichost sin mocht. Und uff sinem hobt och ain schlecht
unkostbar wiße infel als die andern. Und gieng under ainem guldin tuͦch, daz im
die von Costentz geschenkt hattend. Das truͦgen vier die besten und die edlosten,
die do ze Costentz waren. Und gab also den lüten den segen. Und hinder im vj
ertzpriester mit chorkappen, und vor im und nach im die büttel desselben baͧpstes,
wol beclaidet, und jeglicher in siner hand ain silbrin, vergülten, micheln
stecken. Die wartend dem volk vor getrang. Und darnach die edlosten und gemain
volk, und darnach froͧwen. Und do sy all in daz münster komen, do gieng der baͧpst
heruß uß dem kor für
des lüpriesters altar mit großen kertzen und besegnot da daz volk und ging do in
die pfallentz. Und rittend die großen herren haim, und gieng jederman in sin
herberg.
1Zeug- oder Geschützhaus am oberen Münsterhof (mhd. blîde =
Steinschleuder). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 307; F. Hirsch (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 1 (1906) S. 64; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 476, 496–498;
S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 276 Anm.
52.
2Der Taufstein befand sich im Thomaschor des Münsters. Vgl. C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung
(21937) S. 29, 47; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 48 Abb. 38,
373.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a71
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 32 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a72
Item dise ordnung hetten sy zuͦ allen crützgangen, wann der bapst mit crütz
gieng.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 33,2.
[35] Mornendes an dem mentag, do fieng man an ze buwen in dem münster,
daz die herren da möchtind sitzen, so sy zesamen kemind und sy session hieltind,
do sy zesammen komend und ain gespräch hattend. Des ersten tackta man den großen altar in dem chor mit bestoßnen brittern gar hoflich und nebend
dem altar by dem sigental, by dem hüßlin, da daz sacrament inne ist, ain hültzin
altar und davor ain schönen stuͦl. Uff dem stuͦl noß der baͧpst daz sacrament, das
im die brachtend, so im dann ze altar dientend, so er mess hett; wann kain bapst
nüßet das sacrament uff dem altar; wann wenn er es nüßen sol, so gat er von dem
altar und setzt sich uff ain stuͦl, und bring[t] man im dazb, da nüßet er es. Also was och diser stuͦlc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,1.
Hie vornan vor des lüpriesters altar1 ward ain stuͦl gemacht, daruff der baͧpst sass in der session, das inn hinden in
dem münster und allenthalb menglich wol sehen mocht. Nebend im do ward aber ain
stuͦl gemacht mit vier sitzen vor Sant Jörgen altar. Daruff da saßen die
patriarchen und der hochmaister von Rodiß. Vor der tagmess altar ward ain sitz
gemacht. Daruff saßen unser herr der küng und dry mit im, welhea er dann ye zuͦ im nam. Das fletz2 ward baidenthalb verwandot3 an den süln von vornen an untz hie abhin mitt teninnen brittern, als hoch als
zway klafter sind, und daz die altar all in der absiten waren und daz man nit weg
hett in daz fletz, dann von dem obern hoff in hin und von dem undern hof och ain
gang, und obnen by der kantzel und unden by den organan4. In dem fletz an den wenden wurden von obnan und biß abhin baidenthalb stül
gemacht, ye dry ob ain andern an [36] yetweder siten. Uff dem obrosten
stuͦl saßen cardinäl, ertzbischoff und groͧß fürsten gegen ain andern. Uff dem andern
stuͦl bischof und äpt. Uff dem nidern
stuͦl pröbst und secretarii, och auditores und schuͦlenb, und ander vil gelerter lüt. In dem fletz wurden stül gemacht, die man wol
dannen mocht nemen. Daruff saßen ander gaistlich lüt, schriber, procuratores und
die darzuͦ gehortend. Enmitten uff dem fletz und uff der braiten blatten was ain
bredistuͦl gemacht, daruff man in latin predigot5. Daz bestund alsc daz concilium uß.
1Lettneraltar, vor dem der Papstthron stand.
2Langschiff des Münsters.
3Verschalt (wohl zum Schutz).
4Orgel.
5Es gab im Münster, wie auch aus der Illustration in K foll.
15v–16r und W foll. 39v–40r, aber nicht aus A hervorgeht, mithin zwei Predigtstühle
(ambones), einen für die lateinische Predigt, einen anderen zur
Verkündung der ernstlich sachen, womit wohl Konzilsbeschlüsse und Dekrete gemeint sind. Noch
heute lassen sich an den vorderen Mittelschiffsäulen des Konstanzer Münsters
Einschlüsse erkennen, die auf Kanzeln schließen lassen. Vgl. H. Finke, ACC 2 (1923) S. 375 mit Anm. 3; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 22; C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung
(21937) S. 46; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 47 Abb. 37,
371; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 32f.; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 396 Anm. 40; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 155; M. Prietzel, Politische Kommunikation und spirituelle Orientierung S.
83–102.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a73
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a74
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a75
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a76
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 34,2 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a77
An Sant Martins aubend, anno Dni. MCCCCXIIII, do rittend in fünf cardinäl von
baͧpst Johannes obedientz, und ettwevil ertzbischoff und och rechter bischoff und
vil großer und mächtiger pfaffen und layen, die all hienach benempt werden. Mitt
dem kam och rechti bottschaft von der statt Rom und von dem lannd umm Rom gelegen.
Die brachtend solliche bottschaft, wie das Rom, die statt und gantz Römerland,
sich widerumb geworffen hett an den selben unßern hailgen vatter den bapst Johanns
der XXIII. und wöltind im gehorsamena glich wie vor1; wann sich dieselb statt und das land abgeworffen hattend und wolten dem bapst
Gregorio nit mer gehorsamm sin. Und do dem bapst söllich frölich bottschaften
kommen waren, do ließ [erb] fröd lüten mit allen gloggen, das man in latin nempt laudes, zffrü an dem
morgen ainest, ze mittag zuͦm andern mal, und do der aubend kam zuͦ dem dritten
mal.
1Am 8. Juni 1413 hatte Ladislaus von Durazzo-Anjou, König von
Neapel, Rom erobert, so dass der Papst und die Kurie zur Flucht über Siena nach
Florenz gezwungen waren. Nach dem Tod des Königs am 6. August 1414 konnte
Giacomo (Jacopo) Isolani, der Kardinallegat Papst Johannesʼ XXIII. in Rom, am
24. Oktober 1414 die Wiederinbesitznahme der Ewigen Stadt vermelden. Der Papst
war allerdings bereits am 1. Oktober von Bologna nach Konstanz aufgebrochen.
Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 185; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 166; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 117, 127f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 51f., 59; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 26f., 79–84, 163f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 15; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 84f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 83.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 35.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 35 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a78
[37] Und do nun das volk als größklich ward wachßen, dannocht was unßer
herr der küng nit kommen, noch ander kurfürsten, noch die von Hyspanien, noch die
schuͦle zuͦ Pariß. Do wurden als vil frömder appenteger, schuͦchmacher, schnider,
gol[d]schmid, kürsiner und aller handtwerchlüt, daz man forcht, daz unlust
zwüschen denen und den handtwerchlüten ze Costentz uffstünde1. Do komen für den rat ze Costentz des bapstes bottschaft, die da vor benempt
ist2, und unßers herren des küngs bottschaft, och benempt ist, und ettlicher cardinäl
bottschaften, und batend ainen rat, das sy das besähind, daz sölicher unlust nit
uffstünd. Die bedachten sich des ainhellenklich und machtend darumb diß ordnung.
Des ersten, das all ir burger, die da handtwerch tribind, all möchtind werben und
tuͦn alle handtwerch, wamit er sich verstünd, daran er gewinnen möcht, und daz
kain handtwerch nit verbannen wär daz concilium uß. Was och frömder handwerchlütz
also gen Costentz kemind, die wil daz concilium weroti, die solten und möchten och
ze Costentz ir handtwer[c]h triben mit kouffmanschaft und mit allen sachen als och
ire burger, und soltind och fryhait und gelait haben an alle zöll und mut als
ander ir burger. Und soltind och burggrecht halten und haben als der statt burger.
Des benuͦgt och die bottschaft wol, und ward och söllichs gehalten daz concilium uß.
1Vgl. zu dem Problem mit den fremden Handwerkern O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 77; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 322f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 138 Anm. 137; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 232–234.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a79
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 36 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a80
Die selbig bottschaft und och ain gemain raͧtt machtend aber mit aller herren
raͧtt ain ordnung. Wär sach, das dehain stoß oder misshellu[n]g uffstuͦnden
zwüschen den von Costentz und den frömden, von was sach daz wär, von hußindsa oder andern sachen wegen, des sölte man zuͦ baider sit kommen uff diß herren.
Als wäre [38] sach, daz ainer von Costentz mit ainem frömden zuͦsprüch
hett, von waz sach daz war, daz solt er kommen uff den auditor kamere1 und uff noch zwen zuͦ im, die och auditores wären, oder ander zwen, die der bapst
darzuͦ satzt. Was
die dry sich darumb erkantind nach baider tail red und widerred, daby solt es
beston. Desglichen wär, daz kain frömder ain ansprachb hett zuͦ ainem burger, der solt och daz recht nemen vor dryen den räten, die da
ain rat och darzuͦ gegeben hatt. Wes sich die drye och erkantind nach red und
widerred, daby solt es och beliben. Und daz bestuͦnd daz concilium uß. Und maint
allermenglich, es wurd vor dem auditor bas und belder ußgericht dann vor den von
Costentz.
1Auditor der apostolischen Kammer (camera apostolica) mit richterlicher Gewalt über die zum päpstlichen Hof
Gehörigen. Zur camera apostolica S. Weiß, The Curia: Camera, in: A Companion to the Medieval Papacy.
Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 220–238.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 37.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 37 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a81
Do sich das also vergieng, do viengan an ze buwen die fromden mechanici, daz sind
handtwerchlüta, was gewerbs si konden. Des ersten uff dem undern hoff kromer, gürtler,
schuͦchtzer, scherer. Und die machtend gadmer1 und machtend laimyb stuben, und waren och daselbs wirt. Des glichen uff dem obern hoff. Darnach uff
dem platz vor dem Blidhus. Die metzger hattend da allerlay flaisch failc und allerlay wilprät, und gaben daz in gemainem koff, als dann hernach
verschriben stat. Vor Sant Steffan in der barfuͦßer kilchoff, an den muren und
undern schöpfen2 und innen in dem crützgang, da saßen die kromer und schriber und machtend inn da
selbs hüsly. Und hatten under inn selb alle nacht wachter, wann man den kirchoff
beschloß, daz dann ire wachter hutend. Und suss in aller statt, wa sy ain winkel
funden, da machten sy hüßer. Suss die wirtt, sy wären erber lüt wirt oder huͦren
wirt, die empfiengen herberg in der vorstattd
[39] Stadelhofen und wa sy in kommen mochtend. Das bestuͦnd och also daz
concilium uß, daz nieman betrübet ward, noch nieman laid beschach. Folgt Wappen.
1Markt- oder Verkaufsstände.
2Gelände, das seinen Namen wohl von einem Wirtschaftsgebäude,
einem „Schopf“, ableitete. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 125.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a82
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 38 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a83
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 39,1.
Nun merk. Also wartotend die frömden unßers herren des küngs und der churfürsten
zuͦkunft.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 39,2.
An fritag nach Sant Niclaus tag vor dem imbiß, do rait in des küngs von Engeland
bottschaft und des küngs von Schottenland. Und mit inn zwen ertzbisch[off] und
suss siben bischoff, der gefürstet graͧff von Warenwig1 und mit inn vil herren, ritter und knecht.
1Richard Beauchamp, Earl of Warwick.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 40.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 40 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a84
Darnach an dem xij. tag vor wihenächten ritten in vier cardinäl, all under bapst
Johannes gehorsammi; und rittend in engegen vil [cardinaͤlla], ertzbischoff und rechter bischof und suß vil volks. Under den was der cardinal
Otto de Columpna, der darnach bapst erwelt ward.
a) cardinaͤll Pr; cardinall K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,1.
41,2 (Vgl. G/D1: 1,2, 41,2 und 87)
Noch waren die Yspaniten nit komen, noch die schuͦlpfaffen von Pariß. One die
möcht man nit recht nit anvahen, dann die Yspanier hielten vast uff Peter de Luna,
der sich nampt Benedictus der XII.1
1Gemeint ist Papst Benedikt XIII. (Pedro de Luña), der hier
wohl wie in Pr, K und D1 mit Papst Gregor XII. verwechselt wird.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 41,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a85
[40] Uff fritag vor Sant Thomas tag1, do komen die schuͦlpfaffen, und die gelerten lüt uss Frankrich von Paris, und
der warend xxij und mit inn vil ertzbischoff und bischoff desselben landes, als
mit vollem gewalt des küngs und aller fürsten und herren desselben lands. Und
rittend inn och engegen vil herren, und doch kain cardinal, dann der cardinal
Ostiensis, der des ersten kam2. Und zugend in des Lastesa hoff vor dem Stoͧff3, und belibend och darinn das concilium uß.
a) Rasters KD1.
114. Dezember 1414. Vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 279; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 112 mit Anm. 19; ders., Das Konstanzer Konzil S. 73, 257; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 224; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 39f.
3Gemeint ist der Domherrenhof des Eberhard Last. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 206f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a86
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a87
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 42 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a88
Darnach wartot menglich unßers herren des küngs zuͦkunft und der kurfürsten, und
ward kain session nit, und tett glich nieman nüt1. Und rittend all tag frömd lüt in, gaistlich und weltlich. Und bestaltend die
frömden lüt, so von inen hera gesent waren, den selben iren herren herbergb, und die frömden koftend all in kost fuͦter und höw und anders, so inn dann not
was, daz sy über daz hochzit möchtind kommen.
1Vgl. auch den Hinweis von G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 16f., dass bis Ende Januar 1415
hinsichtlich der Unionsfrage (causa unionis) nichil omnino geschehen sei bzw. nur pauca preparatoria durch die Synode behandelt worden seien, worunter wohl primär
Geschäftsordnungsfragen zu verstehen sind. Hierzu A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 200; ders., Das Konstanzer Konzil S. 72; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 91, 103; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 175.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a89
Und kam bottschafft von unserm herren dem römschen küng, wie er nach wär. Daz
beschach uff den hailigen aubend ze wihennächtena. Man seit aber nit, daz er als nach wär. Und kam er und sin eeliche frow die
kungin uff den hailgen aubend ze wihenächten gen Überlingenb, und ruͦwotend da biß ain stund vorc mitternacht, und enbuttend do dem bapst, daz er iro warten solt mit den messen,
die man vor tag singet, das beschach och1. Und santend die burger ze Costentz die schiff und schifflüt an die statt gen
Überlingen uff die selben nacht, und hieß man die ratstuben wermen, wann sy
kemint, daz si sich warmtind, daz och beschach.
a) zwischen wihen und nächten ein a rot ausgestr. A.b) folgt uff den aubend Pr; folgt uf den aubend K.c) vor] nach K.
1König Sigmund hatte eigens einen Boten nach Konstanz an den
Papst gesandt, damit dieser mit der Lectio septima auf ihn wartete. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391, 395; ders., Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S. 170,
182f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 371; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 46.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 46 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a90
[41] An dem hailgen tag ze wihenachten1, do man zalt von gottes geburt vierzehenhundert und fünfzehen jar, am morgen frü
zwo stund vora2 mittnachtb, do kam von Überlingen gen Costentz der aller durchlutigost fürst küng
Sigmund3, römischer küng ze Ungern, ze Talmatzi, ze Croatzi etc. küng, ze allen ziten
merer des richs, und darzuͦ mit im die aller durchlüchtigost fürstin, froͧw Barbara,
römische küngin sin eliche froͧw, geborn gräfin von Zili, und mit ir die durchlüchtig
fürstin froͧw Elisabeth4, küngin von Wosstenc, und och mit ir die geboren fürstin froͧw Anna5 von Wirtemberg, geborn ain burggräfin von Nüwenbergd. Und kam mit dem künig der durchlüchtig kurfürst hertzog Ludwig von Sachßen6. Und kertend von den schiffen in die raͧtstuben7 und warmtend sich da wol ain stund. Und an der dritten stund, do schanktend die
von Costentz inen zway vergülte tuͦch. Der truͦg man ains ob dem kung iro vier mit
vier stangen. Daz ander tuͦch, daz truͦg man ob der künginen und och ob der
künginen von Wossen, och mit vier stangen. Und giengend also in daz münster und
warend da die metti uss.
a) nach K.b) am morgen frü zwo stund vor mittnacht] in der nacht zwo stund nach mitternacht Pr.c) Wossten] Wossen PrSt1.d) Nüwenberg] Nürenberg PrSt1.
1Sigmund war am 8. November 1414 in Aachen zum König gekrönt
worden und traf in der Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. Dezember 1414 mit
seinem Gefolge zu Schiff, von Überlingen kommend, in Konstanz ein. Die
Jahresangabe 1415 ist durch den Weihnachtsstil (Nativitätsstil) zu erklären,
d.h. das neue Jahr begann mit dem Weihnachtstag am 25. Dezember; vgl. die
dislozierten cc. 439,1–2. Siehe auch G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 199f. Hierzu W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 1278a, 1375a-b; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 94, 129f.; ders., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 151, 187–190; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 172–174; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94–97; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
2H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 folgt in seiner Rekonstruktion der Ereignisse der Konstanzer
Chronik-Version, die den König zwo stund nach mitternacht, also „um zwei Uhr“ (S. 392) in der Konzilsstadt ankommen
lässt, die A-Version, nach der die Ankunft zwo stund vor mittnacht erfolgte, wird nicht diskutiert.
3Zu dieser Ankunft en detail H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391–394. Siehe auch W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 190–193; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 95–98; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302.
4Gemeint ist wohl Anna von Cilli, Tochter des Grafen Wilhelm
von Cilli, seit 1402 die Gemahlin Władysławs II. Jagiełło, des Großfürsten von Litauen und Königs von Polen. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 Anm. 23; W. Baum, Kaiser Sigismund. Hus, Konstanz und Türkenkriege (1993) S.
71; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 106, 162; L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 77; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 106 Anm. 89; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 44 Anm. 59.
5Gemeint ist Elisabeth von Württemberg, eine Tochter des
Burggrafen Johann III. von Nürnberg, Gemahlin Graf Eberhards des Milden. Vgl.
O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 170; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 Anm. 23; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 106 Anm.
90.
6Gemeint ist wohl Herzog Rudolf III. von Sachsen, da es, so H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 399, einen Herzog Ludwig von Sachsen – wohl aber einen Herzog
Ludwig II. von Schlesien-Brieg – nicht gab; vgl. c. 223,2, wo ebenfalls Ludwig und Rudolf verwechselt werden.
7Gemeint ist das alte Rathaus am unteren Fischmarkt, wie wir es
in W fol. 44r in einer singulären Darstellung sehen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a91
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a92
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a93
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a94
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a95
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a96
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 47 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a97
a) so Pr.
1Vgl. cc. 439,1–2, das K, W, E und Wo an dieser Stelle bringen, in A aber wohl
versehentlich – zusammen mit den entsprechenden Illustrationen zur Einholung
des Königspaares und zur Weihnachtsmesse (pag. 426–428) – in der
Teilnehmerliste zu stehen kommt. Vgl. Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 431–433.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a98
Nach der mess sang man laudes. Das verzoch sich uff den tag. Nach der lausmetti,
do hatt aber der baͧpst die andern mess, die man nempt Lux fulgebit. Nach der
mess, do sang man prim, tertz und sext. Daz verzoch sich uff die nünden stund. Da
hett aber der baͧpst die dritten messe, genannt Puer natus est nobis. Und das
verzoch sich biß uff die ailften stund. By diser metti, by den messen und by den
gesungen ziten [42] waren sy uß und uß derselb unser herr der künga, die künginen baid, all gaistlich herren und weltlich fürsten und herren. Daz
verzoch sich by nün stunden, daz sy in dem münster warent1. Do das alles volgieng, do gab der bapst dem volk den segen vor des lüpriesters
altar und ging in die pfaltz und menglich haim in sin herberg.
a) davor kaiser rot ausgestr. A.
1Richental und Cerretani bewundern das „lange Aushalten aller
Beteiligten bei allen Stücken des Gottesdienstes“, das sich nach Heimpel
insgesamt auf „elf Stunden“ summiert. Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 200; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 392–394; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 48,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a99
Gelich nach dem, do zoch unser herr der küng mitt den künginen und mit miner
froͧwen1 von Wirtemberg glich in das huß, genant zuͦ der Laiter vor Sant Steffan2, das dozemaͧl Conratz in der Bunda, genant Rüll3, waz, und beliben darinn dry tag und nächt. Do zoch der hertzog von Sachßen in
des kirchherren huß uff den Platten, darinn er och belaib, untz daz er von
Costentz riten wolt.
a) Bünde Pr.
3Konrad in der Bünd, genannt Rüll. Zu ihm und seinem Geschlecht
M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 94 mit Anm. 16.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a100
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a101
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 49 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a102
Nach den dryen tagen, do zoch unser herr der küng mit den künginen usser der
Laiter gen Petershusen in das closter; und was da ettwelang zit. Und was das die
sach, das er die Unger nit wol in der statt behaben mocht von irs groß unfrids
wegen1, und kond sy des ersten nit wol gezemmen, als darnach beschach.
1Vgl. zu dieser Textstelle und zur pejorativen
Charakterisierung der Ungarn M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 97f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 220f.; ders., Konstanz und der Thurgau S. 30; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14f. mit Anm. 56 auf S. 14; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 159f.; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 50 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a103
Darnach wol by vier wochen, do zoch unßer herr der kung wider in die statt und
ließ die Unger zuͦ Peterßhusen, die da vil unrichtikait ze Peterhusena anfiengen. Es ward inn aber nit ze lieb, dann die von Peterßhusen, wenn gelöff
ward oder geschray, do luffend sy zesammen und leitend sich uber die Unger und
züchtigottend die. Unßer herr der küng, der zoch in des Friburgers hoff an
Münstergassen1. Die römsch küngin und die von Wossen zugend in des Bündrichs hoff2, darinn [43] sy och beliben, der daran gelegen ist. Die von Wirtenberg
zoch in herr Hannsen Bischoffs hoff, och daby gelegen, hinder Sant Steffan, darinn
sy och belaib.
a) davor Pe rot ausgestr. A.
2Gemeint ist der Bündrichs- oder Lanzenhof. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 101f.; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 514–517; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 171; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 18; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 98f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a104
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 51 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a105
Nach dem hailgen tag ze wihenächten, do beschach nit vil sachen die firtagen uss,
dann daz ettwe dick unßer herr der küng mit sinen dienern auss mit unßerm hailgen
vatter dem baͧpst, dann daz von tag ze tag gen Costentz inritten vil ertzbischoff,
der cardinal von Fussi und ander, und ander, die da hieltend uff baͧpst Johannes.
Der waz an der zal vier und zwaintzig. Noch was ir ainr, der was vast alt worden.
Des bottschaft kam hernach, als man das hernach verschriben vindet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 52.
Aber1 in dem hochzit uff dornstaga vor dem ingenden jar, do zoch in der durchlüchtig fürst und churfürst hertzog
Ludwig von Payer, pfaltzgraͧff by Rin und herr zuͦ Haidelberg, mit iiij hundert
pfariden und mit acht wägen2. Und zoch in Jacobs Schwartzen huß, und darnach in den thuͦmhoff des von
Fridingen3 hinderb dem münster und belaib daselbs.
2Pfalzgraf Ludwig III. zog am 17. Januar 1415 in Konstanz ein.
Vgl. J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 197f.
3Gemeint ist der Domherr Georg von Fridingen. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 213, 524.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a106
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a107
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1a Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a108
An dem selben hochzit vor dem zwölfften tag, do rait in der hochgeborn fürst
burggraͧff Fridrich von Nürenberg an statt und in nammen des churfürstenthuͦms von
Brandenburg, des statthalter er was, und dera churfürstenthuͦm im darnach gelihen ward, als hienach geschriben statt1. Und zoch in Hainrichs von Tettikofen huß an dem fischmarck[t], genannt zuͦ dem
Hohen hus. Und blaib darinn mit iiij hundert pfärden und iiij wägen2.
a) das Pr.
2Zu dieser Textstelle A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 48.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a109
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a110
[44] Aber zoch in, nach dem zwolfften tag, der durchlüchtig fürst hertzog
Ludwig uß der Schlesi in dem küngrich zuͦ Boland, her zuͦ Brig etc. und zoch in
Hainrich Huͦters huß uff den Blatten mit ij hundert pfärden und mit iiij
wägen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,1.
1Stibor „aus Polen“ (von Ungarn). Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14, dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; vgl. c. 445.
2Gemeint ist der slowakische Fluss Váh oder Waag.
3Beckov, Trenčin und Skalica. Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14 Anm. 54.
4Gemeint ist die Slowakei (lat. Sclavinia bzw. Slavinia). Vgl.
D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 19–21.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a111
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a112
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a113
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 54,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a114
Och zoch in herr Pipo1, und waz och ain ungerscher herr, und stoßt sin land an die clainen Walachy und
an daz land zuͦ den Sibenbürgen, mit cl pfarden und mit drin wägen. Und zoch in
der von Braitenstain huß, ze Peterßhusen an der brug gelegen, daz gemuret ist, zuͦ
der linggen hand, [als man usshin über rinbrugg gaͮtta].
a) so Pr.
1Gemeint ist der Florentiner Pipo Spano von Ozora (Filippo
Scolari). Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 224 mit Anm. 132; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 13; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a115
a) Schana] Schara Pr; Schora KG.b) Brisintz] Brisentz Pr; Brisnitz K; Breysinitz D1; Brisincz M. R. Buck.c) folgt da yetz die Katz ist KD1.
1Gemeint ist Peter Čech von Levice (de Leva) bzw. Peter Čech
von Sáró. Vgl. M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 111 mit Anm.
109; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 12 mit Anm. 42, 18 (mit dem Versuch die Örtlichkeiten Brisintz (Tekovská Breznica) und Copelstain bzw. Toppelschain (Topolʼčany) zu lokalisieren); dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72 mit Anm. 20; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 165; vgl. c. 447.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a116
a) folgt das yetz hat Hainrich von Roggwil K; folgt das yetzo Heinrichen Rockweilers ist D1.
1Graf Hermann, Schwiegervater König Sigmunds, und Graf
Friedrich, sein Sohn, von Cilli.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 55,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a117
Darnach1 als Hans Swartzach daz burgermaisterampt besass an dem zwölften tag2, do komen für den rat tze Costentz des bapstes bottschaft, des küngs und ander
herren, und maintend, sy säßen ze swär mit herberg und wär der koͧff umb alles
äßig ding nit wol bestelt. Und also gab ain raͧt sin bottschaft och zuͦ inen. Die
saßen zesammen und machtend dise ordnung3: Das man nit mer solt geben von ainem bett, daz zwen mit eren wol [45]
ligen möchten, dann andert halben rinischen gulden ainen monot. Und solt aber der
hußwirt linlachen geben, pfulwen, küssi, allweg zum monat nüw gewäschen. Und von ainem
pfärd, zuͦ ainer nächt ze stend, ij pfenning. Das
werot och nit lang, dann sich jedermann richtet nach betten und stallung und daz
jeglicher frömder herr sich selb mit sinem huswirt richt. Und ward in jars frist,
daz man gab von ainem bett, daz was zum monat, ain rinischen gulden, von ainem
pfärd dry haller und ain pfenning.
1Zu den cc. 56,1–65,2 vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 78; G. Möncke (Hg.), Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte mittel-
und oberdeutscher Städte im Spätmittelalter (1982) S. 277–280 (Nr. 85); B. Fuhrmann, Konrad von Weinsberg – Ein adliger Oikos zwischen
Territorium und Reich (2004) S. 195–198; M. Siegmann, Hoppäzgen zum Wucherpreis? Fallbeispiel: Ernährung in
Konstanz 1414–1418, in: Archäologische Informationen 28 (2005) S. 79–99; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 125–138.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a118
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a119
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a120
In dem allem hieltend sich burger und die frömden mit ain andern so lieplich, das
kain klag, noch kain unfrid under nieman uffstuͦnd, noch kain brunst uffstund. Es
kam och nie klag für gericht, als lang das concilium werott.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 56,2.
Dieselb vorgenannt bottschaft mach[t] och diß ordnung umm äßig ding und umb ander
bruchig ding, wie man daz halten und geben solt. Das ward och gehalten, biß daz
man jeglich ding nach gab.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,1.
Item des ersten [umb korn und umb brotta]: daz korn gab man allweg in gemainem koͧff; und do der kern am aller türsten waz,
do gab man ain mut kernen des aller
besten umm xviij ß db, und gemainen kernen ain mut umb xvj ß d. Daz werott nit lenger denn dry frytag,
dann es do zemaͧl aller türost waz. Darnach gab man ainen mut kernen den besten
umm xv ß d, umm xiiij und umm xiij ß d. By dem stuͦnd es daz concilium uß, daz das
korn nie türer geben ward.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,2.
Gebachen brott, ain guͦt wiß brott umm ain pfenning und ettwen xiiij brott umm
ain ß d. Des fand man, wie vil man wolt; dann man vil brotts uff karren, wägen und
ze schiff braͧcht. Darzuͦ waren och vil frömder brottbecken ze Costentz, die
täglichena uff den [46] ma[r]ckt buͦchend. Och waren brottbeken, die hattend ringe
öfelin, die sy karren fuͦrtend, darinn sy basteten, ring und bräschelenb buͦchend. Die basteten waren ettlich mit hünr und flaisch gemacht und wol
gewürtzt. Der fand [manc] gnuͦg tze kofen in glichem koͧff, darnach sy dann waren und ainr dann haben wolt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3a.
Item den haber, do er aller türest was, do gab man ain malter haber umm xxx ß d.
Daz werot och nit lenger dann dry fritag. Darnach schluͦg er ab, daz man [aina] malter gab umm xviij ß d. Do kam so vil habers gen Costentz von frömden
kouffluten, daz man ain malter haber ward geben umb ain rinischen gulden. Das
bestuͦnd also daz concilium uß, daz man nie kain malter haber türer gab dann umm
ain rinschen gulden. Ain viertal guͦter roter ärbiß umm iiij ß d. Ain viertal
guͦter wißer ärbs och umm iiij ß d. Bonen, linsi, gersten, und ander zuͦmuͦß, des
alles vand man gnuͦg und in ainem rechten kouff. Ain viertal büllenb umm ij ß d, oder umm xx d, ain vierta[l] rüben umm viij oder umm x d, ain groß
kabuß hopt umm ij d und ain minders umm j d.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 58.
Item der win1 was allweg in rechtem kof, und des vand man gnuͦg in rechtem kof, welherlay win
ainr wolt. Ain guͦt maͧß Malvasier umm iij ß d, ain maͧß Römnyera umm iij ß d, ain maß Rainfan umm xx d, ain maß Elsäßer umm vj d, umm v d und umm
iiij d. Ain maß guͦtz lantwins umm iiij d und umm iij d und guͦten knechtwin umm
ij db.
1Zur Anlieferung von Wein und seiner Funktion im Rahmen des
Konzilsgeschehens vgl. A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 126f. mit Anm. 84 auf S. 127; ders., Das Konstanzer Konzil S. 55f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 268f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 59.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 59 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a121
60,1 (Vgl. G/D1: 60,1b)
Item flaisch vand man gnuͦg, welherlay flaisch man wolt: wilprät, vogel, swinis,
rindris, lembris, wie daz was. Ain lib[ra]a rindflaisch umm iij d, ain lib. lambflaisch, das man wegen solt, umm vij
h[a]l[ler]b, ain stuklin lembris flaisch, daz man nit wag, umm xviij d, [47] ain
lib. schwinis, guͦtz grüns flaisch, umb iiij d, ain alt huͦn, daz best umb iij alt
blaphartt, daz schwecher was, umm ij blaphartt, oder wie er zuͦ kommen mocht. Ain
ay umm ain haller, und nit türer, daz verkam ain raͧtt. Dann wenn fritag was oder
ain vasttag, so woltend sy vast uff schlahen, daz verbott man. Si muͦßtend och die
ayer an den offen marckt tragen, daz sy der arm wie der rich ma[n] kofen künd. Ain
trostelc umb iij hlr., ain reckholter fogel umm vj hl. oder umm fünf, als ainer dann zuͦ
kommen kond. Item wilprät, aller gewild, so man vinden sol in disen landen, dero
fand man jeglichs gnuͦg. Item ain lib. schwini wilprät umb vij d, item ain lib.
rehi wilprät umm v d, item ain lib. hirtzin wilprät umb iiij d. Item tächs, otter,
biber, söllichs ain lib. umm viij d. Item ain hasen gewonlichen und by den türsten
umb viij blaphartt oder umb vj blaphart. Ich hab sy kouft zuͦ vieren
[plaphartd]. Ettlich sp[r]echen, si habind es koft umb xij blaphart. Daz gelob ich nit,
danne ich hab es nit gesehene.
Die Fleischbänke, acht Szenen, Seiten jeweils zweigeteilt, pag.
48–51.
a) pfund PrK.b) iiij pfening Pr.c) trostel] trostellen Pr.d) so Pr.e–e) dann – gesehen] wenn es ich nit sach Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 60,1.
[52] Item die ordnung umb fisch1 was also, das mana fand allerlay fisch, lebind und suss guͦt fisch, die man nit lebend mocht haben;
gesaltzen fisch, gerochet fisch, hecht, äl, huserb, gankfisch und wie man sy haben wolt. Das was alles geschätzet, daz der kofman
und der verkofer wol daby beliben mochten. Mitt der waͧg groß fisch und klain
fisch by der maͧß.
1Vgl. für das Jahr 1415 die „ordnung von des vischkouffs wegen,
wie die vischer die visch verkouffen sond“ im Ratsbuch der Stadt Konstanz für
die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I 2) S. 30f. Hierzu O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 316; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119, 135–137.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 61.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 61 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a122
62,1 (Vgl. G/D1: 61–62,1)
Item ain lib. hecht oder schnetzly umb xvij d. Item ain lib. karpfen umm xviij d,
item ain lib. schlygena umm xviij d, item ain lib. brachßmanb umb xx d, item ain lib. felken umm j ß d; item ain maͧß grundelen umm xxvij d,
item ain maß gwellfisch umm xx d, item ain maͧß groppen umm xviij d, item ain maͧß
hürling umb iij ß dc, item türrd fisch gesaltzen und gebachen uss Lamparten; ain lib. gesaltzner husen umm iij
blaphart oder umm zwen blaphart. Item ain micheln stokfisch umm iij ß d, die
klainen umm ij ß d, wie dann ainr zuͦkommen mocht. Item ain fierling häring umm
iij oder umm iij ß d und kam darzuͦ, daz ir als vil ward, daz man ain vierling umm
zwen blaphart gab und näher. Ganggfisch, türr und waz also gesaltzen waz, darnach
und sy wären und ainer uͦberkommen mocht.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,1.
a) und soltend lang weren] die seltten lang werend Pr.
1Verona.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 62,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a123
Item das höw kam in groͧßer überflüßikait in den schiffen und uff den karren. Daz
man nun daz merki, daz
das war sy, so sach Uͦlrich Richentala und vil wirdiger lüt, daz uff ainen tag stuͦnd an der bruggen1 zeb Costentz fünf und zwaintzig michler schiff mit höw usser dem rintal und vil
karren mit höw uss dem Turgöw und Hegöw. Das ward alles geschätzt, und gab man
jegliche burdic, mit dem traglon, des besten höws umm xxxij d. [53] Und das höw, daz nit
als guͦt [wasd], da gab man burdi umb xxvj d. Und ward das höw daz concilium uß nie türer, aber
bas failer.
a) Uͦlrich Richental] ich selb Uͦlrich Richental selb Pr.b) davor gassen rot ausgestr. A.c) burdin Pr.d) so Pr.
1Zur St. Konrads- oder Fischbrücke im Konstanzer Hafen vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 271, 286; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 36f.; ders., Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 37; F. X. Kraus, Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz. Beschreibende
Statistik (1887) S. 275; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 392 Anm. 25; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 91; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 362 Anm. 446;
vgl. auch cc. 256,2 und 280 sowie c. 239 in G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a124
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 63,2.
Item daz holtz. Es wärind arger ledi den Rin uff her, oder über see, uff den
karren uss dem Turgöwa. Das ward alles geschätzt nach dem und jeglichs wert was. Ain guͦti arger
ledi1 umm ain lib. d und nit darob; und ain mindri arger ledi umm xviij ß d. Suss
große schiff waren von ainem rat ze Costentz lüt geben, daz man die schätzen solt.
Die schatztend daz uff iro aid, und wie sy daz schatztend, also muͦßtend sy es och
geben. Ain karr vol holtz uss dem Turgi, der ward geschätzt von denen, die ain rat
darzuͦ gab, an dem obern marck[t] ze Costentz und an Sant Pauls gassen, ye ain
karren holtz umb ij ß d und darob, och dar under, nach dem und och der karr waz.
Des glich, waz über die rinbruggb herin kam, da waren glich da die, die daz solten schätzen und ward an holtz nie
kain brest.
1Gemeint ist wohl eine Maß- oder Mengeneinheit (mhd. lede =
Last), die sich nach einem Langenargener Lastensegelschiff (Lädine) bemisst.
Vgl. H. Kimmig, Das Konstanzer Kaufhaus. Ein Beitrag zu seiner
mittelalterlichen Rechtsgeschichte (1954) S. 51; O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 47; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 175; J. Leidenfrost, Die Lastsegelschiffe des Bodensees. Ein Beitrag zur
Schiffahrtsgeschichte (1975) S. 10, 12, 14; K. H. Burmeister, Die Waren der Lastschifffahrt auf Bodensee und Hochrhein,
in: Einbaum, Lastensegler, Dampfschiff. Frühe Schifffahrt in Südwestdeutschland
(2000) S. 147–158; J. Klöckler / N. Fromm, Der Bodensee in frühen Bildern. Photographien aus der
Sammlung Wolf 1860–1930 (2005) Nr. 81 S. 94; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 271; R. Sigg, in: Vom Bodensee nach Bischoffszell. Alltag und Wirtschaft
im 15. Jahrhundert (2015) S. 134–137; A. Frenken, Konstanz und der Thurgau S. 50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 64.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 64 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a125
Item umm spetzery: ain lib. pfeffer umm viiij ß d, ain lib. imber1 umm xiiij ß d, oder umm xij ß d, ain pfund saffran umm iiij rinsch gulden, dann
überswenklich vil des saffrans ge Costentz kam, daz man inn nach muͦßt geben; wann
söllich bruchig ding man unverkoft von Costentz nit ließ füren.
1Ingwer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a126
Och britter, ziegela, laim, stain, kalch und alles so zuͦ disen dingen gehörtt, das vand man all zit
gnuͦg in näherm kouff, dann hutt by tag.
a) folgt schindlen PrK.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,2.
[54] Nuna laßen wir das beston und kommen wider an das concilium, was nach wihenächten
beschach.
a) Nun laßen wir das] Das laussend mir Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 65,3.
An dem ingenden jar, do man zalt von Cristus geburt MCCCCXV jar, do hatt unßer
hailger vatter bapst Johannes mess zuͦ dem [thuͦmea] ze Costentz. Da zegegen waren all gaistlich fürsten und herren und och
prelaten. Och warend da unßer herr, der römisch küng, all weltlich herren,
fürsten, ritter und knecht, die do zemal ze Costentz waren. Und nach der mess, do
gab er inn allen den segen und hieß inn ze trinken geben Sant Johanns segen uss
ainem vastb großen kelch1, der was der herren zuͦm thuͦmb. Und darnach gab er dem volck den segen heruß
vor des lüpriesters altar.
1Johannes XXIII. reichte den vornehmen Konzilsgästen zu
Jahresbeginn zu Ehren des Hl. Johannes den so genannten Johanniswein. Es
handelte sich dabei um ein Sakramentale in Gestalt eines Gedächtnistrunkes,
wobei die Worte gesprochen wurden: Bibe amorem beati Johannis. Vgl. J. Braun, Liturgisches Handlexikon (21924) S. 146; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 176; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 133; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 177f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 66.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 66 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a127
Des gelichen hatt er mess uff den xij. tag darnach, und beschach alles daz, daz
vor an dem ingenden jar beschehen was, mit den herren und den froͧwen; wann die froͮwen
zuͦ baiden messen zegegen waren, wann allain, daz unßer hailger vatter der
baͧpst dem volk den segen gab vor der pfaltza. Da was so vil volks, die des segens warttotend, daz sy [inb] ainr gantzen stund kum ab dem hof kommen mochten, nach dem und der segen
beschach.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 67,1.
Also beschach in dem hochzit nit vil und ward darnach in acht tagen enkain
session noch suss nüntz, dann da die herren inrittend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 67,3.
1Philibert de Naillac, Hochmeister des Johanniterordens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a128
Och zoch in graͧff Hug von Montfortt1, maister Sant Johanns ordens in tütschem land, mit xl pfärden in Conrat
Schwartzachs huß.
1Hugo XIV. von Montfort-Bregenz, oberster Meister des
Johanniterordens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a129
1Vgl. zur Abordnung des Deutschen Ordens H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 225 Anm. 3; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 139f. mit Anm. 27; siehe
auch cc. 174,1 und 351.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 44.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 44 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a130
a) iij] ain Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 68,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a131
Des tags zoch in der groͧssmaister Sant Anthönier ordens mit xxxij pfärden in der
Töniera huß.
a) Tönier] Anthonier Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 43,3.
Uff fritag nach Hilary vor imbiß zoch in der hochwirdig churfürst Johanns, graͧff
tzuͦ Nassoͧw, ertzbischoff zuͦ Mentz, techan des hailgen römischen richs und obroster
ertzkantzler des römischen richs über alle tütsche land, über Ungern, Behem und
all Germani, mit vj hundert pfärden und mit viij grafen und vil ritter und knecht.
Und rittend im engegen der mertail gaistlich und weltlich fürsten und herren und
der mertail der cardinäl. Und rait gantz gewaͧpet in, daz suß kain gaistlicher nie
tett, und kert in daz huß zuͦ der Sunnen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 69.
Item desselben tags umm vesperzit rait in maister Anthonius de Perenoto, obroster
maister der barfuͦßen und maister göttlicher kunst, und giengen im engegen all
barfuͦßen mit crütz. Der was mer dann cc und kommen mit im nün maister göttlicher
kunst irs ordens und fuͦrtend inn ze fuͦß in ir closter.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,1.
An dem dritten tag darnach rittend in die zwen obrosten maister, bruͦder Johanns
von Pisis, obroster maister Augustins ordens, und mit im iiij lerer [56]
göttlicher kunst irs ordens, und bruͦder Lienhart von Florentz, obroster prior
predier ordens mit ij doctores theoloie. Die wurdent nit als her[licha] empfangen als der barfuͦß.
a) her A; herlich PrKD1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,2.
Och rait in maister Nicolaus, obroster prior des hailgen grabs zuͦ
Jherusalem.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 45,3.
Och1 komen do zemal gen Costentz beken, die basteten buͦchen mitt hünr, mit fischen,
mit ayern, und wie jeglicher die haben wolt, und buchent och ring und brätschelen,
und hattend wägelin mit ainem rad, als man gewonlich mist oder stain in die garten
und uss den garten fürt. Daruff hattend si gemacht bachöfelin, darinn sy die
basteten und ander sölich ding buͦchen. Die wägelin mit den öfen, die alweg warm
waren, fuͦrtend sy durch die statt, da sy dann maintend das ir zuͦ verkofen.
Die Pastetenbäcker, pag. 56. Dazu pag. 56 B oben der zweizeilige
Text: Diß figur staͧtt hienach maͧlt. Darunter das Bild, das links vom voranstehenden Text (27 Zeilen)
begrenzt wird.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 57,3b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a132
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a133
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2a Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a134
a) folgt und so vil personen und belaib darinne, untz er enweg zouch Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a135
Nicolaus episcopus Lubicensis, der zoch in das huß zum Beren mit xviij pfärden,
und belaib nit lang darinn, dann er fuͦr bald haim.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,2.
Andreas episcopus Boßnamensis1, der zoch in daz huß zuͦ der Räbgruͦb an Ainlassgassena mit xviij pfärden und mit so vil lüten. Und zoch darnach daruß in der Swartzen
hoff, als man zuͦ den Schotten gaͧt neben des Linden hof und ains korherren hof.
Darinne do was herr Jörg von Fridingen thuͦmherr; und by im was och hertzog Ludwig
von Payern von Haidelberg. Derselb bischoff was doctor in theoloya und kond böß
tutsch, doch tett er dry predyen zuͦ Sant Steffan; der waz aine der passion, und
hatt allweg ainen tütschen priester neben im ston. Wenn er ain wortt nit wol in
tütsch mocht sprechen, so fragt er inn2.
a) Ainlassgassen] Amlangsgassen PrK.
1Andreas Laskary (Łaskarz), Bischof bzw. Elekt von Posen. Zu
seiner Person W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 43–45.
2Vgl. zu dieser Textstelle, wo von drei Predigten des Posener
Elekten Andreas Laskary die Rede ist, H. Finke, ACC 2 (1923) S. 373; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 21f. Zu
den drei Predigten W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 44 mit Anm. 82, 83 und 84.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a136
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a137
1Johannes Kropidlo, Herzog von Oppeln, Bischof von Leslau
(Włocławek). Zu seiner Person W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 41f.; vgl. c. 443.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a138
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a139
Die andern zwen bischoff zugen in ain gemach in Salmenswiler hof mit xxiiij
pfarden und so vil lüt, und belibend nit lang ze Costentz. Und diß vier bischoff
beliben daz concilium uß by irem ertzbischoff Gnesnensis.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 71,5.
a) herr Säwisch] her Sewisch Pr; her Swartz Safftins K; herr Schwartz Cappitis D1.b) Ruchen Pr.c) folgt und ouch so vil lütten Pr.
1Gemeint ist wohl der polnische Ritter Zawisca Czarny von
Garbów. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 226 Anm. 6, 495f. mit Anm. 31
und 36; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 370 Anm. 21; D. Dvořaková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 16; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 164.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a140
Darnach über iiij tag, do zoch in der hochwirdig herr, herr Peter ertzbischoff
zuͦ Maidenburg in der Schlesi, und zugen mit im dry bischoff: der bischoff
Moßburgensis, [58] der bischoff von Brandenburg und der bischoff von
Mißen1. Und zugend in den hoff, den man nempt zuͦ der Tulen2, mit xxxvj pfärden und mit so vil lüten.
2Gemeint ist der Hof „zur Tulen“ im Stadtteil Niederburg. Vgl.
K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 369–371; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 178.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a141
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 72,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a142
1Zum Passauer Bischof Georg von Hohenlohe, der am 17. Januar
1415 feierlich in Konstanz einritt, vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 222 mit Anm. 124; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau,
Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte,
Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 29–55; siehe auch cc. 130, 274
und 283,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a143
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 73,2.
Vor disem inzühen, glich nach dem zwölften tag, am fritag, do zoch in der wirdig
hocherborena fürst hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg1, pfallentzgraͧff by Rin, kurfürst, mit nün großen wägen und mit cccc pfärden und
so vil lüt. Und zoch des ersten in Jacobs Swartzen huß an dem fischmarckt. Und
rittend im engegen all weltlich fürsten und herren. Und [in] dem huß belaib er
ettwe mengen monat und zoch darnach in des von Fridingen hof und empfieng och hie
ze Costentz sin pfallentz by Rin und daz hertzogthuͦm ze Payern.
a) vor erboren ist gebor rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 53,1b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a144
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a145
Und darnach komen an dem fünften tag aber iij cardinäl von dem selben bapst
Gregorio mit xxij pfärden und mit so vil lüt och zuͦ inn zuͦ den augustinern und
brachten guͦte mär, wie daz ir bapst willenklichen abtretten wölt; des menglich
froͧ was. Darnach zertailtend sy sich, waa dann jeglicher hin kommen mocht.
a) rot korr. aus wan A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,2.
a) genant zum Risen fehlt Pr.
1Johann von Kanizsa und Andreas von Kalocsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126 und 127.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 75.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 75 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a146
Item1 uff dornstag vora uͦnßer lieben froͧwen tag zuͦ der liechtmiss, anno Dni. MCCCCXV, do zugend in zwen
ertzbischoff und
ain bischoff uss Engenland mit siben wägen und mit xxij sompfarden, die waͧtseck
und ander ding truͦgen, und mit xlij gelerter pfaffen; dero waren xij doctores in
theologia, die andern licenciati und doctores decretorum. Und mit inen ain
gefürster graͧff Rickardus von Warenwig mit dry prusunern und vier pfifern.
a) nach D1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a147
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a148
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a149
Der ander ertzbischoff Rikardus, ertzbischoff Londoniensis, der zoch in mit lxvij
pfärden und mit sovil lüt in daz huß und herberg by Sant Laurentzen, genant zuͦ
dem Hoff zuͦ dem Burgtor1. Darinn belaib er, biß er hinweg zoch.
1In K wird das Haus zum Goldenen Schwert als Unterkunft
genannt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a150
Do zoch der bischoff Gregorius, bischoff zuͦ Doblinensis, mit xlj pfarden und mit
so vil lüten in daz huß an der Mordergassen1, genent zuͦ dem Stainbock, darinn er och belaib, by[s] er hinweg zoch.
1Mordergasse, heute Rosgartenstraße.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 77,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a151
Do zoch der graͧff von Warenwig mit xxxviij pfärden und mit so vil volks in das
huß an dem obern marckt, daz man nempt zuͦ dem Gemalen huß, darinn er och belaib,
biß er von Costentz rait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b.
Des tags zugend in graͧff Hug und graͧff Hanns, sin sun, von Landrico uss Aragony
mit xxiij pfärden und so vil lüten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,1.
[60] Darnach umm den aubent zugend in fünff maister mit xij dienern von
der hohen schuͦla ze Köln.
a) folgt und von der universitaͮt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,2.
Es zoch och in ain bischoff, hieß dominus Nicolaus episcopus Constanciensis; das
Costentz lit in Normania1, mit fünf pfärden und so vil lüt. Und was ain junger man, starb hie ze Costentz,
und lit zuͦ den predigern.
1Coutances in der Normandie.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 78,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a152
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,2.
Es zoch och in hertzog Carolus von Malatest uss Lamparten, der sin hertzogthuͦmb
och ze Costentz enpfieng, und mit im Pandolffus von Maletest, sin vetter,
archidyaconus Bononiensis, mit viertzig pfärdena.
a) folgt und so vil lütten Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 79,3.
Och zoch in der hochwirdig Eberhart, ertzbischoff tzuͦ Saltzburg, mit clxx
pfärden, und kommen mit im dry grafen und vil ritter und knecht1. Und zoch in der Salmenswiler hoff2. Und kam ze schiff, wann er die pfärd zuͦ Salmenswile3 ließ. Und all die wil er ze Costentz was, do gab er ain groß almuͦsen, all tag
jeglichem armen menschen ain haller wertig brott und ain stuck flaisch und suppen.
Am fritag, samßtag und vasttag gab er ain muͦß.
1Zu Eberhard III. (von Neuhaus) von Salzburg und den anderen
Salzburger Konzilsteilnehmern vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil (1992) S. 143–307,
(1994) S. 173–189.
2Siehe die Gedenktafel in der Salmannsweilergasse 5, wo sich
das Wirtschaftsgebäude des Stadthofes der Zisterzienser befand. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 174–176.
3Kloster Salem im Linzgau.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a153
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a154
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a155
a) davor wohl uss rot ausgestr. A.
1Gemeint ist Kaiser Manuel II. Palaiologos von Byzanz
(1391–1425). Bei den Gesandten dürfte es sich um die für die Palaiologenzeit
nachweisbaren Hofbeamten Nikolaos und Andronikos Eudaimonoioannes aus Morea
(Peloponnes) handeln. Zur byzantinischen Gesandtschaft auf dem Konzil vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 301f.; R. Loenertz, Les dominicains byzantins Théodore et André Chrysobergès et
les négociations pour l´union des églises de 1415 à 1430, in: Archivum fratrum
praedicatorum 11 (1939) S. 23–29; F. Dölger, Regesten der Kaiserurkunden des oströmischen Reiches von
565–1453, 5. Teil (Schluss) (1965) S. 100 Nr. 3345; E. Trapp (Hg.), Prosopographisches Lexikon der Palaiologenzeit
(Veröffentlichungen der Kommission für Byzantinistik 1, 3, 1978) Nr.
6223 S. 120; H. Heimpel, Die Vener von Gmünd und Strassburg 1162–1447 S. 823f., 824
Anm. 115; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 176–178; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 189, 191; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 65f., 74–77, 86–90; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 322–329; L. Thorn-Wickert, Manuel Chrysoloras (ca. 1350–1415). Eine Biographie des
byzantinischen Intellektuellen vor dem Hintergrund der hellenistischen Studien
in der italienischen Renaissance (2006) S. 106f.; B. Schellewald, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 153f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a156
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 80,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a157
Och zugend in bottschaft von hertzog Wytoltena von Lutow, von herr Dyspotten hertzoge tzuͦ Ratzen, von dem Damenmür uss der
großen und klainen [61] Walachy, von den tzwain küngen uss Türggen, von
dem hertzogen uss wißen Rüßen. Die all zugend in mit clxxx pfärden in Hansen
Ruhenb [husc] an Sant Pauls gassen. Und waren der mertail under inn recht haiden, ettlich
scismatici, ettlich hattend Machometus geloben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 81.
Uff den xxj. tag des monatz January, daz ist Genner, do rait in ain ertzbischoff
von Kifionensis, der ist uss Kriechenland, von im selber unda von des patriarchen von Constantinopels wegen und von vil bischoff uss
Kriechenland wegen. Und zoch in Uͦlrichs Imholtz huß am obern mark[t], genant zuͦ
dem Laythund, mit acht bischoffen sins gelobens, wol mit lxxx pfärdenb. Und hett in dem selben huß mess nach gewonhait irs gelobens1. Und maint man, hetti das concilium inen ettlich sachen laßen fürgon, sy
wärindc gelöbig worden und dem hailgen stuͦl ze Rom undertenig worden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a158
Darnach uff fritag, samßtag und sunnentag frü, an den drin tagen, tzugend in gen
Costentz vj cardinäl von baͧpst Gregorio und mit sinem vollen gewalt, mit fünftzig
pfärden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 74,1b.
Aber kam uff dem mentag ain cardinal von baͧpst Benedicten uss Hyspanien und mit
im dry ertzbischof und suß xij bischoff und zwen grafen, die hienach benempt
werden, und vil herren, gaistlich und weltlich. Und zugent in des Hüruß huß an dem
Merkstadt mit cxl pfärden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 82,2.
Item an der mitwochen vor Sant Agnesen tag zoch in der edel fürst hertzog Ludwig
von Payern von Ingelstatta, pfallentzgraͧff by Rin, und mit im fünff grafen und vil ritter und knecht. Und
zoch des ersten in Hainrich Mumpraten hus uff obenb mit cccclx pfärden. Und belaib darinn, biß der graf von Zili und sin sun hinweg
zugend; do zoch er an iro statt in der Schmerlinen huß hinder Sant Steffan.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 83,1.
[62] Darnach am fritag zoch in hertzog Hainrich von Payern von Landsperg
mit ccc pfärden, pfallentzgraͧff by Rin, in Jacob Schwartzen huß am fischmarck[t],
an hertzog Ludwigs statt von Haidelberg, und zoch darnach in der Felixinen
hus.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 83,2.
Vor dem was ingezogen burggraͧff Fridrich von Nürenberg1, der statthalter was des chuͦrfürstenthuͦms zuͦ Brandemburg, dasselb
churfürstenthuͦmb darnach im gelihen ward; und zoch in Hainrichs Tettikofers huß
an dem fischmarckt, genant daz Hoch huß, darinn er belaib.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a159
Och zoch in der gefürst graͧff Rickardus von Warenwig uss Engeland, und zwen
ertzbischoff und vj ander bischoff mit im, uss Engeland, on die Engelschen, die
vorhin ze Costentz waren, und kam in bottschaft des küngs von Engelland und der
fürsten in Engeland. Und komen mit im iiij bischoff und ander herren usser dem
küngrich in Schottenland, mit clx pfärden und zoch in daz husa, daz man nempt zuͦ dem Gemaͧlen hus1.
a) in daz hus] in der Stoffacher hus Pr.
1Zu dieser Variante und dem ergänzenden Hinweis auf das Stoffacher hus in Pr vgl. R. Kautzsch, Die Handschriften S. 456.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 76b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a160
Och zoch in burggraͧff Hans von Nüremberg1 in des Ulmers hus mit cxx pfärden und mit im zwen grafen an Sant Pauls
gassen.
1Burggraf Johann III. von Nürnberg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a161
Och zugend in zwen hertzogen von Lutringen mit lx pfärden in Conratz von Hoff
hültzin huß vor den barfuͦßen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 84,3.
a) davor wohl eine Zahl rot ausgestr. A.
1Herzog Friedrich IV. von Österreich dürfte am 26. Februar 1415
in Konstanz eingetroffen sein; er logierte im Kloster Kreuzlingen. Vgl. A. Knöpfler, Ein Tagebuchfragment über das Konstanzer Konzil, in: HJb 11
(1890) S. 267f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 206f. mit Anm. 1; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 214; H. Koller, Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von
Österreich, in: Studia Luxemburgensia, hg. von F. B. Fahlbusch und P. Johanek (1989) S. 333f.; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 189 mit Anm. 773 auf
S. 278; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 116f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 103f.; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 147; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 266f.; ders., Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 8–23; ders., „Als starck als der künig“. Herzog Friedrich IV. von
Österreich und die habsburgische Landesherrschaft im Schicksalsjahr 1415, in:
C. Hesse u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 19–34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a162
a) in daz kloster zuͦ den barfuͦßen] gen Petterschussen in das clouster Pr.
1Esztergom, gemeint ist Johann von Kanizsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126.
2Nach K logierte er bei den Benediktinern in Petershausen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a163
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 85,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a164
An dem tag zoch in der mächtig herr, herr Pipo1, mit clx pfärden uß Unger in der von Braitenstain huß [63] an der
rinbrugg ze Petershusen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a165
Es zoch och in mit großer gezierd der ertzbischoff Gnesnensis uss dem küngrich
von Boland, und mit im fünf bischoff von Boland, von ir selbs wegen, und och in
bottschaft küng Laudislaͧßa von Boland1, und mit inn herr Säwitz, undb suß groͧß mächtig herren uss Bolan usser Boland. Die gaistlichen von des concilium
wegen,
und och gaistlich und weltlich von des küngsc wegen. So dann der selbig küng von Poland hatt krieg von und mit den herren von
Prüßen2, das dann da an unßern herren den römischen küng verlaßen ward. Und zoch der
ertzbischoff in Hainrich von Ulms hus, an burggraff Hanßen statt, die andern
bischoff ainer zuͦ dem Guldin bräcklin in Uͦlrich Richentals huß3, der ander zum Guldin berg, der dritt zuͦ der Räbgruͦb, der vierd in des von
Hödorffs hus, der fünft in die alten badstuben und der sechst für Rinpolter tor.
Und koment wol mit vjc pfärden und xij wägen. Und fuͦrt ain bischoff Opilensis ain vass mit bir4 mit im. Der lag vor dem tor, in Hansen Huͦters garten.
Och ritten in siben fürsten uss der Schleßy und so vil ertzbischoff, bischoff,
äpt, pröbst, hertzogen, grafen, fryen, ritter, knechtd, die all hienach benempt werden.
Und5 sölt ich Uͦlrich Richental die all verschriben haben, so wär diß buͦch ze groß
worden. Wol so findet man hienach6, welhe herren, ritter und knecht mit ir selbs lib gen Costentz kommen, und och
welher küng oder küngin, weltlich und gaistlich herren ire bottschaft da hattend
und wie es also bestuͦnd und wie lang es werot und wie es zerging, als verr ich
dann das erfaren kond oder mocht.
a) Laudislaͧß] Wadisslaus Pr.b) davor us rot ausgestr. A.c) küngs] kriegs Pr.d) davor her rot ausgestr. A.
1Władysław II. Jagiełło, König von Polen.
2Gemeint ist der Konflikt zwischen Polen und dem Deutschen
Orden. Vgl. K. Springmann, Polen und der Deutsche Orden zur Zeit des Konstanzer
Konzils (Diss. Freiburg i.Br. 1924); H. Boockmann, Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische
Politik. Untersuchungen zur politischen Theorie des späteren Mittelalters
(1975) S. 197–296; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 207–238; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 150–175; S. Kwiatkowski, Der Deutsche Orden im Streit mit Polen-Litauen. Eine
theologische Kontroverse über Krieg und Frieden auf dem Konzil von Konstanz
(2000); L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 79f.; ders., Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf
dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 74–78; J. Miethke, Heiliger Heidenkrieg? Theoretische Kontroversen zwischen
Deutschem Orden und dem Königreich Polen vor und auf dem Konstanzer Konzil, in:
Heilige Kriege, hg. von K. Schreiner (2008) S. 109–125; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 240f.; P. Srodecki, „Murus et antemurale pollens et propugnaculum tocius
christianitatis“. Der Traktatenstreit zwischen dem Deutschen Orden und dem
Königreich Polen auf dem Konstanzer Konzil, in: Schweizerische Zeitschrift für
Religions- und Kulturgeschichte 109 (2015) S. 47–65; vgl. cc. 174,1, 187
und 351.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a166
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a167
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a168
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a169
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a170
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 70,2b Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a171
Darumb so laß ich yetzo der herren inziehen beston und kom widerumb an daz
concilium.
a–a) Almächtiger – wegwiser] Maria sis mecum in via, o domine, exaudi nos Pr.
1Die Invokation fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 86,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a172
Also do vil gaistlich und weltlich herren und prelaten gen Costentz komen waren,
do waren dannocht die von Hyspania nit kommen. Das selbig land hett nün küngrich
under inn, die hienach werden benempt. Und was do zemaͧl nit mer dann iiij
naciones1. Das waren Italici, Germani, Frantzioni und Hyspani. Und do die Hyspaniten nit
komen, do erwalt daz concilium die fünften nacion, das warend Anglici. Die hattend
vor kain nacion2; und ward inn die nacion ze Costentz gegeben mit willen und gunst der
Germania, in die nacion sy vor hortendb. Und also wurdent fünf naciones und warent davor nit mer naciones dann
vier.
1Das Thema der naciones war bereits in c. 1,2 angeschlagen worden und wird in c. 321
zu Anfang der Teilnehmerliste erneut aufgenommen. Das Prinzip einer Einteilung
in Nationen, das jedoch nur verwaltungstechnisch gemeint war, ging auf die
Extravagante „Vas electionis“ Papst Benedikts XII. (Extr. III.10.1) zurück.
Schon das Konzil von Pisa (1409) ordnete sich nach Nationen, die aber bei der
Beschlussfassung noch keine Rolle spielten. Siehe Extravagantes communes III,
tit. X, Corpus iuris canonici, hg. von E. Friedberg 2 (ND 1959) Sp. 1280–1284. Zur Rolle der Nation auf dem
Konzil von Konstanz vgl. J. Hollnsteiner, Studien zur Geschäftsordnung am Konstanzer Konzil, in:
Abhandlungen aus dem Gebiete der mittleren und neueren Geschichte und ihrer
Hilfswissenschaften. Eine Festgabe zum 70. Geburtstag H. Finke gewidmet (1925)
S. 240–256; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 121–142; G. C. Powers, Nationalism at the Council of Constance, in: The Catholic
Historical Review 8 (1928) S. 171–204; H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen
Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer
Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 347–368; L. R. Loomis, Nationality at the Council of Constance, in: American
Historical Review 44 (1939) S. 508–537; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 364f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 352–357; ders., Der König und sein Konzil S. 200–203; ders., Das Konstanzer Konzil (2015) S. 78, 136f.; ders., Concilium constituitur ex nacionibus – die naciones auf dem Konzil von Konstanz. Zur Bedeutung der
Konzilsnationen für die Entstehung und die Entwicklung eines nationalen
Bewusstseins im beginnenden 15. Jahrhundert, in: Begegnung der Kirche in Ost
und West im Spiegel der synodalen Strukturen. Festschrift für Petar Vrankić,
hg. von J. Grohe, G. Wurst, Z. Strika und H. Fischer (2017) S. 175–206; H.-J. Schmidt, Kirche, Staat, Nation. Raumgliederung der Kirche im
mittelalterlichen Europa (1999) S. 467–484; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 196–208; J. Miethke, Raumerfassung und Raumbewusstsein auf den Allgemeinen
Konzilien des Spätmittelalters, in: Raumerfassung und Raumbewusstsein im
späteren Mittelalter, hg. von P. Moraw (2002) S. 145–150; ders., Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
78; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 23, 92–95; R.
N. Swanson, Gens secundum cognationem et collectionem ab alia distincta. Thomas Polton, two Englands, and the challenge of medieval
nationhood, in: G. Signori / B. Studt (Hg.), Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis S.
57–87; B. Studt, Zusammenfassung S. 392; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 15–17, 31–33,
56–65; K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 40–42.
2Zu dieser Textstelle, die eventuell im Zusammenhang mit dem
Streit um die englische Nationsbildung steht, vgl. H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen
Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer
Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 363 Anm. 19.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a173
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 87 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a174
Nun ist ze wissen, was land und küngrich in yeglich nacion gehört, und die ersten
sind Ytalici.
Ytalici
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,1.
Ytalici, daz ist Römerland, Lamparten, Tuschan, Gengwerland, Fflorentzer,
Venedier, das küngrich zuͦ Napuls, daz man nempt Cecilie alcior, daz ist daz höher
Cecilie, das küngrich zuͦ Zipern enend mers, das kayserthuͦmba Co[n]stantinopel und was darin gehöret, daz cristan ist, das küngrich von
Wossen, darinn sind nit vil cristan, daz küngrich von Cicilie, daz ettwa was zuͦ
Candia1, daz yetzo die Florentzer inne haben, die küng von der großen und mindern
Türggie, was da kristen ist und was da wonet in aller Tartarye. Darinn sind siben
kayserthuͦmb. Wer darinn sitzet und cristan ist, der horet zuͦ den Ytalici.
Germani
a) vor thuͦmb in kayserthuͦmb ist thub rot ausgestr. A.
1Kreta.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 88,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a175
Germani, das sind tütsch lüt; darinn gehöret daz römisch rich, [65] das
kungrich Behan, das kungrich von Unger, das küngrich von Bolan, Lutoͧwera land, daz ruschiß land: recht Rüßen, rot Rüßen, wiß Rüßen. Das land und statt
groß Noffagrott, was da kristan ist, was die Tuͦnoͧw begrifet biß gen Kriechen und
herab biß an Engelland, als da ist Flanderland,
und alles, so da ummgriffen ist; das küngrich zuͦ Tennmarck, zuͦ Swegenb, das küngrich zuͦ Norwegen und das küngrich zuͦ Anlayc, waz darinn kristan globen halt und daz küngrich Crowatzi.
Ffrantzioni
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 89.
Frantzioni ist ain küngricha für sich selber und hat kain küng nit under im dann irn küng von Frankrich, und
gehört och nit darin, dann die herren und stett, die in iro landen sitzen. Und
macht daz die groß schuͦl zuͦ Pariß, zuͦ Orlientzb und anderswa in dem land.
[Yspanyc]
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 90.
Hyspani, daz sind die land, die in Spangenlannd ligend. Und sind diß die küngrich
in dem lannd, das küngrich Castell, daz ist Cecili an dem undergang der sunnen,
das küngrich Arogonia, das küngrich Mayorick, daz küngrich zuͦ Nanerna, daz küngrich zuͦ Portigal, daz under küngrich von Cecilie, das küngrich von
Granat, das küngrich von Faist, die aber nit cristan sind in den zwain küngrichen,
doch sind ettlich stett und lender und bistumb under inn. Und sind doch under dem
küng von Hyspani, das ist Castell oder Celici1, sind zway kungrich und hett sy baide inn. Da hört och in daz küngrich Leonorum,
daz ist für sich selb und ist vil cristan darinn und hört daz land darinne, daz da
haißet Ormany2, da die witfarenden und besten koufflüt sind. Und maint man, daz sy och warhaft
syend, und haben sölichen geloben, in welhes land sy komen, was gelobens [66] da sy, den haben sy och, und da haim haben sy Machometus globen.
Anglici
a) Nanern] Navern Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a176
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 91 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a177
Anglici, das ist Engeland, daz da nüws ze Costentz ain nacion ward erworben.
Darzuͦ höret ira küngrich, daz küngrich zuͦ Hiberniab, daz ist Schottenland, das küngrich von Arabia enend dem mer, daz küngrich
Medorum, das küngrich Persarum, die zway India, daz minder und daz mer, das
priester Johanns besitzet1, das küngrich von Ethiopia, da die moren inn sitzend, daz küngrich von Egipten,
das küngrich von Ninefee; die alle nit cristen sind, dann allain Schotten und
Engelschen. Was aber cristanlüt, layen oder pfaffen darinn sitzen, die sind zuͦ
inn getailt und maint man, das noch by nün kungrichen syen, die zuͦ inn gehören,
die in der Tartarye gelegen sind, darüber der groß kayser chan, das ist als vil,
als hie ain römischer kung gewaltig ist. Ich2 getorst sy nit schriben, wann ich gantze warhait darumb nit erfinden kund.
1Vgl. zum Priesterkönig Johannes, von dem auch in den cc. 408
und 474 die Rede ist, W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 141; W. Baum, Die Verwandlungen des Mythos vom Reich des Priesterkönigs
Johannes (1999) S. 244f.; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 87–92.
2Dieser Hinweis fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a178
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 92 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a179
Diß küngrich, lender der fünf nacion, die hattend all ir gewiss fromm und erber
bottschaft ze Costentz, sy wärind cristan oder nit. Und warent diß botten erber
und gelert lüt, gaistlich und weltlich, cristan oder nit, und hettend all und
jeglicher vollen und guͦten gewalt von irn herren mit briefen und och
insigelna.
a) folgt und schluͦgend die botten ir herren wauppen an und ouch als sy in dissem
buͦch findest Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 93,1.
Diss nacion koment all [taga] zesammen, jegliche nacion in ain conclavib, das ist in ainen sal. Und hatt jeglich nacion ir erber bottschaft, die gelert
waren in göttlichen rechten. Und die santend ye von ainer nacion zuͦ der andern,
was sy dann ze raͧt waren worden, und die ander nacion herwider.
[67] Nun ist ze merken, wa jegliche nacion säß und wa das collegium säß,
daz sind cardinäl, und wa daz gantz concilium säß, das ist so sy all zesammen
komen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 93,2.
Das concilium sass allweg in dem münster, uff den stülen, die da vor benempt
sind1, und der baͧpst vor inn vor des lüpriesters altar.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a180
Die nacion Ytalicana, die sass zuͦ den predigern in dena refental. Die nacion von Frankrich sass zuͦ den predigern in dem capitelhus. Die
nacion Germanica sass zuͦ den barfuͦßen in dem capitelhus. Die nacion von
Engelland sass in dem refental zuͦ den barfuͦßen. Die Hyspaniten saßen zuͦ den
augustinern in dem refental.
a) dem Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,2.
Do saßen die cardinäl von baͧpst Benedicto und von Gregorio och zuͦ den
augustinern im capitelhus, aber nit lang, wann sy bald zertailt wurden under ander
cardinäl.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,3.
So sass daz collegium, das sind cardinäl, by dem obrosten cardinal Ostiensi in
des techansa hof1, des von Bintelspachb. Do sass unßer herr der kung mit sinen räten ye an ainer sölichen statt, da er
sy dann hin beruͦft.
O altitudo diviciarum2.
1Vgl. zum Domdekan Albrecht von Beutelsbach, in dessen Haus
sich die Kardinäle versammelten, auch c. 18.
2Vgl. Röm 11,33. Die Invokation fehlt in Pr und K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a181
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 94,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a182
Nun heb ich das concilium an, wie die naciones, daz collegium, die schuͦlen, die
ertzbischoff mit dem küng ze rat wurden, waz daz nächst und das best wär zuͦ
ainhellung der hailgen cristenhait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 95.
Und des erstena: [68] An dem jungsten tag des monatz Februaryb, in dem jar, do man zalt MCCCCXV, davor waren alle naciones, daz collegium, der
künig und all gaistlich und weltlich herren ze raͧt worden, daz nit bessers noch
wägersc wär denn ainhellikait der cristenhait und das bapst Johannes ainfaltenklich und
luter abträt siner wirdikait des baͧpstuͦmbs halb, wann sy villicht wol vernommen
hatten von baͧpst Gregorien kardinälen, wie inen empfolhen solte sin von bapst
Gregorio, daz er gern und och willeklich, luter durch gott und durch ruͦw der
hailgen cristenhait willen, abtretten wölt. Aber sy seitend es nit offenlich. Und
do diß also fürbracht ward vor offem concilium, do nam sich baͧpst Johannes ain
bedenken xiiij tag und maint, baͧp[s]t Benedictus und bapst Gregorius hettind noch
nit iren vollen gewalt darzuͦ geben. Das bedenken, daz war im och mit gemainem rat
des conciliums gegeben.
a) Und des ersten] Und des ersten heb ich also ane Pr.b) monatz February] Rebmonatz Pr.c) wegers Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 96.
97 (Vgl. G/D1: 97–98; G/D1: 97–99)
An unßer froͧwen aubera zuͦ liechtmiss, do man [zalttb] von gottes geburt MCCCCXV jar, do ward ain gantze session und lütet man frü, do
erst der tag an himel stieß, das erst mit der großen gloggen, darnach das ander
und das dritt. Do komen sy alle in das münster zuͦ der session. Und sonder all
gelert lüt uss den drin küngrichen: von Sweden, von Tennmarck und von Norwegen.
Und brachtend für ain gantz concilium, wie vor ziten wär in iro küngrich gesin ain
hailgi küngin mit nammen Brigida1, die da von gottes insprechung vil landc erfaren2 hett, und mit ir gefüret hett ain gottfürchtigen maister in der hailigen
theologie, und sust zwen bewärt gottfürchtig priester, den sy dann ir insprechung
alzit offnot und seit, und nach der rat sy sich gen gott in allen dingen richtet.
Und och in irm leben und nach irm tod vil großer zaichen getan, als ain rechter
hail[i]g tuͦn sol. Das hettind sy in irn schulen und von [69] alten luten
gehort und sähnidd hütt by tag große zaichen, die sy tät. Und begertond da von gantzem concilium,
das man sy zuͦ ainer hailgen erhüb und sy canonisierti. Uff solichs namen sy ain
bedenken und antworten do daruff und sprachen: Möchtind sy haben nün doctores in
sacra theologia, oder ob sy nit all doctores wären, daz sy dann staltind an der
doctores gebresten licenciatos, das sind die, die da doctores wol möchtind werden,
und wenn die nün schwüren zuͦ gott und den hailgen uff dem hailgen evangelio, das
sy söllich zaichen und wonder gesehen und erfunden hetten, und daz inn och ire
vordern geseit hettind, daz es dann wol mocht gesin mit gott und mit dem rechten.
Also staltend sy die nün dar, die swuͦrend da all uff dem hailgen ewangelio, das
dem also wär.
a) auber] aubend PrSt1; tag KG; abent D1.b) so PrSt1.c) vil land] vil by landes Pr.d) sähnid] sochen Pr.
1Die Kanonisation Birgittas von Schweden (1303–1371), die
bereits 1391 durch Papst Bonifaz IX. erfolgt war, wurde in Konstanz und Basel
noch einmal bestätigt. In der Kirche Burg in Stein am Rhein wurde mit dem
Wandbild der Weihnachtsvision an das Ereignis erinnert. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 184; B. Konrad, Rosgartenmuseum Konstanz S. 30f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 183f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 183f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 164–167; O. Krafft, Papsturkunde und Heiligsprechung. Die päpstlichen
Kanonisationen vom Mittelalter bis zur Reformation (2005) S. 908–911; ders., Heiligsprechungen im Schisma, in: Gegenpäpste. Ein
unerwünschtes mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 384, 386; S. Volkart, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 186–193.
2Das Verb erfaren (ervarn) ist hier wohl im ursprünglichen Sinne von „reisen“ oder
„durchfahren“ bzw. „durchziehen“ verwendet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a183
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 97 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a184
98 (Vgl. G/D1: 97–98; G/D1: 97–99)
Nach dema hatt ain ertzbischoff von Tennmark mess, und in der mess ward sy uff den altar
gesetzt als ain töckli bild1, und ward da canonisiertb, daz ist zuͦ ainem hailgen gemacht mit rechter urtail und mit gemainen rechten.
Und nam der ertzbischoff daz bild und gab damit den segen. Und huͦb an ze singen
Te Deum laudamus, und lut man da an stett mit allen gloggen laudesc.
1Gemeint ist wohl ein Büsten- oder Kopfreliquiar.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 98.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 98 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a185
99,1 (Vgl. G/D1: 97–99)
Und uff den ymbiss luͦden die von Tennmark vil cardinäl, ertzbischoff und
bischoff und ander vil gelerter lüt. Und nach dem ymbiß lut man aber laudes und ze
nacht umb bruͦder complet lütet man aber laudes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 99,1.
99,2 (Vgl. G/D1: 97–99)
Diß figur staͧtt hie disent gemaͧlt. Bilder folgen erst pag. 70ff., aber pag. 69 B unten
folgt der die nachstehenden Bilder pag. 70–74 einleitende Bildtext:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 99,2.
Och stat darnach gemaͧlt, wie baͧpst Johannes die kertzen wihet und den segen gab
und die kertzen von ärgger herab warff an unßer froͧwen tag zuͦ der liech[t]miss,
im jar do man zalt MCCCCXV.
Kanonisation der Hl. Birgitta, pag. 70–71, pag. 70: Schwur der
neun Lizentiaten auf das Evangelium, pag. 71: Messe und Kanonisation mit
Reliquienbüste der Hl. Birgitta.
Kerzenweihe und -verteilung, pag. 72–73, pag. 72: Herabwerfen der
Kerzen durch Papst und Kardinäle, pag. 73 wird wohl dargestellt, was Richental im
nachstehenden c. 100 so formuliert: Und ward von dem volk ain groß krepfen und überfielend ain andern, daz
ain groͧß gelächter ward.
Austragung der Kerzen, pag. 74. Pag. 75 leer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 99,3.
[76] An unßer frowen tag zuͦ der liechtmiss, do hatt mess unßer hailger
vatter der pabst Johannes, und wurden vor im gewiht die kertzen1, und er sprangt selbs daz wichwasser daruff und laß selbs fünf collecten ob den
kertzen. Und nach der mess, do ging er in die pfaltz uff den ärgger, der uff den
hoff sicht2. Und stuͦndent iiij cardinäl by im, angeleit glich wie priester, mit wißen
infeln. Unßer herr der küng und der hochmaister von Rodiß, die stuͦnden och daby.
Und der bapst gab dem volk den segen und warff selb kertzen hinab under daz volk,
die eln messig waren. Und darnach wurffen sin caplan minder kertzen herab under
daz volk, das sich also an dem wachs erfand, das es wol by sechtzig lib.a wachs was. Und ward von dem volk ain groß krepfen und überfielend ain andern,
daz ain groͧß gelächter ward. Nach ymbiß und uber tisch sandt der bapst allen herren,
gaistlichen und och weltlichen, die nammhaft waren, och kertzen in iro hüserb. Die tailtend sy dann mit irn huswirten. Die tailtend sy dann für, daz doch
jeglichem ward, wer ir begerott. Do schatzt man, daz der nachgenden kertzen wär by
xl lib.c wachs.
2Wie an dieser Stelle deutlich wird, bestand die Funktion des
Erkers auf dem oberen Münsterhof u.a. darin, konziliare Öffentlichkeit bzw.
Visibilität herzustellen. Vgl. Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster S. 128f; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 238–241.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 100.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 100 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a186
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 100 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a187
In dem bedenken des baͧpstes1 kam bottschaft von baͧpst Benedicto, das er in kain weg abtretten wölt und wölt
sin wihung des bapstuͦmbs behalten, dann er ainhelliklich erwelt wer, und wölt och
sin lebtag bapst sin, und wölt och alle sin gehorsamkait darzuͦ halten, daz sy
dann enkain geloben hettind dann an inn. Da was sin gehorsamkait: All Hyspaniten,
die davor benempt sind. Des erschrakend all fürsten, gaistlich und weltlich, und
was ain groß truren in inn biß an den dritten tag.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 101.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 101 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a188
[77] An dem dritten tag darnach, do kam bottschaft von den Hyspaniten,
von allen küngrichen, die vor genempt sind1, und von allen lendern und stetten, die in Hyspanien gelegen sind, mit gewissen
briefen und mit rechter kuntschaft: Wen da das hailig concilium erwalti, den
wöltend sy och tze baͧpst halten, und wöltind willenklich abtretten der
gehorsamkait des baͧpsts Benedicti. Und do solliche bottschaft kam, do waren die
herren alle fro, one die, so dann die sach anruͦrt, und ward aber den selbigen tag
dry maͧl laudes gelüt, glich wie vorgenempt ist2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 102,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 102,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a189
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 102,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a190
Und indem ee des baͧpstes zil ußkommen was, do rittend vil herren in, das da ze
lang wär ze schriben. Und dannocht so beschach kainem nie kain laid da zwischen
und waz vil nach als ain schwigen in der statt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 102,2.
Und do nun baͧpst Johannes marckt, das es nit anders kond noch mocht sin, do hieß
baͧpst Johannes lüten dem gantzen concilium ze ingendem Mertzen1 anno Dni. MCCCCXV. Und komend zuͦ dem concilio all cardinäl, patriarchen,
ertzbischoff, bischoff, äpt, all schuͦlen, all gelert lüt, unßer herr der küng,
all fürsten und herren, gaistlich und weltlich. Und der bapst selb, der hatt ain
gesungen mess, darnach hett der bischoff Gnesnensis ain gesprochen mess. Und nach
den zwain messen, do tratt bapst Johannes her für mit sinen auditores und
secretarien und och mit sinen procuratoren, und gab das bapstuͦmb da willeklichen
uff und tratt hinaba, und schwuor offenlich vor dem concilium, vor dem küng und vor allem menglichem,
diß zedel und instrument ze halten. Das was ain bull mit ainem blygini insigel und
mit henffin bendeln, als denn sollich bullen sollen sin. Do [78] die
verlesen ward, do schwuͦr er, als dannb vor benempt ist. Und do er nun geschwuͦr, do wainet er und sin diener und vil
cardinäl, ertzbischoff und bischoff, och unßer herr der küng und vil fürsten,
gaistlich und och weltlich herren. Und ward aber laudes gelüt vor imbiß, ze vesper
und ze nacht.
1Zur Generalsession am 2. März 1415, auf der Papst Johannes
XXIII. eine Abdankungsformel akzeptierte und öffentlich seinen Rücktritt anbot,
nachdem er bereits am 16. Februar ein Rücktrittsversprechen gegeben hatte, vgl.
J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 198; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 212–214; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 79f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 103.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 103 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a191
Und ist diß die bull1 in latin geschriben, die hienach genempt wirt, und gab die allen
ertzbischoffen.
[79] Johannes episcopus servus servorum Dei universis
Christi fidelibus presentesa litteras inspecturis salutem et apostolicam
benedictionem. Universitate vestre et vestrum singulis presentibusb innotescat, quod propter quietem tocius populi
christiani profiteor, promitto, spondeo, foveo et juro Deo et ecclesie ac huic
sacro concilio sponte et libere dare pacem ipsi ecclesie per viam mee simplicis
cessionis papatus et eciam facere et implere cum effectu iuxta deliberacionem
presentisc concilii si et quando Petrus de Luna Benedictus
XIIIus et Angelus Cowario, Gregorius duodecimus in suis obedienciis nuncupati,
papatum, quam pretendunt, per se vel perd procuratores suos legitimos similiter cedant et eciam
in quocumque casu cessionis vel decessus aut alio in quo per meam cessionem
poterit dari unio ecclesie ad exstirpacionem presentis scismatis. Acta sunt hec in
Constancia anno domini MCCCCXV die prima Marcii, hora nona, pontificatus nostri
anno quinto.
Nach dem und diß bull verlesen ward, do hies baͧpst Johannes fröd lüten mit allen
gloggen vor imbiß, ze vesper und ze aubente.
a) presentes] princeps Pr.b) princibus Pr.c) principis Pr.d) davor pro ausgestr. A.e) ze vesper und ze aubent] und ze vesper zitt und ze complett zitt das beschach Pr.
1Die Bulle ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 15f. mit Anm. 12; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. XXXIIv; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 45f.; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 607; J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 284f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 186; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 115, 143; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 61f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 104.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 104 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a192
[80] Darnach an dem dritten tag kam bottschaft mit vollem gewalt von
baͧpst Gregorio, wie das er willeklich und gern sins baͧpstuͦmbes halb abtretten
wölt und wölt tuͦn und laßen, was sich daz concilium erkanti. Diß bottschafte
brachten och für daz gantz concilium die sechs cardinäl, die baͧpst Gregorius hatt
gen Costentz zuͦ dem concilium gesendet, und mit inn der hochwirdig herr
Bondolffusa de Maletestis, archidyaconus, der och von baͧpst Gregorien wegen ze Costentz
was, und alle pfaffhait, die ze Costentz was. Und die da sin gehorsammi hielten,
die gaben dem selben concilium in offner session an baͧpst Gregorien statt das
baͧpsttuͦmb uff, und schwuͦrent die sechs cardinäl ze halten, was daz concilium
überkeme. Und an stett in der selben session wurden die selben cardinäl
widerumbb cardinäl gemacht, dann sy es vor hin uff geben hattend, und ward inn da der huͦt
wider gegeben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 105,1.
Do nun das sach der cardinal und die bischoff, die baͧpst Benedictus gesandt hatt
gen Costentz, wie daz land wölte halten, welhen daz concilium erwalti, do traͧtend
sy och ab ir obedientz und wurden och wider in ir statt gesetzt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 105,2.
Darnach ze mittervasten, als man singt ina der hailgen mess Letarea, do hett
unßer hailger vatter bapst Johannes mess uff dem fronaltar in unßer froͧwen münster,
und segnot da ain ital guldin rosen1, der was vast kostlich. Und gab den guldin rosen da mit siner hand in unßers
herren des küngs hand. Den empfieng er vast wirdiklich vor dem fronaltar in dem
münster zuͦ dem thuͦmb zuͦ Costentz. Und hatt inn in siner hand die mess gantz uß.
Und nach dem segen der mess, do gieng unßer hailger vatter der bapst usser dem
münster in die pfaltz uff den arger, der da sich[t] uff den obern hof [81], und ging mit im der selb unßer herr der küng, und truͦg den rosen in siner
hand und bot den vor dem ärger heruss, das inn aller menglich wol sehen mocht. Und
giengen mit inn ailff cardinäl und vil ertzbischoff und bischoff und siben rechter
fürsten; und gab da dem volk den segen. Als dann das als hienach gemaͧlt ist2.
a–a) in der – Letare] in der kilchen mess Letare Pr.
1Die Verleihung der Goldenen Rose an Sigmund erfolgte (am
Sonntag Laetare) am 10. März 1415. Vgl. E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 289f.; E. Cornides, Rose und Schwert im päpstlichen Zeremoniell (1967) S. 45–59;
B. Schimmelpfennig, Die Organisation der päpstlichen Kapelle in Avignon, in:
QFIAB 50 (1971) S. 90; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 342–344; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 217; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 196f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 81; M. Prange, Der Konstanzer Domschatz. Quellentexte zu einem verlorenen
Schatzensemble des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (2012) S. L mit Anm.
112, 55 mit Anm. 71; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 145; G. J. Schenk, Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24f.; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 303 mit Anm. 196;
U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 230; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 74 Anm. 149; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42.
2Bezieht sich auf pag. 82–83, wo Messe, Weihe und Überreichung
des goldenen Rosenzweiges dargestellt sind.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 106.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 106 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a193
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 106 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a194
Und nach der selben mess und nach dem segen, do nam unßer herr der küng den
selben rosen in sin hand mit ainem guldin tuͦch und rait damit durch die statt,
daz inn aller menglich wol sehen mocht und mit im all fürsten, herren, grafen,
fryen, ritter und knecht. Und zögeta da aller menglichen den rosen. Und rittend vor im sin prusuner und ander fürsten
prusuner, der by xxiij was, und all pfifer, der by xxxx was. Und rait darnach
widerumb uff den hoff für die pfaltz und stuͦnd da ab und ging mit dem rosen ze
fuͦß in das münster und stalt den rosen uff den fronaltar und gab inn unßer
froͧwen, da er noch hütt by tag stat. Und ging wider in die pfaltz und auß den imbyß
by dem baͧpst.
a) zöget] zögt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 107.
Uff den selben imbiß hatt unßer hailger vatter der baͧpst geladt unßer herren den
küng und vil cardinäl, ertzbischoff und bischoff und vil ander fürstena. Doch sass der bapst uff ainem sundrigen tisch, das nieman mit im auß. Und an
dem andern tisch unßer herr der römisch küng und vor im der cardinal Ostiensis und
darnach ye ain weltlicher fürst und vor im ain gaistlicher, cardinal oder ain
patriarch oder ain ertzbischoff oder bischoff. Und nach dem mal tett man ain
predig in latin.
Und staͧtt diß also hienach gemaͧlt1.
Weihe und Überreichung des Goldenen Rosenzweiges, pag. 82–83,
pag. 82: Messe und Segnung, pag. 83: Übergabe der Goldenen Rose an Sigmund. Obere Blatthälfte pag. 82 frei.
Segen des Papstes, pag. 84–85, pag. 84: Volk, pag. 85: Papst und
Klerus.
Umritt des Königs, pag. 86–87, pag. 86: König und Rose, pag. 87: prusuner und pfifer.
Aufstellung der Rose, pag. 88. Pag. 89 leer.
a) folgt und boͧtz innan vast wal Pr.
1Bezieht sich auf pag. 84–85, wo der Segen des Papstes
dargestellt ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a195
[90] Und1 diß beschach alles an dem sonne[n]tag ze mittervasten Letare vor imbiß. Und zuͦ
dem imbiß luͦd bapst Johannes der XXIII. denselben unßern herren den küng zuͦ
imbiß und zuͦ im den cardinal Ostiensis und dannocht sechs cardinäl, den
ertzbischoffen von Mentz und vil ertzbischoff und bischoff und sust by nün
gefürster herren.
1Das c. 108,2 fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a196
Und1 als sy nun tze tische woltend sitzen, do predigott inn vor dem tisch ain lerer
göttlicher kunst und vast lang. Und ze tisch do sass der baͧpst ob ainem sundrigen
tisch und nieman by im und truͦg man im so vil für zuͦ jeglichem gericht, das
zehen gnuͦg hettind gehaben. Und wenn es für inn kam, do hieß er sin tisch diener
und fürschnider im fürlegen, was er dann wolt, daz ander hieß er füro tragen an
die tisch, da dann saßent bischof, pfaffen und gelert lüt. An dem andern tische,
do sass der cardinal Ostiensis und an im hertzog Ludwig von Brig und vor dem
cardinal unßer herr der küng und vor hertzog Ludwigen von Brig der ertzbischoff
von Mentz. Den vieren gab man zesammen ze essen und also saßend den tisch uß ye
vier zesammen, zwen gaistlich und zwen weltlich.
1Das c. 108,3 fehlt in K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 108,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a197
Und1 also uff den tag glich umb den imbiß, do hatt sich maister Hanns Huss von Behem
gelait in ain wagen in siner herberg, der was des Lactschenbocks ain ritters ze
Behem2, der was zea herberg in der Pfistrinen hus3 an Sant Pauls gassen. Und nam zuͦ im ain fläschli mit win und ain wißbrott4. Derselbig wagen wolt nach imbiß gefaren sin in das göb umm stro und umb hö, und maint also von Costentz ze kommen widerumb ge Behem. Do
man nun über tisch kam und man sin irretc, do luff von stund an der selbig ritter Lactschenbock und mit im ain ritter mit
nammen Kolenbrat5, och von Behem6, die [91] dann den Hussen her ußher Behem bracht hattend, für den
burgermaister herr Hainrichen von Ulm und klegten im, das der burgermaister
hie[ssd] von stund an alle tor beschließen und menglich gewaͧpet kommen uff den obern
markt. Daz och beschach. Und do die also hieltend und geordnott ward, wa jeglicher
hin solt riten.
1Vgl. cc. 149
und 150. K, W und E berichten hier sehr viel ausführlicher über das
Auftreten von Hus in Konstanz und ziehen Informationen, die in A und Pr erst
später kommen, teilweise vor. G und D1 bieten die Hus-Geschichte sogar als separate (siebte)
Erzähleinheit am Ende der St. Georgener Chronikversion.
2Heinrich Lacembok von Chlum, zusammen mit Wenzel von Leštno
oder von Dubá und Johannes von Chlum Begleiter von Jan Hus. Vgl. R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 174f.; F. Šmahel, Die hussitische Revolution (MGH Schriften 43, 2,
2002) S. 912; P. Soukup, Die Maßnahmen des Konzils gegen die Hussiten, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 95; ders., Jan Hus (2014) S. 189. Siehe für das Jahr 1414 auch das
Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I
2) S. 21.
3Haus „Zur roten Kanne“ der Fida Pfister, heute Hussenstraße
22. Vgl. J. Marmor, Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 69; F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 77, 245f.; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 62; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 49–71 mit Abb. 4; ders., Auf den Spuren der Fida Pfister. Die „verschollene“ Wirtin
des Jan Hus bekommt ein Gesicht in: Konstanzer Beiträge zu Geschichte und
Gegenwart 4 (1995) S. 105–121; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 28; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 247; D. Leykam, Das Hus-Museum in Konstanz. Zwischen historischem Museum und
Erinnerungsort, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 205; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
53f.; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 173; Th. M. Buck, Das „Kunst- und Alterthumskabinett“ Joseph Kastells S.
149f.
5Johannes von Chlum, gen. Kepka.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a198
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a199
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a200
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a201
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a202
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 109 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a203
Do ward er funden in dem wagen. Und sprach Lactschenbok der ritter zuͦ im:
Maister Hanns, warumb haben ir üwer gelait selber brochen?1 Und glich umm vesperzit, do fuͦrt der selbig Lactschenbock und der Kolenbrat den
selben Hussen uff den obern hof für die pfaltz und gab inn da bapst Johannsen, und
luffen im nach mer dann xij tusent menschen durch wonders willen. Der bapst leit
inn do gefangen in die pfaltz. Da lag er acht tag. Darnach do ward er geleit zuͦ
den predigern. Da lag er, biß er verbrennet ward. Und giengen zuͦ im allweg am
dritten tag gelert herren in theologia.
1Die Frage macht die hinter der Fluchtgeschichte stehende
Intention deutlich. Hus soll als jemand erscheinen, der sein Geleit selbst
gebrochen hat, was einer Selbstexkulpation der Stadt gleichkommt; vgl. c. 109
in K, wo sich im Gegensatz zu A und Pr der Satz findet: Und brach also selb sin gelait. Hierzu W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 119f. Anm. 1; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f: „This attempted flight therefore became the
justification for Husʼs imprisonment“.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 110.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 110 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a204
Nun möcht ettliche wondern, wie der baͧpst dem volk den segen gab. Das ist ze
wissen, daz uff dem obern hoff ze Costentz an der pfaltz ist ain gewelbter
kerhals. Uff dem kerhalsa was ain ärgger, glich als wyt als der kerhals ist. Und uff dem ärgger was ain
michler uß geschoßner ärger, der hett vornen dry michel bayenb, und zuͦ yetweder siten zwen. Und ging man usser der pfaltz in den ärgger. Und
wenn der bapste den segen geben wolt, so hankt man uss zuͦ allen bayen wiße tuͦch,
des besten von dammastc. Und innen dackt man den ärgger oben an der büni mit guldinen tuͦchen und zuͦ
allen wenden des ärggers mit guldinen tuͦchen. Und uff den mittlen baigen, uff daz
wiß tuͦch, leit man ain lang kostbar küssi, und uff daz küssi ain groß schön
guldin tuͦch, daz vast herab hanget. Und wenn er den segen wolt geben, so ging vor
im her ain bischoff mit ainr infeln, und truͦg im vor das crütz; und nach dem
crütz koment zwen [92] bischoff mit wißen inflen, die truͦgent zwo vast
groß brinnend kertzen in ir henden und stießend die kertzen also brinnend zuͦ den
bayen ußher. Darnach komend iiij cardinäl, och in wyßen inflen, ettwe sechs,
ettwen minder, ettwen kam och in den ärger unser herr der küng. Und ettwen die
cardinäl und der küng staltend sich in die bayen. Und nach dem, so kam unßer
hailger vatter der baͧpst, angelait so er iemer kostlichost mocht sin als ain
priester. Und hatt ain wiß inflen uff sinem hopt, und hatt under dem messachel ain
rock mer dann ain priester, und hatt zwen hendschuͦch an sinen henden und ain
großes fingerlin mit ainem großen edlen stain an dem mitteln finger der rechten
hand. Und stalt sich in den mittlosten bayen allain, daz inn menglich sach.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 111.
Darnach koment sin senger all mit brinne[n]den kertzen, das der ärgger schain,
als ob er brunne; und staltend sich hinder inn. Und gieng ain bischoff zuͦ im und
zoch im sin inflen ab. Und nach dem, do fieng der baͧpst an ze singen in gemacher
stimm, doch das es menglich hortt: Sit nomen domini benedictum, und macht ain
crütz vor im. Die senger hinder im, die antworten: Ex hoc nunc et usque in
seculum. Aber machot der baͧpst ain crütz vor im und sang: Adiutorium nostrum in
nomine domini. Und do antworten im die senger: Qui fecit celum et terram. Darnach
sang der baͧpst: Benedicat vos pater et filius et spiritus sanctus, und machot drü
crutz. Die senger sprachent: Amen. Und nach dem satzta der bischoff im die infeln wider uff sin hopt und giengend wider in die pfaltz
und suß menklich wider haim.
a) davor sag rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 112,1.
Diß figur stat hievor gemaͧlet1.
1Bezieht sich auf die Illustrationen pag. 84–85, wo der Segen
des Papstes dargestellt ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 112,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 112,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a205
[93] An dem mentag nach Letare ward ain groͧß session in dem münster. Und koment dahin
all gaistlich fürsten, cardinäl,
patriarchen, ertzbischoff, bischoff, äpt, pröbst und all schuͦlen. Do ward man ze
rat, daz man je erdenken wölt, wie unverzogenlich ain ainhelliger baͧpst wurd. Do
stuͦnd enmitten under inn uff der ertzbischoff und churfürst bischoff Johanns von
Nassoͧw, ertzbischoff ze Mentz, und sprach offenlich: Und wär sach, daz sy kainen
andern nemind dann baͧpst Johannsen, so wölt er daby niemer sitzen, und wölt im
och kain gehorsammi niemer tuͦn1. Dawider sprach der patriarch von Constantinopel2 in latin: Quis est iste ipse? Dignus est conburendus. Das ist: Wer ist der? Er
ist wirdig ze verbrennen. Do das der ertzbischoff von Mentz hortt, do luff er uss
der session. Und also zerging die session. Der ertzbischoff sass in ain schiff und
fuͦr an stett gen Schaͧffhusen und darnach haim. Sin diener rittend im nach3.
2Jean de la Rochetaillée, Titularpatriarch von
Konstantinopel.
3Johann II. von Nassau, Erzbischof von Mainz, war mit Papst
Johannes XXIII. verbündet. Vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 283; H. Finke, ACC 3 (1926) S. 264 Anm. 2; H. G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 108–112; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 329; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 199; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 205f.; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 19; H. Krieg, Ein fürstlicher „Trittbrettfahrer“? Markgraf Bernhard I. von
Baden, Johannes XXIII. und das Konstanzer Konzil, ebd. S. 61.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 113.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 113 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a206
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 113 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a207
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 113 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a208
Darnach an dem zinßtag ward kain session, wol jegliche nacion gieng zesammen,
jegliche an die statt, dahin sy dann gehortt, und das collegium och dahin, das es
hin gehortt. Und gieng allweg der küng zuͦ jeglicher nacion und zuͦ dem
collegium.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,1.
An der mittwochen do ward aber ain session glich wie uff den mentag. Do wurden sy
mit ainander in ain, das sy under ainander fragen solltind, wie sy aller beldost
zuͦ der ainung kommen möchtind.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,2.
Uff den dornstag ward kain session nit, wann das aber die naciones zesammen komen
und sich bedachten, und das collegium och.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,5.
Uff den sonntag Judica, do hatt mess der bischoff Salusburgensis uss
Engelland.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 114,6.
Mornends am mentag, do unßer hailger vatter bapst Johannes marckt, daz sy also
ains waren worden, do ward er unwillig und hett gern geiert, das das concilium nit
für sich gangen wär. Und sprach, das er und die sinen nit sich[era] wärind ze Costentz. Und hett och kain söllich sicher gelait, als im verhaißen
wär. Und könden und mochtind die sinen von unsicherhait wegen weder zuͦ im noch
von im kommen. Und wär im die statt nit gevellig, und wölt daz concilium legen, da
es bas und sichrer läg1. Das kam nun unßern herren den küng für. Der ging zuͦ unßerm hailgen vatter dem
bapst und sprach: Wie inn fürkommen wär, das er von hinnan wölte ziehen. Dunckte
inn aber, daz er und die sinen nit gelaitz gnuͦg hettind, so wölt er im gelaitz
gnuͦg schaffen und geben, und inn dann selb duchte, daz er versorget wär. Mocht
aber daz nit gesin, daz er im dann der eren gunde, so wolt er inn mit sin selbs
lib sicher füren, wahin er begerti. Und sandet glich nach den räten ze Costentz
und erzalt inn die sach. Die rät gingen inhin für den bapst und sprachen: Hett sin
hailikait nit gnuͦg gelaitz, so wöltind sy im gelait geben und inn och behüten vor
aller welt. Und solt es als hert werden, daz sy ire kind esse[n] müßtind, dannocht
wöltind sy inn nit laßen. Das bestuͦnd also und ward aller menglich sinr war
gnuͦg.
a) sich A; sicher Pr.
1Zu den dem Papst und der römischen Kurie von der Konzilsstadt
Konstanz vor seiner Ankunft gewährten Sicherheiten vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 5 (1699) S. 5–10 die „Pacta inter papam
et Constantienses de securitate papae in concilio“, die der Papst offenbar
verletzt sieht. Siehe hierzu auch G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 182; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 180f., 250f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 86f.; H. Maurer, Die Stadt Konstanz und das Konzil, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 153; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 279f. mit Anm. 102;
A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 25.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 115.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 115 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a209
Darnach marckt unßer herr der küng, das der bapst vil haimlichs gesprachs hett
mit hertzog Fridrichen von Österrich. Und besant für inn hertzog Fridrichen und
sprach: Lieber öham [95] und lieber unßer und des römischen richs fürst,
unß ist fürkommen, wie ir unßern hailgen vatter den bapst von hinnan füren
wöllind, daz tuͦnd nit. Wölt er aber ye von hinnen, so gunnend uns der er, so
wöllen wir inn mit üwer hilff von hinnan füren, in welhes land er wil. Do antwort
hertzog Fridrich, er wölt inn niendert hinfüren und tät es ouch ungern, und wär im
nie gedacht. Des benuͦgt unßern herren den küng, und also bestuͦnd es.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 116,1.
Doch ward all wochen ain sessio uff mentag, mitwochen und uff fritag. An andern
tag, zinstag, dornstag und samßtag, do saßa die naciones zesammen an ir statt, daz collegium an siner statt. Die auditores
saßent allweg in Sant Steffans kirchen, hinden in der kirchen, und allweg vor
imbiß, nach der prim, gewonlichen an dem mentag, an der mittwochen und am fritag.
Und muͦßtend die korherren zuͦ Sant Steffan, wann sy sitzen woltend, dester früger
singen von des gebrächtzb wegen und des umblofens1, so by inn was.
1Umherlaufens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 116,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 116,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a210
Och hatt man gemacht by zwölff bichtstülen zuͦ dem thuͦm ze Costentz. Darinn
saßen des baͧpstes penitentzier in den absitena und vier by dem toͧffstain und vier by Sant Peters altar, die stäteklich bicht hortend.
Und was an
jeglichem stuͦl geschriben, was sprachen der kond1, der in dem stuͦl ze bicht sass, umb söllichs, daz jegliche sprach irn bichter
fund2.
a) folgt aͧcht K.
2Hierauf folgt in Pr die einzige Illustration, die in den
narrativen Chronikteil vorgezogen wurde, alle anderen Bilder sind ab foll.
111v bzw. 114v (doppelte Seitenzählung) nachgestellt. Dargestellt ist das
Stechen Herzog Friedrichs von Österreich mit dem von Cilli. Vgl. zu diesem
dislozierten Bild R. Kautzsch, Die Handschriften S. 447; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 42; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 75, 230f., 252, zum Turnier G. Fischler, Das Turnier Herzog Friedrichs von Österreich auf dem
Konstanzer Konzil, in: Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde N.F.
1 (10) (1924) S. 122–131; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 417f., 423, 425f.; D. Dvořáková, Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 117.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 117 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a211
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 117 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a212
118 (Vgl. G/D1: 118–119,1)
Darnach1 an dem xx. tag im Mertzen, das was an Sant Benedicten aubent des abbts, anno
Dni. MCCCCXV, ain stund nach mittag, do fuͦr baͧpst Johannes haimlichen von der
statt ze Costentz, und rait uff ainem klainen rösly und hatt ain graͧwen mantel
umm und ain graͧw [96] kappen uff, die was umbwunden, daz man inn nit
kennen mocht2. Und hatt ain armbrost an sinr siten. Und rait vor im verr ain klainer knab, och
verbunden, und ver hinder im ain pfaff, och verbunden, daz sin nieman kond ach[t]
nemmen. Und kam des ersten in des lüpriesters husa zuͦ Ermatingen. Da ruͦwet er und tett ain trunckb, und kond inn nieman erkennen. Und sass da in ain schiff3, daz niemand umb sin hinfart wißt dann hertzog Fridrich von Österrich, der och
[uff] dem schiff sass und ander sachen bestelt hett. Und kam gen
Schauffhusen.
1Die cc. 118, 119,1 und der Anfang von 119,2 sind in Pr
ausgefallen.
2Zur Flucht des Papstes, der – wohl zu seiner Absicherung – am
15. Oktober 1414 zu Meran ein Bündnis mit Herzog Friedrich IV. von Österreich
geschlossen und ihn zum Generalkapitän der päpstlichen Truppen bzw. der
römischen Kirche ernannt hatte, vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 285; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 119; H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 7–59; ders., Das badische Land und das Konstanzer Konzil, in: Festgabe
der Badischen Historischen Kommission zum 9. Juli 1917 (1917) S. 52–65; ders., ACC 3 (1926) S. 36f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 199; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 33–37, 41–50; H.
G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 242–304; H. Kramer, Das Meraner Bündnis Herzog Friedels mit der leeren Tasche
mit Papst Johann XXIII., in: Der Schlern 15 (1934) S. 440–452; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 232–236, 268; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 191; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 41f.; H. Koller, Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von
Österreich, in: Studia Luxemburgensia, hg. von F. B. Fahlbusch und P. Johanek (1989) S. 334–340; Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. XIII; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 21–23; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 224–233, 269–278; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 25f.; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 145, 148; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 111–116; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 81f.; J. Miethke, Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
79; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 17–44. Siehe auch:
Die sog. Klingenberger Chronik. Bearbeitet von B. Stettler (2007) S. 175, 189.
3In der Luzerner und amtlichen Berner Chronik des Diebold
Schilling sieht man den Papst im gedeckten bzw. offenen Schiff sitzen. Vgl. Die
Luzerner Chronik des Diebold Schilling 1513. Faksimile-Ausgabe der Handschrift
S 23 in der Zentralbibliothek Luzern, hg. von A. A. Schmid (1981) fol. 34v (68); Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.1, fol. 336; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 409f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 118.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 118 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a213
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 118 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a214
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 118 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a215
119,1 (Vgl. G/D1: 118–119,1)
Desselben tags nach der vesper, do stach hertzoga Fridrich von Österrich mit dem jungen grafen graf Fridrichen von Zil uff dem
indern ussern veld by dem Paradiß umb ettwevilb ringc. Und maint man, er tät es darumb, daz man sich dester minder uff inn versehe.
Und do er glich verbunden hatt und der graf och, ee der stich beschach, do kam zuͦ
im sin dienerd, maister Conrat Säldenriche, und runet im in den helm, daz bapst Johannes hinweg wär1. Doch volgieng der stich, und verlor hertzog Fridrich die ring und rait in die
statt in ains juden hus zuͦ der Wannen2, und sandt nach sinem öhem, graͧff Hansen von Lupfen3. Der markt die sach und wolt nit zuͦ im kommen. Do kam Johanns truchsäß von
Diesenhofen, genant Molle, und sach, daz hertzog Fridrich erschroken was, und
handlott inn übel4. Und sass uff ain pfärd, und satzt hertzog Fridrichen och uff ains und nomend
ain knaben, und rittend den graben umbhin und dem bapst nach gen
Schauffhusen.
a) hertzog hertzog A.b) davor ettwel rot ausgestr. A.c) clainet K; clainat G.d) davor d rot ausgestr. A.e) Uͦlrich Saldenhorn K; Uͦlrich Säldenhorn G.
1Zu den Begleitern bei der Flucht des Papstes vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 21f. Siehe auch Aegidius
Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt.,
Bd. VII, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 22.
2Vgl. zu dieser Textstelle, die eventuell die Rolle von Juden
als Bankiers zur Konzilszeit beleuchtet, Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 22; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 40; P. Niederhäuser, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 146; D. Weltecke, Juden im Bodenseeraum, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 162; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 121f.; H. Fidler, König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden S.
86f., 93, 96, 98. Siehe zu diesem Thema auch K. Hruza, König Sigismund und seine jüdischen Kammerknechte, oder: Wer
bezahlte „des Königs neue Kleider“?, in: Kaiser Sigismund (1368–1437). Zur
Herrschaftspraxis eines europäischen Monarchen, hg. von K. Hruza und A. Kaar (2012) S. 75–135.
3Graf Hans von Lupfen (auf der Baar am Westrand der
Schwäbischen Alb).
4Zu Richentals Darstellung vgl. H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 26.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a216
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a217
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a218
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,1 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a219
Und uff den aubent und in der nacht und mornends frü, lang vor tag in den ziten,
rittend und fuͦrent [97] und giengen, wie ainer so er iemer haimlichost
hinweg mocht kommen, des baͧpstes diener und sin anhanger und die es vast mita im hattend von Costentz, dem baͧpst nach1. Und ward doch des ußritends so vil, das des unßer herr der küngb innen ward.
1Zu den Anhängern und Gefolgsleuten, die dem Papst nach
Schaffhausen nachfolgten, vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 25; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ebd. S. 224f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 119,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a220
Und frü mornends, als der tag uff kam an Sant Benedicten tag, do nam unßer herr
der küng hertzog Ludwigen von Haidelberg zuͦ im und rait durch die statt ze
Costentz mit sinen prusunern tzuͦ allen wechßlern, sy waren Ytalici oder ander,
und zuͦ allen appenteger, kromer, handtwerchs lüten und zuͦ allen cardinäln und
allen herren, und hieß stäteklichen uff prusunen, und ruͦft mit sin selbes munde,
das nieman hinweg fuͦr, biß man innen wurd, waz der sach wär. Wann bapst Johannes
haimlichen hinweg gewichen wär, und das darumb nieman solt erschreken, in was stat
er wär. Und solt menglich libs und guͦtz sicher sin, und solt besser gelait haben
dann vor. Des wurdent die wechsler1, appenteger, kromer, koflüt und yederman vast fro, und loptend unßerna herren küng Sigmunden umb söllichs gar vast und sprachend: War es in irenb landen beschehen, so wärind sy umm ir hab komen. Und also, do schlussend sy ir
laden wider uff, dann sy hattend vor beschlossen.
1Die Wechsler hatten nach der Flucht des Papstes ihr Geld in
der Furcht, es zu verlieren, bereits fortgeschafft. Vgl. J. Cahn, Münz- und Geldgeschichte der im Großherzogtum Baden
vereinigten Gebiete, Teil I (1911) S. 234; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 234 Anm. 24, 268; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 142; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 57.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 120.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 120 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a221
121,1 (Vgl. G/D1: 121,1 und 124,1)
Glich mornendes, do besant unßer herr der küng zuͦ im in das münster sin weltlich
churfursten, der gaistlichen [cura]fürsten bottschaft, all ander weltlich fürsten, die cardinäl, die patriarchen,
all ertzbischoff und bischof, all ander gaistlich lüt, all herren, grafen, fryen,
ritter und knecht, aller stett bottschaft, die dem römschen rich zuͦ gehortend.
Und klegt da vor inn allen, wie daz hertzog Fridrich den baͧpst hinweg hett gefürt
[98] über den gehaiß, den er im dann getan hett, das er söllichs nit
tuͦn wölt, und im sin och nie gedacht wär, und das er im und dem hailgen concilium
große schmahb daran erzögt hett und och daruff gangen sy, das daz hailig concilium geiert wurd
und das die ainhellikait der cristenhait nit für sich gieng1. Und das och vil und mächtig personen zuͦ im klegt hettind, wie daz er inn mit
gewalt und on alles recht daz ir ingenomen hett und noch inne hab. Undc batt, im darinn rat ze geben und hilff ze tuͦndc. Do ward im von allen gaistlichen und och weltlichen
heren geraten, das er den selben hertzog Fridrichen umb diß sach laden solt für
sin römsch gericht, sich da umm all sachen zuͦ versprechen, und dann darnach zuͦ
im richte, als dann recht wär.
a) so Pr.b) schmah] schmauche Pr; schmaͧch St1.c–c) Und – tuͦnd] Denn er ouch woltte vor im zuͦ den rechten staͮn und sich des verbunden
hett. Des er ouch also abgangen sy und batt im darumb ze rauttend und hilff ze
tuͦnd Pr.
1Vgl. hierzu auch Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten zur
Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXVI § 64, S. 59.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 121,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 121,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a222
Doch an stett seitend unßerm herren dem küng hilff zuͦ all weltlich churfürsten,
herren, grafen, fryen, ritter und knecht, sy wärind belehent von der selben
herschaft oder sy wärint diener oder nit, och all des hailgen römschen richs
stett, das sy im all umb die sachen mit ir lib und guͦt helffen wöltind über
hertzog Fridrichen von Österrich. Und seitend im och ab uff den selben tag mit iro
briefen mer dann cccl hundert. Der brieff ich selbs mer dann fünftzig schraib, die
all hertzog Fridrichen gen Schaͧffhusen schicktend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 121,2.
Do nun die widersach brief an der guͦten mittwochen am großen dornstag gen
Schaffhusen inkomen, do viel bapst Johannes in vorcht, das er ye nit mer ze
Schauffhusen beliben wolt. Und an dem stillen fritaga nach dem ampt, ee er enbiss, do vil in ain sölich groß [99] regen, wind
und schne, als vor lang nie ward1. Do fuͦr in regen, wind und schne bapst Johannes von Schaͧffhusen und kam gen
Lofenberg und darnach gen Friburg in Brißgö. Und do er gen Lofenberg kam, do sant
er ain bull2 uß gen Costentz dem concilium und allen gaistlichen herren, die von wort ze
wortt hienach geschriben stat:
a) karfrytag G.
1Zu den Umständen der Reise von Schaffhausen nach Laufenburg
und schließlich über den (verschneiten) Schwarzwald nach Freiburg vgl. Aegidius
Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt.,
Bd. VII, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 34f.; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 233; H. Haumann / H. Schadek (Hg.), Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau 1
(1996) S. 220f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 270; vgl. c. 19.
2Die Bulle ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 37f.; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. XLIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 102; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 597; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 234; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 192f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 144; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 269; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 72 mit Anm. 33.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 122.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 122 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a223
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 122 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a224
[100] Johannes episcopus servus servorum Dei universis
Christi fidelibus presentes litteras inspecturis salutem et apostolicam
benedictionem. Universitate vestre et vestrum singulis presentibus innotescat,
quod cum propter metum, qui merito cadere poterat constantema, de civitate Constantiensi decessimus et ad terram
Schauffhusen Constantiensis dyocesis pervenimus, credentes abinde posse omnia et
singula praticareb, que forent ad pacemc et unionem ecclesie sancte Dei, quam de die in diem
cordialius exoptavimus, causante humani generis hoste, impedimento supervenerunt
talia, quod exinde feria sexta maioris ebdomade post celebratum officium
ingra[v]escente aeris tempestate permaximum nos opportebat
abinde discedere eciam propter metum, qui cadere poterat in constantem, ut loco et
tempore congruis et securius eciam in generali concilio ubi et quando tute patebit
accessus, luce clarius ostenderet. Et quamvis mors censeatur terribilium omnium
ultimum, illam, ne alia, que nobis inminebant gravissima pericula, tantum
formidavimus, sicut hoc unum, ne ex hoc occasione temptata Petrus de Luna, olim
Benedictus XIIIus et Angelus de Cowario Gregorius XIIus in eorum obedienciis nominati, allegantes
impressionem nobis illatam seu quovis modo retraherent accessione preter si juris
quomodolibet in papatu, et sic pertraheretur effectus pacis et unionis huiusmodi
ad quorum rerum et salutarem effectum suprema desideria nostra tendunt; et in
quantum in nobis erit, ut pax et unio subsequentur huiusmodi in illo cessabimus
seu studia nostra quomodolibet subtrahemus. Datum Lofenberg Basiliensis dyocesis
pridie nonas Aprilis pontificatus nostri anno quinto.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 123,1.
Do nun die bull gen Costentz kam, do rittend von Costentz fünff cardinäl von
Lamparten und vil ertzbischoff und bischof von Ytalia und och ettlich von Hyspania
und ettlich auditores. Die ließ man riten dem bapst nach. Die komen nit verrer
dann gen Schaͧffhusen und beliben da by fünf tagen und nit lenger, und komen
darnach wider gen Costentz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 123,2a.
124,1 (Vgl. G/D1: 121,1 und 124,1)
[101] Vor dem do schluͦg unßer herr der küng besigelt brief, mit siner
mayenstat insigel besigelt, an: ainen zuͦ dem münster an des Helmhoffs tür, ain an
des münsters thor uff dem obern hof und ainen gen Sant Steffan an die kirchtür.
Und luͦd mit den briefen hertzog Fridrichen von Österrich für sin künglich
hoffgericht umm daz übel, so er dann an im getan hett, und an dem hailgen
concilium und an der hailigen cristanhait, und och, das er sich verantworten sölt
gen menglichen, dann er inn das ir mit gewalt ingenommen hett, die zuͦ im ze
sprechen hetten, als er och daz vormaͧls mundtlichen verhaißen hett.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,1.
124,2 (Vgl. G/D1: 124,2)
Und uff das, do manot er all fürstena, herren, grafen, fryen, ritter und knecht und all des römischen richs stett, all
sin diener und die von im belehnot waren, das sy uß zügend über hertzog Fridrichen
und über sin stett. Und also widersaitend sy all hertzog Fridrichen und
grechnotb sich menglich uß ze ziehen mitt aller kost, mit büchsen, bulver und allem züg,
und zoch da uß menglich mit gantzer macht.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,2.
124,3 (Vgl. G/D1: 124,3)
Also zugend uß des hailgen römischen richs stett die obern: Costentz, Ravenspurg,
Bibrach, Überlingen, Pfulwendorff, Buͦchorn1, Isni, Kemptena, und die andern, die in iren kraisen gelegen sind, und mit inn all turgöwisch
herren und unßer herr der küng. Und namend in Stain und Dießenhofen und schluͦgen
sich für Frowenfeld. Das widerstuͦnd inn ettwe mengen tag.
a) folgt Wangen K.
1Friedrichshafen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a225
124,4 (Vgl. G/D1: 124,4)
Darnach schluͦgen sich der bischoff von Kur, der graff von Toggenburg1, die von Lindowa und ander herren und stett in Kurwalhen, und nammen da in die land und in sonder
Veltkirch die statt. Die vesti ze Veldkirch2 mocht inn aber nit als bald werden, biß die von Costentz irn großen heber3 dar lihend. Der warff sölich groͮß [102] stain darin, daz sy es füro nit behalten mochtend, und ergaben
sich och4.
a) folgt und ander stett und herren Pr.
1Graf Friedrich VII. von Toggenburg.
2Schattenburg.
3Gemeint ist eine mauerbrechende Waffe, die als Wurfmaschine
fungierte.
4Zur Einnahme der Stadt Feldkirch vgl. B. Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs 2: Bayern, Habsburg, Schweiz –
Selbstbehauptung (1974) S. 178; K. H. Burmeister, Kulturgeschichte der Stadt Feldkirch bis zum Beginn des 19.
Jahrhunderts (1985) S. 97.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a226
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a227
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,4 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a228
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 124,4 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a229
Do zugend die Waldstett, die Switzera und die zuͦ inn gehortend, in daz Ergöwb und namen die stett da all in, die inn och schwuͦren, und leitend sich gen Baden
für die vesti1. Und lagen da als lang, biß sich hertzog Fridrich von Österrich huldet mit dem
küng. Do manot sy der küng durch graͧff Güntherc von Schwartzburg und durch herr Jörgen von Katzenstain irs aides, den sy dem
rich gesworen hattend, das sy dannen tzugend und im sin hus ungewüst ließind, dann
es zuͦ sinen handen komen wär. Das woltend sy nit tuͦn und übersahend den aid, und
gewunnend das hus und fundent darinn, als man do sprach, all fryhait briefd, die die herschaft von Österrich hett über ir guͦt, und verbrantend die
och.
a) Schwitzer Pr.b) Ergöw] Ärgew Pr.c) Friedrichen K.d) korr. aus brief d brief, wobei d ausgestr. ist A.
1Baden war das administrative Zentrum des habsburgischen
Aargaus. Zu den Vorgängen vgl. C. Seiler / A. Steigmeier, Geschichte des Aargaus (1991) S. 35–37; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 148f.; ders., Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 8–23; D. Sauerländer, 1415 – die Ereignisse, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 27–31; C. Hesse, Eroberung und Inbesitznahme. Einführung, in: ders. u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 1–12.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 125.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 125 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a230
2Zu dieser Textstelle vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 228, 232 mit Anm. 29; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 60.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 123,2b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 123,2b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a231
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 123,2b Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a232
126,1 (Vgl. G/D1: 126,1)
Darnach an dem fritag in der osterwochen, do ward ain gantze session, und
vertilggotend da die macht, so baͧpst Johannes hett, und all sin brief und bullen.
Und machtend da mit gantzer gemaind ain nüw bull, die och menglich halten solt,
alle die wil daz baͧpstuͦmb nit besetzta wär1. Und waz die bull also geschriben und gezaichnot: An ainem tail Sant Peter und
Sant Pauls höpter, an dem andern tail tzwen schlüssel über ain ander geschrenket,
und was die geschrift also: Sigillum sacrosancti concilii Constanciensis
civitatis2.
a) aͤsaͤtz Pr.
1Hier ist wohl das Dekret „Haec sancta“ vom 6. April 1415
gemeint, das die Superiorität des Konzils über den Papst festhielt. Vgl. Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 33f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 194; O. Engels, Zur Konstanzer Konzilsproblematik in der nachkonziliaren
Historiographie des 15. Jahrhunderts, in: Von Konstanz nach Trient, hg. von R. Bäumer (1972) S. 235f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119 mit Anm. 46; M. Müller (Hg.), Chronik des Konstanzer Konzils 1414–1418, Übersetzung,
Anm. 62; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 41.
2Vgl. zum Konzilssiegel, das sich das Konzil allerdings erst am
17. August 1415 gab, H. Schneider, Die Siegel des Konstanzer Konzils, in: AHC 10 (1978) S.
310–345; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 58; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 24; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als Privilegienbörse S. 62.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 126,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 126,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a233
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 126,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a234
126,2 (Vgl. G/D1: 126,2)
[103] Darnach an dem sonnentaga Quasi modo geniti, an dem achtenden tag des ostertags, do schluͦg aber unßer
herr der küng brief an, besigelt mit siner mayenstat insigel, an die kirchtüren ze
Costentz, wie da vor benempt ist, uber hertzog Fridrichen von Österrich, umb daz
das er zuͦ dem rechten keme und denn gericht wurd vor im tzuͦ dem rechten umb all
ansprachen, so zuͦ im ze sprechen hettind all herren, gaistlich und weltlich,
grafen, fryen, ritter und knecht, die zuͦ im ze klagen hettend, denen er daz ir
genommen hett mit gewalt on recht, und noch hütt by tag besäß, das er da dan
gerecht wurd, was das recht gäb, als er im das muntlich verhaißen hett vor vil
erbern herren und fürsten, die wortt und verhaißnuß aber er im abgangen sy. Und
gedacht in den briefen des bapstes nit, dann allain, daz in den briefen stuͦnd, on
die großen sach, die er jetzo kurtzlich getan hett. Und verbott in den briefen,
das im nun hinnanthin by sinen künglichen hulden und gnaden nieman gehorsam sin
noch dienen solt, kain lehen von im empfahen und all ander dienstbarkait
underwegen laßen. Und erlobet über inn, das inn menglich angrifen möcht an lib und
an guͦt1. Wer der wär, den wölt er daruff schirmen und des richs stett soltind och daruff
halten.
a) folgt so man singt in dem hailgen ampt der meß Pr.
1Sigmund verhängte am 30. März 1415 die Reichsacht über
Friedrich IV. von Österreich und forderte die Angehörigen des Reiches zum Krieg
gegen den Herzog auf. Vgl. J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 209f., 300f.; A. Frenken, Nürnberger Angelegenheiten in Konstanz. Präsenz und
Interessenvertretung der Reichsstadt auf dem Konzil und den Reichstagen von
1414–1418, in: AHC 27/28 (1995/1996) S. 410 mit Anm. 111; P. Niederhäuser, Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 14; ders., „Als starck als der künig“. Herzog Friedrich IV. von
Österreich und die habsburgische Landesherrschaft im Schicksalsjahr 1415, in:
C. Hesse u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 20f., 31–34 (Achtbrief); D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 126,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 126,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a235
Do nun fürsten und herren, die hertzog Fridrichs von Österrichs fründ und hold
warend, sahend, daz er doch umb söllichs muͦßt komen, do im doch nieman ze hilff
wolt komen, und inn sine aignen stett gelaßena hattend, do wurden sy ze raͧt, das si zuͦ im santend sinen öham hertzog Ludwigen
von Payern von Ingelstattb. Und woltend im ee raten, das er kem an unßers herren des küngs gnaden. Wann die
sach also angesehen was, wa man inn ergrifen möcht, in welhem schloss daz wär,
darinn solt er verderben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 127,1.
127,2 (Vgl. G/D1: 127,2)
[104] Also rait hertzog Ludwig von Payern zuͦ hertzog Fridrichen gen
Schaͧffhusen und redt mit im so vil, das er sich ye an unßern herren den küng
ergebena wolt. Und also kam er mit hertzog Ludwigen gen Costentz.
a) rot korr. aus ergbgeben A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 127,2.
Da das unßer herr der küng innen ward, do hieß er sy mornends tzuͦ den barfußen
in das revental komen1. Mornends do nam unßer herr der küng und besant des herren von Mailand, der
Janner, der Venedier und Florentzer, bo[t]schaften zuͦ im in das selb revental und
redt mit inn umm ander sachen wegen, und hett der stuben tür den ruggen kert
vornan im winkel. Und stuͦnden die bottschaften vor im. In dem do kam hertzog
Fridrich von Österrich in die stuben, und ging neben im burggraͧff Fridrich von
Nürenberg, tzuͦ der andern siten hertzog Ludwig von Payern. Und als bald sy zuͦ
der tür hin in komen, do machot man inn ain wyte. Und knüwoten all dry nider, das
die alle wol sahend, die vor dem kung in der stuben stuͦndenta. Enmitten in der stuben, do knüwotend glich wie vor und stuͦndent widerumm uff,
und knüwotend für den küng. Und do keret sich erst der kung umm. Do sprach hertzog
Ludwig: Machtiger küng, hie ist kommen für üwer gnad unßerb öham hertzog Fridrich und wil sich an üwer gnad ergeben und wil üch sweren und
tuͦn und halten, wes diser brief sait, der hie nach geschriben staͧtt, als wir
dann des vormaͧls mit üwer gnad überkommen sind. Do sprach unßer herr der kung:
Öham und unßer och des hailgen richs fürst hertzog Fridrich, wöllen ir och daz
tuͦn? Do antwortt hertzog Fridrich, er wölte daz tuͦn. Do sprach der kung
erbärmklich: Daz ist mir laid, daz ir diß ye verschuldet haben. Und also swuͦr do
hertzog Fridrich disen brief, der hienach geschriben ist, ze halten vor menglich,
wann vil großer herren in der stuben waren. Und ist diß der brief2:
15. Mai 1415. Vgl. zu dieser Unterwerfungsszene im Refektorium
des Franziskanerklosters G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 34f.; H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 47f.; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 337f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 213; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 247 Anm. 4; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 195; W. Baum, Kaiser Sigismund. Hus, Konstanz und Türkenkriege (1993) S.
119; S. Weiß, Herzog Friedrich IV. auf dem Konstanzer Konzil, in: Tiroler
Heimat 57 (1993) S. 35 mit Anm. 73 auf S. 49; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 219; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 280f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 112; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 145; Th. M. Buck, Chronik des Konstanzer Konzils S. XVIII; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau,
Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte,
Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 44f.; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 38.
2Die Urkunde ist auch in G und D1 vorhanden. Vgl. Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten zur
Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXVII § 65, S. 60f.; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 78–80; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. LIIr–LIIIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 161–163; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784)
Sp. 638f.; J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 290f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 195f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 144; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 73 mit Anm. 34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 128.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 128 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a236
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 128 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a237
[105] Wir Fridrich, von gottes gnaden hertzog zuͦ
Österrich, tzuͦ Stir, tzuͦ Kärdern1 und tzuͦ Krain, bekennent und verjehend offenlich mit
disem brief: Als wir in des allerdurchlichtigosten fürsten und herren, herrn
Sigmunds, römischen küng, zuͦ allen ziten merer des richs, tzuͦ Ungern, zuͦ
Dalmati und zuͦ Croatzi küng etc. unßers gnädigen herren ungnad gevallen sind, da
syen wir mit unßer selbs person für denselben unßern herren den küng gen Costentz
kommen, und uns, unßer lib und unßer land und lüt, stett, schloss und alles, das
wir haben oder inne halten, nüntz ußgenomen, in sin künglich gnad geben und
gesetzt haben, geben und setzen in kraft diß briefs, also das er damit tuͦn und
laßen mag, was sin künglich gnad wil. Was och ain jeglicher oder ain jegliche, sy
syen gaistlich oder weltlich, edel oder unedel, in was wirdikait und wesen die
sind, zuͦ uns oder wir zuͦ inn ze sprechen haben, umb was sach daz ist, enkaine
ußgeschaiden: das alles haben wir och an dem vorgenanten unßern herren den küng
gentzlich gesetzt. Also was er uns darinn gegen jeglichem, die zuͦ uns ze sprechen
haben, tuͦn haißet, ordnott oder macht nach sinem willen, das wir das tuͦn,
volfüren und vollenden wöllen und söllen, one alles verziehen und widersprechen.
Och söllen und wöllen wir schiken und schaffen baͧpst Johannes hie zwüschen und
dem nächsten dornstag vor pfingsten, dem nächsten, der nun komet, gen Costentz ze
bringen und ze bringen laßen und inn och in desselben unßers herren, des küngs und
des hailgen concilium, das man gegenwirteklich ze Costentz haltet, gewalt ze
antworten, doch also, daz der selbig bapst Johannes und all die sinen, die mit im
gen Costentz kommen, ir lib und ir hab, so zuͦ inn gehören und diea sy mit inn da selbs hinbringent, sicher sin sollen.
Ist och, daz der jetzgenant bapst Johannes von dem baͧpstuͦmb gesetzt oder kommen
wirdet, so sol an dem vorgenanten concilium stan, wie ma sinen staͧt versehen sol.
Und wir söllen und wöllen also ze Costentz [106] ze gisel beliben, biß der vorgenant baͧpst Johannes
gen Costentz kommen ist und biß alle und jeglicher unßer amptlüt, burger und
inwoner, unßer schloss, stett, land und teler, in Swaben, in Elsäß, an dem Rin, in
Brißgöw, in der grauffschaft zuͦ Tyrol, an der Ettsch und im Intal, dem
vorgenanten unßerm herren dem küng gehuldet, gelopt und zuͦ den hailgen gesworen
haben, gewärtig und gehorsamm ze sind, als lang, biß daz wir alles, das
vorgeschriben stat, gentzlich und gar vollendet haben und söllen och sölicher
gelüpt nit ledig sin, biß daz sy der vorgenant unßer herr der küng muntlich oder
sinen briefen ledig sait. Und wa wir das vorgeschriben alles gentzlich oder ain
tail nit tätind oder vollendotind oder dawider tätind, in kainen weg, davor gott
sy, so söllen die vorgenanten unßer stett, schloss, land, lüt und teller, dem
vorgenanten unßer herren, dem küng gent[z]lichen verfallen und dannenthin als irem natürlichen
herren undertenig, gewertig und gehorsam sin, an unßer und an jeglichem irrung und
widersprechung, ane gevärden und argenlist, hier inne gentzlichen ußgeschaiden.
Und diß alles zuͦ gantzer und vester sicherhait habenb wir mit unßern fürstlichen trüwen gelopt und zuͦ den
hailgen geschworen, geloben und swerent in kraft diß briefs, daz vor geschriben
stat, ze tuͦnd, zuͦ volfüren und vollenden, gantzlich und getrülich. Und haben des
zuͦ urkund unßer aigen insigel an disen brief mit rechtem wissen gehangen und wann
wir diß vorgeschriben alles mit unßerm aigen und fryem willen getan haben, darumb
haben wir gebetten die hochwirdigen fürsten, hertzog Ludwigen, pfallentzgrafen by
Rin, hertzogen in Payern und grafen ze Montaig2, unsern lieben öham, und burggraͧff Fridrich von
Nürenberg, unßer lieben swager, daz ir jeglicher ze zügnüß ir insigel an disen
brief gehenkt haben, denselben hertzog Ludwigen und burggraͧff Fridrichen one
schaden, des och wir dieselben hertzog Ludwig und burggraͧff Fridrich von
Nürenberg [107] ainer warhait versehend dirr ding, des zuͦm urkund
henken wir baid unßer insigel an den brief, uns ane schaden, der geben ist an dem
xxvij. tag im Mertzen anno MCCCCXV.
1Kärnten.
2Gemeint ist Herzog Ludwig VII. (der Bärtige) von
Bayern-Ingolstadt, Graf von Mortain (in der Normandie). Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 124 mit Anm. 96.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 129.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 129 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a238
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 129 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a239
Do nun diser brief verlesen ward, do kert sich unßer herr der küng wider umb gen
der bottschaft des herren von Mailand, der Jannera, der Florentzer und Venedier, und sach sy an, als ob er da mainte: Nun sehend,
daz ich ain mächtiger fürst bin über all ander herren und stett. Und kart sich
widerumb zuͦ hertzog Fridrichen von Österrich und sprach: Wöllen ir diß sweren ze
halten? Do sprach hertzog Fridrich: Ja, ich will es swere[n] ze halten. Also huͦb
er uff und schwuͦr, diß ze halten. Vonb gab im den aid bischoff Jörgc von Bassoͧw, der geboren ist von Hohenloch, der was do zemaͧl der obrost kantzler
des
römischen richs.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 130.
Und also nam unßer herr der küng die schloß in und die stett zuͦ sinen handen;
und verkoft und verendert iro kains nit, alle die wil hertzog Fridrich ze Costentz
ze gisel lag. Do er aber von Costentz rait und inn bischof Jörg von Trient, geborn
ain Liechtenstainer1, gebannet hett, daz er nit mer ze Costentz kond gesin2, darnach graif erst unßer herr der küng tzuͦ hertzog Fridrichs guͦt und tett
damit nach sinem willen3.
3In K, W, E, G, Wo und D1 folgt hier in c. 132 ein Bericht über die Verpfändung des
Landgerichts im Thurgau. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen
zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 263–269; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. CXVv–CXVIv; Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) fol. 74r; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 54–57; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 119; W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 2639, 2640; ders., Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 2,
1897–1900) Nr. 6175; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 197; Repertorium
schweizergeschichtlicher Quellen im GLA Karlsruhe, hg. von F. Geiges-Heindl u.a., Abt. I, 1 (1982) Nr. 302 S. 46; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 350; P. F. Kramml, Kaiser Friedrich III. und die Reichsstadt Konstanz
(1440–1493) (1985) S. 38, 421 (Nr. 64); H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 41–43, 71–73; ders., Das Konstanzer Konzil und die Region. Ein
landesgeschichtlicher Kommentar, in: K.-H. Braun / Th. M. Buck (Hg.), Über die ganze Erde erging der Name von Konstanz S.
250; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 52; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 84f.; E. Trösch, Art. Thurgau, Spätmittelalter bis 18. Jahrhundert, in:
Historisches Lexikon der Schweiz 12 (2012) S. 353; P. Niederhäuser, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 17–19, 160–162; ders., Der Thurgau im ausgehenden Mittelalter: (k)eine historische
Landschaft?, in: Visuelle Kultur und politischer Wandel – Der südliche
Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und Eidgenossenschaft,
hg. von E. Jezler (2015) S. 13; J. Happes, Transformation und Nutzung S. 74f.; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 179 mit Anm. 3 auf S. 189; ders., Konstanz und der Thurgau S. 43f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 131.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 131 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a240
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 131 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a241
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 131 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a242
[Uff2 das santt uss hertzog Fridrich von Österrich sin botten mitt sinen brieffen und
insigeln zuͦ allen sinen schlossen, stetten und telern und erließ sy der aid, so
sy im geschworn hatten, und gebott inen, das sy unsserm herren dem künge hultten
und schwuͦren, daz oͧch beschach].
Friedrich von Österreich wird vorgeführt, pag. 108. Dazu über dem Bild durchlaufend geschrieben der zweizeilige
Bildtext: Also fuͦrtend sy hertzog Fridrichen in die stuben zuͦ den barfuͦßen
für unßern herren den küng, hertzog Ludwig von Payern und burggraf Hans von
Nürenberg3.
Schwur bei den Barfüßern, pag. 109. Dazu über dem Bild pag. 109 A in einer vierzeiligen Spalte
geschrieben der Bildtext: Als sy in die stuben koment, do knüwotend sy all dry nider, und
schwuͦr hertzog Fridrich den obgeschribnen brief ze halten.
Herzogtum Mailand bestätigt, pag. 110. Dazu über dem Bild der durchlaufend geschriebene zweizeilige
Bildtext:
a) folgt und wer zegegen was Pr.
1Bezieht sich auf pag. 109, wo der Schwur bei den Barfüßern
bzw. Franziskanern dargestellt ist.
2In Pr folgt nach c. 134,2 und vor c. 135 folgender Text, der
teilweise c. 133 vorwegnimmt.
3Gemeint ist wohl, wie aus c. 128 hervorgeht, Burggraf
Friedrich VI. von Nürnberg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a243
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a244
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a245
Darnach desselben tags, do bestätigott unßer herr der küng der herren von Mailand
zuͦ ainem hertzogen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 135.
[111] Uff das, do der brieff versigelt ward, do enbot der selb hertzog
Fridrich allen stettena und allen denen, so dann vor benempt sind, das sy daruff hultind und schwuͦrind.
Do kommen die stett all und hultend und schwuͦren, ussgenomen die von Loffenberg,
die von hand geben waz; die von Waltzhuͦt und die von Vilingen, die wolten ie nit
hulden noch schweren. Es wolt och nit schweren die Etsch und waz da gehört zuͦ der
graͧfschaft Tyrol und daz Intal. Die selben woltend ye, daz sy die sache nüntz
angieng.
a) folgt telern Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 133.
Darnach komen die von Schaͧffhusen, die von Ratolffzell, die von Dießenhofen, hie
oben an dem Rin. Unden an dem Rin: Nuͤwenburg1, Brisach. Die gaben unßerm herrn dem küng guͦt und koftend sich also an daz
hailig römsch rich, daz sy nun hinnanhin an daz hailig römsch rich gehören söllen
als ander des richs stett. Und empfalh sy do den andern stetten des richs.
a) als verr ich es dann erfragen mocht] als ver ich es erfraͧget hab Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a246
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 134,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a247
In disen löfen darnach an dem nächsten fritag im Abrellen vor Philippi et Jacobi
anno MCCCCXV, do die gaistlichen fürsten und herren sölichen kumber und betrüpnuß
ansahend, do wurden sy in ain, daz sy da wöltind den almächtigen gott anruͦfen umm
sin gnad, der hailgen cristenhait ze hilff. Do gebuttend sy ainen crützgang, und
hießend davor an dem dornstag rüfen in der statt, daz mornends am fritag menglich
firen solt, biß daz crütz in käm. Und an dem fritag lut man frü by der zit, so der
tag uff gaͧt, und darnach aber, und zuͦ dem dritten maͧl, daz ward in die sechßten
stund. Do komend in das münster des ersten zwen patriarchen, xxj cardinäl, die
andern warend ettwas blöd, xxviiij ertzbischoff, zehen und hundert bischoff, by
lxxij äpt und pröbsten, by cclxxxij doctores, als davor benempt ist. Und under
inn, die uss [112] den schulen waren, als von Paris, von Haidelberg, von
Boloni, von Wien und von andern sölichen schuͦlen, der was ob fünfzehen, und truͦg
aim jeglichen ain silbrin vergülten steken vor. An den gezachnot was, uss welher
schuͦlen er was, all thuͦmherren, chorherren, äpt, probst, münch und caplon ze
Costentz, als davor benempt ist. Und unßer herr der küng, sin eliche froͧw, die küngin,
die küngin von Wossa, all weltlich fürsten und herren. Und ging
hindennach als ein baͧpst mit sölicher zierd mit dem tuͦch vor im der patriarch
Johannes von Anthiochia1. Und gingend von dem münster biß gen Peterßhusen mit kertzen und mit andern
sachen. Und ward der crützgang als groß von gaistlichem und weltlichem volk, daz
man vorcht, die brugg über Rin die ging nider, und daz man ye by x tusend menschen
ußhin ließ gan. Und über ain wil aber so vil, biß sy ußhin kommen. Und hattend da
ain gesungen mess, und an dem inhergan gab der patriarch den segen, glich wie ain
bapst den segen git.
1Jean Mauroux, Titularpatriarch von Antiochia.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 136.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 136 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a248
a–a) und – umm gan] und wolttend mitt dem rechten umb goͧn Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 137.
Darnach ward derselb bapst Johanns geladet von dem selben concilium, sich zuͦ
verantworten uff die artikel und sachen, darumb man im zuͦ sprechen wolt1. Und gab man im söllichs gelait, wölt er mit sin selbs lib kommen, dasa möcht er wol tuͦn. Doch also, das er von dem land nit keme und in der huͦt
belib, die im geben was, oder aber sin gewiss bottschaft dahin santi, inn darumb
[ze2 versprechen, do woltt er selb nitt gen Costentz komen und sant ouch kainen sinen
botten nitt dar. Do ward er gebannet und vil bösser arttikel und sachen uff in
erwist, die all verschriben stoͧnd an den latinschen sexsternen, die ich ouch
hab3.]
a) davor doch rot ausgestr. A.
1In der 11. Sitzung des Konzils am 25. Mai 1415 wurde Papst
Johannes XXIII. nach drei erfolglosen Vorladungen öffentlich angeklagt und 44
Artikel wurden gegen ihn vorgelegt. Vgl. H. Finke, ACC 3 (1926) S. 157–209; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 286f.; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 416; Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 103.
2Der folgende Text ist nach Pr gegeben, da in A nach pag. 112 –
unmittelbar vor Einsatz der Illustrationen zur Fronleichnamsprozession –
offenbar ein Blatt ausgefallen ist. Vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils S. 72f. Anm. 1.
3Hier gibt der Chronist erstmals einen Hinweis darauf, dass er
mit einer lateinischen Akten- bzw. Materialsammlung des Konzils gearbeitet hat,
also Zugang zu offiziellen Dokumenten besaß; vgl. auch cc. 154 und 241,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 138.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 138 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a249
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 138 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a250
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 138 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a251
[In1 den sachen, do stifft der ertzbischoff von Brigg2, genantt Johannes Waldrower, zuͦ den barfuͦssen ze Costentz ain gesungen mess,
alle tag das concilium uss, von unsser lieben frowen, das sy umb gott erwurb, das
ainhellichhait wurd. Die ward also gesungen das concilium uss und darnach dannocht
ain halb jar.
1Die cc. 139 und 140 sind – wie das Ende von c. 138 – nach Pr
gegeben, da sie in A wegen Textverlusts fehlen, dürften ursprünglich aber
ähnlich in A gestanden haben.
2Johann von Wallenrode, Erzbischof von Riga. Zu seiner Person
B. Jähnig, Johann von Wallenrode O.T. Erzbischof von Riga, Königlicher
Rat, Deutschordensdiplomat und Bischof von Lüttich im Zeitalter des Schismas
und des Konstanzer Konzils (um 1370–1419) (1970) S. 88–135, 151; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 212 mit Anm. 93.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 139.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 139 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a252
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 139 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a253
An1 dem dryzechnosten tag im Maygen, do man zalt von gottes gebürtt tussend
vierhundertt und fünffzechen jar, do ward ain gantze session. In der selben
session do wurdentt gesetztt vier richter, die soltten richten umb pfruͦnden und
umb ander sachen, die nitt angiengend das concilium noch die sessiones, noch die
cardinäll umb das, das die cardinäll, die ertzbischoff und ouch die bischoff
dester ruͦwiger werend und das concilium und die wal dester baß möchtend zuͦ
guͦttem end bringen. Und waurend das von vier naciones ainer von Germani, das sind
Tütsche, ainer von Ytalici, das sind Lampartten, ainer von Francioni, das sind die
von Frankrich, und der vierde Anglicy, das sind Engellender. Die vier saussend
täglich und nächtens als ain baubst yeklicher in siner nacion, was für sy braucht
ward. Ouch satztent sy in der selben nacion oder session ain iniemer, der in soltt
nemen alle die nütz, die da giengent in des baubstes kamer2 und einem baubst zuͦgehörend. Das [wasa] der erwirdig pattriarch Johannes von Constantinoppel und der tailtt die nütz
under die armen cardinäll, ertzbischoff und bischoff, und under die maister und
under die herren, die ze ver hatten in ir land, umb zer geltt ze senden, und in
des concilium nutz, wa hin man in das ye hiess geben.]
Fronleichnamsprozession, pag. 113–124. Die obere Blatthälfte von
pag. 113 bleibt frei. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen der New Yorker
Handschrift sind die Seiten weder geviertelt wie pag. 26 bei der Einholung des
Papstes noch halbiert wie pag. 28 ebenfalls beim Einzug des Papstes. Die
Prozession wird in zwölf ganzseitigen Illustrationen gegeben. Der Zug zieht von links nach rechts3.
a) was Wo; war St2.
1Mit c. 140 wird deutlich, dass Wo nicht mehr nur K bzw. E,
sondern in der Folge zwar nicht durchweg, aber u.a. doch auch A bzw. Pr, aber
auch G (z.B. c. 156,1) folgt. Das heißt, die Provenienz lässt sich nicht mehr
eindeutig ausmachen, sondern changiert zwischen verschiedenen Versionen, die
dem Schreiber offenbar vorlagen. Das schlägt sich auch in den Varianten nieder,
die folgerichtig bei den entsprechenden Versionen verzeichnet werden.
3Zur bildlichen Darstellung der Fronleichnamsprozession am 30.
Mai 1415 samt Richtungswechsel vgl. L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 39f., 52; A. Löther, Rituale im Bild S. 107–112, 121–123; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 238; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 420 mit Anm. 49 und
50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 140.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 140 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a254
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 140 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a255
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 140 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a256
[125] Anno Dni. MCCCCXV an unßersa herren fronlich[n]amsb aubend, do ward ain session und waren ze gegen all gaistlich und weltlich
fürsten und herren in der selben session mit ainhelligem und gemainem concili, daz
sy all gemain waren und kainer nie nüntz dawider sprach. Do wurdent die bäpst
abgesetzet und zuͦ nüte gemacht und inn ir gewalt genommen. Des ersten Johannes
der XXIII., der nun haißt Balthasar de Cossis1, Gregorius der XII., der nun haißt Angelus de Cowario, und Benedictus der XIII.,
der da nun haißet Petrus de Luna. Und also ward Balthasar de Cossis [gesanttc] von Ratolffzell und ward gefürt gen Gottlieben under Costentz. Und ward im da
vorgelesend die bösen artikel und sachen, die er getan hett und uff inn bewißt wurden. Und
ward im ain ewiger kärker ertailte. Und also bevalh imf daz concilium und unßer herr der küng hertzog Ludwigen von Payern von
Haidelberg, der solt inn halten untz an ainen künftigen baͧpst. Der möcht dann mit
im tuͦn, was er wölt. Und also nam inn hertzog Ludwig und fuͦrt inn von Gottlieben
zuͦ der alten Haidelberg und da dannen ge[n]g Manhain2. Da belaib er, biß bapst Martinus erwelt ward. Der fuͦrt inn da mit im hin
inh.
a) davor h rot ausgestr. A.b) davor von rot ausgestr. A.c) gesantt Pr; besandt KWo; besant St1; besand St2.d) gelessen Pr.e) getailtt Pr.f) inn A; inne Pr; inn St1; in Wo; ihn St2.g) dannen ge[n]] dannen uff ain schloss an dem Rin haisset St1.h) folgt in waͤlsche land und macht in wider zuͦ cardinaͮll, untz das er starb St1; folgt sin lande gen Rom gen Italia WoSt2.
1Johannes XXIII. wurde in der zwölften Konzilssitzung am 29.
Mai 1415 abgesetzt. Vgl. J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 715f.; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 417f.
2Mannheim. Zur Gefangenschaft Papst Johannesʼ XXIII. in
Heidelberg und Mannheim bzw. vermutlich in der Zollburg Eichelsheim, bis er am
23. April 1419 in Basel eintraf und dort den Beauftragten Papst Martins V.
übergeben wurde, vgl. H. Finke, Das badische Land und das Konstanzer Konzil, in: Festgabe
der Badischen Historischen Kommission zum 9. Juli 1917 (1917) S. 65–70; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 199; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 218; M. Oberweis, Der gefangene Papst Johannes (XXIII.) – Mannheims Beitrag
zur Beendigung des Großen Abendländischen Schismas, in: U. Nieß / M. Oberweis, Ein rebellisches Dorf und ein gefangener Papst. Mannheim vor
der Stadtgründung (Kleine Schriften des Stadtarchivs Mannheim 21, 22005) S. 70–83; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 28; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 40.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 141.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 141 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a257
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 141 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a258
An unßers herren fronlichams tag, do hatt gantz pfaffhait, zwen patriarchen,
siben und zwaintzig cardinäl, die andern warend blöd, daz sy nit wol mochtend
gaͧn, und xxxxix ertzbischoff, wol ccl bischoff, all schuͦler und pfaffen und all
gelert lüt. Die cardinäl und bischoff mit wißen infelna, und ging och damit unßer herr der küng und all weltliche fürsten und herren und
die küngin, sin eliche froͧw, die küngin von Wossen und die von Clewen und die von
Wirtenberg. Und ging
hinder unßerm herren fronlicham der patriarch Johannes von Constantinopel als ain
baͧpst, och under ainem guldin tuͦch vor im, als davor alles [126] benempt
ist. Und gab dem volk den segen und gieng glich umm die statt ze Costentz, als man
dann järlich tuͦth.
Diser crützgang stat hie vor gemaͧlt1.
a) folgt und vil äpptt ouch mitt wissen inffeln Pr.
1Bezieht sich auf die Fronleichnamsprozession, die pag. 113–124
dargestellt ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 142 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a259
An Sant Johanns aubend des töffers, der was an ainem sonntag, do ging unßer herr
der küng und die zwo künginen und die zwo hertzoginen und vil fürsten und
herrena frü uß nach der tagmess spatzieren, und hießen inn ain imbiß beraiten in des
vorgenannten Uͦlrich Richentals guͦt an dem Hard1. Daz beschach och, und kochot man inn ze imbiß und ze nacht vor des selben
Uͦlrichs torggel, und aussend all herren und froͧwen da den imbiß und daz nachtmal
in den wisen under den bommenb. Und blaib da den selben tag, und richt umm vil sachen, was dann da für inn
bracht ward. Und ettlich herren hattend ire pfärd geheft an die jungen bom. Daz
wolt der küng nit, und muͦßtend sy heften an die felwen2. Und was gar nach kain felb da, es wär ain pfärdc daran gebunden.
1Gemeint ist ein am Salzberg Richtung Allmannsdorf nach
Südosten in Hanglage ausgerichteter Obstbaum- und Weingarten mit Torkelgebäude,
der im Besitz des Chronisten war. Vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 79, 87, 94; J. Klöckler, Die Konstanzer Handschrift S. 5; ders., Nachwort S. 221f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 211f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47;
A. Frenken, Konstanz und der Thurgau S. 51.
2Weidensträucher bzw. -bäume. Vgl. zu dieser Textstelle W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 335; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
222f.; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 15; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 212.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 143.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 143 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a260
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 143 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a261
An Sant Johanns tag des töfers nach der vesper, do fuͦr die küngin von Costentz
und die ander küngin, hertzog Fridrichs froͧw1, die von Brunswika, und die hertzogin [vonb] Payern von Clewen. Und rittend mit inn vil der burgerinnen ze Costentz, und
volgottend inen nach biß an das Stad2. Ettlich froͧwen fuͦrend och mit inn überhinc gen Überlingen.
1Gemeint ist Anna von Braunschweig, die Gemahlin Herzog
Friedrichs IV. von Österreich. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 193 mit Anm. 894 auf
S. 288.
2Staad bei Allmannsdorf.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,1 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,1 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,2.
a) sonntag G.
1Das c. 144,3 ist nach Pr gegeben, da es in A fehlt; es ist
auch in K, W, E, G, Wo, Sg, I und D1 vorhanden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 144,3 Anm. 1.
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An Sant Uͦlrichs tag im Hoͤwat anno Dni. MCCCCXV1, do ward ain session von allen pfaffen und den gelerten und was unßer herr der
küng och da und vil fürsten und weltlich herren in der selben session. Do gab uff
baͧpst Gregoriusa der XIII. sin bapstuͦmb uff und tratt sin gentzlich ab, willeklich und luter
durch gott und durch ruͦb der cristenhait, durch sin versigelt brieff, durch die sechs cardinäl, die von
sinen wegen da waren, und durch die bischoff, die von sinen wegen da waren, und
durch den erbornen fürsten herr Karolen von Maletesch, herr zuͦ Rümeln2, der zegegen und darumb och bott was; und satzt das gentzlich an das hailig
concilium und in irn gewalt. Und in der selben session, do wurden die selben vj
cardinäl bestät zuͦ cardinälen, und ward jeglichem geordnot, das er narung
hett3. Und ward aber drümaͧl laudes gelütet wie vor.
14. Juli 1415. Vgl. J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 420f.
2Carlo Malatesta, Signore von Rimini, der am 15. Juni 1415 in
Konstanz eingetroffen war, vollzog als Prokurator am 4. Juli den Amtsverzicht
im Namen Papst Gregors XII., indem er die päpstliche Cedula Ego Carolus verlas. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 346–382; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 744; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 314–317; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 420f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 114; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the
Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 414–416; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 28; U. Gießmann, Die renuntiatio Felixʼ V. (1449), in: Gegenpäpste. Ein unerwünschtes
mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 392f. mit Anm. 8; D. Girgensohn, Papst Gregor XII. am Ende seines Lebens, in: MIÖG 124 (2016)
S. 356–359.
3Der freiwillige Amtsverzicht Gregors XII. warf für die von ihm
kreierten, aber nun schismatischen Kardinäle nicht nur ein Legitimations-,
sondern auch ein Versorgungsproblem auf, das durch die Re-Kreation gelöst
wurde. Die Wiedereinsetzung ins Kardinalsamt dürfte eine Bedingung des
Verzichts gewesen sein. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 317.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,1 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,1 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a267
In dem selben concilium ward och declariert und wurdent des gemainlich ze raͧt,
das all pfaffhait, patriarchen, cardinal, ertzbischoff, bischoff, äpt, pröbst und
all gelert lüt, die von des concilium wegen gen Costentz waren komen, daz och die
ze Costentz beliben solten, biß das daz concilium ain gantz ende nem, by dem
fluͦch ewiger verdampnuß und by berobung ir pfruͦnden und benefici1.
1Anders als in A wird in K noch die Voraussetzung für den
verpflichtenden Verbleib der Konzilsteilnehmer in Konstanz genannt, nämlich die
Versorgung der ärmeren Synodalen usser des concilio nutzen, d.h. aus den Einkünften der päpstlichen Kammer. Ein
entsprechender Beschluss wurde in der 16. Sitzung des Konzils am 11. Juli 1415
gefasst. In c. 140 wurde bereits Ähnliches angedeutet. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 458; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 771; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 201.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 145,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a268
In der selben session empfalha unßer herr der küng under siner mayenstat insigel by sinen künglichen gebotten
und by sinen hulden den räten und den burgern ze Costentz, daz selb concilium und
die pfaffhait und alle fürsten und herren, ritter und knecht zuͦ beschirmen und in
friden ze halten, als verr sy dann vermöchtind, wann er über ettwe menig wochen
selb riten muͦßt in bottschaft desselben conciliums biß an sin zuͦkunft1.
a) bevalch Pr.
1Am 19. Juli 1415 war König Sigmund von Konstanz in Richtung
Narbonne aufgebrochen, am 27. Januar 1417 kehrte er wieder nach Konstanz
zurück. Vgl. W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 1866a, 2037d; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 95–97; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 23 mit Anm. 83; M. Kintzinger, Westbindungen im spätmittelalterlichen Europa. Auswärtige
Politik zwischen dem Reich, Frankreich, Burgund und England in der
Regierungszeit Kaiser Sigmunds (2000) S. 85–94; ders., Das Konzil konstruieren S. 220f., 224; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 155–157.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 146,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 146,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a269
[128] Davor was dannocht nie kain zerwerffnuß geschehen mit nieman, weder
layen mit pfaffen noch pfaffen mit layen, noch sust nieman, dann das es
erberklichen gehalten ward mit den gerichten und mit den sätzen, als es dann alles
vorgeschriben stat und gemacht was. Und beschach kain brunst, noch kain ander
söllich sach, dann daz von tag ze taga alle ding, die man bruchen solt, bas failer wurden. Wann man sin gnuͦg dahin
bracht, das es menklich wonder nam, wie daz sin möcht, dann das es gott allain
tett.
a) von tag ze tag] von wochen ze wochen Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 146,2.
Nun1 sollen wir daz concilium also laßen beliben, biß ir verstanden, wie nun der Huss
und Jeronimus gen Costentz kommen und da verbrennt wurden.
1Zu den cc. 147,1–156,2 und 161 vgl. H. Maschek (Hg.), Deutsche Chroniken (Deutsche Literatur in
Entwicklungsreihen 5, 1964) S. 74–80.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 147,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 147,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a270
Als nun das concilium gen Costentz kommen was und als nun die sessiones wurden,
do wurdent sy och ze rat, daz sy den ungeloben in Behem demmen wöltend und die
kätzery vertilggen. Und luͦdent für ir gericht den Hussen und och Jeronimum und
bienend die. Die woltend sich nüntz daran keren und woltend och irem bann und
gericht nit gehorsam sin. Und do schrib daz concilium künig Wentzelau von Behem,
das er so wola tät durch cristan globens willen und die zwen gen Costentz santi, wann doch da
jetzo der grund und die ler aller cristenhait wär. Und batend unßern herren den
römischen küngb, das er darumb sinem bruͦder och schrib. Das tett och er. Noch dannocht woltend
sy nit kommen. Unßer herr der römisch küng santi dann dem selben maister Hansen
Hussen ain fry, sicher gelait mit sinem brief und insigel, sicher ze sind dar und
dannen. Das gelait sant im och unßer herr der kung1.
1Vgl. c. 110. Der salvus conductus war von König Sigmund am 18. Oktober
1414 zu Speyer ausgestellt worden. Hus, der am 11. Oktober von der Burg
Krakovec nach Konstanz aufgebrochen war, erhielt den Geleitbrief allerdings
erst, nachdem er in Konstanz angekommen war. Vgl. J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. IXr–v; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 12; W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 102–104, 177–179; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 247; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 328; T. Schmidt, König Sigmund und Johannes Hus, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 151f.; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 125; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 130f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 32, 35; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 605–608.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 147,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 147,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a271
Also sant inn künga Wentzlaub erlich gen Costentz und rittend mit im, die inn belaiten soltend: herr Watzla
[129] von der Tulenc und herr Hainrich Lathenbokd, mer dann mit xxx pfärden und zwain wägen. Do hett der Huss selb ain wägelin,
daruff er und sin caplon saßen, und zugend in der Pfistrinen hus1 an Sant Pauls gassen2.
a) küng] küntz A.b) folgt von Beham Pr.c) Tulen] Thuben Pr; Tuben G.d) Latschenbock Pr; Latschenbeck G.
23. November 1414. Vgl. zur Ankunft auch den Brief des Jan Hus
vom 4. November 1414, in dem er berichtet, er sei in Konstanz eingetroffen und
wohne in einer Straße „nahe dem päpstlichen Quartier“. Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 115; J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 144; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 111. Hierzu J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 62; ders., Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 37; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 172; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 72f.; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
49–52; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 33f.; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 611.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 148.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 148 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a272
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 148 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a273
Do sy nun da ain tag oder zwen geruͦwet hattend, do nam der Huss und hett in dem
hus in der kammer neben der stuben mess. Und komen vil der nachgeburen und hortend
by im mess, das des lofensa vil ward. Doch hett er do zemal mess als unßer pfaffen. Do nun das vernam unßer
herr der bischoff, bischoff Ottb, bischoff ze Costentz, do sendet er zuͦ im sin vicary, maister Hansen
Tenger1, und sin official, maister Conraten Helye2. Die zwen komen zuͦ im und rettend mit im, warumb er mess hett. Nun wißti er
doch wol, das er lange zit in des baͧpstes bann wär3 und sonder jetzo in des hailgen conciliums. Do antwortt er, er hielte kain bann
und wölt messe haben, als dick er sin gnad hett4. Do verbot der bischof dem volk, daz sy sin mess nit hortend.
1Zur Person des Kanonikers Johannes Tenger vgl. U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof
von Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA
88 (1968) S. 250 mit Anm. 183; H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz (Germania Sacra, N.F. 15,
1981) S. 126, 328, 338; Helvetia Sacra Abt. I 2, 1 (21996) S. 540.
2Vgl. cc. 378
und 431. Zu dem Offizial Konrad Elye, dem Vertreter des Bischofs im
Vorsitz des geistlichen Gerichts, siehe K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8431; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 105 mit Anm.
64 und 65; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 67, 77, 104; Helvetia Sacra Abt. I 2, 2 (21996) S. 589f.; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 41, 127, 158, 190; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 19, 26.
3Hus befand sich seit dem 18. Juli 1410 im Kirchenbann, der
1412, da er der Ladung nach Rom nicht nachkam, verschärft wurde. Der Vollzug
sakramentaler Akte in der Zeit des Banns war, wie Hus in einem Brief vom 16.
November 1414 selbst konstatiert, durch das Kirchenrecht aber verboten. Papst
Johannes XXIII. hatte, nachdem Hus in Konstanz eingetroffen war, die
kanonischen Strafen, die über ihn verhängt worden waren (Interdikt), jedoch
aufgehoben. Die Gesandtschaft Ottos von Hachberg zu Jan Hus ist die einzige
Handlung des Ortsbischofs, die in der Chronik Erwähnung findet. J. Jeffery Tyler, Lord of the sacred city. The episcopus exclusus in late medieval and early modern Germany (1999) S. 55
betont, dass der Ortsbischof „does not appear in civic negotiations regarding
the imminent ecumenical council“. Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 69f., 115–118; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 57; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladioniowitz
(1963) S. 67; J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 149; U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof von
Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88
(1968) S. 250 mit Anm. 183; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 116; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 172f.; W. Brandmüller, Hus vor dem Konzil, in: Jan Hus. Zwischen Zeiten, Völkern,
Konfessionen, hg. von F. Seibt (1997) S. 235f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 116–146, 249; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 215; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 109, 146, 154, 158, 191; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S.
410f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 72f.; Th. A. Fudge, The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 26, 241; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 125; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 127, 230f.; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 41, 116, 127, 148, 158; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
53f.; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 53; S. Provvidente, Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 265f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 26f.; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 14 mit Anm. 9, 17–19, 26;
A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 159–163.
4In den Artikeln 17 und 18 der in der 15. Konzilssession am 6.
Juli 1415 verurteilten 30 Artikel von Jan Hus ist davon die Rede, dass ein
Priester Christi – ungeachtet einer angeblichen Exkommunikation –
weiterpredigen muss. Vgl. A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 682f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 149.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 149 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a274
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 149 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a275
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 149 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a276
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 149 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a277
Do1 das der Huss marck[ttea] und anders, daz man im zuͦ trechenb wolt, do fuͦr er zuͦ an dem sonnentag in der vasten Oculi nach siner mess, und
nam ain brott und ain fläschlin mit win, und verbarg sich in des Latschenboks
wagen, wann die karen nach imbiß woltend ußfaren umb höw und fuͦter in ain dorff,
da sy es dann gekoft hettend2. Do die ritter ze tisch komen, do fragend sy dem Hussen nach. Do man sin nit
finden kond, do luff der Latschenbock zuͦ dem burgermaister und klegt dem
söllichs. Der hieß an stett die statt beschließen und menglich berait sin ze ross
und ze fuͦß, im nach ze ylenc. Das beschach. Glich in dem, do ward er funden, und ward menglichem wider
botten.
1Vgl. c. 109. Zu dieser zweiten Fluchtgeschichte Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43; Th. M. Buck, Das Konzil von Konstanz (1414–1418). Ein Literatur- und
Forschungsbericht S. 724.
2Vgl. zu der im zeitgenössischen Konstanz wohl kolportierten,
aber unwahren und wohl als Gerücht verbreiteten Fluchtgeschichte, die ganz
ähnlich wie die Papststurzgeschichte (c. 19) in der von Richental gestalteten
Geschichtserzählung eine bestimmte Funktion hat, den Bericht des Peter von
Mladoniowitz, hg. von J. Bujnoch (1963) S. 75 sowie F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 247f. Grundsätzlich J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 294; W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 119–122, 219f., 224f.;
Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 51, 58–68, 95; H.
G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 39f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 188, 202; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 110 mit Anm.
1; ders., John Hus. A Biography (1968) S. 290 Anm. 42; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 68f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 324, 330–335, 359; M. Müller (Hg.), Chronik des Konstanzer Konzils, Übersetzung, Anm. 74;
E. Werner, Jan Hus. Welt und Umwelt eines Prager Frühreformators (1991)
S. 200–215; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 323–363; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 251; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 236
Anm. 63, 254; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 187; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 132 mit Anm. 85; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 12, 245; ders., The Secret Life of a Hereticʼs Coat: Jan Hus and the Modern
Pilgrimage of a „Medieval Relic“, in: Kosmas. Czechoslovak and Central European
Journal 28 (2) (2015) S. 197f.; T. Weger, Konstanz/„Kostnice“ als verflochtener
Jan-Hus-Erinnerungsort, in: Jan Hus – 600 Jahre Erste Reformation, hg. von A. Strübind und T. Weger (2015) S. 174f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f., 266; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 59; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 150.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 150 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a278
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 150 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a279
Edlich nama imbiß, do es ains schluͦg, do nam derselb [130] herr Hainrich
Latschenbock denselben Hussen uff ain ross und sin caplon mit im, und vil ander
Behem, und fuͦrtend inn uff den obern hof für die pfaltz, für bapst Johannes. Do
sprach der Huss, er sölt inn in kain gefangnuß nit bringen, dann er hett ain
sicherb glait. Do sprach der Lathenbok: Es ist also angesehen, das ir üwer sachen sollen
zuͦ bringen oder villicht darumb sterben. Also tratt er baldc von dem ross und wolt und[erd] das behemisch volk geloffen sin, wann ob achtzehen tusende menschen uff dem hof waren, die sin innenf waren worden, das man inn dem bapst wolt bringen. Do des bapstes büttel das
sahen, die die silbrin steken oder trömel tragen, die erwuschtend inn und fuͦrtend
inn in die pfaltz und beschlussend sy und ließend den caplon hinweg gon. Und do er
also da lag, do hett im unser herr der küng gern geholffen. Und maint, es wär im
ain große schandg, solt sin fry gelait an im gebrochen werden. Do antworten im die gelerten, es
könd und möcht in kainen rechten nit sin, daz ain kätzer gelait haben solt1. Und do er iren ernst hortt, do ließ er es guͦt sin2. Do ward er zuͦ den predigern in ain sonder gemach gelait wol behuͦt. Und
giengen zuͦ im all tag die gelertosten in theoloya, und saitend im vor, ob sy inn
ab sinem bösen globen bringen möchtind.
a) Edlich nam] Gelich nach Pr; Glich nach KG; Edlich nach M. R. Buck.b) sicher glait] fry gelaitt Pr.c) bald von] behends ab Pr; behend ab G.d) so PrG.e) achtzehen tusend] achtzig tussend Pr; achtzig tusent K; achtzig tusend G.f) korr. aus innem A.g) schand] uner Pr.
1Vgl. zur Gültigkeit des königlichen Geleitbriefs H. Heimpel, Dietrich von Niem (c. 1340–1418) (1932) S. 343–349; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 175–193; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 179; ders., Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 265f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 253; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 125–127; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 179; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63f.
2Vgl. zur Haltung König Sigmunds auch seine Auffassung, dass es
sich bei der causa Hus nur um alia minora handele, der Reformprozess der Kirche deswegen nicht
gefährdet werden dürfe, H. Finke, ACC 2 (1923) S. 203; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 182–184; E. Werner, Jan Hus. Welt und Umwelt eines Prager Frühreformators (1991)
S. 201f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 253; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 179, 332; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 179; ders., Das Konstanzer Konzil S. 75, 216, 219; J. Schneider, Sigismund. Römisch-deutscher König auf dem Konstanzer
Konzil, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil.
Essays (2013) S. 45; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 192f.; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 32, 87; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 151.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 151 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a280
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 151 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a281
Darnach uff mentag ana dem hailgen tag ze ostran, do kam Jeronimus haimlich mit ainem schuͦler gen
Costentz, und wißt es nieman von manigfaltikait des volks, und schluͦg ainen brief
an1: Er wissoti anders nit, dann daz maister Hanns Huss recht geleret und
gepredigott hett. Doch so wärind im ettlich artikel zuͦ gezogen von findschaft
wegen. War sach, das er die hielt, da vor künd er inn nit schirmen. Und als bald
er den brieff angeschlagen hett, do lüff er glich hin weg. Do ward [131]
ich und ander vil gefragott, war er kommen wärb. Do wisst nieman nüntz darumb. Und darnach über sechs tag, do ward man innen,
daz er ze herberg gewesen wär by dem Guͦtjar an Sant Pauls gassen2. Und hatt von forchten hinder im ain schwertt gelaßen. Und kam also an den
Behemer wald und wolt da ruͦwen3. Und als nun ain yeder gelerter man den andern suͦcht, also kam er och zuͦ dem
lüpriester daselbs. Der hett von geschicht all pfaffen geladet. Do kam
Jeoronimusc och zuͦ dem maͧl. Und in dem maͧl vieng er an ze reden, wann er vast gespräch
waz, werd ze Costentz gewesen wär in dem concilium, das da wol hieß ain schuͦl des tüfels
Sathane und ain synagog4 aller gelertere lüt. Und hett brieff by im wol mit lxx insigeln, daz maister Hanns Huss und er
wol bestanden wären, und könd kain gelerter man noch herr nit wider sy reden. Und
seit vil übels da von dem concilium, das die pfaffen übel erschraken, und wurdent
haimlich ze raͧt, das sy daz dem herren daselbs saitind5. Der antwort, daz sy also baitotind biß morn. Mornendes dief hielt der herr mit sinen dienern uff inn und fieng inn und sprach: Maister, ir
habt gestern ettwas geredt von dem concilium. Da muͦß ich ie wissen, obg daz war sy oder nit. Und muͦßend mit mir gen Costentz.
a) an] nach Pr.b) folgt oder wa er ze herberg gewesen wär Wo; folgt oder wo er zur herberg gewesen wäre St2.c) Jeoronimus] Gregorius Pr; Hieronymus WoSt2.d) wer] w er A; wie er PrSt1.e) gelerter] verkerten Pr; unrechttuͦnder lüt und aller verkerten K.f) die] do PrK.g) davor od ausgestr. A.
1Vgl. zur Publikation von Pamphleten durch Hieronymus von Prag,
der am 4. April 1415 nach Konstanz gekommen war, Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 69; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 111; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S. 221;
G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 62f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119 mit Anm. 48, 144; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 149f.; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 258–261; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 175f., 224.
2Hieronymus von Prag hatte bei Hans Gutjar in dem später „Zum
Delphin“ genannten Anwesen (heute Hussenstraße 14) Herberge genommen. Vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 40; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 62; ders., Von Hieronymus zum Delphin-Kreis. Das Haus „zum Delphin“ an
der Hussenstraße, in: Konstanzer Beiträge zu Geschichte und Gegenwart 6 (2000)
S. 102–132; D. Mertens, Art. Richental, Sp. 55; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 29; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 5, 174.
3Vgl. hierzu M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 70; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 175.
4Siehe zu dem Begriff synagoga satanae (Offb 2,9; 3,9) den 37. Artikel der in der achten Sitzung des
Konzils am 4. Mai 1415 von der Synode verurteilten 45 Artikel des John Wyclif.
Vgl. P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 55; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 413; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 131; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 181. Noch Martin Luther spricht 1521 auf dem Wormser Reichstag
(Deutsche Reichstagsakten. Jüngere Reihe 2, bearb. von A. Wrede (1896) S. 647 Z. 23) zur Schmähung des Konstanzer Konzils von
einer sinagog des teufels. Hierzu E. Wolgast, Das Konstanzer Konzil im Urteil Luthers und der
reformatorischen Geschichtsschreibung, in: K.-H. Braun / Th. M. Buck (Hg.), Über die ganze Erde erging der Name von Konstanz S.
56.
5Soldaten des wittelsbachischen Pfalzgrafen Johann von
Neunburg/Neumarkt sollen den flüchtigen Hieronymus von Prag in Hirschau gefasst
und in Sulzbach (Haupt- und Residenzstadt des von Karl IV. erworbenen
Neuböhmen) eingekerkert haben. Siehe zum Itinerar auch den Brief des Jan Hus
vom 24. Oktober 1414 an seine böhmischen Freunde, in dem er von seiner Reise
nach Konstanz berichtet. Vgl. J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 141–143; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 109–111. Hierzu O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 203; F. Šmahel, Leben und Werk des Magisters Hieronymus von Prag. Forschung
ohne Probleme und Perspektiven, in: Historica 13 (1966) S. 110 mit Anm. 70; ders., Die hussitische Revolution (MGH Schriften 43, 2,
2002) S. 921; ders., Mag. Hieronymus von Prag und die Heidelberger Universität,
in: ders., Die Prager Universität im Mittelalter. Gesammelte Aufsätze
(2007) S. 537f.; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 273f.; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 111; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S. 222;
W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 332; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 42f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 260 mit Anm. 23; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 131; F. Machilek, Die hussitische Revolution. Religiöse, politische und
regionale Aspekte (2012) S. 183f. mit Anm. 9 auf S. 184; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
49–52, 72; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 180f., 183.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a282
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a283
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a284
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a285
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 152 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a286
Also bracht er inn gen Costentz an dem xxj. tag nach ostren1. Do ward er an stett gelait gen Gottlieben in die vesti in ain sonder
gemach2. Und rittend und fuͦrend och gelert lüt zuͦ im. Die selben maintend, er wär vil
und vierfalt großer an kunst dann der Huss3. Und giengen die gelerten als dik zuͦa inen baiden, daz sy ye baide sprachen, sy wöltind von irem bösen globen laßen
und wöltind och daz widerpredigen4, was sy gelert hettind. Des was menglich fro und lut man aber laudes.
a) davor i rot ausgestr. A.
1Nach Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 182 am 23. Mai 1415.
2Die Internierung in der Bischofsburg Gottlieben hält Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 186 für eine Falschmeldung des Chronisten. Nach A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 26 wurde der tschechische
Reformator dort „für etwa zehn Wochen gefangen gehalten“.
3Vgl. zu Hieronymus von Prag auch c. 161.
4Im Gegensatz zu Hieronymus von Prag, der in der 19. Sitzung
des Konzils am 23. September 1415 seinem Glauben feierlich abschwor, hat Jan
Hus nachweislich nie widerrufen. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 149; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 204, 206f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 62f., 121f., 135; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 433; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 157f.; Th. A. Fudge, The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 269, 274, 277; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 199, 205–207, 209; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 67f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 39, 43.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 153.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 153 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a287
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 153 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a288
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 153 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a289
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 153 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a290
Darnach ward ain sessio. Da ward inna ertailt, das man sy hie uss in Swabenlanden halten solt, in welhemb
[132] klosterc oder an welher statt sy woltend, und das ir jeglicher selb sechßt gnuͦg haben
sölt, doch daz sy niemer mer gen Behem sölte kommen, und daz sy och mit ir aigen
hand und irem aigen insigel gen Behem schriben soltind, daz sy falsch und och
unrecht gepredigot hetten, und es hinfür nieman nit halten sölt. Das alles woltend
sy gern gehalten haben und daby beliben, dann allain umb das schriben gen Behem.
Daz woltend sy ye nit tuͦn, und woltend die demütikait nit uff nemen und sprachen:
Daz laster wöllen wir je uns selbs nit uff legend, wann wir nemen mit worten mengen uß dem himelrich, den wir darin bracht haben
mit unßer ler, als man das alles in der latin1 findet, [das ich ouch erfarn habe].
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 154.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 154 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a291
Nun heb ich daz concilium wider an, wie esa den zwayen ergieng und was darnach von tag ze tag geschach; wie unßer herr der
küng hinweg rait zuͦ andern küngen und herren, und wie er widerumm kam.
a) davor d rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 155,1.
155,2 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
Uff samßtaga nach Sant Uͦlrichs tag an dem achtenden tag im Höwat, anno Dni. MCCCCXV, und do
ward aber ain sessionb. Und was unßer herr der küng och daby, och hertzog Ludwig von Payern von
Haidelberg und ander vil weltlicher fürsten und herren. Und beschach die session
an der sechsten stund nach mitternachtc. Do ward besendet maister Hanns Huss von Behem, der ketzer. Und predigott da vor
im der hochwirdig götlich maister Johannes Thacherid, der obrosten schuͦl ze Paris in göttlicher kunst regierer1, von siner bösen kätzery. Und ward mit hailgere göttlicher ler uss der hailgen geschrift überwunden, daz sin artikel, die er
gepredigott und gelert hett, ain rechti falschif kätzery was.
a) samßtag] fritag K; freitage G; frytag korr. zu sonabend WoSt2.b) folgt mitt gantzer pfaffhaitt PrWoSt2.c) nach mitternacht] vor mittag G.d) Thacheri] Tattery K; Carceri GD1; Tarceri Wo; Tarceri korr. zu Gerson St2.e) hailger] rechter PrGWoSt2.f) davor fasch rot ausgestr. A.
1Gemeint ist wohl Jean dʼAchery, Bischof von Senlis. Es
predigte jedoch Giacomo Arrigoni de Balardis, Bischof von Lodi. Vgl. Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 73; L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910) S. 47 Anm. 2; H. Finke, ACC 2 (1923) S. 413 Anm. 1; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 21,
156f.; K. Eubel, Hierarchia Catholica Medii Aevi 1 (1960) S. 476; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 204; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 62f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 134; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 200; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 101 Anm. 198.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 155,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 155,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a292
156,1 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
Und gabend ain recht urtail uber inn. Des ersten, als er ain priester gewihet
was, daz man inn degradieren [133] solt und im sin wihe aba nen1. Do stuͦnd zuͦ [imb] herr Niclaus, der groß maister und ertzbischoff zuͦ Mailand2, zwen cardinäl und zwen bischoff und zwen wichbischoff, und leitend inn an als
ain priester und zugend inn wider ab, als mit gebett, und wuͦschen im sin
karacteres3 ab. Do macht er ain gespött daruß. Do nun daz verging, do gaben sy ain urtail
über inn also, daz er wär ain kätzerc, und ainr der gestraft solt werden umb sin boßhaitc. Und empfalhen inn dem weltlichen rechten. Und batend
unßern herren den küng und das weltlich recht, daz man inn nit tötet, und inn sust
behielt. Do sprach der kung zuͦ hertzog Ludwigen: Sid ich der bin, der daz
weltlich schwertt inn haltet: Lieber öham, hertzog Ludwig, unßer und des hailgen
römschen richs kurfürst und unßer ertztruchsäß, so nement inn und tuͦnd im als
ainem kätzer an unßer statt. Do ruͦft hertzog Ludwig der von Costentz vogt, der
von des richs wegen vogt waz, daz was Hanns Hagen, der och zegegen waz und sprach:
Vogt, nun nim den von unßer baider urtail wegen und verbrenn inn als ain kätzer.
Der hieß die raͧtzknecht und den henker, daz sy inn uß fuͦrtind zuͦ verbrennen und
im aber kain sin häß, gürtel, gewand, sekel, messer, pfenning, hosen, noch schuͦch
nit nemen, noch abzugend. Daz beschach och. Und hatt doch zwen guͦt schwartz rök
an von guͦtem tuͦch4 und ain gürtel, der was enklain beschlagen, und zway bymesser in ainr schaid und
ain lidrin sekel, da mocht wol ettwas inne sin. Und hat ain wiß infel uff sinem
hopt5, als dann hernach gemaͧlet staͧtt, da stuͦnden an [gemaulttd] zwen tüfel und ye enmittene geschriben: Heresiarcha, daz ist so vil geredt als ain ertzbischof aller
kätzer6. Und fuͦrtend inn die von Costentz uß mer dann mit tusend gewapoten mannen, und
die fürsten und herren och gewapot. Und fuͦrtend inn hertzogf Ludwigs diener zwen, ainr zuͦ der rechten siten, der ander zuͦ der linggen. Und
waz nit [134] gebunden, dann sy sust neben im giengen und ruͦftend mir
Uͦlrichen zuͦ in. Und giengen vor und hinder im des raͧts knecht. Und fuͦrtend inn
zuͦ Geltinger tor ußhin. Und von großem trang, das da was, do muͦß man inn füren
den Brül7 umbhin umb Richmans Widen huß8. Und wurden der gewapoten mer dann iij tusend on ungewapot und on froͧwen. Und muͦß
man die lüt uff der brugg an Geltinger tor halten, daz ye ain schar
hinüber kam. Und vorcht man die brugg bräch. Und fuͦrt man inn uff das klain inder
usserfeld9 enmitten. Und an dem ußhin füren bettot er nit anders dann: Jhesu Christe, fili
Dei vivi, miserere mei. Und do er kam zuͦ dem usser veldg und er ersach das für, holtz und stro, do viel er drümaͧl uff sin knie und
sprach mit luter stimm: Jhesu Christe, fili Dei vivi, qui passus esh pro nobis, miserere mei. Darnach fragt man inn, ob er bichten wolt. Do sprach
er: Gern, wann daz es hie zuͦ eng ist. Da er nun kam in den ring, do machot man
ain witen ring. Doi fragt ich inn, ob er bichten wölti. Da wär ain priester, der hieß herr Uͦlrich Schorand10, der hett do des concilium und des bistuͦmbs gewaltj. Do ruͦft ich dem selben herr Ulrichen. Der kam zuͦ im und sprach zuͦ im: Lieber
herr und maister, wöllen ir abtretten dem ungeloben und der kätzry, darumb ir
liden muͦßend, so wil ich üch gern bicht hörn. Wöllen ir aber daz nit tuͦn, so
wissend ir selbs wol, das in gaistlichem rechten stat, daz mank kainem kätzer enkain göttlich sach tuͦn noch geben sol. Do sprach der Huss: Es
ist nit not, ich bin kain todsünder nit. Darnach do wolt er haben angefangen
predigen in tütsch. Daz wolt hertzog Ludwig nit und hieß inn verbrennen. Do nam
der henker und band inn mit häß und mit allem an ain uffrecht brett. Und stallt im
ain schemell under sin füß, und lait holtz und stro umb inn und schutt ain wenig bech darin
und zündet es an. Do gehuͦb er sich mit schryen vast übel und was bald
verbrunnen11.
a) ab nen] abnemen PrWo; abnehmen St2.b) im PrK; ym G.c–c) kätzer – boßhait] ertzkätzer und ain unstrauffber und unwiser man siner bosshaitt
ab ze staͮn Pr.d) gemaultt Pr; gemalt KWo; gemahlt St2.e) enzwüschend Pr; entzwüschent Wo; entzwischen St2.f) davor hertzlg rot ausgestr. A.g) folgt über daz brügli Pr.h) est St1.i–i) Do – wölt] Do ward ich Ulrich Richenthal gehaissen, das ich in fragen solt, ob er
bichten wolt WoSt2.j) folgt Da sprach er: Ja Pr; folgt Do sprach er: Ja gern WoSt2.k) main A.l) schemel] hochen schämel PrWo; hohen schämel St2.
1Durch die Degradation verliert der Geistliche die klerikalen
Standesrechte (Laisierung), so dass er dem weltlichen Gericht zur Verurteilung
übergeben werden kann. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 48; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 245, 250f.; P. Landau, Die Entstehung des kanonischen Infamiebegriffs von Gratian
bis zur Glossa Ordinaria (1966) S. 60f.; B. Schimmelpfennig, Die Degradation von Klerikern im späten Mittelalter, in:
Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 34 (1982) S. 313 mit Anm. 26;
P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 279; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 429 Z. 7–13; T. Schmidt, König Sigmund und Johannes Hus, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 158; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 164, 183f. Anm. 284; S. Provvidente, Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 288.
2Bartolomeo della Capra.
3character indelebilis.
4Zur Bekleidung von Hus vgl. S. Rau / O. Morr, Konstanzer Konzil – Ein gut zu vermittelndes Thema, in:
Restauro. Zeitschrift für Restaurierung, Denkmalpflege und Museumstechnik 5
(2014) S. 51; Th. A. Fudge, The Secret Life of a Hereticʼs Coat: Jan Hus and the Modern
Pilgrimage of a „Medieval Relic“, in: Kosmas. Czechoslovak and Central European
Journal 28 (2) (2015) S. 173–199; R. und H. Rosenberg, Die vielen Gesichter des Jan Hus S. 198.
5Zur papiernen Schand- bzw. Ketzermütze vgl. J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 252f.; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 114f., 116, 120f., 130; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 354f.; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
265–267; Th. Werner, Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittelalter
(2007) S. 454; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 203f.; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 13, 283; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 293; Th. M. Buck, Das „Kunst- und Alterthumskabinett“ Joseph Kastells S.
152f.; R. und H. Rosenberg, Die vielen Gesichter des Jan Hus S. 194f., 198.
6Bezieht sich auf pag. 135, wo die Verhaftung von Hus
dargestellt ist.
7Heute im Stadtteil Paradies im Westen der Stadt. Der Name
führt sich auf ein dort ansässiges Frauenkloster (claustrum Paradysi apud Constantiam) zurück; vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 130–132
sowie die Karte „Konstanz zur Zeit des Konzils“ bei O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 28f., 156, 191.
8Zu dieser Lokalität vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 17–20; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 138 mit
Anm. 1.
9Die Hinrichtungsstätte des Jan Hus, das inder usserfeld, ist mit dem kleinen Brühl im Stadtteil Paradies vor der
Stadtmauer identisch, einer Wiesenfläche im Westen der Stadt, auf der
Hinrichtungen und Turniere (c. 119,1) stattfanden und zu der man durch das
innere Geltingertor oder das innere Paradieser Tor gelangte. Der genaue Ort der
Hinrichtung lässt sich nicht mehr ermitteln. Der 1862 errichtete Hussenstein
dürfte nach Feger „etwas südlich der Richtstätte liegen“. Vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 30–39; ders., Geschichte und Beschreibung der Stadt Konstanz und ihrer
nächsten Umgebung (1851) S. 72f.; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 137f.,
139, 143 sowie die Nrn. 50 und 84 auf der beigegebenen Karte; F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 322; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 191, 205; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 30 (mit Karte); S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 530 Anm.
1216.
10Zu dem Kaplan Ulrich Schorand, der als Vertreter des Konzils
bei der Hinrichtung zugegen war, vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 169; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 232 mit Anm.
22; ders., John Hus. A Biography (1968) S. 290 Anm. 42; H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz (Germania Sacra, N.F. 15,
1981) S. 411; Th. Werner, Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittelalter
(2007) S. 458; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 145; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 694 mit Anm. 22.
11Johannes Hus starb am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen in
Konstanz, nachdem er am 28. November 1414 auf Druck der Kardinäle festgenommen
worden war. Zum Leiden und Sterben von Hus vgl. J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 251–257; ders., Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 45f.; U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof von
Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88
(1968) S. 251 Anm. 183 von S. 250; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 114–151; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 202–220; P. Burschel, Sterben und Unsterblichkeit. Zur Kultur des Martyriums in
der frühen Neuzeit (2004) S. 22f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f. Zum Zusammenhang von „Haec sancta“ und Hus-Prozess
vgl. S. Provvidente, Inquisitorial process and plenitudo potestatis at the
Council of Constance, in: The Bohemian Reformation and Religious Practice 8
(2011) S. 98–114; ders., La causa Hus entre plusieurs traditions académiques: conciliarisme, studia hussitica et pratiques juridiques dans le Moyen Âge tardif, in: AHC 47
(2015) S. 138–144; ders., Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 254–288; H. Müller, Ein deutsch-französischer Blick auf das Konzil von Konstanz
(1414–1418), in: AHC 47 (2015) S. 15; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 685–697.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a293
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,1 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,1 Anm. 11.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a303
156,2 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
[135] Und do er aller ding verbrunnen was, dannocht was die infela in dem für1 gantz. Do zerstieß sy der henker. Und do verbran sy och und ward der böst
schmachkb, den man schmeken möcht; wann der cardinal Pangracius2 hett ain rossmulc, daz starb an der statt von elti, daz ward davor da hin gegraben3. Und von der hitz tett sich daz ertrich uff, daz der schmak heruß kam4. Darnach fuͦrt man [died] äschen gentzlichen, was da lag, in den Rin5.
Hus verhaftet, pag. 135. Oben zwei Spalten zu je neun und acht Zeilen Text. Darunter das Bild.
Hus degradiert, pag. 136.
Hus zum Tode geführt, pag. 137.
Hus verbrannt, pag. 138.
Asche wird verladen, pag. 139.
a) papirin inffel WoSt2.b) schmachk] schmack PrWoSt2.c) rossmul] grosses mul Pr; gros allt mul Wo; groß alt maul St2.d) so PrGWoSt2.
1Feuer.
2Rainaldo Brancaccio, Kardinaldiakon von SS. Vito e Modesto;
vgl. H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 117, 122, 132 Anm. 11; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 130 mit Anm. 642; R. Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung
und die kulturelle Konstruktion des Körpers (2014) S. 563f.
3Der Ort, an dem Hus verbrannt wurde, das inder usserfeld, diente der Stadtgemeinde auch als Schindanger, wo tote Tiere
vergraben wurden; die eigentümliche Geschichte hat also nicht nur eine
symbolische, sondern durchaus auch eine realistische Dimension. Vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 35.
4Zur Verbrennung, dem Öffnen des Erdreichs und dem
entsetzlichen Gestank vgl. H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 116f., 121f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 280f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 129f.; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 206f.; R. Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung
und die kulturelle Konstruktion des Körpers (2014) S. 563f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43.
5Vgl. hierzu Aeneas Silvius Piccolomini, Historia Bohemica, hg.
von J. Hejnic und H. Rothe 1 (2005) S. 252f.: Cineres exustorum ne raperentur a Bohemis, in lacum proiecti. Die Verbrennung des Häretikers diente nicht nur der Entfernung
aus der Gemeinschaft der Gläubigen, Ziel der Strafe war auch die Auslöschung
des Körpers und die Inkriminierung der Memoria. M. Bartlová, Iconography of Jan Hus, in: A Companion to Jan Hus, hg. von
F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 329 deutet diese Szene als „a satirical travesty of
the translatio of the relics in traditional hagiography“. Siehe auch F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 323; V. Novotný, in: Fontes Rerum Bohemicarum 8 (1932) S. 119f. und R. Schmitz-Esser, Bestrafung des Leichnams zur Purifizierung der Christenheit?
Der Ursprung der Verbrennungsstrafe an Häretikern und Hexen im Früh- und
Hochmittelalter und sein Verhältnis zum Reliquienkult, in: FMSt 44 (2010) S.
229, 249f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a304
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a305
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a306
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a307
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 156,2 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a308
[140] Uff sontag an dem nünden tag des monatz Höwat, do begieng man ain
großen crützgang mit allen cardinäln, der [wasa] nünzehen. Die andern beliben in dem münster, wonn sy von blödikait nit gon
mochten, nünzehen ertzbischoff, lxxvij rechter bischoff, zwen patriarchen, all in
wisen inflen, äbt und pröbst, prelaten, all gelert lüt, all pfaffen und örden ze
Costentz. Und ging hinden nach der patriarch Johannes von Anthiochia, und truͦg
man ain guldin tuͦch vor, und hett vast ain kostlich infel uff und kain tuͦch ob
im. Und gab dem volk den segen, als davor geschriben stat. Und ging da mit unßer
herr der küng, die küngin und all fürsten und fürstinen, all herren, grafen,
ritter und knecht. Und gingen uss dem münster an den obern markt, von dem obern
markt Mordergassen anhin zuͦ den augustinern, von den augustinernb Nüwengassen hin umb gen Sant Paul, wider herumbc zuͦ den barfuͦßen inhin, von den barfuͦßen gen Sant Steffan, und von Sant
Steffan wider in daz münster, umb das der allmächtig gott die cristanhait und den
cristan globen beschirmtid und inn sin gnad santi. Und darnach, do ging menglich haim.
a) was Pr; waren K; warend Wo; waren St2.b) von den augustinern von den augustiner A.c) herumb] umbher an Bruͦdergassen Pr.d) folgt und behuͦtte Pr; folgt unnd behuͦtti Wo; folgt und behuͦtete St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 157.
Uff zinstag vor mittem Höwat, do hett die küngin ainen tantz den frowen. Und
mornends an der mittwochen, do fuͦr sy und die küngin von Wossen enweg von
Costentz mit irem hoffmaister, und genadet den froͧwen und fuͦr ze schiff gen Schaͧffhusen
und Rin abhin.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 158.
Uff dem fritag fruͦ vor Sant Marien Magdalenen tag1, do fuͦr unßer herr der küng von Costentz und kam des selben tags gen
Schauffhusen ze schif, und zoch man im die pfärd ze land nach. Und ze Schaͧffhusen
sass er uff und rait in daz küngrich Frankrich und in daz küngrich Arogoni, zuͦ
Castela und wider herumb gen Engelland2.
a) folgt gen Naverr Pr.
1Am 19. Juli 1415 brach Sigmund nach Narbonne auf, um die
Beteiligung der Spanier am Konzil zu erreichen.
2Gemeint ist die lange kriegerische Auseinandersetzung
(1337–1453), in der englische Könige versuchten, ihre Ansprüche auf den
französischen Thron mit Waffengewalt durchzusetzen. Vgl. Ph. Contamine, La Guerre de cent ans (31977) S. 81–101; ders., Art. Hundertjähriger Krieg, in: LexMA 5 (1999) Sp.
215–218; J. Ehlers, Der Hundertjährige Krieg (2009) S. 59–76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 159.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 159 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a309
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 159 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a310
[141] Darnach uff sontag an Sant Marien Magdalenen aubend anno Dni.
MCCCCXV, do hatt aber das concilium ain großen crützgang von dem münster tzuͦ Sant
Paͧl, und gingen herwiderumb zuͦ den barfuͦßen durch die kilchen und gen Sant
Steffan, och durch die kirchen und wider in daz münster, umb das gott den küng
behuͦti und im guͦt gelük zuͦschib und das es im wol gieng, und frölichen
herrwider kem von den küngen und von bapst Benedicto, der genempt ward Petrus de
Luna. Und gingen damit zwen patriarchen, nünzehen cardinäla und alle pfaffhait, als da vor genempt ist. Und sy maintend, sy wöltind all
sonntag ain söllichen crützgang haben1, wahin sy dann ze rat wurden, als lang biß unßer herr der küng wider her kem.
Und wer also damit gingb, der hatt großen aplas.
a) folgt die ertzbischoff und bischoff, pröbst, gelertt lütt, auditores, die örden Pr; folgt die ertzbischoff, bischoff unnd wüchbischoff, pröbst unnd gelert lütt,
auditores, die schuͦelen, die tuͦmherrn, chorherrn, capplän unnd all orden WoSt2.b) folgt mitt andauchtt Pr; folgt mit andacht WoSt2.
1Dass jeden Sonntag nach der Abreise des Königs eine
Bittprozession (processio generalis cum missa solenni) mit Messe und Predigt gehalten werden sollte, wurde in der
17. Sitzung des Konzils am 15. Juli 1415 beschlossen. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 480; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 781; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 20; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 206; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 404; M. Prietzel, Dietrich Kerkering von Münster S. 107.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 160.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 160 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a311
Uff sonntaga vor des hailgen crütz tag im herbst, do hattend sy ain groß session mit allen
gaistlichen lüten und gelerten herren und gantzem concilium. Und was och in der
session hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg, dem dann unßer herr der küng das
concilium bevolhen hett1. Und lut man nach der metti ainest, zuͦ dem tag fruͦ vor der tagmess das ander,
und nach der tagmess zesammen. Und sungen ain loplich amptb von der hailgen drivaltikait. Nach der mess ward besant Jeronimus der
kätzer2. Und predigott ain maister göttlicher kunst uss Engelland3. Nach der predi [be]wißtend die maister göttlicherc geschrift, daz er falschlig gebredigott und gelert hett. Und wolt och nit davon
laßen noch gen Behem schriben. Und ward och ver[ur]tailt als ain kätzer und ward
och geben hertzog Ludwigen von Payer. Der hieß inn ußhin füren und verbrennen. Und
fuͦr[t] man inn uß, glich wie den Hussen, dann daz nit als vil gewapotz volk damit
gingd, wann die Behem, die layen der mertail, [142] die ze Costentz waren
gesin, die rittend mit unßerm herrn dem küng, die andern waren haim geritten. Und
als man inn ußhin fuͦrt, do bettott er den Credoe, und wenn der uß was, so vieng er an ze singen die letany und dann aber den
Credo. Und ward och verbrent an der statt, da der Huss verbrennet ward, und hortt
man im och kain bicht, glich wie dem Hussen. Und lebt in dem für vast lenger dann
der Huss und schrayg vast grülich, dann er was ain va[i]ßter, starker man mit
ainem schwartzen diken und großen bart. Und do er verbrennet ward, do ward och die
äsch und alles, so da waz, in den Rin gefürt4. Und waintend vil gelerter lüt, das er verderben muͦst, wann er vast gelerter
was dann der Huss5. Er was worden maister in artibus zuͦ Praͧg, in der statt ze Lundus in Engeland,
zuͦ Köln und zuͦ Erdfurt6.
Acta sunt haec anno MCCCCXV.
Hieronymus hingerichtet, pag. 142. Oben zwei Spalten zu je 15
Zeilen Text. Darunter das Bild. Pag. 143 leer.
a) Uff sonntag] Am samstag Pr; An samstag K; An dem zinstag G; Am sambstag WoSt2.b) ampt] mess Pr; meß WoSt2.c) göttlicher geschrift] göttlicher kunst mitt göttlicher geschriffte Pr.d) folgt wan des bedorfft man do nitt Pr.e) folgt in unum Deum PrWoSt2.
1 Herzog Ludwig von Bayern wurde von König Sigmund am 20. Juni
1415 zum Konzilsprotektor (protector concilii) ernannt. Bürgermeister und Rat der Stadt schwören gegenüber
Herzog Ludwig, das Konzil zu schützen und zu schirmen. Vgl. für das Jahr 1415
das Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B
I 2) S. 45.
3Es predigte – wie bei Jan Hus – Giacomo Arrigoni de Balardis,
Bischof von Lodi. Vgl. P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 156, 166;
W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 134; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 107 Anm. 209; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 236, 238f., 325–333.
4Hieronymus von Prag wurde am 30. Mai 1416, dem Tag der 21.
Sitzung des Konzils, hingerichtet, nachdem – wie bei Hus – zuvor der Bischof
von Lodi gepredigt hatte. Zum Leiden und Sterben von Hieronymus siehe auch den
Brief des italienischen Humanisten und päpstlichen Sekretärs Poggio
Bracciolini, den dieser am Todestag an Leonardo Bruni geschrieben hat. Vgl.
Aeneas Silvius Piccolomini, Historia Bohemica, hg. von J. Hejnic und H. Rothe 1 (2005) S. 250–253; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 195–203; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. CXXXr–CXXXIr; G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 60–62; V. Novotný, in: Fontes Rerum Bohemicarum 8 (1932) S. 323–334,
345–350; F. M. Bartoš, Kostnický proces M. Jeronyma Pražského, in: Sbornik
historicky 4 (1956) S. 56–64; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 104–129; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S.
230–235; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 123f., 137 Anm. 42 und 43; F. Šmahel, Poggio und Hieronymus von Prag: Zur Frage des hussitischen
Humanismus, in: Studien zum Humanismus in den böhmischen Ländern 1 (1988)
S. 75–91; ders., Hieronymus von Prag, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 273f.; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 50–52; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 115–139; St. Greenblatt, The Swerve. How the World Became Modern (2011) S. 172–181;
W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
70–75; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 234–253, 334f., 338–343.
5Zu den „intellectual skills and rhetorical gifts“ des
Hieronymus von Prag vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 121; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 229, 248, 254f.
6Hieronymus von Prag hat an den Universitäten Prag, Oxford,
Paris, Köln und Heidelberg gewirkt. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 118; F. Šmahel, Mag. Hieronymus von Prag und die Heidelberger Universität,
in: ders., Die Prager Universität im Mittelalter. Gesammelte Aufsätze
(2007) S. 526–538; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 10, 20, 73–88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 161.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 161 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a312
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 161 Anm. 2.
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URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a316
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 161 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a317
[144] Also bestuͦnd do das concilium in guͦtem frid und ward aber da
zwischen kain unfrid, und hattend die frömden so vil schirms und frids, das
[sya] wandlotend durch spatzierens willen by ainrb mil wegs umb Costentz, in die stett und durch die wäld und wahin sy woltend. Und
besonder in daz Aichorn1 giengen sy täglichs in spatzieren. Und in dem holtz vand man wirt, die allerlay
win schanktend, wie man den haben wolt. Und fand manc darinn fail gebraͧtned hünre und was man begerott, und darzuͦ erber froͧwen, die tzuͦ denen sachen gehortendf. Und das die gaistlichen herren spatzieren gingen, in welhen garten sy wolten,
daz wartg inn nieman. Sy tettend och kainen schaden. Also vertribend die herren ir
wilh.
a) so PrK.b) ainr] zwain Pr.c) davor d ausgestr. A.d) davor braitr rot ausgestr. A.e) folgt flaisch, kochott, brott Pr; folgt kochott, flaisch, brot WoSt2.f) gehortend] wol zimlich sint Wo; wol ziemlich sind St2.g) wart] spertt Pr.h) wil] kurtzwil Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 162.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 162 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a318
Darnach uff mittwochen nach des hailgen crütz tag im herbst, do kam bottschaft
von unßerm herren dem küng. Die sait, wie daz er getruwte, die sach, darumb er
dann ußgeritten waz, zuͦ guͦtema end kommen wölt. Doch so vil inn allwegen groͮß kumber und betrüptnuß an von bapst
Benedicto, wann er ain großer
gefründoterb herr wär. Doch wölten die fürsten des lands wider daz concilium nit tuͦn. Und
ward aber laudes gelüt zuͦ der sibenden stund und zuͦ mittag und ze aubend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 163.
Do man zalt von gotza geburt MCCCCXV uff dornstag vor Sant Gallen tag ze mittag1, do starb der hochwirdig herr Landolffusb, der cardinal Barrensis, der von künglichem geschlächte geboren waz, von dem
küngrich von Cecili dem obern, daz ist Napoltz. Und starb in dem hof by dem
crützgang, als man gat usser dem crützgang gen den predigern, den do inne hett
herr Conrat von Münchwil. Dar inn stat Sant Katrinen capellc. Und truͦg man inn also tod zuͦ den predigern in daz closter. Und lag da [145] unvergraben biß an dritten tag. An dem dritten tag vergruͦb man inn
in dem kor an der linggen siten, in ain aichen beschlützten trog, und tett man vil
bisem darin für den bösen schmak. Und do lütet man im mit allen [gloggend], mer dann aim korherrene. Und lag also, daz man im kain opfer hett. Also am fritag nachf aller hailgen tag beging man im sin opfer. Daz was also: Tzuͦm ersten hett man
gemacht zuͦ baiden absiten tromeng. Uff den tromen da kertzen uff stuͦnden hoch enbor und brunnen da vier und
drissig brinnender kertzen; dero ward lxviij kertzen, der jegliche wag iiij
lib.h wachs.
a) gottes PrWoSt2.b) Landolffus] Bandolffus Pr.c) folgt gen dem kilchhoff Pr; folgt gen der Fülli Wo; folgt gegen der Fülli St2.d) so PrKWoSt2.e) thuͦmherren PrWoSt2.f) nach] vor PrKGWoSt2.g) tromen] tramen PrWoSt2.h) iiij lib.] vierd halb pfund PrWoSt2.
1Am 16. Oktober 1415 verstarb Landulfo Maramaldo von Bari
(Barensis), Kardinaldiakon von S. Nicola in Carcere. Zu den Exequien vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 56.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 164.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 164 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a319
Och hett man in der kirchen gemacht vornan by dem kor by dem altar by dem fletz
ain hütten mit holtz nit bewandet. Daz stund uff vier sülen. Und hett ain tach,
daz was in vier ort gemacht. Und als zwen knopff daruff solten stan. Uff dem tach
da stuͦnden großer kertzen xij brinnend. Und waz daz tach uff recht, und stunden
uff dem tach klain brinnend kertzen, der jegliche wol ainen fierling wachs hett.
Und der was mer dann iiij hundert, je aine von der andern gestekt, als zwen finger
brait sind. Und daz hus was glich an ze sehen, als so ain hültzin huß in all macht
brinnet. Und was [dasa] hus by zwaintzig schuͦch wyt und xiiij brait und under dem hus lag die bar. Daz
was ain groß michel bett, das was bedekt mit iiij guldinen kostlich tuͦchenb. Und stuͦnden zuͦ den hopten zwo groß kertzen, und zuͦ den füßen zwo, die och
brunnenc. Und umb daz hus ze ring umm saßen sin diener, die im dann zuͦ gehortend, der
waren xxxxv, die all mit swartzem klaid beklaidet waren mit nüwem swartzem tuͦch
umbwunden als lang mentel, da kappen an sind. Und was das tuͦch dannoch nit
geschroten, noch genäget, sy hettend es suss also umm sich gewunden. Undd hattend jeclich xij eln und kostott ain eln ain guldind. Und gingen inn die mentel wyt umb sich und zugend die an der erden wol ains
schuͦchs lang nache, nach dem und er dann lang was. [146] Und hatt jeglicher ain brinnend
kertzen in der hand, die halb pfündig was. Und in dem kor uff sinem grab lag och
ain guldin tuͦch und brinnend och iiij groß kertzen dabyf und hatt ain cardinaͧl die selbeng, und dientend im zwen cardinäl: der ain sang die epistel, der ander das
ewangelium. Und nach der messh waren siben cardinäl, angelait als priester on den messsachel, da jeglicher ain
collect las. By dem opfer waren zwen patriarchen, alli cardinäl und alle pfaffhait und gelert lüti, all fürsten und herren, der burgermaister und der gantz raͧtt, die da all ze
opfer gingen. Und von der lich gab man jeglichem [ain kertzenj], er wär herr oder knecht, frowen oder man, wer sy nemen wolt, daran ain halb
vierling wachs was, die mochtends och mit inn haim tragenk. Undl ich Uͦlrich Richental fragt sin ußgeber und innemer, was daz opfer und
begrept möcht kosten. Die sprachen, daz es mit allen dingen ob xiij hundert
tuggaten gestündl. Und darnach über xiiij tag, do gruͦb man den selben cardinal wider ußm und fuͦrt man innn in sins vatters land, in daz küngrich gen Napoltz. [Wi[e] er da begraben wurd,
das waist ich nito].
a) so Pr.b) folgt die intall mitt gold waurend Pr; folgt die ytal mit gold belait waren Wo; folgt die eitel mit golg belegt waren St2.c) folgt der yegkliche wol vier pfund wachs hett Pr.d–d) Und – guldin] Und hatten die besten under inn jegklicher zwölff eln, als ain eln
tuͦchs
komett umb ain guldin. Die andren jegklicher xiij eln, als ain eln komett umb
zwölff plapphartt Pr; Die besten under inn hatten mehr dann 10 eln, der yeglichs eln kham umb ain
ungerschen guldin. Die andern ain eln umb ainen rinischen guldin Wo; Die besten unter ihnen hatten mehr den 10 ellen, der jegliche elln kham um
ein ungerischen gulden St2.e) davor l rot ausgestr. A.f) folgt zwo zuͦ den hopten und zwo zuͦ den füssen PrK.g) selben] selmess Pr.h) folgt zuͦ der obsequi Pr.i–i) all cardinäl – gelert lüt] all cardinäll, alle ertzbischoff, bischoff, bröbst, prelatten,
äpptt alle
ander pfaffhaitt und örden ze Costentz, alle auditores und gelertt lütt Pr; alle cardinäl, alle erzbischoff und ouch bischoff, alle pröbst, prelaten,
alle pfaffhait und orden ze Costentz, alle auditores unnd gelert lütt WoSt2.j) so Pr.k) folgt oder da laussen weders jeglichs woltt Pr.l–l) Und ich Uͦlrich – gestünd] Unnd ich Ulrich Richentall fraget sinen innemer unnd schaffner,
was das
opffer und die begrebt unnd die gros gezierd unnd mit allen dingen kosten
möcht. Der antwort mir unnd sprach, das die lich, das opffer unnd die begrebt
mit allen dingen kosti mer danne 10500 tuggaten WoSt2.m) folgt und bissempten den boͧm und sin lip Pr; folgt zuͦ den predigern unnd verwachst man unnd verhartzt man erst zerecht den bom,
so man immer best khuntt oder mocht unnd verballsomot sinen lib, ouch so man
allerbest mocht WoSt2.n) folgt haim Pr; folgt wider haim Wo; folgt wieder heimb St2.o) so WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 165.
In dem jar ward burgermaister erwelt Conrat Mangolt, und an der hailgen dry küng
tag an anno Dni. MCCCCXVI.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 166.
An dem hailgen tag ze wihenächten nacha im[bisb] anno Dni. MCCCCXVI, do starb der hochwirdig cardinal Bandellus de Balbine1, von bapst Gregorien obedientz, der nun haißt Angelus de Cowario, und starb in
Peter Rikenbachs hus zuͦ dem Beren uff den Blatten, und [truͦgc] man inn zuͦ den augustinern und vergruͦb man inn nit mit großer kost. Da lit er
noch und hett man im kain opfer, dann er was nit vast rich.
1Gemeint ist Bandello Bandelli, Kardinalpriester von S. Balbina
(Ariminensis).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 178.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 178 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a320
[147] In der zit, als unßer herr der küng hinweggeritten was, da zwüschen
ward nit nüws, dann daz sy den crützgang all sontag tattend umm daz münster, und
daz sy all tag mess hattend zuͦ dem tuͦmb. Und all tag in der mess stuͦnd uff ain
gelerter man göttlicher kunst und predigott1. Und gaistlich, och weltlich herren, rittend uß und inn, doch mit erlobung. Och
wurdent von den fürsten, ritter und knechten vil gestäch umm ring, und darnach den
froͧwen ainen tantz. Und sollich schön leben zergieng allweg mit lieby und
früntschaft. Und och da zwüschen geschach groß gotzdienst von gaistlichen herren
mit großem almuͦsen und andern. Och buwtend die von Costentz stäteklichen, nit umb
irs nutzes willen, [sunderna] daz die armen lon gewunnen2. Und gab man ann ain tag xviij d. Und komend vil priester und gelert lut, die
werchotend, es wär im graben, am murwerch oder in wingarten. Daz tettend die von
Costentz darumb, daz nit bößers von inn ufferstünd.
a) so Pr.
1Während König Sigmunds Abwesenheit wurde offenbar jeden Tag
gepredigt. Vgl. P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 20.
2Gemeint ist eine Form öffentlicher Sozialfürsorge, die es den
ärmeren, auch geistlichen Konzilsteilnehmern, die für ihren Unterhalt selbst
aufkommen mussten, gestattete, dem Konzil auch dann noch beizuwohnen, als es
sich wider Erwarten in die Länge zog; vgl. cc. 145,2 und 393. Hierzu Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 94; H. Finke, ACC 2 (1923) S. 767f.; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 325f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 36; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 357, 394; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 57; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 130–133; ders., Das Konstanzer Konzil S. 114f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 167.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 167 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a321
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 167 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a322
Och wurden von sölichem großen volk nit vil lüt getödet, dann da man recht gewar
schuld fand.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 168.
Uff sontag nach dem hailgen tag ze wihenächten anno Dni. MCCCCXVI, daz was an
Sant Thomas tag von Kant[z]elberg1, do begiengen die Engelschena all, die ze Costentz waren, Sant Thomas tag gar loblich zuͦ dem thuͦmb ze
Costentz mit loblichem gesang2, mit großer gezierd, mit allem hailtumb ze Costentz, und mit großen brinnenden
kertzen. Und zuͦ aller zit, als zuͦ metti, prim, tertz, sext, non, vesper und
complet, rittend die prusuner umb in der statt, und hattend des künges wapen an
den prusunen, und prusonotend alle zit.
a) die Engelschen] all ertzbischoff K; die ertzbischoff alle WoSt2.
1Thomas (Beckett) von Canterbury.
2Zum Gesang der englischen Sänger vgl. M. Schuler, Die Musik in Konstanz während des Konzils 1414–1418, in:
Acta Musicologica 38 (1966) S. 158f.; ders., Art. Konstanz, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart,
Bd. 5 (1996) Sp. 578; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 108; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 359, 369f.; M. Bent, The transmission of music by English composers and Du Fay at
the time of the Council of Constance, in: Europäische Musikkultur im Kontext
des Konstanzer Konzils, hg. von S. Morent u.a. (2017) S. 163–174; S. Morent, Choraltraditionen im süddeutschen Raum S. 98.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 169.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 169 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a323
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 169 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a324
Und uff den selben sontag zuͦ aubend, do kam mär und bottschaft von unßerm herr
dem römischen küng, wie daz der küng von Aragoni, der küng von Castel, der küng
von Naver, der küng von Payorika, der [148] graͧff von Fussi und all ander fürsten und herren, die da
hieltend den baͧpst Benedictum, Petrum de Luna, gantz wärind abgetretten von sinr
obedientz und hinfür nüntz von im halten noch gehorsam sin1. Und ward in der selben nacht fünf maͧl laudes gelüt mit allen gloggen. Mornends
an dem mentag frü, do hieß hertz[og] Ludwig von Payern von Haidelberg durch die
statt ze Costentz rüffen, daz menglich firen solte biß ze mittag. Und halt alle
pfaffhait ain loblich gesungen mess von der hailgen drivaltikait. Und warent by
der mess all fürsten und weltlich herren. Und lut man aber laudes zuͦ drin malen.
Darnach hettend sy ain crützgang umb daz münster mit allem hailtumb. Und die wil
lut man all gloggen. Und waren da nün prusuner, die stäteklich prusunotend. Und
giengen da mit der thuͦmherren ze Costentz kertzen und aller zünft kertzen. Und
nach dem imbiß lut man aber drümal laudes.
a) Maiorickh Wo; Majorick St2.
1Bezieht sich wohl auf den Vertrag von Narbonne (Capitula
Narbonensia), der am 13. Dezember 1415 abgeschlossen wurde. Die Nachricht traf
am 29. Dezember in Konstanz ein, am 4. Februar 1416 wurde der Vertrag vom
Konzil bestätigt. Vgl. J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 812–817; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 43, 226f.; A. Frenken, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 286–288; ders., Das Konstanzer Konzil S. 106f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 157–159; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 227; M. Prietzel, Dietrich Kerkering von Münster S. 99f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 170.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 170 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a325
An dem xxviij. tag des monotz Jenera, do kam die bottschaft, die mit unßerm herren dem kung hinweg warent geritten,
und brachtend erst recht brief von den obgenannten küngen, die vor genempt sind,
daz sy gantz abgetretten wären von Petro de Lunab, daz sy füro nit mer von im halten wöltind, und wöltind den bapst halten, den
daz concilium erwalti. Und ward laudes aber gelüt.
a) folgt das was an der naͤchsten mittwuͦchen vor der liechtmis Pr; folgt das was an mitwochen vor der lichtmes WoSt2.b) folgt und von dem küng in Schottenlande und von allen fürsten und herren der selben
land Pr; folgt unnd darzuͦ von dem künig unnd gantzem landt inn Hybernia inn Schottenland
unnd von allen fürsten unnd herrn desselben landes WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 171.
Und mornends an dem dornstag anno Dni. MCCCCXVI, da ward ain gantzi sessio, und
wurden die brief verlesen, die die küng und landsherren gesendet hattend. Und do
die verlesen wurden, do ward gentzlicha und luter ertailt, daz nun hinnahin kain gaistlicher noch weltlicher prelat,
noch herr nit mer gehorsam sin solt bapst Benedicto by dem fluͦch ewiger
verdampnuß und by berobung aller pfründen, wer da wider täti.
a) davor gentl rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 172.
[149] Uff den fritag gebot daz hailig concilium und ließ rüfen in der
statt umb, daz menklich morn firen solt, biß der crützgang beschäch, umb daz gott
sin gnad santi, daz ainhellikait wurd. Und lut man aber laudes ze mittag, ze
vesper und zuͦ aͧbend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 173,1.
An dem samßtag, daz was an unßer froͧwen aubend zuͦ der liechtmess in der sibenden
stund, do lütet man aber laudes mit
allen gloggen. Und hattend ainen crützgang von dem münster biß zuͦ den augustinern
und ging damit alle pfaffhait ze Costentz und all fursten und herren, gaistlich
und weltlich, glich wie da vor geschriben und gemaͧlt ist1. [Doch nit all mit sovil volckhes unnd mit sovil groser gezierd unnd als
khostlicha].
a) so WoSt2.
1Bezieht sich auf die Darstellung der Fronleichnamsprozession
pag. 113–124.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 173,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 173,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a326
Uff den xiij. tag des monatz February, daz was uff dornstag vor Valentini anno
Dni. MCCCCXVI in der selben session, do laitend für der durchlüchtig fürst küng
Laudislausa von Boland, hertzog Allexander, genant Wiroltb, großer hertzog in Littow, hertzog Semonitusc von Masophye, hertzog Johanns und hertzog Wenzelaus von der Masophie, und die
herren von Plaw mit ir gewissen bottschaft und durch ir brief die klag und
zuͦsprüch, so sy hattend von den tütschen herren von Prüßen1. Des verantword sich die selben herren von Prüßen, als ver sy sich vermochtend.
Doch ward daz uff geschlagen biß an unßers herren des küngs zuͦkunft.
a) Wladisslaus Pr; Wuldislaus K; Latislaus G.b) Wirolt] Witolt Pr; Wytolt Wo; Wytold St2.c) Simonitus WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 174,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 174,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a327
An dem andern tag im Mertzen, das was uff mentag nach Esto michi, do hattend [sy]
aber ain session; und kommen brief von küng Cecilie base, das ist Arogoni, dem
concilio. Die wurden da verlesen. Der selbig kung trost in sinen briefen daz
concilium vast und maint, er wölt kurtz[licha] den bapst Benedictum darzuͦ halten und bringen, daz er abtretten müßt. Und ward
aber laudes gelüt ze mittag, ze vesper und ze aubend.
a) so PrKWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 174,2.
[150] Des tags hett hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg ain groß
gestäch mit unßern burgern, und stachen den mentag und den zinstag. Und stachend
dry hertzogen und sechs grafen und vil ritter und knecht by xxxviij helmen. Und
hattend den froͧwen ain groͮß maͧl.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 174,3.
Uff den sechßten tag im Mertzen, das was uff fritag vor der mannfaßnacht1, do gebot man aber ze firen, biß daz crütz in käm. Und hatten die herren ainen
großen crützgang und gieng[enda] die patriarchen, all cardinäl, er[tz]bischoff und bischoffb und alle pfaffhait, och all gelert lüt mit allen fursten und herren. Und giengen
von dem münster biß zuͦ den augustinern und herwiderumb durch barfuͦßer und Sant
Steffans kilchen wider in das münster, umm das der allmächtig gott
ainhellikaitc der cristenhait furdroti und dem küng von Arogoni und Castell, von Baiorickd, von Nanerre, von Schotten, von Granat und ander fursten in dem land beliben in guͦtem willen
und nit abgewißt wurdint.
a) giengend Pr; giengent KWo; giengen St2.b) folgt all äpptt, pröbst, prelatten, alle gaistlich und welttlich prelaͧtten, örden Pr; folgt alle äppt, pröbst, alle gaistlich unnd welltlich prelaten, orden WoSt2.c) ainhellikait] die ainwellung des baubstes Pr; die ainwellung des babsts WoSt2.d) Maiorigkh Wo; Majorick St2.e) Nanerr] Naverr Pr; Navarren WoSt2.
1Im 14. und zunehmend im 15. Jahrhundert werden zwei
Fastnachtszeiten deutlich. Mit der Mann-, Pfaffen- oder Herrenfastnacht ist der
siebente Sonntag vor Ostern (Estomihi) gemeint, bei der die klerikale
Lustbarkeit im Mittelpunkt stand. Die Volksfastnacht, an der sich das „Volk“
vergnügte, bezieht sich auf den Dienstag danach.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 175.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 175 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a328
Davor an dem dornstag vora unßer froͧwen tag vorb der liechtmiss, do ward aber ain session. Da brachten für die Samaritani1, daz sind haiden, durch ir erber bottschaft und brief, und batend das concilium,
daz man inn sendet zwen bischoff und ettwevil ander gelert lüt, die sy
underwißtind cristan globen, dann der mertail under inn wär, die genaigt wärind
uff den cristan globen. Do nun die bottschaft verhört ward, do erbot sich der
cardinal, der da haißt Johannes tituli Sancti Sixti cardinalis Ragusini2, der von baͧpst Gregorien da was, das er gern und luterlich durch gottes willen
varen wölt, ob er kainc verloren schäflin unßerm herrgott wider bringen möcht. Der ward inn och geben
und zwen wichbischoff und dry doctores von den bettelörden, die sy soltend cristan
globen leren, und die fuͦren mi[t] inn hind.
a) vor] nach PrKWoSt2.b) vor] zuͦ PrK; ze WoSt2.c) ain Wo; ein St2.d) enweg PrWo; enweg von Constantz St2.
1Gemeint sind die Schemaiten oder Samaiten (Bewohner der
Provinz Samogitia/Samogitien im Herzogtum Litauen). Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 58; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 183f. mit Anm. 114, 204; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 284–286, 312f. Anm. 11, 313 Anm.
14, 329 Anm. 17; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 211, 214; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 210–212; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 157–162, 191; H. Boockmann, Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische
Politik (1975) S. 72–90, S. 205–208; ders., Art. Schemaiten (lat. Samogitia), in: LexMA 7 (1999)
Sp. 1449; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 285; L. Pósán, Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf
dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 75f.
2Giovanni Dominici, gen. von Ragusa (cardinalis Ragusinus),
Kardinalpriester von S. Sisto.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 176.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 176 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a329
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 176 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a330
[151] An dem samßtag vor mittem taga, do man singt daz ampt Sicientes venite ad aquas etc., do wihet der patriarch
Johannes de Anthiochia in Sant Steffans kirchen die pfaffen, und warent da zegegen
der mertail cardinäl, ertzbischoff und bischoff und ander gaistlich und weltlich
prelaten und vil volks. Nach der wihi ging er heruß für des lüpriesters alltar und
gab da dem volk den segen1.
Notab
1Hier lassen K, W, E und Wo jetzt das c. 178 folgen, das A
bereits nach c. 166 gebracht hat.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 177.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 177 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a331
Uff mentag vor ingendem Abrellen in der vasten, als man dann gewonlich prim
lütet1, do rait der hochwirdig fürst hertzog Fridrich von Österrich one alles urlob und
erlobung von der statt ze Costentz über den aid, so er gesworena hett. Und maint, er möcht nit mer ze Costentz beliben von der bennb wegen, so dann bischoff Jörgc von Liechtenstainer, bischoff zuͦ Trient, uber inn erlangt hett von dem
concilium2. Und kam des tags dannocht gen Veltkirch, aber haimlichd. Und darnach an die Etsch, unde nit mer dann mit zwayen knechtene. Undf bot mir sin hand vor minem hus; ich wisset aber nit, daz er hinweg
woltf.
a) gesworen] getoͮn Pr; gethan WoSt2.b) benn] baͧnn Pr; banne WoSt2.c) Jörg] Geori Pr.d) aber haimlich] aber doch verborgen Pr; unnd das thett er alles verborgenlich Wo; und das thät er alles verborgenlich und auch heimlich St2.e–e) und nit – knechten] und raitt numend mitt zwain knechten PrWo; und reit nur mit 2 knechten St2.f–f) Und bot – hinweg wolt] Unnd rait für min hus unnd bot mir sin hand unnd rett nit,
aber ich enwuste
nit, das er enweg wolt ritten. Ich gedaucht, er wollt nument spatzieren WoSt2.
130. März 1416. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 319, 435 Anm. 13; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 212; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 41; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 178 mit Anm. 457; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 149.
2Vgl. hierzu S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 189f. mit Anm. 778
auf S. 279; dies., Herzog Friedrich IV. auf dem Konstanzer Konzil, in: Tiroler
Heimat 57 (1993) S. 35f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 178 und Eberhart
Windeckes Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg.
von W. Altmann (1893) LXXIV, § 83 S. 70; vgl. c. 131.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 179,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 179,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a332
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 179,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a333
Darnach an dem balmaubent kam frü klag von junckherr Jörgen von End1, fryer herr, wie das sin diener und die sinen hettind uff gehept ain schiff mit
korn und anderm plunder, daz darinn was. Und was in dem schiff der von Veltkirch
guͦt, der von Constentz guͦt und ander lüten. Und wär daz uff sin vesti
Grimenstain2 gefürt. Darzuͦ hettind och sin diener und die er da uffließ, vormaͧls gejegt
bischoff und prelaten und ander herren, die zuͦ dem concilium uff und nider
fuͦrend, und och ettlichem daz sin entwert. Und do zemaͧl was der von End in der
statt Costentz, do sollich clag kam. Do griffend die von Costentz zuͦ im und
fiengen inn, und entran sin knecht Jörg gewapnot. [152] Und kam uff den
see und wolt uffhin gen Grimmenstain sin gefaren. Do santend im die von Costentz
ir soldner nach. Die erwuschtend inn uff dem seea in dem schiffb und namen inn uss dem schiff und ließen inn inen empfallen in den see, als ob sy
es nit gern hettind getan, mit allem harnasch, daz inn doch bevolhenc was und ertranktend inn da. Also lag er in dem wasser tod biß an den fünften
tag. Und sin elich wib erwarb, daz man inn sölt suͦchen. Also vergruͦb man inn gen
Santd Johann. Darnach do wolt man über junckherr Jörgen gericht haben als über ain
röber. Do koment sin fründ und vertädingotten daz, das man sin vesti one gnad nem,
und das er vertroͤsten solt ain urfech, daz er wider das rich noch des richs stett
hinfür niemer tuͦn solt. Und also lag er gefangen, biß das es alles mit trostung
und briefen versichert ward.
a) folgt als er uffhin wolt gefaren sin WoSt2.b) folgt als er uffhin woltt faren Pr.c) enpfolhen Pr.d) davor dem rot ausgestr. A.
1Georg II. von Enne, Herr von Grimmenstein. Zu ihm Aegidius
Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt.,
Bd. VII, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 186; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 106f.; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 120 mit Anm.*; P. Bütler, Die Freiherren von Enne auf Grimmenstein, in: SVG Bodensee
44 (1915) S. 73–92; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 212; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 139, 387f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 78; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 115 Anm. 16; ders., Das Konstanzer Konzil S. 56 mit Anm. 32 auf S. 165, 133;
Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 255f.; P. Niederhäuser, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 71–73; B. Falk, Das Ravensburger „Mohrenfresko“ von 1417/31. Eine
Verherrlichung des Konstanzer Konzils in der Firmenzentrale der
Humpisgesellschaft?, in: SVG Bodensee 132 (2014) S. 69.
2Burg bei St. Margrethen (1416 zerstört).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 180.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 180 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a334
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 180 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a335
An dem balmtag hett daz concilium ain großen crützgang gen Sant Steffan, glich
als crützgeng, wie vor geschriben ist. Und wichtend da die balmen; und giengen
widerumm in daz münster und hattend da ain loblich gesungen mess.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 181.
Uff den großen dornstag, do hattend die cardinäl und vil ertzbischoff und
bischoffa daz ampt zuͦ dem münster vast demuͦteklich und still.
a) folgt unnd all ander gaistlich herren, äppte, prelaten unnd pröbst, auditores WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 182,1.
a) folgt an dem grossen duͦnstag Pr; folgt an dem selben donstag WoSt2.b) folgt do bewartt er sy und Pr.c) folgt den sündern allen, die er inngefürt hett, unsern herrn, unnd bewart sy unnd
gab erst darnach WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 182,2.
An1 dem stillen fritag [do hatten die cardinaͤlla] und was von Lamparten was und vil ertzbischoff und rechter bischoff daz ampt
zuͦ dem münster gar demüteklichen. Do hatt der patriarch Johannes von Anthiochia
das ampt zuͦ Sant Steffan [153] und warent daby all Engelschen und vil
ertzbischoff und bischoff. Und als man unßern herren zuͦ grab trait, do fuͦrtend
den selben patriarchen Conrat Ma[n]golt der burgermaister und Johannes von
Swartzachb. Und nach dem do gab er och dem volk den segen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 182,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 182,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a336
Uff den hailgen aubent, do hattend die cardinäl und die da vor genempt sind, daz
ampt zuͦ dem thuͦmb und wichtend da die osterkertzen und das für. Do hett der
vorgenant patria[r]ch daz ampt zuͦ Sant Steffan und wiht och daz für und kertzen.
Und wicht och da die pfaffen. Und nach dem allem gab er dem volk den segen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 184.
An dem selben tag uff den hailgen aubent, do ducht die von Costentz, daz des von
End fründ sümig wöltind sin, und wolt man aber zuͦ [ima] gericht haben. Und fuͦrt man inn gebunden uss dem turn für die rauttstuben mit
wolgewapoten mannen. Und also kamen sin fründ und gabend den von Costentz die
vesti Grimenstain in. Und also an dem zinstag in der osterwochen, do fuͦrend die
von Costentz gen Grimmenstain und fuͦrtend alles das uss der vesti, daz darinn
was: win, brott, flaisch, korn und züg. Und fuͦrtend daz in daz dorff herab. Und
gab das dem von End wider, und brantend die vesti. Und darnach und sy erkaltet, do
fuͦrend sy dar wol mit fünf hundert mannen und brachend die muren ab. Daz mochtend
sy kum in dry wochen tuͦn, umb daz die muren als guͦt waren.
a) so PrKWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 183.
Uff den hailgen tag ze ostern hattend aber die herren das ampt zuͦ dem thuͦmb,
und gingen mit crütz gen Sant Steffan mit aller pfaffhait, wie vor benempt ist. Do
hett der patriarch das ampt zuͦ Sant Steffan. Und in langer zit ward [154]
kain sessio und ruͦwotend also still, daz nüntz nüwsa uffstuͦnd. Und ward och kain unwill nit under inn und leptend all mit ain andern
tugentlich, das menglich wonder darab nam, dasb so vil volksc da was, so von frömden landen kommen was, sich da als tugentlichen hielt, in der
metzgi, an dem fischmarkt und andern märktenb.
a) nüws] frömdes PrWo; frembdes St2.b–b) das so vil – andern märkten] das söliches wytes gesamplottes volckhes, das doch ainander
mit der sprach
merckhen noch erkhennen khund, als tugenlichen mitainander wandlen möchte unnd
ainander allso tugenlichen hallten mochten an dem fischmarckht, an den
märckhten, inn der metzgi, im kornhus unnd allenthalb, wonn das got sin gnad
mit inen allen tailt WoSt2.c) volks] wytes gesamplottes volckhes WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 185.
An dem achtenden tag im Mayen, der was an ainem fritag, do hatt daz gantz
concilium ain groß opfer in dem münster dem durchlüchtigosten fürsten küng
Vernandus von Cecilie base von Arogoni säligen1. Und hatt man enmitten uff dem fletz ain behusung gemacht uff vier sülen, glich
wie vor geschriben ist von dem cardinal zuͦ den predigern2. Und was daz tach oben allenthalb mit brinnenden kertzen bestekt. Und[era] der behusung lag die bar, ain bett mit iiij guldin tüchern. Und warend in dem
münster zwüschen den staininen sülen uff gestekket an ieglicher siten xxxvj
groͧsßer brinnender kertzen. Der was lxxij, die zwüschen den sülen stuͦnden, der
iegliche wag iij lib.b wachs on die kertzen uff dem huß, der da was on tzal. Und lut man im schon mit
allen gloggen. Und hatt mess der patriarch Anthiocenus und warend daby all
cardinäl, ertzbischoff, bischoff, äpt, bröpst, alle pfaffhait und gelert lüt, och
all weltlich fürsten und herren.
1Ferdinand I. von Antequera, König von Aragón-Sizilien, war am
2. April 1416 gestorben, am 30. April hielt man ihm zu Konstanz ein glanzvolles
Requiem, zum Jahrestag, am 2. April 1417, richtete die aragonesische
Gesandtschaft eine prunkvolle Feier aus. Vgl. L. Vones, Art. Ferdinand I. von Antequera, in: LexMA 4 (1999) Sp.
356–358; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 53, 286; J. Grohe, Spanien und die großen Konzilien von Konstanz und Basel, in:
„Das kommt mir spanisch vor“. Eigenes und Fremdes in den deutsch-spanischen
Beziehungen des späten Mittelalters, hg. von K. Herbers und N. Jaspert (2004) S. 493–502; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 232; N. Jaspert, Das aragonesische Dilemma S. 115f. mit Anm. 40 auf S. 116;
A. Frenken, Kastilien und das Konstanzer Konzil S. 151.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 186,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 186,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a337
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 186,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a338
Desselben tags, do begiengen der ertzbischoff und bischoff und alle pfaffhait uß
dem küngrich von Poland ain groß fest mit ainr gesungen mess zuͦ den
barfuͦßena. Und sang der ertzbischoff mess, und dientend im ij bischoff. Und staktend uff
zuͦ dem thuͦmb xiiij großer brinnender kertzen. Die brunnen die viij tagb uffc der kantzel zuͦ dem thuͦmb uß, und luͦd derselb ertzbischoff all ander bischoff
und pfaffen usser dem küngrich Boland ze imbiß und suss ander fürsten, gaistlich
und weltlich.
a) folgt Sant Stentzislauws Pr; folgt zu Costentz dem hailligen künig Sancto Wenceslao Wo; folgt zuͦ Constantz dem heiligen Sancto Wenceslaus St2.b) viij tag] ouctauff Pr; octaff Wo; ostern St2.c) uff] us uff Wo; aus auff St2; folgt rot ausgestr. uff A.d) folgt der kätzer Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 186,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 186,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a339
An unßers herren fronlichnams aubent warent all naciones by ain andern. Und kam
für die bottschaft, die gesendet was zuͦ den haidena, und klegtend die von den tütschen herren, den bruͦdern von Prüßen1, wie daz sy sy gesumpt hettind, und dawider wärind, das sy nit cristan wurdint.
Daz verantwurtend aber die tütschen herren von Prüßenb, sy hettind sy vormals mit dem swert bezwungen und söltind gehören zuͦ dem
ertzbistumb zuͦ Rig in Nifenland2, daz inen zuͦgehorti. Und wöltind sy cristan werden, so söltind sy sy ze cristan
machen und ir ertzbistumbc. Do ward in gemainem concilium den selben tütschen herren verbotten und gebotten
by gehorsammi desselben conciliums, daz sy sy in kain weg nit söltind sumen und
och nüntz mit inn ze schaffend haben, und daz died selben Samaritan nun hinnahin zuͦgehören söltind dem hailgen römischen rich, und
in weltlichen sachen gehorsam sin dem römischen künge, und in gaistlichen sachen iren bischoffen und lüpriester. Und also wurden die
botten wider hin in gesant mit vollem gwalt.
a) haiden] Samariten Pr; von Samaigitanen WoSt2.b) folgt und anttwürtten Pr; folgt unnd sprachent WoSt2.c) ertzbistumb] ertzbischoff PrKWoSt2.d) davor s rot ausgestr. A.e) küng] kaiser oder künig WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 187.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 187 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a340
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 187 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a341
Uff unßers herren fronlichnams tag, do man zalt MCCCCXVI, do gienga daz hailig concilium umm die statt. Und ging damit alle pfaffhait und örden ze
Costentz. Und gingen damit xviiij cardinäl, zwen patriarchen, xxvj ertzbischoff,
lxxvij rechter bischoff und xx äpt, all mit iren inflen, und iiij bischoff one
inflenb, all auditores, all gelert lüt und alle pfaffhait. Und truͦg ir ieglicher
besonder ain brinnend kertzen in sinr hand. Und welher under den großen herren
muͤd ward, der gab die kertzen sinem diener nebend oder hinder im, der truͦg sy
dann. Der kertzen warend ob cclxx, als ich [sic] zellen mocht, der iegliche by ainem halben lib. wag [156]. Und
begiengend den crützgang, als man inn järlichen begat. Und giengend och da mit all
weltlich fürsten und herren und so vil volkes, daz menglich wonder nam, wad man nem, daz man sy spisetd1. Und werot der crützgang zwo stund.
a) gieng] crützetten Pr; crützgot Wo; creutzget St2.b) folgt das was darumb, das si noch ze bischoff nit gemacht waren Wo; folgt das war darumb, daß sie noch nicht zuͦ bischoffe geweihet waren St2.c) so WoSt2.d–d) wa – spiset] wa man so vil brottes bachen moͮchtt PrWoSt2.
1Vgl. Joh 6,1–13.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 188.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 188 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a342
Ana Sant Johanns tagb des töfers, do man zalt MCCCCXVI, do hießend die wechßler von Florentz nach
imbiß durch die statt fünf prusuner prusunen. Den hettend sy angehenkt der statt
baner, ainen roten gilgen in aim wißen feld. Und ging inn ain knecht nach, der
ruͦft, daz all F[l]orentzer woltind begen hinacht und morn Sant Johanns fest zuͦ
Sant Johann. Und giengen inn nach dry pfifer. Daz tatend sy ze mittag, ze vesper
und ze complet und mornen ze mettic und zuͦ aller zit. Und was daz also: Sy hattend Sant Johanns kilchen umbhenket
mit kostlichen tuͦchen, als sy dann die haben mochtend, und die kilchen
allenthalben mit mayen und tannrißd umb steket. Und och uff dem kilchoff. Und hangotend die mayen und daz tannriß
voll oflatene. Und hattend in dem chor uff gehenkt ain schilt, ir wapen, ain roten gilgen in
ainem wißen feld, und in der kilchen och ain sollichen und im chor uff der kantzel
und allenthalben brunnend schön groß kertzen. Und mornends frü an Sant Johanns tag
samnotend sy sich all zuͦ den barfuͦßen und bestroͧwtend die gassenf von barfuͦßen biß gen Sant Johann mit frischem graß, und bestaktend die straͧßen
baidenthalb mit mayen. Und hießend aber iij maͧl durch die statt prusunen. Und zuͦ
dem dritten mal, do giengen all bischoff und gelert lüt uss Ytalia von den
barfuͦßen mit den prusunern und och pfifern uff dem gras biß gen Sant Johann. Und
ging mit inn hertzog Ludwig von Payern und all weltlich fürsten. Und truͦg ain
ieglicher in sinr hand ain brinnend kertz, die ij lib.g wag. Und welher herr sin kertzen nit tragen wolt, der gab sy sinem knech[t] vor
im ze tragen. Undh
[157] der kertzen waren fünf hundert und xl, als ich sy zalth, one die, so zuͦ Sant Johans brunnend. Und hett mess der obrost cardinal
Ostiensis. Nach der mess gab der selb cardinal den segen in der kilchen zuͦ Sant
Johanns.
Kreuzgang der Florentiner: Bläser, pag. 157. Oben zwei Spalten zu je vier Zeilen Text. Darunter das Bild. Über der rechten unteren Figur von anderer Hand mit Bleistift: Hört, hört [...]1.
Kreuzgang der Florentiner: Zug, pag. 158–159.
Kreuzgang der Florentiner: St. Johanns Kirche, pag. 160.
a) voran steht Floͧrentzer crützgang Pr.b) tag] aubend PrKG; abend Wo.c) folgt zuͦ prim und zuͦ tertz PrWoSt2.d) tannkress Pr; tannkhreß Wo; tankreß St2.e) folgt gelich voll, als man sy ze Costentz bachett und umbruͦfft PrWoSt2.f) straͧss Pr.g) ij lib.] anderthalb pfund Pr.h–h) Und der kertzen – ich sy zalt] Als ich die kertzen zalt, do warend ir 540 WoSt2.
1Die Hand, die hier schreibt, ist dieselbe zeitgenössische
Hand, die bereits pag. 5 begegnete. Sie dürfte für die Vorzeichnungen verantwortlich gewesen
sein.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 189.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 189 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a343
[161] Uff donstag nach Sant Johanns tag, das was an dem achtenden
taga unßers herren fronlichnams tag, do hatt daz gantz concilium ain sonderbarenb crützgang mit unßers herren fronlichnam. Und giengen usser dem münster gen
Peterßhusen. Und giengen die zwen patriarchenc und alle, die so vorbenempt sindd, mit allen zunft kertzen. Und giengen vast demütenklichen mit kainen pfifern
noch prusunern.
a) achtenden tag] ouctauff Pr; octauff Wo; octav St2.b) sonderbaren] sundern PrKSt2; sundren Wo.c) folgt die cardinaͤll, die ertzbischoff, bischoff etc. Pr; folgt der ain was blöd, die cardinal, die ertzbischoff unnd bischoff WoSt2.d) folgt und gantz volk by nach ze Costentz Pr; folgt unnd ganntz volckh, das zuͦ Costentz was WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 190.
Uff mittwochen nach Petri et Pauli ward ain congregacion zuͦ den barfuͦßen. Dahin
ward besant herr Hainricha Lactschenbok, der ritter uss Behem. Und maint man, er wär och mit des Hussen
globen begriffen1. Der schwuͦr vor offem concilium, daz es nit war wär und sin geloben nie gehaben
hett. Und nam in den aidb, das der Huss und Jeronimusc mit rechtem urtail ver[ur]ta[i]lt wären. Und hieß man von stund aind brief schriben gen Behem, wie die zwen kätzer ver[ur]tailt wärind wordene. Die brief nam da der Lactschenbock, die solt er füren, da die zwen gepredigot
hettind. Undf [ichg] waiß nit, ob er daz tett oder nit, ich waißh aber wol, daz er dar ze Grätz2 starb3, do ich in behemer land was, in des Hussen globenf.
a) Johans G.b) folgt das inn duchte Pr; folgt das in ducht WoSt2.c) Jernonimus A; Hieronymus WoSt2.d) von stund ain] da an stett Pr; an stett WoSt2.e) folgt unnd inn di land, da si gebredigott hatten WoSt2.f–f) Und [ich] waiß nit – Hussen globen] Ob er das taͤtt oder nitt, das wais ich nitt. Ich waiss das wol, das er starb
darnach ze Graͧtz, do ich in Bechamer land was in des Hussen glouben Pr; Ob er das thätt oder nit, das enwais ich nit. Ich wais aber das wol, das er
darnach starb zuͦ Grätz, do ich dazemal inn Behemer land was unnd verfuͦr ouch
laider inn des Hussen glouben WoSt2.g) so Pr.h) davor wohl wab rot ausgestr. A.
1Vgl. zu dieser Anklage Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 204f. mit Anm. 127 auf S. 205; P. Soukup, Die Maßnahmen des Konzils gegen die Hussiten, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 95; Th.
A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 226.
2Grätz, heute Hradec u Opavy. Vgl. Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 226.
3Die Version der New Yorker Handschrift kann aufgrund dieses
Hinweises nach 1421 datiert werden, da Heinrich Lacembok von Chlum in diesem
Jahr starb; siehe auch c. 454. Vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 86; D. Mertens, Art. Richental, Sp. 56; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 16; V. Zapf, Art. Richental, Ulrich, Sp. 569.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 191.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 191 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a344
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 191 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a345
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 191 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a346
An dem vierden tag in dem ersten herbstmonat, do was ain session und bracht für
herr Michel de Causis1, dem da empfolhen was wider die Hussen ze procedieren, wie er die von gebottes
wegen des hailgen concilium gelat hett, ccccxxiiij namhafter edler gesessner lüt
uss dem küngrich Behem von des Hussen ungeloben wegen2. Und wurdent da [ina] derselben session in den ban getan. Och wurdent herren, die man nempt deputati,
geben, dieb soltend nitc dem rechten procedierenb, und daz
recht suͦchen über hertzog Fridrichen von Österrich umm söllich zuͦsprüch und
ansprach, so gaistlich und weltlich lüt über inn ze klagen hatten, [162]
und och an dem unrecht, so er an dem concilium getaͧn hett. Das beschach och und
leitend vil benn uff inn.
a) so PrKGWoSt2.b–b) die soltend – procedieren] die soltten mitt dem rechten procedieren Pr; die sollten mit dem rechten füro über sy procediern WoSt2.c) wohl als mit zu lesen A.
1Michael von Deutschbrod (heute Havlíčkuͦv Brod), gen. de
Causis.
2Vgl. zu dieser Textstelle O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 216; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 206.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 192.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 192 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a347
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 192 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a348
An dem fünften tag in dem ersten herbstmonat1, do kam bottschaft von Arogoni an der fünften stund nach mittag. Do kam ain
große bottschaft, ain graͧff von Cardone2 und dry bischoff und dry ritter mit im. Und lutet man zuͦ ir zuͦkunft all
gloggen. Und rittend inn engegen vil bischoff und baid burgermaister und vil
fürsten und herren und ritter, och knecht und mit inn vil gewaͧpoter knecht, uß
genomen die cardinäl.
1Am 5. September 1416 traf die Gesandtschaft Aragóns in
Konstanz ein. Vgl. N. Jaspert, Das aragonesische Dilemma S. 113.
2Leiter der Aragoneser Delegation war Juan Ramón Folch, Conde
de Cardona.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a349
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a350
Uff Sant Felix und Regulen tag in der nacht, do starb der auditor camere und ward
begraben zuͦ dem thuͦmb nebent dem touffstaina. Darnach an der mittwochen hett man im daz opfer.
a) folgt und dem kor PrWo; folgt und dem chor St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,2.
Uff dornstag vor Sant Michels tag an der vierden stund nach mittag, do rittend in
zwen bischoff von Engeland und ain doctor. Und rittend in engegen all gaistlich
und weltlich herren, uß genomen die patriarchen und cardinäl. Und was der pfärd,
die inn engegen rittend, mer dann xv hunderta.
a) folgt unnd sy khament mit 80 personen WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,3.
An dem sonnentag nach Sant Michels tag, daz was an Sant Franciscus tag, do
hattend all cardinäl und bischoff ain loblich gesungen mess zuͦ den barfuͦßen, und
ließend denselben sonntag den crützgang underwegen, dann es sich lang
verzoch.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 193,4.
Uff sonntaga vor Sant Gallen tag, do koment über ain die von Hyspania uß den küngrichen, der
sind fünfeb, die da vor genempt sind, mit dem gantzen concilium, das inn widerumb ain nacion
geben ward, wann sy inn vorc genommen was, do sy nit tzuͦd dem concilium [163] kommen wolten. Die ward inn geben und also sind nun
fünf naciones, als dann das vor benempt ist1.
a) sonntag] samstag PrKG; sambstag Wo; sontag St2.b) nüni K.c) vormauls Pr.d) davor v rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 194,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 194,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a351
Uff mittwochen vor Sant Gallen tag nach mittag, do ward ain congregacion in dem
münster von aller pfaffhait. Und da überkomena offenlich die von Hyspanien mit gemainem concilium und wurdent da ains mit
ainander. Und nach vesperzit ruͦft man laudes und ruͦft man in der statt, daz da
mornends me[n]glich firen sölt, biß daz crütz inkeme. Und ze nacht in der sibenden
stund, do lütet man aber laudes. Und mornends nach der sechßten stund an dem
morgen lut man aber laudes. Und samnotend sich all cardinäl, ertzbischoff,
patriarchen, bischoff, och alle pfafhait und gelert lüt und hertzog Ludwig von
Payern von Haidelberg, burggraͧff Fridrich von Nürenberg und vil ander weltlicher
herren, und beliben da biß zuͦ mittag und wurden mit ain ander ains. Und nach der
zwölften stund lutet man erst zesammen, und hatt man ain gesungen mess von dem
hailgen gaist. Und ward do der crützgang uffgeschlagen, wann es ze spat ward und
verlangtb sich daz biß uff die vesper.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 194,2.
Und das bestund also lang zit, daz nit vil sachen volgiengen und wartot man
täglich unßers herren des küngs zuͦkunft. Und wurden die Ytalici vast unwillig, so
lang ze Costentz ze sina.
a) ligen PrWo; liegen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 195,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 195,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 195,3.
An dem mentag ward sessio, in der selben session, do wurden die brief verlesen.
Und uff daz, do schwuͦrend die botten, die da warent kommen an irer herren statt,
ze halten den bapst, welhen das concilium erwalti. Und lut man aber des tags
drümaͧl laudes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 196.
An dem anderna tag vor dem hailgen tag ze wihenächten, do warent die naciones alle byainander
zuͦ den barfuͦßen, und sy saßen da byainandern biß nach stübib, dazc ist viiij in der nachtc. Und zerwurffen mit ain andern die Engelschen und Frantzosen und die von
Hyspanien, daz die andern herren vast wurden betrüpt1. Und an stett fuͦrend zuͦ hertzog Ludwig von Payern von Haidelbergg, burggraͧff
Fridrich von Nüremberg und och ander bischoff und herren und veraintend syd dieselben herren derselben nacht mit ainandern, und in der selben nacht ij stund
vor mittnacht lut man laudes. Mornends an dem hailgen aubend ward sessio. In der
session wurden sy gantz mit ain ander veraint und ward aber laudes gelüt.
a) andern] 3ten WoSt2.b) stübi] stübe Pr.c–c) daz – nacht] fehlt PrWoSt2.d) davor sich rot ausgestr. A.
1Hintergrund der geschilderten heftigen Auseinandersetzungen
(„Nationenstreit“) dürfte der vom 1. Oktober 1416 bis zum 31. März 1417
währende und um Weihnachten 1416 seinen Höhepunkt erreichende Streit zwischen
der französischen und englischen Nation um das Recht der natio Anglicana, auf dem Konzil eine eigene Nation zu bilden, sein. Pierre
dʼAilly bestritt im Namen der französischen Nation dieses Recht, Thomas Polton
hielt dagegen. Auslöser der Feindseligkeiten dürfte der Vertrag von Canterbury
vom 15. August 1416, in dem sich König Sigmund mit Heinrich V. von England
(gegen Frankreich) verbündete, sowie der Einzug der Gesandtschaft Aragóns in
die Konzilsstadt am 5. September 1416 und die damit einhergehende Bildung einer
fünften Nation, nämlich der natio Hispanica, gewesen sein. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 88f.; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 222f. mit Anm. 139; H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen
Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer
Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 363–368, 363f. mit Anm. 19; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 259f., 281–286; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 353–355; ders., Der König und sein Konzil S. 179; ders., Das Konstanzer Konzil S. 136f.; H.-J. Schmidt, Kirche, Staat, Nation. Raumgliederung der Kirche im
mittelalterlichen Europa (1999) S. 479–482; ders., Was ist eine Nation? Debatten auf den Konzilien des 15.
Jahrhunderts, in: C. Bosshart-Pfluger u.a. (Hg.), Nation und Nationalismus in Europa. Kulturelle
Konstruktion von Identitäten (2002) S. 144–147; C. Hirschi, Wettkampf der Nationen. Konstruktion der deutschen
Ehrgemeinschaft an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit (2005) S. 135–143; H. Müller, Das Basler Konzil (1431–1449) und die europäischen Mächte.
Universaler Anspruch und nationale Wirklichkeiten, in: HZ 293 (2011) S.
608–613; ders., Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 94; ders. / S. Strupp, Die Franzosen, Frankreich und das Konstanzer Konzil S.
259f., 268f.; R. N. Swanson, Gens secundum cognationem et collectionem ab alia distincta. Thomas Polton, two Englands, and the challenge of medieval
nationhood, in: G. Signori / B. Studt (Hg.), Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis S.
58; B. Studt, Zusammenfassung S. 392f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 18f., 312f.,
333–375, 481f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 197.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 197 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a352
Do man zalt von gottes gebürt MCCCCXVII jar an dem hailgen tag ze wihenächten, do
hattend die cardinäl, die Ytalici und Frantzoni das ampt zuͦ dem thuͦmb zuͦ
Costentz, Germani und Anglici hattend daz ampt zuͦ Sant Steffan und die Hyspani
hattend daz ampt zuͦ den augustinern. Und begiengen die ampt gar loblich und
demüteklich.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 198.
An Sant Thomas aubent, der was an der kindlin tag, do begiengen die Engelschen
das fest Sant Thomas von Kantzelberg. Also sy hießa ze vesper zit durch die statt Costentz vier prusuner. Die hettend an den
prusunen des küngs [165] wapen, und sungend die vesper zuͦ dem thuͦmb gar
loblich mit großen brinnenden kertzen, mit schönem gelüt und in den organan1. Und mornends an Sant Thomas tag, do hattend sy daz ampt zuͦ dem thuͦmb. Und
sang mess der bischoff Salusburgensis, und dientend im zuͦ dem altar suss zwen
bischoff uss Engelland. Und warend daby nach alle pfaffhaitt und giengen die
prusuner zuͦ brusunen aber durch die statt. Und zuͦ dem imbiß, do luden sy die
patriarchenb, all bischoffc und gelert lüt.
1Orgel.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 199.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 199 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a353
An dem xxiiij. tag des monotz January, daz was an Sant Thimotheus tag, do luͦdent
die bischoff uss Engeland, der bischoff von Lundurs, der bischoff Salusburgensis
und sunst [fünffa] bischoff von Engeland all rät und sust erber lüt ze Costentz in Burkart
Walthers huß, daz von alter hieß der Hof ze Burgtor an Sant Laurentzen kirchen,
das yetzo haißt zuͦ dem Guldin swert. Und gab inn vast ain kostlich maͧl, drü
gericht nachainander, jedes gericht besonder mit acht essen. Die truͦg man allweg
ain maͧls dar, dero allweg viere warn vergült oder versilbert1. In dem maͧl [zwischen dem essenb] machtend sy söllich bild und gebärd, als unßer froͧw ir kind gott unßern herren
gebar mit vast kostlichen tüchern und gewand. Und
Josephen staltend sy zuͦ ir und die hailgen dry küng, als sy dann inn ir opfer
brachtend. Und hattend gemacht ain luter guldin sternen, der ging vor inn an aim
klaine isentrat2. Und machtend den küng Herodes, wie er den dryen küngen nachsant, und wie er die
kindlin tötet. Daz machtend sy alles mit vast kostlichem gewand und mit großen
guldinen und silbrinen gürteln. Und machtend daz mit großer gezierd und mit
demuͦt3.
Sancta trinitas4.
1Gemeint ist, dass die Speisen auf vergoldetem bzw.
versilbertem Geschirr aufgetragen wurden. Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 120.
2Eisendraht.
3Gemeint ist eine szenisch-pantomimische bzw. theatralische
Darstellung der Weihnachtsgeschichte bzw. des Besuches der Hl. Drei Könige in
Bethlehem (Krippen- bzw. Dreikönigsspiel) im Sinne eines geistlichen Spiels.
Vgl. I. Seidenfaden, Aus den frühen Quellen zur Theatergeschichte der Stadt
Konstanz, in: ZGO 107 (1959) S. 309–312; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 218; M. Schuler, Die Musik in Konstanz während des Konzils 1414–1418, in:
Acta Musicologica 38 (1966) S. 166; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 280; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 120; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 211; S. Morent, Choraltraditionen im süddeutschen Raum S. 99.
4Die Invokation findet sich auch in Pr, aber nicht in K und Wo
und den entsprechenden Deszendenten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 200.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 200 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a354
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 200 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 200 Anm. 3.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 200 Anm. 4.
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[166] Uff mittwochen vor der liechtmess am xxiij. taga des monatz January frü, do man zalt nach Cristus geburt MCCCCXVII jar, do kam
bottschaft, wie unßer herr der küng an stett sölte kommen. Do samnotend sich
patriarchen, all cardinäl, ertzbischoff, bischoff, äpt, bröpst, auditoresb, prelaten, all schuͦlen, all prelaten, all örden und gantzi pfaffhait und all
gelert lüt, gaistlich und weltlich, all fürsten, grafen, fryen, ritter und knecht
in daz münster. Die cardinäl und bischoff mit irem habit und wißen infeln uff ir
höpter, die pfaffen, all gaist[lichc] und weltlich, mit irm habit und truͦgend das hailtumb ze Costentz in irn
henden. Und hattend da ain gesungen mess in dem münster, und predigot der cardinal
[Franciscusd] Florentinus1. Und woltend da gewartott haben, daz sy unßerm herren dem küng wärind engegen
gangen. Do kam bottschaft, daz er nite so nach wär, und hieß man menglich haim gon und enbißen; und daz menglich mit
sinem habit, wie vor genempt ist, wider sölt kommen uff den mittag, do man luti.
Also lut man ze mittag, do komen sy all in daz münster, wie vor benent ist. Und
also giengend sy im mit dem crütz engegen vast demüteklich, als dann die crützgang
vor beschriben sind, gen Peterßhusen uff die brugg. Do huͦb unßer herr der küng
still under ainem kostbaren guldin tuͦch, das truͦgen der rät vier uff iiij
stangen2. Und huͦb ze Peterßhußen vornan an der brugg byf dem hohen stainin huß, daz da innhett die von Braitenstain, aineg von Honburg. Do das crütz zuͦ im kam, do umbgiengen sy inn all mit dem crütz und
mit allem hailtumb. Davor was gegen im all weltlich fürsten und herren geritten
und all burger, welher dann ze riten hatt. Welher nit ze ritend hatt, der ging im
ze fuͦß engen. Und als nun daz crütz mit allem hailtumbh für inn kam und der thumherren kertzen und aller zunft kertzen, do giengen zuͦ
im under die tecki Johannes der patriarch von Anthiochia [167] zuͦ ainr
siten und zuͦ der andern siten der cardinal Ostiensis und vor inn, och under der
tekki, hertzog Ludwig von Payern und burggraf Fridrich, die im engegen geritten
warend, die da abtratend und hattend tremel und behuͦtend sy vor trang. Und
fuͦrten inn also mit großer wirdikait und eren für daz münster under der guldin
teki. Do sy nun komend für das münster uff den undern hoff vor dem Helmhus, do
knüwten sy all fünf nider, die under der teki waren, und bettotend und giengend do
in daz münster. Und do stuͦnd uff der bischoff von Engeland Salusburgensis und
predigot, und was daz sin thema: Erit3 magnus coram domino. Nach der predig sang man Te Deum laudamus in organis. Und
[luti] man aber laudes. Und nach do zoch er in des Friburgers hoffj, darinn belaib er etwa menig zit. Und darnach zoch er zuͦ den augustinern, da
belaib er das concilium uß4.
a) 26. tag Wo; 6ten St2.b) rot aus auditotores korr. A.c) so PrWoSt2.d) so WoSt2.e) noch nit Wo; noch nicht St2.f) davor in rot ausgestr. A.g) aine] geborn WoSt2.h) allem hailtumb] aller pfaffhaitt PrWoSt2.i) lut PrKWo; leut St2.j) folgt hinden an Münstergassen Pr; folgt hinnan in Münstergassen WoSt2.
1Francesco Zabarella, Kardinaldiakon von SS. Cosma e Damiano
(cardinalis Florentinus).
2Am 27. Januar 1417 kehrte König Sigmund nach Konstanz zurück.
Sigmund hatte seine Rückkehr ursprünglich für Heiligabend angekündigt. Von der
Rückkehr des Königs wird im Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419
(Stadtarchiv Konstanz B I 2) S. 101 ausdrücklich berichtet: Item quinta post Pauli conversionis, do zoh unser her der künig in, als er von
Frankrich und von Engellant kam. Und gieng man im engegen mit dem hailtum, und
waz in der procession xviiij kardinäl, ij patriarch[en], xxxiiij bischof, xvj
äbbt, daz studium von Paris, von Engellant, und dazuͦ manige prelaten und
doctor und ander, die bi dem hailigen conzilio hie waren, und waz anderhalb jar
ussgewesen. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 377; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 280f.; G. J. Schenk, Von den Socken S. 403f. mit Anm. 76.
3Vgl. Lk 1,15.
4Als Dank für die Beherbergung gab König Sigmund die Ausmalung
der Augustinereremitenkirche (heute Dreifaltigkeitskirche) mit Fresken in
Auftrag, die 1906 wiederentdeckt wurden. Vgl. J. Gramm, Kaiser Sigismund als Stifter der Wandgemälde in der
Augustinerkirche zu Konstanz, in: Repertorium der Kunstwissenschaft 32 (1909)
S. 391–406; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 275f. mit Anm. 70 auf S. 576; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 44; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 131; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 119f.; J. Zahlten, Die Fresken aus der Konzilszeit in der Konstanzer
Dreifaltigkeitskirche (2009) S. 5–39; H. Derschka, Die Wandbilder in der Konstanzer Dreifaltigkeitskirche, in:
1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013)
S. 204–209; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 136f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 56; M. Kluge, König Sigmund und die Finanzierung der
Wandgemälde in der Augustinerkirche zu Konstanz, in: DA 73 (2017) S.
715–722.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 201.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 201 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 201 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 201 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a360
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 201 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a361
Uff den fritaga vor der liechtmiss luͦdent die Engelschen bischoff unßern herren den küng1, all weltlich fürsten und die großen herren und insonder hertzog Ludwigen von
Payern und burggraͧff Fridrichen von Nüremberg und ettlich ander grafen und nün
bischoff und ettlich auditores ze tisch, als daz davor geschriben stat, in daz hus
zuͦ dem Guldin swertb. Und ob dem herren tisch saßen clij herren. Und gabend inn aber iij essen,
ieglichs mit acht gericht, och vergüldet und versilbert, vil costlicher dann vor.
Und etzwischen den essen tribend sy aber von unßer frowen, von den dry küngen, von
Herodes und vast vil kostlicher dann vor2.
a) Uff den fritag] Am sunnentag Pr; Am sontag K; Am suntag Wo; Am sontage St2.b) zuͦ dem Guldin swert] zum Hoff ze Burgthoͮr Pr.
1Die Essenseinladung des Königs durch die englische Nation, die
den politischen Seitenwechsel vom französischen zum englischen König, wie er im
Vertragsschluss zu Canterbury vom 15. August 1416 zum Ausdruck kam,
bekräftigte, sowie die Tatsache, dass Bischof Robert Hallum von Salisbury bei
der Rückkehr des Königs, der demonstrativ den ihm vom englischen König
verliehenen Hosenbandorden trug, predigte (Erit magnus coram Domino), hatte zeichenhafte Bedeutung. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 218; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 232f., 238; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 281; M. Kintzinger, Westbindungen im spätmittelalterlichen Europa. Auswärtige
Politik zwischen dem Reich, Frankreich, Burgund und England in der
Regierungszeit Kaiser Sigmunds (2000) S. 96–107; ders., Das Konzil konstruieren S. 221f.; G. Schwedler, Herrschertreffen des Spätmittelalters. Formen – Rituale –
Wirkungen (2008) S. 125–134; G. J. Schenk, Von den Socken S. 404; ders., Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24;
A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 129 Anm. 96; ders., Der König und sein Konzil S. 190f. mit Anm. 33; ders., Das Konstanzer Konzil S. 135, 137; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 61; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 385f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 202.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 202 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a362
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 202 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a363
An Sant Pelasiusa tag nach der vesper, do rait in der ertzbischoff von Grauensisb uß Ungerland, und lit sin bistumb und sin suffragani daz mertail in Windischem
land. Und ist kain ertzbistumb in Ungerland mer, dann daz ertzbistuͦmb
Collocensis. Daz lit gegen den [168] Sibenbürgen, und stoßt an inn die
Walachy und Türggy. Und rittend im engegen vil bischoff und all weltlich fürsten
und herren. Und rait zuͦ dem Rinburgtor1 inher mit acht verdeckten wegen und mit cccc pfärden. Und rait im unßer herr der
küng och engegen und zoch durch die statt gen Peterßhußen in daz closter, wann im
der küng da waich, der da zoch zuͦ den augustinern. Und rittend im engegen zwen
cardinäl, und suß nie kainem ertzbischoff.
1Gemeint ist das innere Paradiesertor, das auch Rindportertor
hieß. Vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 12; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 92f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 22, 176; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 281 Anm.
74.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 203.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 203 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a364
Uff zinstag vor Valentinia, do kam unßerm herren dem küng ain groß tier1. Das was gefangen in Litöwer land, und sandt im das der küng von Poland, der
hatt iro drü lebend bestellet in Littower land. Und do man sy bracht biß gen
Krakow, do wurdent sy von banden und von wildib also blöd, daz man sy von Krakro gen Costentz lebendig nit mocht bringen. Do tot
der küng sy alle drü. Die zway sieltz er in ain häring tunnen, und sandt die den
bischofen und herren die von sinen wegen ze Costentz warend2, desc ich in minem hus vil geessen hab und och in andern landenc. Das dritt, das was daz größt, daz sieltz er mit der hut und bewarotd es mit guͦter spetzery. Das selbig tier was glich ainem großen swartzen ochßen,
wann das es ain größer hopt hatt dann ain ochs und ain dikern hals und ain größer
brust und zway klaine horne, spitzig wol ains schuͦchs braitf von ain ander an der stirnen, und ain kurtzen swantz. Und was glich wie die
ochßen, die man nempt büffel. Und was im sin ingewaid ußgenommen. Und do das kam,
do macht er es bas mit bulfer, und sandetg es dem küng von Engeland den Rin ab. Und als man es fuͦrt ußhin von Costentz, do
hieß er im vor brusunen, daz es menglich [sachh]. Und sandt im da mit dry häring tunnen desselben wildprätzi. Und maint der fuͦrherr, der sy braͧcht hett von Littoͮw, si gestündenj gen Costentz ob cccc ungerscher guldin.
a) Valentini] Santt Valentins tag Pr.b) davor l rot ausgestr. A.c–c) des ich in – andern landen] desselben wildbräts vil in min hus kham, wonn ein bischoff
von Polland by
mir zuͦ herberg was Wo; deßelben wilprets viel in mein hauß kam, denn ein bischoff von Polen bey mir
zur herberg lag St2.d) davor s rot ausgestr. A.e) davor wohl hpot rot ausgestr. A.f) davor lang ausgestr. Pr.g) sant Pr.h) sach PrWo; säch K; sehe St2.i) davor wrd rot ausgestr. A.j) bestuͦnden Pr.
1Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 227 und H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 390, wo davon die Rede ist, das der konig von Polan (Władysław II. Jagiełło) hat eynen wesant (= Wisent) gesant her dem romisschen konige. Hierzu W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 86; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 257f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 204.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 204 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a365
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 204 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a366
[169] An dem dritten tag im Mertzen ward ain sessioa, und lut man ainest mit der großen gloggen. Und ward da hertzog Fridrich von
Österrich gebannet von des römischen richsb wegen1. Und versprach sich nit noch nieman von sinen wegen, und ward über inn angerüft
daz weltlich gericht, das man nempt in latin brachium seculare. Und ward in der
selben session empfolhen unßerm herren dem küng umb die sach und umb ander über
inn ze richten.
a) folgt daz was an ainer mittwuͦchen Pr; folgt am mitwochen WoSt2.b) römischen richs] bischo[f]s von Trient Pr; bischoffs von Trient Wo; bischofs von Trient St2.
13. März 1417.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 205.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 205 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a367
Uff den achtenden tag im Mertzena anno Dni. MCCCCXVII, do ward ain sessio über baͧpst Benedictum, wann er vormaͧls
gebannet waz, und was sin zil uß, als er sich dann verantwort sölt haben. Und also
ging uss der selben sessio der cardinal Florentinus, der cardinal de Comittibus,
der ertzbischoff von Mailand, der bischoff von Mersbungenb und noch zwen bischoff usser dem münster, uffc die Fülli1, und ruͦftend im ze dry malen, ob er sich versprechen wölt oder ieman anders von
sinen wegen. Also kam nieman. Do hiessen sy über inn lüten Judas fluͦch2 und wurffend über inn stain und brinnend kertzen. Und giengend wider in daz
münster in die session. Darinn ward er vernüntott und verfluͦcht3.
a) folgt der waz an ainem mentag PrWoSt2.b) Mersburgensis WoSt2.c) uff die Fülli] voran in das Helmhuß gen dem undern hoff K; vornan inn das helmhus WoSt2.
1Der kleine, östlich des Münsters gelegene, seit 1272/74
belegte Friedhof (heute Münsterpfarrgarten), der sich einer Auffüllmaßnahme des
hinter dem Münster zum Bodensee abfallenden Geländes verdankt, hieß „die Fülli“
(lat. plenitudo); siehe hierzu auch c. 164 mit einer Variante der
Wolfenbütteler und zweiten Stuttgarter Handschrift. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 191, 212, 546;
F. Meier, Konstanzer Stadterweiterungen im Mittelalter (1990) S. 87;
M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und
Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 26; U. Braumann, Der kleine Münsterfriedhof, in: Das Konstanzer Münster
Unserer Lieben Frau, hg. von U. Laule (2013) S. 390f.
2Zum Lied vom „Armen Judas“ im so genannten Judas-Ton vgl. Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 357 Anm. 25.
3Vgl. zu dieser Textstelle auch die den Bannfluch darstellenden
Illustrationen in K fol. 70v und in W fol. 96v. Der Prozess gegen Benedikt XIII. war am 5. November 1416
eröffnet worden, am 28. November erfolgte die erstmalige Zitation nach
Konstanz, am 8. März 1417, in der 29. Sitzung des Konzils, erging das
Kontumazdekret wegen Nichterscheinens. Die Zitation wurde durch Ausruf vor dem
Münster wiederholt. Siehe zum Sachverhalt auch G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 90, 95; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1142–1145; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 328f.; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 33; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 220; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 40; H. Zimmermann, Papstabsetzungen des Mittelalters (1968) S. 291; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 269f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 125; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 409f.
mit Anm. 55 auf S. 410; ders., Kastilien und das Konstanzer Konzil S. 164 mit Anm. 84; ders., Das Konstanzer Konzil S. 140f.; B. Müller-Schauenburg, Benedikt XIII., in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 124; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 163f.; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 357 Anm. 25. Siehe auch B. Schmidt, Die Konzilien und der Papst. Von Pisa (1409) bis zum Zweiten
Vatikanischen Konzil (1962–1965) (2013) S. 55, der Benedikt seine Absetzung
„demütig“ annehmen lässt, womit das Bild falsch interpretiert sein dürfte.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 206.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 206 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a368
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 206 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a369
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 206 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a370
An dem achtzehenden dag im Mertzen, der was an ainem fritaga, anno Dni. MCCCCXVII, do hatt der orden Sant Benedicten ain capittel ze
Petershusen umm sollichs, daz ir orden recht gehalten wurd hinfür mit kuttenb und mit ander ordnung1. Und ernüwtend da ir gesetzt und giengen von Petershusen vast zuchteklich mit
stillem und gmachem gesang, ye zwen mit ain ander. Und ging inn ain crütz vor biß
zuͦ den augustinern und wider umbhin gen Peterßhusen. Und verlaß man inn offenlich
vor menglichen ir gesetzten und wie sy sich hinfür halten söltend. An dem
crützgang waren [170] wol xxxvj rechter äpt, zwölf bröpst und sust münch
irs ordens ccclxxiij, all in schwartzen kutten, als dann sy noch gond.
1Am 28. Februar 1417 trat in Konstanz eine Versammlung aller
Benediktineräbte (capittel) der Ordensprovinz Mainz-Bamberg zusammen, um über die Reform
der deutschen Benediktiner zu beraten; vgl. J. Zeller, Das Provinzialkapitel im Stifte Petershausen im Jahre 1417.
Ein Beitrag zur Geschichte der Reformen im Benediktinerorden zur Zeit des
Konstanzer Konzils, in: STMOSB 41 N.F. 10 (1922) S. 9–46; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 220; A. Borst, Mönche am Bodensee (1978) S. 339; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 39; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 338f. mit Anm.
168; ders., Der König und sein Konzil S. 209 mit Anm. 87; Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. 156f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 204f.; B. Studt, Das Konstanzer Konzil und die Ordensreformen, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 132–136;
H. Müller, Ein Weg aus der Krise der spätmittelalterlichen Kirche:
Reform und Erneuerung durch die Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Basel
(1431–1449)?, in: ZKG 126 (2015) S. 211 mit Anm. 39; C. Dartmann, Die Benediktiner. Von den Anfängen bis zum
Ende des Mittelalters (2018) S. 117f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 207.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 207 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a371
In dem kam ain maister von Nüremberg, der bracht ain kupfrina luchter oder ain kertzstall. Das was wol als langb, als ain langer man raigen mag. Und unden als ain schib so wit, darob sechs mit
ruͦbenc ze tisch wöl möchtind sitzen, und mocht man daz kertzstal wol zernemend. Daz bott er umm zway tusend gulden. Daz koft unßer herr der küng und gab im
darumb xjc guldin. Und zernomend daz und stiessens in ain vass und sant das dem küng von
Engelande uff dem Rinf hinab1.
a) messin G.b) lang] hoch PrWoSt2; hug K.c) ruͦben] gemach PrKWoSt2.d) folgt zuͦ khlainen stückhlin Wo; folgt zuͦ kleinen stücken St2.e) folgt zuͦ dem grossen thier WoSt2.f) Rin links von späterer Hand ergänzt A.
1Zu den Geschenken (hier ein kupferner Leuchter, in c. 204 ein
gepökelter Auerochse aus Litauen), die die besondere Verbundenheit mit König
Heinrich V. von England zum Ausdruck bringen sollten, vgl. J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 269 mit Anm. 55 auf S. 575f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 208.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 208 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a372
Uff den xxviiij. tag im Mertzen, das was an aim zinstag anno Dni. MCCCCXVII, do
kam des küngs bottschaft von Castell1. Und rittend inn all herren engegen und lut man gen der bottschaft all gloggen,
und giengen vor inn inher xxviij großer mula, die waͧtseck truͦgend, und komen wol mit fünf hundert pfardenb.
1Am 29. März 1417 traf die seit langem erwartete kastilische
Gesandtschaft in Konstanz ein. Eine Abordnung des Konzils zog ihr bis nach
Schaffhausen entgegen, wo sie am 25. März vom Bischof von Lodi begrüßt wurde.
Am 18. Juni trat sie der natio Hispanica bei. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 94; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 270, 301; A. Frenken, Kastilien und das Konstanzer Konzil S. 162; ders., Das Konstanzer Konzil S. 139; ders., Concilium constituitur ex nacionibus – die naciones auf dem Konzil von Konstanz. Zur Bedeutung der
Konzilsnationen für die Entstehung und die Entwicklung eines nationalen
Bewusstseins im beginnenden 15. Jahrhundert, in: Begegnung der Kirche in Ost
und West im Spiegel der synodalen Strukturen. Festschrift für Petar Vrankić,
hg. von J. Grohe, G. Wurst, Z. Strika und H. Fischer (2017) S. 187, 200; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 412.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 209.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 209 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a373
An dem balmaubend nach imbiß, do rait unßer herr der küng gen Ratolffzella und maint, daz hailig zit da zesind, umb daz alle pfaffhait dester ruͦwiger
wär.
a) gen Ratolffzell] von Costentz gen Rattolffzell Pr; von Costentz unnd wolt ritten gen Rattolffzell WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 210.
Und an dem balmtaga, do gieng alle pfaffhait mit crütz gen Sant Steffan und wichtend daselbs die
balmen. Und nach dem giengen sy wider umb uff den obern hoff, und schussend da die
balmen. Und giengen die Ytalici, Hyspani und gantz collegium zuͦ dem münster, und
hattend da daz ampt. Die Frantzoni giengen zuͦ den predigern und sungen da mess.
Die Germani und Anglici giengend zuͦ Sant Steffan und hatten da das ampt.
a) Und an dem balmtag] Mornnendes Pr; Mornendes am palmthag Wo; Morgens am palmtage St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 211.
a) folgt verbanotten E; folgt unnd verbannotenn Wo; folgt und verbanneten St2.b) alle die, die] die alle, die die E.
1Ab c. 212 folgt E fol. 70r nicht mehr eindeutig K bzw. W, sondern eher A bzw. Pr und
wird deshalb hier im Variantenapparat berücksichtigt, wobei nur die
wesentlichen Varianten festgehalten sind, da die Vorlage changiert, wie bereits
R. Kautzsch, Die Handschriften S. 451f. mit Anm. 1 auf S. 451, 465–468
und W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 104 festgestellt haben.
Kautzsch nimmt an, dass bis fol. 106 „zwei Schreiber gleichzeitig nach
verschiedenen Vorlagen den Text lagenweise schrieben“ (S. 452).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 212.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 212 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a374
Ana dem selben tag uff die selben stund ze primzita, do schluͦg unßer herr der küng brief an anb die türen zuͦ dem thuͦmb und zuͦ Sant Steffan über hertzog Fridrichen von
Österrich. Und an den briefen erzalt er sin unrecht, und wie sine schlossc von im zuͦ sinen und des hailgen richs handen kommen wären von sinr verhaißung
wegen und von söllichs schwärs bannes wegen, so daz hailig concilium überd den selben hertzog Fridrichen getan hettend. Und [gee]bott unßer herr der küng allen denen, sof lehen oder pfandschaftg von dem selben hertzog Fridrichen hettind, dazh sy [diei] von im empfiengen und imj mit den pfandschatzen hultind biß uff Sant Walpurgenk tag dem nächsten zuͦ ingendem Mayen, so wölt er menklich by sinenl briefen und rechten beliben laßen und inn die bessern und nit schwechern. Wer
daz nit tät, den wölt er söllichsm beroben. Und gebott och allen stetten, die im worden warendn, das sy im och hultind und schwürind.
a–a) An dem selben – primzit] An dem tag uff die selben zit ze prim EWoSt2.b) fehlt E.c) folgt unnd stett Wo; folgt und städte St2.d) über] uff EWo; auff St2.e) gebott PrE; gebot KWoSt2.f) so] die EWoSt2.g) pfandschatz EWoSt2.h) davor wohl un rot ausgestr. A.i) so EWoSt2.j) fehlt E.k) Waltpurgen E; Waltburgen Wo; Walpurgis St2.l) sinen] allen sinen EWo; seinen St2.m) söllichs] des EWoSt2.n) die im worden warend] die worden wanen E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 213.
Uff dena großen dornstag, do hattend aber die cardinäl daz ampt zuͦ dem münster, und mit
inn die Ytalici und Hyspani und Frantzoni. Und fuͦrt der patriarch Johannes
Anthiocenus die sünder in zuͦ Sant Steffan und wicht da die hailikait. Und warend
och daby all Germani und Anglici. Nach imbißb predigot in dem münster der cardinalc Florentinus. Und nach der predig begiengen sy das ampt [lotionem pedumd], als man die fuͤß1 zwachte.
a) Uff den] An dem EWoSt2.b) folgt do E.c) der cardinal] cardinalis Florentinus E; Franciscus cardinalis WoSt2.d) so WoSt2.e) zwacht] wäscht Pr; waschent K; wuͦschen W; waͤscht E; weschent Wo; waschen St2.
1Die Fußwaschung am Gründonnerstag ist traditionell eine Geste
der Demut, mit der an das letzte Abendmahl Jesu Christi erinnert wird; vgl. W. Lohse, Die Fußwaschung (Joh 13,1–20). Eine Geschichte ihrer
Deutung. Teile I–II (Diss. Erlangen-Nürnberg 1967).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 214.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 214 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a375
a) An dem] Am E.b) folgt sy E.c) die cardinäl] die Ytalici und Yspany PrEWoSt2.d) münster] thuͦm E.e) folgt allen handwerckhslütten unnd sust meniglichem, wer sich darzuͦ gericht hett
unnd sin begert unsern herrn WoSt2.
1Das heißt, er teilte die Kommunion aus.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 215.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 215 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a376
An dema hailgen aubent ze ostran, do hattend die Ytalici aber mess zuͦ dem thuͦmb und
wichtend da den ostertofb und segnotend daz fürc und die kertzen, die Frantzioni zuͦ den predigern, und die Germani und Anglici
zuͦ Sant Steffan. Und wicht da der patriarch das fürd, den touff unde die kertzen und aber pfaffen und gab darnachf den segen.
a) An dem] Am EWoSt2.b) ostertouff EWo; ostertauff St2.c) fewr E; feuer WoSt2.d) fewr E.e) fehlt E.f) folgt aber dem volk PrEWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 216,1.
a) uff] an EWoSt2.b) davor do crützgotten aber ausgestr. E.c) do ruͦfft E.d) folgt häring EWo; folgt hering St2.e–e) Der – gnuͦg] Und fand man der gnuͦg E; Und fand man der gnuͦg unnd näher WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 216,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 217,1.
Uffa zinstag in der osterwochen, do kam unßer herr der küng von Ratolffzell genb Costentz. Uff den selbenc zinstagd, diee rittend in zef Costentz dry hertzogen von Payern zwo stund nachg mittag, und warend dazh hertzog Wilhelm, hertzog Ernst und hertzog Hainrich. Und rittend inn engegen all
weltlich fürsten mit groͧßer gezierd.
a) Uff] Am EWoSt2.b) gen] wider gen EWo; wieder gen St2.c) Uff den selben] An dem selben tag am EWoSt2.d) folgt in der ousterwuͦchen PrEWoSt2.e) die] do PrEWo; da St2.f) gen E.g) nach nach A.h) warend daz] was EWo; war St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 217,2.
An dema dornstag in der osterwochen, do zoch in marggraͧff Fridrich der elter von
Mißenb, und mit im xiij grafen, sin diener. Und raitc im engend unßer herr der küng, die dry hertzogen von Payern, die erst kommen warend,
hertzog Ruͦdolff von Sachßen, hertzog Ludwig von Brig, hertzog Ludwig1, der burggraͧff, und all [173] weltlich fürsten und herren. Und zugend
vor im here xvj wägen mit züg undf xxviij pfärd mit waͧtseken. Und kam mer dann mit fünf hundert pfärden, all mitt
gantzem harnasch mitg silbrinen und vergültinenh kettinen. Und waz der schönst inzug, der vor ie gesehen was. Und zoch gen
Crützlingen in daz closter. Und was sin liebryi ain löwj, halb silbrin und halbk guldin.
a) An dem] Am EWoSt2.b) folgt herr zuͦ Türringen Pr; folgt her zuͦ Torringen E; folgt herr zuͦ Türingen Wo; folgt herr zuͦ Thüringen St2.c) fehlt E.d) engen] engegen PrEWo; entgegen St2.e) inher E; innher WoSt2.f) fehlt EWoSt2.g) und mit E.h) davor steht mit E.i) liebry] liberye PrE; lyebery Wo; liberey St2.j) davor steht silbrin E.k) und halb] das ander E.
1Gemeint ist wohl, wie aus K und Wo hervorgeht, Burggraf
Friedrich VI. von Nürnberg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 218.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 218 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a377
Darnach an dem sontag, so man singta Quasi modo geniti, daz ist am achtendenb tag in ostern, am achtenden tag im Abrellen1, do empfieng der hochwirdig fürst burggraͧff Fridrich von Nürenberg vor imbiß an
der achtenden stund sin kurfürstenthuͦmb, die marggrafschaft Brandemburg, an dem
obern marckt ze Costentz. Da was gemacht an das hoch huß, genant zuͦ dem
Hafenc, ain wyte stegen uff über die gewelb biß in bayen, und vor den bayen ain ebny,
da wol xxx man mochten ston. Die ebni was verdekt mit ainem großen schönen guldin
tuͦch. Und nebend sich zuͦ baiden wenden och bedeket mit guldin tuͦchen. Und gegen
der muren och ain guldin tuͦch. Und wann ettwer uffhin sach, so wond er, es brunn
von gold.
1Die Belehnung des Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg mit
der Mark Brandenburg fand am 18. April 1417 statt; vgl. Codex diplomaticus
Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen
Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten,
hg. von A. F. Riedel (1846) 2, 3 S. 226–229; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 222; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 39; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 39; J.-M. Moeglin / R. A. Müller, Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung 2:
Spätmittelalter 1250–1495 (2000) S. 323–330; M. Jatzlauk, Die Belehnung des Nürnberger Burggrafen Friedrich VI. mit
der Markgrafschaft Brandenburg durch König Sigmund, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 165f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 229–232; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 121–123; K.-H. Spieß, Das Lehnswesen in Deutschland im hohen und späten
Mittelalter (2009) S. 145–147; St. Patzold, Das Lehnswesen (2012) S. 118; G. J. Schenk, Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 25;
R. von Schnurbein, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 282f.; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 351f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 219.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 219 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a378
Und an dem selben [taga] fruͦ, so der tag uff gaͧtb, do rittend all prusuner umb in der statt. Und rittend mit inn all des
burggraͧffen diener und sust vil volks mit inn, daz im dienen wolt. Und hatt ir
ieglicher ain steken in sinr hand, der ainr eln lang was. Und vornen an dem steken
was ain rots fenli. Daz was spitzig hinden und vornen an dem steken wol ainr hand
brait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 220,1.
Und fuͦrtend zwen ritter uff zwain rossen, der ain ain baner an ainem raißspieß
mita den wapen der marggraͧffschaftb Brandemburg, der ander der burggrafen schilt von Nüremberg. Daz riten tettend sy
drümaͧl durch die statt. Und an dem dritten riten, das was vor der nünden stund,
do [174] samnotend sich all fürsten und herren, welhe im dann dienen
woltend, für sin herberg, die was by der klainen metzyc, in dem Hohen hus Hainrich Tettikofers. Und dero ieglichem gab man rotes fenlin
in sin hand.
a) davor d ausgestr. A.b) burggraffschaft WoSt2.c) by der klainen metzy] an dem vischmarckt PrEWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 220,2.
Und rittend also mit im daz klain gässlin ußhin und durch Mordergassen umbhin und
Nüwengassen herumb und Sant Pauls gassen herab biß an den obern markt. Und fuͦrt
man die zway paner an spießen vor im. Und ward des ritenden volks so vil, daz sy
ain tail halten muͦßtend an der Ringassen und biß zuͦ Sant Pauls brunnen. Und
warent alle hüser, die dahin sehen mochtend, gestekt voller lüt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 221.
Und als der burggrauff an den markt kam mit den banern und mit den lüten, die vor
im, nebend im und hinder im huͦben, do was uff die wyte an dem hus gen der mur in
den verdakten tüchern gemacht ain schöner sessela mit ainem guldinen tuͦch verdekt.
a) davor sch rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 222.
Und des ersten gieng heruß hertzog Ludwig von Payern von Haidelberg uss ainem
ladena uff das gehüß und was beklaidet mit ainem rok als ain letzger, und hatt an ain
härin kutzhuͦt am hals und ain härinb huͦt uff sinem hopt und hatt ain bloß swert in siner hand. Und stalt sich an die
mur uff ainen stuͦl, daz inn menglich wol sehen mocht, und kart daz antlit gen dem
markt. Davor waren uffhin gegangen dry cardinäl und ertzbischoffc und des küngs kantzler. Die hattend brief in iro handen, was er dem hailgen
römischen riche sweren solt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 223,1.
Nach hertzog Ludwigena kam hertzog Ludwigb von Sachßen der elter, der kurfürst, och beclaidet mit sölichem gewandc, glich wie hertzog Ludwig, und truͦg ain guldin gilgen in siner hand und stalt
den ruggen an die mur zuͦ der rechten hand und sach och uff den obern markt, das
inn menklich wol sehen mocht.
a) davor Ruͦdolffen rot ausgestr. A.b) Ludwig] Ruͦdolff PrEWoSt2; Rudolf K.c) folgt korkappen und dem huͦt E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 223,2.
Darnach kam hertzog Hainrich von Payern, der was aber nit angelait [175]
als die andern zwen kurfürsten, doch gieng er, so er iemer kostlichost kond, und
truͦg ain zepter in siner hand, daz was als ain michli kugel und was intela guldin und was daruff ain guldin krütz. Und stalt sich an hertzog Ruͦdolffen von
Sachßen und kart och den ruggen an die mur und sach uff den obern markt. Darnach
hieß man ain groß swigenb halten. Do kam unßer herr der küng und was beklaidt in guldinem gwand als ain
ewangelier und hett och ain korkappen an sinem hals und ain hoch guldin kron uff
sinem hobet. Und stieß man vor im heruß zuͦ andern bayen zwo groß brinnend
kertzen. Und do er heruß kam, do stuͦndent die cardinäl und die bischoff gen im
uff. Do hiess er sy niderc sitzen und sass och uff ain küssid und kart den ruggen an die mur und das antlit an den markt, daz inn menglich
sehen mocht. Und gab im der hertzog von Sachßen den gilgen in ain hand, hertzog
Hainrich das zepter in die andern hand. Do lait im hertzog Ludwig daz swert in sin
schoß. Und do fiengen die prusuner an prusunen in widerstrit1 und die pfifer. Darnach ward ain gantze stille gemacht. In der stille ruͦft man
burggraf Fridrichen. Der stuͦnd ab sinem rosse und ging uff hin und truͦg man
nebend im die zway baner. Und do er uffhin kam und knüwet nider für den küng und
nam ieglich baner in sin hand, do ward im vor gelesen, daz er dem hailgen rich
sweren solt und besigelne solt. Do die brief verlesen wurden, do gab unser herr der küng den gilgen und
daz zepter wider. Do nam hertzog Ludwig daz schwert uß siner schoß und huͦb es
hoch enbor und stakt den spitz in des küngs kron2. Do nam der küng die zway paner ieglichs in ain hand. Do schwuͦr burggraf
Fridrich vor all der welt. Do nam der küng und lech im das churfürstenthuͦmb, die
marggraͧffschaft und [176] och die burggrafschaft Nüremberg. Und do
prusunoten all prusuner und pfiffotend all pfifer und menglich rait haim.
Diß figur staͧt hienach gemaͧlt.
Belehnung Friedrichs von Nürnberg, pag. 176–177. Auf pag. 176 A
oben eine Spalte mit fünf Zeilen Text, daneben pag. 176 B der Bildhinweis in zwei
Zeilen. Darunter das Bild. Pag. 177 kein Text zum Bild.
a) ytall E.b) schwigen E.c) nider] wider PrE.d) folgt uff den sessell E.e) sweren solt und besigeln] schweren solt und versigelen E.
1Der in der Chronik häufiger begegnende Begriff könnte auf zwei
unterschiedliche musikalische Ensembles hindeuten, die „mit- oder gegeneinander
um die klangliche Vorherrschaft […] wetteiferten“; siehe auch c. 286. Vgl. Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 352 Anm. 10; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 107.
2Zu dieser symbolischen „Konstanzer Geste“ L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 39; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 398f.; W. Paravicini, Das Schwert in der Krone S. 279–304; Th. Bruggisser-Lanker,
Music goes public S. 371 Anm. 71; vgl. cc. 302
und 439,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 223,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 223,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a379
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 223,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a380
[178] Unda zuͦ dem imbißb luͦd der selbig marggraͧff Fridrich von Brandemburg, burggraͧff zuͦ Nürenberg,
unßern herren den küng, all churfürsten, graufen, ritter und knecht und vil
bischoff und sust pfaffen und gelert lüt, ußgenommen die cardinäl. Die selbenc, die essend mit kainem weltlichen man nit. Und desselben tags begabot er die
kantzler des küngs, torhüter, die prusuner, pfifer und ochd all spilllüt erlichen, daz kain klag von im was.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 224,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 224,2.
Darnach am nächsten zinstag nach dema sonntag, so man singet Quasi modo genitia, do empfieng sin lehen graͧff Eberhart von Nellenburg, landtgraͧff in Hegöw und
Madach1. Und empfieng die zuͦ den augustinern in der großen stuben, und zogt den brief,
so er dann hat von küng Ruͦprechten. Do nun der verlesen wardb, do lech er imc.
1Am 20. April 1417. Die Hegaugrafschaft ist nach der Nellenburg
bei der Stadt Stockach, der nordöstliche Teil nach der Burg Madach benannt.
Vgl. W. Baum, Die Habsburger und die Grafschaft Nellenburg, in: SVG
Bodensee 110 (1992) S. 73, 78f.; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 144.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 226.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 226 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a381
Uffa zinstag vor mittem Mayen, do empfieng sin lehen anno Dni. MCCCCXVII hertzog
Ludwig von Payern von Haidelberg und pfallentzgraͧff by Rin och an dem obern markt
mit größer gezierd dann vor. Des ersten die pfallentz und darnach daz
hertzogthuͦmb Payern. Und schwuͦr unßerm herren dem küng und gab im sin besigolten
brief darumb, daz er des hailgen römischen richs kurfürst sin solt und im
undertenig sin, als dann ain churfürst sin sol und das hailig römisch rich halten
sol by allen sinen erlichenb fryhaiten und rechten. Und daz beschach zuͦ der nünden stund, und luͦd hertzog
[179] Ludwig von Payern all fürstenc und herren, die da mit im rittend, ze imbiß und ze nacht. Und hatt die maͧl in
der ratstuben und begabott da all herolten und spillüt.
Diß figur stat hienach gemalt1.
1Bezieht sich auf pag. 180–181, wo die Belehnung Ludwigs von
Bayern, Pfalzgrafen bei Rhein, dargestellt ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a382
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,2a.
Und zwen herren von Payer von München [enpfiengenda] och also ire lehen1, glich wie hienach geschriben staͧtt. Pag. 179 B leer.
Belehnung Ludwigs von Bayern, Pfalzgrafen bei Rhein, pag.
180–181.
Belehnung des Erzbischofs von Mainz, pag. 182.
Belehnung Eberhards von Nellenburg, pag. 183.
a) so Pr.
1Ernst und Wilhelm III., Herzöge von Bayern-München.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,2b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,2b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a383
[184] An dem xxj.a tag im Abrellen, der waz uff die mittwochen anno Dni. MCCCCXVII, frü vor dem
imbiß, in der achtenden stund, do ward graͧff Adolff von Clewen zuͦ ainem
hertzogen gemacht, och an dem obern markt. Und waren da zuͦgegen hertzog Ruͦdolff
von Sachßen, der huͦb im da den gilgen, und marggraf Fridrich von Brandenburg, der
huͦb im daz swertt, und hertzog Hanns von Payern von München daz zepter. Und was
das aber bedekt und umbgebenb mit guldin tuͦchen. Und die hüser, so da hin gesehen mochten, die waren vollen
lüt, und luͦgentend vil kardinäl und bischoff zuͦ; ettlich [saussendc] uff rossen, ettlich uff der bruggd by dem küng. Und fuͦrt och sine waupen an ainem spieß und schwuͦr och dem küng.
Und beschach daz lihen und all die sachen, als da vor geschriben stat von
burggraͧff Fridrichen von Nüremberg, yetzo marggraͧff ze Brandemburg, wann allain,
das er nit als ain kostlich maul hett. Do richt er die prusuner und pfifer, och
die thorhüter, erlich uß. Ähnlich wie schon pag. 179 B bleibt auch hier pag.
184 B bis auf zwei Zeilen oben leer.
Belehnung Adolfs von Cleve, pag. 185.
a) xxviij. PrE; achtundzwaintzigosten GD1; 28ten WoSt2.b) umbmacht E.c) saussend Pr; sassen E.d) der brugg] dem hus PrE.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 225,3.
[186] An dem fritag nacha Sant Marxb tag anno Dni. [M]CCCCXVII, diec begiengen die cärdinäl, ertzbischoff, bischoff, äpt und alle pfaffhait Sant
Marcus crützgang von dem münster gen Peterßhusen und wider haimd. Und giengen damit zwen patriarchen, xviiij cardinäl, xxiij ertzbischoff, lxxiij
rechter bischoff, xxvj wichbischoffe, alle pfaffhait und gelert lüt, undf herr der küng, zwen churfürsten, x hertzogen, fünft gefürster grafen und sust ob
fünftzig grafeng und sust vil herren.
a) nach] vor K; davor vor ausgestr. A.b) Marcus EWoSt2.c) die] do PrKEWoSt2.d) haim] inher E; innher zuͦ den predigern inn das gotshus unnd inn das münster WoSt2.e) folgt all äppt, pröbst, auditores PrE; folgt all äbt, prelaten, bröpst, auditores, die schuͦlen KWoSt2.f) und] unsser Pr; unser KSt2; unnser Wo.g) davor f ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 228.
[U]ff den xij. tag in dem Mayen, do zoch von Costentz marggraͧff Fridrich von
Mißen von Costentz mit großem volk und mit großer gezierd. Und was das die sach,
das er erforder sine lehen, so er dann von dem rich hett und och ettlich stett,
die er der kron zuͦ Behem ab bezwungen hett in Lusnitzer land, und darumba, das er im och lich. Das wolt unßer herr der küng nit tuͦn und sprach: Er wölt
in die kron zuͦ Behem nit grifen, wann sin bruͦder Wentzlau noch in lebenb wär.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 229.
235,2a (Vgl. A: 235,2b, G/D1: 235,2b)
[U]ff den xiij. tag in dem Mayen, do empfieng hertzog Johanns von Payern von
München sine lehen och an dem obern markt in aller wiß und maß, als davor von
burggraͧf Fridrichen und von andern fürsten geschriben statt.
Diß empfahen beschach glich, als da vor gemalt ist.
Belehnung der Ungarn, pag. 187.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,2a.
[188] In dem do bannot man stätenklich all sonntag hertzog Fridrichen von
Osterrich und wider Petrum de Luna baͧpst Benedictum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a384
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a385
235,2b (Vgl. A: 235,2a, G/D1: 235,2a)
Uff den selben tag, do empfieng lehen des ersten herr Magnus, hertzog zuͦ
Sachßen, der bischof von Kaminensis1, der hett ain hertzogthuͦmb inn, und empfieng daz lehen glich als ain layg, wann
er richt mit dem schwert. [Ouch enpfieng lechen uff den obgenanten taga] Herr Watzlab, hertzog in Wolgastc, och an dem obern markt2, ieglicher besonder mit sinem wapen, als dann davor benempt ist mit sollicher
zierd und eren, als davor beschriben ist von den fürsten, dann daz sy kain maͧl
hattend.
1Herzog Magnus von Sachsen-Lauenburg, Bischof von Cammin und
Hildesheim.
2Herzog Wartislaw IX. von Pommern-Wolgast.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,2b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,2b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a386
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,2b Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a387
Also1 le[c]h unßer herr der küng lehen den Ungerschen, die nit edel sind, die muͦßend
im geben, ee das sy für inn kommen mögen, aintweders hünr, ayer, pfaͧwen, wachs,
pfeffer oder andersa. Er lihet och in Ungern sine lehenb nitt anders, dann sin und des lehen mans lebtagen, und darnach wenn er aber
wil2.
Diß stat hienach gemalt3.
Belehnung der „Törin“ von Frankreich, pag. 189.
a) anders] folgt wohl rot ausgestr. sach A; folgt sölich sachen Pr; folgt söllich sach E.b) sine lehen] sinen lehen lüten E.
1Pr geht an dieser Stelle – unter Auslassung von c. 227,1 –
sofort zu c. 230 über.
2Vgl. zur Belehnung der Ungarn D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 15; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72f.; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 159f.
3Die Belehnung der Ungarn ist bereits pag. 187 dargestellt. Zu
der „Verwirrung“, die der Bildmaler hier angerichtet hat, bereits R. Kautzsch, Die Handschriften S. 460 mit Anm. 1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a388
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a389
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a390
[190] An unßers herren fronlichams tag anno Dni. MCCCCXVII, do begieng
die pfaffhait aber ain crützgang mit unßers herren fronlichnam umb die statt ze
Costentz. Und gingen damit ij patriarchen, xxij cardinäl, all ertzbischoff und
bischoff, dero was lxxxiij, all äpta, dero waren lij, die pfaffhait gantz ze Costentz, davor all gelert lüt und
schuͦlpfaffen von den schuͦlen Pariß, Köln, Erdfurd, Haidelberg, Wien und die
andern schuͦlen. Und ieglicher schuͦl truͦg man ain vergülten stab vor. Der
schuͦlpfaffen warend ob fünfhunderten. Davor da giengen die bettelorden, dero was
cxxxij. Nach dem sacrament gienb zwen patriarchen under ainem guldin tuͦch und truͦg man inn ain guldin tuͦch vor
und gaben dem volk den segen. Nach den patriarchen ging unßer herr der küng und
was angelait als ain ewangelier mit ainer korkappen und hett ain guldin kron uff
sinem hopt. Und giengen mitc im zwen cardinäl, zuͦ ieglicher siten ainer, und gind vor im graͧffe Fridrich von Brandemburg, burggraͧff ze Nüremberg, geklaidet als ain
epistlerf, mit ainr korkappen und hatt ain hohen veheng huͦt uff sinem hopt und ain korkappen an sinem hals glich als unßer herr der
küng. Und den gilgen truͦg er im vor und hertzog Hainrich von Payern truͦg im vor
daz zepter, das waz ain guldiner öpfelh, daruff ain guldin crütz. So truͦg vor im hertzog Ludwig von Brig ain bloß
schwert und darnach viiij hertzogen und ob l grafen und all ander herren, ritter
und knecht. Und truͦgent all, sy wären gaistlich oder weltlich, brinnend kertzen
in iero henden, der was ob mmi kertzen.
a) folgt gefürst und ungefürst PrE.b) gien] do giengend Pr; do giengent E.c) mit] nebent E.d) gieng PrE.e) margrauff E.f) epistler] letzgner Pr.g) vehen] foͤchen E.h) apffel E.i) zway tussend Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 230.
1Das Bild, auf das der Bildtext verweist, findet sich schon
pag. 189. In Pr fehlt das c. 227,2, in E und Wo ist es dagegen vorhanden, was
bedeutet, dass E und Wo hier einer A-Version, aber nicht Pr folgen.
2Wahrscheinlich handelt es sich um Alix de Baux, Gräfin von
Avellino. In W fol. 110v heißt die Person in einem nachgetragenen Bildkommentar Alliney mit dem arß. Vgl. R. Kautzsch, Die Handschriften S. 460 mit Anm. 1; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 259; W. Paravicini, Das Schwert in der Krone S. 291.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a391
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 227,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a392
[192] An dem xvj. tag im Bracha, der was an ainer mittwochen anno Dni. MCCCCXVII, do waren allb naciones by ain ander und ward also hert under inn, daz man forcht, es wurd
alles zerschlahenc. Und komend in großem unwillen und betrüpnuß von ain ander. Und nach imbiß kam
iegliche nacion selb zesammen, und giengen die gelerten schuͦlpfaffen stäteklich
zwüschen inen. Und nach langer täding brachtend die gelerten die naciones wider
zesammen, daz sy wider ainhellig wurden und der sach, darumb sy stößig waren
worden, in ain komen, und daz die von dem küngrich von Castell ab ston wolten von
ir obedientz des bapstes Ben[e]dicti, Petri de Luna. Und schwuͦren och, daz ze
halten. Do ward ain groß fröd under dem collegiumd und menglichem und ward uff den nächsten fritag darnach ain sessio gemacht und
nach der sessio ward drümaͧl laudes gelüt und mornende aber drümaͧl laudes gelüt als vor.
a) Brach] Brachott Pr; Brachot KWo; Brauchat E; Brachat G; Brachmonaht St2.b) all] die fünff PrEWoSt2.c) zerschlagen EWoSt2.d) folgt das sind cardinäl und dem küng Pr; folgt das sind cardinäll und dem küng E; folgt das sind di cardinal unnd dem künig Wo; folgt das sind die cardinäl unnd dem künig St2.e) folgt am dunstag E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 231,1.
Und am fritag ward die sessio und schwuͦrend all, des ersten unßer herr der küng,
darnach die patriarchen, cardinäl, ertzbischoff, bischoff, äpt, pröbst, al
prelaten und all bottschaften für ir herren, die sy gesant dar hattend, ains ze
sind und kain baͧpst nit mer ze halten, dann der ze Costentz erwelt wurd in dem
hailgen concilium. Und lut man aber dristund laudes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 231,2.
Uff den andern tag in dem Höwet, der was an ainem fritag und waz unser froͧwen tag,
als sy zuͦ Sant Elßbethen ging in das birg, do bracht das collegium an
unßern herren den küng, das man unßer froͧwen ze lob und er firen sölt den tag, das
sy die allmächtigen drivaltikait bät,
daz ir cristanlicher glob beschirmt wurd mit ainem ainwelligen hopt. Der küng
sandeta nach den räten und seit inn daz an stett.
a) sandt EWo; sandte St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 232,1.
Am dornstag ruͦft man durch die statt von des küngs gebott und von ainem
burgenmaister und raͧt, das man [193] mornends firen solt. Das beschach
och.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 232,2.
a) sontag KSt2; sunnenthag Wo.
1Ludwig II. von Anjou, Titularkönig von Sizilien-Neapel,
verstorben am 19. April 1417.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 232,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 232,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a393
Uff mentag nach Jacobi apostoli, an dem xxvj. tag im Höwat, do ward ain gantze
session. Und frü an der fünften stund, do ruͦft man in der statt umm, und gebott
man allem volk ze firen und gott anzeruͦfen. Aber in der session ward bapst
Benedictus Petrus de Luna glich zuͦ nüti gemacht und ver[ur]tailt für ainen
kätzer1. Und wurden all gloggen gelüt. Und hieß der küng nach dem imbiß sin prusuner
durch die statt prusunen und waren da zegegena all bottschaften, die von fürsten und herren gesant waren uß Hyspania, die da
hieltend bapst Benedictum. Und in der selbigen session hattb man ain loblich gesungen mess von der hailgen drivaltikait, und wurdent da in
der session mit großem andacht absolviert alle die, so bapst Benedictum hattend
gehalten, sy wärind lebendig oder tod, wann es villicht den totendc unwissenklich beschehen was. Und hye byd wase unßer herr küng und xj rechter fürsten undf ander herren.
a) folgt in der session PrE.b) davor wohl am rot ausgestr. A.c) totten E.d) folgt in der session Pr.e) folgt in der session E.f) und] ane E.
1Am 26. Juli 1417 wurde Papst Benedikt XIII. in der 37.
Konzilssitzung für abgesetzt erklärt; das Verfahren gegen ihn war in der 23.
Sitzung am 5. November 1416 eröffnet worden. Vgl. J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 437.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 233.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 233 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a394
Und do nun also nieman me baͧpst was, do hettend die Ytalici, Hyspani und
Gallici, die dry naciones, gern gesehen, daz man gewellet hett und darnach
reformaciones genommen hett1, daz sint die, die vast gelert sind, daz die nach der wal zesammen warind
gesessen und daz die ain ordnung gemacht hettind, das sollich zisma nun und in
künftigen ziten nit mer uff gestandena wurd, und wie ieglicher pfaff, er wär gaistlich oder weltlich, sichb halten solt, und wie vil nutz ieglicher haben solt in der dignität, so er dann
wär. Do woltend [194] die Germani und Anglicic, das man die reformacion vor der wal täti2, und wär daz die sach, wann die wal beschäch, so wurd menglich zerriten und
beschäch die reformacion niemer, wann es dann alles an ainem bapst stünde. Das
bestuͦnd also.
1Zum Kampf um die Reform 1417 vgl. Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. 42 mit Anm. 48 und 49; J. Miethke / L. Weinrich (Hg.), Quellen zur Kirchenreform im Zeitalter der grossen
Konzilien des 15. Jahrhunderts. Erster Teil: Die Konzilien von Pisa (1409) und
Konstanz (1414–1418) (1995) S. 43f.; B. Studt, Martin V. Überwindung des Schismas und Kirchenreform, in:
1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013)
S. 127–131; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 146.
2Gemeint ist der sog. Prioritätenstreit um den Vorrang der
Papstwahl vor der Reform, in dem sich der König gegen die romanischen Nationen
nicht durchsetzen konnte. Vgl. A. Truttmann, Das Konklave auf dem Konzil zu Konstanz (1899) S. 46–50; H. Boockmann, Zur politischen Geschichte des Konstanzer Konzils, in: ZKG
85 (1974) S. 63; W. Brandmüller, Causa reformationis. Ergebnisse und Probleme der Reformen
des Konstanzer Konzils, in: AHC 13 (1981) S. 55f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 335f.; Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. 22–24, 42; J. Miethke / L. Weinrich (Hg.), Quellen zur Kirchenreform im Zeitalter der grossen
Konzilien des 15. Jahrhunderts. Erster Teil: Die Konzilien von Pisa (1409) und
Konstanz (1414–1418) (1995) S. 43f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 180; ders., Das Konstanzer Konzil S. 142–148; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 29f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 35
Anm. 59; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 252f.; B. Studt, Zusammenfassung S. 397; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 445–458.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 234.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 234 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a395
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 234 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a396
a) davor geschriben rot ausgestr. A.
1Die entsprechenden Bildszenen folgen erst pag. 218f. und
222ff.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 235,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a397
Da ist menklichen ze wissen, das in dem zit die von Costentz mit unsers herren
des küngs raͧt und hilff daz concilium also uff enthieltend, daz zit uß, das
nieman in der statt, noch x mil wegs darumba, kain laid geschach, weder mit roben noch mit niderlegen, noch mit kainer
diebstal, dann den frömden, die es nit klagen woltend. Und beschach och kain
brunst noch zerworffnustb nit. Wol sprach menglich, daz vil lüt getöt wurdintc umm ir diebstal, umb todschleg und ander verschuldet sachen; das ist aber nit,
dannd ich das nit erfragen kond von den haimlichern ze Costentzd, dann daz daby verdurbent by xxij und nit mer. Wann das unßers herren des küngs
diener lagen ze Peterßhußen, die Ungern, die Walachen, die Windene und menig vertaͧn volk, wann dann ainr dem andern ain sattel, ain stiglederf oder sölich ander ding stal, den fieng unßers herren des küngs marschalk und
bracht inn den räten und hießend den ertrenken. Do aber die rät söllich klain
schuld erfunden, dog schikten sy ain über daz birg1. Uff welhem aber groß schuld was, dem tatend sy sine recht. Und daz all frömd
lüt wonderh nam, wie daz in ainr söllichen klainen statt und in aim söllichen klaineni land, daz doch besetzt wär mit guͦten vestinen, tzuͦ kommen möcht, wann das man
allweg gott die er gab.
a) darumb] ver umb die statt PrEWo; feren umb die stadt St2.b) zerworffnus EWo; zerworfnis St2.c) folgt umb ir unrecht PrKEWoSt2.d–d) dann ich – Costentz] wonn ich es nit erfragen khund von den richtern, die man nampt
die
haimlicher, dienen sölich sachen empfohlen was Wo; denn ich es nicht erfragen kundte von den richtern, die man nennt die
heimlicher, denen solche sachen empfolhen war St2.e) Winden] Wurden E.f) ain stigleder] ain zoͧm oder stigleder PrEWo; einen zaum oder stingleder St2.g) folgt hies man im ain khlain zerung geben unnd WoSt2.h) gros wunder EWo; groß wunder St2.i) klainen] engen PrEWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 236.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 236 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a398
[195] In den sachen und man das kouffhus buwt, da zwüschen empfiengend
lehen all fürsten und grafen, die belehent sind von dem hailgen römschen rich, wie
dann das an disem buͦch vor geschriben staͧt. Och bestuͦnd alle ding in gemainem
kouff und allweg baß failer dann vor, das menglich wonder nam, von allem dem, so
dann der mensch notdurftig was.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 237.
An Sant Bartholomeus tag, der waz an ainem zinstag an dem xxiiij. tag im
Ougstena, [do hett daz concilium ainen crützgangb], umb das sy umm die wal gen gottc erhört wurdend, und inn gott ain guͦten anfang gäb. Und giengen von dem thuͦmb zuͦ den
augustinern und widerumb zuͦ den barfuͦßen durch Sant Steffans kilchoff und in daz
münster mit aller pfaffhait und mit söllicher demuͦt, als dann das dik verschriben
ist. Und in allen pfarren ze Costentz gebot ieglicher lütpriester sinen
undertanen, es wärind froͧwen oder man, daz ir ieglichs demütenklich mit dem crütz
gon sölt und bichten
sölt, der gnad darzuͦ hett. Welhes aber nit bichten wölt, der sölt doch mit
gantzem rüwen und ernst gane.
a) Augsten E.b) so PrKEGWoSt2.c) folgt der hailgen trivaltikait PrE; folgt unnd der hailigen trivalltigkhait WoSt2.d) folgt unnd nach sinem gotlichen willen vollgieng WoSt2.e) folgt unnd got trüwlich bitten, das er inen sin gnad erzögty Wo; folgt und gott treulich bitten, daß er ihnen seine gnad erzeigte St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 238.
Und die reformatores saßend all tag und hattend allweg gelerter lüt rat und
giengend all tag von ainem zuͦ dem andern und suͦchtend rat, aber es mocht ye nit
gan, es müste die wal beschehen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 239.
Och saßend die haimlicher und die zunftmaister ze Costentz und by nach all tag
ain rat, um daz daz kofhuß behüt wurd und by ainem armbrost schutz umb daz
kouffhus mit den schiffen niemand fuͦr, [196] noch in der statt nieman hin
zuͦ gieng, wann in die nähe, als es ummschrancket waz, als hienach geschriben und
gemaͧlt ist. Bezieht sich auf pag. 224f., wo das Kaufhaus, vom
See aus gesehen, dargestellt ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 240.
In dem do sandt der kayser Emanuel von Constantinopel ain schönen latinschen
brief gena Costentz sinrb bottschaft. Daz waren zwen hertzogen von Tropi1, das sy im enbuttind, wie es umb daz concilium stuͦnd und ob die reformacion
gemacht wär, oder warumb sy also lang wärind und wie Costentz die statt gelegen
wärc, daz so vil lüt dahin kommen wär.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 241,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 241,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a399
a) so PrKEWoSt2.b) daz geschehen] da beschechen EWo; da geschehen St2.c–c) Die brief – wurdent] Die brieff findet man ouch davor inn dem latinischen buech WoSt2.d) mir] nun E.
1Briefe einer byzantinischen Gesandtschaft finden sich in
D1 und Z2; vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 399–401, 401 Anm. 1; ders., ACC 4 (1928) S. IXf.; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 74; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 117f., 145; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 63–70, 74–77, 81; ders., Und wie vil herren dar koment S. 347 Anm. 194. G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 35 kennt die Version der
Briefe in Z2 noch nicht.
2Vgl. cc. 138
und 154. Hier ist wohl an eine lateinische Materialsammlung der
Chronik, nicht aber an ein lateinisches Original zu denken; vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 1; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 53; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 74; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 117–120, 145; D. Mertens, Art. Richental, Sp. 56; Th. M. Buck, Der Codex Salemitanus S. 253 mit Anm. 32, 262f., 278; ders., Fiktion und Realität S. 81–83; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 30; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 160f.;
Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 102f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 305f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 241,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 241,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a400
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 241,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a401
An dem vierden tag in dem ersten herbstmonat, der was an ainem samßtaga, in der achtenden stund nach mittagb, do starb der hochwirdig fürstc bischoff Ruͦpertusd Salusbringensise uss Engelland in der vesti Gottlieben1. Und mornendes an dem sonntag umm vesperzit, do lut man im ze Costentz gar
herlich als ain bischoff, und man truͦg inn in das münster under zwain guldinen
tuͦchen. Und giengend da mit der lich patriarchen, cardinäl, ertzbischoff,
bischoff und all gaistlich prelaten und pfaffen, unßer herr der küng, all fürsten
und herren und sust vil volks, und vor und nach im by lxxx großer brinnender
kertzen. Die kertzen truͦgent arm alt man und truͦg man inn in daz münster in den
kor. Da hatt man im ain gesungen Vigili und darnach gruͦbf man inn in den kor zuͦ andern bischoffen, doch hett man im mornends daz opfer
nit.
a) zinstag G.b) folgt gen der nacht PrEWo; folgt gegen der nacht St2.c) der hochwirdig fürst der hochwirdig fürst A.d) Ruͦprecht Pr.e) Salusburgensis Wo; Salisburgensis St2.f) begruͦb E.
1Am 4. September 1417 verstarb Bischof Robert Hallum von
Salisbury in der bischöflichen Burg Gottlieben bei Konstanz. Zu seinem Tod und
der Grabplatte vor den Stufen des Hochaltars im Konstanzer Münster vgl. F. X. Kraus, Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz. Beschreibende
Statistik (1887) S. 162f.; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 448f. mit
Abb. 401; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 44f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 312f.; I. Stadie, Das Grabdenkmal für Robert Hallum im Chor, in: Das
Konstanzer Münster Unserer Lieben Frau, hg. von U. Laule (2013) S. 87f., 436; Th. M. Buck, Das „Kunst- und Alterthumskabinett“ Joseph Kastells S. 142;
H. Derschka, Die Grabplatte des Robert Hallum. Zur Beisetzung des
Bischofs von Salisbury im Konstanzer Münster vor 600 Jahren, in: SVG Bodensee
135 (2017) S. 97–121.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 242.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 242 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a402
Uff den nünden tag in dem ersten herbstmonat, do kam unwill in die von Castell
und usser dem küngrich von Arrogon, daz sy ie nit mer ze Costentz [197]
woltend beliben1. Und zoch hinweg Didacus eposcopus Kaminensis2, Johannes episcopus Passensis und Johannes episcopus Xassensis uss dem küngrich
von Castell und des küngs botten von Castell. Und sy zugend den Rin ab, und komen
gen Bernang und gen Stekboren3. Da verhaft sy unßer herr der küng, und lagend da biß an den dritten tag. Och
kam großer unwill in die cardinäl, daz sy och nit woltend beliben. Und am fritag
nach imbiß ward den cardinäln daz münster beschlossen, darinn sy vor allweg ir
collegium inn hattend, daz sy nit in das münster mochten kommen4. Und die pfaltz beschloß man inn och. Do namend sy und saßen zesammena uff die staininen stegen, die da ging von dem hoff uffhin in die pfaltz uff dem
kerhals, und hatten daz collegium da. Und besanten marggraͧff Fridrichen von
Brandemburg und die rät ze Costentz und begertend an sy fry gelait hin und her ze
ziehen, wa inn dann das fuͦglich wär und zuͦ erwellen, in welher statt sy wöltind.
Do gieng der marggraͧff und vil bischoff und die rät ze Costentz mit tädingen
entzwischen. Und ward aber bestelt, daz sy also ze Costentz beliben. Und gab man
unßerm herren dem küng vast die schuld.
a) folgt uff dem obern hoff PrEWoSt2.
1Am 10. September 1417 hatten die Gesandten Kastiliens, die am
29. März in Konstanz eingetroffen waren und sich am 16. Juni 1417 der natio Hispanica angeschlossen hatten, im Streit mit den Aragonesen das Konzil
verlassen, wurden aber von Sigmund in Steckborn mit Gewalt aufgehalten. Zu der Auseinandersetzung zwischen Kastilien und Aragón vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 256 mit Anm. 173; H. Finke, ACC 3 (1926) S. 671; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 424 mit Anm. 5; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 325; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 230; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 315 mit Anm. 344, 320; A. Frenken, Der endgültige Bruch Kastiliens mit Benedikt XIII. und das
Ende des großen abendländischen Schismas. Ein Beitrag zur Lösung einer offenen
Forschungsfrage, in: ZKG 120 (2008) S. 327–357; ders., Kastilien und das Konstanzer Konzil S. 143–172; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the
Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 435f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 455.
2Vgl. cc. 255,4, 332
und 357, wo vermutlich derselbe Name in unterschiedlichen Varianten
begegnet. Es dürfte sich um Bischof Diego de Anaya y Maldonado von Cuenca, den
Leiter der kastilischen Gesandtschaft, handeln.
3Berlingen und Steckborn.
4Der Tod Robert Hallums am 4. September 1417 bewirkte zusammen
mit dem Erscheinen des Bischofs Henry Beaufort von Winchester, Onkel Heinrichs
V. von England, in Konstanz eine Wende in der englischen Konzilspolitik, die
bislang königsfreundlich war. Hinzu kam der Streit zwischen den Aragonesen und
Kastiliern, der zum Auszug der Kastilier am 10. September und zu deren
Verhaftung bei Steckborn durch den König führte. Diese sich zuspitzenden
Gegensätze („Prioritätsstreit“) führten zu einer allgemeinen Erregung und bei
den Kardinälen zu einem Gefühl akuter Bedrohung. Sie erhielten Warnungen vor
einem gewaltsamen Vorgehen des Königs und erwogen, Konstanz zu verlassen. Vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 256 mit Anm. 173; H. Finke, ACC 3 (1926) S. 670f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 312–317, 325–327; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 212f., 240; ders., Kastilien und das Konstanzer Konzil S. 166; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 221, 252f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 453–456.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 243.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 243 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a403
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 243 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a404
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 243 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a405
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 243 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a406
An dem zwölften tag im ersten herbstmonot, do rittend die dry bischoff wider in
gen Costentz und och die bottschaft von Castell und Arrogoni ain stund vor dem
imbiß, und wurdent vast verspottet von den andern frömden herren.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 244.
Uff den xiij. tag des ersten herbstmonatz, daz was uff ainen mentag, do hatt man
dem bischoff Salusburgensis daz opfer zuͦ dem thuͦmb ze Costentz. Uff dem fletz
enmitten in dem münster, da waz ain bett gemacht, bedecket mit guldinen tüchern,
und stuͦnden zuͦ dem hopt und den füßen zwo groß brinnend kertzen. Und umm daz
bett stuͦndent xxiiij erber man, die waren [198] all beklaidet mit wißem
und nüwem gewand mit wisen kappen und großen kappenzipfelna. Und hatt ir ieglicher ain groß brinnend kertzen in siner hand. Und uff der
kantzeln stuͦnden xxxvj groͧßer kertzen, dero iegliche ob fünf pfund wachs hatt. Und
warend by dem opfer
patriarchen, cardinäl etc. und all prelaten, unßer herr der küng und all fürsten
und herren. Und was daz opfer vast kostlich. Undb och das der bischoffb, der da
offenlich under ougen bapst Johannes getorst sagen zuͦ mittervasten, do bapst
Johannes under ougen sass ze Costentz, er wär nit wirdig baͧpst ze sind von des
bößen unrechten wegen, so er getriben hett1. Und erzalt inn och daz under ougen, und darumb forcht er niemand. Und waz ze
herberg in dem hoff, so man in den crützgang gat.
a) davor steht wissen E.b–b) Und – bischoff] Ouch was das der bischoff PrE; Er was ouch der bischoff K; Ouch was der bischoff WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 245.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 245 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a407
246 (Vgl. G/D1: 246b)
An1 dem xxvj. tag Septembris, daz was an ainem sonntaga ze aubend, do starb der hochwirdig herr, herr Franciscus cardinalis
Florentinensis2, in dem hus3 zuͦ dem Hohen hirtzb. Mornends do lut man im ze vesper glich wie ainem bischoff. Und truͦg man inn in
den chor zuͦ den barfuͦßen zuͦ der linggen siten. Und gieng damit alle pfaffhait,
unßer herr der küng, all gaistlich und weltlich fürsten und herren. Und hattend im
ain großes opfer, doch nit als köstlich, als da vor geschriben stat. Und ee daz er
begraben wurd, do hatt man inn verbismot in ain aichin trog, und vergruͦb man
inn4. Undc erst über xiiij tag, do gruͦb man inn wider uß und fuͦr man inn in sin land gen
Florentz.
a) folgt vor Santt Michels tag Pr.b) hirtz] hierd Pr; hus Wo; hause St2.c) nachträglich eingefügt A.
1Ab c. 246 folgt E fol. 82r nicht mehr A bzw. Pr, sondern wieder K bzw. W und wird
deshalb im Variantenapparat hier nicht mehr berücksichtigt.
2Am 26. September 1417 verstarb Francesco Zabarella (cardinalis
Florentinus).
4Sein Grabmonument befindet sich im Dom zu Padua. Vgl. D. Girgensohn, Francesco Zabarella aus Padua, in: ZRG.KA 79 (1993) S. 247f.
mit Anm. 74; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 321 mit Anm. 361.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 246.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 246 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a408
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 246 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a409
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 246 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a410
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 246 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a411
a) abend WoSt2.b) umb die wingloggen] umb complet zit KWo; umb complet zeit St2.c) davor wohl blig rot ausgestr. A.d) für] gen PrWo; gegen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 247.
Und als nun hertzog Hainrich von Payern und hertzog Ludwig von Payern krieg und
stöß mit ain andern hattend, und an der mittwochen nach Sant Gallen tag, der was
uff den xx. tag Octobrisa, [199] da hett man den krieg gern gestellet, und zerschluͦgend mit ain
andern1. Do wartott hertzog Hainrich uff hertzog Ludwigen und rantb inn an vor dem huß, daz man nempt zuͦ dem Armbrost2, als man gaͧt von dem undern hof an Münstergassen, und schluͦg inn da nider und
gab im da zwo wunden. Und damit rait er zuͦ dem tor hinuß3. Do hieß unßer herr die tor ze Costentz alle beschließen. Und samlotend sich die
von Costentz an dem obern markt, alle gewaͧpnott. Und stuͦndent da wol by zway
stunden. Darnach hieß man menglich haim gon. Do was unßer herr der küng hertzog
Hainrichen nach geritten. Dem sandet man nach ze hilff unßer soldnerc.
a) Octobris] des andren herpstmonatz Pr.b) rant] raitt Pr; rait Wo; reit St2.c) folgt und sust vil rittend von Costentz Pr.
1Der Überfall Herzog Heinrichs XVI. der Reiche von
Bayern-Landshut auf seinen Vetter Herzog Ludwig VII. der Bärtige von
Bayern-Ingolstadt fand am 20. Oktober 1417 in der Münstergasse statt. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 149, 155; Eberhart Windeckes
Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXXXIII, § 95 S. 84; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 269. Zum Konflikt Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 122; H. Finke, ACC 4 (1928) S. 499–502, 519–529; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 435 mit Anm. 12; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 231; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 14; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 191 mit Anm. 834 auf
S. 283; W. Müller, Bayern und Basel. Studien zu Herzogshaus, Kirche und Konzil
(1431–1449), in: AHC 29 (1997) S. 33f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 330 mit Anm. 20; B. Glasauer, Herzog Heinrich XVI. (1393–1450) der Reiche von
Bayern-Landshut (2009) S. 147–158; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 259f.; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau,
Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte,
Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 42 mit Anm. 70; A. Niederstätter, Das Reich zur Zeit des Konstanzer Konzils, in: K.-H. Braun / Th. M. Buck (Hg.), Über die ganze Erde erging der Name von Konstanz S. 9
mit Anm. 35.
2Gemeint ist das Haus zur Armbrust. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 469f.
3Siehe hierzu die Illustrationen in W fol. 112r-v, die den Mordanschlag sowie die Flucht vorstellen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 248,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 248,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a412
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 248,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a413
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 248,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a414
Darnach do unßer herr der küng markt, daz er inn nit mocht erriten, do rait er
wider gen Costentz. Und rait darnach gen Rinegg, gen Veltkirch und daselbs ina dem land umm. Und kam gen Zürich, do belaib er ain tag, und fuͦr darnach wider
gen Costentz.
a) davor wohl gen zu rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 248,2.
a) tervo Pr.
1Die Invokation findet sich auch in Pr, nicht in Wo und St2. In K, W und E ist der Nachsatz objektivierend abgewandelt: Almo et trino deo universorum dominus atque tocius machine summo oppifici, da
nobis intellectum bonum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 249,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 249,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a415
Als nun vormaͧls von den sessiones darzuͦ geben wurden uß ieglicher nacion
sonder, die da finden soltend weg, wie man ain baͧpst wellen solt, und das hinfür
nit scisma wurd. Die selben und och all cardinäl wurden in ain, wie man daz tuͦn
solt. Und schwuͦrend och das ewiklichen ze halten. Daz beschach an Sant Symon und
Judas tag. Und lut man drümaͧl laudesa.
a) folgt mitt allen glougen Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 249,2.
Darnach am samßtaga vor aller hailgen tag anno Dni. MCCCCXVII, do was ain gantze session, und
swuͦrend, die wal also ze halten. Und ward die walb den cardinäln geben, und daz ieglich nacion besonder zuͦ inn setzen solt sechs:
die Germani sechs, Italici vj, Gallici sechs, das sind die Frantzoni, Hyspani vj
und och Anglici sechs1. [200] Der sind drißig. Und waren xxiij cardinäl. Und ward och in dem
koͮffhuß ieglichem besonder ain behusungc gebuwen, dero was dry und fünftzig hüslin. Und in welhe kammer ieglicher gehort,
der schraib sinen nammen daran und sinen schilt.
a) sunnentag St1.b) wal] ellectio, das ist daz wellen Pr; election, das ist das erwellen KWo; electio G; wellen St1; electio, daz ist das wellen St2.c) behusung] kemerlin St1.
1Zu Modus und Form der Papstwahl vgl. A. Truttmann, Das Konklave auf dem Konzil zu Konstanz (1899) S. 12–15,
39–60; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 351–391; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 166–176; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 24–26; J. Miethke / L. Weinrich (Hg.), Quellen zur Kirchenreform im Zeitalter der grossen
Konzilien des 15. Jahrhunderts. Erster Teil: Die Konzilien von Pisa (1409) und
Konstanz (1414–1418) (1995) S. 500–505; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 322–335; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 445f.; H. Wolf, Konklave. Die Geheimnisse der Papstwahl (2017) S. 41–46.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 250.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 250 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a416
Uff sontag nach aller hailgen tag, der waz an dem sibenden tag Octobrisa, do schluͦg unßer herr der küng brieff an alle kirchen ze Costentz und gebott
daran by lib und by guͦt, daz hinfür nieman sölt gan zuͦ dem koffhuß zuͦ dem
conclavi, dann die, die darzuͦ geben waren, all die wil und die cardinäl und ander
herren darinne waren und och als verr nit zuͦ hin kommen, dann wie es verschranket
ward. Und sölt och dazwüschen nieman kain gelöff noch kain geschraig machen, weder
mit pfifen noch mit dehainen andern sachen. Und solt och kain schiff by ains
armbrost schutzes1 nach zuͦ dem kofhuß varen. Und solt och da zwüschen nieman spilen noch karten,
noch kainerlay spil tuͦn, weder haimlich noch offenlich, biß ain baͧpst erwellet
wurd. Und welher ze bapst erwellet wurd, daz man dem in das huß nit solt louffen,
noch nüntz daruß nemen by der vordrigen buͦß; wann ettweb sitt waz, welher ze baͧpst erwellet ward, dem luff man in sin huß und nam
menglich alles daz, so dar inn waz2. Und nach imbiß hieß er das durch die statt allenthalben rüfen. Und also sandet
er durch die statt den markschalkc und der von Costentz burgermaister Hainrichen von Ulm. Und ruͦftend daz ainer in
tütsch, der ander in latin und ainr in wälschd, darumb daz es menglich marckti3.
O4 summum bonum, miserere mei.
a) Octobris] des andren herpstmonatz Pr; korr. zu Novembris WoSt2.b) folgt zuͦ Rom WoSt2.c) den markschalk] Hapten den marschalk Pr; Hapten marschalckh von Pappenhaim Wo; Hapten marschalckh von Pappenheim korr. zu marschalckh von Pappenheim St2.d) folgt und darnach ainer in frantzesesch K; folgt unnd in französesch WoSt2.
1Gemeint ist die Distanz, die eine Armbrust schießt.
2Es handelt sich um den römischen Brauch (consuetudo, mos), Hab
und Gut des zum Papst gewählten Kardinals zu plündern (spoliatio). Eine
entsprechende Verordnung gegen dieses Vorgehen wurde noch auf dem 5.
Laterankonzil (1512–1517) unter Papst Leo X. in der 12. Sessio am 16. März 1517
(Contra invadentes domos cardinalium) erlassen (J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 649f.). Zu Konstanz vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 6, 154; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 279; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1473–1476; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 1170. Zum Sachverhalt R. Elze, Sic transit gloria mundi. Zum Tode des Papstes im
Mittelalter, in: DA 34 (1978) S. 6f. mit Anm. 19; L. Carlen, Zeremoniell und Symbolik der Päpste im 15. Jahrhundert
(Vorträge der Aeneas-Silvius-Stiftung 39, 1993) S. 12; A. Paravicini Bagliani, Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfälligkeit
(1997) S. 106–113, 150f., 161; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 364; A. Rehberg, Ein „Gegenpapst“ wird kreiert. Fakten und Fiktionen in den
Zeugenaussagen zur umstrittenen Wahl Urbans VI. (1378), in: Gegenpäpste. Ein
unerwünschtes mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 255f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 298; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 150f.
3Die Multilingualität der Synode kommt hier durch die
mehrsprachige öffentliche Verkündung der Konklaveordnung durch ranghohe
Persönlichkeiten wie den Reichsmarschall Haupt von Pappenheim und den damaligen
Konstanzer Bürgermeister zum Ausdruck. Ein entsprechendes Mandat des Königs
erging am 7. November 1417. Zu diesem Mandat und zur Vielsprachigkeit der
Synode vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 138, 144; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 375 mit Anm. 47; J. Helmrath, Kommunikation auf den spätmittelalterlichen Konzilien, in:
Die Bedeutung der Kommunikation für Wirtschaft und Gesellschaft, hg. von H. Pohl (1989) S. 135–138; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 219; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 242–245, 268f.; S. Rotter-Broman, Multilingualität und Distinktion. Zur italienischen
Musikkultur um 1400, in: Europäische Musikkultur im Kontext des Konstanzer
Konzils, hg. von S. Morent u.a. (2017) S. 175–178. Für M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 241 war das Constantiense „ein
räumlich verdichtetes Forum globaler Kommunikation“.
4Die Invokation findet sich auch in Pr, aber nicht in Wo. In G und D1 wird sie in deutscher Übertragung gegeben, in Z2 findet sie sich lateinisch: O summum bonum, pater, filius et spiritus sanctus, miserere nobis.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 251.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 251 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a417
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 251 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 251 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a419
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 251 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a420
[201] An dem achtenden tag des monatz Novembris anno Dni. MCCCCXVII, der
was an ainem mentag vor Sant Marti[n]s tag fruͦ, do ward generalis sessio. Und
ward da gebotten, wie sy solten ingaͧn. Und ward da gelesena die statuta, wie man wellen solt und wie man sich in der wal halten solt. Und an
dem selben tag uff die vierden stund nach mittag, do regnotz vast. Dannoch rittend
in das conciliumb die xxiij cardinäl, ie ainer nach dem andern, und die drißig herren von den
naciones. Und rait unßer herr der küng vor inn allen und all fürsten mit im biß
zuͦ dem kofhus und stuͦnden da ab vor den schranken und huͦben da, biß sy all hin
in komen.
Und sind die so inhin komen, so hienach gemaͧlt sind1. Pag. 201 B leer.
Kardinäle zum Konklave geführt, pag. 202, zweigeteilt. Es folgen pag. 203–206 29 ausgeführte Wappen. Eines blieb auf pag. 206 unausgeführt.
Darunter von einer Bleistifthand des 19. Jahrhunderts zierlich die Namen, z. T.
mit Hinweisen zur (nicht ausgeführten) Farbgestaltung. In c. 253 bringen Pr, K, W,
E, G, I, Z1, Z2 und D1 jetzt die Namen der ins Konklave einziehenden Kardinäle, wobei
c. 253,2 in G, I, Z1, Z2 und D1 in der Form fehlt, wie es in A und K geboten wird, während c.
253,1 vorhanden ist. Pag. 207 leer.
1Gemeint sind wohl die Illustrationen pag. 202, 208f. und
222f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 252.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 252 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a421
[Dis1 hie nach sind, die in das conclavi komend, und findest das stuk gemaultt hie
nach im buoch am cxxxv. blatt. Und sind dis ir namen hienach:
Dominus Johannes cardinalis Ostiensis, vicecancellarius. Dominus Petrus
cardinalis Camoracenssis. Dominus Pranda cardinalis Placentinus. Dominus
Franciscus cardinalis Veneciarum. Dominus Angelus cardinalis Veronensis. Dominus
Ludwicus cardinalis de Comittibus. Dominus Anthonius cardinalis Bononiensis.
Dominus Gwilhelmus cardinalis Sancti Marci. Dominus Petrus cardinalis de Yspania.
Dominus Ludwicus cardinalis de Flischgo. Dominus Otto cardinalis de Columpna.
Dominus Johannes cardinalis Ragusinnus. Dominus Anthonius cardinalis de Schalanko.
Dominus Thomas cardinalis Tritaricensis. Dominus Angelus cardinalis Laudensis.
Dominus Jordanus cardinalis de Ursinis. Dominus Alamanus cardinalis Pysanus.
Dominus Amodeus cardinalis Saluciarum. Dominus Anthonius cardinalis Aquiliensis.
Dominus Ludwicus cardinalis de Pra[n]caciis. Dominus Petrus cardinalis de Fussi.
Dominus Petrus cardinalis Sancti Angelli. Dominus Johannes cardinalis
Uͦlissponiensis.
1Das Kapitel wird nach Pr gegeben. Die später (mit Blei)
nachgetragenen Namen von A stimmen für die cc. 253,1–2 mit denen von Pr überein. Wo und St2 überspringen die Namen und setzen den Text nach c. 252 mit c.
255,1 fort. Nicht alle, die in c. 251,1 genannt werden, waren im Konklave.
Dafür werden in c. 253,2 noch Kardinäle genannt, die im Konklave waren. Die 23
Namen der Konklavisten lauten: Jean de Brogny, Pierre dʼAilly, Branda
Castiglione, Francesco Lando, Angelo Barbadico, Lucido Conti, Antonio Correr,
Guillaume Fillastre, Pierre (Pedro) Fernández de Frías, Ludovico Fieschi, Oddo
(Oddone) Colonna, Giovanni Dominici, Antoine de Chalant, Tommaso Brancaccio,
Angelo dʼAnna de Sommariva, Giordano Orsini, Alamanno Adimario, Amadeo di
Saluzzo/Amédée de Saluces, Antonio Pancerino/Panciera, Rainaldo Brancaccio,
Pierre de Foix, Simon de Cramaud und Gabriele Condulmer. Zu den Namen der
Kardinäle siehe auch Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 282f.; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1479f., 5 (1699) S. 11f.;
A. Truttmann, Das Konklave auf dem Konzil zu Konstanz (1899) S. 69–72; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 364f. Anm. 5; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 168 Anm. 180; J. Dendorfer / R. Lützelschwab (Hg.), Geschichte des Kardinalats im Mittelalter (2011)
Kardinalsliste S. 490–496; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 151–153.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 253,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 253,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a422
Dis1 sind die herren, die ouch inhin giengend von jegklicher nacion sechs. Und des
ersten giengend inhin von den Germani, das sind Tütsche: Dominus Simon cardinalis
Remensis. Dominus Anthonius cardinalis Bonioniensis. Dominus Gabriel cardinalis
Senensis. Dominus Jacobus cardinalis Pysanus. Dominus Pandellus cardinalis
Balbine. Dominus Franciscus cardinalis Florentinus2.]
Einsegnung des Konklaves, pag. 208–209. Pag. 208: Der Patriarch von Antiochien. Links oben ein
Wappen. Daneben pag. 208 A der achtzeilige Bildtext zum untenstehenden Bild:
1Statt der herren führen Pr, K, W und E hier noch weitere Kardinäle auf. Die herren folgen in Pr erst in c. 255,4, in K, W und E schließen sie
sich unmittelbar an die nachgetragenen Kardinäle in c. 253,2 an. In G, I,
Z1, Z2 und D1 folgen die herren dagegen unmittelbar auf c. 253,1, da c. 253,2 fehlt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 253,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 253,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a423
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 253,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a424
[208] Also1 gieng der patriarch Anthiocenus heruß uß dem münster mit brinnenden kertzen, und
mit im zwen ertzbischof, die im daz tuͦch vor truͦgend, und gab in den segen uff
dem obern hoff by dem vorzaichen enmitten uff dem obern hoff. Darunter das Bild. Pag. 209: Die knienden Kardinäle und der König.
Links oben pag. 209 A der zehnzeilige Bildtext: [209] Diß waren die cardinäl, die ertzbischoff, bischoff und ander gelert
lüt, die inhin muͦßtend riten. Und was daby unßer herr der kung und ander
gaistlich und weltlich fürsten und herren, und vil pfaffhait und vil volks, die
all nider knüwtend und gott batend umb gnaden. Darunter das Bild.
1Das c. 254, das eine Bilderläuterung enthält, fehlt in Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 254.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 254 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a425
[210] An dem selben mentag, als sy in das conclavi rittend, do außend sy
den imbiß dester früger. Und nach imbiß, do rittend all cardinäl und die
ertzbischoff und ander herren, die in das conclavi muͦßtend, des ersten uff den
obern hoff. Und unßer herr der küng und vil gaistlich fürsten, prelaten und vil
weltlicher herren mit inn des ersten uff den obern hoff. Und stuͦndent da all ab
iren pfärden und knüwtend nider. Do kam der patriarch Anthiocenus von Anthiochia
usser dem münster angelait als ain baͧpst, so er mess wil haben, und hett ain
kostlich infel uff, und zuͦ ietweder siten ain bischoff och angeleit als ain
bischoff, so er mess liset; und huͦbent ain guldin tuͦch vor im under der brust.
Und truͦg man im vor das groß guldin crütz und vil kertzen und hielt under dem
vorzaichen enmit[ten] uff dem obern hof. Als sy nun all nider knüwet hattend, do
laß der patriarch dry collecten über sy und gab inn da allen den segen und
empfalch sy der hailgen drivaltikait. Do rait unßer herr der küng des ersten mit
den fürsten ab dem hoff zuͦ dem conclavi zuͦ dem kofhus, daz da staͧt ze niderst
an dem Merkstatt. Und stuͦnd ab und knüwt uff sinea knüw. Darnach rittend sy all nach ain ander ieglicher besonder och zuͦ dem
conclavi für den küng und stuͦndent ab iren pfärden, und santend die pfärd und die
knecht wider in ir herberg. Und gieng ieglicher inhin zuͦ dem gatter, ieglicher
nit mer dann mit ainem priester und ainem schuͦlerb. Do gnadet unßer herr der küng ieglichen besonder und batt sy, daz sy ir werk
mit der hilff des hailgen gaistes volbrächtind, und daz sy kain misshellung nit
machtind. Do sy allc in daz conclavi komend, do gingd der maister von Rodiß und beschloß das ober tor ane dem kofhuß, und belaib davor nacht und tag. Darnach giengen in zwen bischoff und
zwen doctores, die inn ir essen und trinken besahend, als man dann daz hienach
gemaͧlt findt1.
a) davor ein Buchstabe rot ausgestr. A.b) davor knecht rot ausgestr. A.c) davor wohl a rot ausgestr. A.d) folgt in Pr.e) rot korr. aus vor A.
1Bezieht sich wohl auf pag. 227.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a426
[211] Do sy nun all hinin komen, do beschloͮss man die gätter, ain uff der weren1, den andern unden an dem Merkstatt. Und behuͦt man die mit gewapoten lüten,
innen mit unßers herren des küngs diener und ussen mit der von Costent[z]
lüt.
1Gemeint ist eine Wehranlage bzw. eine Mauer, die die Stadt
gegen den See abschloss, wobei zu bedenken ist, dass die Uferlinie im
Spätmittelalter sehr viel näher an der Stadt lag, als dies heute der Fall ist;
vgl. auch c. 259,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a427
Diß nach benempten sind die, so mit den cardinäln inhin giengend1, und ire wapen stond hienach gemalt. Es folgen pag. 211–214 dreißig Wappen.Darunter zierlich und kaum lesbar wiederum die im
19. Jahrhundert nachgetragenen Namen mit weiteren Hinweisen und Korrekturen. Auch hier bringen Pr, K, W, E in c. 255,4
ausführlich die Namen, die in K, W und E allerdings unmittelbar auf c. 253,2
folgen. In G, I, Z1, Z2 und D1 schließen diese, da c. 253,2 fehlt, unmittelbar an
c. 253,1 an.
1Bei den in c. 253,2 so genannten herren handelt es sich um die Deputierten bzw. die Wahlmänner der
Nationen. Jede Nation durfte sechs benennen. Die Gesamtzahl betrug 30.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a428
255,4 (Vgl. G/D1: 255,4b)
[Germany1: Dominus Nicolaus archiepiscopus Gnesnensis in regno Polonie. Dominus Johanns
Waldroder archiepiscopus Rigensis in Niffenland. Dominus Cuͦnradus de Susaco,
doctor in theolia in Haidelberg2. Dominus Simon episcopus Traguriensis in Ungerland. Dominus Lampertus de
Stippate, doctor in theolia in Norwegen, qui studuit in Haidelberg. Dominus
Nicolaus de Dinckelspüchel, doctor in theolia de Österrich.
Anglicy: Dominus Rickardus episcobus Londenssis. Dominus Johannes episcopus
Littisfeldenssis. Dominus Thomas abbas Obronicenssis Sancte Marie. Dominus
Fridericus episcobus Bachoniensis. Dominus Johannes episcopus Norwicenssis.
Dominus Thomas Polton, prothonotarius Anglie.
Gallici vel Frantzioni: Dominus Johannes pattriarcha Constantinopolim. Dominus
Jacobus archiepiscopus Bitunicenssisa. Dominus Johannes archiepiscopus Turonenssis. Dominus Johannes episcopus
Jebenenssis et princeps Saphoie. Dominus Nicolaus abbas Clunicenssis. Dominus
Galtherus prior Sancti Johannis in Rodis.
Yspany: Dominus Johannes episcobus Pacensis in regno Castelle. Dominus Johannes
episcobus Axtensis in regno Castelle. Dominus Didacus episcobus Consensis. Dominus
Condislaus episcopus de Sancta Maria, doctor utroque. Dominus Philippus de
Madalia, doctor in theolia. Dominus Marcus de Fastlige, scolasticus et doctor
utroque.
[I]talicy: Dominus Nicolaus archiepiscopus Medolensis. Dominus Hainricus
episcopus Veldrensis. Dominus Jacobus de Camplo, auditor rote. Dominus Franciscus
Farosius episcopus Melfrensis. Dominus Pandolffus, dux de Malatestis ett
archidiaconus Bononiensis. Dominus Lienhardus de Florentzia, generalis fratrum
ordinis Sancti Dominici.]
a) Bicumicenssis Pr.
1Das Kapitel wird nach Pr gegeben. Die später (mit Blei) nachgetragenen Namen von A stimmen mit
denen von Pr überein. In G, I, Z1, Z2 und D1 werden die 30 Personen, wie bereits oben erwähnt, gleich nach
den Kardinälen in c. 253,1 gegeben, in K, W und E folgen sie auf c. 253,2. Wo
und St2 springen von c. 255,1 zu c. 256,1. Zu den Personen, die von
den fünf Nationen für das Konklave benannt wurden, siehe auch Aegidius Tschudis
Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7,
8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 283–285. Vgl. A. Truttmann, Das Konklave auf dem Konzil zu Konstanz (1899) S. 72f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 359–361; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 153–155; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 460.
2Zu dem Theologen und Diplomaten Konrad von Soest, der am
Konklave teilnahm, vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 233; H. Heimpel, Die Vener von Gmünd und Strassburg 1162–1447 S. 331; H. Müller, Universitäten und Gelehrte auf den Konzilien von Pisa
(1409), Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449), in: Universität, Religion
und Kirchen, hg. von R. C. Schwinges (2011) S. 127.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a429
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 255,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a430
256,1 (Vgl. G/D1: 256,1–2)
[215] Nun wär guͦt ze wissen, wie daz kofhus zuͦ ainem conclavi gebuwen
ward1 und umb machott und vermuret warda, und wie man den herren ir essen hin in bracht, und wie die wider heruß giengen,
und wer daz essen inhin bot, und wie daz essen vor der tuͤr versuͦcht ward, daz
kain brieff noch anders nit hin in kam, und die ordnung was umm die wal, und wie
die wal beschach.
a) folgt unnd wie manig gademli darinnen gemacht ward WoSt2.
1Ähnliche Exkurse bietet der Chronist in cc. 34,1 und 111 zum
Umbau des Münsters zur Konzilsaula bzw. zu dem zweigeschossigen Erker oder
Treppenturm (kerhals) auf dem oberen Münsterhof, von dem der Papst regelmäßig den
Segen erteilte.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a431
256,2 (Vgl. G/D1: 237 und 256)
Des ersten, als man das Merkstatt hinab gat bißa zuͦ dem egghußb, das da haißt zuͦ dem Wißen crützb, das ort was verschrankot von dem selben ort glich überhin biß an den
Aberhanggenc mit hohem holtzc1. Das stuͦnd uff recht ains an dem andern, daz kainer mocht ain hand dar durch
bieten, und als hoch als ain hoher raißspieß. Und was hie vornan gemacht ain tür.
Da vor der tür stuͦndent von den räten gewapet lüt nacht und tag, zwölff und
inderthalb och zwölff von unßers herren des küngsd wegen abhin vor dem kouffhus. Daz kofhus ward vermuret, all bayen und die tür an
dem kofhuß. Hie niden und hie unden an der rosstrenki was es och verschranket,
untz an daz gewelb by Sant Conratz brugg2. Und was die wer under der brugg gantz vermachot. Und vornan an der brugg was
ain tür gemacht ge[n] dem kofhuß. Da stuͦndent och xij gewapoter man vor von
Costentz vor dem tor, und innen an dem thor och xij von des küngs wegen. Da[s]
thor, daze ietz der Krench ist3, daz was gantz verrigelt. Und ussen in dem see ain armbrost schutzes verr warend
große blöker an ainander gebundenf [mitt yseng], daz nieman herin fuͦr. Die tür vornan und die tür gegen der raͧttstuben und
die tür gegen dem see und all bayen, als vil des murwercht ist, wurden all
vermuret, und oben die hültzinen bayen all mit brittern verschlagen, daz kain
gesichh noch luft nit inhin mocht. Und man muͦßt inn nun mit liechter zünden4 und warent ge[216]machot zway haimliche gemach5, ains oben in den muren, daz ander ze obrosti in dem holtzwerch. Und die baide gen dem see und waren och vermacht, daz sy vast
tunkelj warend. Uff dem ersten boden, als man inhin gaͧt die stegen uff, vornan in dem
ort zuͦ der linggen siten gen dem raͧthus, was ain capell gebuwen mit drin altarn,
daz och kain liecht darin gon mocht. Und hattend dar inn mess nun mit kertzen. Und
waz ink yeglichem gebuwen sin sonder wonung, ain klains kemerlin mit ainem bettstatlin
und ains klains tischlin darinn, da zwen ob mochtend sitzen. Vor dem kemerlin was
ain clains kemerli gebuwen, da sin knecht inne lag; dann ir ieglicher mit ainem
knecht hin in gieng und nit mer. Und warend die kamren also getailt, in welhem
kemerlin ain cardinal lag, der hett zuͦ yetweder siten von den naciones
nachgeburen, daz also kainer neben dem andern lag, die usser ainen land
warend6. Und ward in dem kofhuß uff der ersten tili gemacht zwo laternen, in der
ieglicher brunnend vier groß kertzen. Und oben uff der andern tili och zwo
laternen mit so vil kertzen, die nacht und tag brunnent. Och was die steg, so man
uffhin gaͧt in daz kofhus, vast gewitert, und was die tür beschlossen mit großen
mächtigen malenschlossen. Der schlüssell hatt ain der künig, ain daz concilium und ain das capitel ze Costentz. An der
tür, als man uffhin in daz hus gat, was gemacht ain vierschröt loch, och mit ainer
tür und mit ainem großen malenschloss und sust ain schlüssel. Die schlüssel hett
inn der hochmaister von Rodiß. Und hett den ruggen gekert an des kofhus tür, und
stuͦnd vor im ain tisch mit ainem tischlachen bedeckt. Hinder dem tisch stuͦnden
zwen bischoff, die hattend den ruggen kert gen dem see. Und vor inn stuͦnden zwen
herren, welhi dann ye daz concilium dargab, die muͦßtend nacht und tag da beliben.
An der stegen [217] stuͦndent uffhin uff den sprotzen allweg dry fürsten
oder grafen, die wartotend des essen, biß daz es hin in kam. Nun bracht man inn
daz essen also: Ieglicher herr, der da innen waz, hatt ain geltlin, gemacht als
groß, als da man junge kind inn badet. Die warend alle beschützt und suber
gemaͧlot, und ieglichs herren schilt was daran, als dann hienach gemaͧlt stat. Die
gelten truͦgend ir ieglich zwen knecht an ainr stang. Dar inn was brott,
flaischm und anders, so man dann iedem herren senden wolt. Und vor ieglicher gelten gieng
ain knecht, der truͦg zwo gutren7 in ietwedrer hand, ain mit wißem, die andern mit rotem win. Und warend die
guttren wol mäßig und daz menglich durch den win sehen mocht, daz nüntz darinn
lag. Und sy giengen mit den gelten und mit dem win hinabn das Merkstatt biß zuͦ den schranken. Und wenn iro vier kommen, so lies man sy
hinin, und beschloß wider, biß die grecho wurden. Die giengen dann für des kouffhus stegen. Do namend die fürsten und die
grafen und fuͦrtend iro ieglichen insonders für die bischoff. Die selben bischoff
schlussend die gelten uff, und namen und zerschnittend das brott, fisch und
flaisch, ob sy üntz darinn fundint von briefen oder wortz. Das zuͦmißp und daz trank versuͦchtend sy mit löffeln. Und wenn daz versuͦcht ward, so
gabend sy es dem hochmaister. Der nam dann die gelten und daz trank und schloß daz
loch uff und ruͦft dem, dem daz dann zuͦ gehortt, und gab im daz. Darnach giengen
die knecht daz kouffhus hin umb zuͦ der tür uß gen der ratstuben. Daz also
geschach allen den, die daz essen brachten ze imbiß und ze nacht, und muͦstend
dester früger gan.
Diß ist daz kofhus, wie daz gemacht ward, so dann hienach gemalt ist.
Kaufhaus verschlossen und bewacht, pag. 218–219.
a) davor daz d rot ausgestr. A.b–b) egghuß – crütz] hus, das ainost was des Flach[en] und jetz des Münchs an dem ortt
Pr; kofhus, da stat zuͦ niderst an dem ortt ain gemuret hus, was vor zitten
Hugen Flachen unnd hett es inn jetzt Joannes Münch Wo; kauffhause, da stehet zuͦ niederst an dem orte ain gemauret hauß, was vor
zeiten Hugen Flachen und hatte es inne jetzt Johannes Münch St2.c–c) Aberhanggen – holtz] Aberhagen und was mitt hochem holtz verschranckott Pr.d) davor wegen rot ausgestr. A.e) daz ietz der Krench ist] da jetz der Kranch ist Pr.f) davor be rot ausgestr. A.g) so Pr.h) gesich] gesicht PrK.i) obrost] altt obrast Pr; alt oberst K.j) dunckel K.k) in] ir Pr.l) nachträglich eingefügt A.m) folgt visch, zuͦmuͦss Pr.n) zwischen hin und ab zwei Buchstaben rot ausgestr. A.o) grech wurden] gerech wurden Pr.p) zuͦmiß] zuͦmuͦss Pr.
1Der Aberhaken war ein ehemaliger Turm in Konstanz am See in
der Nähe des Kaufhauses. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen
zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 286; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 43; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 28; E. Hofmann, Konstanz. Alte Stadt in alten Bildern (1978) S. 107; H. Maurer, Konstanzer Stadtgeschichte im Überblick (1979), nach S. 90
(= Mittelalterlicher Stadtgrundriß von Konstanz Nr. 132).
2Die St. Konrads Brücke, in Wo auch fischbrugg genannt, fungierte als Landungsplatz im Konstanzer Hafen für
Schiffe, die vom See und Rhein herkamen; vgl. auch cc. 63,1 und 280.
3Krenchtor bzw. Krantor südlich vom Kaufhaus am Hafen. Der
„Krench“ ist der Kran zum Beladen und Entladen der Schiffe. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 33, 39,
41; F. X. Kraus, Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz (1887) S. 272; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 176f.
4Die Papstwähler waren Tag und Nacht auf Kerzenlicht
angewiesen; die Fenster waren zugemauert und mit Holz vernagelt, frische Luft
Mangelware; darum waren die Konklavisten, wie der Chronist sagt, auch all blaich und ungeschaffen worden (c. 262), als sie das Kaufhaus nach drei Tagen wieder
verließen.
5Es handelt sich wohl um Toiletten für die Papstwähler. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 365; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 185, 192.
6Auf dem Konstanzer und Basler Konzil wurden die Zellen für die
Teilnehmer des Konklaves per Los zugewiesen. Es sollte jegliche Beeinflussung
nach Möglichkeit vermieden werden. Darauf zielt auch die Konstanzer Regelung,
die es offenbar vermied, Gleichsprachige aus einer Nation nebeneinander zu
legen.
7Flaschen oder Trinkbehälter.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a432
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a433
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a434
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a435
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a436
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a437
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 256,2 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a438
[220] Also ist nun ze wissen, wie die wal anfieng, als mir dann
verschriben hat geben des ertzbischofs Gneßnensis notaria, der by im in dem conclavi was1. Das was also gemachet, welher ze baͧpst erwellet wurd, der muͦßt haben zwen
tail der cardinäl und von ieglicher nacion och zwen tail2. Da zwüschen giengen die notary umb von ainem zuͦ dem andern, sonder der
ertzbischoff Gneßnensis und der ertzbischoff Rigensis. Die kondent nit zesammen
bringen, und das ir vil erwelt wurden. Ettlicher hett xij stimmen, ettlicher nün
stimmen, ettlicher sechs, ettlich vier, daz die wal do zemaͧl nit für sich mocht
gaͧn. Das werot biß zuͦ Sant Marti[n]s aubent.
a) notari] obroster notarius Wo; oberster notarius St2.
1Der Chronist hat vom Notar des Erzbischofs Nikolaus Tramba von
Gnesen (Gniezno) offenbar einen schriftlichen Bericht über das Konklave
erhalten, war also auf Mitteilungen von Augenzeugen angewiesen. Nach B. Jähnig, Johann von Wallenrode O.T. Erzbischof von Riga, Königlicher
Rat, Deutschordensdiplomat und Bischof von Lüttich im Zeitalter des Schismas
und des Konstanzer Konzils (um 1370–1419) (1970) S. 114 Anm. 184; K. A. Fink, Die Wahl Martins V., in: Das Konzil von Konstanz. Beiträge
zu seiner Geschichte und Theologie, hg. von A. Franzen und W. Müller (1964) S. 138–151; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil,
hg. von R. Bäumer (1977) S. 312 mit Anm. 12 und W. Brandmüller, Das Konklave von Konstanz 2 S. 361 handelte es sich
bei dem Informanten um Peter Wolfram von Lamburga bzw. Peter de Wolfram von
Lemberg; vgl. c. 255,4.
2Als gewählt galt der Kandidat, dem es gelang, nicht nur eine
Zweidrittelmehrheit der Kardinalsstimmen, sondern auch zwei Drittel der
Deputiertenstimmen einer jeden Nation auf sich zu vereinigen. Modus und Form
der Papstwahl wurden in der 40. Sitzung am 30. Oktober 1417 festgelegt. Vgl.
Vgl. J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 445.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 257,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 257,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a439
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 257,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a440
Do ward die nacion von Germani ze rat: Sider daz concilium in ir land und gewalt
wär gelait, daz sy dann die wal in kain wega nit iren wöltind. Und ließen von irn stimmen, daz sy kainen under ir nacion ze
bapst nit wellen wöltend, umb daz daz man nit spräch, er wär mit gewalt
ingestoßen. Und komen zuͦ und mit den Italien über ain und saitend inn ir mainung,
daz sy die wal ye nit irren wöltind. Des wurden die Ytalici vast fro. Do nun daz
die Anglici vernomend, als bald komen sy zuͦ den Germanen und Ytalien und tatend
och daz selb. Des wurden die dry naciones vast fro. Und kertend die Germani und
Anglici zuͦ den Ytalicib und Hyspaniten und batend sy da durch gott und des rechten willen, sy warind
also abgestanden, daz sy kainen baͧpst under inn wöltind wellen, das sy daz och
tätind. Daz wolten sy och nit tuͦn. Und mainten die von Yspanien, sy hettind siben
küngrich under inn, die all cristan wärint, und wurd ainr nit baͧpst undc ir nacion, so wurdent die küngd unwillig, und daz es vil bößer wurd dann vor ye. Des gelichen antwurtend och die
Gallici, das sind Frantzosen, sy hetten die obrosten schuͦl Paris, und wär och ir
küng und die zuͦ inn under sy gehortend, die mächtigosten fürsten und die besten
cristan, und woltend och ain baͧpst under inn haben. [221] Das bestuͦnd
den selbigen tag biß ze nacht.
a) davor g rot ausgestr. A.b) Galici Pr; Gallicen St1; Gallis WoSt2.c) und] under PrSt1.d) folgt und küngrich Pr; folgt und die küngrich St1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 257,2.
Nun1 laß ich das ligen, biß gemaͧlot wirt, als dann hienach bezaichet ist.
Des ersten, wie sy in das conclavi kommen2.
Die ander figur, wie man inn ze essen und ze trinken bracht und wie man inn das
versuͦcht3.
Die dritt figur, wie man täglichs für sya mit dem crütz ging und am fischmarkt vor der ratstuben nider knüwet4.
Die vierd figur ist, wie sy wider uß dem conclavi giengen5.
Die sechßt figur, wie er priester ward7.
Die sibend figur, wie er bischoff ward8.
Die zehend figur, wie all weltlich fürsten und herren obedierten11.
Einzug des Konklaves, pag. 222–223.
Kaufhaus vom See gesehen, pag. 224–225.
Untersuchung der Nahrung, pag. 226–227.
Verkündigung des Gewählten, pag. 228–229.
Auszug des Konklaves, pag. 230.
Ritt des neuen Papstes zu der Pfalz. Der König führt das Pferd,
pag. 231.
Weihen des Erwählten, pag. 232–234.
Obödienzen, pag. 235–237. Pag. 236 mittig zweigeteilt.
Papstweihe, pag. 238–241.
Papstweihe im Hof, pag. 242–243.
Umritt des neuen Papstes, pag. 244–245.
Papst und Juden, pag. 246–247.
Kardinäle auf weißen Rossen, pag. 248. Pag. 249 leer.
1Der Hinweis, der auf eine arbeitsteilige Entstehung der
Chronik schließen lässt, fehlt in Pr, W und Wo, in K und E ist er objektiviert.
Vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 7f.; R. Kautzsch, Die Handschriften S. 474f.; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 53; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 121; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 327f., 345; A. Löther, Rituale im Bild S. 107; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 27; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 435.
4Bezieht sich vielleicht auf pag. 228.
5Bezieht sich auf pag. 230.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a441
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a442
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a443
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a444
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a445
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a446
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a447
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 8.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a448
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 9.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a449
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 10.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a450
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 258 Anm. 11.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a451
[250] Nun hattend die andern, der patriarch, die ertzbischoff, bischoff
und och alle pfaffhait all tag ain crützgang von dem münster biß an den fischmarkt
für das rathus gen dem kofhus. Und wenn sy also koment für daz kofhus, und gieng
allweg damit unßer herr der küng, all fürsten und herren und prelaten, gaistlich
und weltlich, und knüwotend vor dem kofhus all nider. Und vieng der patriarch
gmach an ze singen, daz man inn nit wol hören mocht, die anthiphon: Veni sancte
spiritus und ain collect daruff. Und am zinstag und an mitwochen, do giengend sy
die mur umbhin zuͦ den predigern und darnach in daz münster.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 259,1.
Und an Sant Martins tag nach der mess, do giengend sy aber mit crütz für daz
kouffhus, und do man die antiphon gesang und die collect gesprochen ward, da
giengends über die weren und umb das kouffhus, das Merkstatt uff und wider in das
münster.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 259,2.
In dem do warend doch die zwo naciones, Germani und Anglici, als vest und
sprachen zuͦ den Hyspaniten und Frantzosen: Wurd die wal geieret, so künd man
nieman schuldigena darinn, da sya und wurd inn och ain ewiger fluͦch, das sy die hailgen cristenhait also gesumpt
hettind. Und tribend die sach die nach[t] uß an Sant Martins aubent und ye mit
großer herttikait. Do brachten sy die Hyspaniten und die Gallici och darzuͦ, das
sy es tuͦn woltend.
a–a) schuldigen – da sy] schuld geben dann innen und wer Pr; schuld geben denn inen St1; schuld geben dann inen WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 260,1.
260,2 (Vgl. G/D1: 260,2 und 261a)
Und1 daz verzoch sich biß morn zuͦ Sant Marti[n]s tag. Gelich zwüschen der zehenden
stund und der ailften stund, als das crütza vor dem kofhusb knüwetc, und sungen die antiphon. Glich do zemal do warend sy all dry und fünftzig in
der capell in dem kofhus, und hatt man inn mess. Und nach der mess, do sungend sy
och gmach die antiphonen: Veni sancte spiritus und och die collect daruff. Darnach
do wurdent sy glich ains. Und in der ailften stund an Sant Marti[n]s tag, ee daz
crütze wider in daz münster kam, do schray man und ruͦft usser [251] dem
conclavi: Wir habend ainen baͧpst, Ottonem de Columpna. Und luff menglich für daz
kofhus, wol ob lxxx tusend personen, froͧwen und mand.
a) davor Crist rot ausgestr. A.b) conclave WoSt2.c) folgt won man alltag umb das kouffhus crützett mitt aller pfaffhaitt und allen
fürsten, gaistlichen und weltlichen, und wenn man zuͦ dem kouffhus kam, so
stuͦnd man still, so fieng denn der patriarch von Anthiochia fenstenklich an
singen Veni sancte spiritus und knüwett menklich nider St1.d) folgt und wolttend da den baubst sechen St1.
1Im Zusammenhang von c. 260,2 finden sich in G, Sg, I, Z1, Z2 und D1 entsprechende Invokationen, die wohl die Bedeutung des für
den Ausgang des Konzils positiven Wahlgeschehens unterstreichen sollen. Die
Papstwahl ist unbestreitbar der Höhepunkt des Konzils.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 260,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 260,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a452
261 (Vgl. G/D1: 260,2 und 261a)
Da beschach ain großes zaichen von den vogelna. Vorhin, ee daz die herren in das kouffhus komen, do wasb des kouffhus tach all nacht mit rappen besetzt und mit tulen, mit krayenc, mit ruͦchen, und mit andern sölichen vogeln. Und als bald die herren hin in
komend, do kam der selben vogel kainr mer daruff. Und alsbald der baͧpst erwelt
waz worden, do lag ain nebel, der ging uff ze mittag. Do komend so vil klainer
vogel von maisen, zinslin, buͦchfinken, distelvogel, bläweli, rötelin und allerlay
clainer vogel, ye ain schar nach der andern, by zwain tusenden. Und die flugend
uff des kouffhus tach, daz daz tach glich bedeckt ward mit klainen vögelin. Daz
menglich sach und groß wonder darab nam1. Und also hieß man menglich haim gan und enbissen. Und nach dem imbiß solt
menglich in das münster kommen. Ummd daz ain nach mittagd, da soltend
sich samlen all fürsten und herren und all prelaten, gaistlich und weltlich und
menglich.
a) vogeln] gefügel St1.b) folgt all nachtt Pr; folgt alle nacht St1.c) krayen] krägen PrSt1; kragen WoSt2.d–d) Umm – mittag] Wenn ain stund wurd nach mittem tag Pr; Wenn es ain stund wurd nach mittem tag Wo; Wenn es eine stunde wurde nach mittag St2; und dan ain stund nachmittag M. R. Buck.
1Zum Vogelwunder im Anschluss an die Papstwahl, das in Wo
ausführlicher als in A und K geschildert wird, nämlich als ein zaichen von got (fol. 122r), vgl. auch B. u. K. Krüger (Hg.), Ich, Hans von Waltheym. Bericht über eine Pilgerreise
im Jahr 1474 von Halle in die Provence (2014) S. 64f.; Aegidius Tschudis
Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7,
7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 222 sowie Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 289. Zur Interpretation der Textstelle S. Weinfurter, Zum Gestaltungsprinzip der Chronik des Ulrich Richental S.
530; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 136f. Anm. 40; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 327f.; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 348f.; Th. Rathmann, Eine Schlacht der Worte und Bilder. Das Konstanzer Konzil
als Medienereignis ersten Ranges, in: M. Jeismann (Hg.), Das 15. Jahrhundert. Alte und neue Mächte (1999) S. 51; ders., Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 232f.;
Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 189; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47;
A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 62.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 261.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 261 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a453
Und also nach mittag in der ersten stund, do lütet man all gloggen, und samlotend
sich all herren, der patriarch, all ertzbischoff und bischoff mit aller
pfaffhaita, unßer herr der küng, all fürsten, herren, grafen, ritter und knecht, die rät
und all burger mit der zunft kertzen, die thuͦmherren mit iren kertzen. Das
verzoch sich biß uff die vesper. Do giengen sy heruß mit dem crütz an den obern
marckt, die Sülen1 abhinb biß zuͦ dem kofhus. Davor, nach by den schranken, do huͦb der baͧpst mit ainem
wißen pfärd, und was angeleit glich als ain bischoff, der über den altar gan sol.
Und het ain wiß infel uff sinem hopt. Und stuͦndent xxij cardinäl und die drißig
von den naciones ze fuͦß nebend [252] im, und warend all blaich und
ungeschaffen worden. Und do das crütz zuͦ inn kam, do umbgiengend sy den baͧpst
und die herren, und viel iro ieglicher uff sin knie. Und giengen gmach wider in
das münster. Und do das crütz für kam, do gieng unßer herr der küng für den baͧpst
und knüwot nider und küßt im sin fuͦß. Desgelich tett hertzog Ludwig von
Haidelberg und die andern fürsten all; und sust nieman, dann allain der patriarch
und die ertzbischoff. Und do unßer herr der küng und hertzog Ludwig im die füß
küßt hattend, do bott er inn sin hand und segnott sy. Und nach dem crütz giengen
ze fuͦß die zwen und fünftzig in menteln und in chorkappen, und gieng hinder
ieglichem sin knecht, der by im in dem conclavi was, und truͦg im sinen mantel
hinden enbor, wann ieglicher ain mantel an hett allerlay farb, ainr ain roten, der
ander ain blawen, und giengen inn wol ain eln lang nach. Darumb muͦßt man inn die
enbor tragen. Und warend die knecht och vast blaich worden. Nach den herren rait
unßer hailger vatter der bapst. Und fuͦr[t] inn ze fuͦß by dem zom an der rechten
hand unßer herr der küng und zuͦ der linggen hand hertzogc Ludwig von Payern2. Und zugend glich gmächlich also in daz münster. Und luffend die büttel des
baͧpstes mit irn silbrin trömeln und wertend dem volk, daz nit getreng wurd. Och
was es vast tüfd in den gassene. Do man nun zuͦ dem münster kam, do was die steg by dem Blidhus bezimert,
derf der baͧpst wol uffhin riten mocht. Und do er kam zuͦ dem Helmhus, do stuͦnd er
ab und ging ze fuͦß in daz münster. Da sungend sy Te Deum laudamus und Veni sancte
spiritus mit ainr collect. Und darnach ging er in die pfaltz, und belaib dar inn,
biß er hin weg rait.
a) mit aller pfaffhait] all äppt, all auditores, all orden, alle prelatten, all gelertt lütt,
gaistlich und welttlich Pr; all äbt, all auditores, all orden, all prelaten und all gaistlich lüt K; alle äbbt unnd prelaten, die auditores, die secretarii, alle orden, alle
schuͦlen, schuͦlpfaffen, alle gelert lüt, gaistlich und welltlich WoSt2.b) die Sül abhin und daz Mergstatt PrWoSt2.c) davor un rot ausgestr. A.d) tüff PrWo; tieff St2.e) folgt von regens wegen WoSt2.f) der] daz Pr; das K.
1Gemeint ist die Gasse „Unter den Säulen“ (heute
Kanzleistraße).
2König Sigmund und Herzog Ludwig III. von Bayern leisten dem
neu gewählten Papst den Marschall- und Stratordienst, der hier einer
symbolischen Ehrenbezeigung vor der höchsten geistlichen Gewalt gleichkommt;
vgl. die Illustration pag. 231 in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 262.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 262 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a454
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 262 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a455
An dem fritag nach Sant Martins tag, do ward unßer hailger vatter der baͧpst
Martinus quintus uff der pfallentz1
[253] tze ewangelier gewicht und ward im der nam Martinus uffgelait.
1Gemeint ist, wie aus Wo expressis verbis hervorgeht, die heute
nicht mehr vorhandene Pfalzkapelle, die St. Peter geweiht war und 1818
abgebrochen wurde. Hier erhielt Martin V. am 13. November 1417 die
Priesterweihe. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 298; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 191f.; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 448f. mit
Abb. 565; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 28 mit Anm. 76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a456
An dem samßtaga nach Sant Martins tag ward er in der pfaltz ze priester gewicht. Und mornends an
dem sonnentag ward er ze bischoff gewicht.
a) sunnentag St1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,2.
Uff mentag nach Sant Martins tag, do obedierten dem selben unßerm hailgen vatter
bapst Martino dem fünften all patriarchen, ertzbischoff und bischoff und och alle
weltlich pfaffen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,3.
An dem zinstag nach Martini obediertend im all schwartz münch: benedictiner,
cistercienses und sust ander äpt und münch aller örden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,4.
An der mittwochen obedierten im all bettelörden, unßer herr der küng und all
weltlich fürsten und herren, und aller küng und herren bottschaft an ir herren
statta, und aller prelaten bottschafft.
Hie vor stat gemaͧlt, wie unßer hailger vatter der bapst uss dem conclavi gieng. Bezieht sich wohl auf pag. 231.
a) folgt und aller bischoff Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 263,5.
Darnach1 am fritag vor Sant Katherinen tag2 und an dem samßtag, an dem zwaintzigosten tag desa monatz Novembrisab anno Dni. MCCCCXVII, an den zwain tagen buwt manc in dem chor zuͦ dem thuͦmb ze Costentz und in dem münster stül, benck und tisch,
als man an dem sontag mornends an Sant Katherinen tag, als dann hienach geschriben
und gemaͧlt ist, wihen wolt unßern hailgen vattern baͧpst Martinum den fünften ze
bapst. Daz was also glich by dem sigentald. Zwüschen dem kapse, da daz sacrament inne stat, da ward ain schöner stuͦl gemacht, darinn er sass,
und enend der kaps, da waz ain tisch, da stuͦndent uff xij brinnend kertzen und
die sacrament, das hailig öl und och der crisumf und vil püscheli mit werch. Und vor dem fron[254]altar was ain tisch
gemacht, da stuͦndent uff iiij brinnent kertzen und zway wiße brott und zwo
silbrin stintzeng mit win. Uff dem altar do stuͦnd als hailtumb, daz yetz ze Costentz ist, ain
wiße infel und ain infel mit den drin kronen, und der roß3, den bapst Johannes dem küng gab4. Enmitten uff dem fletz was och gemachot ain stuͦl, daruff der bapst sass, als
man inn in dem münster umbfuͦrt, und da uff dem stuͦl ruͦwet, und da man im den
brinnenden werchboschen5 vor huͦb und man sang: Pater sancte, sic transit gloria mundi. Das ist: Hailger
vatter, also zergat dieh welt.
a–a) des – Novembris] des dritten herpstmonatz Pr.b) davor Septembris rot ausgestr. A.c) folgt und berait man EWo; folgt und bereitet man St2.d) sigeltal E; sygentall Wo; sygenthal St2.e) kaps PrWo; sacramenthüßli K; kapps E.f) krissem Pr; kryssem E; kriessem Wo; chrisem St2.g) stitzen PrE; stintzly Wo; stützli St2.h) die welt] der weltt ere PrE; der welt er K.
1Ab c. 264 folgt E fol. 94r wieder A bzw. Pr und nicht mehr K bzw. W und wird deshalb
hier im Variantenapparat berücksichtigt.
2Am 21. November 1417 wurde Martin V., der bis zu seiner Wahl
nur die Weihe des Subdiakons erhalten hatte, zum Papst gekrönt. Anschließend
folgte der traditionelle Umritt. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 160; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 33f.; K. A. Fink, Die Wahl Martins V., in: Das Konzil von Konstanz. Beiträge
zu seiner Geschichte und Theologie (1964) S. 147 Anm. 29; wiederabgedr. in: Das
Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 317f. mit Anm. 29; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 136f.; L. Carlen, Zeremoniell und Symbolik der Päpste im 15. Jahrhundert
(Vorträge der Aeneas-Silvius-Stiftung 39, 1993) S. 22–24; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 112f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 372f.; B. Studt, Martin V. Überwindung des Schismas und Kirchenreform, in:
1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013)
S. 126; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 303 mit Anm. 197;
Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 372; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 152f.
3Goldene Rose.
5Das Verbrennen der Wergbüschel symbolisiert im päpstlichen
Krönungszeremoniell die irdische Vergänglichkeit und Hinfälligkeit. Vgl. B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 207f.; L. Carlen, Zeremoniell und Symbolik der Päpste im 15. Jahrhundert
(Vorträge der Aeneas-Silvius-Stiftung 39, 1993) S. 24; A. Paravicini Bagliani, Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfälligkeit
(1997) S. 42–51; G. J. Schenk, Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S.
25–27; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 206.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a457
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a458
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a459
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a460
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 264 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a461
An dem sonnentag vor Sant Katherinen tag, an dem xxj. tag desa monotz Novembrisa anno Dni. MCCCCXVII, glich tzeb mitternacht, do lut man ain zaichen mit der großen gloggen. Daruff och glich das
ander zaichen. Vorc dem ainen lut manc zesammen mit
allen gloggen. Und komend dahin die zwen patriarchen, all ertzbischoff, cardinal
und bischoff, all gaistlich und weltlich prelaten und herren, unßer herr der küng,
all weltlich fürsten und herren. Und kam in daz chor unßer hailger vatter bapst
Martinus der fünft. Und als sy hinind komen, do beschloß man daz münster. Und hatt da uff dem fronaltar mess der
cardinal Ostiensis. Und nach der mess, do satzt man den bapst nider uff ainen
stuͦl zwüschen dem fronalltar und dem sigental, und fieng man inn an ze baͧpst
wihen. Und satzt man dar ain tisch mit brott und win, als man gewonlich bischoff
wihet. Und goͮß man öl uff sin hopt, und verband im daz hobet mit ainem wißen tuͦch.
Und
stuͦndent uff dem altar siben silbrine vergültie kertzstal mit siben brinnenden großen kertzen, und sust vil großer brinnender
kertzen, der waz one zal. Och was uff dem altar Sant Conratz und Sant Pelayenf höpter, und och des bapstes infel mit den dryn kronen, und sust sin infel. Und
als man an[255]fieng, do sang man ainest die letany in latin und ainest in
kriechischer sprach. Und wicht man inn als aineng bischoff. Und do er gewicht ward, do leit man inn an zuͦ der mess und fuͦrt man
inn usser dem kor mit dem crütz. Und truͦgen vier cardinäl ain schön wiß tuͦch mit
roten crützen enbor uff sinem hopt und vor im zuͦ der schoß ain schön guldin
tuͦch. Daz truͦgen vor im zwen cardinäl und zwen bischoff. Und giengen ußhin zuͦ
der tür, als man gat usser dem chor zuͦ Sant Peters altar, und glich hinab zuͦ dem
wendelstain1. Und truͦg der baͧpst ain großes buͦch uff sinem ruggen, daz er dar under
bogenh muͦßt2. Von dem wendelstain zuͦ der großen tür und da inhin zuͦ der session. Und do er
inhin kam biß uff daz fletz, do was ain bischoff da, der hett ain großeni steken in sinr hand, und oben an dem steken ain buschelin mit werch. Daz zündet
man an und richt man den steken uff. Daz was bald und an stett verbrunnen. Und
sang mit luter stimm: Pater sancte, sic transit gloria mundi. Daz ist: Hailger
vatter, also zergaͧt die er der welt. Do antwort der bapst: Deo gracias. Und gieng
damit uffhin zuͦ des lüpriesters altar. In der session hett der baͧpst mess, und
sang man in der mess ain epistel in latin und aine in kriechischer sprach. Und das
ewangelium och ains in latin und daz ander in kriechischer sprach. Und sang man
zway Gloria in excelsis. Und nach dem und er die ostij tailt, do gieng er von dem altar und satzt sich zuͦ der linggen siten nebend den
altar uff ainen stuͦl. Und bracht man im die osti, daz sacrament, uff ainer
batenk. Do noß er ain tail und gab dem ewangelier och ain tail. Der bischoff Ostiensis
noß den dritten tail uss dem kelch. Und nach dem segen giengl ieglicher in sin herberg und laitend sich an ze riten. Und der bapst der ging in
die pfallentz, daz was zwüschen siben und ächten.
a–a) des – Novembris] des dritten herpstmonatz Pr.b) vor WoSt2.c–c) Vor dem – lut man] Und vor ainer stund PrE.d) inhin E; innhin Wo; hinnein St2.e) übergülte E.f) Pelayen] Pelaygen Pr; Pelaigen E; Pelagien Wo.g) wohl korr. aus ainem A.h) boden E.i) hochen EWo; hohen St2.j) hosti Wo; hostie St2.k) patten Pr; paten EWoSt2.l) gieng] do giengen sy allain haim E; do giengent sy alle haim Wo; da giengen sie alle heim St2.
1Wendeltreppe zum Turm.
2Die Zeremonie sah, wie aus der Illustration pag. 240 in A,
foll. 143v bzw. 141v in Pr und fol. 129v in W hervorgeht, das Tragen eines schweren Evangeliars auf
Hals und Schultern vor, so dass der Papst nur gebeugt einhergehen konnte; vgl.
W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 372.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 265.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 265 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a462
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 265 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a463
[256] An1 der achtenden stund desselben sonntags, do hattend sich die zwen patriarchen und
zwaintziga cardinäl, all ertzbischoff und bischoff, all gefürst äpt uff berait und rittend
uff den obern hoff. Und warent sy und die ross alle mit wißem tuͦch bedeckt und
das man inn nüntz sach dann die füß. Und rittend all in priesterlichem gewand und
hattend wiß infelen uff iren höptern. Unßer herr der küng, hertzog Ludwig und all
fürsten und herren, die giengen ze fuͦß uff hin, und der hochmaister ze Rodiß
gieng och ze fuͦß. Uff dem obern hoff waz ain große brügib gemacht von der mittlen tür biß an die absiten gen der pfaltz, und giengen
uffhin zwo groß brait stegen. Uff der brugg was gemachet ain hoher stuͦl, wol
fünff sprotzen hoch an die kilchen. Der stuͦl was oben, hinden und nebenzuͦ
behenckt mit guldinen tuͦchen. Neben dem stuͦl vier staffel hoch tzuͦ baiden siten
uffhin waz och ain stuͦl gemacht, zuͦ ieglicher siten dry staffel hoch, und
darnach biß abher uff die brugg ain staffel an dem andern, alles hinden und dar
neben bedeckt mit guldinen tuͦchen. Undc den rechten stuͦl satzt man den baͧpst. Der was beklaidet als ain bischoff, so
man über den altar gaͧt. Und stuͦnd der ain patriarch vor im und hatt die infel
mit den dryen kronen und mit dem guldin crütz in siner hand. Nebend dem baͧpst uff
dem höchsten stuͦl zuͦ der linggen siten saßend zwen cardinäl, de Pangritiis2 und de Comitibus. Zuͦ der rechten siten sass der hochmaister von Rodiss und
nebend dem sass der cardinal von Flischgo3. Herab do saßend zuͦ ieglicher siten acht cardinäl, und dar under unßer herr der
küng und die andern küngd und die laigen fürsten. Hie unden an der stegen, da saßen die auditores und
ander gelert lüt. Uff dem obern hof gen dem bapst huͦbend uff den rossen die
ertzbischof, bischoff, gefürst prelaten mit priesterlichem gwand und mit irn wißen
inflen. Und was daz treng als groß, das der küng selb uffhin nit mocht kommen. Und
brunnend uff der brügi so vil großer [257] kertzen, daz man ir nit zellen
kond. Und sungend da also gmach, daze ich es ni[t] verstan mochte. Darnach kam ain patriarch, der truͦg ain guldin crütz in siner hand, und knüwot
mit dem crütz für den bapst. Und kam darnach ain bischoff, der truͦg ain steken in
siner hand, und was ain busch werch anf. Daz zündet man an. Daz verbran an stett. Do ruͦft der bischoff: Pater sancte,
sic transit gloria mundi. Do antwurt der bapst: Deo gracias. Daz beschach zway
malg, und sungend aber gemächlich. Darnach stund uff der cardinal Pangracius, der
cardinal de Comitibus, der cardinal de Flischgo, daz sind dry ewangelier cardinäl,
und hoͤrt das ampt zuͦ inen. Und stuͦnd der hochmaister von Rodiß zuͦ inn, und
knüwotend alle vier nider, und stuͦndent wider uff und namen die infelen von dem
patriarchen und truͦgend sy also die stegenh uffhin zuͦ dem bapsti. Und die senger sungend vast wol. Daz werot wol ain stund. Und die infelen
sacztend sy dem bapst uff sin hopt. Und darnach gieng der bapst herab mit der
krönten infelen und sass uff ain wiß ross. Das was allenthalben verdekt mit ainem
roten tuͦch und hatt sin habit an, glich, als ob er mess hett. Und truͦg man kain
tecki ob im, daz menglich inn wol sehen mocht. Und unßer herr der küng knüwt für
inn nider und stuͦnd wider uff und küßt im sin füß und nam inn mit der rechten
hand zuͦ der rechten siten by dem zom und hatt in der rechten hand ain tremel und
machot wyte umm inn. Tzuͦ der linggen siten fuͦr[t] inn marggrauff Fridrich und
küßt im och den fuͦß. Und hatt och ainen tremel in der hand, machot wyte. Hinden
an der rossteki zuͦ ainer syten gieng hertzog Ludwig, und hett och ain tremel in
sinr hand. Tzuͦ der andern siten ain gefürster graͧff von Ursinis.
a) zwaintzig] zwen und zwaintzig Pr; 22 WoSt2.b) brügi] prüge Pr; prügi K; bruggen D1.c) Und] Uff PrK.d) küng] cardinaͤll Pr; cardinal K.e–e) daz – mocht] das ich es nitt verstoͧn kunde Pr.f) davor in sinr hand rot ausgestr. A.g) zway mal] zwürend Pr.h) stegen] staffel PrK.i) folgt und satzten die uff sin hoptt Pr.
2W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 373 Anm. 5, 440
(Register) weist darauf hin, dass es keinen Kardinal de Pangritiis gab. Es dürfte sich allerdings um Rainaldo Brancaccio,
Kardinaldiakon von SS. Vito e Modesto, handeln, dessen Bruder Tommaso
(Tricaricensis) ebenfalls Kardinal (Kardinalpriester von SS. Giovanni e Paolo)
war. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer
Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 292; D. Girgensohn, Wie wird man Kardinal? Kuriale und außerkuriale Karrieren an
der Wende des 14. zum 15. Jahrhundert, in: QFIAB 57 (1977) S. 146f. mit Anm.
24, 148 Anm. 32, 160f.; J. Dendorfer / R. Lützelschwab (Hg.), Geschichte des Kardinalats im Mittelalter (2011)
Kardinalsliste S. 494, 496; S. Vallery-Radot, Les français au concile de Constance S. 131.
3Gemeint sind die Kardinäle Rainaldo oder Tommaso Brancaccio,
Lucido Conti und Ludovico Fieschi.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 266.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 266 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a464
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 266 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a465
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 266 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a466
In dem do saßend die cardinäl, die bischoff und die äpt all vera verdackti ross in irem priesterlichen habit und ir wißen infelen uff iro
höptern. Und rait des ersten herab der edel grauff [258] Hugo Planani von
Rümelnb in ainem rotenc samotin rok, und hett ain guldin tremel in siner hand, und wart dem volk. Nach
dem giengen zwölf wißy gesattloti ross verdekt mit roten tüchern. Nach den rossen
rittend die baculierer des baͧpstes, die procuratores, notarii und söllich volk
des bapstes. Und dero hatt yeglicher ain steken in sinr hand, ainr eln lang, und
daran roti fenli. Ettlich truͦgend an den steken vergüldet engel. Darnach do
rittend die auditores und secretarii. Darnach kam des bapstes crütz, und nach dem
die senger, die stäteklich sungen. Darnach ain priester, der warff dem volk
stäteklich pfening an die straßen1. Darnach komend die äpt, bischoff, ertzbischof, dero waz hundert und lxxiij,
dero ieglicher hett ainen knecht, der inn by dem zom fuͦrt, ye zwen und zwen mit
ainanderd. Darnach die cardinäl, ye zwen und zwen und ieglicher zwen knecht, die inn
fuͦrtend. Darnach aber ain priester, der von im pfening warff. Und darnach ain wiß
ross, wol gesattlott und mit ainem roten tuͦch wol bedekt. Uff dem sattel
stuͦndent tzway guldine kertzstall mit zwain brinnenden kertzen vor dem sacrament,
daz uff dem sattel stuͦnd in ainr mustrantze. Und darnach glich uff das sacrament, do rait unßer hailger vatter baͧpst
Martinus, als da vor benempt ist. Nach dem bapst rait ainr in harnasch uff aim
großen ross und hett ain große stang in siner hand, uff der stang waz ain hoher
spitziger huͦt, oben eng und unden wit, daz er baid gassen über graiff, und was
getailt gel und rot von obnen abher. Uff dem huͦt waz ain guldiner knopf, uff dem
knopf stuͦnd ain guldiner engel, der hett ain guldin crütz in siner hand. Damit
rittend gewapnot lüt, und damit giengend aller zünft und der thuͦmbherren kertzen
brinnend. Und nach inn daz gemain volk und all prusuner und pfifer. Sy pfiffotend
und prusonotend aber nit. Und giendf und rittend also gmach von dem [259] oberng hoff biß für Sant Steffan. Da huͦb er ain klaine wil. Und giengend und rittend
von Sant Steffan biß an den obern markt. Undh do er kam zuͦ dem hus, daz da haißt
zuͦ dem Schlegel by Sandt Laurentzen, do ging die jüdschaiti im engegen2 mit vil großen brinnenden kertzen, und hettend all iro habit an, als sy an irm
langen tag3 stand, und truͦgend iro zehen gebott4 under ainem guldin tuͦch mit iiij stangen an ainem steken in ainem küssi, daz
waz rot samoti und hett iiij zip[f]el und an ieglichem zipfel zwo schellen. Und
wenn sy den steken ruͦrtend, so lutend die schellen und sungend vast hebraisch.
Und do sy zuͦ dem baͧpst komend, do knüwotend sy nider und buttend im die x
gebott, und batend inn, daz er inn ir fryhait bestätigotti dero fryhaiten, so sy
dann biß her [von andren bäbstenj] gehebt hettind. Do wolt er dero gebott nit. Aber unßer herr der küng empfieng
sy und sprach: Moyses gebott sind guͦt und recht, aber sy wöltind die nit
haltenk noch recht verston. Do redt der baͧpst ettwas haimlichs, daz ich nit verston
kondl, und kert sich herumb gegen den Juden und sprachm lut, daz es menglich hortt: Omnipotens deus avertatn velamen ab oculis vestris5, uto possitis videre lumen eterne viteo. Und gab inn den segen mit der rechten hand: In nomine patris et filii et
spiritus Sanctih. Und rait die Sül6 hinab und Mordergassen umbhin durch die Nüwengassen an Sant Paͧls gassen wider
inher an den obern marckt, von dem markt wider für Sant Steffan, von Sant Steffan
uff den obern hof, und gab da dem volk den segen, und gieng in die pfallentz.
Darnach rait und gieng iederman haim in sin herberg und sandt der bapst Hainrichen
von Ulm, der do burgermaister was, das ross, daruff er geritten was7. Und diß alles werot biß uff die ailften stund.
a) ver] uff die Pr; uff den K.b) Hugo Pallioni von Rimeln Wo; Hugo Palliol (am Rand korr. zu de Ballionibus) von Rimmeln St2.c) rot korr. aus rotem A.d) korr. aus ander A.e) monstrantz PrK.f) gieng PrK.g) von dem von dem A.h–h) Und do er kam zuͦ dem hus – filii et spiritus sancti] Unnd do er kham enwenig für
das hus genant zuͦ dem Schlegl, do huͦeb er aber
still, unnd do kham Ysaac Judmaigers sun [wohl Isaac, Sohn des Meier, 1401 Vorsteher der jüdischen
Gemeinde in Konstanz] under ainem guldin tuͦch, das thruͦgent ob im 4 juden, unnd fuͦrten in 2
ander juden, unnd hett ain silbrin steckhen inn der hand. Uff dem steckhen was
gemacht als ain rott küssin, unnd was daran genätt vil schellen, als man dis
den habckhen [oder habchhen, gemeint ist wohl eine habech-schelle (mhd.) = Schelle des
Habichts als Jagdvogel] anhenckht. Inn dem khüssy solt ligen die 10 gebot, die inen Moises [Moses] geben hatt. Unnd giengen allso, als ob sy giengen vor dem prunnen der Zuͦben
by dem stockh herfür für unsern hailigen vatter den babst Martinum, unnd
khnüweten nider. Unnd waren all angelait mit irm habit [eventuell der Tallith oder Sargenes = jüdischer
Gebetsmantel], als sy gewönlich zuͦ schuͦl gand, so ir lang tag [Jom Kippur] ist, unnd bot daar inn dem babst das küssy, unnd begert von unnserm
hailligen vatter dem babst, das er inen ir fryhait unnd privilegium bestätten
wolt. Aber der babst wolt des khüssins nit nemen, aber unnser herr, der römisch
künig, der nam es inn sin hand, unnd sprach zuͦ den juden: Moyses gebot sind
recht und guͦtt, unnd verwürfe sy niemand, aber ir halltend yro khaines nitt
recht. Unnd gab inen die gebot wider. Do khart sich unnser hailliger vatter zuͦ
inen, unnd sprach inn Latin: Omnipotens Deus avertat velamen ab oculis vestris
et faciat vos c[on]spicere lumen aeternae vitae. Unnd das ist: Der allmechtig
Got verkhere die tuͤwchhly von iuwern ougen unnd lauß iuch sehen das ewig
liecht. Unnd mit dem do hett er den segen uber sy unnd segnot sy und sprach: In
nomine patris et filii et [spiritus] Sancti. Unnd rait damit aber füro von
inen. Unnd do khament die currier mit den silbrinen unnd guldinen steckhen unnd
wollten die juden gefangen haben unnd sy villicht geschätzt haben. Do khamen
des rats knecht unnd der stat soldner unnd beschirmpten die juden vor den
curriern unnd zugent si inn das hus zuͦ dem Hochen haffen unnd beschlussent das
hus. Wie vast sy aber die juden schirmpten, doch do muͦsten die juden den
curriern gellt geben WoSt2.i) folgt ze Costentz Pr.j) von andren bäbsten Pr; von andern bapsten K.k) davor haltn rot ausgestr. A.l) davor k rot ausgestr. A.m) und sprach und sprach A.n) aufferat D1.o–o) ut – vite] et faciat vos inspicere lumen aeternae vitae WoSt2.
1Der Kämmerer oder Almosenier (elemosinarius), der neben oder
nach dem Papst ritt, übernahm im Rahmen des Krönungszeremoniells beim
Papstumritt, aber auch beim Adventus, die Funktion, durch Münzenwerfen das
nachdrängende Volk vom Papst fernzuhalten bzw. dessen Großzügigkeit (Almosen)
zu zeigen. Seit der Zeit Benedikts XIII. wurde diese Aufgabe von mehreren
Gruppen wahrgenommen, die hinter dem Papst ritten. Vgl. B. Schimmelpfennig, Die Organisation der päpstlichen Kapelle in Avignon, in:
QFIAB 50 (1971) S. 95; ders., Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 228, 233, 237, 263; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 201f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 287 mit Anm. 119; vgl. cc. 24
und 242 in K.
2Die Juden der Stadt – in Wo und St2 wird foll. 131r bzw. 275r der Sohn des Ysaac Judmaiger namentlich genannt, wie die
ganze Geschichte überhaupt sehr viel ausführlicher als in A und K erzählt wird
– bitten Papst und König vor dem Haus zum Schlegel (heute Obermarkt 6) um die
Bestätigung ihrer Freiheiten bzw. Privilegien, die sie am 12. Februar 1418
erhielten. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer
Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 293; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1491; G. Leidinger, Andreas von Regensburg. Sämtliche Werke (1903) S. 187; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 243; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 34; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 42; B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 234, 263; A. L. Tăutu, Acta Martini P.P. V (1417–1431) (1980) S. 67 Nr. 23; K. H. Burmeister, medinat bodase 2: Zur Geschichte der Juden am Bodensee
1350–1448 (1996) S. 48, 130f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 182; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 373 mit Anm. 6; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 202 mit Anm. 154; D. Weltecke, Juden im Bodenseeraum, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 162f. mit Anm. 37; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 122; dies. (Hg.), Zu Gast bei Juden. Leben in der mittelalterlichen
Stadt [Ausstellungskatalog Konstanz] (2017) S. 8f.; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 209; H. Fidler, König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden S.
85–90, 109–112.
3Mit dem „langen Tag“ (Jom Kippur) ist wohl der höchste
jüdische Feiertag gemeint. In Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen
zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 293 Z. 13 ist von loubertagen die Rede, was im Apparat als Laubhüttenfest gedeutet wird.
4Gemeint ist wohl die Thorarolle, die die jüdischen
Gemeindevorsteher dem Papst in goldene Tücher eingehüllt entgegenhalten, die
dieser gemäß der römischen Tradition zunächst aber nicht entgegennehmen kann,
weil der von den Juden immer noch erwartete Messias schon längst gekommen, das
mosaische Gesetz mithin durch das Neue Testament zu ersetzen sei. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1491; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 373 mit Anm. 6; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 202; D. Weltecke, Juden im Bodenseeraum, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 163; H. Fidler, König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden S. 88.
Siehe hierzu auch B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 234 und 263: […] et venient ad eum Iudei cum lege facientes ei laudem ac offerentes ei
legem, ut adoret. Et tunc papa comendat legem et dampnat observantiam Iudeorum
sive intellectum, quia, quem dicunt venturum, ecclesia docet et predicat iam
venisse dominum nostrum Iesum Christum.
5Zur lateinischen Antwort des Papstes vgl. die Gebetseinladung
zur achten Fürbitte der Karfreitagsliturgie im Römischen Messbuch von 1570 an
die Juden: ut Deus et Dominus noster auferat velamen de cordibus eorum; ut et ipsi
agnoscant Jesum Christum Dominum nostrum. In Wo wird die Antwort des Papstes fol. 131v ins Deutsche übersetzt: Der allmechtig Got verkhere die tuͤwchhly von iuwern ougen unnd lauß iuch
sehen das ewig liecht. Vgl. Missale Romanum ex decreto sacrosancti Concilii
Tridentini restitutum (1906) S. 169; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 243; H. Wolf, Papst und Teufel. Die Archive des Vatikan und das Dritte
Reich (2008) S. 98 mit Anm. 4.
6Vgl. zu dieser Straße c. 262.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a467
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a468
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a469
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a470
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a471
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a472
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,1 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a473
Diß alles stat hievor gemaͧlt1.
1Bezieht sich auf die Illustrationen pag. 242–248, die die Papstweihe im Hof, den Umritt des neuen Papstes,
den Papst und die Juden sowie die Kardinäle auf weißen Rossen darstellen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 267,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a474
[260] Uff fritag vor Sant Thomas tag anno Dni. MCCCCXVII, do tett unßer
hailger vatter bapst Martinus der fünft sin hof uff und tett gnad und lech
pfruͦndena. Und rittend die cardinäl und die gaistlichen prelaten, die zuͦ dem hof
gehortend, zuͦ im uff den obern hoff, und stuͦndent ab vor der pfaltz und giengend
uffhin zuͦ imb. Und was die groß stub dannen genommen und was alles zuͦ ainem sal gemacht. Da
sass der baͧpst under ainem guldin tuͦch und hinder im och ain guldin tuͦch. Und
komend die herren für inn und empfiengend pfründen von im. Das tett er, ee er von
Costentz kam, ze xv malen, als dann hie gemaͧlt1 ist2.
Kardinäle reiten zur Verleihung von Pfründen auf den oberen
Münsterhof3, pag. 260–261. Auf pag. 260 nimmt das Bild nur die untere Bildhälfte ein,
darüber pag. 260 A ein 26zeiliger Textblock.
Der Papst verleiht Pfründen, pag. 262–264.
a) davor f ausgestr. A.b) folgt noch einmal uff den obern hof, und stuͦndent ab vor der pfaltz und giengen uffhin zuͦ im A.
1Das Bild schließt sich pag. 260 unmittelbar an den hier nur
einspaltig geschriebenen Text an.
2Das umfangreiche, Namenlisten geistlicher Konzilsteilnehmer
enthaltende c. 269, das K und W an dieser Stelle einschieben, bringt A erst im
statistisch-systematischen Teil, und zwar cc. 342–360. In K, aber auch in W,
das an dieser Stelle K folgt, ist das Kapitel im Vergleich zu A allerdings
unvollständig. W hat diesen Mangel offenbar bemerkt und seine Liste nach A
ergänzt. Vgl. hierzu W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 188; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 64 mit Anm. 36, 67,
der allerdings nicht auf W eingeht.
3Das Bildsujet war hier schon für R. Kautzsch, Die Handschriften S. 494 nicht eindeutig zu bestimmen; er
betitelte die Illustration mit „Supplikation der Schüler“. Vermutlich gehört
das Bild jedoch zur nachfolgenden Verleihung der Pfründen durch den Papst. Es
zeigt wohl einen Kardinal, der auf den oberen Hof reitet. E bringt hier
zwischen cc. 268 und 270 den fol. 97v frei stehenden Bildtitel: Also saussent die auditores – und haist das gericht ad rotam.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 268.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 268 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a475
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 268 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a476
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 268 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a477
[265] An Sant Conratz tag, der waz an aim fritag, zwüschen ächten und
nünen, do ruͦft man durch die statt, es sy froͧwen oder man, wer gnad darzuͦ hab,
der kom uff den obern hof zuͦ dem dritten
zaichen der großen gloggen, da well unßer hailger vatter bapst Martinus dem volk
den segen geben. Und also lut man zuͦ dry malen. Und in der nünden stund, do ging
menglich uff den obern hof. Do kam unßer hailger vatter baͧpst Martinus in den
ärgger an der pfallentz uff dem hof. Der was geziert mit guldinen tüchern, mit
küssin, mit kertzen, vil schöner, dann davor geschriben stat. Und mit im vier
cardinäl und sechs bischoff, und unßer herr der küng under siner kron, und der
bapst enmitten mit ainer kostlichen infel, nit mit den kronen. Und gab da dem volk
den segen und den aplasa. Und ee daz volk wider ab dem hof kam, zuͦ allen türen uss, das werot ain gantze
stund.
a) grossen applaus Pr; grossen abblas Wo; großen ablaß St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 270.
Des ersten tagsa des monatz Decembrisb, do ward ze burgermaister erwelt Caspar Gumpost und ze underm burgermaister
Lüpfridc Mumpraͧt. Desselben tags hattend die herren ain gestäch, und wolt sy unßer
hailger vatter der baͧpst uff dem obern hof nit laßen stechen, und zugend das
gestäch an den vischmarckt1. Es folgen in der Textspalte pag. 265 B die beiden
Wappen, die überschrieben sind mit Gumpost und Mumpraͧt.
a) davor de rot ausgestr. A.b) des monatz Decembris] des winttermonatz Pr.c) Lüpfrid Mumpraͧt] Lütfrid Muntppraͧtt Pr; Lütpfrid Muntprat KWoSt2; Lütfrid Muntpraut D1.
1Bereits Papst Johannes XXIII. hatte sich in den sog.
Informationen über Turniere auf dem oberen Münsterhof, wo der Papst in der
Bischofspfalz logierte, beschwert, zumal es in diesem Rahmen am 12. Februar
1415 auch zu Unglücken gekommen ist. Vgl. A. Knöpfler, Ein Tagebuchfragment über das Konstanzer Konzil, in: HJb 11
(1890) S. 268; H. G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 4, 161–166; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S.34; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 38; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 184; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 374.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 271.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 271 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a478
Uff1 mentag nacha Sant Niclaus tag2 an der sibenden stund nach mitternacht, do ward ermürdet der ersam herr herr
Hainrich3, probst ze Lutzern, uff prediger brugg. Und ward getragen in der prediger
portstubenb, da starb er an stett4. Do ward der morder gefangen. Der verjachc glich an stett on alles foltren. [266] Und maint, er hett nit unrecht
getan, sin burger von Lutzern hettind es inn gehaißen und hettind im och sold
darumb gebend. Darnach an dem dornstag ward der morder für gericht gefüret. Dannocht lag der
probst unvergraben, wann die gaistlichen halten, wann ain pfaff getötete wirt, den sol man unvergraben laßen ligen biß an den dritten tag. Und fuͦrt man
den morder von dem Ziegelgraben5 die mur umbhin. Und do er für die prediger kam, do fieng der tot lich[n]am an ze
schwitzen6. Do nun der morder ver[ur]tailt ward in der raͧtstuben, do fieng der tot licham
an ze blüten, und ward an allem sinem lib rot und schön, als man inn vor ye
gesehen hett. Daz sahend all prediger und ob ccc menschen, die durch wonder in daz
kloster luffend. Und ward darnachf erst begraben. Der morder ward uss geschlaipft und uff ain rad gesetzt7.
Da zwüschen beschach nit vil dings, das frömdg wär ze schriben, dann daz die herren, gaistlich und weltlich, uß und in rittend.
Und gab man alle ding in rechtem kouff.
a) vor D1.b) pontstuben E.c) vergach Pr.d) folgt won er yro vient sy WoSt2.e) ertött E; ertöt Wo; ertödtet St2.f) darnach] er EWoSt2.g) främd E.
27. Dezember 1417.
3Gemeint ist der Probst Nikolaus Bruder von Luzern. Der Mord
wird auch im Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv
Konstanz B I 2) S. 132 erwähnt. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 294 mit Anm. 198 auf S. 294f.; Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) fol. 77r; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 120; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 318; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 14; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 260f.
4Gemeint ist die Pförtnerstube, also die Pforte des
Dominikanerklosters auf der Bodenseeinsel.
5Graben an der dem Stadtteil Paradies zugewandten Seite der
Stadtmauer. Es handelte sich um ein Armutsviertel der Stadt, in dem etwa ein
Frauenhaus, aber auch die „unehrlichen Berufe“ untergebracht waren. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 186; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 485 Anm.
1025.
6Gemeint ist das Gottesurteil der Schweiß- bzw. Bahrprobe. Vgl.
W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 336; C. Pfaff, Die Welt der Schweizer Bilderchroniken (1991) S. 160f.; R. Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung
und die kulturelle Konstruktion des Körpers (2014) S. 419f.
7Hinrichtungen wie das Erhängen und Rädern wurden auf einer
Wiese bzw. einer Viehweide (dem „Espan“) vor dem Kreuzlinger Tor vollzogen, wo
auch der Galgen stand. Vgl. P. Schuster, Eine Stadt vor Gericht. Recht und Alltag im
spätmittelalterlichen Konstanz (2000) S. 268–270.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a479
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a480
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a481
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a482
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a483
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a484
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 272 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a485
Anno1 Dni. MCCCCXVIII am hailgen tag ze wihenächten, do hatt unßer hailger vatter der
baͧpst Martinus der fünft mit dem nammena die dry messen: die ersten Dominus dixit ad me, die andern Lux fulgebit und die
dritten Puer natus est nobisb, iegliche zuͦ siner zit. Und was unßer herr der küng, die zwen kurfürsten
undc sustd vil herren by den drin messen. Nach den messen vor dem imbiß, do gab der baͧpst
den segen, aber uff dem ärger in der maß, als dann vor geschriben ist. Nach dem
segen verkündete ain bischoff den aplas: Also wer der wär, der dahin kommen wär, der gebichtet
hett und inn sin sünde rüwind, der hett siben jar aplas tötlicher sünd und siben
karrenen2, oder wer darnach in acht tagen wölt bichtenf und sin sünd rüwoti, der hett sollichen aplas.
a) mit dem nammen fehlt EWoSt2.b) est nobis fehlt E.c) und und A.d) sust fehlt E.e) verkündet] kunt E; verkhunt Wo; verkündiget St2.f) wölt bichten] bichtotti E.
1Vor Einsatz von c. 273 schiebt Wo foll. 133v–135r noch einen längeren Nachtrag zu dem voranstehenden c. 268
ein, in dem von Pfründen- und Benefizienverleihungen durch den Papst die Rede
war.
2Vierzigtägiger Ablass auf zeitliche Sündenstrafen
(carena).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 273.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 273 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a486
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 273 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a487
[267] An Sant Silvesters aubent, der was an ainem donstag, do starb der
erber herr dominus Sigißmundus obroster kantzler, ain Ungera, ainb kantzler der römischen richs1. An des statt kam herr Jörg, bischoff von Passoͧw, geborn von Hohenloch. Und nach
der vesper lut man im als ainem thuͦmherren,
und man truͦg inn under guldinen tuͦchen. Und komend zuͦ dem ußtragen all örden
und alle pfaffhait ze Costentz. Und truͦg man inn zuͦ dem münster zuͦ dem thuͦmb.
Und truͦg ieglicher ain brinnend kertzen in siner hand und ieglicher thuͦmherr
zwo, und der hett iegliche ain vierlingc wachs. Und vor der lich truͦg man xxvj brinnender kertzen, dero iegliche hatt
iij libd. Und nach der lich och xxvj kertzen. Und giengen damit all gaistlich fürsten und
herren. Und begiengend sin opfer glich als den ungerschen fürsten.
a) folgt am xxviiij. tag winttermonatz Pr; folgt am xxviiij. tag Decembris E; folgt am 28. tag Decembris WoSt2.b) ain] obrest Pr.c) vierdung EWoSt2.d) folgt wachs EWoSt2.
1Gemeint ist der Graner Probst Johann Újvárosi oder Johann von
Gran. Er hieß nicht Sigmund, sondern war König Sigmunds Kanzler. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 222; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 9 mit Anm. 21; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 71; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 274.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 274 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a488
Uffa mentag nach Agnetis anno Dni. MCCCCXVIII, do ward ain gantze session vor prim.
Und warend in der session die zwen patriarchen, allb cardinäl, ertzbischoff, bischoff und ander gelert, fürsten und herren, gaistlich
und weltlich, in der session vor den lüpriesters altar in dem münster zuͦ dem
thuͦmb. Uff dem altar hett der baͧpst mess. Do zemaͧl und nach dem segen der mess,
do bestätigott unßer hailger vatter der bapst Martinus der fünft vor aller
menglich den selben unßer herren küng Sigmunden tzuͦ ainem rechten und
bestätigotten römischen küng1. Do zemaͧl nam unßer hailger vatter ain guldin kron in sin hand und gab sy dem
cardinal Ostiensis und dem cardinal de Ursinis2, die da baid zegegen stuͦndent. Und der küngc der knüwt enmitten. Und die namend die kron in ire hend und sy satztend die dem
küng uff sin hopt.
1Am 23. Januar 1418 wurde die Wahl Sigmunds durch Papst Martin
V. bestätigt. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 376; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 160.
2Jean de Brogny und Giordano Orsini.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,1a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,1a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a489
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,1a Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a490
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,2.
Und nach dem aid kert sich der bapst umm gen dem küng unda bot im sin hand, und verhieß im, inn ze halten für ainen römischen küng. Des
glichen tatend die patriarchen, all cardinäl, ertzbischoff, bischof und och all
gaistlich fürsten und herren. Und nach sollichemb, doc lut man laudes mit allen gloggen, vor mittem tag, darnach ze vesper und och ze
aubend, als dann diß hie gemaͧlt ist mit figuren. Und diss stat och hienach
geschribend.
a) davor steht rot ausgestr. kert sich der bapst A.b) nach sollichem] anstett PrWoSt2.c) Und nach sollichem, do] Vor mittem tag E.d) folgt in dem nächsten sexstern E.
1In Bild- und Textaufteilung ähnlich wie pag. 260 schließt sich
auch hier pag. 268 das Bild unmittelbar an den auch hier nur einspaltig
geschriebenen Text an.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a491
[272] Do man zalt von der geburt Cristi unßers herren MCCCCXVIII an dem
nünzehenden tag des monatz Hornunga, do rait in der hochwirdig herr und ertzbischoff, herr Jergb, ertzbischoff Kyfionensis1, und ist kriechischsc globens, und mit im fünf bischoff desselben globens. Das ertzbistumb lit in
kriechischen landen und stoßt heruß wert an das hertzogtuͦmb ze Rüßen und nebend
an daz hertzogtuͦmb ze Littoͧw und nebend gegen mittagd an daz kayserthuͦmb zuͦ der hindern Türggy und heruß an die hindern
Walachy.
a) rebmonatz Pr; Februarii EWoSt2.b) Gerg E; Jorg Wo; Jörg St2.c) kriegsch Pr; kriechsch E; kriechischen Wo; griechischen St2.d) gegen mittag] versus meridiem Pr; versus merediem E.
1Grigorij Camblak von Kiew traf am 18. Februar 1418 in Konstanz
ein. Siehe auch Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer
Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 305–308. Zu seiner Person und Rolle auf dem
Constantiense vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 251; M. Heppell, New Light on the Visit of Grigori Tsamblak to the Council of
Constance, in: The Orthodox Churches and the West, hg. von D. Baker (Studies in Church History 13, 1976) S. 223–229; F. Kohlschein, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 29 (1987) S. 234 Anm. 4;
Ch. Hannick, Art. Grigorij Camblak, in: LexMA 4 (1989) Sp. 1676f.;
A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 177; ders., Das Konstanzer Konzil S. 154f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 150; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 397–410; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 329f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47
Anm. 107; B. Schellewald, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 153f.; L. Pósán, Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf
dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 80f.; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 92–98; ders., Hinter tausend Wappen eine Welt S. 131f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1a.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1a Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a492
Und komend mit im vil herren und botten von den haidischen herren, vom
kaysera soldan, von dem großen kan, von dem küng von Arabia, von der stat groß Nografye
und von andern großen haidischen stetten und herren. Und zugend in daz huß, daz da
haißt zuͦ der Sunnen1, daz do zemaͧl was Uͦlrichs Imholtz. Und do er sich also nider gelaßen hett, do
berait er ain altar. Und hieß im da ain siner bischoff mess haben. Und nach der
mess, do segnott er daz brott, daz dem priester über worden was, davon er daz
sacrament nam, und zerbrach das in klaine stückly und bot die stükly ieglichem
sinem diener ains. Der nam daz stücklin in sin linggen hand, und beschloß die hand
und bettott knüwend mit dem mund uff der hand und auß das usser der hand. Daz was
als vil, als wir hie wichwasserb nemend. Die mess und die gebärd und wie die mess was und die gebärd, stat
hienach gemalt und hienach bas geschribenc2.
1Gemeint ist das Haus zur Sonne. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 174f.; F. Hirsch (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 1 (1906) S. 24.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a493
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a494
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,3.
Und also berait man den altar, so man dem ertzbischof vona Kriechen mess wolt habn.
Bereitung des Altars zur griechischen Messe, pag. 273.
Feier der griechischen Messe, pag. 274–277.
Kardinal Landulfo Maramaldo von Bari, Kardinaldiakon von S.
Nicola in Carcere (cardinalis Barrensis), zu Grab getragen1, pag. 278–279.
Totenopfer für ihn, pag. 280–281.
Heinrich von Ulm zum Ritter geschlagen, pag. 282. Pag. 283 leer.
a) von] uss E.
1Die Illustrationen stehen hier falsch. Die Erzählung vom Tod
des Kardinals war bereits pag. 144 B bzw. 146 B gebracht worden. Vgl. Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 431, 433.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a495
[284] An dem ingenden jar, do hett unßer hailger vatter der baͧpst
Martinus daz fron ampt zuͦ dem thuͦmb ze Costentz. Da zegegen da warend zwen
patriarchen, all cardinäl, vil ertzbischof, bischoff, prelaten und vil ander
gaistlicher herren, unßer herr der küng, zwen kurfürsten und ander ritter und
knecht. Und nach dem segen der mess, do sass der bapst uff ain sessel. Do nam
unßer herr der küng Hainrichen von Ulm, der do zemaͧl burgermaister was, und fuͦrt
inn für fronalltar bya siner hand für den baͧpst und hieß inn nider knüwen. Und vor inn allen schluͦg
er inn ze ritter mit ainem bloßen schwert, als dann sitt und gewonhaitb ist, ritter zec schlahindd.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 276.
Und an dem zwölften aubenda hett man dem kantzler sin opfer1, daz waz an ainer mittwochen. Davor an dem zinstag ze vesper, do lut manb dristund und hattend im da all pfaffen ain Vigili, und an der mittwochen daz
opfer. Und staltc man an mitten an daz fletz ain groß bett, bedeket mit ainem kostlichen guldin
tuͦch. Und die absiten, die kantzel was umbsteket mit großen brinnenden kertzen
und umm die bar cxxiijd, dero iegliche wag by iiij lib. wachse, on clein opferkertzen. Und sin diener waintend und klegtend inn mit wainen und
hülenf, als dann noch sitt ist in Ungern.
a) vierden tag January G.b) folgt im PrE; folgt im aber Wo; folgt ihm aber St2.c) rot korr. wohl aus stackt A.d) hundertt sechs und zwaintzig Pr; 126 WoSt2.e) iiij lib. wachs] vierdhalb pfund wachs Pr; 3½ pfund WoSt2.f) hüwlen EWo; heulen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 277.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 277 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a496
An dem zwölften tag ze wihenächten, do hett mess daz fronampt ze Costentz zuͦ dem
thuͦmb [unsser hailger vatter der baubsta] uff des lupriesters altar under der kantzel. Und warent och by der mess und by
dem ampt all cardinäl, bischof und vil prelaten, unßer herr der küng, och ander
fürsten und herren.
a) so PrKEWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 278,1.
a) folgt und mitt im hertzog Uͦlrich von Tekk PrEWoSt2.
1Aquileja und Friaul.
2Gemeint ist das Haus zum Regenbogen. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 263–265.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 278,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 278,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a497
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 278,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a498
[285] Uff1 mentag nach Agnetis, do ward ain rechti session vona prim. In der selben session bestätigottb unßer hailger vatter der baͧpstc Martinus quintus unßern herren den küng zuͦ ainem rechten römschen küng und
obediertend im all cardinäl, ertzbischoff, bischoff und all gaistlich prelaten als
ainem bestäten römischen küng vor Sant Conratz alltar under der cantzel. Und der
bapst hatt darnach uff dem selben altar mess. Und darnach lut man drümaͧl laudes.
Und den imbiß auss der selb küng und fünf fürsten by dem baͧpst in der
pfaltz.
a) vor PrEWoSt2.b) bestätigott] conformiertt, das ist bestättgott PrE.c) folgt rot ausgestr. des lüpriesters altar under der kantzel A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,1b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 275,1b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a499
Tzuͦ dem erstena fieng man an ze lüten die großen gloggen am fritag nach Sant Angnesenb tag zuͦ dem zaichen, als der allmächtig gott an dem crütz starb. Und gab unßer
hailger vatter der bapst dem und denen, die dann mit ernst bedachtend daz bitter
sterben Jhesu Christi und mit andaͧcht bettotind fünf Pater noster und fünf Ave
Maria, vil aplas. Und ward gemacht, daz man maint, man wölt es nun hinnanthin
ewiklich uff den fritag tuͦn. Und sprach man do, es hett gestift mit sinem aigen
guͦt der bischoff1 von Bisantc.
1Gemeint ist wohl Thiébaut (Theobald) de Rougemont, Erzbischof
von Besançon, der in c. 342 erwähnt wird. Vgl. K. Eubel, Hierarchia Catholica Medii Aevi 1 (1960) S. 141; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 247 Anm. 6; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 251; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 37, 85, 108
u.ö.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 279.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 279 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a500
Uffa mentag vor der liechtmess, do kam gen Costentz rechti bottschaft von den
cardinäln, die da hielten Benedictum, ietzo genempt Petrus de Luna, das sy nun hin
fuͦr im nit obedieren wölten und füro hin nüntz wöltind halten von Petro de Luna,
und wöltend gehorsam sin unßerm hailgen vatter bapst Martino, der ze Costentz
erwellt waz worden, und sinen gebottenb undertenig sin mit iren geschwornenc briefen1. Die brief wordentd vor im gelesen in der session. Und die botten schwuͦrend och, söllichs an ir
statt ze halten. Daz was vor imbiß. Und nach dem imbiß lut man drümal laudes. Uff
den tag stuͦndent ze Costentz an Sant Conrats brugg, den fischmarkt hinab, xxiij
große schiff mit höw geladen, die alle vail warend. Und der selbigen wochen, do komend
an den [286] fischmarkt zuͦ Costentz sechs und viertzig inlanken2 und in guͦtem kouff.
1Es ging um den künftigen Status der Kardinäle Benedikts XIII.,
die sich nach der Wahl Martins V. von diesem lossagten und sich Martin V.
empfahlen. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer
Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 299; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 380–382.
2Große Rheinlachse.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 280.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 280 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a501
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 280 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a502
An unßer froͧwentag zuͦ der liechtmiss, do hett mess unßer hailger vattera bapst Martinus quintus zuͦ dem thuͦm ze Costentz uff dem fronaltar und wihet da
die kertzen1. Und nach der mess zwüschen zehen und ailfen vor mittag, do gab er dem volk den
segen aber uff dem ärgger uff dem obern hoff. Und vor dem segen, do warff er herab
mit siner hand wol zuͦ drißig malen kertzen, ye ain handvol kertzen. Die waren wol
ainr halben eln lang. Und warend der kertzen ob xv hunderten. Und wenn er ain
handvol kertzen enmitten under daz volk herabwarff, so warff er darnach zuͦ der
rechten hand und die dritten zuͦ der linggen hand, biß er sy all verwarff. Und zuͦ
dem imbiß über tisch sant er allen herren fünftzig kertzen, also das menglichem
werden mocht, wer dann iro begerot.
a) davor w rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 281.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 281 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a503
An dem zinstag an der rechten vaßnacht, do hattend die herren ain gestäch uff dem
Brül1. Und do sy ettwa menig riten tatend, do zoch ab herr Laurentz vom
Hädrißturn2 von Ungerna. In dem zug und uff dem ross, do zoch uff unßer herr der küng mit verbundem helm
und mit kainem wapen, und stach och mit inn3. Und tett nün riten uff ainander, alsb mit verbundem helm, und stach nider ain ritter und ain knecht, und zoch wider ab
mit verbundem helmc.
a) folgt usser der Schutten PrKWo; folgt usser der Schotten E; folgt außer der Schutten St2.b) alles WoSt2.c) folgt inn sin herberg Wo; folgt in seine herberg St2.
1Hier ist der große Brühl gemeint, auf dem während des Konzils
u.a. Turniere abgehalten wurden. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 131f.
2Gemeint ist wohl Laurenz von Hédervár, Stallmeister der
Königin Barbara. Vgl. M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 261 mit Anm.
378; D. Dvořaková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 16; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28.
3Siehe zu diesem Turnier, an dem der König inkognito (mit verbundem Helm = mit geschlossenem Visier) teilnahm, die Illustration in W fol.
146r, die sich nur in dieser Handschrift erhalten hat. Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 130; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 421, 442.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 282.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 282 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a504
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 282 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a505
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 282 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a506
Uff fritag vor mannvaßnacht, do santend inn bottschaft unßer hailger vatter der
bapst und unßer herr der küng denab ersammen dem bischoffb von
Passowa zuͦ dem herren von Mailand. Und rittend mit im und gabend1 im glait wol ain mil wegs verr von Costentz unßer herr der küng und vil
gaistlicher prelaten und weltlich fürsten und herren wol mit zway tusend
pfärden.
a–a) den – Passow] den ehrwürdigen herren Georg von Hochenloch, bischoff zuͦ Passow Wo; den ehrwürdigen herren Georgen von Hochenloche, bischoff zuͦ Paßau St2.b–b) den – bischoff] den ersamen den bischoff PrE.
1E bricht hier fol. 102v mitten im Kapitel ab und führt die Chronik fol. 106r nach einem Hand- und Vorlagenwechsel mit c. 286 nach der
G-Version fort.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 283,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 283,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a507
[287] Uff fritaga nach der mannvaßnacht rait von Costentz der cardinal Allamanus Bysanus1 in bottschaft gen Hyspania, und rittend och die fürsten und herren mit im
undb och unßer herr der küng und sust vil gaistlicher fürstenc und herren ob xv hundert pfärden und gabend im gelait ain halb mil wegs
verrd.
a) dornstag G.b) folgt gaubend im gelaitt PrWo; folgt gaben ihm geleite St2.c) fürsten und herren] prelautten und herren Pr.d) folgt von Costentz WoSt2.
1Alamanno Adimario (Pisanus), Kardinalpriester von S. Eusebio,
war am 17. Februar 1418 nach Spanien aufgebrochen, um die Obödienzleistungen
der ehemaligen Anhänger Bendikts XIII. entgegenzunehmen. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 383; N. Jaspert, Das aragonesische Dilemma S. 133f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 283,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 283,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a508
Darnach1 am samßtag, der was an dem xviiij. tag des monatz February, do rait in der
hochwirdig herr, herr Jerga, ertzbischoff zuͦ Kyvionensis, usser dem land zuͦ wißen Rüßen zuͦ
Schmolemzgi2. Der hett under im xj bischoff und hielt och kriechischen globen. Daz land lit
vast under dem küngrich von Poland und hett etlich bischoff in dem hertzogtuͦmb ze
Littow und den mertail in Rüßen und in Kriechen. Und komend vil haiden mit im, uss
der Tartarye und uss der Turggie, die da habend des Machometen globen und viiij
pfaffen sins gelobens, all mit langen bärten undb ob dem mund kain bart und mit langem har und hattend blatten. Und warent in
bottschaft wiß kommen von vil lender und stetten, die nit unßern globen hielten.
Die stett und land hienach geschriben sind, dero gwalt und brieff sy hattend. Und
maint man, wär die reformacion für sich gangen3, syc wärind och cristan wordenc. Und rittend inn engegen all ir landslüt und der küng. Und rittend in daz hus
zuͦr Sunnen.
a) Gergo Pr; Jorg Wo; Jörg St2.b) und und A.c–c) sy – worden] sy hetten weg funden, das sy ouch cristan weren worden Pr; sy hettind weg funden, das sy ouch cristan waͤrind worden St1; sy hetten weg unnd sachen funden, das sy ouch vollenglich christan worden
wären WoSt2.
2Smolensk.
3Zu dieser konzilskritischen Haltung, die in K und G an dieser
Stelle fehlt, siehe C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 95–98; ders., Hinter tausend Wappen eine Welt S. 132f.; siehe auch c.
483.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a509
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1b Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a510
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 284,1b Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a511
An Sant Mathisa tag, do rait unßer herr der küng den Rin abhin, und maint gen Basel ze ritende
und da nit mer dann zehen tag ze sind. Und als er hinweg rait, waz im zegegen
gieng, dasb waiß ich nitb, er ward ye wendig und rait an dem andern tag gen Costentz, und leit sich da
nider und lag ettwe mengen tag. Und maint man, er hett daz gesücht1. Und also waz aber ain schwigen. Und sollichs was alles in der vasten. Und
komend fisch, grün und türrc, wie man sy dann [288] haben wolt. Do beschach nit vast vil nuws, dann
daz ain patriarch die pfaffend zuͦ Sant Steffan wichte.
a) Mathias WoSt2.b–b) das – nit] das was in im Pr; das wais ich nit, das behuͦeb er im selber WoSt2.c) grün und türr] grün, lebendig, gesalltzen unnd dürr WoSt2.d) folgt in der fasten am samstag, so man singt Sicientes Pr.e) folgt uff ain sambstag Sitientes Wo; folgt auff einen sambstag Sitientes St2.
1Gliederschmerz (Rheuma, Gicht). In Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 308 Z. 11f. heißt es an dieser Stelle: dann er hat ein gesücht an eim bein die überröte genant.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 285.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 285 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a512
Uffa mentag nach Letareb, daz ist ze mitfasten, daz was am sechßten tag im Mertzen, do hett der bapst uff
dem fronaltar messc. Und darnach gab er dem volk den segen uff dem ärgger, glich wie vor geschriben
ist. Und was so vil frömds volks uff dem obern hof, das erst by iiij mil wegs in
die statt kommen was zuͦ dem andern volk, daz man maint, es wär by anderthalb
tusend menschend, froͧwen und man und kind. Und nach dem segen, do muͦßt man all türen behüten, die
uff
den hof gand, dero vj sind, daz nieman ertrucket wurd noch getötete. Und wondert menglich, wa man so vil brott bachen möcht, daz yeglichem ain
halbes brott werden möcht, dann daz es gottes will wär1. Und nach dem do daz volk herab kam, do sandetf unßer hailger vatter der baͧpst den rosen unßerm herren dem küng by dem
margrafen von Brandemburg zuͦ den augustinern, da er dann siech lag2. Derselbig marggraͧff fuͦr[t] den rosen offenlichen in siner hand ab der pfaltz
biß zuͦ den augustinern. Und rittend mitg im all cardinäl, ertzbischoff und bischoff. Und vor inn all prusuner, fürsten,
ritter und knecht und all prelaten. Und prusunotend in widerstrit. Und do sy zuͦ
den augustinern komend, do hieß sich selbs unßer herr der küng herfür fuͦrenh und den rosen empfieng unßer herr der küng vast wirdiklich.
a) Uff mentag nach Letare] Am sunnentag Letare PrWo; Am sontag Letare K; Am sontag Laetare St2.b) sontag Letare K; sonntag Letare G.c) folgt und wicht da den rosen Pr; folgt unnd wicht da ouch den rosen WoSt2.d) anderthalb tusend] hundert tussend und fünffzig tussend Pr; hundert tusent und fünftzig tusent K; hundert tusend G; 80000 WoSt2.e) folgt und wertt der abgang wol anderthalb stund Pr; folgt unnd der abgang des volckhes ab dem obern hoff wert so lang als anderthalb
stund WoSt2.f) sanndt Wo; sandt St2.g) davor i rot ausgestr. A.h) herfür fuͦren] inn ainem sessell herfür tragen für die herren alle WoSt2.
1Vgl. Joh 6, 1–13.
26. März 1418. Vgl. zur Verleihung der Goldenen Rose auch cc.
106–107. Hierzu auch A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 160f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 286.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 286 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a513
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 286 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a514
In dem und unßer herra der küng zuͦ den augustinern [siechb] lag, daz tett er umm ruͦbc willen siner krankhait, dannocht hett er hoffd tzuͦ Peterßhusen, und begerott an den apt von Petershusen, daz er inn brennholtz
ließe hoͮwen [ze brennene] in sinen höltzern im Aichhorn und in Sant Gebhartz holtz1. Daz verseit er imf. Dazgh sant er sin Unger in sine höltzer, die huwend [289] holtz, es wär
imi lieb oder la[i]dg. Dazj das der apt sachk, do verkoft er daz uffstend holtz als, on die aichen abzehoͧwen, menglich, wer dann
wolt, ye ain juchart umm xvj guldinl. Desselben holtzes ich och ain juchart koft. Daz ließ unßer herr der küng guͦt
sin und tett dem verkoften holtz nit schaden. Do huwend sy allweg, als lang er
dann ze Costentz wasm.
a) herr herr A.b) so WoSt2.c) ruͦb] ruͦw PrK; ruͦw sines libs Wo; ruͦhe seines leibes St2.d) hoff] sinen hoff unnd sin hofgesind WoSt2.e) so WoSt2.f) Das versait im der apt WoSt2.g–g) Daz – la[i]d] Do sandt er sin Unger inn die hölltzer unnd hies sy mit gewallt höwen.
Dieselben Unger unnd die Pollachen, die fuͦrend inn die hölltzer unnd fuͦrent
darinnen widerstritz guͦts unnd args, was si dann wollten, es wär dem abt lieb
oder laid WoSt2.h) Daz] Do PrKWo; Da St2.i) im] dem apptt Pr.j) Daz] Do PrKWo; Da St2.k) folgt das er es nicht gewenden mocht, do fuͦr er zuͦ Wo; folgt daß er es nicht wenden mochte, da fuͦhr er zuͦ St2.l) folgt darunder und darob, als sy guͦtt was Pr; folgt darundter unnd darob, als sy danne guͦtt was WoSt2.m) folgt Unnd fuͦrten sin karren das inn sin kuchin, unnd warent so tugendhafft, das
sy anderen lütten hulffent laden unnd hoͤwen WoSt2.
1Nach O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 253 hatte der König im
Rahmen der sog. Regalien (Fodrum = Leistungen zum Unterhalt des königlichen
Hofes) das Recht, von einer dem Reich gehörigen Abtei freie Unterkunft und
damit auch Holz einzufordern. Vgl. Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) fol. 88v; M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 11; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 98; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 131; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 15; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 272f. Zum königlichen Recht auf
Holzlieferungen siehe auch C. Brühl, Fodrum, Gistum, Servitium regis 1 (1968) S. 283,
658.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 287.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 287 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a515
Do nun der ertzbischoff Kyvionensisa an der herbergb nider hett gelaßen, do hieß er im in dem huß ain altar beraiten, da er und sin
pfaffenc mess uff woltend haben1. Die mess und der alltar warend also, als ich Uͦlrich Richental selbs hab
gesehen und ain doctor in theoloyad, dem es der ertzbischoff erlopt hett ze sehen. Den batt ich, daz er mich mit
ime nem, daz tett och er. Und also beraitend sy den altar als unßer pfaffen. Und uff
dem alltar stuͦnd ain guldin crütz enmitten und uff ietweder siten ain guldin,
vierschrötes täfelin, als ob hailtumb darinn sölte ligen, und vier brinnend
kertzen uff vier silbrinen vergülten kertzstalen. Und satztendf ain silbrinen vergülten kelch och daruff, der wol als groß waz als unßer kelch
dry. Und leitend über den kelch ain dry eggoten steg, der waz silbrin und was
bogen, und uff den steg ain guͦt guldin tuͦch, daz waz als wyt und als brait als
ain halby eln. Derg kelch was ij mäßigg. Nebend den
kelch leitend sy ain vergülti batenh, die wol als groß waz, daz man wol ain versotten huͦn daruff geleit hett. Und
daruff och ain guldin tuͦch als da vor. Tzuͦ der rechten hand staltend sy zway
guldini empeli. Die warent ettwas hoch, aber minder dann unßer pfaffen empeli. Da
was in dem ainen win oder bier ald mett2, daz waiß ich nit aigentlich; esi was aber warmi, in dem andern wasser. Und nebend den altar uff den sitz in den bayen staltend
sy tzwo silbrin schüsslen, iegliche als groß, daz man ain gesotten huͦn wol darinn
[290] möcht gelegen sin. Und in ieglicher schüssel lag ain wißes brott,
daz ainer funst3 groß waz. Und lag under der schüssel ain wiße zwähelj mit gold gesprengt. Vor dem altar zuͦ der rechten siten was ain guldin tuͦch an
die mur gehenkt und daz ander lag an der erd. Und oben enbor ob dem altar lach och
ain guldin tuͦch, und vast hinden, da der ertzbischoff stuͦnd, och ain guldin
tuͦch, und uff dem tuͦch ain langer stuͦl, och bedekt mit ainem guldinen tuͦch.
Und obnen nebentzuͦ zuͦ der rechten hand und hinden waren och guldine tücher
gehenktk. Da knüwt und stuͦnd der ertzbischoff und sin caplan und zwen hertzogen von
Kriechen. Der hertzog uß Schmolentzgi, der hertzog uss roten Rüßen, und sust mere
dann iij hundert irs globenl. Do nun also diß berait ward, do nam der priester und leit ain überröck an. Und
daz rochvass nam er in sin hand, der evangelier och ain überröck undm letzgner leit och ain überröck an. Und der letzgner nam den wichkessel, und
giengend all dry für den alltar und knüwotend nider. Und machot ieglicher drü
crütz vor im. Daz was also: Er graiff mit drin fingern mit der rechten hand an die
stirnen und zoch die finger uff die brust herab und do uff die rechten und uff die
linggen achßlen. Und der crütz machtend sy gar vil in der mess.
a) Georgius Kivionensis WoSt2.b) folgt inn dem hus genant zuͦ der Sunnen zu Ulrichs Imholltz herberg Wo; folgt in dem hause genandt zuͦ der Sonnen in Ulrich Imholtz herberg St2.c) pfaffhait WoSt2.d) ain grosser maister von Paris, ain doctor in theologia WoSt2.e) mit im] inhin Wo; hinein St2.f) davor fach rot ausgestr. A.g–g) Der – mäßig] Und mochtt wol in den kelch sin gangen anderthalb mauss win Pr.h) patten Pr; paten WoSt2.i–i) es – warm] wol sach ich, das es warm was, wonn wenn man es ingos, do röch es Wo; wol sahe ich, daß es warm war, den wenn man es eingoß, so rauchet es St2.j) zwähel] zwaͧchel Pr; zwachel WoSt2.k) davor bedekt rot ausgestr. A.l) folgt als in der kamer Pr.m) davor de rot ausgestr. A.
1Richental bietet hier die älteste deutsche Beschreibung der
orthodoxen Liturgie; vgl. F. Kohlschein, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 29 (1987) S. 234–241 mit
neuhochdeutscher Übersetzung der Textstelle; R. C. Miron, Als man ain käß versuͦcht. Ulrich von Richentals Beschreibung einer orthodoxen Liturgie
auf dem Konzil von Konstanz, in: Orthodoxes Forum. Zeitschrift des Instituts
für Orthodoxe Theologie der Universität München 1 (1987) S. 60–70; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S.400; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 329f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47
Anm. 107; B. Schellewald, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 153f.
2Zur Frage, ob hier tatsächlich „Bier oder Met“ verwendet
wurde, vgl. F. Kohlschein, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 29 (1987) S. 240.
3Faust.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 288.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 288 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a516
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 288 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a517
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 288 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a518
Do nam der ewangeliera und sprangt gar vil en klainb uff den altar. Und namc den wadel von im derd letzgner, der truͦg den wadel und den sessele hinweg. Darnach do ging der priester zuͦ dem altar und kuchet daruff und rochet
daz allenthalben, und gieng mit dem roch hindersich zuͦ dem ertzbischoff und
rochet inn und alle die, so dann by im warent, und mich och, und hanckt den roch
zuͦ der linggen siten, und leit über das überröck ain alb1 an, und vornan von der hand untz an die elenbogen zwen kostlich guldin ermel,
angebunden mit sidinen schnüren, und ain umler2 und hankt daz har hinden heruß. Und darnach den messachel, der [291] was
glich als ain glogg von dem hals biß uff die füße. Wenn er die hend bruchen wolt,
so muͦßt er den messachel uff die arm nemen. Darnach giengen sy für den altar und
nament vor dem altar ain Venie. Daz was also: Sy leitend daz hopt uff ire hend,
und bucktend sich biß uff die erd. Darnach giengend sy über den altar. Und bott
der letzgner dem ewangelier die schüsslen mit dem brott. Do nam der ewangelier daz
ain brott und stach mit dem messer darin, als man ain käß versuͦcht. Und stach
daruß als groß als ain bon und gab es dem priester. Der leit es uff die batenf. Darnach stach er uss dem andern brott och ain stuk, daz waz als groß als zwo
bonen, und bot es och dem priester. Der leit es och uff die baten und dakt sy do
mit ainem guldin tuͦch. Darnach nam der ewangelier die zway ämpeli und goͧß die in
den kelch. Da roch daz ain, daz man wol markt, daz warmer win oder
wasser darinn was, und dakt den och. Und ging von dem altar zuͦ der rechten hand
und staltend die ruggen an die mur. Do kam ain schuͦler, der sang die letany in
irer sprach. Do antwortend im der ertzpriesterg, die pfaffen und die laygen: Ora pro nobis, och in irer sprach. Und sungend das
vast gemach. Darnach do fieng der ewangelier den Introit an ze singen. Da sungend
den Introit der ertzpriesterh und och die pfaffen und och die weltlichen irs geloben. Und für daz Kyrieleyso
sungend sy daz Ayosi zuͦ nün malen. Und darnach daz Gloria in excelsis. Do giengen sy wider über
altar, und laß der epistler die epistel und kert dem altar den ruggen. Nach der
epistel sungend sy ze nün maͧlen das Ayos, und darnach daz Alleluia. Darnach sang
der ewangelier daz ewangely. Darnach do sungend sy den Credo in unumj und aber dristund Alleluia. Darnach segnot der priester vast lang. Und darnach
sungend sy ain gesang als Sanctus. Do nun der priester solt unßern herren haben,
do nam der [292] letzgner ain brinnend kertzen und ging mit der kertzen
vor anhin. Darnach nam der ewangelier den kelch und truͦg im den nach, darnach der
priester die paten3, und ging also für die, die da ze messe [stuͦndenk] und knüwotend aldl nider. Und ging wider über altar. Darnach sungen sy aber all das Pater noster
und aber Ayos. Und nam der priester daz rochfass und rochet allenthalben über den
alltar. Und nam do darnach das großer stuk brott und zerbrach das in zway
[stucklym] und leit ains in den kelch. Daz ander wider uff die baten und segnott aber. Und
darnach nam der priester ain stuk ab der baten und gab daz dem ewangelier. Der nam
es in die linggen hand und beschloß die und leit sy uff den altar und leit daz
hopt uff die hand. Deßglichen tett der priester mit dem andern stuk. Darnach
außend sy es usser der hand. Do nam der ewangelier [ain löffeln] und halt den kelch und nam dero dritt mit dem löffel usser dem kelch und gabs dem priester. Der auss es uss dem
löffel. Darnach do namen sy den win und wasser mit dem löffel uss dem kelch und
trunkend daz usser dem löffel, daz sy den kelch nit uff huͦbend. In dem do
zerbrach der letzgner die zway brötli zuͦ klainen stüklin und brachtz dem
ertzbischoff. Und nach dem segen, do gab der ertzbischoff ieglichem layen, die
dann da stuͦndend, ain stüklin. Der nam es och in die linggen handp und tett als vor, und auß es usser der hand. Daz solt als vil [sin und beq]tüten als hie daz wichwasser.
Deror4 messen hett er vil ze Costentz, die wil und er da waz. Ich hab sollich messen
och vil anderswa gesehen, sy warend aber nit so kostlich noch als demütig als
dier.
[Derselb5 ertzbischoff gieng ouch alle tag, diewil er ze Costentz was, inn alle sessiones
unnd zuͦ dem concilio, unnd sunderlich zuͦ den Germanen6. Wenne die beiainander waren, so kham er ouch unnd hett albeg sin
tollmäschens by im, der im gesagen khund, was sy retten oder ze rätt wurden. Unnd der was mit
sunderhait ain suber ziligert man, doch was er etwas schwartz, unnd hett lang schwartz haar unnd ain lang
schwartz bart unnd ain michel platten. Unnd waren all sin pfaffen unnd die
gaistlichen diener ouch allso, unnd hatten schwartz gewand an nacheu als die benedictiner].
a) folgt den wichwadel Wo; folgt den weichwadel St2.b) folgt wichwasser K.c) gab PrWoSt2.d) dem PrWoSt2.e) sessel] kessel PrKWoSt2.f) paten PrWoSt2.g) ertzbischoff WoSt2.h) ertzbischoff WoSt2.i) Aigyos Pr.j) folgt Deum WoSt2.k) so PrK.l) wohl als all zu lesen A; all Pr.m) stuckly Wo; stück St2.n) so PrKWoSt2.o) das WoSt2.p) folgt unnd lait das houpt daruff WoSt2.q) so Pr.r–r) Dero messen – demütig als die] Diß meß unnd dis ampt [bezieht sich auf das voranstehende c. 289] hett der ertzbischoff unnd sin capplan allso herrlich zuͦ hochzitlichen
tagen, unnd was dis ampt am sunnenthag inn der vasten, als man singet inn der
hailligen kilchen Judica, unnd darnach am menthag, am zinßthag, so privat
schlecht [unklar Wo; korr. St2] messen waren, so hatten sy ouch schlecht mes, allso das in nument dient ain
schuͦeler, aber doch hatten si albeg dis ordnung unnd dis gepärd. Dero messen
hett er viel ze Costentz, diewil er zuͦ Costentz belaib. Unnd ich erwarb an im,
das man mich zuͦ den messen lies gän inhin, wenn ich wolt. Der messen hab ich
die viel gehört, aber sy waren nienan als denmüttiglich unnd als khostlich mit
aller gezierd WoSt2.s) dolmetscher St2.t) suber ziliger] unklar Wo; korr. St2.u) unklar WoSt2.
1Alba (weißes Chorhemd der Geistlichen).
2Humerale (Schultertuch des Priesters).
3Oblatentellerchen.
4Der nachfolgende Absatz, in dem sich der Erzähler in der
ersten Person Singular zu Wort meldet und der in Wo fol. 144v und St2 fol. 305v sehr viel ausführlicher gestaltet ist, fehlt in K und W.
5Das Kapitel findet sich als singulärer Zusatz in Wo und
St2 im Anschluss an das c. 289 und dessen Weiterung; es zeigt,
wenn die Information authentisch ist, dass Grigorij Camblak offenbar intensiv
am Konzil, dessen Sessionen und Beratungen teilgenommen hat.
6Gemeint ist die nacio Germanica.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a519
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a520
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a521
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a522
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a523
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 289 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a524
An dem balmtag hatt unßer hailger vatter der baͧpst mess und wicht die balmen zuͦ
dem thuͦmb ze Costentz. Und zwüschen der zehenden und der ailften stunden gab
era den segen uff dem obern hof uff dem ärgger, als dann da vor benempt ist. Und was
[293] mer volks uff dem obern hoff dann ze mittvasten. Und das volk
samnot sich vor primzit uff dem hoff. Und zuͦ der selben zit waz es als eng uff
dem obern hoff, daz die thuͦmbherren die balmen nit schüßen kondend [und muͦstentz
laussenb].
a) folgt dem volckh WoSt2.b) und muͦstentz laussen Pr; und muͦstends under wegen laussen K; unnd muͦesten das den tag under wegen lassen WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 290,1.
Uff den mentag ward ain klaine session und ward ettwas reformiert, und lut man
nit mer dann ain maͧl die großen gloggen. Und wurdent ze raͧtt, das sy daz hailig
zit söltind firen und kain session haben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 290,2.
An dem großen dornstag, do beklaita unßer hailger vatter der bapst Martinus quintus xij alt armb man in intel wiße klaid, wiß rök und kappen und wiß schuͦch und gürtel och wiß,
glich wie die wißen münch gond. Darnach in der sibenden stuͦnd, do kam er in sinem
bäpstlichen habit mit siner kostlichen infel, nit als man inn krönt. Das was in der
sibenden stund nach mitternacht, do ging er in den ärgger, der dik benempt ist,
der waz kostlicher beclaidet dann vor ye. Und warend da in dem ärgger angelait all
cardinäl glich als bischoff mit wißen infelen. Und stuͦnd unßer herr der küng by
inn und beruͦft da all haiden, kätzer und scismaticos1, daz sind die, die kriechischen globen haltend, all Juden, all Machmeti, Petrum
de Luna, all die, so dem stuͦl nit gehorsam sind, und dem stuͦl ze Rom üntz
abbrechend, all felscher der bullen von Rom und anderswa, alle die, so die müntz
felschend und die selbigen schwechrend, und die bößen müntz ze land bringend, alle
die, so an den stuͦl ze Rom nit gelobend und sin gebott nit haltendc, all beghart und beginen, die ir selbs ordnung wöllen halten, alle die, so sinen
gerichten und gebotten nit gnuͦg tuͦnd oder rätt und gunst darzuͦ tuͦnd, und tett
sy da all in ewigen und verflüchten bann. Und mit siner aigen hand warff er über
sy brinnend kertzen, ie aine, da aine ain lib. wag wächßi. Daz tett er zuͦ xj
malen. Darnach batt er über den stuͦl ze Rom [294] und über all stät, die
dem stuͦl ze Rom gehorsam wärind, und über all cristenlüt, die den globen recht
hieltindd, und über die stett, so dem stuͦl zuͦgehörend, über unßern herren den küng und
über daz hailig römsch rich und des römschen richs stett. Darnach laß der cardinal
de Flischgo die schuld der sünd. Und darnach absolviert unßer hailger vatter der
baͧpst alle die, so mit rüw und andacht by dem ampt zegegen warend, und gab da dem
volk den segen. Und darnach gab unßer hailger vatter dem volk den segen.
Dannochte hatt der selb bapst daz ampt zuͦ dem thuͦmb. Von vili und mengi der lüt so muͦßt
man die sünder in infüren zuͦ Sant Steffan. Das tett aber der selbig patriarch,
und wichet da die hailikait.
a) folgt des ersten Pr.b) erber Wo; erbahre St2.c) folgt als die sind Hussiten Wincklefysten Pr; folgt alle, die da sind des glouben Wycleffiten unnd Hussiten WoSt2.d) folgt under irm pfarrer Pr.e) Dannocht] Darnach PrKWoSt2.
1Gemeint ist wohl die Bulle von Papst Martin V. „Inter cunctas“
gegen die Ketzer und Schismatiker vom 22. Februar 1418. Vgl. Aegidius Tschudis
Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7,
8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 300f. mit Anm. 205; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 1518–1531.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 291,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 291,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a525
Nach dem imbiß zwüschen zwayen und den dryen, do ruͦft man durch die statt, wer
den segen wölt nemen, der sölt kommen umb die vierden stund uff den obern hoff. Da
wölt der baͧpst den segen geben, und wölt das an dem stillen fritag och tuͦn nach
dem ampt und am osteraubend och nach dem ampt. Und nach der vierden stund, do gab
er den segen, und was der hof glich voll volks. Und gab aber aplas siben jar
tötlicher sünd und vij karrenen allen, die da zegegen waren, die gebichtet hettind
und gerüwet ir sünd. Und die des segens begertind, die söltind inn och haben.
Darnach außend ze aubend die cardinäl mit im, wann sy all nüchtern warend, und der
küng. Nach dem maͧl hett er daz ampta mit großer demuͦt und wuͦsch inn allen die füß [gar vast demüttiglich unnd mit
grossem ernst unnd mit gemachem gesang unnd wuͦsch unserm herrn dem künig ouch
sine füß unnd den fürsten allenb].
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 291,2.
An dem stillen fritag hett der cardinal Ostiensis das ampt zuͦ dem thuͦmba. Und was daby der bapst, der küng und all prelaten, als dick da vor benempt ist.
Und nach dem ampt gab der baͧpst denb segen. Und darnach zuͦ der fünften stund als vil aplas als vor. Do hett der dick
genempt patriarch das ampt zuͦ Sant Steffan. Und was ain demüteklichs ding den
selben tag allent[295]halben, als ob kain mensch tze Costentz wär.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 292,1.
An dem hailgen aubent ze ostran, do was unßer hailger vatter baͧpst Martinus by
dem ampt, und wihet der cardinal Ostiensis den ostertouff, daz für und die
kertzen. Und nach dem ampt gab er aber den segen, und ze aubend tzuͦ der fünften
stund och. Do hett daz ampta der dik genant patriarch und wihet och also und darnach pfaffen.
a) folgt zuͦ Santt Steffan PrKWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 292,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 292,3.
Uff den selben tag zoch in gen Costentz der edel fürst Bertrandusa von Kamerin ußer Italia in Lamparten mit lij pfärden. Und zoch man vor im vj
große verdakti wiße pfärdb. Und waz usser der marchc Anchochinad. Und rait uff den obern hof für die pfaltz für den baͧpst. Do hieß er inn zuͦ im
kommen. Do schankt er dem baͧpst die sechse ross und rait do in Aulbrecht Kilchherren huß uff den Blatten.
a) Betrardus WoSt2.b) ross Pr; roß WoSt2.c) march] marck PrK.d) Anthiochia Wo; Antiochia St2.e) folgt wüssen Wo; weißen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 293,1.
a) dem ampt] der mess PrK; der meß Wo; der meße St2.b) da] folgt das kaͤcktt und Pr; folgt das käckt und K; folgt den erbern lütten das gehackht unnd die WoSt2.
1Speisensegnungen – hier der sog. Osterfladen – sind integraler
Bestandteil des christlichen Osterfestes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 293,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 293,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a526
An dem mentag in der osterwochen zwüschen aim und zwayen nach ymbiß, do rittend
in gen Costentz der von Fenedi1 bottschaft, iiij alt herren. Und rittend inn engegen all wälsch herrena, gaistlich und weltlich. Und zoch man vor inn ain verdackten spißwagen und xviij
mul mit waͧtseken. Und waz iro nam der herren: Maurinusb de Carewello, Franciscus Michkachelc, Anthonius Concerenisd, Franciscus de Frischanie.
a) folgt us Italia Wo; folgt aus Italia St2.b) Martinus WoSt2.c) Michkachel] Michahel PrK; Michaelis WoSt2.d) Conterenis Pr; Conterietis Wo; Contertetis St2.e) Frischani] Fuschgani PrK; Fuschani Wo; Tuschani St2.
1Venedig.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 293,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 293,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a527
1Zu diesem päpstlichen Zeremoniell, der Segnung des sog. Agnus Dei (aus Wachsmasse geformte Lämmer in der Osterzeit) vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 310 Z. 29; B. Schimmelpfennig, Die Organisation der päpstlichen Kapelle in Avignon, in:
QFIAB 50 (1971) S. 89, 104; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 223.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 294,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 294,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a528
Desselben tags ze vesperzit, do rittend von Costentz zwen cardinäl, der ain
Ostiensis, vicecancellarius, der ander Sancti Marce1, in bottschaft gen Pariß und da dannen in Engelland. Und soltend zwüschen den
küngen frid machen, wann sy großen stechigen krieg2 mitainander hattenda. Und all ander cardinal gabend inn gelait und rittend des ersten uff den hoff
und namend von dem baͧpst urlob und och von dem küng.
a) folgt oder in ain richtung bringen PrWoSt2.
1Guillaume Fillastre d. Ä., Kardinalpriester von S. Marco.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 294,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 294,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a529
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 294,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a530
Am nünden tag in dem Aprellen, der was uff ainen samßtag, do machet unßer herr
der küng und ander fürsten und herren ain ee und ain hochzit: Als marggraͧff
Fridrich von Brandemburg, burggraͧff ze Nürenberg, gab da sin tochter hertzog
Ludwigen von Brig, hertzog in der Schleßi. Daz beschach in dem Hohen huß an dem
fischmarckt ze Costentza.
a) folgt darinn was Hainrich von Tettikhoffen, burger ze Costentz WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 295,1.
Uff zinstag am xij. tag im Abrellen, do wurdent verbrennt maister Dominicus de
Laude1 bücher uff dem obern hof, die er gemacht hett. Und maint man, sy wärint uff des
Hussen ler genaigt. Und widerruffta och da der selb maister [Dominicusb] und noch ainrc sinr kätzery, die sy gehalten hettind, und schwuͦrend die fürohin niemer mer ze
halten.
1Gemeint ist eventuell der Augustiner-Eremit Nicole Serrurier
aus der Diözese Lüttich. Von einem Häresieprozess gegen einen Dominicus de
Laude (eventuell Lodi) und eine weitere nicht genannte Person, die Hus-Anhänger
gewesen sein sollen, ist nichts bekannt. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 311 mit Anm. 211; Th. Werner, Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittelalter
(2007) S. 341f., 459, 581.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 295,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 295,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a531
Am dornstag an dem xv. tag im Abrellen, do kam unßer herr der küng gen Merspurg,
und was in der festi1. Und kam zuͦ im hertzog Fridrich von Österrich und zoch in der thuͦmbherren hof
ze Merspurg. Und ward zwüschen inn zwain ain täding angefangen, und ward gemainer
lünd, sy wärind mit ain ander gericht2. Das bestuͦnd biß an samßtag. Do rait unßer herr der küng von Merßpurg gen
Costentz, [297] und sait man da offenlich, es wär zerschlagen. Wol rittend
iro vier hertzogg Fridrichs rät dem küng nach gen Costentz und tädingotend
da.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 296.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 296 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a532
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 296 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a533
Darnach am zinstag am xviiij. tag im Abrellema, do ward ain gantze session. In der session ward da declariert, wahin daz nächst
concilium sölt gelait werden. Und ward gelait in Lombardyb in die statt Pavie1. Und ward och gesprochen, daz daz concilium noch sölt stan und beliben ze
Costentz ain gantzen monot. Und sölt daz nächst concilium gehalten werden in fünff
den nächsten jaren, und darnach ewiklichen am zehenden jar solt man haben und
halten an den stetten, wahin es dann gelait wurde, in welhen landen daz istc.
a) Aberellen Pr; Aprillis WoSt2.b) in Lombardy] in Ytaliam in Lompardiam Pr; inn Italiam inn Lamparten Wo; in Italia in Lombarden St2.c) folgt Doch allso, das es von ainer nation, von der andern zuͦ der andern, inn 10
jaren umbgang unnd nit albeg inn ainer nation belib Wo; folgt Doch also, daß es von einer nation, von der andern [von der andern nachträgl. ausgestr.] zuͦ der andern in 10 jaren umgieng und nicht alleweg in einer nation
bleib St2.
1In der 44. Konzilssitzung, am 19. April 1418, wurde im Rekurs
auf das Dekret „Frequens“ vom 9. Oktober 1417 der Tagungsort für das in fünf
Jahren fällige Nachfolgekonzil auf Pavia (1423/1424) im Herzogtum Mailand
festgelegt. Hierzu Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 313; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 1195f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 232, 256; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 363; Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. 104–108; J. Miethke / L. Weinrich (Hg.), Quellen zur Kirchenreform im Zeitalter der grossen
Konzilien des 15. Jahrhunderts. Erster Teil: Die Konzilien von Pisa (1409) und
Konstanz (1414–1418) (1995) S. 44f., 484–486; J. Helmrath, Locus concilii S. 615f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 410; ders., Das Konzil von Pavia-Siena 1423–1424 (2002) S. 1–3, 105f.;
J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 450; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 180–185; vgl. auch c. 239 in
K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 297.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 297 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a534
Uff fritag ana Sant Jörgen aubendb ward aber ain session. In der selben session gab urlob unßer hailger vatter
baͧpst Martinus allen denen, die von des conciliums wegen ze Costentz warend1, und gab inn den segen von pen und von schuld2. Und darnach gab er dem volk den segen uff dem obern hoff. Und stuͦnd unßer herr
der küng beklait nebend im als ain ewangelier und mit sinr kaißerlichenc kron3, und hatt den öpfeld in der hand. Und huͦb man ain bloß schwert vor im und verkündet der cardinal de
Comitibus dem volk den segen in latin, vij jar tötlicher sünd und vij carren, und
darnach maister Petere in tütsch und erlopt menglichem haim ze faren.
a) nach WoSt2.b) Sant Jörgen aubend] Sant Jergen aubend Pr; Sant Jergen tag St1; St. Jorgen abend Wo; St. Jörgen abend St2.c) künglichen St1.d) apfel K; guldin apffel St1.e) folgt usser Polland, der hett ain gross, lutt, starckh stimm unnd khunt den applas WoSt2.
1Der Papst gibt den Synodalen offiziell die Erlaubnis, das
Konzil zu verlassen, was bedeutet, dass sie, auch wenn es in Konstanz anders
als in Basel das System der förmlichen Inkorporation ins Konzil als
Gesamtkörperschaft durch Eid und Eintrag in ein matrikelähnliches Register noch
nicht gab, zum Bleiben verpflichtet waren. Vgl. die Beschlüsse der dritten und
letzten Konzilssitzung vom 26. März 1415 und 22. April 1418 in: J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 407, 450. Grundsätzlich J. Helmrath, Das Basler Konzil 1431–1449. Forschungsstand und Probleme
(1987) S. 21f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 216, 220; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 208f.; ders., Wohnraumbewirtschaftung S. 118 Anm. 37; H.-J. Gilomen, Bürokratie und Korporation am Basler Konzil. Strukturelle
und prosopographische Aspekte, in: H. Müller / J. Helmrath (Hg.), Die Konzilien von Pisa S. 222; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 24; ders. / S. Strupp, Die Franzosen, Frankreich und das Konstanzer Konzil S.
259.
2Am 22. April 1418 spendete Martin V. den Teilnehmern des
Konzils einen vollkommenen Ablass (absolutio plenaria omnium peccatorum), der
nicht nur die Vergebung aller Sünden, sondern auch einen vollkommenen Nachlass
der Kirchenbußen einschloss. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 315 mit Anm. 217; K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 221f., Nr. 8635; U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof von Konstanz, und
sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88 (1968) S. 223
mit Anm. 29; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 174 mit Anm. 469 auf
S. 260; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 275; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 450f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 298,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 298,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a535
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 298,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a536
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 298,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a537
Er gab och aplas denen, die von des conciliums wegen do ze Costentz warend und
die da gewesen warend, gaistlichen und weltlichen, herren und prelaten, und sust
allen, in was stat sy warend, und allen iren dienerna für pen und für schuld in disem leben und in tods nöten. Und allso, daz
ieglicher vasten sölt all fritag ain gantz jar, ob er lept mit sin selbs lib, und
darnach all fritag, ob er es getuͦn möcht. Möcht er es [298] aber nit
getuͦnb, doc sölt er ain armen menschen [zuͦ tischd] setzen, ob ere sinf statt hett, oder ainen pfenning durch gottes willen geben nach sins bichters
rat; der solt die selben gnad haben und alle, die ze Costentz iemer geboren
werdent und daz also tuͦnd, die söllen och die gnad haben.
a) folgt applaus Pr; folgt sy warend rich oder arm applas WoSt2.b) folgt von khranckhait oder von ander sach wegen, die redlich haist unnd dem mensch
zuͦfallent WoSt2.c) do] so PrSt1Wo.d) so Wo.e) davor es ausgestr. A.f) sin] es Wo.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 298,2.
a) folgt ob Costentz gelegen WoSt2.
1Am 25. und 26. April 1418 schlossen König Sigmund und Herzog
Friedrich IV. von Österreich in Münsterlingen einen Vorfrieden, den sog.
Münsterlinger Vertrag.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 299,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 299,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a538
Darnach an den letzstena tag im Abrellen, der was an ainem fritag, do starb graff Gunther von
Schwartzburg uff dem Bodemsee zwüschend der Maynoͧw und Costentz, wann er lag siech
in der Maynoͧw und wolt sich laßen fuͦren gen Costentz. Und leitb man inn zuͦ den augustinern ze Costentz in den chor, und hatt man im ain vast
kostlich opfer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 299,2.
Uff den selben tag, als uff den jungsten tag im Abrellen, do schluͦg unßer
hailger vatter der bapst Martinus quintus brief an all kirchtüren: Wär sach, daz
ieman da wäre, der in sinen hof hortti oder sust ze Costentz frömd wär, der iemand
sölte gelten oder suß mit dem andern ze schaffend hett, der sölte es in acht tagen
[den nächsten bezalen oder abera] mit dem rechten ußtragen, dem wölt man guͦtb rechtc bestatten, und menglich solt sinen wirt bezalen und sußt menglichd, wem er gelten sölt, umb daz sin hinfart nit geiert wurd.
a) so WoSt2.b) guͦt recht bestatten] guͦtt gerichtt gestatten PrWoSt2.c) gerichtt Pr; gerecht K; gericht GWo.d) menglich] all burger ze Costentz Pr; alle bürger ze Costentz WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 300,1.
Uff dornstag vor ingendem Mayen, do fuͦr unßer herr der küng gen Zuͤrich1. Was im da begegnot, [das wais ich nita] oder widerfuͦr. Er kam am fritag ze nacht gen Zürich und belaib da die nacht,
mornends fruͦ rait er wider gen Costentzb und kam zuͦ dem nachtmal. Und rait so [299] bald und so behend, das vil
ross zeräch wurdent und sturbend iro ächti2.
1Die Reise hatte den Zweck, die Eidgenossen zur Herausgabe des
1415 eroberten Aargaus zu bewegen. Vgl. W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 3124, 3124a; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 257; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 98 mit Anm. 50 auf S. 136.
2Vgl. zu dieser Textstelle, die Wo mit einem Ich-Erzähler
versieht, sowie zu der königlichen Reise nach Zürich O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 257; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 352.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 300,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 300,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a539
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 300,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a540
An dem selben tag kam wider gen Costentz hertzog Fridrich von Österrich und
tädinget da mit unßerm herren dem küng. Er blaib aber nit lang ze Costentz und
ging noch rait nit vil ußa.
a) folgt sunder er belaib inn der herberg WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 300,3.
An dem vierden tag im Mayen, do schluͦg unßer hailger vatter der baͧpst brief an
all kirchentüren ze Costentz, wie das er von Costentz wölt ziehen. Und gebott, es
wär, wär der wär, der mit im ziehen wölt, der sölt in xv tagen berait sin1. So wölt er von Costentz schaiden und woltend ziehen in Saphoyer land, in ain
statt haißet Jenff2. Da wölt er sinen hoff uff tuͦn.
1Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 487 mit Anm. 18 und 19.
2Genf.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a541
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a542
a) folgt do WG.
1Christi Himmelfahrt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a543
Uff fritag am sechßten tag im Mayen, do sait man ze Costentz offenlich, wie unßer
herr der küng und hertzog Fridrich von Österrich mit ainander verricht und in ain
bracht wärind. Wie aber die richtung beschehen sy, daz kond nieman dem andern
sagen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 301,3.
Uff sontag vor pfingsten am achtenden tag im Mayen zwüschen ailfen und zwölfen,
do empfieng hertzog Fridrich von Österrich sine lehen an dem obern markt1. Und sassa unßer herr der küng uff sinem stuͦl under ainem blaͧwen zandotb mit gold gesprenget. Und sölliche tuͦch hinder im und nebend im. Und hatt an ain
intal guldin rock mit ainer guldinen korkappen und sin kayßerlich kron uff sinem
hopt2. Und huͦb im marggraͧff Fridrich von Brandemburg daz zepter, och [300]
in guldinem gewand als ain letzgner, und hertzog Ludwig von Brig huͦb das bloß
schwertt uff sinem hopt. Und warend da an dem markt und an Sant Pauls gassen
uffhin und in den hüsern ob lxxx tusendc menschen. Und huͦbend da an dem markt, an Rindgassend und an Sant Pauls gassen3, obe xv hundert pfärd.
a) davor stuͦnd uns rot ausgestr. A.b) zandot] zendat PrGWoSt2; tuͦch K.c) fünfftzig tusend G.d) Ringgassen PrK.e) davor l rot ausgestr. A.
1Nachdem die Verhandlungen am 14. April 1418 in Meersburg
begonnen hatten und in Münsterlingen am 25. April 1418 weitergeführt wurden,
wurde der Konflikt zwischen Friedrich IV. von Österreich und König Sigmund am
6. Mai 1418 beigelegt. Nach der Lossprechung vom Kirchenbann erfolgte am 8. Mai
1418 die feierliche Belehnung des Herzogs. Vgl. J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 213f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 256; S. Weiß, Herzog Friedrich IV. auf dem Konstanzer Konzil, in: Tiroler
Heimat 57 (1993) S. 37f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 131–134; P. Niederhäuser, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 300; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 44.
2Vgl. c. 298,1. Obwohl Sigmund erst 1433 zum Kaiser gekrönt wurde, hatte man
ihn zur Konzilszeit bereits allenthalben als Imperator angesprochen. Das
Datierungsargument von M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 4f., dass
„Sigmund in A niemals kaiser, sondern stets könig genannt wird“, ist im Blick
auf die cc. 298,1 und 302 mithin zu relativieren, wohingegen die cc. 119,2 und
319 (Varianten K) sein Argument stützen. M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 73, 76 und 78
wiederholt ungeprüft die Ansicht von M. R. Buck. Siehe aber O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 26; S. Weinfurter, Zum Gestaltungsprinzip der Chronik des Ulrich Richental S.
530 Anm. 75; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 181.
3St. Paulsgasse (heute Hussenstraße) und Ringgasse (heute
Paradiesstraße).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 302.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 302 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a544
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 302 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a545
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 302 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a546
Darnach am zinstag, am zehenden tag im Mayen, do gab unßer hailger vatter der
baͧpst denen von Costentz ir fryhait und och bullen, und sonder die bull von
schuld und pin, ainest in dem leben und ainest in dem todbett. Und hieß daruff
laudes lüten. Und ward ze aubend gelüt nach dem maͧl dristund uff ain ander mit
allen gloggen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 303,1.
a–a) und kost – bringen] unnd khost innzekhouffen unnd söllich sachen, wonn er muͦtt het,
etwa lang
ze Basell ze belieben WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 303,2.
An dem selben tag ruͦft man durch die statt, daz allermenglich mornends firen
sölt ana der mittwochen, biß daz das crütz wider haim kem, wann die von Costentz woltend
begon Sant Pelayenb crützgang1, [den sy järlich tuͦnd S[ant] Pelagien in siner ehre, das er umb Gott erwurb
guͦtt wetterc], mit ir pfaffhait. Das beschach och. Aber es gieng och mit dem crütz der
patriarch und vil ander frömder bischoff und prelaten.
1Prozession zu Ehren des Hl. Pelagius (28.8.), neben dem Hl.
Konrad (26.11.) Stadt- und Bistumspatron von Konstanz, am 10. Mai 1418.
Kolorierte Abbildungen der beiden Heiligen finden sich fol. 2v in der Richental-Handschrift E. Zu diesem letzten großen
sakralen Akt vor der Abreise des Papstes vgl. H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 158f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 303,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 303,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a547
Mornends fruͦ an der mittwochen, do schluͦg unßer hailger vatter der bapst alle
gericht uff, biß für daz hochzit. Und lut man frü dristund laudes. Darnach zuͦ der
achtenden stund ging man mit dem crütz von dem thuͦmb ze Costentz gen Crützlingen,
und was der aller schönest crützgang, der von der pfaffhait ze Costentz ye
beschach. Da mit giengend die dry örden in priesterlichem gewand mit allem irem
hailtuͦmb. Dero was hundert und lxxxxiiija, xxxxijb underpriester, dry und drißig thuͦmbherren [301] von dem thuͦmb, von
Sant Steffan und von Sant Johann, min herrc der apt von Peterßhusen mit sinen münchend, dero waren xiij, damit giengen der zunftkertzen. Und wond menglich, man wölt
haben den segen haben geben. Es beschach aber nit.
a) hundertt und vier Pr; 244 WoSt2.b) 64 WoSt2.c) min herr fehlt WoSt2.d) folgt mitt sinem lütpriester unde capplaͧn Pr; folgt mit sinem lütpriester und capplon K; folgt mit sim lütpriester unnd capplan Wo; folgt mit seinem lüttpriester und capellan St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 304.
In1 der wochen vor dem pfingstag, do tetta unßer herr der küng anschlegb mit den von Costentz, da sy sölich weg erdächtind, daz sin diener, die zuͦ sinem
hoff gehortend, möchtind von Costentz varen, und daz die geltschuld uff inn
geschriben und gerechnott wurd, die sin diener den burgern ze Costentz schuldig
warend. So wölt er daz verpfenden mit guldinen und silbrinen pfanden, daran sy
habind wärind, das ze bezalind uff Sant Michels tag. Das verseitend im die rät und
antwortend siner künglichen gnad: Im wär doch das wol ze wissen, das er dik
gesprochen hett, das man niemand hinweg sölte laßen varen, er hett dannc bezalt2. Und tätind sy das darüber, so möcht inn wol kumber uff ston. Do das unßer herr
der küng markt, do hieß er im ain gantz gemaind ze Costentz berüfen uff das kouffhuß.
Und do die dar kam, do stuͦnd er embor, und erzalt da die
erd, die er sonder denen von Costentz getaͧn hett, das er daz concilium gen Costentz
geleit hett, und unß füro darinn angesehen hett, dann suss kain sin statt. Darnach
ruͦmpt er die von Costentz vor gantzer gmaind, wie daz sy sich in dem concilium so
erlich und so fromklich gehalten hettind, und och daz menglich von inn saiti, und
batt sy do, daz sy im und sinen dienern den tag nit versaitind. Do wurdent sy all
daruff genaigt, wenn er wölt pfand hinder sy bringen, daze die zwirend als guͦt söltind sine; daz och beschach. Do leit er hinder die von Costentz die tücher3, die noch da ligend und villicht niemer gelößet werdent.
a) tett] traib Pr.b) anschleg] ettlichen hand Pr.c) folgt vor WoSt2.d) er] ere Pr; ehre WoSt2.e–e) daz – sin] die besser waͤrend dann zwürend so vil Pr.
1Die Konstanzer und in ihrem Gefolge die Wiener, Wolfenbütteler
und zweite Stuttgarter Handschrift geben den Sachverhalt, der die Stadt
unmittelbar betraf, sehr viel ausführlicher und eindeutiger wieder, während E
die cc. 305 und 306 auslässt. In den offizielleren Handschriften K und W ist
sogar von einer list des Königs die Rede, der die Konstanzer Bürger hindergangen hett. Die Wolfenbütteler Handschrift betont fol. 153r, dass der König wiser dann ain gantzer rat zuͦ Costentz gewesen sei, als er wegen der Bezahlung der Schulden zu einer
List griff.
3Zu den unveräußerlichen Pfandschaften, die König Sigmund in
Konstanz hinterlegte, siehe auch die Zusätze, die sich in I und Z1 nach c. 318 in der G-Version finden sowie Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) foll. 89v–90v. Vgl. J. Marmor, Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 147–156; M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 4; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 122; J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 42; B. Kirchgässner, Das Steuerwesen der Reichsstadt Konstanz 1418–1460 (1960) S.
118, 209; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 259; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 32; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 330f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 98; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 40; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 275f., 487f.; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 216; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 136; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 144f. mit Anm. 165; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 214f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 305.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 305 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a548
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 305 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a549
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 305 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a550
Do hieß man mach[ena] zway bücher. Da solt inn haben das ain die erber tochter Ann Bidermennib, Hugen Bidermanns tochter, das [302] ander solt inne haben Bentz
Keller1. Darin ward verschriben alle die schuldc, so ieglicher diener, der zuͦ dem hof hort, schuldig ieglichem ward ze Costentz.
Der buͤcher unßer her der küng nam abgeschrift und gab darüber ainen besigelten
brief, die schuld ze bezalen darnach uff die nächsten pfingsten mit vil gülten,
die da nach dem solten laisten, wenn sy gemannt wurden. Daz zil ging uß und
solliche schuld ward nit zalt. Und darnach manntend sy die gülten by den aiden, so
sy geschworen hattend, daz sy soltend laisten. Daz wolt kainer tuͦn. Also sind die
von Costentz überfürtd worden2. Dann sy die pfand nit konden angrifen, dann waͧpen mit gold daruff gemacht
waren, darumb sy nieman wolt koufen.
a) so PrK.b) Bidermaͤni Pr; Bydermennin Wo; Biedermännin St2.c) schuld] gelttschulden Pr.d) übergefuͤtt Pr.
1Zu diesem zweifachen Schuldverzeichnis und der finanziellen
Situation der Stadt nach dem Konzil B. Kirchgässner, Das Steuerwesen der Reichsstadt Konstanz 1418–1460 (1960) S.
209 mit Anm. 106 auf S. 250; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 215; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als Privilegienbörse S. 73.
2Zu den in diesem Zusammenhang hervortretenden demagogischen
Fähigkeiten König Sigmunds vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 338, 351f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 306.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 306 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a551
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 306 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a552
An dem hailgen tag ze pfingsten, der waz an dem xv. tag im Mayen, do hett unßer
hailger vatter baͧpst Martinus das ffronampt zuͦ dem thuͦmb ze Costentz. Und nach
dem ampt, do gab er aber dem volk den segen uff dem obern hof1 mit dem vorgenannten aplas2. Und was als vil volk uff dem hof, als vor ie was. Und was in dem münster und
uff dem undern hofa und vornan by dem hofbrunnen ob vj tusend menschen, die vor getrang und enge uff
den obern hof nit kommen mochten. Und nam menglich wonder, daz nieman ertruktb ward.
a) undern hof] rot korr. aus obern hof A; undern hoff PrKWoSt2.b) ertrukt] ertrungen PrK; ertrett Wo; ertreten St2.
1Im Bild dargestellt pag. 310–311.
2Bezieht sich auf c. 298,1, wo davon die Rede ist, dass Martin
V. den Teilnehmern des Konzils einen vollkommenen Ablass spendet, der nun, am
15. Mai 1418, auch auf die Bürger der Stadt sowie auf die Konzilsgäste
ausgeweitet wird. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 174 mit Anm. 470 auf
S. 260.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 307.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 307 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a553
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 307 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a554
Mornends an dem mentag uff den xvj. tag in dem Mayen anno Dni. MCCCCXVIII
zwischen siben und ächten an dem morgen, do zoch unßer hailger vatter bapst
Martinus der fünft von Costentz und rait gen Gottlieben1. Und sass da ab und ging in ain schiff und fuͦr gen Schauffhusen. Und was der
ußzug also. Des ersten zoch man vor im hin xij verdaktia ross mit rotem tuͦch. Darnach fuͦrt man nach den rossen vier huͤt, als die
cardinäl habend, so sy ritend. Die selben warend och rot mit langen roten vasen.
Die hüt fuͦrt [303] man hoch enbor uff steken. Diß dienstlüt von unßern
landen: Der ain herr Frischhanns von Bodmen, herr Hanns Conrat von Bodmen, herr
Marquart von Schellenberg, ritter, undb Caspar von Clingenberg2. Darnach fuͦrt ain priester, angelait, ain guldin crütz vor im. Und darnach
rittend xij cardinäl, und fuͦrt aber vor inn nach den cardinälen maister Johannes
de Susaco3, doctor theoloye und utriusque juris, aber ain guldin crütz. Darnach fuͦrt man
vor im ain wiß ross mit ainem roten tuͦch verdackt. Daruff was daz hailig
sacrament. Und uff dem ross stuͦndent vil brinnender kertzen. Darnach rait unßer
hailger vatter der baͧpst uff ainem wißen ross, verdekt mit ainem guldinenc tuͦch, und was angelait mit intel guldinem gewand als ain bischoff, der über
altar gan wil, und hett uff sinem hopt ain wiß infelen mit berlen gar kostlich und
truͦg man ob im ain gar schön guldin tuͦch und vast kostlich. Daz truͦgen iiij
grafen uff iiij stangen. Der ain was grauff Eberhart von Nellenburg, der ander
graͧff Wilhalm von Montfortt, grauff [Hannsd] von Tierstain und graͧff Berchtold von Ursinis4. Die vier giengend ze fuͦß und truͦgend daz tuͦch ob im. Darnach fuͦrt inn unßer
herr der römsch küng zuͦ der rechten hand by dem zom ze fuͦß, und hertzog Ludwig
von Payerne von Dingelstattf, der ging hinder im und hatt die rossteki in sinr hand. Und zuͦ der linggen
sitend fuͦrt inn marggraf Fridrich von Brandemburg von Nüremberg by dem zom, und
ging hinder im hertzog Fridrich von Österrich und huͦb och des rosses teki. Und
giengen die vier fürsten also nebend dem bapst von der pfallentz ze fuͦß biß zuͦ
Geltinger thor. Und darnach fuͦrt glich nach im ain gewapoter ain großen huͦt, gel
und rott, als davor benempt ist. Darnach do rittend im nach all ertzbischoff und
bischoff, all gaistlich und weltlich fürsten, mit vil gewapoten lüten. Und giengen
och damit alles das volk, daz ze Costentz was, das da nit hatt ze ritend. Und och
rittend mit im des küngs [304] von Boland diener: herr Sawischg, herr Stentzla und vil Bolander. Die warend sonder uß geklait und mit
strußfedernh. Und alle die wil der ußzug wert, lut man all gloggen ze Costentz. Und do er kam
für Geltinger thor by dem bild, do sass er ab und zoch sin priesterliches klaid ab
und leit sich an in rotem [claid] und aini roten mantel und nam der vier hüt ain und satzt inn uff. Do sass unßer herr der
küng och uff ain pfärd und ieglicher fürst och uff ains und rittend mit im biß gen
Gottlieben. Und menglich wond, er wölt da enbissen habenj. Aber er sass glich in ain schiff und fuͦr hin gen Schauffhusen, und ließ sin
diener und die pfard den Rin abhin riten. Und gab dem volk den segen usser dem
schiff. Und also rait der küng und das ander volk als wider gen Costentz. Daz
verzoch sich wol uff den spatenk imbiß. Und also belaib unßer hailger vatter der baͧpst die nacht zuͦ
Schauffhusen.
a) verdakti] wüssy WoSt2.b) davor l rot ausgestr. A.c) guldinen] roͧttem Pr; rottem KWo; rohten St2.d) Hanns PrK; Johann WoSt2.e) folgt usser Franckrich Pr.f) Ingellstat Wo; Ingolstadt St2.g) Saͤwisch Pr.h) folgt und sunder an der grosser gezierd Pr; folgt unnd mit glichem khlaid unnd was der pfärit, so mit im ushin zugend, ob xl
tusent rossen WoSt2.i) und ain] mit ainem Wo; mit einem St2.j) folgt das taͤtt er aber nitt PrWo; folgt das thät er aber nicht St2.k) spautten Pr; spauten Wo; späten St2.
1Am 16. Mai 1418 verließ Papst Martin V. die Stadt, nachdem er
am Tag zuvor – zum Pfingstfest – sein letztes Pontifikalamt im Konstanzer
Münster gefeiert hatte. Er zog über Gottlieben, Schaffhausen, Solothurn und
Bern nach Genf. Ein Grund für die Abreise und damit für das Ende des Konzils
dürfte die Pest gewesen sein, die im April 1418 in Konstanz ausbrach und im Mai
ihren Höhepunkt erreichte. Siehe auch Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten zur
Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXXVI § 88, S. 77 und Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 322–324. Zum Itinerar Papst Martins V. von Konstanz
bis Rom (16. Mai 1418 bis 28. September 1420) und zum Wiederaufbau der Stadt
Rom siehe F. Miltenberger, in: MIÖG 15 (1894) S. 661–664; J. Dierauer, Chronik der Stadt Zürich. Mit Fortsetzungen (Quellen zur
Schweizer Geschichte 18, 1900) S. XXIII mit Anm. 1; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 414; A. Nesselrath, Martin V. Restaurator Urbis, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 219–223; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 293; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 162f. Zur Pest siehe Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 123; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 286f.; K. Evers u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 291–294; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als Privilegienbörse S. 56; vgl. cc. 312
und 317.
2Frischhans von Bodman, Johann Konrad von Bodman, Marquart von
Schellenberg und Kaspar von Klingenberg hielten vier rote Kardinalshüte an
Stecken empor.
4Als Baldachinträger fungieren hohe südwestdeutsche Adlige:
Eberhard von Nellenburg, Wilhelm von Montfort-Tettnang, Johann von Tierstein,
Bertoldo Orsini. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 225f.; Th. Zotz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 120; ders., Der deutsche Südwesten S. 144.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 308.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 308 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a555
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 308 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a556
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 308 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a557
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 308 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a558
Uff zinstag in pfingsten, do fuͦrend von Costentz der ertzbischoff
Gnesnensisa usser dem küngrich von Boland und fünf bischoff da dannen, die under inn
gehörend, und all gaistlich und weltlich herren, was usser dem küngrich von
Boland, von Littoͮw, usser Rüßen, usser der Masawb ze Costentz was. Und warend by vijc pfärden und viij wagen und vj karren.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 309.
Darnach uff dornstaga in der pfingstwochen fuͦr hinweg marggrauff Fridrich von Brandemburg, burggraͧff
zu Nürenberg.
a) suntag K; dunstag Wo; dungstage St2; dornstage D1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 310,1.
Uff den selben dornstaga ze mittag, do rait unßer herr der küng von Costentz und wolt gen Basel ain
gespräch haben mit des hertzogen bottschaft von Burgunn, mit des herren von Saffoy
und andrer herren1. Und mit im fuͦrend vil sinr diener, welhe sich mochtend ußgerichten. Welher
aber nit mocht grechb werden oder krank was, der rait hinnach. Und was daz uffbrechen [305]
also tugentlich und also beschaiden, daz nie kainer verheft ward, noch nieman kain
laid geschach2.
1Gemeint ist wohl Herzog Amadeus VIII. von Savoyen, der spätere
Gegenpapst Felix V. (gewählt am 5. November 1439), dessen Grafschaft von König
Sigmund 1416 in den Rang eines Herzogtums erhoben wurde. Vgl. J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 276. Grundlegend zu seiner Person B. Andenmatten / A. Paravicini Bagliani (Hg.), Amédée VIII – Félix V, premier duc de Savoie et pape
(1383–1451) (1992); U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst (2014); S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 328.
2Im Anschluss an dieses Kapitel folgt in D1 ein Privileg (freiheyt) König Sigmunds für die Stadt Konstanz vom 20. Oktober 1417.
Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte
N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 261–263, 263 Anm. 178; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. CXLVIIv–CXLVIIIv; W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 2639, 2640; P. F. Kramml, Kaiser Friedrich III. und die Reichsstadt Konstanz
(1440–1493) (1985) S. 38, 421 (Nr. 65); Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 73f., 84f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 310,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 310,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a559
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 310,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a560
Als nun unßer hailger vatter an dem mentag gen Schauffhusen kama, do rait er mornendsb frü da dannen und kam gen Baden. Da blaib er och über nachtc. Und kam am donstag gen Zofingend und am fritag darnach gen Bern1. Da belaib er biß an dritten tag im Brachot, der was an ainem fritag. Die von
Bern schanktend im vast erlich2. Und empfiengend inn och erlich mit ir pfaffhait und mit dem hailtumb. Da
gingend sy verr heruß für die statt im engegen mit dem crütz. Und schanktend im
des ersten hundert und xxv mutt kernen, viertzig malter haber, acht fuͦder
burgunnischs wins und riffwin alles irs mess, wann sy vernommen hattend, das er
ettwe mengen tag by inn wolt ligen, acht großer schlegochßen3 und viertzig schauff. Und darnach all tag uber sin tisch wiß simlen und hünr, so
man hünr solt essen. Wenn man aber nit flaisch solte essen, so schanktend sy im fisch. Und lag also da, das er sinen hoff noch
gericht nit ufftett, und hett och kain audientz. Und saßen och kain auditores noch
secretarii, und gab och dem volk nie kainen segen.
a) folgt do belaib er numend die nachtt da Pr; folgt do belaib er nu die nacht da K; folgt do kham er uff den abend dar, do belaib er nument die nacht da Wo; folgt da kam er auf den abend dar, da bleib er nur die nacht da St2.b) folgt an dem zinstag Pr; folgt am zinßtag Wo; folgt am diengstage St2.c) folgt und an der mittwuͦchen kam er gen Lentzburg, da belaib er auch über nachtt Pr; folgt und an der mitwochen kam er gen Lentzburg, da belaib er ouch über nacht K; folgt unnd an der mitwochen, do kham er gen Lentzburg, do belaib er ouch über nacht WoSt2.d) Zoffingen PrWoSt2.e) solt solt A.
1Zu dem Besuch Papst Martins V. in Bern, in dem er sich vom 23.
Mai bis 3. Juni 1418 aufhielt, siehe auch F. Miltenberger, in: MIÖG 15 (1894) S. 662 und Diebold Schillings Spiezer
Bilderchronik. Faksimile-Ausgabe der Handschrift Mss. hist. helv. I. 16 der
Burgerbibliothek Bern, hg. von H. Haeberli und Chr. von Steiger (1990) S. 667.
2Dass auch die Konstanzer dem Papst 1417 nach der Wahl ein
Geschenk machten, geht aus dem Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre
1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I 2) S. 131 hervor, wo von einem klainot und silbergeschierr im Wert von 400 Mark Silber die Rede ist. Vgl. O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 319.
3Zur Schlachtung bestimmter Mastochse (Schlagochse).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 311.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 311 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a561
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 311 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a562
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 311 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a563
Uff fritag am dritten tag im Brachmonotta, do brach der selb baͧpst Martinus ze Bern uff und zoch gen Friburg in Uͤchtland
und belaib da bißb an mentag. Do brach er och uff und zoch gen Jenff. Und kam uff die mittwochen ze
nacht gen Jenff. Und mornends an dem dornstag fruͦ, do schluͦg der selb unßer
hailger vatter der baͧpst an all kirchtüren ze Jenff brieff, das er wölt da sinen
hoff, sin audientz und alle gericht uff tuͦn von mornends von dem fritag über
xiiij tag. Also wer den hof suͦchen wölt, der sölt dar komen. Das werot biß ze
mittem Ougsten. Do kam sölliche pestilentz1 und ain sterbend hie und [306] och ze Jenff, das er sich von dannen
macht und zoch in Lamparten2.
a) Brachott Pr; Brachot Wo; Brachmonaht St2.b) biß an mentag] den samstag und den sunnentag und an dem mentag PrWoSt2; den sambstag und den suntag K.
1Vgl. auch c. 317, wo ebenfalls von einem Ausbruch der Pest in
Konstanz die Rede ist.
2Der Papst verließ Genf am 3. September und zog über den Mont
Cenis nach Susa. Vgl. F. Miltenberger, in: MIÖG 15 (1894) S. 662f.; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 166.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 312.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 312 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a564
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 312 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a565
Nun kom ich1 aber an die von Costentz. An ainem sonnentag am xxij. tag im Mayen, do verkündet
man in allen lütkirchen, wie das der graͧff zuͦ den augustinern, der da och ain
penitentzier was, nach imbiß predigen wölt uff dem obern hoff. Da solt menglich
hin kommen, und wölt och dem volk verkünden die großen fryhait, gnad und aplas, so
der bapst den von Costentz geben hett2. Das beschach och. Aber es was ettwas regenlich, daz er die predig und das
verkünden in das münster zoch, da selbs die verkündung und die predig
geschach.
1Die Konstanzer Handschrift und ihre Deszendenten (z.B. W, Wo
und St2) kennen hier auch einen Ich-Erzähler, der offenbar – trotz
der durchweg objektivierten Erzählform – versehentlich stehen blieb. Vgl.
hierzu G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 11 Anm. 5.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 313.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 313 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a566
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 313 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a567
Ana unßers herren fronlichams tag, do hattend die von Costentzb iren crützgangc, als dann sitt und gewonlich ist, doch was er vil kostlicher dann vor ye. Wann
es gieng da mit der hochwirdig fürst herr Niclaus, ertzbischoff ze Mailand, in
sinr guldinen infel under ainem guldinen tuͦch glich wie ain bapst, und truͦgend
och zwen priester ain guldin tuͦch vor im. Und gab dem volk an der straͮß den segen
und nit uff dem obern hoff, was es wyt was und daz volk wol stan
mocht.
a) An] Am duͦnstag an PrWo; Am dungstage an St2.b) die von Costentz] die thuemherren unnd all pfaffhait unnd orden WoSt2.c) folgt mitt unssers herren fronlichnam umb die statt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 314.
Uff den selben taga, do rait in gen Costentz ain gefürster graͧff von Römerland, hieß grauff
Fridrich de Columpna, des baͧpstes vetter, und zoch in der Felixinen hus. Und die
von Costentz schanktend im vast erlich, und hattend im die burger mitb iro wiben ain tantz. Und mornends nach dem imbiß, do zoch er wider von
Costentzc sinem vetter nach, dem baͧpst.
a) tag] duͦnstag PrWo; dornstag K; dungstage St2.b) mit iro wiben] und burgerin PrWo; und bürgerin St2.c) folgt gen Jenff PrKWo; folgt gen Genff St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 315.
Also ward unßer herr der küng wendig gen Basel ze kommen, und kam an dem dritten
tag wider gen Costentz mit wenig volks. Und uff samßtag vor unßers herren
fronlich[307]ams tag fuͦr er wider von Costentz, und wolt faren gen
Straͧßburg, gen Kolmar, gen Schletzstatta und in dem Elsäß, umm des richs stett beschoͧwen1. Und belaib also ettwe mengen tag in den landen und rait darnach gen Ulm2. Da belaib er vj wochen. Und ward ze Ulm win, brott, fisch, flaisch, haber etc.
und alle ding so tür, was man ze Costentz umm ain pfenning wol mocht kofen, do daz
concilium am grösten was, daz muͦßt man ze Ulm umm zwen d kofen. Och hieß unßer
herr der küng mit den von Ulm rechnen umm alles das, so sine diener verzert
hattend, und batt die von Ulm, das sy der schuld uff inn kemind, so wölt er sy
erlichen zalen in kurtzer zit und wölt inn gwissenhait gnuͦg darumb tuͦn. Do
antwortend sy glich, sy köndent und wöltend daz nit tuͦn, welher hinweg wölt
riten, der solt zalen vorhin, oder pfand da laßen3. Da muͦßt unßer herr der küng guͦt uffbringen, wie er mocht. Do beliben vil da,
die nit dannen mochtend kommen, wann daz sy iro pfärd, harnasch, klaider muͦßtend
verkofen. Also rait unßer herr der küng gen Ötingenb und sprach, er wölte da kurtzwilen und jagen. Aber er rait glich gen Regenspurg
und was nun über nacht da. Und sass uff die Tuͦnoͧw und ließ sin knecht und ross die
Tuͦnoͧw abhin gon, und kam gen Passow. Da belaib er ettwa vil zit. Und raitt der
cardinal Pisaniusc mit im und laist [ze Passowd] da tag mit den Hussen4. Die besant er zuͦ im da und gab inn glait. Dahin kam von den Hussen herr
Fridrich Schenko von Wartemberge, herr Peter von Sträßnitz, der Schmerliko, herr Woschga vom Kolabratf und vil ander Hussen5. Aber da ward nüntz uß. Und zoch do gen Behem und gen Märhern und in Windenland
und gen Pressburg und wider heruß gen Pressla, und leit sich da für Praͧg in dem
sommer mit der aller schönsten ritterschaft, so man finden kond6. Und schuͦff aber nüntz, wann die Behan, die in irem hertzen Hussen warend, die
rietend im, daz er also die statt [Pragg] nit wuͦsti, [308] so wöltind sy selbs gedenken, daz er mit inn schlecht
wurd inderthalb [zwain monattenh]. Daz tettend sy aber darumb, daz das frömd volki uß dem behemer land kem. Undj was alles erlogen, als man daz noch hütt by tag sichtj.
a) Schletzstatt] Schlettstatt Pr; Schletstat K; Schleggstat Wo; Schletstadt St2.b) Öttingen PrWo; Oettingen St2.c) Pisanus WoSt2.d) so WoSt2.e) Wartemberg] Wartenberg PrWoSt2.f) Kolabrat] Kolobratt Pr; Kolobrat Wo; Kolobradt St2.g) so WoSt2.h) zwain monatten PrK; zwain manotten Wo; zweien monahten St2.i) folgt die schön ritterschafft WoSt2.j–j) Und was alles – tag sicht] Unnd das was alles ain bössy getichti sach unnd erlogen.
Unnd allso zerrait
die ritterschafft unnd spricht man, das vor nieh mehr gesehen wurd söllich
schöny ritterschafft, als vor Prag lag, von fürsten, hörtzogen, graven, fryen,
panerherrn, ritter unnd knechten. Unnd allso darnach zog unser herr der römisch
künig zuͦ den Kutten (= Kutná Hora/Kuttenberg) inn Becham, do man silber grebt unnd belaib da WoSt2.
1Am 18. Mai 1418 verlässt König Sigmund Konstanz. Zum weiteren
Reiseweg, der ihn zunächst ins Elsaß führt, vgl. J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 98–101; ders., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 276–278; J. Válka, Sigismund und die Hussiten, oder: Wie eine Revolution
beenden?, in: Kaiser Sigismund (1368–1437). Zur Herrschaftspraxis eines
europäischen Monarchen, hg. von K. Hruza und A. Kaar (2012) S. 32–35.
2Vom 3. bis 20. September 1418 hielt sich König Sigmund in Ulm
auf. Vgl. W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 3440b–3565; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 99; ders., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 277, 281.
4Vgl. zu diesem Treffen der Führer des hussitischen Adels mit
König Sigmund in Passau F. Šmahel, Die hussitische Revolution (MGH Schriften 43, 2,
2002) S. 987. Zum königlichen Reiseweg J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 277.
5Es handelt sich um Čenĕk von Wartenberg, Peter Zmrzlík von
Svojšin und Voksa von Waldstein.
6Zu König Sigmunds Kampf um das böhmische Erbe 1419/20 vgl. J.
K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 286–293.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a568
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a569
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a570
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a571
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a572
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 316 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a573
Es ist och ze wissen, das des jars, do man zalt anno Dni. MCCCCXVIII, do kam gen
Costentz ain große pestilentza. Und fieng an ze mittem Abrellen und den selben monat uß was das sterben nit
groß; daz ettwe in der wochenb nit mer dann dry lichen warend. Und in dem Mayen ward der sterben so groß, daz
vil menschen ainr wochen sturbend. Und do unßer hailger vatter der baͧpst hinweg
kam, nach dem Mayen, den Brachot, den Höwet, den Ougsten und den herbstc, do ward der sterben so groß, daz all tag by acht oder x lichen warend ze
Costentz, und daz vil burger, ob vj hundert mit wib und kind von der statt zugend.
Und sturbend och vil ritter und knecht, die ze Costentz beliben warent von allen
landen, die sich da verhindert hattend. Und werot der tod biß zuͦ dem andern
herbstmonot, do nam er ab und horttd.
a) folgt ain sterbatt Pr; folgt ain sterbot WoSt2.b) in der wochen] des tages WoSt2.c) herbst] ersten herpstmonatt PrKWo; ersten herbstmonaht St2.d) folgt uff W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 317.
1Vgl. zum Lohn der Rebleute O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 81. In I und Z1 schließen sich nach c. 318 vier Kapitel an, die Nachrichten
aufnehmen, die A und K teilweise in cc. 305–306, 312 und 316 bringen; dafür
fehlt in I und Z1 c. 319, wie es sich in A und K findet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 318.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 318 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a574
Es was ain gemainer lünd, wie vil lüt von dem nachrichter getödeta wurden ze Costentz, die wil daz concilium da was. Das werot iij jar und nün
monot. Daz kond ich aber nie erfaren noch innen werden, das nit mer lüt da
zwüschen umb ir leben kommen syen mit allerlay tödenb dannc xvij man und nit mer. Und zwen man wurdent libloß getan under inn selber. Es
tett aber kain haimscher, wol ettwa, so unßer herr der küngd, die wil und er ze Peterßhusen was, ettlichen sinr diener den [309]
räten schikt gefang umb verschuldet sach und den hieß henken oder ertrenken. Do
erfuͦrende die von Costentz, was er getan hett. Hatt er dann den tod wol verschuldet, so
tett man im sine recht. Was aber die sach klain, als umm ain sattel oder umb ain
zom oder umm ander klain dingf, oder daz es von findschaft zuͦkam, den sandt man über daz birg1, und antwort man dem küngg, er wär nachts ertrenkt2. Also komen iro vil hinweg und wurden ledig3.
a) nachrichter getödet] lib getoͤtt Pr; lib getöt K; lib getan Wo; leibe gethan St2.b) mit allerlay töden] weder ertrencktt, verbrenntt, geradprechett und enthopttet Pr.c) folgt maister Hanns Huͦß unnd Jeronymus Wo; folgt meister Hans Huß und Hieronymus St2.d) kaiser K.e) erfundeltten Pr; erfundollten Wo; erckundeten St2.f) sach Pr.g) kaiser K.
2Die zweimalige Verwendung von küng statt kaiser (wie in K) wird von M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 4f.; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 26; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 110 und Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 216 als
Datierungsargument für die New Yorker Handschrift verwendet, die vor 1433
geschrieben sein müsse, was aber im Hinblick auf die cc. 298,1 und 302, wo
jeweils von einer kaiserlichen Krone die Rede ist, relativiert werden muss.
Siehe hierzu auch schon W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 214 Anm. 1.
3Hier endet der historisch-chronologische Teil der New Yorker
Handschrift, was auch daraus hervorgeht, dass die cc. 320–326 gewissermaßen ein
Inhaltsverzeichnis dessen bieten, was jetzt listenartig nachfolgt. Mit cc.
320–326 setzt in W fol. 176r der zweite Wiener Listenteil (unter Auslassung der cc.
440,1–449 und 474–478) ein, der nicht K, sondern A folgt. Die Wappen blieben
allerdings unausgeführt; es ist indes Raum für sie frei gelassen. Die Varianten
werden in der Edition im Gegensatz zum ersten Teil, der K folgt und dort mit
der Sigle „W“ vermerkt ist, mit der Sigle „W1“ gekennzeichnet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 319.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 319 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a575
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 319 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a576
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 319 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a577
Nun sol menglich wissen, wie bapst Johannes tze Costentz in rait und wie vil
cardinäl, patriarchen, ertzbischoff, bischoff und prelaten, dero wapen und nammen
hienacha verschriben sind, und mit wieb vil pfärden und wägen und wie vil under ieglichen ertzbischoff, byschoff
gehörend, sy wärind selb dac oder hettind irn vollen gwalt dar gesantd.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 320.
Des ersten uss Römerland, daz sind Lamparten. Und ist ain nacion haißt
Ytaliaa, tzuͦ den gehort Kriechenland, und was enend mers lit.
a) Ytalici Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 321.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 322.
Die dritt, daz sind Frantzonia, und die zuͦ inn gehörend.
a) folgt Frankrich Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 323.
Die vierd sind Anglici, Schotti, daz ist Engelland. Den ward ze Costentz die
nacion geben und hörta zuͦ inn Arabia, Tartaria und die küngrich.
a) gehört W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 324.
Die fünft nacion sind Hyspaniten, zuͦ den hörend fünf küngrich, die cristan sind
und darzuͦ alle die, die da sind in Armenia und Ormenia, und haben noch nün küng under inn, die nit cristan sind.
a) Ermeni Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 325.
Diß1 nacionen hattend all ir bottschafft ze Costentz mit hochwirdigen ertzbischofen,
bischofen, äpten und gelerten lüten, deroa waͧpen hienach gemaͧlt sind, so sy uff schluͦgen und ich erfaren kondab.
Segen des Papstes, pag. 310–311. Pag. 312 leer.
Papst Johannes XXIII., links und rechts flankiert von zwei
Wappen, pag. 313.
a–a) dero – erfaren kond] und ouch gaistlich und weltlich fürsten und herren, dero nam
aller hienach
verschriben sind und als vil wauppen, als sy uffschluͦgen und [ich] erfaren
kund Pr.b) folgt und mocht W1.
1Mit diesem Kapitel endet fol. 94va die Kohärenz der Prager mit der New Yorker Handschrift. Die
nun in Pr folgende Liste der Teilnehmer, die sogleich die cc. 327–333 auslässt,
ist stark bearbeitet, z.T. begegnen (etwa in cc. 460, 465 und 513) dieselben
Namen in unterschiedlicher Schreibung an verschiedenen Stellen, so dass, was
die Siglen anbelangt, teilweise zwischen Pr1, Pr2 und Pr3 differenziert werden muss. Vgl. Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment S. 332–337; A. Frenken, Concilium constituitur ex nacionibus – die naciones auf dem Konzil von Konstanz. Zur Bedeutung der
Konzilsnationen für die Entstehung und die Entwicklung eines nationalen
Bewusstseins im beginnenden 15. Jahrhundert, in: Begegnung der Kirche in Ost
und West im Spiegel der synodalen Strukturen. Festschrift für Petar Vrankić,
hg. von J. Grohe, G. Wurst, Z. Strika und H. Fischer (2017) S. 183.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 326.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 326 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a578
[313] Unßer1 hailger [vattera] bapst Johannes der dry und zwaintzigost, der kam gen Costentz mit sin selbs
person uff sonntag vor Symonis et Jude mit vj hundert personen und och pfaͤrden, die
zuͦ sinem lib gehortend. Und blaib also da biß in die karwochen, als
daz alles davor benempt ist2. Und hett och vollen gwalt über stett und bistuͦmb, die zuͦ sinem stuͦl
gehörend. Derb ersten Rom und fünff stett und bistumb in Campania maritanac, nünd bistumb und stett in Aprucio, vj bistumb und stett in patrimonio Sancti Petri,
in Bucia viij bistumb und stett, in Cussia xv bistumb und stett, in ducatoe Spoletanensi xj bistumb und stett, in Romandula iiij bistumb und stett, der
ettlich ze Costentz waren, als hienach geschriben staud.
1Das Bild gehört nicht mehr zum Bilderkreis im engeren Sinne.
Dieser schließt vorläufig mit pag. 311. Die Bilder pag. 426–428, die die Ankunft Sigmunds in Konstanz vorstellen, klappen
nach. Das Bild des Konzilspapstes eröffnet den zweiten, statistischen
Chronikteil. Das ging bereits aus pag. 309 hervor, wo der Listenteil mit c. 320
durch eine Art Inhaltsverzeichnis eingeleitet wird. Es ist durch rote
Paragraphenzeichen am linken Rand der Textspalte vom übrigen Text abgehoben.
Johannes XXIII. steht als Konzilspapst an der Spitze der Teilnehmerhierarchie.
Das ist auch der Grund, warum er an der Spitze der Liste rangiert. Er eröffnet
den Reigen der pag. 314–328 einsetzenden 43 Bildfiguren. Auf ihn folgen die
Patriarchen, Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe usw.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 327.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 327 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a579
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 327 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a580
[314] Diß1 sind baͧpst Johannes patriarchen, die och ze Costentz warend.
Dominus Ludowicus dux de Teck, patriarcha Aquilensis et in Friul. Kam mit xl
pfärden, und hett under im xix bistuͦmb, dero och ettlich ze Costentz waz.
Dominus Johannes, patriarcha Gradensis, Veneciarum, Damaschi et Jherusalem. Und
hett under im vj bischoff, und kam mit xx pfarden.
Dominus Johannes, patriarcha Constantinopolitanus in Kriechenland, und hett under
im lv bischoff, und kam gen Costentz mit xxxv pfardena und xxj ertzbischoff, die nit halten cristen globen.
[315] Sin patriarch. Dominus Johannes, patriarcha in Anthiochia, venit
cum xxxij personisb, et habet sub se cliij episcopos et vj archiepiscopos.
a) davor bischo rot ausgestr. A.b) xxxiij personis W1; triginta tribus equis et personis Wo; triginta tribus equis St2.
1Dass mit pag. 314 ein ganz neuer Textteil beginnt, wird in der
New Yorker Handschrift bereits durch die veränderte Bild- und Textanordnung
angezeigt. Sie reicht in der Form bis pag. 328. Der auf der äußersten rechten
Blattseite angebrachte Text ist links jeweils mit figürlichen, gerahmten
Darstellungen der im Text genannten hochrangigen geistlichen Personen versehen:
Die Patriarchen, Kardinalpriester und -diakone sind jeweils vor einem
aufgeschlagenen Buch kniend mit Wappen dargestellt. Die Wappen sind nummeriert
und zusätzlich mit Zahlsymbolen zur Farbgestaltung versehen. Dieselbe Anordnung
findet sich bei den folgenden Texten bis pag. 328. Mit Ausnahme von pag. 315 und 323 sind es drei Illustrationen
pro Seite. Für die Listen charakteristisch ist die Mischung von
lateinischen und volkssprachlichen bzw. deutschen Textpartien.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 328.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 328 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a581
Secuntur cardinales, qui fuerunt in sua obediencia.
Diß nach geschriben cardinäl, die komend mit im. Des ersten kam der cardinal
Ostiensis, und mit unßerm hailgen vatter dem baͧpst nün cardinäla, die mit im inrittend. Die andern cardinäl komend hernach.
Dominus Johannes, presbiter cardinalis Ostiensis, et est vice cancellarius et
habet potestatem coronare papam. Et intravit in festo assumpcionis et permansit
usque ad finem cum lxxx personis.
[316] Dominus Jordanus de Ursinis, presbiter cardinalis tituli Sanctorum
Petri et Marcelliani, et intravit cum xl personis et tot equis.
Dominus Angelus, presbiter cardinalis Laudensis tituli Sancte crucis in
Jherusalem, intravit cum xlviij personis et equis.
Franciscus Veneciarum, presbiter cardinalis Sanctorum quatuor coronatorum, et
intravit cum xxxij equis et personis.
[317] Dominus Andreasb Saluciarum, cardinalis tituli Sanctorum Johannis et Paulic, et intravit cum xlij personis et equis.
Dominus Franciscus Florentinus, presbiter cardinalis tituli Sancte Anastasie,
intravit cum xlv personis et equisd. Obiit Constantie etd sepultus ad fratres minores, postmodo translatus ad Florentinos.
Dominus Petrus Angeli, presbiter cardinalis tituli Sancte Sabine, intravit cum
lij equis et personis.
[318] Dominus Anthonius Aquilensis, presbiter cardinalis tituli Sancti
Stephani in Celie monte, intravit cum xxxvj personis et tot equis.
Dominus Johannes Ulisponensis, presbiter cardinalis tituli Sancti Clementis,
intravit cum lxxx personis et equis.
Dominus Ludowicus de Prancaciisf, presbiter cardinalis tituli Sanctorum Vereni et Achilei, intravit cum xlij
equis et personis.
[319] Dominus Petrus, comes de Fussi de Arogonia, presbiter cardinalis
tituli Sancte Susanne, intravit cum xlij equis et personis.
Dominus Symon Remensis, presbiter cardinalis tituli Sancte Prudenciane, intravit
cum xliiij equis et personis.
Dominus Petrus Camoracensisg, cardinalis tituli Sancti Petri ad vincula, intravit cum xliiij personis et tot
equis.
[320] Dominus Landolffus de Barrensis, presbiter cardinalis tituli Sancti
Martini in montibus, intravit cum xxxv equis et personis.
Dominus Anthonius de Calancoh von Schalant, presbiter cardinalis tituli Sancte basilice duodecim apostolorum,
intravit cum lxxx equis et personis.
Dominus Pranda Placentinus, presbiter cardinalis tituli Sancti Laurenciii in Luna, intravit cum xl equis et personis.
a) folgt Ostiensis W1.b) Andreas] Amedeus Pr; Amodeus G.c) Pauli] presbiter A; Pauli presbiter Wo; Pauli presbyter St2; pbr. am Rand zu Pauli korr. W1.d–d) equis – Constantie et] fehlt W1.e) Celio WoSt2.f) Branckraciis Pr; Prancacis W1; Brankaciis WoSt2.g) Cameracenssis Pr; Camoratensis WoSt2.h) Calamco Pr; Schalancko G; Calaneo WoSt2.i) Larencii W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 329.
[321] Dyaconi cardinales secuntur.
Dominus Ludowicus, comes de Comitibus, dyaconus cardinalis Albanensisa et tituli Sancte Marie in Cosmadin1 et habet ecclesiab coronare papam cum Ostiensi. Intravit cum xxxiij equis et personis.
Gwilhelmus de Cordiano Sancti Marci, dyaconus cardinalis tituli Sanctorum
Cosmec et Damiani, intravit cum xxxv equis et personis.
Dominus Allamanus Pisanusd, dyaconus cardinalis tituli Sancte Lucie in septem foliis, intravit cum xxx
equis et personis.
[322] Dominus Ludowicus de Flischgoe, dyaconus cardinalis tituli Sancti Georiif ad velum aureum, intravit cum lxij equis et personis.
Dominus Thomas Tricaricensis, dyaconus cardinalis tituli Sancte Marie nove,
intravit cum xliiij personis et equis.
Dominus Otto, comes principum de Columpna, dyaconus cardinalis tituli Sancte
Marie inviolata, intravit cum l equis et personis.
[323] Dominus Ludowicus de Barra, dyaconus cardinalis tituli Sancte Marie
immolatag, intravit cum xlv equis et personis.
Dominus Jacobus de Hyspania, dyaconus cardinalis tituli Sancti Eustachii,
intravit cum xij personis et equis.
a) Abbanensis WoSt2.b) ecclesia] etiam WoSt2.c) Cosmi WoSt2.d) Pisanis W1.e) Flischgo Pr1St2; Fuschgo Pr2; Flischo Wo.f) Georgii WoSt2.g) inmolata W1; in Malaia Wo.
1Lucido Conti, Kardinaldiakon von S. Maria in Cosmedin.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 330.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 330 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a582
Nun ist der cardinäl nit mer, die mit baͧpst Johannes gen Costentz komend. Wol
warend ir mer, sy komend aber nit mit im. Daz mach[t] villicht ir alter oder
kranckhait.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 331.
Darnach kam bapst Gregorius bottschaft und sin patriarch[en] und sin cardinäl,
die all hienach benempt werdent. Doch warend iro ettlich verpfründt als bapst
Johannes cardinäl.
[324] Sanctissimus papa Gregorius XII., der was nit selbs ze Costentz,
aber diß bottschaft mit vollem gwalt.
Dominus Johannes, patriarcha Constantinopolitanus. Also warend zwen patriarchen
von Constantinopel und kam doch iro kainr mer dahin, wann sy selb ain patriarchen
haben irs globens, mit xij personen.
Dominus Johannes Ragusinus, tituli Sancti Sixti presbiter cardinalis, intravit
cum xxxij personis.
[325] Dominus Angelus Veronensis, presbiter cardinalis tituli Sancte
Praxedis, intravit cum xij personis.
Dominus Anthonius Bononiensis, presbiter cardinalis tituli Sancte Prudenciane,
intravit cum xxij personis.
Dominus Gabriel Senensis, tituli Sancte Eusebiea presbiter cardinalis, intravit cum xvj personis.
[326] Otto de Columpna, hic electus in papam, intravit cum xxxx
personis.
Dominusb Pandellus Arriminensis, dyaconus cardinalis tituli Sancti Theodori,
intravit cum novem personisb.
Dominus Petrus de Veneciis, dyaconus cardinalis ecclesie Sancte Marie in
Cosmadin, intravit cum xxxj personis et equis.
[327] Sanctissimus papa Benedictus XIII. Er was selb nit hie. Wol kam diß
bottschaft von sinen wegen.
Dominus Petrus de Hyspania, presbiter cardinalis tituli Sanctorum Johannis et
Pauli, intravit cum xij personis.
Dominus Johannes, episcopus Kameresisc in regno Arro[go]nie, intravit cum xxxij personis et equis.
[328] Dominus Alanus, archiepiscopus Compostellanus in Hyspania, intravit
cum viij personis et equis.
Dominus Didacus, episcopus Cameresisd uss Arrogonia, intravit cum xxxiiij equis et personis.
Dominus Jacobus, episcopus zuͦ Sennensis in Arrogonia, intravit cum xxxiiij equis
et personis.
a) Esebie W1; Eusebii WoSt2.b–b) Dominus – personis] Dominus Bandellus cardinalis Balbine, obiit Constancie et est
sepultus apput
predicatores Pr.c) Comanensis Sg.d) Camarensis Wo; Camerensis St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 332.
[329] Item es sind och vil ertzbischoff und bischoff, die hienach
geschriben und genempt werdent usser Hyspania, die och selbs gen Costentz koment
sind und under der gehorsami bapst Benedicti warend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 333.
Hie stat geschriben, wie vil ertzbischoff [zuͦ Costentz gewesen sygenta] usser allen landen, sy syen cristan, zismatici, machometi oder in der
haidenschaft, und dann under ieglichem ertzbischoff sin sufragani, die zuͦ im
gehörend und im empfolhen sind oder die irn gewalt mit briefen oder bottschaft gen
Costentz gesandt habenb.
a) so WoSt2.b) folgt die nit ir wappen anschluͦgent. Unnd allso fang ich an inn dem tail der wellt:
Asya WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 334.
Ee das nun diß angefangen werd, so ista ze wissen, das aller umbkraiß der welt in drü getailt ist1. Der erst haißet Asia, der ander Affrica, der dritt Europa.
Asia
a) folgt ouch vor Pr.
1Der Hinweis auf die Trias der drei bekannten Erdteile sowie
der Hinweis, das all kristenhait in fünff tail getailt sind, und die haißent in der latin
naciones (c. 1,2) soll wohl den universalen wie repräsentativen
Anspruch der Kirchenversammlung unterstreichen. Vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 168, 377–383; W. Baum, Die Verwandlungen des Mythos vom Reich des Priesterkönigs
Johannes (1999) S. 244; K. Oschema, Bilder von Europa im Mittelalter S. 313, 329, 377–380; ders., Eine Christenheit und streitende Nationen S. 39, 43, 45f.;
C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 69, 80f., 87–92
sowie ders., Hinter tausend Wappen eine Welt S. 113, 125, 130f., der
hier eine „Geographie des Glaubens“ erkennen will.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 335.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 335 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a583
In dem tail lit Jherusalem, Babilonia, Allexandriaa, die groß Tartarieb, da sind vij kayser inn, die zway India, Idumiac, Arabia, Persarum, Medorum, Ninife, die groß statt Karthago, die groß statt
Anthiochia. In dem küngrich sind hundert und liij kirchen oder stül, da ieglichs
sölt ain bistumb sin, und solt da sin aind patriarch. Den patriarchene nement sy under inn irs globen und den haißend sy in ir sprach locadyf, das ist als vil als ain bapst. [Da sind ouch stett, die da ligend, die ouch
bistum hand, die under demselben patriarchen sollten sin:g] Palestinos, Joppe, Jaffe, Aschalon, Totah, Mennas, Prodicaitopolisi, Regebris, Bersabee, Sico, Ebron. Et ista regna eciam habent patriarcham, den sy
och nement loctadij, daz ist als ain bapstk, dem sprechend sy in ir sprach Sanctus Abraham. Der hett aber under im dise
bistumb: Sebastia, Jerecucys, Thiberiadis, Dyocesaria, Legionum, Capitoliam,
Nazareth, Thabor, den berg Synay und darzuͦ xv bistumb, die ze lang warind ze
schriben. Und ist in dem land verschribner ertzbischoff cliij. Die haͧnd mer dann
fünfthalb hundertl bistumb under inn, alles irs geloben, on die bistumb, die davor verschriben
sind, die all nit cristan sind. Die lihet unßer hailger vatter, [330] der
bapst, wer inn darumb bittet und der muͦß im dann schweren, sin vermögen ze tünd,
daz sy wider zuͦ cristanlichem globen komind, undm nemend dann vonn dem bapst uffschlegn und werdent hie uss wichbischoffm. Och maint man, das daz tail Asia größer sy dann die andern zway tail, Affrica
und Europa.
Affrica
a) die groß Alexandria Wo; die große Alexandria St2.b) folgt die da besetzet der gros chan WoSt2.c) Ydumea Wo; Idumea St2.d) fehlt W1.e) fehlt W1.f) lottady PrWo; lottadi St2.g) so WoSt2.h) Tata WoSt2.i) Prodicantopolis Pr; Prodicaitopilis W1; Prodicanopolis WoSt2.j) lottadi WoSt2.k) davor s rot ausgestr. A.l) 450 WoSt2.m–m) und nemend dann – hie uss wichbischoff] unnd inhin far unnd sy christan glouben underwist,
unnd wenn sy das
geschwerent, darnach so khomend sy für unsern hailligen vatter den babst, unnd
gend für, als Aristoteles schribt, nütt ist erschrockhenlicher dann der tod,
unnd war, das sy allso inhin uff ir bistum khommen, unnd da lertten unnd
predigotten, so wurden sy ertödtet unnd begerent darnach uffschleg. Dis wurd
inen geben, unnd die werdent dann inn allen landen wüchbischoff WoSt2.n–n) von – uffschleg] dem bapst von im urlob und uffschleg W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 336.
Affricaa ist Kriechenland und hett zwen kaiserthuͦmb under ima, Constantinopel und Athen1. Und vahet an gegen disem tail in der Walachy und Türggy, und gat an das
merb gen Jherusalem und die Tuͦnoͮw abhin, als verr die rinnet und gat besitc uß biß gen Ydumea und zuͦ der andern siten biß tzuͦ dem wasser Gyond, das da flüßet uss dem paradiß und wider umbher in die hindern Rutene und gen der großen Nonagrottf und da überhin zuͦ Aureamg Vetulam und gen Capfa. Und sprichet man, es sye och größer dann Europa und ist
der mertal in dem tail kriechischerh glob und och vil haidischer glob und Machometi. Und die küng usser der Türggie,
der sind dry und ain kayseri und der hertzog von Ratzen. Die haltend ettwas mit den Juden und ettwas mit den
Kriechen, daz sy weder Juden noch Kriechen sind, und haben ain patriarchen zuͦ
Co[n]stantinopel. Dem sind undertenig xxij ertzbischofj. Dieselben ertzbischoff habenk under inn rechterl bischoff mer dann lxvj. So ist zuͦ Athen ain ertzbischoff, den haben sy selb
gemacht, der hett under im wol nün ertzbischoff und die haben under inn xxij
bischoff, die och ain bapst lihet, aber kainr kompt nitm dar.
Europa
a–a) Affrica – under im] Nun sind die inn dem tail Aphrica. Darinne hand Gri[e]chen den
obresten
gewalt, unnd das land, das man Gri[e]chen nemet, da sind inne 2 kayserthuͦm WoSt2.b) folgt oceanum WoSt2.c) bedsit W1; besitzt WoSt2.d) Gygon Wo; Gihon St2.e) Rüssen Wo; Rüßen St2.f) Novagrott Pr; Noffragott WoSt2.g) Aream W1.h) kriegischer W1.i) kaiserthum von Schiltach WoSt2.j) erbischof W1.k) die haben W1St2; die hand Wo.l) rechter rechter W1.m) fehlt W1.
1Vgl. zu dieser Auffassung J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 58f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 141, 377f.; W. Baum, Die Verwandlungen des Mythos vom Reich des Priesterkönigs
Johannes (1999) S. 244; K. Oschema, Bilder von Europa im Mittelalter S. 212; ders., Eine Christenheit und streitende Nationen S. 45f. mit Anm.
70 von S. 45; B. Schneidmüller, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 20; S. Orlowski, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 59; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 89; ders., Hinter tausend Wappen eine Welt S. 121, 127f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 337.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 337 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a584
Europa, daz ist daz land, da wir inn sind, und vahet an an der wißen Rüßen zuͦ
Schmolentzgi und [langeta] heruß an die rechten Türggy ze Lannoͮw, das hertzogtuͦm ze Littow, Poland, Schlavonib, Unger, Moravic, Bohemid, daz römsch rich. Über mere: Tzipern, Galicia und vil da umb, [331] Osterrichf, Payern, Schwabeng, den Rin ab, Frankenh, Engelland, Schotten, Hyspanien, Tennmark, Schweden, Norwegen und die küng und
küngrich, die zuͦ der römschen kron gehörend, die daz mertail cristan sind und och
vil nit cristan globen haltend, als da ist der küng von Bosseni und vier küng, die zuͦ der kron gehörend in Hyspania, daz ist Cecilie base.
a) so WoSt2.b) folgt das sind Winden WoSt2.c) Marani W1; Normani Wo; Normanni St2.d) Bochomi W1; Boemi Wo.e) folgt Oceanum WoSt2.f) Österrich PrW1.g) fehlt WoSt2.h) Franckrich PrWoSt2.i) Wossen W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 338.
Unda wan nun Rom und Europa für ander lüt und land cristan globen haltend der
mertaila, so vach ich an und des ersten in Ytalia, in Lamparten und was gen Rom gehörtt,
wie vil da dannen ertzbischoff mit iren suffraganien gen Costentz mit ir selbs lib
tzuͦ dem hailgen conciliumb komend und da belibend.
a–a) Und wan – der mertail] Unnd wann nun Europa unnd das römisch künigrich unnd die land,
die darin
ligend, christan glouben mehr hallten dann Asya undd Aphrica unnd die künig
unnd die lender, so darin ligend WoSt2.b) folgt das da durch den hailligen gaist gehallten ward WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 339.
Darumba sind xxvij ertzbischoff, der ettlicher selbs ze Costentz waz, ettlicher sin
vollen gewalt dar sant mit briefen und mit gewisser bottschaft.
a) Darumb] Darinn Pr; Inn den lendern Wo; In den ländern St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 340.
Und die ertzbischoff haben under inn ccvj rechter bischof, der vil ze Costentz
warend, die hienacha benempt werden, uss genommen die bischoff, sob zuͦ dem bapst gehörend und zuͦ den zwainc partriarchen, Aquilensis und Gradensis, die davor benempt sind, der och vil ze
Costentz waren mit ir selbs lib und mit ir bottschaftd. Da hab ich numente gezaichnot [unnd gemaltf], dieg selb hie sind gesing. Welher dann och sin wapen uff schluͦg, dazh findet man och gemaͧlth, welher daz nit tetti, den hab ich suss mit dem nammen geschriben.
a) nach W1; hernach WoSt2.b) die W1WoSt2.c) fehlt W1WoSt2.d) davor selbs lib rot ausgestr. A.e) niement W1.f) so WoSt2.g–g) die – gesin] er sig dann selb hie gesin W1; die mit ir selbes lib ze Costentz WoSt2.h–h) daz – gemaͧlt] ich hab [ge]haissen abmalen WoSt2.i) nit tett] nit wappen anschluͦg WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 341.
342 (Vgl. G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
[332] Dominus1 Franciscus Ravennensis archiepiscopus in Flammea et Lombardia. Et venit cum
xxiij personis, et habet sub se sequentes episcopos, qui apposuerunt arma. Kniende Figur und Wappen.
Dominus Johannes episcopus Adriensis. Wappen. Dominus Anthonius episcopus Benconensisa. Wappen. Dominus Nicolaus Saxacensisb. Wappen. Dominus Petrus episcopus Rabiensis. Wappen. [333] Wilhelmus episcopus Poriensisc. Wappen.
Episcopus Thomacensis. Episcopus Formilensisd. Episcopus Ceriniensise. Episcopus Feropopulensisf. Episcopus Thesarencensisg. Episcopus Imolensis. Episcopus Mutinensis. Episcopus Reginensis. Episcopus
Saxiensis. Istih non fuerunt Constancie presentes nec apposuerunt arma, sed eorum ambasiata.
Diss bischoff [ge]hörent under den ertzbischoff Ravennas in Lamparten, daz zuͦ
Lamparten gehort und haißt in Flammea.
Dominus Thomas archiepiscopus Mediolanensis, qui venit ad Constanciam et ibi
infirmabatur et portaverunti eum abhinc. Etj in via moriebatur. Et sequens elegebatur et venit ad Constanciam et ibi
confirmatus erat. Wappen mit Büste.
[334] Dominus Nicolaus archiepiscopus Mediolanensis, qui successit
dominum Thomam, et habet sub se illos episcopos sequentes et fuit Constancie
confirmatus. Wappen mit Büste und Geistlichem.
Dominus Donadeus episcopus Novaduensisk. Wappen. Dominus Alberchtus Astensis episcopus. Wappen. Dominus Pretifalus Aquensis episcopus. Wappen. Dominus Bartholomeus Platencinensisl episcopus. Wappen.
[335] Dominus Thitus Laudensism episcopus. Wappen. Dominus Johannes Papiensis episcopus. Wappen. Sequentesn non apposuerunt arma. Episcopus Bergamensis. Episcopus Brixiensis. Episcopus
Cremonensis. Episcopus Sexcellensis. Episcopus Yporiensis. Episcopus
Albensis.
Dominus Philippus archiepiscopus Januensis. Wappen mit Büste. Et habet sub se sequentes episcopos.
[336] Dominus Jacobus Naulensis episcopus. Wappen. Dominus Elias Arricensis episcopus. Wappen. Dominus Petrus Primaciensis episcopus. Wappen. Dominus Johannes Nebiensiso episcopus. Wappen. Sequentesp non apposuerunt arma. Episcopus Albiganensis. Episcopus Meranensis. Episcopus
Atziensis. Episcopus Amptanicensisq.
[337] Dominus Thomas Latziensisr episcopus. Wappen mit Büste. Dominus Jacobus Curonensis archiepiscopus. Wappen mit Büste.
[338] Dominus Johannes Poxioracensiss archiepiscopus. Wappen mit Büste. Et habet sub se sequentes episcopos. Episcopus Agriacensis. Episcopus
Maracinensist. Episcopus Malecensis2.
[339] Dominus Philippus archiepiscopus Capuensis. Zwei gleiche Wappen, eines mit Büste. Et habet sub se illos episcopos sequentes. Dominus Gregorius Aquinacensis
episcopus et est exemptus. Wappen. Dominus Symon Isnaiensisu episcopus. Wappen.
[340] Dominus Theobaldus archiepiscopus Pisantinensisv, natus de Rubeo monte. Wappen mit Büste. Et habet sub se sequentes episcoposw et erat annosus dominus et dicunt, quod non contracta terre, que sit querenda
ipso huc perrexit propter indulgencias et ad videndum. Dominus Alanus Macensis
episcopus. Wappen. Dominus Hainricus Civitacensis episcopus. Wappen. Dominus Thomas Isnaniensisx episcopus. Wappen.
[341] Dominus Franciscus episcopus Thurdentinus zuͦ dem tod. Wappen. Sequentes non affigebanty arma.
Dominus Jacobus Tervisinusz episcopus. Dominus Jacobus archiepiscopus Licientensis in regno Cecilie alcior.
Dominus marcheoaa de Choroco Abonensis episcopus in territorio Montferaͤr. Dominus Nicolausab episcopus in Tuschangac. Dominus Fridericus episcopus Feldrensis et Beluwensis. Dominus Benedictus de
Montfredis Glusinensis episcopus. Dominus Jacobus Adriensis episcopus in Püll.
Dominus Johannes Paigonensisad episcopus in Pulae. Dominus Estoraf Ravilensis episcopus in regno Cecily. Dominus Franciscus Arrentinensis episcopus
in Tuschgoͧw Florentinorum. Dominus Jacobus Adriensisag episcopus in Montsenisah. Dominus Blasius Cusinensisai episcopus in Tuschgania. Dominus Nicolausaj Wisliensis episcopus in Vapaliaak. Dominus Symon Bastorianensis episcopus in terra Florentinorum. Dominus Nicolaus
Aschinensis episcopus in Tuschgan. Dominus Petrus Tarratinensis episcopus in
Napuls Cecilie. Dominus Conradus Ebronensis episcopus in Tusch[g]an. Dominus
Anthonius episcopus Parusiensis. Dominus Steffanus Wulteranensis episcopus in
terra Florentinorum. Dominus Flaviniusal Nolanensis episcopus in Napuls Cecilie. Dominus Jacobus de Paruseo episcopus
Esiensis in markia Arrinandam. Dominus Anthonius Chumensis episcopus in patriarchatu Aquilegie. Dominus
Bartholomeus episcopus Pensauriensisan Florentinorum. Dominus Johannes Allexandrensis episcopus in terra Florentinorum.
Dominus Martinus Caschgenonensis episcopus in Cecily. Dominus Johannes
Veteranensis episcopus in Rümeln. Dominus Martinus Procenoricensis episcopus
Montis regalis. [342] Dominus Martinus Aprucensis episcopus in Flamea.
Dominus Johannes de Silva episcopus Vectensisao in Calabria. Dominus Johannes Varensis episcopus in Tholosanaap. Dominus Johannes de Caruse episcopus Melphenensis in Apulio. Dominus Jordanus
Amictacenensis episcopus in Apuleo. Dominus Johannes Arimiensis episcopus in
Calabria. Dominus Isidanusaq Caffnensis episcopus in Calabria. Dominus Paulusar Cattinensisas episcopus Monte regalis. Dominus Lampertus episcopus Pertoncinensisat in Apuleo. Dominus Ludowicus comes de Pratis Mauricensis episcopus. Dominus
Johannes Crispanus Theavensisau episcopus, ambasiator regine Napule vel Cecily. Dominus Jacobus Calmensis
episcopus in terra laboris. Dominus Alberchtus Adversanensis episcopus in Cecily.
Dominus Petrus Bonensisav episcopus in Calabria. Dominus Nicolaus Strangalensis episcopus in
Calabria.
a) Bentonensis WoSt2.b) Saxatensis G.c) Parisensis W1.d) Forunilensis Pr.e) Cerimensis WoSt2.f) Feropulensis Pr; Foropopulensis WoSt2.g) Tesanence[nsi]s Pr.h) folgt octo Pr; folgt novem WoSt2.i) apportaverunt Pr; exportarunt WoSt2.j) fehlt W1WoSt2.k) Novarnensis G; Novariensis WoSt2.l) Platinensis G; Platentinensis WoSt2.m) Landensis WoSt2.n) Sequentes] Isti WoSt2.o) Nobiensis WoSt2.p) Sequentes] Hic Wo; Hi St2.q) Ampranicensis PrWoSt2.r) Licientis Pr; Litziensis WoSt2.s) Paxioracensis WoSt2.t) Maratinensis Pr; Maratinensem WoSt2.u) Ysnagensis G.v) Bisuntinensis Pr; Bysantinensis Wo; Bisantinensis St2.w) folgt Dominus Humbertus de Novo castro episcopus Basiliensis. Dominus Lausanensis.
Epicopus [Lücke] WoSt2.x) Isnamensis PrD1; Isnanensis WoSt2.y) infingeband Pr.z) Terinsinus WoSt2.aa) marchio W1.ab) Niclaus W1; folgt Lucanensis PrWoSt2.ac) Tuschgan PrWoSt2.ad) Pagonensis PrWoSt2.ae) Püll W1WoSt2.af) Castor WoSt2.ag) Audriensis Pr; Andriensis WoSt2.ah) Montsenis] Montferraͧr Pr; Montsen W1; Montfer Wo; Montferr St2.ai) Cusmensis Pr.aj) Niclaus W1.ak) Vapalia] Napulia Pr; Apulia WoSt2.al) Flaminus WoSt2.am) Arriciana WoSt2.an) Pensariensis W1; Ponsauriensis WoSt2.ao) Vetensis Pr; Vettensis WoSt2.ap) Cholosana PrW1; Celestina WoSt2.aq) Ysidanus Pr; Ysiderus G; Ysidorus Wo; Isidorus St2.ar) Palus W1.as) Cactinensis PrWoSt2.at) Portoncinensis PrWoSt2.au) Cheanensis Pr; Cheamensis WoSt2.av) Bononiensis WoSt2.
1Mit pag. 332 beginnen in A wieder die den Text begleitenden
kleinteiligen Illustrationen, die teilweise Figuren, teilweise aber auch nur
Wappen vorstellen, in Wo fehlen die Wappen, aber es ist Raum für sie frei
gelassen; es waren also auch hier Wappen vorgesehen bzw. die Vorlage verfügte
über diese.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 342.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 342 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a585
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 342 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a586
343 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 343.
344 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
a) fangt Wo; fanget St2.b) Tüschland W1.c) Polan Wo; Polen St2.d) Becham Pr; Bechen W1; Beham Wo; Beheimb St2.e) in Ytalien] inn Lamparten inn Italia WoSt2.f) folgt och W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 344.
345 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
a) Trier WoSt2.b) obresten W1; obersten St2.c) folgt Unnd fang an an Maintz, der ist dechant des hailigen römischen richs unnd hat
gewallt inen allen zuͦ verkhunden, wenn dem rich oder der christenhait not
anlitt WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 345.
346 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
[343] Dominus Anthonius Reginiensisa archiepiscopus. Wappen mit Büste. Et habet sub se sequentes. Patriarch Aquilensis. Wappen. Et habet sub se sequentes episcopos. Dominus Georiusb Tridentinusc von Trient, natus Liechtenstainer. Wappen. Dominus Anthonius episcopus Chumensis. Wappen. Episcopus Caffanensis. Episcopus Cattanacensis. Episcopus Croconiensisd. Episcopus Bononiensis. Episcopus Tropiensis. Episcopus Milicensis. Episcopus
Chusentinensis. Episcopus Maturanensis. Episcopuse Aquilensis Friul und zuͦ Agla. [344] Dominus Georiusf episcopus Mantuensis. Wappen. Dominus Anthoniusg episcopus Chumensis. Wappen. Dominus Gerladush episcopus Padnevensisi. Wappen. Dominus Anthonius episcopus Concordiavensisj. Wappen. Dominus Paulusk episcopus Serensisl. Wappen. Dominus Johannes episcopus Naulensis. Wappen.
[345] Honorandissimus dominus Johannes archiepiscopus Maguntinensism ac sacri Romani imperii decanus et summus cancellarius omnium regnorum sub
imperio germanica nacioni et Anglici et Scotorum. Et habet potestatem convocare
omnes electores Romani imperii in quacumque necessitate. Et quando imperium vacat,
tunc illo tempore omnes civitates sunt ei subiecte usque ad electionemn. Zwei Wappen mit Büste. [Et venit Constantiam cum vijc equis et personiso] et habet sub se istos episcopos sequentes, qui fuerunt Constancie.
Dominus Otto, marchicomes de Badenp et de Röteln, episcopus Constanciensis in terra Almanie. Wappen. [346] Dominus Fridericus Grafneggerq Augustensisr episcopus. Et stetit in lite cum sequenti. Wappen. Dominus Anshelmus Näningers episcopus Augustensis et stetit in lite cum superiori. Wappen. Dominus Rabanust episcopus Spirensis in Renou. Wappen. Dominus Uͦdalricus episcopus Prixoriensisv in Attasi. Wappen. Dominus Alberchtus episcopus Babenbergensisw. Wappen. Dominus Hartmannus episcopus Curiensis et comes de Werdenberg de Salgansx. Wappen. [347] Dominus Johannes Herbipolensis episcopus, daz ist Wirtzburg. Wappen. Dominus Johannes Wurmacensis episcopus, daz ist Wurms. Wappen. Dominus Hinbertusy episcopus Basiliensis in Reno. Wappen. Dominus Wilhe[l]mus, comes de Tiestz, episcopus Argentinensis in Reno. Wappen. Dominus Johannes Abundi episcopus Curiensis successit Hartmannum eo defuncto. Wappen. Dominus Uͦdalricus Verdensisaa episcopus. Wappen. [348] Dominus Uͦdalricus Prixanensis episcopus. Wappen.
Noch hett erab dry under im, die iro wapen nit anschluͦgend, und sind die: Dominus Johannes
Anelburgensis episcopus. Dominus Martinus Vistenburgensis episcopus. Dominus
Hermannus Alberstagensisac episcopus.
Honorandissimus dominus Eberhardusad archiepiscopus Sancte Colonie, natus comes de Mors, ac sacri Romani imperii
summus prepositus etae summus cancellarius [Romani imperiiaf] super totam Italiam. Zwei Wappen mit Büste.
[349] Dominus Fridericus episcopus Lodiensis, daz ist Lüdk. Wappen. Dominus Marcus episcopus Osnaburgensis. Wappen. Dominus Nicolaus episcopus Traiacensis. Dominus Hainricus episcopus
Monasteriensis. Dominus Johannes episcopus Mindensenensis. Et hy non apposuerunt
arma.
a) Ragunensis Pr; Regimensis W1; Regunensis Wo.b) Georgius WoSt2.c) Tritendintus W1.d) Crocomensis PrW1; Crotomensem WoSt2.e) patriarch Wo; patriarcha St2.f) Georgius WoSt2.g) Anchus A.h) Gerladius WoSt2.i) Padvensis Pr; Padow Wo; Padua St2; Padaw D1.j) Concondianensis G; Concordianensis WoSt2.k) Palus W1.l) Seruenensis Pr; Serenensis GWoSt2.m) folgt natus comes de Nassou Wo; folgt natus comes de Nassau St2.n) folgt regis Romanorum WoSt2.o) so WoSt2.p) folgt et Hochberg WoSt2.q) Grauffenegger WoSt2.r) davor Augu rot ausgestr. A; Augustienssis Pr.s) Nenninger Pr; Näminger W1; Mämminger Wo; Mäminger St2.t) folgt geborn von Helmstat WoSt2.u) Renno W1.v) Prixoniensis Pr.w) von Bamberg WoSt2.x) Sangans Pr.y) Humbertus Pr; Humberthus G.z) Diest WoSt2.aa) davor Prixanensis episcopus rot ausgestr. A.ab) der W1.ac) Alberstattensis Wo; Alberstadensis St2.ad) Theodricus Pr; Theodoricus St2; Eberhardus zu Theodoricus korr. Wo.ae) summus prepositus et] fehlt W1.af) so Wo.ag) Wernherus Pr; Werner St2; Fridericus von späterer Hand zu Werner korr. Wo.ah) Diest WoSt2.ai) Megtz W1; folgt Dominus Joannes Payrer, Mecensis zuͦ Metz in lacu Musel noviter electus WoSt2.aj) so Wo.ak) so WoSt2.al) folgt Dominus Petrus episcopus WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 346.
347 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
[351] Nun vahend diea ertzbischoff anb und desc ersten, als die hailig roͤmsch kirch haltet des ersten in Windenlanden und in
der Walachie. Da sind nit mer inn in den zwain landen dann zwen ertzbischoff,
haist ainer Ragustinensisd, der ander Antmarensise. Die warend nit selb ze Costentz, si haben aber xiiij bistumb under inn, dero
diß zwen zuͦ Costentz waren, [sy sygend christan oder schismatici, kriechisches
gloubens, unnd schickhtend die 14 die 2 für si gen Costentzf].
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 347.
348 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 348.
349 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Da zwüschen der Walachie, Windenland und Ungerland ist ain ertzbischoff dominus
Nicolaus archiepiscopus Cornicensis und lit in der Türggie, und hett kainen under
im, wann er selb nit dahin kommen kan, dann ainr, der och ze Costentz was.
a) Picopolensis WoSt2.b–b) Er – kommen] Och dar er nit dahin kommen W1.c) Georgius WoSt2.d) Staguensis PrWoSt2.e) Rosamensis WoSt2.f–f) Schlavanorum – imposuerunt] Schlavanorum istorum arma non potui interrogare nec et
ipsi apposuerunt Wo; Sclavorum istorum arma non potui interrogare nec et ipsi apposuerunt St2.g) Ancinacensis WoSt2.h) Sandensis WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 349.
350 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Secuntur Ungaria. Dominus Johannes archiepiscopus Strigonensisb. Wappen mit Büste. Daz ist zuͦ Gran und hett under im vj bischoffc. Derd sind zwen zuͦ Costentz gesin und [er selbe] lag ze Peterßhusen im kloster [unnd ist sin herrschafft inn Windenland unnd ist
ertzkhanntzler des ungerischen künigrichsf]. Dominus Nicolaus Vatrecinensisg episcopush. Wappen. Dominus Wasslai de Wißenburgagnensisj episcopusk. Wappen. [353] Ungari. Dominus Andreas Colocensisl archiepiscopus in Ungaria. Wappen mit Büste. Et habet sub se sex episcopos, quorum duo hic fuerunt: Dominus Vernandus
Albensis episcopus. Wappen. Dominus Johannes Varadiensism episcopus. Wappen.
Dominus Nicolausn Pragensis archiepiscopus, et fuit tunc temporis Hussica et mortus est sicut
hereticus. Wappen mit Büste. Et habet illos duos sub seo: Dominus Johannes episcopusp Regenspurgensis in Tunobio. Wappen. Dominus Johannes episcopus Lüdmoschilensisq in Morrafia, qui fuit presens. Wappen. [354] Dominus Johannes episcopus Olmicensis in Moravia, qui presens
fuit hic. Wappen.
a) Ungaria W1.b) Strigorensis Pr.c) wichbischoff W1.d) Und der W1.e) er selb Wo; er selbst St2.f) so WoSt2.g) Stattrettinensis Wo.h) fehlt W1.i) Walsla W1.j) Wissenburganensis Pr; Wissenburg WoSt2; Wissenburgagnensis D1.k) folgt Dominus Elibori episcopus Agriensis. Dominus Joannes episcopus Tragurensis WoSt2.l) Colicensis W1.m) Varadinensis WoSt2.n) Alberchtus Pr.o) folgt sua ambasiata venit cum xviij personis WoSt2.p) fehlt W1.q) Lüdmüschellensis Pr; Lüdinschinonensis G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 350.
351 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Item under Köln lit ain ertzbistumb, haißt Bremensisa, da was der selb ertzbischof nit ze Costentz und hett under im fünff bischoff,
der warend fünffb hie. Dominus Nicolaus Basenburgensis. Wappen. Dominus Johannes [episcopusc] Lubicensisd in Lübegg am Häringfang. Wappen. Dominus Johannese archiepiscopus Rigensis, das ist in Nifenland. Das selb land was paganissima und
was entwert der cristanhait und die prünschenf herreng, die zwungen es wider und ward do wider cristan. Itemh der ertzbischoff, der do ze Costentz was, der was von geschlächt ain
Waldroder1.
a) Breniensis W1.b) fünff] zwen Pr; 2 WoSt2.c) so WoSt2.d) Lübiensis Pr.e) folgt Waldroder Pr.f) davor di rot ausgestr. A.g) prüssen herren Pr.h) fehlt W1.
1Am linken Blattrand findet sich in A wohl das zugehörige
Wappen mit Büste.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 351.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 351 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a587
352 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
[355] Item vona baͧpst Allexandro dem vierden wardb zuͦ ainem ertzbistumbc gemacht in Nifenland und hett under im xij bischoff. Aber der ertzbischoff getar
in Nifenland nit kommen vond den herren von Prüßen, wann sy nemend im sin guͦt in und geben im, was sy
wöllen, und besetzend daz land nach irem willen und die bistumb, als ver sy die
zwingen mögen und lit die sach vor vil jaren ze hof. Und wenn die urtail geben
wirt, so appellierend sy für ainen künftigen baͧpst, und hett xij bischoff under
im, dero nit mer by dem ertzbischoff zuͦ Costentz warend, dann die nachgeschriben
dry. Och besetzend sy das ertzbistumb allweg mit denen, die irs ordens sind.
Dominus Annadeus Ossliensis episcopus. Wappen. Dominus Johannes insula beate Marie episcopus et erat pauper quasi mendicans. Wappen. Dominus Thomas episcopus Culmensis prope paganisma et est titulatus et pauper. Wappen.
[356] Dominus Nicolaus Gnesnensis archiepiscopus in regno Polonie, qui
presente fuit Constancie [cum centum et quinquaginta personise]. Der Bischof kniend mit Wappen und Geistlichem vor
einem Buch. Et habet sub se xj episcopos, quorum sex sequentes Constancie fuerunt. [Et
habet potestatem regis Poloniaef].
Dominus Jacobus Plocensis episcopus in ducato Masophye. Wappen. Dominus Nicolausg Lubicensis episcopus. Wappen. [357] Dominus Johannes episcopus Vratisslaviensish. Wappen. Dominus Andreas episcopus Poßnamensisi. Wappen. Dominus Johannes dux Oppoliensis et episcopus Bladißlaviensisj. Wappen. Dominus Johannes episcopus Vradlivianensisk. Wappen.
Dominus Petrus episcopus Madeburgensis tzel Mädeburgm in der Schlesi. Wappen mit Büste. Und hett under im sechs bischoff, dero warend dry ze Costentz.
[358] Dominus Johannes episcopus Meßburgensisn. Wappen. Dominus Philippuso episcopus Brandenburgensis. Wappen. Dominus Petrus episcopus Mißnensisp. Wappen.
Dominus Eberhardus Saltzburgensis archiepiscopusq. Wappen mit Büste. Et habet sub se decem episcopos, quorum sex hic fuerunt.
Dominus Georiusr episcopus Pattaviensiss, daz ist Passoͧw. Wappen. Dominus Johannes episcopus Chyemensis1. Wappen. Dominus Uͦdalricus episcopus Prygonensist. Wappen. [359] Dominus Waltherusu episcopus Ratisponensis, das ist Regenspurg. Wappen. Dominus Johannesv Settoniensis, das ist ze Settoͮw. Wappen. Dominus Jacobusw episcopus Frisingensis, dazx ist Frisingen. Wappen. Dominus Johannes Liniensis episcopus de novo creatus. Wappen.
a) fehlt W1.b) der ward W1.c) ertzbischoff Pr; ertzbischof W1.d) vor W1WoSt2.e) so WoSt2.f) so WoSt2.g) Nicolas W1.h) Vrattislamenssis Pr; Vracisslaniensis W1; Vratislaniensis Wo.i) Poßnaiensis D1.j) Walislamenssis Pr; Pratislaviensis WoSt2; Walißlamensis D1.k) Wardlamensis Pr; Wardlaviensis Wo; Wradlaviensis St2.l) davor in rot ausgestr. A.m) Mägelburg Pr; Mägelburgensis Wo; Magdeburg St2.n) Merspurgenssis Pr.o) Philippus] Johanns de Waldow Pr.p) folgt Dominus Fridericus magnus episcopus Caminensis, ein hertzog von Sachsen.
Dominus Joannes episcopus Numburgensis WoSt2.q) davor episcopus rot ausgestr. A.r) Jergo Pr.s) Patoniensis Pr.t) Pryigonensis Pr.u) Alberthus Pr; Albertus WoSt2.v) Ruͦdolffus Pr; Rudolphus WoSt2.w) Nicodemus PrWoSt2.x) fehlt W1.
1Wohl Bischof Engelmar Chrel von Chiemsee. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 264 Anm. 523.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 352.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 352 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a588
353 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
In Burgundia da sind dry ertzbischoffa, die warend aber nit ze Costentz. Die haben under inn nün bischoff, dero warend
dry tze Costentz.
Dominus Jacobus episcopus Augusensis. Dominus Fridericus episcopus
Lausanuensisb, Lesnerc. Dominus Nicolaus episcopus Lingonensis.
Dominus1 Symon archiepiscopus Vionensis episcopus. Wappen mit Büste. Et habet sub se sex episcopos, quorum quatuor hic erant.
[360] Dominus Vitalis episcopus Valentini de Colonensis. Wappen. Dominus Petrus episcopus Regensisd. Wappen. Dominus Ruͦpertus Ysterciensise episcopus vel Tinstacensisf. Wappen. Daneben Wappen ohne Namen.
Noch sind dry ertzbisthumbg darinn [unnd die ouch gehörend zuͦ der nacion Germanicah], die sind selbs nit ze Costentz gesin, wol hattend sy ir gewiss bottschaft da
und irn vollen gewalt mit den vorgenannten bischoffen. Nit mer nemlicher bischoff
warend ze Costentz von der nacion Germania, daz ist von tütschen landen.
a) ertzbischoff] ertzbistum, die gehörend ouch zuͦ der nacion Germanica unnd die
hand under inen 13 bistum WoSt2.b) Lausanensis, daz ist ze Loufen Pr; Lansanuensis W1; Lausamensis zuͦ Laufen WoSt2.c) fehlt Pr.d) Rigensis WoSt2.e) Ystericensis PrWo; Istericensis St2; Ysternensis D1.f) Tristacensis PrWoSt2.g) ertzbischoff PrWoSt2.h) so WoSt2.
1Davor findet sich in Pr und Wo die Überschrift: In provincia Provincie.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 353.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 353 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a589
354 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Nun hebt an die dritt nacion, daz sind Frantzoni oder Gallici oder Frankrich. Die
ertzbischoff, die von der nacion sind und welher bischoff under ieglichem ist und
die sust och ze Costentz waren, der ertzbischoff selbs nit da was.
[361] Frantzoni.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 354.
355 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Dominus Johannes archiepiscopus Senonensis. Wappen mit Büste. Habet sub se septem episcopos et erat meta presens hic et duo episcopi secum.
Dominus Thomas episcopus Parisiensis zuͦ Paris. Wappen. Dominus Geraldusb episcopus Corconensisc. Wappen.
In Normania.
Dominus Gangolffus archiepiscopus Rotomagensis in Normania. Wappen mit Büste. Et habet sub se sex episcopos.
[362] Dominus Ursinisd Constanciensis episcopus in Normania Rothomagensis, ist hie tod und zuͦ den
prediern vergrabene. Wappen. Dominus Johannes episcopus Baiocensis, dictus Langrötif. Wappen.
In Bicardiag.
Dominus Regnaldush de Carnoto Remensis archiepiscopus in Bicardiai. Wappen. Et habet sub se xj episcopos et hy fuerunt Constanciej.
In Britania.
Dominus Jacobus Thuronensis episcopusk. Wappen mit Büste. Et habet sub se xj episcopos et ipse presente fuit hic et illi sequentes secum.
[363] Dominus Ruͦpertus Macloniensis episcopus in Britania. Wappen. Dominus Jacobus Dolensis episcopus in Britania. Wappen. Dominus Alanus Leonensis episcopus in Pritania. Wappen.
Dominus Wilhelmus Bitturicensis archiepiscopus in Britania. Wappen mit Büste. Et habet sub se xj episcopos et ipse erat per se Constancie.
Dominus Bertrandusl episcopus Sancti Flori in Efframia in Pritania, creatus per dominum papam
Johannemm XXIII. Wappen. Dominus Jacobus episcopus Lemonicensis ecclesie, noviter creatus per eundem
papam Johannemn XXIII. Wappen.
[364] In B[r]itania est archiepiscopus Burdigalensis, qui non fuit hic
personaliter, sed sua ambasiata und hett viiij bischoff under im, der kainer ze
Costentz was.
Dominus Philippus archiepiscopus Anxicanensis in Pritania. Wappen mit Büste. Et habet sub se xij episcopos, dero kainr ze Costentz was, dann er selbs
persönlich.
In provincia Tholosana.
Dominus Franciscus Narbonensis archiepiscopus et generalis Amonensis. Wappen mit Büste. Et habet sub se decem episcopos. Dominus Gan[g]fridus episcopus Sancti
Pontiio Themeriarum. Wappen.
[365] In Britania adhuc multi sunt archiepiscopatus. Tholosanus, qui olim
fuit sub archiepiscopo Narbiensip, et est creatus per dictum dominum papam Johannemq XXII.r Et habuit istos sequentes nuncios Constancie.
Dominus Petruss Appamiarum, creatus per dominum papam Benedictum octavum. Dominus Leot montis Albonensisu.
In Archonia et Thachaboniav.
In ista contracta sunt archiepiscopus Tarraconensis et Cesaragustensis, qui olim
fuerunt episcopatus propter distanciam loci, sunt creati in archiepiscopos per
dominum Johannem papam XXII.w predictum et habent sub se quatuordecem episcopos, quorum solumx hy duo sequentes fuerunt Constancie videlicet.
Dominus Anthonius Maioricensisy. Benedictus episcopus Ostensis. Et fuerunt hic in parva expensa.
E contra veniamus in Sabodia in Saphoyoz.
Dominus Wilhelmus archiepiscopus Mauriensis in Saboidaaa, qui presens fuit cum sequentibus. Dominus Johannes Vitoriensisab episcopus. Dominus Nicolaus episcopus Widilanensis. Dominus Johannes
Umariensisac episcopus. Dominus Johannes Thomariarumad episcopus. Dominus Johannes in Lebus episcopus. Dominus Johannes Jebenensisae episcopus, arma supposita. [366] Dominus Orgerius Agriensis episcopus in
Sabodia. Dominus Johannes episcopus Camberacensisaf sub cardinali Camberacensi. Dominus Johannes Lubacensis in Markya. Dominus
Gappag Gappanensis episcopus. Dominus Thomas episcopus Chaminiensisah. Dominus Wilhelmus episcopus Ebroicensisai. Dominus Ganfridusaj episcopus Xantoniesisak. Et sunt due civitatesal archiepiscopatus et episcopatus. Dominus Pertandusam episcopus Appamiarum. Dominus Johannes episcopus Bitumiensisan. Dominus Petrandus episcopus Palmarum in Fussiao.
Non sunt plures episcopi in nacione Francorumap, qui presentes fuerunt, exceptis suffraganeis.
Hyspani secuntur.
a) met] ipsemet WoSt2; ipse M. R. Buck.b) Gervaldus Pr; Gerladus D1.c) Cerconensis Wo; Conconensis Sg.d) Ursinus PrWoSt2.e) folgt ze Costentz W1.f) Lang Pr; Langreti G; Langreci Wo; Langroci St2.g) Picardia Pr.h) Regualdus Pr; Rogualdus WoSt2.i) Picardia WoSt2.j) folgt et ipse pro se et alios Pr; folgt et ipse pro se WoSt2.k) archiepiscopus WoSt2.l) Petrandus D1.m) Johanes W1.n) Johanes W1.o) Partii PrWoSt2; Ponti W1.p) Narbiensis Pr; Narbonensi WoSt2.q) Johanes W1.r) XXIII. W1WoSt2.s) folgt episcobus Pr; folgt episcopus WoSt2.t) folgt episcopus WoSt2.u) Albanensis PrWoSt2.v) In Arrachonia et Chachabonia Pr; In Arragonia et Chatalonia Wo; In Arragonia et Catalonia St2.w) XXIII. WoSt2.x) nisi PrWoSt2.y) folgt episcopus WoSt2.z) Saffphio Pr.aa) Sabodia PrW1.ab) Victoriensis WoSt2.ac) Viniariensis G.ad) Chamariarum WoSt2.ae) Jbebonensis WoSt2.af) Cameracensis Pr; Camaracensis WoSt2.ag) Gasparus Wo; Casparus St2.ah) Chaminacensis WoSt2.ai) Ebronicensis Sg.aj) Gangfridus WoSt2.ak) Xantomesis W1; Xanconiensis WoSt2.al) due civitates] in una civitate WoSt2.am) Pertrandus Wo; Bertrandus St2.an) Bitturinensis Pr; Bittuniensis WoSt2.ao) folgt comitatu WoSt2.ap) Frantzie Pr; Franciae WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 355.
356 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Sequitura modo quarta nacio, videlicet Hyspania, quae habet regem Cecilie base et adhuc
septemb reges. Aliquic eorum non sunt cristiani archiepiscopi [et] episcopi. Et non fuerunt
multi hic propter dominum papam Benedictum Petrum de Luna, in cuius obediencia
ipsi fuerunt. Et eciam propter hoc, quod non habent multos christianosd in fide christianac.
[367] Hyspani.
a) Loquitur Wo; korr. zu Sequitur St2.b) octo WoSt2.c–c) Aliqui eorum – fide christiana] et plures et multi tenuerunt papam Benedictum, iam
Petrum de Luna, in cuius
obedientia ipsi fuerunt. Et sunt quam plures episcopi in ista natione, qui non
sunt veri christiani, sed pagani. Et propter hanc causam non fuerunt tam multi
archiepiscopi et episcopi Constantiae de eadem natione, sed sunt isti, qui
venerunt Constantiam, de natione Hispanica archiepiscopi et episcopi, qui
sequuntur WoSt2.d) christianos] episcopus Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 356.
357 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–357; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Dominus Alanus Compostellanusa archiepiscopus, qui presens fuit Constancie [cum xxvj personisb]. Wappen mit Büste. Et habet sub se xij episcopus.
Sequentes tres non fuerunt Constancie. Dominus Alberchtus Tholetanusc archiepiscopus. Et habet sub se viij episcopus. Dominus Arnoldus
Brachactensisd archiepiscopus et habet sub se viij episcopos. Dominus Johannes Spalensis
archiepiscopus et habet sub se vj episcopos.
Sequentes fuerunt presentes. Dominus Johannes episcopus Jebeniensis et magnus
princeps. Wappen. Dominus Didacus episcopus Zamenensise in Arrogonia. Wappen. Dominus Conradus episcopus Constanciensis in Normania, qui moriebatur
Constancie et sepultus estf ad predicatores. Wappen. [368] Dominus Magnus Abrunicensisg episcopus. Wappen. Dominus Johannes de Silva Necensis episcopus. Wappen. Dominus Nicolaus episcopus Assissinamensish. Wappen. Dominus Symon episcopus Archeniarensis. Wappen. Dominus Thomas episcopus Themonensisi. Wappen. Dominus Astorius episcopus Sidrowicensis. Wappen. Dominus Maurinus Approcinensisj episcopusk. Wappen. Dominus Martinusl episcopus Appimiarum. Wappen. Dominus Franciscus Amictanensism episcopus. Wappen. [369] Dominus Petrus episcopus Consensis. Wappen. Dominus Ludwicus episcopus Arminiensis. Wappen. Dominus Gwilhelmus Poriensisn episcopus et est exemptus. Wappen. Dominus Petrandus Palmiarum episcopuso. Wappen. Dominus Didacus episcopus Continensisp in regno Castelle base. Wappen. Dominus Johannes Passensis episcopus in regno Castelle. Wappen. Dominus Johannes episcopus Xaxensis in regno Castelle. Wappen. Dominus Fridricusq, dux Saxonie, Caminensis episcopus. Wappen. Dominus Johannes episcopus Apparimensis. Wappen.
[370] Modo non sunt plures archiepiscopi et episcopi, qui Constancie
fuerunt de nacione illa Hyspania et hoc propter distanciam loci et quod erant sub
obediencia Benedictir, exceptis suffraganeis, quorum nullum scribos.
Anglica nacio.
a) Corpestellanus Pr.b) so WoSt2.c) Cholocanus WoSt2.d) Brachattensis Pr; Brachacensis WoSt2.e) Zamerensis Pr; Camarensis G; Zamarensis WoSt2.f) et W1.g) Apprutinensis WoSt2.h) Assismaniensis D1.i) Emonensis WoSt2.j) Aprucinensis Pr.k) fehlt W1.l) Maurinus rot ausgestr. A.m) Annotanensis WoSt2.n) Boriensis G.o) Dominus Pertrandus episcopus Adurensis Wo; Dominus Bertrandus episcopus Adurensis St2.p) Concinensis W1WoSt2.q) Mangnus Pr; Magnus G.r) folgt qui propter metum non venerunt Constantiam WoSt2.s) quorum nullum scribo] quos omnes non scribo Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 357.
358 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
a) rex Scotorum] rex Hiberniae et rex Schotorum WoSt2.b–b) et tamen – vobis] et tamen, ut ego inveni, narram vobis Pr.c) narrabo WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 358.
359 (Vgl. G/D1: 342–362; G/D1: 342–359; G/D1: 342–364)
Dominus Rikardusa archiepiscopus Londaniensisb zuͦ Lunders gen Calitz über. Wappen mit Büste. Der was selb hie und sind under im viij bischoff.
[371] Dominus Johannesc archiepiscopus Salußburgensisd. Wappen mit Büste. Und starb ze Gottlieben und lit in dem münster ze Costentz vor dem fronaltar
begrabene und hett under [imf] xviiij bischoff.
Ain ertzbischoff Eboracensis was nit hie und hett dry bischoff under im, dero was
kainr hie.
Ain mächtiger ertzbischoff Demothanensis, der was nit hie und hettg under im xxj bischoff, dero kainr hie was.
Ain mächtiger ertzbischoff Cassellensish, was nit hie und hett under im xvij bischoff, die och nit hie warend, wann
dazi lit verr in ainr sondern insulenj.
[372] Dominus Georius archiepiscopus Dubliniensisk. Wappen mit Büste. Et erat presens et habet sub se vij episcopos.
Archiepiscopus Tuamensis et habet sub se xij episcopos et omnes fuerunt
absentes.
Achiepiscopus Nidrosiensis in Schota et habet sub se xiiij episcopos et omnes
absentes fuerunt.
Archiepiscopus Uppsalensis in Schottenlandl, habet sub se xx episcopos et eorum nullus fuit hic, sed ambasiata eorum, ut
sequitur.
Dominus Ruͦdolffus Bachomensis episcopus. Wappen. Dominus Johannes Sestrym Bagorensis episcopus. Wappen. Dominus Ludowicus episcopus Sestryn. Wappen. [373] Dominus Ludowicus episcopus Bagorensis. Wappen. Dominus Andreas episcopus Castellinensiso in Scotis. Wappen. Dominus Nicolaus Bachonensis et Erwilensisp episcopus. Wappen. Dominus Rikardus Wangringq episcopus Norwaticensisr. Wappen. Dominus Johannes episcopus Warmacensiss. Wappen. Dominus Otto episcopus Ossliniacensist. Wappen. Dominus Andreas episcopus civitatis Sancti Andree. Wappen. Non fuerunt plures de Anglia et Scotis.
a) folgt Clifford PrWoSt2.b) Londamensis W1; Londonensis WoSt2.c) Ruͦpertus PrGWo; Rupertus St2.d) Salusbriensis Pr.e) vergraben W1.f) im PrW1Wo; ihm St2.g) und hett fehlt W1.h) davor Cassellensis rot ausgestr. A.i) folgt land PrWoSt2.j) ynsellen W1.k) Dublimiensis W1.l) Schottenlang A; Schotzia in Schottenland Pr.m) Gestry WoSt2D1.n) Gestry WoSt2.o) Castellmensis Pr; Castellniensis W1.p) Bachoniensis et Orwilensis Pr; Bachoniensis et Erwilensis WoSt2.q) Wagring Wo; Wagrinus St2.r) Norwattinicensis Pr; Norwacinensis WoSt2.s) Warrinacensis PrG; Warmaicensis WoSt2.t) Ossliiacensis Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 359.
360 (Vgl. G/D1: 342–364)
[374] Secuntur episcopi nominati, qui ad Constanciam venerunt, quorum
archiepiscopatus non interrogavi, nec scivi reperire ex istis partibus quinque
nacionum, nisi tantum unum.
Dominus Nicolaus archiepiscopus. Wappen mit Büste. Rest der Seite und pag. 375
leer.
[376] Asia.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 360.
361 (Vgl. G/D1: 342–364)
1Ab fol. 199r bietet Wo gegenüber A eine ins Deutsche übersetzte Version
des Chroniktextes, die aufgrund der Übersetzung nur teilweise mit dem
lateinischen Text abgeglichen werden kann.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 361.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 361 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a590
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 361 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a591
362 (Vgl. G/D1: 342–364)
Asya1 et inprimis patriarcha Jherusalem, qui debebat ibia residere. Sed hoc est sibi perlongob tempore abstractum, quic soldanus recipit omnes censusd. Et habet ibi unum, qui tenete vices patriarchatus et regit secundum sectam Machometi. Ille dominus patriarcha
in Jherusalem, qui deberet ibi residere, sicut superius notatum est, et sub se
habere deberet hos archiepiscopos: Tirensem, Cesarie et Nazarenem et alias decem
episcopos et nullus hic erat, nisif subscriptus, id est illum in ordine sequensf.
In Anthiochia est patriarchatus sicut supra, quamg soldanus tenet et sunt cliij ecclesie, sicut supra scriptum est, et sunt in ipsa
terra sex archiepiscopi scilicet Tarsensish, Edessensis, quem archiepiscopatum tenet rex Medorumi. Archiepiscopus Apphanensisj, archiepiscopus Tulupensis, archiepiscopus Cratzicensisk, archiepiscopus Minastricensis. Et deberent sub eis esse septem episcopil.
Aputm Palestinos, sicut michi dictum est, et ut in libris papalibus2 inveni, quod deberent ibi esse sedes episcopales sicut sequiturm.
Super Allexandria et limitibus civitatum Jherusalem. Anthiochia est patriarchatus
Anthiocenos. Et habet duos archiepiscopos scilicet Rabensem et Veterensemn, quos Greci cintilloso vocant et habent sub se quatuor sedes, ubi deberent esse episcopatus. Sedes
prima est Cesaria maritinap, et nunc Palestina vocatur, quam reedifficabat Herodes. Sub hac [377]
sede sunt decem et novem episcopi. Sedes secunda est Secopolisq et Bersanesetr. Et hodie sedes ista est translata in Nazareth ob reverenciam annunciacionis
dominice et nativitatis beates Marie virginis. Sub hac sede sunt novemt episcopatus. Sedes tercia est: Arabia Moabiticisu et Petra desertiv vel Petracensis. Sub hac sede sunt episcopatus duodecem. Sedes quarta Betheria,
Arabie katholicorum. Sub hac sede sunt episcopatus triginta quinque.
Alie contracte et terre scilicet: Joppe, Jaffew, Astolon, Totax, Mennas, Prodicanpolisy, Rebrisz, Bersabee, Neapolis vel Sicon, Ebron, qui de novo est exemptus et dicitur
Sanctus Abraham, Sebastia, Periticusaa, Tiberiadis, Dyocesarea, Legionumab, Capitoliaac, Marranad, Theaderaae, Nazareth, Thabor, ubi transfiguratus est Christus, Sarataaf vel Petra, Adroga, Affra, Elisferam, Helonopolisag, mons Sinay, que provincie omnes respicere deberent ad patriarcham Anthiochie et
habent sub se novem sedes. Sedesah prima habet sub se xiij episcopatus. Sedes secunda est Tharsis. Sub hac sede
sunt episcopatus quinque. Sed tercia est Edissaai, Rages. Sub hac sede sunt xj episcopatus. Sedes quarta est Appaniaaj. Sub hac sede sunt septem episcopatus. Sedes quinta est Jerapolis vel Malecheth.
Sub hac sede sunt viij episcopatus. Sedes sextaak est Restra vel Rusellechal. Sub hac sede sunt episcopatus xviiij. Sedes septima est Avariarzaam. Sub hac sede sunt viiij episcopatus. Sedes octava est Dedeltziaan. Sub hac sede sunt episcopatus xxiiij. Sedes nona est Damascus. Sub hac sed[e]
sunt decem episcopatus.
Ab ista terra in insulis usque ad Venecos sunt archieppiscopiao. [378] Archiepiscopus Nicosiensis et habet iiij episcopos sub se.
Archiepiscopus Teroniensis habet nullum sub se. Archiepiscopus
Vellesundiensisap nullum habet sub se episcopum. Archiepiscopus Proschaniensisaq habet sub [se] vj episcopos et non fuerunt Constancie presentes.
a) ibi] illi Pr.b) prelonga Pr.c) quia Pr.d) omnem censum Pr.e) est Pr.f–f) nisi – sequens] preter unum subscriptum Pr.g) quia Pr.h) Carsensis W1.i) Medeorum Pr.j) Apphamiensis WoSt2.k) Cratzienssis Pr; Cracicensis WoSt2.l) folgt sed nullus hic erat Pr.m–m) Aput Palestinos – sicut sequitur] Zuͦ den Palestinos unnd da umb inn den landen,
als ich das funden hab inn
den büchern unnd registern, so ainem baubst zuͦegehörent, da sollten sin sovil
bistum oder stül, als jezt geschrieben wirt WoSt2.n) davor veteren rot ausgestr. A.o) cincillos WoSt2.p) maritima WoSt2.q) Sacopolis Pr; Satopolis WoSt2.r) Bersanesecht WoSt2.s) beate] Sancte Pr.t) novem] 14 WoSt2.u) Moabicis PrWoSt2.v) deserci WoSt2.w) Jappfe PrWoSt2.x) Tata PrWoSt2.y) Prodicannopolis Pr; Prodicanopolis WoSt2.z) Regebris PrWoSt2.aa) Pereticus W1; Bericicus WoSt2.ab) Leononum WoSt2.ac) Cappitoliam Pr; Capitoliam W1; Cappicolium Wo; Cappitolium St2.ad) Mauron WoSt2.ae) Thedara Pr; Chedara WoSt2.af) Geratra WoSt2.ag) Holonopolis WoSt2.ah) fehlt W1.ai) Edessa WoSt2.aj) Appanica Pr; Apparica WoSt2.ak) davor sed rot ausgestr. A.al) Russenlech W1.am) Anariarza PrWoSt2.an) Gedeltzia Pr; Sedeltzia W1Wo; Sedelzia St2.ao) folgt Sy warend aber arm unnd schluͦgend iro wappen nit an WoSt2.ap) Vellesbudiensis PrWoSt2.aq) Proschamensis WoSt2.ar) Nettencinensis Pr; Nettentinensis WoSt2.as) Jacobus PrWoSt2.at) Appromesis Pr.au) Theobaldus PrWoSt2.
2Gemeint ist wohl das „Provinciale Romanum“ in der Bearbeitung
des Dietrich von Nieheim, auf das sich der Chronist hier, was die
Diözesaneinteilung anbelangt, bezieht. In Wo fol. 199v ist statt von libri papales von büchern unnd registern, so ainem baubst zuͦegehörent die Rede. Vgl. G. Erler, Der Liber Cancellariae Apostolicae vom Jahre 1380 (1888) S.
19–44; J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 55f., 58; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 115f., 118, 152, 158–167, 383;
D. Mertens, Art. Richental, Sp. 56; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 78f. mit Anm. 52; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 306; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 16, 39; V. Zapf, Art. Richental, Ulrich, Sp. 569; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 65, 69.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 362.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 362 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a592
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 362 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a593
Nun vahet an der drittail der welt, das ist Affrica. Affricaa, Kriechenland, Attenb und die lender, wie vil och ertzbischoff und bischoff darinn sind. Und des
ersten an demc patriarchen zuͦ Constantinopel, wann under dem selben soltend all ertzbischof
und bischoff sin.
Affrica.
a) fehlt W1.b) Affrica, Kriechenland, Atten] Aphrica in Kriechenlandt zuͦ Constantinopel zuͦ
Athen WoSt2.c) davor den ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 363.
Patriarchatus et ecclesia Constantinopolim, que est insignis et perexcelcior
omnibus ecclesiis Grecorum, per quam terram Danubius fluit usque ad terram Egipti.
Quam terram dominus soldanus tenet et per vim detraxit patriarche. Et illa
ecclesia habet sub se sex episcopos et habet sub se archiepiscopos xxij, quorum
nomina secuntur, qui omnes non fuerunt Constancie, preter illos, qui eciam
secuntur.
[379] Archiepiscopus Irachinensis, qui habet sub se vij episcopos.
Archiepiscopus Bariensis habet sub se iij episcopos. Archiepiscopus
Squisicensisa, habet sub se novem episcopos. Archiepiscopus Varisiensis, habet sub se iij
episcopos. Archiepiscopus Madicensis, nullum habet. Archiepiscopus
Turapolitanusb, habet sub se iiij episcopos. Archiepiscopus Matensisc, habet tantum unum. Archiepiscopus Mesinopolotanensisd, habet unum. Archiepiscopus Vilipensise, habet sub se iij episcopos. Archiepiscopus Serensis, nullum habet.
Archiepiscopus Thesalicensis, habet duos episcopos sub se. Archiepiscopus1 Lansensisf, habet sex episcopos sub se. Archiepiscopus Neopacensis, habet unum sub se
episcopumg. Archiepiscopus Thebanensis, habet iij episcopos sub se. Archiepiscopus
Athenensis, habet sub se viij episcopos. Archiepiscopus Coeniciensis, habet unum
sub se. Archiepiscopus Patracensis, habet sub se vij episcoposh. Archiepiscopus Corphiensisi, nullum habet episcopum. Archiepiscopus Cretensisj, habet sub se xj episcopos. Archiepiscopus Colocensis, qui dicitur magnus
magister rodo, nullum habet. Archiepiscopus Canibaliensisk, nullum habet episcopum et est noviter creatus.
[380] Ex parte vero Egipti sunt multi episcopatus et civitates, que
deberent respectum habere super patriarcham, quorum provincias tenet soldanusl et principes sui. Et sunt in illa contracta multa templam ydolatrie et alie secte. Illorum nullus fuit Constancie, preter istos sequentes,
qui fuerunt Constancie.
Item magnus dominus Georius archiepiscopus Cunionensisn. Wappen mit Büste und zwei Personen.
Et coniacet domini duci Witoldi de Littoͮw. Et respicito ad Thurcos. Ibi ipse habet tres episcopos et ab altera parte tendit ad Russiam
albe. Et iacet suus archiepiscopatus intrap Grecorum. Et venerunt cum eo magna ambasiata. De terris illis sicut ante et
postea scriptum est. Et fuerunt hy episcopi de Grecia presentes.
[381] Dominus Philippus episcopus Siliciarumq. Wappen. Dominus Gedeon episcopus Pellicastrensis. Wappen. Dominus Ruͦdolffus episcopus Eccaniensisr. Wappen. Dominus Hermannus Nicopoliensiss episcopus. Wappen. Dominus Theodolus episcopus Ulipaldensis. Wappen.
Sequentes non habebant arma. Petrus episcopus Salubriensist. Dominus Thomas episcopus Turlocensis. Dominus Yvou episcopus Lacorensisv. Dominus Paulusw episcopus Aprensis. Dominus Symon episcopus Tragnensis. Dominus Thomas episcopus
Cicrensisx. Dominus Johannes episcopus Almiensisy. Dominus Imbertus episcopus Nozaocensis. Et hy sunt episcopi, qui eciam venerunt
ad Constanciam post electionemz.
a) Swislicensis Wo; Prislicensis St2.b) Turouopolitanus Pr; Turiopollicamensis WoSt2.c) Mattalensis WoSt2.d) Mesonopolicamensis WoSt2.e) Philippensis WoSt2.f) Lausensis WoSt2.g) hett khainen bischoff under im WoSt2.h) der het ainen bischoff under im WoSt2. i) Corpfiensis WoSt2.j) Trocensis WoSt2.k) Canibialiensis WoSt2.l) davor tenet rot ausgestr. und links nachgetr. A.m) davor tpa rot ausgestr. A.n) Cinionensis WoSt2.o) respexit W1.p) intera W1.q) Saliciarum Pr.r) Ettaniensis PrWoSt2.s) Nicopolensis WoSt2.t) Sabibriensis WoSt2.u) Ino WoSt2; folgt Eyno W1.v) Lattorensis WoSt2.w) Palus W1.x) Cytrensis WoSt2.y) Almuiensis Pr.z) post electionem] expectantes reformationem WoSt2.
1Die folgenden Namen fehlen in Pr, da foll. 104v bzw. 107v ausgefallen ist. Die Liste setzt erst wieder mit Dominus Philipus episcopus Saliciarum ein. In Wo sind die Namen vorhanden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 364.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 364 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a594
[382] Modo1 secuntur abbates, qui eciam venerunt ad Constanciam pro concilioa. Dominus Fridricus de Zolr abbas Aye maioris Constanciensisb. Wappen. Dominus Hugo de Roßnegg nobilis abbas loco Hermitarum zuͦ denc Ainsideln. Wappen. Dominus Hainricus nobilis de Gundelfingen abbas in Sancto Gallo. Wappen. Dominus Johannes abbas in Wingarten. Wappen. Dominus Johannes abbas Sancti Blasii an dem Schwartzwald. Wappen. Dominus Erhardus abbas in Crützlingen. Wappen. Dominus Johannes abbas in Petershusen. Wappen. Dominus Cromatus abbas Scotorum. Wappen.
[383] Dominus Imbertus abbas in Süßen. Davor Wappen. Dominus Hainricus abbas zed Rinoͮw. Dominus Georiuse abbas in Pregancia. Dominus Georius abbas in Muren. Dominus Alberchtus abbas
Sancti Johannis im Turtalf. Dominus Johannes abbas in Ochßenhusen. Dominus Nicolausg abbas in Wiblingen. Dominus Johannes abbas in Wettingen. Dominus Göttfridus
abbas in Rütih. Dominus Johannes abbas in Alperspach. Dominus Johannes abbas in Blaͮwbüren. Dominus
Conradusi abbas in Schauffhusen. Dominus Johannes abbas in Stain. Dominus Johannes abbas
Sancti Georii in Nigra silva. Dominus Wolffo abbas in Zwifalten. Dominus
Hainrichusj abbas in Baubenhusenk. Dominus Georiusl abbas Augie minoris apud Ravenspurg. Dominus Conradus abbas Sancti Ruͦperti.
Dominus Conradus abbas in Wagenhusenm. Dominus Petrus abbas Sancti Melauryn in Britania. Dominus Cristannuso abbas monasterii Sancte Marie in Pelusiop in Ungaria. Dominus Galyatzq abbas Sancti Silvestri de Nonantula in Bohemia. Dominus Franciscus abbas Sancti
Stephani in Bohemia. Dominus Jotilinusr abbas Sancte Marie in Jenff. Dominus Franciscus abbas Sancti Eugentis in Sabodia.
[384] Dominust Imbertus abbas in Butzu in Sabody. Dominus Nicolausv abbas in Abrünw in Proventz. Dominus Johannes abbas in Nideraltach in Payern.
Hy sunt Anglici.
a) folgt Unnd des ersten fang ich an an den, die da gehörent inn die nacion Germanica,
die dem concilio allernächst gelegen warend WoSt2.b) inn der Richenoͤw WoSt2.c) fehlt W1.d) ze ze W1.e) Jörg WoSt2.f) Rinttall Pr.g) Johanns Pr; Niclas W1.h) Rütte Pr; Riti W1; Reutti WoSt2; Rüti SgI.i) Johanns Wo; Johannes St2.j) Hainricus W1Wo; Heinricus St2; Hainrich Sg.k) Bebenhussen Pr; Babenhusen W1; Bebenhusen WoSt2Sg; Gebenhusen I.l) Johanns Pr; Joannes Wo; Johannes St2SgIZ1.m) Waugenhusen W1.n) Melanii SgI; Melami Z1.o) Cristianus Pr; Cristinus SgZ1; Cristanus I.p) Pelusco PrI; Pelasco Sg; Pelasio Z1.q) Galyatz] Galitz de Parypolis Pr; Johannes Galitz de Pariipolis SgIZ1.r) Jocilinus PrWoSt2; Jacobus IZ1.s) Eugeti PrWoSt2; Egenti W1; Engeti I; Angnetti Z1.t) davor Dominus Imbertus abbas in Butzino Sabody rot ausgestr. A.u) Butzino WoSt2.v) Niclas W1.w) Abrim W1; Abrun IZ1.
1Die cc. 365–381 werden in Pr zunächst ausgelassen, aber foll.
274ra–280vb bzw. 265ra–271vb nachgetragen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 365.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 365 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a595
Dominus Wilhelmus abbas in monasteriia et est princeps. Dominus Thomas abbas Sancte Marie in Ebrotob. Dominus Rikardus abbas in Joriwaldis. Dominus Johannes Ripon abbas de Fontibus.
Dominus Rikardus abbas in Belliloco. Dominus Petrus abbas Sancti Abundi. Dominus
Uͦdalricus abbas in Haimrain in episcopatu Wirtzburg. Dominus Johannes abbas in
Melch in Austria. Dominus Hugo de Novo castro abbas Sancti Anthonii dyocesis
Vionensis. Dominus Johannes abbas Sancti Burkardi in episcopatu Herbipolensi.
Dominus Sifridus abbas in Helwangc in episcopatu Augustensi. Dominus Nicolaus abbas Florencius in episcopatu
Bisentini. Dominus Jacobus abbas zuͦ Zedlatzd in Bohemiae in Kutten. Dominus Petrus abbas in Bariscof in Roma. Dominus Imbarusg abbas Scotorum in episcopatu Wirtzburg. Dominus Erhardus de Schowenburgh abbas in Pantzi in Wirtzburger bistumb. Dominus Enfridusj abbas in Honbergk in episcopatu Herbipolensi. Dominus Hainricus in Cappel Constancie dyocesis.
Dominus Symon abbas in Sancti Salvii Florencii. Dominus Laudabus abbas in
Moßgarten Florenciarum. Dominus Sifridusl abbas in Kempten. Davor Wappen.
[385] Dominus Johannes Demenlam abbas in Fult in Buchner land. Dominus Har[t]mannus abbas Sancti Albani ob der
statt ze Mentz. Dominus Johannes abbas in Kemnitzn in Mißen. Dominus Alberchtus abbas Sancte crucis Pathaviensis dyocesis. Dominus
Cristanuso abbas Sancti Vincencii Wurtaliensisp dyocesis zuͦ Wurms. Dominus Johannes Cisterciensis in Burgundiaq. Dominus Hainricusr abbas Mermifeleriis in Mißen Merßburgensis dyocesis. Dominus Johannes abbas Morimundi in ducato
Parensyt. Dominus Alberchtus abbas in Mulbrunnen Spirensis dyocesis. Dominus Johannes
abbas in Brunbach Herbipolensis dyocesis.
Uss Frankenu.
a) monosteri W1.b) Eebroco W1; Eboraco GWoSt2I; Eberaco Z1.c) Elwangen WoSt2; Ellwangen D1.d) Zedlitz GWoSt2.e) Boheimia W1; Beham Wo; Böhmen St2.f) Paruseo PrGWo; Peruseo St2; Parnseo I; Parusio Z1.g) Ymarus PrWoSt2Z1; Himarus I.h) Schowenbberg W1; Schowenberg WoSt2IZ1.i) Bantz PrI.j) Eufridus PrZ1.k) Heinberg IZ1.l) Friderich Wo; Friedrich St2.m) De Merla PrIZ1; De Menla W1; Demerla D1.n) Konmütz IZ1.o) Cristianus Pr.p) Wirttalensis Pr.q) Cisterciensis in Burgundia] Cistoriciensis in in Burgundia W1.r) Johannes G.s) Wermisellery G.t) Parensy] Baresi Wo; fehlt St2.u) Franckrich Wo; Franckreich St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 366.
Dominus Franciscus abbas de Castellariisa. Dominus Johannes de Castellab abbas Sancti Lupi. Dominus Petrus abbas de Ministris Vilupensisc dyocesis. Dominus Johannesd abbas de Cluniacensis. Dominus Wilhelmus abbas in Romensise. Dominus Wilhelmus abbas Sancti Paulif Commereatoni. Dominus Jacobusg abbas Sancti Leonhardih de Corbinaco. Dominus Wilhelmus abbas Sancti Georii Rothomagensis dyocesis.
Dominus Hugoi abbas Murmundensis. Dominus Felix abbas de Bellicotoj Senaniensisk dyocesis. Dominus Conradus abbas in Merspurg in Mißen princeps. Dominus Johannes
abbas in Blaubüren. Dominus Wilhelmus abbas in Amriani. Dominus Ego abbas in
Ottenbrunnenl Augustensis diocesis. Dominus Hainricus abbas in Schontal Herpipolensis
dyocesis. Dominus Stephanus abbas in Positan in Napuls. Dominus Bartholomeusm abbas de Pistorion in Tuschaͮwo Florentinorum. Dominus Galiatz abbas in Münster Parmensis in Italya.
[386] Dominus Lampertusp abbas Montis Monachorum ze Münch Urach Saltzburgensis dyocesis. Dominus Conradus
abbas in Schonoͮw Wurmicensis dyocesis. Dominus Hainricus abbas Inabracensisq Herbipolensys diocesis. Dominus Franciscus abbas Sancti Eugetir in Sabodia. Dominus Arnoldus abbas de Fontibus salutis Aistensiss diocesis. Dominus Nicolaus abbas in Lamkamt Babenbergensis dyocesis. Dominus Haintzmannus abbas in Bellela Basiliensis
dyocesis. Dominus Andreas abbas Sancti Vincencii in Schlesia. Dominus
Uͦdalricusu abbas inv Stellw Frisingensis dyocesis. Dominus Thomasx abbas Sancte trinitatis in Ungaria. Dominus Fridericus abbas in Capurna in
Ungaria. Dominus Franciscus abbas in Capurna in Ungern. Dominus Fridericusy abbas zuͦ Sangarsz in Ungern. Dominus Franciscus abbas Sancti Ambrosii in Mailan[d]. Dominus
Johannes abbas in Gaißhaim Pataviensis dyocesis. Dominus Johannes abbas ordinis
Cirsterciensis in Burgundia. Dominus Johannes abbas in Vilerio Mentzeraa bistumbs. Dominus Hermannus abbas Sancti Apri in Lutringen. Dominus Hainricus
Albon abbas in Sibenbürgen in Ungaria. Dominus Wilhelmus abbas in Fussi in
Arrogonia. Dominus Carpasiusab abbas de Pondoloac in Arrogonia. Dominus Johannes abbas Castri Durantis in Ytalia. Dominus Johannes
abbas Florentinorum in civitate. Dominus Caspar abbas Sancti Johannis heremitarum
in Parusioad. Dominus Matheus abbas Clarevallis doctor theoloye. Dominus Gwilhelmusae abbas Sancti Salvatoris Magdalonum dyocesisaf. Dominus Johannes abbas de Precibus Cisterciensis Veneciarum. Dominus Nicolaus
abbas Sancte Marie de Columpna Placentini ordinis Cisterciensis. Dominus
Gwilhelmusag abbas de Cellis Bituricensis dyocesis. Dominus Angelus abbas monasteriiah in Runa Saltzburgensis dyocesis. Dominus Conradus abbas adai Auream Coronam in Bohemiaai.
[387] Dominus Petrus abbas Perigamensisaj dyocesis Sancti Benedictiaj. Dominus Ambrosius abbas de Rogiaak in Bohemia. Folgt Wappen. Dominusal abbas in Salem, daz ist Salmenswiler. Dominus Fridricusam abbas in Pfäfers Curiensis dyocesis. Dominus Johannes abbas in Engelberg
Costentzer bistuͦmb. Folgt Wappen. Dominus Nicolausan abbas in Raithaslach. Dominus Gwido abbas Sancte Aranieao in Frantzia. Folgt Wappen. Dominus Petrus abbas Castellensis in regno Francie. Folgt Wappen. Dominus Fridricus abbas Sancte Marie in regno Frantzie Cisterciensis ordinis. Folgt Wappen. Dominus Fridricus abbas in Wettingen Constanciensis dyocesis. Dominus Georius
abbas in Oppotuwitz in Bohemia. Dominus Johannes abbas in Cedlitz in Boemia.
Dominus Nicolausap abbas Regis solioaq zuͦ Küngssal by Prag. Dominus Fridricus abbas ad Auream Coronam in Bohemia
Cisterciensis dyocesis. Dominus Johannes abbas in Bonowitz in Moraviaar ordinis Sancti Benedicti. Omnes Boemi sunt jam expulsi.
a) Castellarius Pr; Castellaris W1.b) Castello Wo; Castell St2.c) Villipensis WoSt2.d) Nicolaus PrWoSt2; Nyclaus Sg; Niclaus IZ1.e) Romonensis PrWo; Romanensis St2.f) Pale W1.g) Hug Pr; Hugo WoSt2.h) Lienhardi PrWoSt2.i) Jacobus PrWo; Jacob St2.j) Belliloco Pr; Belleloco GWoSt2.k) Senamensis W1; Sananensis WoSt2.l) vor en ist der Buchstabe g rot ausgestr. A; Ottenbrunn W1.m) Barthlameus W1.n) Pistoris W1.o) Tuschan Pr; Tuschow W1; Tuschgan Wo; Tuscania St2.p) Lampertus] Cuͦnratt Pr1; Lampertus Pr2; Lambertus WoSt2.q) Abracensis Pr.r) Eugott Pr; Engeti D1.s) Aistettensis Pr.t) Lamkhain Pr; Lankhain WoSt2.u) Uͦlricus Pr.v) in in W1.w) Stall Pr; Etal WoSt2D1.x) Thoman Pr.y) folgt Grauffnegger WoSt2.z) Santgans PrWo; St. Johannis St2.aa) Metzer Pr.ab) Garpasias Pr; Garsias GWoSt2.ac) Pandolo Pr.ad) Paruseo Pr.ae) Gwillinus G.af) folgt zuͦ Mailand WoSt2.ag) Gwyllinus G.ah) monosteri W1; monasterio WoSt2.ai–ai) ad – Bohemia] Perigamensis diocesiß Sancti Benedicti Pr.aj–aj) Perigamensis – Benedicti] ad Auream Coronaculum in Behem Pr.ak) Regia Pr.al) folgt Cuͦnrad Wo; folgt Cunrad St2.am) Petrus WoSt2.an) Niclas W1.ao) Amiani WoSt2.ap) Niclas W1.aq) salio Pr.ar) Morovia W1.as) Jacobus Pr.at) Ysni Pr; Ynsy W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 367.
[389] Diß sind pröbst, die och tze Costentz in dem concilio warend.
Dominus Franciscus in Gran Granensis episcopatus ac notarius Romanorum regi[s in
Ungariaa]. Dominus Michahel prepositus in Primb et eciam notarius Romanorum regi. Dominus Wentzelaus prepositus Pataviensis
sacri Romani sedis notarius. Dominus Uͦdalricus prepositusc in Friul ac ambasiatord patriarche in Friule. Dominus Hiltmarusf prepositus in Wirtzburg. Dominus Alberchtus prepositus in closter Nüwenburg et
est princepsg. Dominus prepositus Jacobus in Memingenh ordinis Sancti Anthonii. Dominus Petrus prepositus in Altzsei ordinis Sancti Anthonii. Dominus Petrus Bentznoͮwerj prepositus in Bercholtzgaden diocesis Saltzburgensis. Dominus Benedictus
prepositus Albensis in Wisenburg in Schlafoniak. Dominus Gregorius prepositus Sancti Nicolai Albensis in Schlafonia. Dominus
Johannes prepositus Fritzlasiensis et canonicus Maguntinensis. Dominus Benedictus
prepositus et prior de Muctual dyocesis Bisuntinensis. Dominus Alberchtus prepositus et prepositusm Mägdurbiensis dyocesis. Dominus Theodericus prepositus et canonicus
Wurmacensisn. Dominus Casparo prepositus ad Sanctum Petrum Argentinensis dyocesis. Dominus Petrus prepositus
ad Sanctum Stephanum in Ungaria acp regis Ungariip notarius. Dominus Thomas Pelconq prepositus Sancti Philippi in Anglia ac summus cancellarius regis Anglie.
[390] Dominus Petrus prepositus in Legentzenr in Burggrauffia Nürenbergensi. Dominus Andreas prepositus Lubicensis provincie
Brandenburgensiss. Dominus Zignot prepositus et archidyaconus Scharensis. Dominus Johannes de Flisch[g]o
prepositus Sancti Admaniu in Roma1. Dominus Nicolausv prepositus et officialis Prixiensis dyocesis in Austria. Dominus Petrus
prepositus in Holtzkilchen Herpipolensis dyocesis.
Anglici.
a) regi[s in Ungaria] Wo; regi[s in Hungaria] St2.b) Prim] Brünn, Olmicensis diocesis Wo; Brunn, Olmicensis diocesis St2.c) episcopatus W1.d) folgt Aquilensis Wo.e) in Friul] Aquilensis St2.f) Hiltman SgI; Hiltprand Z1.g) folgt et exemptus WoSt2.h) Männingen Wo; Mämmingen St2; Männiger SgI.i) Waltze Z1.j) Beltznower W1; Bentenauer Wo; Benzenauer St2.k) Schlapfonia Pr; Schlavonia Wo; Sclavonia St2.l) Mittna G; Mutna WoSt2; Mictua Z1.m) canonicus PrWoSt2.n) Wormaciensis Wo; Wormatiensis St2.o) Gaspar Wo.p–p) ac – Ungarii] fehlt W1.q) Pelton WoSt2; Poltan Sg; Polton I; Palton Z1.r) Legetzen PrI; Legentan Wo; unklar St2; Legotzen SgZ1.s) folgt Dominus Johannes prepositus Lemocensis in provincia Bituricensis Pr; folgt Joannes prepositus Losmacensis in provincia Bitturiensis Wo; folgt Johannes praep. Losmacensis in provincia Bittariensis St2; folgt Johannes decanus Lemonicensis in provincia Butricensis Sg; folgt Johannes techanus Lemonicensis in provincia Butrensis I; folgt Johannes decanus Lemonicensis in provincia Lutricensis Z1.t) Eziguo Pr; Thitza WoSt2.u) Adriani PrWoSt2SgIZ1.v) Nicolas W1Z1; Nyclaus Sg; Niclaus I.
1Danach werden mit Angelus de Viterbio bis Hermannus Twerg in Wo fol. 210v eine Reihe von Pröbsten aufgeführt, die sich nicht in A, aber
in G finden, so dass die Varianten hier vermerkt sind.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 368.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 368 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a596
Dominus Engelmarus prepositus Ludensisa. Dominus Alberchtus Oxiensisb prepositus. Dominus Johannes prepositus et officialis Salusburgensis. Dominus
Nicolaus prepositus Galitzburgensisc. Dominus Johannes prepositus Dubliniensis archiepiscopatus. Dominus Ruͦdolffus
prepositus Bagorensis dyocesis. Dominus Johannes prepositus Bachomensis dyocesis.
Dominus Alanusd prepositus Sestri.
Hyspani.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 369.
Dominus Johannes prepositus Compestellanensisa. Dominus Georiusb prepositus Jebenensis. Dominus Gregorius prepositus Zamarensisc. Dominus Nicolaus prepositus Constancie[nsis]. Dominus Franciscus prepositus
Assisinarensisd. Dominus Petrus prepositus Consensis. Dominus Johannes prepositus Pomensis.
Dominus Johannes prepositus Amictavensise. Dominus prepositus Petrus Appimiarumf. Dominus Nicolaus prepositus Apprutinensisg. Dominus Astoriush prepositus Archemanensisi. Dominus Jeronimus prepositus Sidronicensis.
[391] Italici.
a) Compostellenensis WoSt2.b) Joannes Wo; Johannes St2.c) Zamrensis WoSt2.d) Assissmanensis Pr; Assismanensis WoSt2.e) Amictanensis PrWoSt2.f) Apprimiarum Pr.g) Apprucinensis WoSt2.h) Astorus W1.i) Archenianensis WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 370.
Dominus Johannes prepositus Ravennensis. Dominus Johannes prepositus
Adriensisa. Dominus Petrus prepositus Saxensis. Dominus Bernhardus prepositus
Bonttonensisb. Dominus Nicolaus prepositus tzuͦ Mailan[d]. Dominus Petrus prepositus
Medelaniensisc. Dominus Arodeusd prepositus Aquensis. Dominus Franciscus prepositus Platensise. Dominus Johannes prepositus Janvensisf. Dominus Andreas prepositus Naulensisg. Dominus Marcus prepositus Veneciarum et archidyaconus ibidem ac ambasiator
ipsius ducis Veneciarum. Dominus Johannes prepositus Papiensish. Dominus Petrus prepositus Arricensis. Dominus Nicolausi prepositus Prunacensisj. Dominus Johannes prepositus Capriensisk archiepiscopatus. Dominus Theobaldus prepositus Pisantinensisl archiepiscopatus. Dominus Jacobus prepositus Civitatensis. Dominus Alanus
prepositus dyocesis Ysnaniensism. Dominus Lucas prepositus ecclesie Litziensis archiepiscopatus. Dominus Barnabas
prepositus ecclesie Paxioracensis archiepiscopatus. Dominus Johannes prepositus
ecclesie Regunensisn. Dominus Nicolaus prepositus ecclesie Aquilensis patriarchatus. Dominus Leo
prepositus ecclesie Tridantinuso.
Frantzoni.
a) Adrianensis WoSt2.b) Bonttonensis] Benoniensis Wo; Bononiensis St2; folgt Dominus Johannes prepositus Rabiensis PrWo.c) Medelamensis PrW1.d) Amodeus Pr; Andreas WoSt2.e) Placensis WoSt2.f) Janviensis Pr; Jenvensis Wo; Lavennensis St2.g) Nolensis WoSt2.h) zuͦ Pavia WoSt2.i) Nicolas W1Wo.j) Primacensis Pr; Pruxacensis WoSt2.k) Cappuensis Pr; Capprensis WoSt2.l) Bisantinensis WoSt2.m) Isnamensis PrW1.n) Regimensis Pr; Reginensis WoSt2.o) zuͦ Trient WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 371.
Dominus Nicolaus prepositus Senonensis ecclesiea. Dominus Johannes prepositus ecclesieb Cortonensisc. Dominus Paulusd prepositus ecclesie Parisiensise et ambasiator regis Francie. Dominus Galderus prepositus ecclesie Rothomagensis
in Normania. Dominus Ursinus prepositus ecclesie Baiocensisf in Bicardiag. [392] Dominus Barnabas prepositus Romensis ecclesie in Britaniah. Dominus Otto prepositus ecclesie Turonensis in Britaniai. Dominus Johannes prepositus ecclesie Leonensis in Britania. Dominus Ruͦpertus
prepositus Dolensis ecclesie in Britania. Dominus Magnus prepositus
Maclonensisj ecclesie in Britania. Dominus Gwido prepositus ecclesie Bitturiensisk in Britania. Dominus Franciscus prepositus Sancti Flori in Efframia. Dominus
Leonhardusl prepositusm ecclesie Lomensis. Dominus Uͦdalricus prepositus ecclesie Axitanensis in
Pritania Tholosanan. Dominus Hainricus prepositus ecclesie Narbonensis in provincia Tholosanao. Dominus Gregorius prepositus ecclesie Sancti Porcip Themeriarumq in provincia Theolosanar. Et multi plures de Hyspania [et Francias] fuerunt Constancia, quit prolixius essent enarraret.
Germaniu.
a) folgt Cortonensis W1.b) fehlt W1.c) Gorconensis WoSt2.d) Palus W1.e) davor Rothomagensis ausgestr. W1.f) Paiocensis Wo; Pajocensis St2.g) Picardia Pr.h) Romensis – Britania] Remensis in Picardia Wo.i) Picardia WoSt2.j) Maclomensis Pr; Mattonensis WoSt2.k) Butturicensis Pr; Bicturicensis Wo.l) Lienhardus PrWoSt2.m) prepositus prepositus W1.n) Axicanensis in Britania Theolosana WoSt2.o) Theolosana WoSt2.p) Porti WoSt2.q) Themeiarum Pr.r) Thelosana Pr.s) so WoSt2.t–t) qui – enarrare] quos non omnes possum enarrare WoSt2.u) Germania W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 372.
Dominus Johannes prepositus maioris ecclesie Maguntinensis ecclesie
archiepiscopatus. Dominus Ruͦdolffus prepositus minoris ecclesie Maguntinensis.
Dominus Wilhelmusa prepositus Augustensisb ecclesie. Dominus Fridricus prepositus Spirensis ecclesie. Dominus Jacobus
prepositus Prixonensisc ecclesie. Dominus Rabanus Rabenburgensisd ecclesie prepositus. Dominus Conradus prepositus Curiensis ecclesie prepositus.
Dominus Andreas prepositus ecclesie Herbipolensise. Dominus Fridricus prepositus ecclesie Wurmensis in Renof. Dominus Johannes prepositus Basiliensis ecclesie in Renog. Dominus Ruͦdolffus prepositus ecclesie Wurmensis in Reno. Dominus Imbertus
prepositus ecclesie Sancti Petri Argentinensis. Dominus Johannes prepositus Sancti
Thome ecclesie maioris Argentinensish. Dominus Johannes prepositus Coloniensis ad Sanctam Mariam.
[393] Dominus Ruͦdolffus prepositus ini summo aput tres reges Coloniei. Dominus Ruͦpertusj prepositus ecclesie Sancte Exuperancie in Colonia. Dominus Edolmarusk prepositus aput Sanctum Antrianuml Colonie. Et fuerunt ambasiata de universitate Coloniensi. Dominus Imbertus
prepositus ecclesie Treverensis et archidyaconus ibidem. Dominus Thomas prepositus
et officialis Metensis ecclesie uff der Musel. Dominus Petrus Undenensism ecclesie prepositus in aqua Musel. Sigmundusn prepositus Nicopolensis ecclesie in Walachia. Dominus Oswaldus prepositus
Ragusinensis vel Spalentensis in Walachia. Dominus Wentzelaus prepositus
Vicislagensiso ecclesie in Schlafoniap. Dominus Procopius prepositus ecclesie Strigonensisq in Ungaria. Dominus Nicolaus Ritinensisr ecclesie prepositus in Ungaria. Dominus Wadeslauss prepositus ecclesie Agnensist in Ungaria. Dominus Lucas prepositus Colocensis ecclesie in Ungaria. Dominus
Hainricus prepositus ecclesie Varadiensisu in Ungaria. Dominus Johannes prepositus Pragensis ecclesie et fuit quasi pauper
et expulsus. Dominus Fridericus prepositus Guniensisv Boemus pauper et expulsus. Dominus Alberchtus prepositus Olmucensisw in Moravia. Dominus Ruͦdolffus prepositus Regenspurgensis in Tuͦnobio. Dominus
Alkranusx prepositusy ecclesie Bassergensisz in Morafia. Dominus Johannes prepositus Rigensis ecclesie in Nifenland by dem
bischoffaa von Rig. Dominus Thomas prepositus Osslaniensisab ecclesie Rigensis dyocesis. Dominus Johannes in insula Sancte Marie in Rig. Et
erat pauper, quia ecclesiaac coniacet paganis. Dominus Thomas prepositus Culmensisad ibidem. Dominus Symon prepositus ecclesie Gnesnensis in Polonia aput
archiepiscopum ibidem.
[394] Thitzo prepositus ecclesie Plocensis in Poloniaae. Dominus Thoma[s] prepositus Lubicensis in Polonia. Dominus Hartmannus
prepositus Bosnamensisaf ecclesie in Bolonia. Dominus Jacobus Madeburgensis ecclesie prepositus. Dominus
Fridricus prepositusag ecclesie Meßburgensis in der Schlesi. Dominus Conradus prepositus ecclesie
Brandenburgensis. Dominus Johannes prepositus Misnensis ecclesie. Dominus
Egloffusah prepositus ecclesie Saltzburgensis et officialis ibidem. Dominus Philippus
prepositus Pataviensisai ibidem et officialis Wienensis. Dominus Fridericus prepositus Chyemensis
Saltzburgensis dyocesis. Dominus Uͦdalricus ecclesie Prixensis dyocesis. Dominus
Nicolaus prepositus ecclesie Settwanensisaj. Dominus Conradus prepositus ecclesie Frisigensisak. Dominus Waltherus prepositus ecclesie Limensis. Dominus Johannes prepositus in
Münster ecclesie in Ärgöal. Dominus Bartholomeus in Ysniam prepositus.
a) Anshelmus PrWoSt2.b) Augustinensis Pr.c) Prixoniensis PrW1.d) Babenburgensis Pr; Babenberg WoSt2.e) Herbipolensis] Wurmensis in Reno W1.f) Der Name fehlt W1.g) Der Name fehlt W1.h) Der Name fehlt W1.i–i) in summo – Colonie] zuͦ dem gestifft zuͦ Coͤln WoSt2.j) Petrus WoSt2.k) Rudpertus Wo; Rupertus St2.l) Antrianem Pr; Adrian WoSt2.m) Undinensis WoSt2.n) Sigismundus WoSt2.o) Uttisflagensis Pr; Utislagensis WoSt2.p) folgt Dominus Landolffus prepositus Stangnensis ecclesie in Schlaffonia Pr; folgt Landolphus probst Stargensis inn Windischen landen WoSt2.q) Strigoniensis WoSt2.r) Rintensis W1; Rittigensis WoSt2.s) Wadislaß W1.t) Augnensis WoSt2.u) Vradasliensis WoSt2.v) Guriensis PrWoSt2.w) Olmicensis Pr.x) Albertus WoSt2.y) episcopatus W1.z) Basorgensis WoSt2.aa) ertzbischoff Wo.ab) Osslamensis W1; Oslaniensis WoSt2.ac) folgt sua WoSt2.ad) ecclesie Culmensis W1.ae) Plocensis in Polonia] Ploncensis in Masophia WoSt2.af) Bosnaniensis WoSt2.ag) episcopatus W1.ah) Egenolphus WoSt2.ai) Pacamensis PrW1.aj) Sottwanensis Pr.ak) Frisingensis Pr.al) Ergoͤw Pr.am) folgt ordinis Sancti Benedicti Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 373.
a–a) Precedentes – depingerem] Isti quasi omnes prepositi erant Constantiae et plurimi
non habebant
proprias expensas, sed erant cum episcopis suis, et non apposuerunt arma WoSt2.b) Precedentes] Isti PrWoSt2.c) propterea] ergo Pr.d) valebam] poteram Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 374.
a) fehlt W1.b) Rötteln W1WoSt2.c) so WoSt2.d) so WoSt2.e–e) und[er] – Mentz] und der ertzbischoff von Mentz W1; under dem ertzbischoff von Maintz Wo; und verschrieben ist St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 375.
So warend do zemaͧl thuͦmherren zuͦ dem thuͦmb ze Costentz, die ocha yetzo da gemalt und ir namm verschriben ist.
a) des glich W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 376.
a–a) Und – pröbst] fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 377.
[395] Dozemaͧl warend thuͦmherren zuͦ dem thuͦmb ze Costentz1.
Magister Johannes Schürpfer decanus et canonicus Constanciensis. Wappen. Magister Petrus Liebinger canonicus ecclesie Constanciensisa. Wappen. Uͦlricus Plarerb prepositus ecclesie Constanciensis et mortuus est tempore concilii. Wappen. Dominus Conradus de Münchwil canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Hainricus de Randegg prepositus et canonicus ecclesie Constanciensis et
successit Uͦlricum Blarer. Wappen. Alberchtus de Rechberg canonicus ecclesie Constanciensisc. Wappen. Ruͦdolffusd de Tettikofen custos et canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Johannes de Rast ecclesie Constanciensis canonicus. Wappen. Uͦlricus Truchsäß de Dießenhofen canonicus et cantor ecclesie
Constanciensis2. Wappen. Magister Conradus Hely canonicus et officialis ecclesie Constanciensis. Wappen. Waltherus de Ulm canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Magister Johannes Hellung canonicus Constancie et procurator curie Romanae. Wappen.
[396] Alberchtus Blarer canonicus ecclesie Constanciensis et olim
episcopus. Wappen. Diethelmus Blärer canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Johannes Lütie sucessit illum de Fridingen canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Eberhardus Last canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Conradus Drunsburgf canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Magister Johannes Kräyenbergg canonicus Constanciensis. Wappen. Magister Johannes Bollin canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen. Fridricus de Hewenh canonicus Constanciensis. Wappen. Gergoi de Fridingen resignavit. Wappen. Conradus Ekkart canonicus ecclesie Constanciensis. Wappen unausgeführt.
a) folgt unnd thuͦmprobst zuͦ Basell WoSt2.b) Blarer Wo; Blarrer St2.c) folgt unnd jezt bischoff zuͦ Aichstetten WoSt2.d) Ulrich WoSt2.e) Lütni W1.f) Burg GWoSt2.g) Kragenberg WoSt2.h) Höwen W1.i) Jörg WoSt2.
1Zu den Konstanzer Domherren während der Konzilszeit vgl. K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8430.
2Das Amt des Domkantors bekleidete zur Zeit des Konzils der
unten genannte Eberhard Last. Vgl. M. Schuler, Die Musik in Konstanz während des Konzils 1414–1418, in:
Acta Musicologica 38 (1966) S. 153.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 378.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 378 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a597
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 378 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a598
Secuntur canonici ad Sanctum Stephanum. [397] Magister Ludwicus Nithart
plebanus ecclesie Sancti Stephani. Wappen. Magister Johannes Tenger canonicus Sancti Steffani. Wappen. Magister Johannes Ruͦßa canonicus Sancti Stephani. Wappen unausgeführt. Johannes Bischoff Sancti Stephani canonicus. Wappen. Conradus Hofflich canonicus Sancti Stephani. Wappen unausgeführt. Magister Nicolausb Nasoc canonicus Sancti Stephani. Wappen. Johannes Käser Sancti Stephani canonicus. Wappen. Johannes Messerschmid canonicus Sancti Stephani. Wappen. Jacobus Bart canonicus Sancti Stephani. Wappen. Conradus Schmid canonicus Sancti Stephani. Wappen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 379.
[398] Canonici Constancienses ad Sanctum Johannem. Magister Johannes
Huͦber custos ad Sanctum Johannem. Wappen unausgeführt. Ruͦdolffus de Tettikofen. Wappen. Uͦlricus Keller, dictus Lupf, baccularius Haidelbergensis, tunc temporis
plebanus ecclesie Sancti Johannis Constancie. Wappen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 380.
Nunc secuntur prepositi Germani, qui apposuerunt arma sua. [399] Dominus
Hainricus de Ranndegg prepositus Constancie in summo. Wappen. Dominus Fridericusa prepositus in Öningen. Wappen unausgeführt. Dominus Nicolaus Naso prepositus in Emrach. Wappen. Dominus Conradus prepositus in Turegob. Wappen unausgeführt. Dominus Conradus prepositus in Ulma zuͦ denc Wengurd. Wappen. Dominus Conradus de Munchwil prepositus episcopalis Zellee. Wappen. Dominus Jacobusf prepositus in Inßnig. Wappen. Dominus Johannesh Liebingeri prepositus Basiliensis. Wappen. Dominus Eberhardus prepositus in Walßej. Wappen. Dominus Johannes de Rast prepositus Zuriaca. Wappen unausgeführt. Dominus Johannes prepositus uff dem Zürichberg. Wappen unausgeführt. Dominus Conradus Burg prepositus Sancti Johannisk. Wappen unausgeführt.
a) Nicolas Wo; Nicolaus St2.b) Dominus Cuͦnradus Elie prepositus Felicis et Regule in Turego Pr; Cunradus Elia probst zuͦ St. Felix unnd Regalis zuͦ Zürich WoSt2.c) zuͦ den] zuͦn W1.d) Wengnar Pr; Wenger W1WoSt2.e) Bischoffzell WoSt2.f) Eberhardus WoSt2.g) Ynsin W1.h) Petrus Wo.i) Lieburger Pr.j) Waltze Pr.k) folgt Constanciensis Pr; folgt zuͦ Costentz WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 381.
[400] Es ist ze wissen, daz ze Costentz warend rechter herren und pröbst
von allen herren und ocha bischofen und von irn capiteln und die och zuͦ dem baͧpst gehortendb und von andern herren, ertzbischofen, bischofen und äpten, und von iro wegen,
der warend an der zal wol ccclij, die ze Costentz lagend, mer dann mit fünf
hundert pfärden und mit so vil dienern, dero aller nammen ze vil wär ze
schriben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 382.
Es ist ocha ze wissen, daz ze Costentz warend fünfzehen auditores, die zuͦ Sant Steffan zuͦ
gericht saßen und umm all sachen richtend, die ad rotam hortendb. Die warend all doctores in utroque, daz ist gaistlich recht und kaiserlich
recht; die waren ze Costentz mit hundert und xx pfärden und dienern. Und haißend
die doctores oder auditores mit namen also, alßc hie nach volgtc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 383.
Dominus Johannesa Nasob de Boemia iam episcopus Curiensis. Dominus Petrus Nardic uß Römerland. Dominus Bictabonusd de Bellonise. Dominus Germinariusf de Prato. Dominus Jacobus de Camplog. Dominus Johannes de Oppissish. Dominus Laurenciusi Sachs. Dominus Johannes de Thomaciis. Dominus Wilhelmus Malignetij. Dominus Johannes Zwergk. Dominus Thomas de Milio. Dominus Angelusl de Paruseo. Dominus Johannesm Kitzbuchel. Dominus Berchtoldus Willing. Dominus Cuͦntzo de Zwadlan.
a) Joannes Wo; Johannes St2; Nycolaus Sg; Johans I; Nicolas Z1.b) Nasonis PrSt1; Nas W1SgIZ1.c) Nardus SgIZ1.d) Pittohanus Sg; Pittobanus I; Vitolianus Z1.e) Bellenis SgZ1; Bellanis I.f) Germianus PrW1St1; Germmanus WoSt2; Germiani SgI; Gormianus Z1.g) Complo W1.h) Appizzis SgIZ1.i) Larencius W1.j) Malingnety PrSt1; Malignete W1; Nalnigenti Sg; Nalingenti IZ1.k) Twerg PrSt1WoSt2SgIZ1.l) Augenus SgZ1.m) Hainricus PrSt1WoSgI; Henricus St2; Henrich Z1.n) Zwodla PrSt1WoSt2; Zwals Sg; Zwola I; Zwold Z1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 384.
Modo secuntur secretarii pape, daz ist sin haimlich rät. [401] Dominus
Anthonius de Lustis. Dominus Petrus Frankoniea. Dominus Leonhardus de Retzb. Dominus Jabc de Restis. Dominus Leonhardus de Werowild. Dominus Puntzioe de Frantzia. Dominus Johannes Maraktef. Dominus Barchog de Monte Guntzio. Dominus Ampinus de Allexandriah. Dominus Panocusi de Pistoriaj. Dominus Nicolaus de Manpiis. Dominus Angelus de Roacek, dominus Cristoferus de Roacel; fratres. Dominus Johannes de Roacom, patruus. Dominus Petrus de Triba. Dominus Hainricus de Satiman. Dominus Johannes Symonis.
a) Frankanie SgZ1.b) Lienhardus de Rotz SgIZ1.c) Job PrSt1WoSt2SgIZ1.d) Lenhardus de Werenwil Wo; Leonhardus de Werenwil St2; Lienhardus de Ferowil SgI; Leonardus de Ferowil Z1.e) Puntio Wo; Guntzio St2; Pantzo Sg; Puntzo IZ1.f) Marako SgIZ1.g) Bartholomeus PrSt1WoSt2SgIZ1.h) Allixandria W1.i) Panotus St1Z1; Panontus SgI.j) wohl aus Pistonia korr. A.k) Reato PrSt1; Reate SgWoSt2; Roate I; Roato Z1.l) Reato St1I; Reate WoSt2.m) Reato St1; Reate SgWoSt2; Roato I.n) Satinia SgZ1; Satuna I.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 385.
Item und allain die schriber, die da recht bullen des baͧpstes schriben, one die
andern schriber, der was by lxx an der zal, der ieglicher hett ain knecht, der
ander zwen, ettlicher vier. Dero was mit knechten cxlv personen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 386,1.
[Ouch1 schriber, die da wartotend der penitentiarii, die da saussend in dem münster zuͦ
dem thuͦm ze Costentz, ettlicher allain, ettlicher selb ander. Der waurend mitt
knecht und inen selb dry und nüntzig personen.]
1Zwischen cc. 386,1 und 387 findet sich in Pr dieser Text
eingefügt, der sich auch in St1, Wo, Sg, I und Z1 findet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 386,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 386,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a599
Item schriber von den fünf naciones, daz sind Italici, Germani, Galici,
Hyspania et Anglici, und von den landen, die darin gehörend, die och ze Costentz warend
und da allerhand sachen schriben und och ettlich in bottschaft und mit gewalt,
dero was mit iren dienern by vijc.
a) Hyspani] Frantzioni Pr; fehlt St1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 387.
a–a) Dero – personen] Ouch etlicher selb ander, ettlicher selb dritt und selb vierd, waurend
by
zway hundertt und siben und drissig personen PrSt1; Och jeglicher selb ander, selb iij. oder selb iiij. mit ccxxxvij personen Sg; Ouch jeklicher selb ander oder selb tritt oder selb vierd mit ccxxxvij I; Oͮch etlich selb ij. oder selb iij. oder selb iiij. mit ccxxxvij Z1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 388.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 389.
[402] Item ander büttel, die den cardinälen wartotend, dem auditor camere
und den auditores; wann ieglicher hett ain, der da truͦg ainen hültzin steken mit
silber beschlagen und ieglicher uff sinem steken sins herren wapen, des diener er
da waz, der waz mit ir knechten xliiij.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 390.
Es warend och bya xxij knechten mit irn dienern, die stäteklich gewapnot warend, die da tag und
nacht stuͦndent, ain tail hie vor, vor der ersten tür der pfaltz, uffb dem obern hoff, da der bapst inn waz, ain tail in der pfaltzb, an der stegen uffhinc, zuͦ der andern tür, und aber ain tail zuͦ der andern stegen uffhin in dem
gemach, da der bapst selbs inne was.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 391.
Item dero, die ze tisch truͦgen und des tisches wartotend und daz silber geschier
behieltenda, dero warend xxiiij.
a) behieltend] behuͦttend und die hiessend stutiferi honoris PrSt1; besorgotten unnd behiellten, die hiessent scutiferi honoris WoSt2; huͦten, die hiessen schuttifori honoris I; huͦtent, hiessent fori honoris Z1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 392.
Item ainfaltig pfaffen und priester, die [nitta] nammhaftig warn und nit verpfründet mit großen pfründen und dem hof nach
luffendb und daz allmuͦsen namend, von ainem hof zuͦ dem andern, wann ieglicher herr gab
almuͦsen nach sinem imbiß all tag, wer daz nemen wolt, und iro etlicher och an den
tagwanc ging und taglon nam. Wann ich Uͦlrich Richental1 sach uff ain tag an der burger werchd fünf und fünftzig pfaffen mit blatten, sy wärind gaistlich oder weltlich, den
man iren taglon gab, und ließ man sy allweg gon bys sy das almuͦsen innammen,
darnach komend sy wider, dero was ob xviijc.
a) nitt PrSt1WoSgIZ1; nicht St2.b) folgt als ich si vand von hus ze hus SgIZ1.c) tagwan] tagwaid PrSt1.d) werck PrSt1.
1In W1 fol. 220v findet sich an dieser Stelle links neben dem c. 393 Ulrich
Richental als Autor der Chronik vermerkt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 393.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 393 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a600
Item usser den petelörden predier, augustiner, barfuͦßera und ander münch bettel ordens von allen landen und örden warend ob fünf
hunderten.
a) folgt Carmeliten, Pauliner WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 394.
[403] Item cortisania von allen landen, die och ze Costentz warend, uß und in luffend und rittend, als
ich sy erfragen kond von huß ze huß, in ainem huß waren xx, in ettlichem mer1. Ettlich lagend in den winfassen, ettlich in den hütten, ettlich in der herren
stäl, wie dann ainer zuͦ mocht kommen, der was an der zal, als ich sy rechnotb, xxvjc.
a) curtensanii PrSt1; corthtisani W1; curtisanen Wo; kourtisanen St2; curtisan SgIZ1.b) rechnet W1; mit rechnung erfinden mocht WoSt2; zaichnot I; zeichnot Z1.
1Siehe hierzu auch den Codex Elstrawiensis (ÖNB Wien, Cod.
5070) fol. 103v: Curtisani quos reperi in domibus xxvc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 395.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 395 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a601
a) so PrSt1WoSt2.b) folgt von Jenow, von Venedig, von Ast Wo; folgt von Genua, von Venedig, von Ast St2.c) vier und sibentzig St1.
1Zu den finanz- und wirtschaftspolitischen Aspekten des Konzils
vgl. A. Esch, Bankiers der Kirche im großen Schisma, in: QFIAB 46 (1966)
S. 277–398; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 135f.; K. Weissen, I banchieri fiorentini ai concili di Costanza e Basilea, in:
Mercatura è arte. Uomini dʼaffari toscani in Europa e nel Mediterraneo
tardomedievale (2012) S. 81–95; ders., Die Päpste und ihre Bankiers, in: 1414–1418. Weltereignis
des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 28–32; G. Fouquet, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 123f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 396.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 396 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a602
Item so sind diß die appenteger, wechsler, koufflüt, kromer, goldschmid, werchlüt
aller wärch, die man in latin nempt mechanici, die frömd warend und zuͦ Costentz
iren gwerb tribend, wann ieglicher frömder mocht triben und och werben, was er
wolt und da mit er sich erneren mocht und hett mit allen dingen als guͦt recht als
ain burger und gab davon nüntz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 397.
Item allerlay appenteger uss allena landen mit irn wiben und dienern lxvij. Goldschmid mir irn wiben, kinden und
dienern uss allen landen xlv. Item koufflüt mit irn wiben und dienern cccxxx. Item
kromer mitb wiben und dienern ccxl. Item schuͦchmacher mit wiben und knechten lxx. Item
huͦffschmid der herren und die nit herren hattend und ander schmid lxxxx. Item
kürsiner mit iro wiben und knechten xlv.
Pag. 404 leer. Nur oben der Hinweis, der in Pr und
W1 fehlt: Da sol nüntz gemaͧlt sin, wil man gern, der schriber hat es übersehen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 398.
[405] Item brottbeken, die dem baͧpst und cardinälen und och andern
herren buͦchend, die da frömd warend und basteten buͦchend und die ir öfen gemacht
hattend uff stoßwägelin und von ainer gassen zuͦ der andern fuͦrend und basteten
verkoftenda und fladen mit hünrb und fischen gemacht und ring warend, der waren cccxxx.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 399.
a) folgt und ander frömden win PrSt1.b) der waren W1.c) mietenden W1; mietten St1; gemiet hatten Wo; gemietet hatten St2.d) folgt rhintaller Wo; folgt rheinthaler St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 400.
Item wechßler, on Florentzer, die nit zuͦ dem hof gehortend, vona allen landen mit iren dienern lx.
a) davor und und W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 401.
Item schnider des baͧpst, der cardinäl und andrer herren und schnider, die nit
herren hattend und selb ze werch saßen, ccxxva.
a) fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 402.
a–a) die mir – seitend] die mir ouch ain tail dirre sach saittent PrSt1.b–b) die mir och – knechten xlvj] dero ich viel ze hus luͦd der frombsten umb wunder ze
hören, der was ane
knechten 46 WoSt2.c) fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 403.
Item pfifer, prusuner, bögger, saitenspiler der herren und ander, die sust dar
komend, ettlicher rich, ettlicher als er mocht und ich sy erfuͦr, dero was
ccclxv.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 404.
Item scherer, bader, schrepfer und söllicha, die uß und in luffend, dero was cccx.
a) folgt guͦtt gewinner PrSt1WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 405.
Itema och muͦßt ich minem herren1, hertzog Ruͦdolffen von Sachßen, erfaren, wie vil offner froͧwen2 wärint. [406] Und gabb mir ainen zuͦ, der mit mir rait von hus ze hus3. In ainem funden wir xxx, in dem andern minder oder mer, ettlich in stälen und
winfassen, diec an der gassen lagenc, der warend, on haimlich froͧwen, ob vijca.
[Ouch4 tätten die von Costentz ain sach, die ze rüemen ist: Weler frömder mann zuͦ
Costenz an die tor kham, nach dem unnd man die thor beschlossen hett unnd da
ruͦfft, den lies der wachter oder thorhütter an stett inn. Unnd fragten in, zuͦ
wem er wolte oder inn wely herberg ald zuͦ wellem herren er gehortty. Khund er den
nennen, so nam der wachter oder thorhütter den gast thugentlich by siner handt
unnd wist in inn dis herberg oder zuͦ dem herrn, den er nampt, umbsuͦst unnd
getorstd khain gellt von im nemen. Was er aber ain söllicher frömder mann, der an niemand
sprechen khuͦnd oder des sprachen man nit merkhen khuͦnd, so nam er in aber
tugentlich unnd fuͦrt in uff das thor, das man nempt Ringburgtor, do gab man im ze
essen unnd ze trinkhen von der statt gnuͦg unnd leit man in wol die nacht. Unnd an
mornend nam in ain wachter unnd fuͦrt in inn daz münster, daz er da luͦgty, ob er
jemand erkhanti, unnd nam man aber mitt von hin].
a–a) Item och – ob vijc] Ouch muͦst ich schambarlich schrieben, darzuͦ zwang mich min genädiger herr,
hörtzog Ruͦedolff von Sachsen, der ze Costenz marschalckh was, das ich erfaren
muͦst, wie viel öffner varender froͧwen zuͦ Costenz wären. Unnd gab mir ainen
zuͦ, der guͦt zuͦ sollichen sachen was, Burgkharten von Haggelbach. Allso
ritten wir von ainem froͧwenhus zuͦ dem andern, die söllich froͧwen
enthiellten, unnd fuͦnden inn ainem hus etwen 30, inn ainem minder, in dem
andern mehr, ane die, die inn den ställen lägen unnd inn den badstuͦeben. Unnd
funden allso gemainer froͧwen by 700. Do wollt ich ir nit mehr suͦchen. Do wir
die zal für in brachten, do sprach er, wir solten im die haimlichen froͧwen
auch erfaren. Do antwurt ich im, das sin gnad das thätt, ich war es nit mächtig
ze tuͦnd. Ich würd villicht umb dis sach ertött, unnd mocht ouch finden, das
ich nit gern hett. Do sprach min herr, ich hett recht. Unnd das bestuͦnd allso WoSt2.b) folgt man Pr.c–c) die – lagen] an der gassen ligen PrSt1.d) durfte St2.
2Zu dieser Textstelle und zur öffentlichen Prostitution siehe
auch den Codex Elstrawiensis (ÖNB Wien, Cod. 5070) fol. 120r: Mulieres communes, quas reperi in domibus et ultra et non minus exceptis aliis
vijc. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 5 (1699) Proleg. S. 19f. und S.
50; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 84–86, 154f.; B. Schuster, Die unendlichen Frauen. Prostitution und städtische Ordnung
in Konstanz im 15. und 16. Jahrhundert (1996) S. 19–33; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 142f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 131f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S.
47f.; Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment S. 320–323, 345; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 218–223; H. Siebenmorgen, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 184f. (Nr. 113); K. Oschema, Die Herren und die Mädchen S. 232f.
3Gemeint ist Burkhard von Haggelbach, der namentlich nur in Wo
und St2 erwähnt wird, und vielleicht zur Entourage Rudolfs von
Sachsen gehörte, in den Teilnehmerlisten allerdings nicht auftaucht. Vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 84f., 156; Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment S. 313, 320; ders., Won es was das gröst concilium S. 120, 124; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 221.
4Das Kapitel findet sich als Zusatz in Wo und St2 im Anschluss an das voranstehende Kapitel über die gemainen froͧwen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 406.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 406 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a603
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 406 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a604
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 406 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a605
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 406 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a606
Alsa nun all sprachen diser welt zertailt worden sind und aine der andern nit
hilletb und [nittc] recht underschaid ist, dazd aine die andern nit merken kand, doch ußgenommen söllich sprachen, als wir und Flanderne und Obernpayern, die sind ain sprach, sonder die ain andern nit verstond. Und
[ich] vach des ersten [an] in Asia, die selben sind die verstena.
Asia.
a–a) Als nun – die versten] Als nun als mengerlay frombdes volckhes gen Costentz khommen
was, do gedacht
ich der history nach, die da stät inn dem buͦch der geschrifft, da Noe usser
der arch gieng, unnd sine khindt sich manigvalten unnd gröslich mehren wurden,
unnd anfiengen den turn ze buwen, unnd Got sprach: Ich will gän abhin unnd will
besechen den buw der menschenkhind unnd wil sy geschenden an ir sprachen. Unnd
da er die sprachen zertailt, das inn ainem augenblickh ainer den andern nit
merckhen mocht noch khund, unnd sich vonainander zertailen muͦsten durch alle
wellt. Durch des wunders willen ward ich ze rat, das ich erfaren wolt, wievil
der sprachen ze Costenz waren, die sündrig sprachen sind, das ainer nit den
andern mit siner sprach merkhen mag, nit das unterschaid darunter sye, als wir
unnd die von Cöln, und von Flandern, das doch ain sprach ist, wie das sy etwas
behender sind mit zuͦekhender red dann wir, sunder söllich sprachen als
frantzösisch unnd tütsch unnd schlaffonisch, sprachen sind, die ainander nit
glich hellend an khainer red. Unnd fang des ersten an inn ainem dritten thail
der wellt, das ist Asya. Volgen nun die sprachen, die ze Costentz waren WoSt2.b) hillett PrSt1; hilet W1.c) so PrSt1.d–d) daz – kan] das man die gen ainander mercken kunne PrSt1.e) folgt Urtriecht PrSt1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 407.
Lingua1 arabica under dem großen küng von Araby. Lingua Chaldeoruma. Lingua Medorumb under dem selben küng. Lingua Armenicorumc in eodem regno et provincia. Lingua Anthiochinatorum, ubi deberet esse
patriarcha. Lingua Mesophetanied, in quibus praedicabat Symon et Judas. Lingua Indicorume in India, ubi debet esse presbiter Johannesf et ibi praedicabat Sanctus Thomas. Lingua Armeniarumg, ubi sunt optimi mercatoresh. Lingua Mesiphotenanorum, coniacens prope Phison2.
Affrica.
a) fehlt PrSt1.b) Medonorum Pr; Medanorum St1.c) Armeniorum WoSt2.d) Mesophotanie PrSt1.e) Indiatorum Pr; Inditorum W1; Indicatorum St1.f) presbiter Johannes fehlt WoSt2.g) Ermaniarum PrSt1.h) optimi mercatores] die grossen koufflütt Pr; die besten koufflütt Wo; die besten kauffleute St2.
1Hier und auch in der Folge schreiben A und W1 im Sprachenkatalog immer ligua oder ligwa statt lingua oder lingwa, Pr und St1 dagegen schreiben lingwa.
2In Wo folgen unter der Rubrik Asya neun weitere Sprachen: Lingua Tartarorum, lingua Mesoppotamiarum, lingua Assyriarum, lingua Persarum,
lingua Cappadotiarum, lingua Aegyptiorum, lingua Aethiopiarum, lingua
Hyberniorum, lingua Galliciarum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 408.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 408 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a607
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 408 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a608
Lingua Grecorum in dominio cesaris Constantinopolitani. Lingua Archenesiuma, de qua scribit Sanctus Paulusb. Lingua Türkorumc, in qua lingua omnes Türci sunt. Lingua Armenie, illam subiugavit soldanus1.
Europa.
1Unter der Rubrik In Aphrica finden sich neben dem Griechischen und Türkischen in Wo noch
acht weitere Sprachen, die sich nicht in A finden: Lingua Alexandriarum maioris, lingua Macedoniorum, lingua Brittaniorum, lingua
Gatteorum, lingua Pannoniarum, lingua Calabriarum, lingua Partharum, lingua
Mesophonitarum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 409.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 409 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a609
[407] Lingua latina, que est communis. Lingua Schlafonia, ubi sunt
Poloni, Poemia. Anglici. Scotia. Frantzoni. Arroganib. Castelli. Naverrec. Bayoritze. Lingwa Ytalicorum, daz ist Lamparten. Lingua Curiwaltzd. Littow differt multum ae Schlafonia. Lingwa Dalmatzia et Wossaniaf regnorum Wossie, differunt a Schlafonia. Lingua Ispanitarum. Lingua Tartaria.
Lingua Ungaria. Lingwa Theuthonicorum. Lingwa Hebreorum1.
a) Sctoti W1.b) Arragoni Pr; Arogoni W1; Arragani St1.c) Naverere W1.d) Curwaͤlsch PrSt1; Churwalchen WoSt2.e) fehlt W1.f) Wessonie PrSt1.
1Auf den Katalog der europäischen Sprachen folgt in Wo und
St2 folgende Bemerkung: Nit mehr frombder sprachen mocht ich erfaren. Sed latinum praecellit eas omnes, dicunt nunc Septuaginta interpretes
composuisse eam, tempore Anthiochii minoris regis Graecorum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 410.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 410 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a610
Nun hebend an die grossen herren unda gaistlich prelaten, die och tze Costentz mit iro selbs lib warend.
a) ettlich W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 411.
Der wirdig herr Wilipertusa, großer maister zuͦ Rodiß, Sant Johanns ordens, des spitals tzuͦ Jherusalem, der
da zegegen muͦß sin, so man ainen bapst krönetb, und sol behüten daz conclavi und komend mit im viij comitur und xij ritter mit
cx pfardenc. Wappen.
Herr Andres von dem Nüwenhusd, Sant Johanns ordens comithur in Engenland, mit xx pfarden. Wappen. Graͧff Huge von Montfortt, maister in Tützschem land Sant Johanns ordens, mit xl pfarden. Wappen. [408] Herr Niclaus von Balionibusf, obroster prior Sant Johanns ordens zuͦ Jher[u]salem, mit xx pfardeng. Wappen. Herr N., comithur tütschsh ordens in der Maynoͧw, in Swaben, in Brißgö, in Elsäß, geborn von Küngsegg, mit vj
rittern und xx
dienern. Wappen. Swedur Kobini, land comentur in Westfaͧlj. Wappen unausgeführt. Ain comithur von Prüßen von des hochmaisters wegen von Prüßen, herr Fridrichs
von Plaͧwk und mit im vj comithur und xvj crütz, die ritter warend, mit ccxxxx pfardenl. Wappen. Iban von Kurttenbach, landtkomithur zuͦ den Bissen by Auchm, mit l pfärden. Wappen unausgeführt. Dominus Philippus, der obrostn maister Sant Anthonien ordens, mit xl pfarden. Wappen. [409] Bruͦder Lienhart von Florentz, obroster maister predierordens und
mit im vj predier, die all maister warent göttlicher kunst, mit xx pfarden. Wappen. Dominus Anthonius de Peyero, obroster maister barfuͦßer ordens und mit im nün
barfuͦßen, all maister göttlicher kunst, mit xxij pfärden. Wappen. Dominus Anthonius de Barmo, obroster maister des ordens Camodalensis in allenp Lamparten. Wappen unausgeführt. Bruͦder Johanns von Bissisq, obroster maister Sant Augustinus orden und mit im fünf augustiner, die all
maister waren göttlicher kunst, mit xij pfardenr. Wappen. Dominus Andreas, comes de Pistunts, obroster maister des ordens humiliatorum in allent Lamparten, mit c pfardenu. Wappen. Der wirdig her Pandolffusv, hertzog von Maletest, von Pensarow, archidyaconus Bononiensis et subdyaconus domini pape, [mit] lxx [pfarden]. Wappen unausgeführt.
[410] Herr Arnoltx von Kirchbergy, comithür tütschs ordens, ze Hornegg, kam mit xx pfärden. Herr Hanns von
Fainingenz, comenthür ze Kapfenburgaa. Herr Hainrich Holdab, obroster spitaler tütsches ordens, kam mit lx pfärden. Johannes von
Selbachac, obroster trapier und comenthür zuͦ Möwenad, kam mit zehen pfärden. Herr Uͦlrich Zänger, comenthür zuͦ Balgae, kam mit x pfarden.
a) Vilipertus Pr; Willibertus WoSt2; Vilipertus SgIZ1.b) folgt unnd der das essen inn das conclavi bot WoSt2.c) personen Pr; so auch weiterhin personen statt pfarden.d) Nüwenhusen WoSt2.e) Haug Wo; Hugo St2.f) Babilonibus SgI; Babilonia Z1.g) folgt Her Dietrich von Wettershusen, comentür in tütschen und weltschen landen mit
l SgIZ1.h) tüsch W1.i) Schwedur Kobnii Pr; Schweden Kobin Wo; Schwedert Kobin St2; Swendin Koling SgZ1; Schwendin Koling I.j) folgt Her Marquartt von Künssegg, lant comenthür in Schwaben Pr; folgt Herr Marquart von Küngsecks, comenthür tütschens ordens WoSt2.k) Blaw W1.l) folgt Her Dietrich von Wittershussen, comenthür tütschend ordens in wälschen landen PrWoSt2.m) Ach SgIZ1.n) obrest W1; so auch weiterhin e statt o.o) Parm SgIZ1D1.p) fehlt W1.q) Pisis PrWoSt2; Pissis SgIZ1D1.r) davor par rot ausgestr. A.s) Bischunt Sg; Bisch IZ1; Pisant D1.t) folgt landen zuͦ W1.u) mit c pfarden] mitt fünffzig personen Pr.v) Pfandolfus W1.w) Pensara WoSt2; Pensauro SgIZ1.x) Arnoldus WoSt2; Arberg SgIZ1.y) Hirtzberg PrWoSt2SgIZ1; Hirtzberge D1.z) Fännigen PrW1; Ramingen WoSt2; Vännigen SgZ1; Väningen I.aa) Kaffenburg D1.ab) Held G.ac) Sebach SgIZ1.ad) Möwen] Mainow unnd zuͦ Altzhusen WoSt2.ae) zer Balge SgI; zur Balge Z1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 412.
Item hienach stand geschriben die schuͦlen und schuͦlpfaffen, die och ze Costentz
warent1.
1Zu den Universitäten auf den Reformkonzilien von Konstanz und
Basel L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910); A. L. Gabriel, The Significance of the Book in Mediaeval University Coats
of Arms, in: dies., Garlandia. Studies in the History of the Mediaeval
University (1969) S. 65–96; R. N. Swanson, Universities, Academics and The Great Schism (1979) S.
186–217; J. Helmrath, Das Basler Konzil 1431–1449. Forschungsstand und Probleme
(1987) S. 132–160; W. Rüegg (Hg.), Geschichte der Universität in Europa 1:
Mittelalter (1993) S. 137, 262f.; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 107–147, bes. S. 114; ders., Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S.
398–417; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 233–235; H. Müller, Universitäten und Gelehrte auf den Konzilien von Pisa
(1409), Konstanz (1414–1418) und Basel (1431-1449), in: Universität, Religion
und Kirchen, hg. von R. Chr. Schwinges (2011) S. 122–132; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 210–221; ders., Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
69; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 348–352.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 413.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 413 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a611
[411] Diß ist die schuͦl von Paris1, dero man lang zuͦ Costentz wartot, und die gelerten lüt, die von der schuͦl
Pariß gen Costentz koment. Davor Wappen.
Dominus Johannes Tacheri de Pixaidea, Benedictus Gentzianib de Frantzia, Johannes Baldawinic de Normania; doctor[es] in theoloya. Dominus Petrus de Pronino de Frantzia,
Johannes de Villa nova de Frantzia, Johannes Sippardy de Normania; doctores
decretorum. Dominus Johannes de Spars de Pritaniad, Hainricus Dyponte de Normania; doctores in medicinis. Dominus Johannes de Templis de Fra[n]cia,
Adam Bourginf de Pritaniag, Symon Pinardi de Normania, Wilhelm Locheinh de Anglia, Mathias Jacobi de Anglia; licenciati. Die komend mit xl pfärden.
a) Pyxarde Pr.b) Gentiani WoSt2.c) Baldawin Pr; Baldewini WoSt2.d) Picardia G; Britania WoSt2.e) Dypaur G; Diepont WoSt2.f) Burgri Wo; Burghi St2.g) Picardia G; Britania WoSt2.h) Locheim W1; Locheni WoSt2.
1Zu den Konzilsteilnehmern der Pariser Universität vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 5 (1699) S. 22–24; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 147f., 466.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 414.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 414 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a612
[412] Sancta Colonia et illi, qui fuerunt presentes, daz ist Köln. Davor Wappen.
a) Monasteris W1.b) Wiremberg WoSt2.c) Auch Pr.d) Grandine W1; Gradini WoSt2.e) Gülch Wo; Jülich St2.
1Zu Dietrich Kerkering von Münster vgl. A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 120 Anm. 50; M. Prietzel, Dietrich Kerkering von Münster S. 89–109.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 415.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 415 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a613
Von der schuͦl ze Wien in Österrich1. Et illi, qui fuerunt presentes. Davor Wappen.
a) Jacobus Molser] davor wohl Molse rot ausgestr. A; Molher PrGWoSt2; dominus Jacobus Molser W1.b) Pulka PrWo; Bulcka W1; Pulca St2.c) Linis Wo; Lionis St2.
1Der Theologe Peter von Pulkau und der Kanonist Kaspar
Maiselstein waren die offiziellen Vertreter der Wiener Universität auf dem
Konstanzer Konzil, wobei Maiselstein am 9. April 1415 schon wieder nach Wien
zurückkehrte. Weitere Teilnehmer waren Peter Deckinger, Heinrich von Kitzbühel
und Nikolaus von Dinkelsbühl. Vgl. hierzu L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910) S. 26f.; D. Girgensohn, Die Universität Wien und das Konstanzer Konzil S. 266f.; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 111 Anm. 14.
2D. Girgensohn, Die Universität Wien und das Konstanzer Konzil S. 267
vermutet, es könnte sich um Dietrich Kerkering von Münster handeln.
3Zu Heinrich von Ehrenfels, der – wie Jacobus Molser/Molher –
sowohl der Wiener wie auch der Heidelberger Universität zugerechnet wird, vgl.
D. Girgensohn, Die Universität Wien und das Konstanzer Konzil S. 267; B. Studt, Papst Martin V. (1417–1431) und die Kirchenreform in
Deutschland (2004) S. 505 mit Anm. 116.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 416.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 416 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a614
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 416 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a615
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 416 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a616
[413] Von der schuͦl ze Erdfurt und die gelerten lüt da dannen. Davor Wappen.
a) Köttwoch WoSt2.b) Rodln W1.c) doctores in theoloya] doctores arcium W1.d) Cloetin W1; Cloccii WoSt2.e) Missen PrG; Misnia WoSt2.f) Pampaia Pr; Pamperia GWoSt2.g) doctores arcium fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 417.
1Avignon.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 418.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 418 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a617
Dominus Johannes de Wildenberg, Petrus de Vittrisa; doctores in theoloya. Dominus Nicolaus Löwental, Wernherus Fuchs; magistri
arcium.
a) Vittrio PrW1; Vitrio WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 419.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 419 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a618
a) Auder W1.b) Palus W1.c) Cziesse WoSt2.d) Potry GWoSt2.e) Zyesse W1; Ziesse WoSt2.f) Patavia Wo; Batavia St2.
1Leipzig.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 420.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 420 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a619
Dominus Anthonius de Monte camino, Wilhelmus de Monte gaudeo; baid ritter,
Dominus Johannes Montiquini, Karolus Duplicis, Jacobus Monasterii, Petrus de Monte
rubeo; magistri in legibus.
a) davor wohl es rot ausgestr. A.
1Zu den Konzilsteilnehmern der Universität von Orléans vgl. S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 146f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 421.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 421 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a620
Von der schuͦl ze Lundersa in Enggelland1 und die maister by dem ertzbischoff von Lunders. Davor Wappen.
Dominus Hainricus Habundib, Johannes de Wellis, Johannes Schierfortt; doctores in theoloya. Dominus Thomas
Polton, Ruͦpertus Appulton, Johannes Stokers; doctores decretorum. Mit xvij
pfärden.
1Gemeint dürfte das nachfolgende Oxford sein, an dem John
Wyclif lehrte. Vgl. J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 211.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 422.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 422 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a621
[416] Von der schuͦl zuͦ Oxensis, da maister Johannes Wikkleff der kätzer
floriert. Davor Wappen.
Dominus Prior Ursestry, Petrus Roddly, Priamus Farbach; doctores decretorum.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 423.
Von der schuͦl ze Haidelberg. Davor Wappen.
a) Scharpff Pr; Scharpfe W1; Scharppse G; Scharpffsee Wo; Scharpfsee St2.b) folgt doctor Pr; folgt maister von der schuͦl WoSt2.
1Zu Job Vener, Protonotar König Ruprechts und Rat des
Pfalzgrafen Ludwig III., vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 5 (1699) S. 25; H. Heimpel, Die Vener von Gmünd und Strassburg 1162–1447 S. 330f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 424.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 424 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a622
Von der schuͦl ze Krakkoͧw in dem küngrich zuͦ Polan. Davor Wappen.
a) Sulebri WoSt2.b) Czira Pr; Zita W1; Thitza WoSt2.c) fehlt W1.d) Rokavil Pr; Rokanill G; Rokanil WoSt2.e) Palus W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 425.
Von der schuͦl zuͦ Sundensis1 in Ungern, die da komend mit dem ertzbischof von Gran. Folgt Wappen.
1Buda (Ofen). Vgl. H. Denifle, Die Entstehung der Universitäten des Mittelalters bis 1400
(1885) S. 421f.; L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910) S. 37 Anm. 2; R. N. Swanson, Universities, Academics and The Great Schism (1979) S.
190f., 217; H. Rashdall / F. M. Powicke / A. B. Emden, The Universities of Europe in the Middle Ages 2 (1987)
S. 295f.; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 211.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 426.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 426 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a623
1Bologna. Vgl. L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910) S. 40; R. N. Swanson, Universities, Academics and The Great Schism (1979) S. 191;
J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 211.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 427.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 427 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a624
428 (Vgl. G/D1: 428b)
[418] Diß sind gelert lüt uss allen landen, [die ouch gen Costentz kament
uff ir aigen kosta], und des ersten magistri in theoloya.
Dominus Jeronimusb de Cameranoc generalis ordinis Sancti Augustini. Angelus de Pisterio. Nicolaus Chalawascha.
Dominus Anthonius archiepiscopus Ragusinus. Ansandus de Schara. Prior Uͦrsestri.
Wilhelmus Clerici. Petrus Roddli. Priamus Farbach. Jacobus Molher. Martinus
Kettwech. Cuͦntzo de Zwoyla. Wilhelmus Kropf, Anglicus. Johannes Münsterberg.
Petrus Wolframi. Wilhelmus Subery. Franciscus cancellarius regis. Steffanus de
Purgo, prior Sancti sepulchri in Jherusalem. Anthonius Markade. Gwilhelmus
Mayerd. Bartholomeus Eiusdeme. Johannes Ademare, prior de Pilegio. Dominus Johannes de Curtibus. Johannes
Gerster regis Portigalie cancellarius. Petrus de Versaliisf. Marcus de Getoria. Johannes de Hedinag. Johannes Augrih. Petrus Storch de Anglia. Martinus Gillii, Anthonius Martini, Walaschus Petri, Andreas Matz, Petrandus Matz;
Portigalenses. Summa cxiij doctores.
a) so WoSt2.b) Hieronymus WoSt2.c) Camerana Pr.d) Mayger PrG.e) Emsdem W1G; Emsdemi WoSt2D1.f) Versalis WoSt2.g) Liedma Pr; Hedinan W1; Liedina GWoSt2.h) Augni Pr; Angny GWo; Agny St2.i) Martini Gillus Pr; Gyllus Martini G; Martinus Gwilli WoSt2.j) Minttes] In luctes Pr; Naves G; Mances WoSt2.k) Dadeus PrWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 428.
Usser den bettelörden doctores in theoloya. Predicatores habebant xxiiij
doctores. Augustenses habebant xvj doctores in theoloya. Fratres minores habebant
xxxiij doctores in theoloya.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 429.
430 (Vgl. G/D1: 430b)
Doctores utroque juris, daz ist gaistlicher und weltlicher rechten.
Dominus Petrus de Victorea. Jacobus de Walwasino. Hainricus Erenfels. Raphahel de Placenciab. Johannes de Novo lapide, ritterc. Conradus de Thums. Petrus, Paulus; fratres de Constantinopeld. Wildricus decanus Metensis. Jacobus de Monssonigsharde. Nicolaus de Pulka. Onofriusf de Murtza. Holifernus de Pritaniag. Petrus de Thumba. Symon Garete. Nicolaus Zeisseh. Johannes de Brabantziai. Priamus Forbachj. Conradus Hildißhain. Petrus Denkinger. Symon de Puchpartenk. Johannes de Thuͦrn. Johannes Helblingl. Schotus de Rakavilla. Gwido de Puschgow. Ludwicus Malini. Petrus Conretim. Petrus Posalli. Thomas Poltonn. Dominus Johannes Stokkeso. [420] Theod[o]ricus de Sancto Deop data. Ruͦpertus Appulconq. Laurencius Kertini. Summa cccclxx personen.
a) Vittrio PrG; Vitrio WoSt2.b) Plazentia WoSt2.c) folgt Job Vener WoSt2.d) Instantinopolim Pr.e) Monsognis WoSt2.f) Honofrius PrWoSt2.g) Britania Wo; Britannia St2.h) Ziesse WoSt2.i) Brantzia W1; Brabantia WoSt2.j) Farbach WoSt2.k) Buͦchparten Pr; Buͦchpartten Wo; Buchparten St2.l) folgt von Bern WoSt2.m) Conraci WoSt2.n) Palton WoSt2.o) Stokker Pr; Stockkas WoSt2.p) Deo] De W1.q) Appulton WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 430.
Secuntur doctores decretorum.
Dominus Thomas canonicus Striganensisa. Dominicus custos Wadradiensisb. Osvaldus Mengerfurtc officialis Augustensis. Johannes Schinitzd de Pude. Wilhelmus Catinisf de Prato. Wilhelmus de Mestronis. Galtherus Crassi. Johannes de Riparia.
Johannes Wigamg. Johannes de Minori curia. Uͦlricus Burggravius. Johannes de Fortuno.
Paulush Molher. Petrus de Pulkai. Caspar Maisenstain. Petrus Cleorinij. Petrus Waltzk, Jacobus a Bellacol; Aragonenses. Andreas de Eugubiom. Johannes de Fontibus. Ludwicus de Orto. Wilhelmus Schilwatz. Benedictus de
Paruseon. Dominicus de Ponte Venecianus. Nicolaus decanus Spinensiso. Nicolaus Korb de Poemiap. Johannes Thuronensisq. Conradus Helye, Ruͦdolffus Spitzlir, Johannes Keller, Johannes Bollin, Wilhelmus Kilchherrs; Constanciensis dyocesis. Mecheust de Prag. Ambrosius de vice comittibus. Johannes de Prato novo. Hainricus
Herbundiu. Arnoldus Wilhelmi de Locis. Bartholomeus de Pisis. Paulus de Canrov titulatus episcopus. Conradusw de Paruseo. Johannes abbas Morimundi. Hainricus Nithartx. Symon de Paruseo. Petrus de Ankrana. Johannes Hugneti. Nicolaus Gewany. Dominus Petrus de Hilburg. Johannes Abundi. Mathias Regultzhoferz. Fridricus de Deis. [421] Anthonius de Janua. Petrus Tortini. Ludwicus
Alamanti. Hainricus de Sattunayaa. Prior de Pierte. Hugo de Domo comitis. Petrus Rebrasiensis. Cccclxxx
personen.
a) Strigomensis Pr; Strigoniensis WoSt2.b) Wadraiensis Pr; Waradiensis WoSt2.c) vor furt wohl fur rot ausgestr. A.d) Schlinitz PrGWoSt2.e) Puda Pr; Ofen G; Budensis WoSt2.f) Latinus Pr; Latinis W1G.g) Wigan Pr.h) Palus W1.i) folgt de Zedlitz WoSt2.j) Clerorini W1; Cloety G.k) Valtz Pr.l) Abellato Wo; Abellata St2.m) Angubio WoSt2.n) Parusio WoSt2.o) Spirensis PrWoSt2.p) Boemia Pr; Boemus Wo; Bohemus St2.q) Thurn WoSt2.r) Spitzlin W1WoSt2.s) Kilcher W1; Kirchherr WoSt2.t) Matheus PrGWo; Mattheus St2.u) Herburd WoSt2.v) Carrora Pr; Carrore GWoSt2.w) Clemens G.x) folgt Ulmensis WoSt2.y) Gawan WoSt2.z) Regultzhofen Pr; Regulshofen WoSt2.aa) Sattimay Pr; Sattimai WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 431.
Secuntur doctores et magistri in medicinis.
Symo[n] Clotstaya. Petrus medicus pape. Johannes Scharpfseb. Appolonius Napulic. Herrmanus Span. Theod[o]ricus de Frantzia. Johannes Himelburgd. Ludwicus de Ortoe. Franciscus de Scutanof. Johannes Durlach. Thomas de Anglia. Sifridus Tegenhartg medicus regis. Anthoniush de Scharparia. Anthonius de Jebenensii. Hainricus de Colonia. Johannes de Arnbach. Nicolaus de Augustaj. Wilhelmus de Spelunca. Conradus Rimingerk. Marcus canonicus in Prinnl. Clx personen.
a) Clotstan Pr; Clostein G; Clostain WoSt2.b) Scharpff Pr; Scharpfe W1St2; Scharpffse Wo.c) de Neapoli WoSt2.d) Haimelburg PrWo; Haymelburg G; Heimelburg St2.e) folgt nigro WoSt2.f) Sunctino PrWo; Sanctino St2.g) folgt de Prussia WoSt2.h) davor Angl rot ausgestr. A.i) Jebenensis Pr; Jebunensis WoSt2.j) Nicolaus de Augusta] Nicolas de Augusta W1; Johannes von Ougspurg G.k) Rinniger WoSt2.l) Prium Pr; Prima St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 432.
Magistri arcium secuntur.
Göttfridus de Türsten. Herman Gula de Haimelburg. Hermannus Gaule. Olobanus de Tatzia. Conradus Ludkingb. Conradus Appenteger. [422] Wilhelmus de Mestronisc. Olwicus de Frantzia. Wilhelmus Gilling. Petrus Pulloris. Gregorius Ansandus.
Petrus Prespiteryd. Johannes, Helyae; Angeli, fratres. Wilhelmus Antredyf. Nicolaus Nausog. Andreas de Sancto monte. Nicolaush decanus Spirensish. Jacobus Makkarti. Martinus consiliarius regis [Romanorumj]. Johannes Wigerik. Jacobus Stoltzlil. Johannes Buntzenm. Petrus de Novo daginen. Nicolaus Bechrer. Petrus de Praga. Petrus, Johannes; Kitzling fratres. Johannes
Andree. Johannes de Valli. Rennharduso Rainbolt. Hainricus Kluppp. Alberchtusq plebanus in Nürenberg. Johannes de Novo foror. Hainricus de Wißenstaig. Jacobus de Mirchens. Johannes Klinger. Egidiust Ramingeru. Johannes Huss, Jeronimusv; heretici.
a) Gaule WoSt2.b) Ludknitz WoSt2.c) Mestronitz WoSt2.d) de Prespitere korr. aus de Spitere W1; folgt Sebastianus techan zuͦ Prixen G; folgt Stephanus decanus Prixensis Wo; folgt Stephanus decanus Brixensis St2.e) Helyas PrG; Helias Wo; Elias St2.f) Ancredi GWoSt2; folgt Mathias de Hainoffia. Alberchtus von Behem, Francko von Behem. Andreas von
Hailigenberg G.g) Naso PrGWo; unklar St2.h–h) Nicolaus – Spirensis] Nicolaus Nauso W1; folgt Mathias de Hainoffia. Jacobus Liechtenberger. Albertus, Francko; de Boemia WoSt2.i) Marquartt Pr; Markkart W1.j) so WoSt2.k) Wigori WoSt2.l) Stöltzlin GWo; Steltzlin St2.m) Buntzan Pr; Burtzen G.n) daygine GWo; daygane St2.o) Rainhardus GWoSt2.p) Clupp Pr; Kulpp G.q) Alberchtus] Abbas Pr; Albertus WoSt2.r) folgt Johannes Bien de Castris. Jacobus Liechtenberg. Frydericus von Tryel G.s) München PrWoSt2.t) Gilius PrWoSt2.u) Räminger WoSt2; folgt Joannes Bien de Castris. Fridericus Treverensis WoSt2.v) von späterer Hand von Prag ergänzt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 433.
Secuntur magistri in legibus.
Dominus Philippus de Rink, ritter. Anthonius de Kamarioa. Anthonius de Monte karinob. Johannes Domini. Matheus de Portac, ritter. Paulus de Regenspurg. Göttfridusd Wassgall. Matheus canonicus in Triel. Johannes de Bechorys. Johannes
Ouchtwardie. Wilhelmus de Axutegaudiof, ritter. Johannes Marquini. Karolus Duplicis. Anthonius deg Pontualih. Thomas Boßkati. Johannes Hugneti. Anthonius de Baldinachj, ritter. Justinus de Blankk. Leo de Dotis Placentinus. Petrus, officialis in Ludk. Badocus de Wadistinel. Johannes Gerhardi. Johannes Norrim. Johannes de Monsteralio. Hugo de Forstn, miles. Et plures fuerunt, quorum nomina obmittoo.
a) Comario Pr; Camario WoSt2.b) camino Pr; karnino WoSt2.c) Portu PrWoSt2.d) Gerfrardus G.e) Onchwardi Pr; Ouchwardi WoSt2.f) Montegaudio WoSt2.g) davor p rot ausgestr. A.h) Portuwali Pr; Lontuali G.i) Roskat Pr; Boskot WoSt2.j) Paldinach W1.k) Planck WoSt2.l) Badistine WoSt2.m) Norr Pr; Norre GWoSt2.n) Vorst Pr.o) obmitto] dimitto Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 434.
Secuntur licenciati bacularii in omnibus facultatibus.
[423] Johannes Gombadi. Simona Grandi. Conradus Hidißhaimb. Johannes Jegodic. Petrus Denkinger. Petrus de Lucis. Conradus Unruͦ[w]. Petrus Achter. Hainricus
Bitzbüheld. Hainricus de Satunae. Michel Falkonis. Petrus Hilprandif. Hainricus de Lobenstain. Wilhelmus de Falknow. Conradus de Iberg. Johannes
Helbling. Johannes Torer. Johannes Hagendorn. Schotus de Raknag. Johannes Bechorush. Wilhelmus de Rotzeta. Hugo Raminx. Johannes Ettwardy. Hainricus decanus in
Lützelburg. [Rudpertus Appultoni]. Johannes Magistri. Thomas Boͧssikatj. Johannes Richardy. Cristannus Pfaff. Virgilius Artzatk. Turrancus de Turri. Wilhelmus Morot. Johannes officialis [et] Petrus decanus;
in Lüdk. Petrus procurator, Anglicus. Johannes Münch.
a) Simion Pr.b) Hildishaim PrGWo; Hildesheim St2.c) Gegodi WoSt2.d) Kitzbüchel Pr; Bitzbüchel W1; Kützbühel WoSt2.e) Sarnia Pr; Satmia WoSt2.f) Hiltprandi W1.g) Rakavilla G; Rackavilla WoSt2.h) Bethoriis Pr; Bechorys GWoSt2.i) Rudpertus Appulton Wo; Rupertus Appulton St2.j) Bösikait W1; Boskat WoSt2.k) Artzet WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 435.
a–a) Et fuerunt – propter truphas] Et fuerunt ultra clx studentes ibidem ad impetrandum
beneficia, quorum
nomina non scripsi Pr; Et fuerunt Constantiae ultra 160 studiosi, qui currebant post curiam, aliqui
ad videndum, aliqui propter praebendas, quos omnes non possum scribere, aliqui
ad purganda stabula et equos, alii propter triumphos Wo; Et fuerunt Constantiae ultra ibo studiosi, qui currebant post curiam, aliqui
ad videndum, aliqui propter praebendas, quos omnes non possum scribere, aliqui
ad purganda stabula et equos, alii propter triumphos St2.
1Zu Pfründbemühungen als Motivation für einen Besuch des
Konzils vgl. J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 216 mit Anm.
72.
2Gemeint sind Betrügereien, Durchstechereien und
Spiegelfechtereien (trufa, truffa = Betrug, Gemeinheit, Ulk), Vergehen, die den
Kurialen des Papstes immer wieder vorgehalten wurden. Vgl. Du Cange, Glossarium mediae et infimae latinitatis 8 (1954) S. 198; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 216 Anm. 72.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 436.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 436 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a625
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 436 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a626
Nuna hat diß ain end von den gaistlichen, die zuͦ Costentz gesin sind, von des
hailgen concilium wegen, als ich es erfaren kond und mocht. Und hett ich ettwas
vergessen, daz sol man miner unwissenhait und trakaitb zuͦ legen, wann ich doch daz zuͦbracht hab, on menglichs hilff und uff min
kosten gemaͧlet hab und den malern iren lon geben, on menglichs stür und
hilffa1.
a–a) Nun hat – und hilff] Nun hat dis ein endt von denen, die zuͦ den gaistlichen lütten
gehörend,
unnd die zuͦ Costentz sind gesin von des hailigen concilium wegen, als ich es
erfaren khundt oder mocht. Unnd sy, das ich was vergessen hab, das soll man
miner unwissenhait zuͦelegen oder traukhait, wonn ich doch dis zuͦpracht hab on
mänkhlichs hülff unnd uff min khosten gemault lassen hab, unnd gab mir niemandt
stür noch hülff daran WoSt2.b) tragkait W1.
1Die Textstelle verweist auf eine arbeitsteilige Entstehung des
New Yorker Richental-Codex; in der Wolfenbütteler Handschrift folgt fol.
229r auf das Kapitel gleichsam als Unterschrift Gebhart Dacher von Costentz. Derselbe Hinweis auf Dacher findet sich fol. 437r in der Stuttgarter Abschrift St2 des Wolfenbütteler Codex aus dem Besitz Hermann von der
Hardts. Vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 7; R. Kautzsch, Die Handschriften S. 445 mit Anm. 1, 474f.; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 53; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 120; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 327f., 345; B. Konrad, Die Buchmalerei in Konstanz S. 120 mit Anm. 17 auf S. 149;
G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 265 mit Anm. 270.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 437.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 437 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a627
a–a) und nachhin – erfaren kond] und sind da vorna geschriben und gemalet ir wappen und
nit hernach W1.b) nachhin] oͮch nach in Pr; ouch nach im WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 438.
[[425] Und1 also fuͦrt man den küng und die künginena glichb in daz münster und in den chor und ging bapst Johannes der XXIII. über altar und
hett mess und leit man unßern herren den küng an als ain ewangelier, und gieng uff
die kantzel und sang das ewangelium: Exiit edictum a cesare Augusto2. Und all die wil er daz ewangelium las, do huͦb im hertzog Ludwig von Brig ain
bloß schwertt ob im und stakt im den spitz in sin hopt.
1Vgl. cc. 46ff. in K, W, E, Wo und St2. Die cc. 439,1–2 sind hier in A fehlplatziert und fehlen in
Pr und Wo, die mit c. 440,1 fortfahren; vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 169f. Dass es sich um
einen Einschub handeln könnte, geht daraus hervor, dass in A vor cc. 439,1–2
pag. 424 frei bleibt und der Text von cc. 439,1–2 auf pag. 425 isoliert
steht.
2Vgl. Lk 2,1. Zum königlichen Weihnachtsdienst auf den
Konzilien von Konstanz und Basel vgl. J. A. Jungmann, Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen
Messe 1 (1962) S. 567 mit Anm. 9; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 388–411; ders., Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S.
169–173, 181f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 51f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a628
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a629
Und also belaib er und die küngin in dem münster die dry messen uß und alle zit.
Darnach fuͦrt man die künginen in des Bündrichs hoff, dar inn sy belaib daz
concilium uß und fuͦrt man den küng in das huß, genant zuͦ der Laitera]1. Pag. 425 B leer.
Einholung des Königspaares, pag. 426–427. Jeweils zwei Bildhälften.
Der König ministriert dem Papst zur Messe, pag. 428. Zwei Bildhälften. Unter dem oberen Bild pag. 428 steht in brauner Tinte: der kaiser sung daz ewen[g]ielyum.
[Der2 hochgeborn fürst und durlüchtig herr her Sigmund römscher küng und zuͦ Ungern,
zuͦ Beham und zuͦ Talmatzien und zuͦ Krowatzien etc. küng.]
a) folgt und ist die figur hernach gemalet W1.
1Die nachstehenden Illustrationen klappen ebenso wie der
vorstehende Text nach. Sie gehören eigentlich in den Zusammenhang der Erzählung
von der Ankunft des Königs in Konstanz, die oben cc. 46ff. gegeben wurde. Der
Text der cc. 439,1–2 findet sich ähnlich auch auf einem Beiblatt vor foll.
156r bzw. 159r in Pr. Er begleitet hier die entsprechenden Illustrationen, die
foll. 155v–156r bzw. 158v–160r begegnen. Bei dem c. 439 handelt es sich also wohl um einen
Bildtext, der in A versehentlich in die Erzählung geraten ist, in Pr und Wo
fehlt die Textstelle jedenfalls; im zweiten systematischen Chronikteil der
Handschrift W1 ist er fol. 231r – A folgend – vorhanden, am Ende von c. 438 wird der Fehler
fol. 230v jedoch ausdrücklich thematisiert. Vgl. G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 173f.; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 431–433; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 71 mit Anm. 60.
2Vor c. 440,1 findet sich in Pr folgender Text eingefügt, der
sich ähnlich in Wo, Sg, I und Z1 findet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a630
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 439,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a631
440,1 (Vgl. G/D1: 440,1b)
[429] Die1 hochwirdig fürstin froͧw Barbara, des küngs elicher gmahel, geborn ain gräfin von
Clewena. Zwei Wappen. Die hochgeboren fürstin froͧw Annb, küng und froͧw zuͦ Wossen. Wappen. Daz küngrich, der mertail inne hat, der hertzog von Ratzen und die Venedier,
und ist der mertail haiden. Die hoch erboren froͧw, froͧw Elßbeth, ain wittoͧw hertzog
Steffans von Payern, genant Kunßli, eliche froͧw, geborn ain hertzogin von Clewenc. Wappen. Die durchlüchtig froͧw, froͧw Ann, hertzog Fridrichs von Österrichs elicher gemahel,
geborn ain hertzogin von
Brunswigd. Zwei Wappen. Die wirdig erboren froͧw, froͧw Maria, marggräfin in der mark Anthiochetana in Ytalia.
Wappen.
a) Clewen] Zily am Rand ergänzt A; Zilly Pr; Zily GWo; Cilley St2.b) Ann] Clara Anna PrWoSt2.c) Cleff Pr.d) Brunschwig Pr; Braunschwaig WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 440,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 440,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a632
1Zu grauf, das an dieser Stelle aus hertzog emendiert ist, als Datierungsargument vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 5, 190 Anm. 3,
der allerdings von Eberhard und nicht von Ulrich spricht. Siehe hierzu auch R. Kautzsch, Die Handschriften S. 448; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 76f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 440,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 440,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a633
a) dry pfaffen] 3 gaistlichen churfürsten WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 441.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 441 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a634
442 (Vgl. G/D1: 442b)
Der hocherborn küng Wentzelaus, küng zuͦ Behem, herr zuͦ Lugnitza, zuͦ Grätz, zuͦ Sätzb etc. Der was selbs nit ze Costentz, aber sin gwiß botten. Wappen. Der hochwirdig churfürst hertzog Ruͦdolff von Sachßen, obroster marschalk des
hailgen römischen richs. Wappen. Der hocherborn churfürst hertzog Ludwig von Payern, herr zuͦ Haidelberg,
obroster truchsäß des hailgen römschen richs, was selbs hie [unnd was huͤtter des
conciliic]. Wappen. Der hochwirdig churfürst herr Fridrich, marggraͧff zuͦ Brandenburg und
burggraͧff zuͦ Nüremberg, und obroster schenk des römschen richs. Wappen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 442.
443 (Vgl. G/D1: 443–446)
[431] Diß sind hertzogen.
Hertzog Ott von Payern, pfaltzgraf by Rin. Wappen. Hertzog Hainrich von Payern, pfaltzgraf by Rin. Wappen. Hertzog Ludwig von Payern, pfaltzgraf by Rin und graf zuͦ Montaya. Wappen. Hertzog Steffan von Payern, pfaltzgraͧff by Rin. Wappen. Hertzog Wilhalm von Payern, pfaltzgraf by Rin. Wappen. Hertzog Hainrich von Schlewit, herr zuͦ Stormorenb in Tennmark. Wappen. Hertzog Adolff von Gulch, herr zuͦ Gelr. Wappen. Hertzog Allexander der junger von der Masen von Masophye by Polan. Wappen. Hertzog Ludwig von Brigc, herr in der Schlesy. Wappen. Hertzog Hercules von Sachßen. Wappen. Hertzog Hainrich von der großen Glaͧwen und in der mindern, hertzog in der
Schlesi, genant Rumpolt. Wappen. Hertzog Albrecht von Mäggelburgd, hertzog in der Schlesi. Wappen. [432] Hertz[og] Johanns von Stettinge, herr in der Schlesi. Wappen. Hertzog Johanns inf Münsterberg, herr in der Schlesi. Wappen. Hertzog Johanns von großen Glawen, hertzog in der Schlesi. Wappen. Hertzog Fridrich von Österrich. Wappen. Hertzog Wentzelaus in Troppoͧw in Sachßen. Wappen. Wasslaus, hertzog in Wolgast. Wappen. Hertzog Arnolt zuͦ Birrcensi in Frankrich. Wappen unausgeführt. Hertzog Josg von Britania, waren vor ziten küng. Wappen unausgeführt. Hertzog Karolus von Lutringen. Wappen. Hertzog Johans von Stettin. Wappen. Hertzog Adolff von Bergenh. Wappen. Hertzog Anthonius von Lutringen, gebruͦder. Wappen. [433] Hertzog Adolff von Clewen et creatus in ducem Constancie. Wappen. Hertzog Adolff von Schlewit in dem küngrich Tennmark. Wappen. Hertzog Fedur von wißen Rüßen und herr zuͦ Schmolen[tz]ggi. Wappen. Hertzog Hanns von Oppoloniensisi in dem küngrich zuͦ Polan. Wappen. Hertzog Philipp von Troppoͧw uß Kriechen. Wappen. Hertzog Michel von Troppoͮw, sin sun, uß Kriechen, und baid in bottschaft des kaysers
von Constantinopel. Wappen. Hertzog Eberhart von der Widen in Ungern. Wappen. Hertzog Peter von Lindwach in Ungern. Wappen. Hertzog Uͦlrich von Tek. Wappen. Hertzog Rennhartj von Urßlingen von Schilttach. Wappen. Hertzog Karolus von Maletestk uß Lamparten. Wappen. Hertzog Philippus Marie zuͦ Mailanl in Lamparten. Wappen. [434] Hertzog Ernst von Payer, pfallentzgraf by Rin. Wappen. Hertzog Wentzelaus von Troppoͧw uss Marhern. Wappen. Graͧff Diepolt von Mümpelgart. Wappen. Hertzog Fridrich von Bomern. Wappen unausgeführt. Fridrich, herr zuͦ Bettoͮw und graͧff zuͦ Anggenstain. Wappen.
a) Montayg Wo; Montaig St2.b) Stermateren Wo; Stermarn St2.c) Brigg Wo; Brieg St2.d) Maggeburg K; Mäglburg WoSt2.e) Stetin Wo; Stettin St2.f) von WoSt2.g) Jos] Johanns GWo; fehlt St2.h) Berg WoSt2.i) Oppeln WoSt2.j) Rainhardt Wo; Reinhardt St2.k) Malatest WoSt2.l) Maylandt Wo; Mayland St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 443.
444 (Vgl. G/D1: 443–446; G/D1: 444b)
[435] Diß sind gefürst herren, die och zuͦ Costentz in dem concilium sind
gesin1.
Marggrauff Bernhart von Niderbaden2. Wappen. Burggraf Johans von Nüremberg. Wappen. Burggraͧff Fridrich von Nüremberg. Wappen. Marggraf Johanns Jacobi in Monteferreoa. Wappen. Marggraͮff Ruͦdolff von Rötelen. Wappen. Marggraf Ruͦdolff von Rötelen, sin sun. Wappen. Graf Berchtold von Ursin, ain Römer. Wappen. Graͧff Anthoni de Columpna, ain Römer. Wappen. Hainrich, graͧff zuͦ Görtz. Wappen. Fridrich, graͧff tzuͦ Lutringen. Wappen. Marggraff Fridrich von Brandemburg der junger, sin sun, burggraf zuͦ Nüremberg,
sin gmahel, ain kungin von Polan. Wappen. Der herr von Saffoyb, der ward ze Costentz zuͦ ainem hertzogen gemacht. Wappen. [436] Graf Rikardusc von Warenwig uß Engelland. Wappen. Graf Wilhalm der junger von Mißen. Wappen. Baid herren und fürsten zuͦ Türingen. Wappen. Graf Fridrich der elter von Mißen. Wappen. Albrecht, herr und fürst undd graf in Alschaniae. Wappen. Albrecht, graͧff und fürst in Ainhaltf in Sachßen. Wappen. Dominus Morsilius de Badoͮwg. Wappen. Paulus von der Laitern, herr zuͦ Bern. Wappen. Nicodemus von der Laitern, herr zuͦ Bern. Wappen. Dominus Johannes, ain fürst von Arraga, herr in Schalunh. Wappen. Johannes, graf zuͦ Albon und hoptman tzuͦ Dalmatzii. Wappen. Brimor von der Laitern, herr zuͦ Bern. Wappen. [437] Balthasar, ain fürst in Wendi und in Werla und herr zuͦ
Ustroͧw. Wappen. Petrus, herr zuͦ Schalun. Wappen. Dominus Jeronimus de Mon[t]feraͧr iunior, Italicus. Wappen. Graf Johans Manhort zuͦ Gertz und Lutringen. Wappen unausgeführt. Graf Wilhalm zuͦ Hessen. Wappen. Be[r]trandus de Kamerinj de marchia Anthiochiana senior in Italia. Wappen. Dominus Otto de Montferaͧr. Wappen unausgeführt.
a) Montefarati Pr; Monteferrar Wo; Monteferrat St2.b) Saphoy Wo; Saphoyen St2.c) Richart Wo; Richard St2.d) von A.e) Aschania Wo; Ascania St2.f) Anhalt WoSt2.g) Morsilius de Badoͮw] Marsilius, herr zuͦ Padaw Wo; fehlt St2.h) Arraga, herr in Schalun] Anrage, herr in Vienna, das ist der herr von Schalun Wo; Anrage, herr in Vilnna, das ist der herr von Salm St2.i) folgt et Croatia WoSt2.j) Petrandus de Camerin WoSt2.
1Zur Präsenz des südwestdeutschen Adels auf dem Konzil vgl. Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 142f.
2Zu seiner Person und Rolle auf dem Konzil A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 228f. mit Anm. 142; H. Krieg, Ein fürstlicher „Trittbrettfahrer“? Markgraf Bernhard I. von
Baden, Johannes XXIII. und das Konstanzer Konzil, in: Alemannisches Jahrbuch
63/64 (2015/2016) S. 60–67.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 444.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 444 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a635
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 444 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a636
445 (Vgl. G/D1: 443–446)
[438] Diß sind grafen, nit gefürst, des ersten in Ungern.
Graf Herman von Zil. Wappen. Graf Fridrich von Tzil, sin sun. Wappen. Graͧff Niclaus, großgraf zuͦ Ungern der Naterspan1. Wappen. Graf Stieborg von Stieboriga, her am Wag. Wappen. Pipo, graf zuͦ Thomesledisb von Marac hinder den Siben bürgen. Wappen. Graͧff Fridrich, großgraͧf, sin sun. Wappen. Graf Philip Ingorod. Wappen. Graf Johanns von Camse in Ungerne. Wappen. Graf Ludwig zuͦm Rösslin. Wappen. Graf Johanns von Liningen. Wappen. Graf Johanns von Liningen der jünger, sin sunf. Wappen. Graͧff Emrich von Liningen. Wappen.
[439] Graͧff Johanns von Lupfen, landtgraf zuͦ Stülingen. Wappen. Graf Johanns von Gwernfort. Wappen. Graf Günther von Schwartzenburg. Wappen. Graͧff Ruͦdolff von Schwartzenburg. Wappen. Graf Au[l]brecht von Schwartzenburg. Wappen. Graf Wilhalm von Swartzenburg. Wappen. Graͧff Aulbrech[t] von Werdemberg von Bludentz. Wappen. Graff Albrecht von Werdemberg der jünger vom Hailgenberg. Wappen. Graf Ruͦdolff von Werdemberg, herr zuͦ Rinegg. Wappen. Graͧff Hug von Werdemberg, herr zuͦ Rinegg. Wappen. Graf Ruͦdolff von Werdemberg, herr zuͦ Sannganß. Wappen. Graͧff Hainrich von Werdemberg, herr zuͦ Sannganß. Wappen.
[440] Graͧff Johanns von Werdemberg von Sanngans. Wappen. Graͧff Eberhart von Kilchberg. Wappen. Graf Eberhart von Kilchberg der jünger. Wappen. Graͧff Johanns von Liechtenbergg. Wappen. Graff Johanns von Liechtemberg, landtgraf zuͦ Osterhofen und Halss. Wappen. Graͧff Wilhelm von Hennenberg. Wappen. Graͧff Fritz von Hennenberg. Wappen. Graͧff Ludwig von Liechtenberg. Wappen. Graff Johanns von Spannhain. Wappen. Graff Fritz von Spannhain der jünger. Wappen. Graff Fridrich von Vellentzh. Wappen. Graͧff Ott von Zigenhain. Wappen.
[441] Alt Werdenberg, fuͦrt yetz graf Hug. Wappen. Graͧff Michel von Werthain. Wappen. Graͧff Ruͦdolff von Montfortt. Wappen. Graͧff Wilhelm von Montfort. Wappen. Graͧff Wilhelm von Montfort von Tettnang. Wappen. Graͧff Hug von Montfort von Pfannenberg. Wappen. Graͧff Wilhalm von Nassow. Wappen. Graͧff Philip von Nassow, des ertzbischof von Mentz vetter. Wappen. Graͧff Fridrich von Zolr. Wappen. Graͧff Fridrich von Zolr, Intelfritzi. Wappen. Graͧff Fridrich von Zolr, genant Ötinger. Wappen. Graͧff Fridrich von Zolr, thuͦmbherr zuͦ Straͧßburg und Basel. Wappen.
[442] Graͧff Hanns von Hapspurg. Wappen. Graͧff Etzel von Ortenberg. Wappen. Graͧff Hug de Landrico de Arpagone von Frankrich. Wappen. Graͧff Johans de Landrico, sin sun. Wappen. Graͧff Johanns de Yxare von Arragoni. Wappen. Graͧff Didacus von Fuentsalidaj von Arragoni. Wappen. Graͧff Fridrich von Toggenburg. Wappen. Graͧff Eberhart von Nellenburg. Wappen. Graͧff Conrat von Nellenburg, fratres. Wappen. Graͧff Johanns von Tengen. Wappen. Graͧff Johanns von Tengen, sin sun. Wappen. Graff Eberhart von Kilchberg der jüngerk.
[443] Graͧff Ruͦdolff von Sultz. Wappen. Graͧff Herman von Sultz. Wappen. Graͧff Hainrich von Fürstemberg. Wappen. Graͧff Egol von Fürstemberg. Wappen. Graff Conrat von Fürstenberg. Wappen. Graͧff Johans von Fürstenberg; all vier bruͦder. Wappen. Graff Fridrich von Helffenstain. Wappen. Graͧff Conrat von Helffenstain. Wappen. Graͧff Fridrich von Vellentzm in Österrich. Wappen. Graͧff Conratt von Bitsch in Westerrich. Wappen. Graͧff Wilhalm von Eberstain. Wappen. Graͧff Aulbrecht von Hohenloch. Wappen.
[444] Graͧff Lucas von Flischgo, ain Römer. Wappen. Graf Albrecht de Schotis de Placencia. Wappen. Marggraͧff Niclaus von Valery, ain Römer. Wappen. Graͧff Wilhalm von Prata uß Friul. Wappen. Graͧff Jörg von Krawaten. Wappen. Graͧff Thomas von Krawaten. Wappen. Graͧff Albrecht von Krawaten. Wappen. Graͧff Ludwig von Ötingen. Wappen. Graͧff Fridrich von Ötingen. Wappen. Graͧff Fridrich von Ötingen der jünger. Wappen. Graͧff Uͦlrich von Mätsch. Wappen. Graͧff Uͦlrich von Mätsch, sin bruͦder. Wappen.
[445] Graff Uͦlrichn von Friburg von wälschen Nüwenburg. Wappen. Graff Johans von Friburg, sin sun. Wappen. Graͧff Wilhalm von Orlamüntz. Wappen. Graͧff Wilhalm von Valesiso von Arburgp. Wappen. Graͧff Hainrich von Kiburg in Ergöw. Wappen. Graͧff Ott von Orlamüntz. Wappen. Graff Eberhart von Wirtenberg. Wappen. Graͧff Uͦlrich von Wirtemberg. Wappen. Graͧff Ott von Tierstain. Wappen. Graͧff Bernhart von Tierstain. Wappen. Graͧff Johanns von Tierstain. Wappen. Graͧff Walraffq von Tierstain. Wappen.
[446] Graf Hainrich von Löwenstain. Wappen. Graͧff Etzel von Ortenberg. Wappen. Graͧff Hainrich von Salmen. Wappen. Graͧff Johanns von Tiestr. Wappen. Graͧff Fridrich von Tiest von Zwaybrig. Wappen. Graff Fridrich von Mors. Wappen. Graͧff Fridrich von Katzenelenbogen. Wappen. Graͧff Ott von Katzenelenbogen. Wappen. Graͧff Wido de Monte Veretri in Urbino. Wappen. Graͧff Ränhart von Hanhain. Wappen. Graͧff Daniel von Schonhofen. Wappen. Graͧff Ludwig von Parihilonibuss, vice comes Rodi de Chachilonia. Wappen.
[447] Graͧff Sophingo de Holenstain, a[i]n Behem. Wappen. Graͧff Johannes Remundus Vok de Cardine, vice comes Villamur in Arrogonia. Wappen. Graf Lantzlot de Petaria, dominus in Sarwal von Lamparten. Wappen. Graf Wilhalm von Casteln. Wappen. Graf Huglinus Plani in Rümeln. Wappen. Graͧff Thoman von Rinegg. Wappen.
a) Stiebor zuͦ Stieboritz Pr; Stieborn von Stieborn K; Stieber von Stieboritz G; Sciebor von Scieboritz WoSt2.b) Themesiensis Pr; Themesiedis KWo; Themesiadis St2.c) Mora PrWoSt2.d) Philipus de Goro Pr; Phylipp von Gorot G; Philipp von Goro WoSt2.e) danach de rot ausgestr. A; folgt des erztbischofs von Gran vetter WoSt2.f) sin sun] sin vetter WoSt2.g) nachträgl. von and. Hand korr. aus Lupfen A.h) Bellentz K.i) Intalfry Pr.j) Fnentsalida K; Frentsalida G.k) der ganze Name ausgestr. und ohne Wappen A.l) Egen Pr.m) Bellentz K; Fellentz G.n) Cuͦnrat K; Cuͦnratt G.o) Walliss Pr.p) Arberg Pr.q) Waldraff Pr.r) Diest Pr.s) Perthilionibus G.
1Gemeint ist hier der Palatin und Großgraf Nikolaus von Gara
bzw. Miklós Garai, der mit der älteren Schwester der Königin Barbara vermählt
war. Vgl. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223f. mit Anm. 129; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 9f. mit Anm. 24 auf S. 9; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 71f.; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 445.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 445 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a637
446 (Vgl. G/D1: 443–446)
Diß grafen, hienach genant, waren mit den von Mißen.
Graͧff Fridrich von Honstain, herr zuͦ Heldrung. Wappen. Graͧff Hainrich von Honstain, herr zuͦ Lar. Wappen. Graͧff Hainrich, burggraf zuͦ Mißen. Wappen. Graͧff Albrecht zuͦ Lisniga. Wappen. Graͧff Anfungb, herr zum Waldenberg. Wappen. Graf Berent zuͦ Regenstain. Wappen.
[448] Graff Protzgoc von Gwernfurt. Wappen. Graͧff Poted, herr und graͧff zuͦ Stallenberge. Wappen. Graͧff Fridrich von Bichlingen. Wappen. Graͧff Vyt, herr und graͧff tzuͦ Schonburg. Wappen. Graff Fridrich von Bichlingen, sin sun. Wappen. Graͧff Tentzgo von Dononf. Wappen. Graͧff Fridrich von Donon. Wappen. Herr Dobermuͦr, herr in der mindern Walachy. Wappen. Graff Fridrich von Ötingen. Wappen. Graͧff Hug von Montfortt, herr zuͦ Pfannenberg. Wappen. Montfort ist davor bezaichnott. Graͧff Hanns von Katzenelenbogen. Wappen. Graͧff Conrat von Tübingen. Wappen.
a) Linsing K; Lising G.b) Anfring K; Anang G.c) Protze G.d) Bota G.e) Stalberg G.f) Schenigi von Donoy G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 446.
[449] Hienach volgent fryherren oder panerherren.
Herr Härnita Liechtenstainer von Österrich. Wappen. Herr Fridrich von Waltzseb der jünger. Wappen. Herr Hainrich von Rosenberg von Behan. Wappen. Herr Fridrich von Pla uss Märhern. Wappen. Herr Alsch von Ranoͧw uss Behan. Wappen. Wilhelm von Olmunt uss Uͦrtriecht. Wappen.
[450] Peterc von Schara uss Windenland, herr zuͦ Toppelschaind. Wappen. Wilhe[l]m Schenk von Sydoe uß Sachßen. Wappen. Hanns von Waldoͧw uß Sachßen. Wappen. Herr Peter von Sträsnitz uß Märhern. Wappen. Herr Fridrich Schenk von Wartemberg uss Behan, ist yetz ain Huss. Statt Wappen steht nüt. Herr Michel von der Tuben. Dasselbe. Herr Fridrich von Hohenloch by Bassoͧw. Wappen. Hainrich von Rapelstain, fryherr. Wappen. Hanns von Abersperg in Payern. Wappen. Wilhalm Waldroder in Franken. Wappen.
[451] N. von Anburgf. Wappen unausgeführt. Ulrich von Brandiß. Wappen. Türing von Brandiß. Wappen. Wolffram von Hewen. Wappen. Peter von Hewen. Wappen. Hanns von Hewen. Wappen. Dietrich von Krenkingen. Wappen. Herr Conrat von Winsperg. Wappen. Herr Hanns von Haidegg. Wappen. Ludiman von Liechtemberg der jung. Wappen. Herr Steffan von Gundelfingen. Wappen. Hanns von Gundelfingen, sin sun. Wappen.
[452] Herr Hainrich von Steffelng. Wappen. Hanns von Stoffeln, sin su[n]. Wappen. Dietrich von Walhusen. Wappen. Wilhelm von Elmont uß Uͦrtriecht. Wappen. Herr Hainrich von Rosenberg uss Uͦrtriecht. Wappen. Schenk von Ganshain uß Uͦrtriech. Wappen. Ulrichsh von Sax. Wappen. Burkart von Sax. Wappen. Herr Burkart von Rainstaini, herr tzuͦ Gilgenberg. Wappen. Wilhalm Hasj von Waldegg. Wappen. Albrech[t] Thum von Kurwalhen. Wappen. Niggel von Kurlitzk von Westfaͧl. Wappen.
[453] Hainrichl von Finstingen. Wappen. Ott Schenk von Nifen. Wappen. Rennhartm von Westerburg uss dem Rinbirgg. Wappen. Herr Hartnikn von Liechtenstain. Wappen. Herr Schmaßman von Rapelstain. Wappen. Herr Hainrich von Finstingen. Wappen. Herr Hainrich von Bluͦmnoͧw. Wappen. Hainrich von Bluͦmnoͧw von Kranerno. Wappen. Uͦlrich von Bluͦmnoͧw von Märhern. Wappen. Herr Peter Silstrang. Wappen. Herr Alsch von Ranoͧw. Wappen. Herr Alsch von Sternenberg. Wappen.
a) Harnit Pr.b) Walse Pr.c) Stechpetter Pr1; Petter Pr2.d) Toppellscham G.e) Sidow Pr.f) Türing von Arburg Pr; Ruͦdolff von Arburg G.g) Stoffeln Pr.h) Uͦlrich Pr.i) Ramstain PrG.j) Hass Pr.k) Kimlitz K.l) Hanns Pr.m) Rainhartt Pr.n) Hartint Pr; Hartnit K.o) Travern Pr; Cravern KG.p) Masagx PrK.q) Rotznuß K; Rotzüntz G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 447.
448 (Vgl. G/D1: 448b)
Hienach volgent ritter und knecht und edel dienstlüt uss Swaben.
[455] Hanns Conrat von Bodmen. Herr Hanslia von Bodmen. Herr Frischhans von Bodmen. Johanns, sin sun, von Bodmen. Wappen. Hanns Truchsäß zuͦ Walpurg, ritter. Jacob Truchsäß, sin sun, ritter. Wappen. Caspar von Klingenberg. Uͦlrichb von Klingenberg, sin sun. Albrecht von Küngsegg. Hanns von Küngsegg. Egg von
Küngsegg. Albrecht von Küngseggc. Wappen. Uss Lützelburg. Hunwart von Alcare. Gerhardus von Pistoria. Hainrich von
Holenstain. Hartman von Wangen. Ruͦdolff von Holenstain. Eberhart von Landow.
Eberhart von Landow, sin sun. Wolff Graͧffnegger. Wolff Graͧffnegger, sin sun.
Ruͦdolff von Hohentannd. Conrat Findinsen.
[456] Hoptmarschalk von Bappenhaine, undermarschalk des römschen richs. Wappen. Wilhelm, Hainrich, Albrech[t], Hugf; von Honburgg. Wappen. Johannes, Johannes, sin sun; von Flanders. Conrat, Bentz, Niggel, Burkart;
Schlandensperger, brüder. Hanns, Hainrich, Hanns, Conrat; von Bonstetten. Herr
Hanns, Conrath; Tzorn. Frantz Hagendorn, Johans von Mülineni, Johans Bok, Ruͦdolffj Barpfening; von Straͧßburg. Burkart, Intelhanns; von Werdoͧwk. Johans, Uͦlrich; Franspergerl, ab der Etschm. Hainrich Fischgul von Limburg. Fridrich, Conrat, Hainrich; von Friberg.
Hainrich, Conrat, Burkart; von Knöringen. Oswald, Claus, Hanns, Conrat;
Wolkenstainer. Herr Hanns Swartz, ritter. Jacob, Hainrich, Hanns; Swartzn. Hainrich, ritter, Mantz, Hainrich, Uͦlrich, Hanns; von Rogwille. Jörg,
Fridrich; von Katzenstain. Wappen.
[457] Ludwig, Hanns; Bentznoͧwer. Ludwig ab dem Stain. Johans Hüruß, Albrecht von Schönoͧw,
Hanns von Swaindorffo, Jacob Friehaitp, ritter; in Elsaß. Wetzel, Hug; von Hegoq. Hainrich vom Stain. Eberhart von Wiler. Wolff von Kallenberg. Herman von
Werdegg. Herman von Bichelser. Uͦlrich von Wulflingen. Johannes, Hainrichs; Küngsholtz. Berchtold von Stain. Eberhart Low von Fridberg. Rennhartt von Swalbach. Lienhart von Tropfen. Folgt Wappen. Lienhart von Jungingen. Hanns, Wolff; sine sün. Hans von Froberg. Alt
Landemberg, nüw Landemberg. Darunter zwei Wappen. Albrecht von der alten Landenberg. Beringer, Herman; von der hohen Landenberg.
Albrecht, Beringer, Hans, Hug; vonu Landenberg. Wilhalm, ritter, Eberhart; im Turn. Erasmus Liechtemberger, Walther
Hammer, Andres Süsammer, Ekart von Vilanders; ab der Etsch. Dietrichv vor Marmoltzw uß Kurwalhen. Dietrichx, Andres, Claus; sine sün. Hanns von Schlandensperg. Vit, Aulbrecht, Hanns; von
Rechberg.
[458] Herr Schilingy, herr Johanns; von Ülenburg. Cuͦntz, Michel, Ruͦf, Egg, Hainrich; von Rischach.
Berchtold, Hainrich, Hanns; von Mörsperg. Hainrich, Hanns; von Gumpenbergz. Ruͦdolff von Endingen. Hainrichaa, Conrat, Hanns; die Gussen. Fridrich Schettner. Conrat von Löwenstain. Walther
von Stadgen. Tollentzerabac, Hainrich; von Schellenbergab. Egg von Küngsegg. Albrecht, genant Colbishainad. Albrecht von Küngsegg. Herr Burkart Münch. Albrecht von Egloffstain. Wilhelm
von Rimpfen. Ott Pfatt. Herr Johanns Zoller. Appel von Liechtenstain. Herr Hanns
von Bomersfeldae, ritter. Conrat, Diepolt; Waldner. Fridrich von Scharpfenberg. Hainrich Zobel.
Bilgri, Hanns, Conrat, Hans, herr Hanns; von Hödorff. Jordan Ploschonaf, Marquart von Torinenag, Burkartah von Kolffenai; ritter. Herr Hanns von Stadgenaj, herr Hainrich von Höringenak, herr Wolff vom Stain, herr Hainrich von Isenburg; ritter. Pupelial von Elrenbach. Thoman von Friberg. Johannes von Ast. Wernher von Waldeg. Wilhalm
von Bebenburg. Lütolt von Berenfels. Herr Hanns Schilling. Hainrich von Effringen.
Rennhart von Ramthingenam. Wurbolt von Louffen. Brun, Hainrich; von Lupfen. Hanns der elter, Hanns der
jünger; von Honburg. Herr Hans Uͦlrich, Uͦlrich Marquartan, Marquart; von Emptz.
[459] Herr Uͦlrich, herr Jörg; von Fridingen. Ruͦdolff, Hainrich, Hanns,
Conrat, Hanns Wilhelm; von Fridingen. Hamman, ritter, Wilhalm; von Gruͦbergao. Hamman, Uͦlrich, Fridrich, Albrech[t]; vom Hus. Herr Conrat, herr Hainrich,
herr Conrat, Hanns; Payer von Metz. Rainhart von Westerburg. Herr Arnolt von
Hessen. Herr Wilhalm von Reiß. Uͦlrich, Conrat; Bayrerap. Burkart, Uͦlrich, Buppeliaq; von Hermstorffar. Ruͦdolff von Rosenberg. Eberhart von Ramswagas. Burkart, Hanns, Burkart, Fridrich; schenken von Casteln. Herr Conrat, Ruͦdolff,
Hanns; von Haimenhofen. Egliat, Egli, Burkartau, Ruͦdolff; von Roschach. Fridrich, Hanns, Hainrich; von Westerstetten. Herr
Hainrich, Hainrich, Hanns; von Randegg. Herr Hainrich, Hanns, Hanns; truchsäßen
von Dießenhofen. Thoman, Hanns, Frik; von Fribergav.
a) Hennslin Pr.b) Aulbrecht Pr.c) folgt Tolbischan von Künsegg Pr; folgt Albrecht Tolbischam G.d) Hochenstain PrG.e) Papenhain Pr.f) Burckart Pr.g) Hönburg Pr.h) Niclaus Pr.i) Muͦlhan Pr; Mulmen G.j) Ruͦdin Pr.k) Ittalhanns von Werdnow Pr.l) Fründsperger PrG.m) folgt Hainrich Schlandensperger Pr.n) Schwartzen Pr.o) Schwaindorff Pr; Schwamdorff G.p) Friehatt Pr.q) Hegow Pr.r) Bichelnst Pr.s) Hanns Pr.t) Rainhartt Pr; Rainhaldus G.u) rot korr. aus vond A.v) Dietegen Pr.w) Marmels PrG.x) Dietegen Pr.y) Hyllung Pr; Willung G.z) Sinpenberg G.aa) Diepoltt Pr.ab–ab) Tollentzer – Schellenberg] Her Marquartt, Tollentzer, Märck Ruchty, Hainrich, her
Cuͦnratt; von
Schellenberg Pr.ac) Töltzer G.ad) Tolbishan Pr.ae) Johans von Bomerdingen G.af) Ploschen Pr.ag) Dornen Pr; Dormian G.ah) Rainhart G.ai) Kalffen Pr.aj) Stadigen G.ak) Hörningen Pr; Hoͤrningen G.al) Pupelin Pr.am) Rainhart von Ramchingen Pr; Rainhart von Rainchingen G.an) Uͦlrich Marquart] Marquart rot ausgestr. A; Uͦlrich Pr.ao) Grünnenberg Pr; Grünenberg G.ap) Paygrer Pr.aq) Pupelin Pr.ar) Helmenstorff Pr.as) Ramschwag Pr.at) Eglin Pr.au) Ruͦdolff Pr.av) Frick Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 448.
[460] Diß nachbezaichnoti wapen sind der edlen ritter und knecht, die da
vor beschriben sind. Bis auf den vorstehenden Satz ist pag. 460 leer.
[461] Clingenberg. Wappen. Truchsäß von Dießenhofen. Wappen. Landenberg. Wappen. Landemberg alt. Wappen. Küngsegg. Wappen. Schellenberg. Wappen. Truchsäß von Walpurg. Wappen. Bodmen alt. Wappen. Hohentan. Wappen. Lupfen. Wappen. Bluͦmberg. Wappen. Bodmen nüw. Wappen. Honburg. Wappen. Ranndegg. Wappen. Fridingen. Wappen. Fridingen. Wappen. Hornstain. Wappen. Emptza. Wappen. Bonstetten. Wappen unausgeführt. Vom Stain. Wappen. Friberg. Wappen. Rischach. Wappen. Rosenberg. Wappen. Roschach. Wappen.
[462] Wolffuͦrt. Wappen. Elerbach. Wappen. Münch. Wappen unausgeführt. Tettingen. Wappen. Westerstetten. Wappen. Jungingen. Wappen. Maͤrspergb. Wappen. Huͦrnhain. Wappen. Gussen von Liphain. Wappen. Truchsäß von Ringingen. Wappen. Witingen. Wappen. Halwilrc. Wappen. Isenburg. Wappen unausgeführt. Hormingend. Wappen unausgeführt. Stofenberg. Wappen. Aichelberg. Wappen. Kamrere. Wappen unausgeführt. Rotenstain. Wappen. Hoffmaister von Froͧwenfeld. Wappen. Schenken von Casteln. Wappen. Payrer. Wappen. Minchwilf. Kein Wappen. Helmenstorff. Wappen. Lochen. Wappen.
[463] Hünenberg. Wappen. Lüningerg. Wappen. Haidelberg. Wappen. Lonnoͧw. Wappen. Stoffeln. Wappen. Schleten. Wappen. Randegg im Rieß. Wappen. Ebersperg. Wappen. Ramswag. Wappen. Hugeltzhofen. Wappen. Schonstain. Wappen unausgeführt. Anhelberg Hans. Wappen. Grünenberg. Wappen. Küngsholtz. Wappen. Münchwil. Wappen. Spaten. Wappen. Roggwil. Wappen. Schwartzen. Wappen. Schenkh von Casteln. Kein Wappen. Louenbergi. Wappen. Hornberg. Wappen.
[464] Gundeltzhain. Wappen. Tzülhart. Wappen. Westerstetten. Wappen. Sachßenhain. Wappen. Knöringen. Wappen. Helmstat. Wappen. Tachenhusenj. Wappen. Bappenhaink. Kein Wappen. Eptingen. Wappen. Gnupenberg. Wappen. Och[s]enstain. Wappen. Die vom Hus. Wappen. Och[s]enstainl. Kein Wappen. Pag. 465 leer.
[466] Tettingenm. Kein Wappen. Altstetten. Wappen. Dankertswil. Wappen. Sternegg. Wappen. Anwile. Wappen. Morsperg. Wappen. Hörningen. Wappen. Langenstain. Wappen. Haideg. Wappen. Lüpoltz. Wappen. Haimenhofen. Wappen. Buͦbenhofen. Wappen. Nothaft. Wappen. Werdoͧw. Wappen. Giltingen. Wappen. Hachenrietn. Wappen. Giltlingen. Wappen. Tzülnhart. Wappen. Stainegg. Wappen. Gaͧchnang1. Wappen.
a) Ämptz K.b) Mansperg K.c) Harwilr K.d) Horningen K.e) Karnier K.f) nachgetr. und wieder ausgestr. A.g) Lauinger K.h) Name ausgestr. A.i) Lobenberg K.j) Taͧttenhusen K.k) ausgestr. A.l) rot ausgestr. A.m) ausgestr. A.n) Hochenriett K.
1An dieser Stelle bricht in K die unvollständige
Teilnehmerliste (ohne Recapitulacio, wie sie sich etwa in A findet) ab.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 449.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 449 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a638
450 (Vgl. G/D1: 450–451)
1Nach cc. 439,1–2 auf fol. 231r setzt W1 erst wieder mit c. 450 auf fol. 233r ein; die dazwischen liegenden Kapitel sind ausgefallen, foll.
231v–232v sind leer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 450.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 450 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a639
451 (Vgl. G/D1: 450–451)
Billing, Onofriusa; de Conis, fry ritter. Haidmatzb von Latznoͧwc alias Preschgo. Nicolausd, Laschago; von der Loben. Herr Mischoe, herr Tobelitzf; herr zuͦ Adeg. Hans, Peter; Meisenburg. Herr Jörg Mesenburgg. Der truͦg dem römischen küng daz swert vor. Der waz ain ritter. Johannes
Merenwitz. Thomas von Ladwik. Baffenschumel von Onodann. Laurentz Pascha von
Danunah. Johannes von Monoti, fry ritter. Michel, Jäk, Jon Jäk; von Kassel, ritter. Hainrich von Balutz,
Jergj Tannfridri, Taschgin von Garak, Andres von Potus; ritter. Nicolaus, Burkart; Vilosandri. Jann von Taschgin,
Benedict zum Butsch, Peter Burgerschy, Anthonius Kalobryl, Jannm Silstrang, ist ain Huss, Sigmund von Lanansn; fry ritter. Dyenot von Laßanso, fry ritter. Laudislaus Demectrip. Beled de Los. Johannes Hyspani. Jacob de Sechst. Victus Soboniaq. Johannes Ost. Nicolaus de Tachin.
a) Honofrius Pr.b) Haidman Pr.c) Lantznow W1.d) Nicolas W1.e) Mischgo Pr.f) Tobilitz W1.g) Meisenburg Pr; Mesibor G.h) Laruerentz Pascha von Daman W1.i) Morot Pr; Morett G.j) Gerg Pr; Jörg W1.k) Fara G.l) Kalabry Pr; Kallabry W1.m) Peter G.n) Lanaus Pr.o) Lausans Pr.p) De Mettri Pr.q) Sabonia W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 451.
a–a) Darumb – gelaßen] Das hab ich darumb ungeschriben gelassen W1.
1Ein Hinweis darauf, dass der Chronist nicht alle Teilnehmer
namentlich verzeichnet hat.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 452.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 452 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a640
453 (Vgl. G/D1: 453–456)
So sind, die hienach benempt werden, Behan und Merhera und och Mißen.
[468] Conrat von der Nüwenstatt von Märhernb, ritter. Watzla von der Tuben. Wilhalm von Waldeg. Johannes von der Tuben.
Johannes Rodann. Marquart von Kemritzc. Nicolaus von Ottrawitz. Nicolausd von Storgotz. Hanns von Littoͧw. Ulrich von Lutz, genant Stal.
Behane.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 453.
454 (Vgl. G/D1: 453–456)
Herr Johanns von Clon, ritter. Wentzla, Nicolaus; Schranka von Zwerwitz. Andres von der Tuben, ain ketzer. Hainrich, Herman; Gebosch von
Merhernb. Johannes Ling, schenkc. Wintzig Kramer. Jerg, Hans; von Lip uß Märhernd. Albrecht von Ranoͧw. Jon von Merenwitz. Berung Kowalschgie. Jann Silstrangf der elter, ain Huss. Peter Strall. Büben Fronberger. Cuͦntzgo von Chalm. Hug von
Schonwald. Gerso von Klamg. Albrecht Sidenstrang. Herr Hainrichh Lactschenboki, der den Hussen brach[t] und ist tod in der kätzery. Herr Ratzgo Buͦben.
Herongj, Fridrich; Klux. Jan Fürstenstain. Hainrich von Lofan.
a) Schranken Pr.b) Mächern W1.c) schenik Pr.d) Mächern W1.e) Bewalischgi G.f) Sidstrang G.g) Clam Pr; Chalm G.h) Johanns G.i) Latschabok Pr.j) Herong] Her Org Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 454.
a–a) Noch was – ze vil] Ir ist vil me, der ich nitt schriben woltt, es wurd ze vil Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 455.
456 (Vgl. G/D1: 453–456)
So sind diß von Sachßen, von Mißen, von Türingen und uss der Schlesi.
Johannes Zedlitz. Hanns Hundißhain. Niggel, Claus; von Lofen. Jörg ze Crussa. Nicolausb Ribnitz. Wilhalm, Hans, Jörg; von Sidoͧw. Koppo von Zedlitz. Hainrich Hag. Hunc Huntschged. Peter Silstrang. [469] Niggel Warnstorffere. Hainrich, Otto; von Schag. Wartz Wipolt. Lutz von Dimf. Toni von Torng. Peter, Hanns, Conrat, Michel, Fritz, Albrech[t]; von Scheldorff.
a) ze Cruss] Zettruss Pr; Zettruß G.b) Niclas W1.c) Thuͦn PrW1; Thin G.d) Huntzgsche Pr.e) Warnstoffer W1.f) Dun Pr; Thun G.g) Dorn PrG.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 456.
Och ist ir vil mer, es wär aber ze lang zuͦ schriben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 457.
So sind diß von dem Römerland und in Lamparten.
Jacobus de Iseo. Johannes Alliprandis. Theobaldus de Mare putridoa. Anthonius de Novo castro. Jacobus de Mirandula. Symo[n] Westfalia. Hainricus
Engelsinus. Amodeus de Calanko, Romanus. Maurinus Schlaffus, Napulie. Michel,
Berchtoldus, Ludwicus; de Forandisb uss Tuschgan, ritter. Jacobus de Candinancia. Caspar Bischunt, Otto de Mondalo;
ritter. Gwido de Mißysc, Ermardus de Gunkod, Gwidoe de Amnasia; ritter Napulenses. Philippus de Rikonibus in Rumulnf. Petik Marschalk. Cristiang Kratz, Jacobus de Isidion; ritter von Napuls.
a) Mare putrido] Mare putrirdo W1; Mer prucini G.b) Ferandis Pr.c) Gwido de Missis W1; Gundo de Miserys G.d) Bancoo G.e) Gwid W1.f) Rumeln Pr.g) Cristan W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 458.
Dero ist och gnuͦg geschriben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 459.
460 (Vgl. G/D1: 460a; G/D1: 460b)
So1 sind diß von Engelland und von Tennmark, von Schotten, von Norwegen und von
Schweden.
Andres Lunga, Herung Küngshoff, Hartman Klugsb, Hanns von Wacterconc, Hanns Ficond, Pyors Krafte, Hanns von Rochf, Hugs Holbachg, Thaneis von Vilkotish; ritter. Robert Busant, Wentzla Swösteryi, Eniknig Merbireij; ritter uß Sweden. [470] Nicolaus Sexporeik. Nicolaus Newelortl. Geffron Offlechstm. Niclain Hemerfortn. Fiolton Alsterffo. Twil Torlicon. Nitzgo Krotern. Richart Allisander. Johann Ottlinger.
Rütschp von Rehenfürtq. Walther Hungerfeldr. Haintzos, Wilhelmi; de Wilhain.
a) Lining G.b) Hartung de Clux Pr1; Hartman Clugx Pr2; Hartung von Clugx G.c) Watterton Pr; Vactercon W1.d) Johanns Sitten Pr1; Johanns Fitton Pr2; Hanns Ficon Pr3; Hanns Viccon W1.e) Piers Kroft Pr1; Piers Crofft Pr2; Piors Krafft Pr3; Pyors Craft W1.f) Johanns Roche Pr1; Hanns von Roch Pr2.g) Hugx Halbach Pr1.h) Thomas Vikotus Pr1; Thaneis von Bilkotis Pr2.i) Wentzlaus Swesto Pr1; Wentzlaw Swöstery Pr2; Wentzla Schwöstery W1.j) Johanns Merbory Pr1; Eniking Merbirey Pr2; Enigknig Merbireie W1.k) Sexporn Pr1; Sexpen Pr2; Sexpenn G.l) Wilham Newelent Pr1; Willem Neweland Pr2; Nicolaus Newelont Pr3; Gwylhelm Newelont G.m) Geffron Offletsch Pr1; Göffron Ufflech Pr2; Geffran Offlechst Pr3.n) Janigi Hermfortt Pr1; Ruͦbert Hemerfortt Pr2; Niclain Hemerfortt Pr3; Nicolain Hemerfort W1.o) Fiolton Alsterff] Fiolton Allstorff W1; davor steht Witschol Septitin Pr; davor steht Nitschol Sexperitin G.p) Ruͦdolff G.q) Rechenfuͦrt W1.r) Hugersfortt Pr1; Hungerfeld Pr2; Hungersfort G.s) Hanitzo W1.
1In cc. 460, 465 und 513 werden die Teilnehmernamen in Pr nach
unterschiedlichen Traditionen präsentiert, was dazu führt, dass dieselben Namen
teilweise mehrfach begegnen; daher wird zwischen Pr1, Pr2 und Pr3 unterschieden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 460.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 460 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a641
a–a) Iro – verdrutz] fehlt Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 461.
Diß sind von Frankrich.
Herr Beringer von Bellimontea. Herr Missleon von Brakanat von Orliensb. Herr Paul von Pastoria von Saphoy. Wilhelm von Wienc von Sant Jörgen, fry ritter. Wilhelm, sin sun. Herr Johanns von der Nüwen statt,
fry ritter. Herr Wilhelm von Nabanna. Jonn von Ruland. Gelforinus de Ponpodoria.
Eliocus von Bisacod, Petrus de Pauliano, Gwilhelmus de Padiovalle, Eliocus de Wigarure, Johannes [et] Karolus; de Kalavilla; ritter. Hainricus Payerf. Johannes von Hosawila. Pfendricus de Paygori. Makkog de Zwaybrugg. Walther von Tann. Johannes de Riselea. Ulricus de Blankenburgh. Stoffel von Feldspergi. Wilhelm Graffsteg. Peter, Hainrich; Murhammerj. Johanns Seman. Herr Muschumberk, ritter. Herr Jannl von Befort, obrosterm kantzler des hertzogen von Saffoy.
a) Bellemonte Pr; Bellimonti W1.b) Orlientz W1.c) Wiene Pr.d) Pisacho Pr.e) Wigarim PrG.f) Paiger Pr.g) Malko W1.h) Blankenberg Pr.i) Velesperg Pr; Veldschraig W1.j) Nürhamer PrG.k) Muschmuber, ain paschartt von Saphoy Pr; Muschenberg Pasthard G.l) Jann] Muschi Jann Pr.m) obrester W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 462.
Diss sind usser dem küngrich Cecilie base und uss Hyspania.
Her Matheus de Cardone, Remundus Settirena, Franciscus Miramis, Anthonis de Vico,
Anthonius Berthrami, Remundus de Xetina; rittera. [471] Remundus, filius suus, ritter. Nicolaus de Prosida. Manuel
Vitalus. Roger de Pogorab. Wilhelmus Fabri. Bernhardus Burdurus. Wilhelmus Remundi de Stal. Anthonius
Pirion.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 463.
Diß sind von Katholoni.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 464.
[472] Diß sind usser dem küngrich Portigal.
Herr Alffo de Gunschalno de Theyida de Moncy forty, fry rittera. Herr Ferandus de Castro. Alnarib de Castro. Rodricus, Laurencius; de Serpac. Fernandusd, Allffonssye; de Questa. Anthonius Consalvi Denisof. Fernandus Endinig. Martinus Rodrici. Petrush de Sosa. Laurencius Giraldy. Waltherusi Endinij. Petrus Alffri. Petrus Didasi. Alnarus Vernandik. Martinus Vincensi.
a) Her Alfro de Gunsalvo de Theida de Monte fercy, fry ritter Pr1; Her Alffro de Gunsalvo de Teyda de Monte forti, fry ritter Pr2; Herr Alfo de Gunschabno de Theyida de Monci forti, fri ritter W1.b) Almary IZ1.c) Stepha IZ1.d) davor steht Lawrentzius W1.e) Alffondy Pr.f) De Niss Pr1; De Niso Pr2.g) Gudini Pr; Gadim Z1.h) Johanns Pr1; Petrus Pr2; Johannes I.i) Palaciscus I; Vallacistus Z1.j) Gudini PrIZ1.k) Vernandus W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 465.
So sind diß usser dem kungrich Türggen, Littow und Polan.
Herr Niclaus Sopinssgy, hoffmaister Türggorum. Herr Hanns de Crogoa, castellanus Molischob. Herr Gergo de Gedioldc, capitanius Türcorum. Herr Lanschga, herr Gergo; haiden. Herr Brandod, ain haiden. Herr Andres Balitzgi, herr Tairin Schrinine, herr Johans Wiss, herr Stentzel Wieneri, herr Vicentz Swidwaf, herr Korickig von Kall, herr Johanns [et] herr Peter; Samson, Stentzlaush von Mentzgi, Johannes Calixgi, herr Säwisch von Sawoschgii; all ritter von Polan. Johannesj Jon von Littoͧw. Peter Wilburgj, Johannes von Sansonk, herr Ingolt von Montfredis, Jan Prognewischgi; von Littoͧwl.
a) Chrogo Pr.b) Mollischgo Pr.c) Sediold G.d) Brango PrG.e) Schrium Pr; Schirmy W1.f) Swida W1.g) Toniky Pr.h) Stentzlal. [Abk. unklar] AW1.i) Saboschgi Pr.j–j) Johannes – Wilburg] Her Jon Billing, Dietrich Billung; von Littow Pr.k) Sarson Pr.l) von Littoͧw fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 466.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 467.
Als nun menglich wol ze wissen ist, wie vil fürsten, gaistlich und och weltlich
ze Costentz gewesen sind, so ist nun ocha ze wissen, wie menger fürst und herr, der [473] nit zegegen was, sin
gewiss bottschaft ze Costentz hatt, baide mit briefen, mit erbern lüten und ir
ettlich durch ir herolt und ir pfifer und spillüt, die der fürsten und herre wapen
anschluͦgen und ir lob uß seitend.
a) fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 468.
Dero botten vil komend mit des hertzogen von Littoͧw bottschaft, ettlich mit dem ertzbischoff
Kifionensis uß Kriechen, ettlich mit
des küngs von Casteln von Arrogonia, ettlich mit des küngs von Portigal, ettlich
selb.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 469.
a) so heb ich an an dem groͤsten tail in Assia Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 470.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 470 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a642
Iste contracte sive terre sunt in Asia.
Arabia. Moabicis. Petra deserti. Anthiochia. Terprus. Taffur. Edessa. Appamia.
Alabim. Jerapulis. Hostia. Bulisecha. Damascus. Bulgaria. Asia zuͦ der sunnen uffgang. India. Tartaria. Ethiopia.
Ydumea. Terra Sancta. Babilonia. Allexandria. Palestina. Maritima. Socopolis.
a) Buliseth W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 471.
Affrica.
Kriechen zuͦ mittag. Constantinopolim. Atthenenses.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 472.
Europa.
Unßer land zuͦ der sunnen nidergang. Romani. Schlavoni. Türci. Ungeri. Germani.
Frantzoni. Gallici. Anglici. Hiberni. Hyspani.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 473.
474 (Vgl. K: 474b; K: 474–475, G/D1: 474–475; G/D1: 474)
[474] Davor drei Wappen. Honorandus1 dominus et princeps dominus presbiter Johannes de India maiori et minori, que
terra situata est retro Tartaria, ubi Tartaria finem habet. Ab eadem Tartaria
restant x dies usque in Indiam, ubi Sanctus Thomas requiescit. Et est in eadem
contracta civitas in signisa, que w[u]lgariter Ordo vocatur. Ab ista civitate omnes imperatores et reges
Tartarorum deberent esse nati et principatum trahere ab ista civitate, quia
antiquitus fuerunt ibi cesares et habebant in omnibus regnis Tartarorum eligere
sub se cesarem vel regem, sicut fecerunt Troyani, postea Romani, et nunc electores
sacri imperii Romanorum. Et in quo regno non habent principem de Ordo, tamen ille
princeps, qui sic non est natus, opportet eum habere vicarium de Ordo, qui sibi in
nomine Ordo accomodat feda et omaida et alia regimina, que spectant ad regnum.
Sicut magnus can habet unum de Ordo, qui est vicarius suus et omnes Tartari
similiter habent.
Dominus presbiter Johannes deberet esse archiepiscopus et habet sub se quatuor
archiepiscopos et xxx episcopos et habebat nullum nuncium hic, nisi tres Ethiopes,
qui dixeruntb, se esse de terra et regno isto, qui autem ignorabant latinum, neque habebant
ideoma, intelligere ipsos non poterant. Et arma sequentia apposuerunt.
[475] Davor drei Wappen. Primus imperator Tartarorum, qui confinis est Indie, et est sibi nomen
impositum magnus canis, daz ist der groß can oder hund, der ist herr mit gewalt
über die sechs kayserthuͦmb in der Tartarye und muͦß doch ain herren haben, der
sin vicary sy von Ordo, der och hie ob bezaichnot ist. Und2 was hie ain herolt, der by mir außc. Es folgen drei Wappen. Bei einem steht: Rex Egipti.
Der soldan von Babiloni muͦß och haben ain von Ordo, der haißt von im selbs nit
soldan und nun allain von siner herschaft wegen. Der hett der patriarchen guͦt
gantz under im: Anthiochia, Egipten und Allexandria. Von dem warent vil hie.
[476] Rex de Arabia. Wappen. Rex Hyspie. Wappen. Der hochwirdig fürst, der küng von Arabia, da dannen das guͦt gold kommet, das
gold die von Engenland haben, daruß gemüntzet werdent die guldin, die man nempt
nobel. Des bottschaft kam mit dem bischoff und botten von Engelland und von im ain
landfarer und ist under im der küng von Hyspied und ist für sich selb, daz er nit bedarff der herren von Ordo.
Ain küng und der ander kayser, die muͦßen och haben ain von Ordo in der Tartary. Wappen. Ain mächtiger fürst und herr, der küng von Ninafe, der hett mit dem soldan
nüntz ze schaffen und hett under im den küng von Essie, und kam sin bottschaft mit
den von Rodiss. Wappen. Der küng von Armenia, da die besten und die wit farendosten koflüt sind, der
ist für sich selbs. Und wann er abgaͧt, so wellent die landßherren ain küng, und
waz hie ain kofman selb fünft. Wappen.
Der küng von Bethlehem sölt ain küng sin, so ist er under dem soldan und ist arm.
Des botten komend mit den von Kriechen. Wappen.
[477] Kayser von Bulgari. Wappen. Rex Caldeorum. Wappen. Der kayser von Bulgari, der muͦß och ainen haben zuͦ vicarien von Ordo und hett
under im regem Chaldeorum. Rex Scherffenberg. Wappen. Rex Britanie. Wappen. Die sind und[er] kayser soldan. Rex de Morochte. Wappen. Rex Syrie. Wappen. Die sind under dem großen kayser kan. Rex Ermenie. Wappen. Rex Morot. Wappen. Die sind under dem kayser kan. Rex Baldachie. Wappen. Rex Affrice. Wappen. Die sind under dem groͧßen can. Rex Perge. Wappen. Rex Turrie. Wappen. Die sind under dem kayser can. Rex Baltzie. Wappen. Rex Satrapey. Wappen. Die sind och under dem großen kayser can. Rex Griffie. Wappen. Rex Aschalme. Wappen. Die sind under dem soldan.
1Mit c. 474a setzt in K und W der systematische Chronikteil
ein. W ergänzt die Konstanzer Liste foll. 159r–175v auf foll. 176r–244r noch um die New Yorker Liste, was die Kenntnis verschiedener
Vorlagen voraussetzt. In G steht c. 474 ebenfalls relativ am Anfang der
sechsten, systematischen Texteinheit.
2Diese persönliche Bemerkung Richentals, die in Pr fehlt,
findet sich auch in K und W, W schreibt allerdings: Und was hie ain herolt, der mit mir auß. Zur Bedeutung der Herolde in Konstanz vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 95f., 132; W. Paravicini, Signes et couleurs au Concile de Constance S. 155–187,
XVIII–XXII; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 81; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 248f. Grundsätzlich N. Bock, Die Herolde im römisch-deutschen Reich. Studie zur adligen
Kommunikation im späten Mittelalter (2015).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 474.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 474 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a643
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 474 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a644
475 (Vgl. G/D1: 475; K: 474–475, G/D1: 474–475)
[478] Dero küng usßer Asya dem land, dero wär noch vil ze schriben, die
ich all under wegen laß von kürtzea wegen, die doch tze Costentz genempt wurden durch ir spillüt und ander ir
botten. Doch wil ich iro mer nemmen, als mir das die herolt gesait haben.
Rex Barbarie minor ist och under dem groͧßen kan. Wappen. Cesar de Ethyopiab ist under dem großen kayse[r] kan. Wappen. Der kayser von Argie ist under dem großen kan. Wappen. Der küng Jaschgo von der vordern Ermanic ist under dem soldan. Wappen unausgeführt. Rex Zaldachie ist och und[er] dem großen can. Wappen. Rex Chaldeorum under dem großen kayser can. Wappen. Der küng von Zalta ist under dem großen kan. Wappen. Rex Esse under dem soldan. Wappen.
[479] Es lit ain kayserthuͦmb och in Asia hinder Anthiochia, hayß[t]
Idumea und [ge]hör[t] an daz patriarchenthuͦmb zuͦ Anthiochia. Und hett yetzo inn
der soldan und sind in dem kayserthuͦmb iij ertzbischoff und xxvij rechter
bischoff, daz alles der soldan jetz inne hat und sin diener, die er da mit
begabet. Das kayserthuͦm Ydumea gehört under den soldan. Wappen.
Item es ist ze wissen, daz fünf küng warend und rechti küngrich in Asya zwüschen
dem rich ze Tartarie und dem rich, daz da [ge]hort vor ziten an daz
patriarchenthuͦmb zuͦ Anthiochia, daz yetzo der soldan inne hett und denen sy ir
küngrich genommen haben, und haben sy zuͦ grafen gemacht, der nammen und schilt
hienach benempt sind.
Der graͧff Lagonie. Wappen. Graͧff von Kildarie. Wappen. Graf Taschlachd von Oltengensto. Wappen. Der graͧff von Tonaxiee. Wappen. Der graf von Ultingen. Wappen. Der kayser von der großen und der hindern Ormaniaf. Wappen. Der küng ist under im und haißet och küng von der hindern Ormaniag. Wappen.
[480] Das land und das kayßerthuͦmb zuͦ Anthiocha, das da solt sin ain
patriarchenthuͦmb daselbs, der hett under im gehept vj ertzbischoffh und cliij rechter bischoff, die nun all unglöbig sind. Wappen. Und setzt der solda[n] selb bischoff Machometus globen und nimpt er die nütz in
von den bistumben1. Wappen. Der Rest der Seite bleibt leer.
a) kürtzrung Pr.b) Ethiopia PrK; Anthiopia G.c) Ermeny Pr.d) Daschlach Pr.e) Conaxie Pr.f) Ermenya Pr.g) Ermenia Pr.h) davor bischoff rot ausgestr. A.
1In Pr folgen jetzt foll. 194r bzw. 189r Zusätze, die sich in A so nicht finden, u.a. die Heiligen
Drei Könige sowie die neun guten Helden. Die Entsprechung im Wappenbuch von Pr
findet sich foll. 248r bzw. 242r.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 475.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 475 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a645
[481] Affrica.
Kayser von Constantinopel. Wappen. Kayser Allexander. Wappen.
Der hochwirdig fürst und durchlüchtigoster herr herr Maniol Pelagogus, kayser
tzuͦ Constantinopel in Kriechenland. Des botten warend ze Costentz zwen hertzogen
von Kriechen von Tropi1, da davor benempt sind und sechs ritter, die och benempt sind. Die komend all
mit unßerma herren dem küng.
Der hochwirdig fürst und herr kayßer Allexander zuͦ Athen, da Sant Paul
gepredigot hettb. Des bottschaft kam mit dem ertzbischoff Kyvionensis. Und hett diß küng under
im, so da gemalt sind mit dem roten adler und mit dem schiff. Zwei Wappen.
[482] Der graͧff von Anthonisc und hertzog zuͦ Kriechen. Wappen. Der hochwirdig fürst hertzog Diepolt zuͦ Ratzen. Wappen. Der hertzog von Bastind in Kriechen. Wappen. Der durchluchtig fürst hertzog Allexander, genant Witolt, großer fürst und herr
ze Littoͧw. Wappen unausgeführt. Der hertzog uss der Sernye gen Zangarole. Wappen. Der hertzog von Sarasie zwüschen Littoͧw und Kriechen. Wappen. Der durchluchtig fürst hertzog Dispott in der meren Walachy. Des bottschaft kam
mit dem Thebermur. Wappen. Der hertzog von Zaltayenf in Kriechen, herr zum Grifeng. Wappen unausgeführt. Der hertzog von Ascholott hinder der Walachye. Wappen. [483] Hertzog Phylipp von Tropy in Kriechen, was selb tze Costentz. Wappen. Hertzog Michel von Tropi in Kriechen, sin sun, was och selb ze Costentz2. Wappen. Dominus Paulus, küng zuͦ Angelo in Kriechenland. Wappen. Dominus Wildoldush, hertzog zuͦ Sarasie tzwüschend Kriechen und Littoͧw. Wappen. Pag. 484 leer.
[485] Bruͦder sind die zwen. Die durchlüchtigosten fürsten und herren
küng Cristan und küng Karbawi in Turggen und kayser ze Schiltach, gebruͦder. Schiktend ain erlich botschaft
und lagend zuͦ der Sunnen. Zwei Wappen. Der hertz[og] von roten Rüßen. Wappen.
a) davor wohl und rot ausgestr. A.b) gepredigot hett] florie[r]t und predyet Pr.c) Athenis Pr.d) Bastym Pr.e) Zangeral Pr.f) Zaltaygen Pr.g) Gruffen Pr.h) Wildiboldus Pr.i) Karbow Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 476.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 476 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a646
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 476 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a647
Europa. Daneben ein Wappen. Von dem durchlüchtigosten herren und fürsten dem küng von Wossana. Darunter zwei Wappen. Hertz[og] Paulus von rechten Rüßen ist under hertzog Witolten. Wappen. Der hertzog von Possen in der Türggy. Wappen. Der hertzog Fodurb von Schmolentzgi in roten Rüßen. Wappen. Von hertzog Seniotenc, hertzog in der Masen. Von hertzog Ernsten von Österrich.
[486] Von dem aller durchlüchtigosten fürsten küng Wadißlaus zuͦ Bolan. Wappen unausgeführt. Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Johans von Portigald. Wappen unausgeführt. Von dem hocherbornen fürsten küng Johanns von Engelland. Wappen. Von dem aller durchlüchtigosten fürsten küng Karolus von Frankrich. Wappen. Von dem hochgebornen fürsten küng Karolo von Naver. Wappen. Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Sigmunden von Payorik. Wappen.
[487] Von froͧw Annene fürstin und küngin in Engelland. Wappen. Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Ludwigen von Norwegen. Wappen. Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Vernandus zuͦ Cecilie, daz ist das nider
zuͦ Arrogoni in Hyspania. Wappen. Von dem durchlüch[ti]gosten fürsten küng Johannsenf von Castell. Wappen. Von dem durchluchtigosten fürsten küng Allexander Cassieg, daz ist Tennmark. Wappen. Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Allexander Cecilie alcior, daz ober, daz
ist Napoltz in Römerland. Wappen unausgeführt. Von dem durchluchtigosten fürsten küng Johannsen von Schweden. Wappen. Von dem hochwirdigen fürsten küng Hainrichen von Sicilie enend mer. Wappen.
[488] Von dem durchlüchtigosten fürsten küng Wadislaußen, küng zuͦ Zipern
und schribt sich küng zuͦ Jherusalem. Wappen. Von dem hochwirdigen fürsten küng N.1 in Hibernia, daz ist zuͦ Schotten. Wappen. Tzuͦ Ermanenh der größern. Wappen. Von dem hochwirdigen küng Wentzlai in Hibernia och in Schotten. Wappen. Tzuͦ Ermanij der mindrenk. Er hett sy aber nit, es hand aigen küng, die vor sind genempt. Wappen. Von dem hochwirdigen fürsten küng Vernandus, Leninnl und Jonis, gebruͦder.
[489] Hertzogen.
a) Wossen Pr.b) Rodur Pr.c) Samoniten Pr.d) Portugal Pr.e) Johanne G; Johanna Wo.f) Bannandus G.g) Tassie PrG.h) Ermanien Pr.i) Wentzlaus G.j) Ermanien Pr.k) nidren Pr.l) Leonin Pr.
1Auch in Pr und G steht hier kein Name.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 477.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 477 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a648
Von hertzogen von Brunswila. Von dem hertzogen von Saffoy. Von hertzogen von Orlientz. Von hertzog Philippen
Marie von Mailanb. Regis Portigalie arma. Von hertzogen von Maletestc in Lamparten. Rex Gravate. Von hertzogen von Britania.
[490] Der1 stett bottschafft.
1Nach c. 473 setzt W1 erst wieder mit c. 479 ein; die dazwischen liegenden Kapitel
sind ausgefallen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 478.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 478 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a649
479 (Vgl. G/D1: 479–482)
Rom die statt. Venedy. Genoͧwa. Florentz. Napoltzb. Mailan[d]. Ostientz. Trientc. Viterb. Ast. Clusin. Paruß. Astellan. Feretran. Rannend. Bononi. Loden. Pavie. Placentine. Rosann. Piss. Allexandria. Nolens. Aglaf. Chum. Padoͧwg. Köln. Trielh. Utriech[t]. Urtriech[t]. Achi. Lübkj. Lubegg. Mastriel. Koblentz. Wesel. Sundens. Tzuͦ Stettin. Mentz. Metz.
Straußburg. Spir. Wurms. Basel. Brisach. Nüwenburg. Ougspurg. München. Nürenberg.
Regenspurg. Frankfurtt. Bruggk, Mächell, Jenffm; in Flandern. Hall in Swaben1. Ulm. Nördlingen. Erdfurt. Ungern. Ofen. Preßburg. Diernach. Sundens. Wißenburg.
Linburg. Hainburgn. Sunden. Cronstatt. Chascha. Magburg. Ypporaida. Willnoͧw, Kye; in Littoͧw.
a) Janow Pr.b) Napuls Pr.c) fehlt W1.d) Ranen Pr.e) Placentz Pr.f) Aglay Pr.g) Badow Pr.h) Priel Pr.i) Auch Pr.j) Ludgk Pr.k) Brug in Flandern Pr.l) Mächeln Pr.m) Gentt Pr.n) Hamburg Pr.o–o) Der – bottschaft] Stett in Poland Pr; Der richstett bottschafft W1.
1Schwäbisch Hall.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 479.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 479 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a650
480 (Vgl. G/D1: 479–482)
Laimoͧw, Crakkoͧwa, Plotzga, Gneßnentz, Posna, Canranin, Mosna, Vladissla, Lubitt, Pomern,
Clusenburg; Polan. Spalteeb. Pressla. Prig. Glawen. Münsterberg. Lips. Frankenfuͦrt an der Auder. Teranc. Tantzd. Tilenburge. Olmüntz, Ludmüschel, Utzg, Brinnf, Tzenaͧmg, Igla, Dirnach, Wien; in Märhern und Behanh. Nüwstatt. Indenburgi. Rorstatt. Saltzburgj. Prixen. Frisingen.
Hertzog Fridrichs stett von Österrich.
a) Trackow W1.b) Spaltter Pr.c) Toran Pr.d) Tantzg Pr.e) Ulenburg Pr; Ülenburg G.f) Brünn Pr.g) Zenaym Pr.h) in Märhern und Behan fehlt W1.i) Judenburg PrG.j) davor Saltb rot ausgestr. A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 480.
481 (Vgl. G/D1: 479–482; G/D1: 481–482)
Isburga. Bludentz. Feltkirch. Friburg. Kentzin[g]en. Endingen. Offenburg. Vilingen. Ach.
Engen. Schauffhusen. Ratolffzell. Stain. Dießenhofen. Froͧwenfeld. Wintertur. Baden.
Brugg. Premgartenb. Lentzburg. Mellingen. Louffenbergc. Rinfelden. Waltzhuͦt. Raperswil. Tzürich.
Richsstettd.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 481.
482 (Vgl. G/D1: 479–482; G/D1: 481–482)
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 482.
[492] Och ist ze wissen, daz diß stett, die nit unßers globen sind, in
Kriechenlanden, in Rüßenlanden, uß Türggen und vil ander stett, die ir gewiss
bottschaft ze Costentz hattend und ir redlich brief. Die bottschaft kam mit
hertzog Witoltz bottschaft und mit des ertzbischoffs Kyvionensis und mit der
küngen bottschafft von Türggen. Und man maint, wär die reformacion für sich
gangen, so wärind sy och in unßer globen kommen1. Und sind diß die stett.
In Kriechenlanden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 483.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 483 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a651
Uss Rüßen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 484.
Wißenburg. Kyloa. Tripasunda. Nigraponte. Caffab. Solat. Mecalin. Syorr. Calopolim. Caropinc. Rodiß.
Uss der groͧsßen Walachie.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 485.
Moderland. Herat. Sonscha. Maida. Mertzga. Romsmarka.
Die minder Walachie.
a) Romsmarckt Pr; Remsmarckt G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 486.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 487.
In der Tartarye sind siben kayserthuͦmb. Dero hattend fünf ir bottschaft zuͦ
Costentz.
Kayser Schygro, kayser Edigon, kayser Takmatsch, kayser Soldan, kayser Schurla;
all von Ordo.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 488.
Es ligend hinder Rüßen zwo stett, haißt aine die groß Novograt, daz ist ain statt
für sich selb und welta ain hertzogen als die Venedier, und ist vil silbers, edelgestain und zobel
darinn. Die ander haißt ad Auream Vettulam. Die selben bettend ain guldin alt wib
an. Dasselb rich viel an ain alt wittwen. Die erließ das land aller aigenschaft.
Und nement under inn ain herren und ist ir begangnuß zobel, gefillb und flaisch.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 489.
[493] Diß stett sind och mit botschafften zuͦ Costentz gesina.
a) folgt ligend in der Tartary und under hertzog Wittolten in hinder Rüssen Pr.b) Kemnutz Pr; Krinnitz W1.c) Kympff Pr.d) Cannutz Pr; Canintz W1.e) Rosch Pr.f) Schmalersgi Pr; Schmalergsi W1; Schmabersgi G.g) Bodoly Pr.h) Tolmatsch Pr.i) Tossgy Pr.j) Clamargi Pr.k) Bechur Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 490.
[494] Diß sind, die gen Costentz komend mit den fürsten und herren in
disen landen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 491.
Des ersten by hertzog Ruͦpuͦltena uß der Schlesy.
a) Rumpolten Pr; Ludwigen G.b) Nigell von Rechenberg Pr; Nickel von Rechenberg G.c) Banawitz Pr.d) Notthell Pr; Nachell G.e) Fryderich G.f) Buwird Pr.g) Clas W1.h) Rechenberg PrW1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 492.
By graͧff Hanßen von Lupfen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 493.
Bym marggrafa von Montferar.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 494.
Johannsb von Kagnegg, Burkart Schimelc von Stoffenberg, Johannes Zorn, Niclaus von Weschhusen, Hanns von Stuben, Tham
von Helmstatt, Hainrich von Hohenstain; ritterd. Conrat von Rischach, Conrat Stainbrecher, Dietrich [et] Hanns; Roder, Hanns
Lapp, Eberhard vom Stain, Clause Schuͦch von Ertzingenf, Pupeli von Elerbachg, Sitz Marschalk von Bappenhainh, Wolff von Westerstetten, Johannes Stoll von Stoͧffenberg; knecht.
a–a) Bim – Niderbaden] Bym graffen von Niderbaden, dem margraffen W1.b) Johannes W1.c) Humel G.d) fehlt W1.e) Clas W1.f) Entzingen G.g) Erlenbach Pr.h) Pappenhain Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 495.
By grauff Hugen von Montfortt, landtvogt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 496.
Bim ertzbischoff von Mentz.
Hanns von Biggenbach, Conrat von Rudischain, Peter von Stettenberg, Johannes von
Löwenberg; rittera. Und sust by xl edlen.
a) fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 497.
Bim grafen von Warenwig uss Engelland.
a) Grouson Pr.b) Straus Pr; Strantz W1; Strauß G.c) Gnohis PrW1G.d) Rochlauß Pr; Rothlaß W1; Rochlans G.e) Strauß PrG.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 498.
Hamannb [et] Wilhalm; von Gruͦnenberg, Türing Münch, Berchtold von Stouffen, Johannes
Rich von Richenstain, Hans von Flachßen; ritter. Hanns vom Bühelc, Wilham Rehlandd, Johanes von Ast, Jon Strans, Johannes Waldenere, Hanns [et] Wernher [et] Claus; Rogenbach; knecht. Und sustf noch nün edel knecht.
a–a) Bym – Rötelen] Bim graffen von Rötteln, dem margraffen W1.b) Herman W1.c) von Büchell Pr; von Büchel W1.d) Rochland Pr; Rechland W1.e) Waldner PrW1.f) fehlt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 499.
By graf Hugen von Montfort, maister Sant Johanns ordens.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 500.
By hertzog Ludwigen von Brig.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 501.
[496] Bym grafen von Zili.
Andres von Rechnitza [et] Marcellb Waida; fryen, Eraßmus Bechtenbergerc, Walther Saffrerd, Andres Sushaimrere, Burkart von Elrenbachf, Ludwig Sachs; ritter. Conrat Grieburger, Rainhart Schirmer, Wilhalm
Richenburger, Conrat Scheldorff, Jacob Ramacher, Fridrich Bringer, Anthoni Färwer,
Hans Arbenstaler, Lutolt Seffnerg, Steffan Twall, Erasmus Joner, Hans Schrans, Niclaush Gerstorffer, Andres Sachs, Jörg Ekerstainer, Eraßmus Färwer, Jacob Pflegossche,
Herman Gruͦber, Paul Ebneri, Thoman Brisinger, Fitul Gaissingerj, Rütsch Gerstorffer, Andresk Hohenbergerl, Hanns Kumberm, Hanns Pranturern; knecht. Und noch xij edel knecht.
a) Rechnutz W1.b) Mantzell Pr.c) Liechtenberg G.d) Saffirer Pr.e) Sushaimer W1.f) Erlenbach Pr; Elerbach W1.g) Scheffner Pr.h) Niclas W1.i) Ebirer Pr; Eb G.j) Fitul Gaisrugger Pr; Fritol Gaysrugger G.k) Endres W1.l) Hochenberg Pr; Hochenberger W1.m) Kumer PrW1.n) Prantur PrW1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 502.
Bym bischoff von Spir.
Tama Knebel, Hanns von Helmstatt, Fritz von Flekenstain, Wilhalm von Nidberg; ritter.
Jörg von Nidberg, Hanns [et] Ruͦdolff [et] Wiprecht; von Helmstatt; knecht.
a) Thom Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 503.
Bim bischoff von Costentz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 504.
By hertzog Ludwigen, Hansen, Otten, Hainricha; von Payern, bruͦder.
Conrat von Riggenbachb, Dietrich Schenk von Erpachc, Conrat Schenk von Rehenbachd; fryen. Hanns von Hirßhorn. Hainrich von Gigingene. Hanns Gewolff von Teggenbergf. Hanns, Rainhart; von Sigingen. Wilhalm von Falkenstain. Jos von Falkenstain.
Johannes Rich. [497] Conrat von Rosenberg, Swiger von Siggingen,
Lüprechtg von Helmstat, Philip von Ingelshain, Hainrich von Erenberg, Hartman von
Hentishain, Hainrich von Erenberg, Eberhart von Hirßberg, Honeg von Hornbergh, Wolff von Ow, Marti Bloßi, Johannes von Rosenberg, Wilhalm Swagerj, Conrat von Erlikonk, Steffanl von Emershofenm, Cuͦnrat Buͦchfelder, Cuͦnrat [et] Dietrich; von Faningenn, Diethrich Ramach, Bernhart Sworno, Hans Jotzenrüterp, Altman Regendorfferq, Ludwig von Mantzingen, Arnolt Schleder, Eberhard von Wachelm, Peter [et]
Bernhart; vom Bühelr, Hanns von Wingarten, Hanns von Branberg, Hanns von Hettikon, Rainhart von
Sigingen; knecht.
a) Hainrich] Steffan PrG; Harnrich W1.b) Biggenbach Pr.c) Erbach Pr.d) Rechenbach Pr.e) Hainrich von Gigingen] Hainrich von Siggingen Pr.f) Toggenberg Pr.g) Wiprecht Pr; Wyprecht G.h) Hochhusen Pr.i) Martin Bläß Pr; Martin Bloß W1.j) Schwager Pr.k) Erlnikon W1.l) Stoffel Pr.m) Emserhoffen W1.n) Feningen Pr; Famingen W1.o) Schworn W1.p) Jotzenrutter Pr.q) Bottendorffer Pr; Bettendorff G.r) Büchel W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 505.
Diß sind gesin by burggraf Fridrichen von Nüremberg, marggraͧff zuͦ
Brandemburg.
Ott von Ülenburg, Riemharta von Loufen, Hanns von Lindow, Wierich von Trutlingen, Erenfrid von Seggendorff,
Jörg Schenk von Grinb, Hainrich von Seggendorff, Hanns von Sanshain, Ott von Scheden; ritter.
Strebitzc uss Bolan. Hanns von Ensingend. Wilhalm Fuchs. Hanns von Hilpurg. Hanns Ratzenbergere. Hanns Sachs.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 506.
Diß bim bischoff von Wirtzburg.
Hanns Truchsäß von Werthusen, Lamprecht von Rinhofen, Rapp von Hoffart; ritter.
Hanns Pfatt von Saltzburg, Anthoni von Bibra, Appell [et] Hanns; von Miltz, Peter
Truchsäss von Wernhusena; knecht.
a) Werthusen Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 507.
Bim ertzbischoff von Saltzburg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 508.
By hertzog Ruͦdolffen von Sachßen.
Hainrich, Hainrich, Ott; Schenk von Sydoͧw; fry herren. Hanns von Waldoͧw, Albrecht
Holtzendorffer, Hans von Krokritz, Herman Loser, Albrecht Wolff,
Hanns Sengwitz, Ott von Diebena; ritter. Güntherr von Rüdeln, Hug von Rosch, Hanns Wilgotz, Berchtoldb Lest, Dietrich [et] Günther; von Mäningen, Hainrich Marschalk von Bappenhain,
Stoffel Froͧwenhofer, Hanns Poss, Eberhart von Pluch, Hanns von Libsg, Guntherr Ramstain,
Hanns Trachnoͧwer, Wurbolt von Wald, Hainrich von Hondaig, Peter Hacht; knecht. Und
noch by xij
edling.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 509.
By hertzog Hainrichen von Payern.
Swigera von Gundelfingen, Albrecht Brisinger, Albon Klosner, Dietrich Hoffer, Sitz
Torringer, Mathis Grans, Cristan Wietzleben, Caspar Dorninger, Hanns Fronberger;
fry ritter. Wilhalm Achamer, Assum Sibelstorffer, Assum Laiminger, Hainrich
Fronoͧwer, Uͦlrich Egger, Hans Truchsäß, Paulb Kloßner, Hanns Zwayrüdc; knecht. Und noch sech[s] edel knecht.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 510.
By hertzog Wilhelm von Payern.
Eberhart, Conrat; von Friberg. Sigmund Froberger, Wilhalm Torringer, Bernhart
Waldegger, Wilhalm Machselrammer, Hanns, sin sun, Ott Bentznoͧwer; ritter. Ruͦdolff
Brisinger, Sigmund Wachselmhofer, Steffan Opfer; knecht.
[499] Peter Michelspeka, Hanns von Sontlingen, Hanns Waichinger, Conrat von Maͧgenbuͦch, Wilhalm von
Schellenberg, Conrat Egloffstainer, Stoffel von Friberg, Wilhelm Lantzsidler,
Conrat von Friberg, Albrecht Tuͦrnlinb; knecht. Und noch by acht edling.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 511.
Diß komment mit burggraͧff Hannsen von Nürenberg.
Conrat von Bomersfeld, Burkart von Seggendorff, Fridrich [et] Uͦlrich; von
Kinsberga, Hanns Blassenbergerb, Mertzgi Waldenfelser, Herman von Herspergc; ritter. Burkart von Tann, Walther von Waldenfels, Eberhart von Forst, Albrecht
Uffsäßd, Hainrich vom Stain, Cristoffel Schleglere, Hainrich von Kotznoͧw, Wolff von Egloffstain, Albrecht von Hünnhain, Peter Nothaftf, Dietrich Berlonstett, Lutz von Eschenstettg; knecht. Nagel Wild, Jörg von Hersbergh, Lucas Stang, Michel von Rodwitz, Hanns Roder, Wilhalm Mayentali, Ott von Stofenberg, Conrat von Uffsäßj, Orttolff zuͦk Geruter, Hanns Schütz, Michel Truchsäß von Bomerfeldl, Wolffart Tanner, Wilhalm Zobel, Johannes Liechtenstain, Hanns Ratzenberger,
Fritz von Köln, Hainrich Marschalk, Arnolt von Kammern, Jörg von Krawat, Cristan
[et] Hanns; Stainbach, Mathis [et] Hanns; Büdispergm, Güntherr von Emishain, Hug von Mangsrützn, Hainrich Tanndorffer, Hanns von Rabenstain, Jänigi Behan, Berchtolt Fanoͧwer; knecht.
a) Kindissperg Pr.b) Plassenberger Pr.c) Hirsberg Pr; Hirsperg W1.d) Uffsäzz Pr.e) Schleger Sg.f) Notthafft PrG.g) Esterstett Sg.h) Hirsberg PrW1.i) Maigentall Pr.j) Uffsäzz Pr.k) fehlt W1.l) Bomersfeld Pr.m) Kindisperg PrW1G.n) Mangsrütt Pr; Mangsrüt W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 512.
Diß warent by hertzog Ludwigen von Payern von Frankrich.
[500] Diepolt Häl, Ludwig Bentznoͧwer, Hanns Asperga, Conrat Payer von Buͦchparten, Herman von Braitenstain, Johannes Marx von
Straßburg, Assum Brisinger, Gaistlitzb von Boltzhainc, Conrat Laimingerd, Wilhelme Swelherf, Sitz Marschalk; ritter. Arrchingg von Rotenberg, Erharth von Friberg, Wilhalm Mayentali, Sitz Marschalk von Gansenj, Burkart Marschalk von Bibrachk, Frik Schenk von Grin, Hartmanl Hasslinger, Steffan Rebenhuserm, Mauritz von Waltkilch, Frantz von Stain, Kraft Vetter, Ulrich Riedrer, Herman
von Braitenstain, Hainrich von Appspergn, Jacob [et] Laurentzo [et] Wilhalm; von Wolffstain, Hilpoltp Mondorffer; knecht. Und noch xvj edel knecht.
a) Johanns von Asperg Pr.b) Gaistlich W1.c) Bolchain G.d) Laininger W1.e) Wieland G.f) Schwelher Pr.g) Archinger Pr.h) Eberhart G.i) Maigental Pr.j) Ganson Pr; Gaufon G.k) Biberbach Pr; Bibera G.l) Herman Pr; Hamman G.m) Bebenhusser Pr1; Bebenhuser Pr2G.n) Appsperg Pr1; Asperg Pr2G.o) Larentz W1.p) Hilpoltt Pr1; Hiltpolt Pr2W1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 513.
By dem bischoff von Lüdmüschel.
1Als adlige Begleiter des Bischofs Johann „des Eisernen“ von
Leitomischl erscheinen hier Puta von Častolovice, Rubin von Riesenburg, Peter
von Sternberg (und Konopischt), Johann von Cluwin, Albrecht von (Gurwitz und)
Rabenstein und Hans von Pottenstein. Vgl. P. Elbel, Die Delegation der Prager Kirchenprovinz und die böhmischen
Gegner des Jan Hus in Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters.
Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 65.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 514.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 514 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a652
So warend diß by dem von Wirtemberg.
Herr Johanns von Zimern, Steffan von Gundelfingen, Hansa von Geroltzegg, Hainrich von Stoffeln; fry ritter. Albrecht [et] Hainrich [et]
Vit [et] Conrat; von Rechberg, Fridrich von Friberg, Waltherr vom Stain, Conrat
[et] Voltz; von Witingen; ritter. Ruͦdol[ff] von Westerstetten, Wilham von
Hürnhain, Hanns von Hornstain, Burkart von Elrenbachb, Hanns [et] Märckc; von Halflingend, Wolff [et] Conrat; von Buͦbenhofen, Conrat von Hohenriete, Wilhalm von Giltlingen, Hanns von Sachßenhain, Dammf Zapf, Hug von Beringen; knecht. [501] Berchtoltg [et] Volmar; von Morspergh, Ruͦdolff von Baldegg, Hanns Notthaft, Hainrich von Werdow, Conrat Schenk von
Talhaini, Hainrich [et] Fridrich [et] Ott; von Knöringen, Sittz [et] Diepolt; von Gießen,
Hanns von Helmstatt, Jörg von Welwatt, Hanns von Liechtenstain, Rüdij [et] Albrecht; von Tachsenhusenk, Burkart Gerung, Wilhalm Berger; knecht.
a) H. Pr; Hainrich G.b) Erenbach Pr; Elerbach W1; Ellerbach G.c) Märcklin Pr.d) Halfingen Pr.e) Hochenriet W1.f) Dam Pr; Dann G.g) Bercholt W1.h) Mornsperg Pr; Mersperg W1.i) Talhan Pr.j) Ruͦdolff Pr; Ruͤdin W1.k) Tachenhusen Pr.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 515.
So sind diß gewesen by graf Conraten von Friburg.
Conrat Waldner. Hanns von Nüwenburg, ritter. Hanns Uͦlrich vom Hus. Hainrich von
Altorff, Johannes von Wamertana; ritter. Hans Uͦlrich von Schloßenberg. Ottmarb von Cleren. Steffan von Tamprac. Burkart von Helmenstorffd. Steffan von Timbree. Bentz [et] Hanns; von Langdorff; knecht. Hug Malrer. Vienner von
Primenstainf. Steffan von Kleren. Jacob von Chossg.
a) Wamergir Pr.b) Ottman Pr.c) Campra G.d) Helmenstorff Pr; Hermenstorff G.e) Tumbre Pr.f) Prunenstain Pr; Brunnenstain G.g) Theß G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 516.
Diß warend by dem cardinal von Fussi.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 517a.
[So1 sind dis hienach gewessen by dem margraͧffen von Missen.
Hugoltt von Schlignitz, hoffmaister, ritter. Hainrich von Honsperg, marschalk.
Dietrich von Miltitz, ritter. Appell Vitztum, ritter. Dietrich von
Schonenburga, ritter. Niclaus, Ott; Pfluͦg, ritter. Cuͦnratt Marschall, ritter. Jacob von
Wangenhain, ritter. Ir ist noch vil me gewessen etc.]
a) Schonenberg Pr.
1Vor c. 518 findet sich in Pr folgender Text eingefügt, der
sich ähnlich in G, I, Z1 und D1, aber nicht in W1 findet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 517b.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 517b Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a653
[502] Und also habend ir nun alle die, diea zuͦ dem hailgen concilium kommen sind, und uß welhen landen und mitb wie vil personen und pfärden, als ich mich des verstan kond und erfaren hab von
hus ze husc, und1 daz tett ich all monottd, biß ich söllich ze wegen bracht hab. Und hett ich dar inn üntz vergessen, daz
sol man minr unwissenhait zuͦ legen und minr vergessung. Doch ist ze wissen, daz
sy all glich mit ainander ze Costentz waren, daz ist nit2. Dann welher herr, gaistlich oder weltlich, in waz staͧtt er waz, der da nit zuͦ
dem concilium hort und man sin nit bedorft, so der ze Costentz lag, ain halb jar
oder mere, so er sin ding geschuff, er wäre dar kommen, lehen empfahenf oder von ander sachen wegen, der gab dann von im sinen gewalt und zoch hin weg.
So kam dann ain andrer. Daz uß und in riten werot iiij jarg und zwen monotth. Doch die, soi zuͦ dem concilium hortend, die beliben stäteklichen ze Costentz, und getorst
kain gaistlicher dannen ziehen, on groß urlob und erlobung.
a) fehlt W1.b) davor wie rot ausgestr. A.c) von hus ze hus] ze huß und ze hoff Pr.d) monat W1.e) folgt ald minder Pr.f) folgt ald durch schowens willen Pr.g) vierdhalb jar Pr.h) monet W1.i) fehlt W1.
1Die Passage und daz tett ich all monott fehlt in der Edition bei M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils S. 214. Vgl. J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47;
Th. M. Buck, Und wie vil herren dar koment S. 313 mit Anm. 38, 318f.; ders., Won es was das gröst concilium S. 120.
2Hier äußert sich ein Bewusstsein für die fluktuierende Größe
des Konzils. Es wurde im Rahmen der allmonatlichen Zählungen offenbar mit
relativen und nicht mit absoluten Zahlen gearbeitet. Vgl. Th. M. Buck, Won es was das gröst concilium S. 123f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 518.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 518 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a654
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 518 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a655
Nun wär guͦt ze wissen, wie manig fürst und herr gen Costentz kommen sind an
ainer summ, in was stat dann ieglicher da gewesen ista und an ainr summ, wie vilb pfard und knecht da warendc.
[503] Recapitulacio1
a) da gewesen ist] fehlt W1.b) folgt personen Pr.c) folgt Hienach vindest die sume der personen, so ze Costentz waͧrend Pr; folgt das ist hienach geschriben W1.
1Wie Richental die Recapitulacio verstanden wissen will, sagt er c. 518 selbst: Doch ist ze wissen, daz sy all glich mit ainander ze Costentz waren, daz ist
nit. In W1 steht der Endabrechnung Recapitulac[i]on voran. In Pr steht statt Recapitulacio: Hie nach vindest die sume der personen, so ze Costentz waͧrend. Ganz ähnlich formuliert St1 fol. 126rb–126va. Zu der als Recapitulacio bezeichneten summarischen Teilnehmerübersicht vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richenals Chronik S. 153–158; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 14.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 519.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 519 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a656
Papa Johannes der XXIII. kam mit vjc personen. Papa Martinus, der zuͦ Costentz baͧpst erwelt war, kam mit xxx
personen. Patriarchen fünfa mit cxviij personen. Cardinäl xxxiij mit iij tusend und lvj personenb. Ertzbischoff xxxxvij mit mmmm und vijc personen. Bischoff hundert und xxxxv mit vj tusend personenc. Wichbischoff lxxxiij mit ccclx personen. Gaistlich fürsten ob vc mit iiij tusendd personen. Auditores [unde] secretarii; der waren xxiiij, die kommen mit iijc personen. Schuͦlen von allen nacionen, xxxvij hoher schuͦlen mit mm personen.
Doctores in theoloya von den fünf nacionen, so sy mit crütz giengen1, ijc xvij mit mm und vjc personen. Doctores in utroque, daz ist baider rechten, der warend iijc und lxj mit mcclx personen. Doctores in medicinis clxxj mit xvjc personenf. Magistri arciumg [eth] licenciati xiiijc mit mmmi personen. Ainfaltig priester und schuͦler, fünf tusend cccj. Etlicher selb dritt, ettlicher selb ander, ettlicher allain.
Appenteger, die ze gaden stuͦndent, mit ccc personen, iro warenk xvj maister. Goldschmidl, die ze gaden stuͦnden, lxxij. [504] Koufflüt, kromer, kürsiner, schmid,
schuͦchmacher, wirt; all handwerch, die zuͦ gaden stuͦndent und hüser und gaden
mietotendm, dero waren ob xiiijc, one ir di[e]nst.
Recht herolten der kung xxiiij mit ir knechten. Prusuner, pfifer, fidler; und
allerlay spillüt, xvij hundert.
Offen2 huͦren in den huͦrhüsern und sust, die selb hüser gemiet hattend und in den
staͤlen lagen und wa sy mochten, dero waren ob vijc, on die haimlichen, dien laß ich beliben3.
Die zumo bapst gehortend:
Secretarii xxiiij mit ijc personen. Torhüter xvj. Büttel, die silbrin stäb truͦgen, xij. Ander büttel der
cardinäl, der auditores und des auditors camere, der waren by lx.
Alt4 froͧwen, die den römischen herren ire klaider wuͦschend und bessrotend, der waren
vil, haimlich und offenlich.
Äpt, hundert und xxxijp, all mit ir nammen, mit mm personen. Pröbst clv, all mit ir nammen geschriben,
mit xvjc personen.
[505] Unßer herr der küng, tzwo künginenq und fünf gefürster froͧwen.
Hertzogen xxxviiij. Gefuͦrst herren und grafen xxxij. Grafen, der warend cxxxj.
Fry herren lxxj. Ritter, der warend mer dann xvc. Edelknecht, mer dann xx tusend.
Bottschaften von küng von Asia, Affrica und Europa, ob lxxxiij küngen mit vollem
gewalt. Von andern herren, der waz on zal, die täglichs uß und in rittend, wol by
fünf tusend. Bottschaften der richstett cccclxxijr. Von der herren stett bottschaften ccclij5.
[personen 72460]6
a) vier Pr.b) rot korr. aus lx personen A.c) vj tusend personen] fünff hundertt und fünffzig personen Pr.d) iiij tusend] drü tussend und fünff hundert Pr.e) so W1.f) folgt Äbbt hundertt und xxxij, all mitt ir namen, mit ijm personen. Bröpst hundertt fünff und fünfzig, mit xvj hundertt personen Pr.g) Magistri arcium] Baccularii Pr; Magister arcium W1.h) so W1.i) iiijm W1.j) davor E rot ausgestr. A.k) was W1.l) folgt ze Costentz W1.m) mietenden W1.n) die laß ich beliben] die laussen wir beliben Pr.o) zuͦ dem W1.p) hundertt und dry und drissig St1.q) küngingen W1.r) vier hundertt zwo und sechzig Pr.
1Daraus läßt sich schließen, dass Richental auch die
Prozessionen, vor allem wohl die große Fronleichnamsprozession 1415, zum Zählen
genutzt hat; vgl. cc. 188
und 189.
2Die ganze nachfolgende, die Konstanzer Huren und Frauenhäuser
betreffende Passage ist – wohl wegen moralischer Anstößigkeit – in W1 fol. 243v von späterer Hand flächig ausgestrichen worden und sollte
unlesbar gemacht werden, stimmt aber, soweit der Text noch lesbar ist, mit A
überein.
3Zu dieser Textstelle vgl. A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 131 mit Anm. 271 auf S. 175; K. Oschema, Die Herren und die Mädchen S. 232.
4Auch diese Passage ist in W1 fol. 243v von späterer Hand flächig ausgestrichen worden und sollte
unlesbar gemacht werden, stimmt aber, soweit der Text noch lesbar ist, mit A
überein.
5Am Ende der Handschrift steht in W1 fol. 244r von kursiver Hand nachgetragen: Die Person, so diße cronick geschriben, hadt gehaißen Ulreich
Reichendaͤll, was bestätigt, dass der Schreiber der Wiener Handschrift
tatsächlich mit mehreren Vorlagen gearbeitet haben muss, zumal der erste Teil
der Wiener Handschrift der Konstanzer Version folgt, die Richental nicht
explizit als Verfasser der Chronik kennt. Am Ende von E – nach der Recapitulacio – findet sich fol. 124v ebenfalls von der Hand des Besitzers Jakob Reutlinger
(1545–1611) ein Hinweis auf den Chronikverfasser: Ulrich von Reichental hatt dises buch geschriben, sowie fol. 125r eine nachgetragene königliche Urkunde das Landgericht im
Thurgau betreffend (siehe hierzu c. 132 in K). Vgl. W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 2639, 2640; ders., Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 2,
1897–1900) Nr. 6175; Repertorium schweizergeschichtlicher Quellen im GLA
Karlsruhe, hg. von F. Geiges-Heindl u.a., Abt. I, 1 (1982) Nr. 302 S. 46; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 104.
6Die Notiz findet sich in A auf pag. 505 ganz unten rechts, in
Pr fehlt sie. Sie ist in der New Yorker Handschrift klein und zierlich von
späterer Hand nachgetragen und kaum noch lesbar; sie stammt nicht vom
Chronisten, bietet indes die Summe der vorgenannten Zahlen. Die Gesamtzahl der
Teilnehmer, wie sie in der Literatur immer wieder kolportiert wird, geht also
nicht auf Richental zurück. Die Innsbrucker Handschrift endet fol. 78v mit der Information, dass in Konstanz während des Konzils
24.795 Pferde in der Stadt gewesen seien. Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) fol. 82v hat diese Zahl übernommen. Vgl. J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 15f., der
die Zahl allerdings als „Ergebnis der städtischen Statistik“ (S. 15) deutet.
Siehe hierzu auch O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 278; H. Tüchle, Die Stadt des Konzils und ihr Bischof, in: Das Konzil von
Konstanz. Beiträge zu seiner Geschichte und Theologie (1964) S. 56; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 261 Anm. 487; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 119 mit Anm. 40; ders., Das Konstanzer Konzil S. 66; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 24; Th. M. Buck, Won es was das gröst concilium S. 118; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 265.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a657
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a658
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a659
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a660
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a661
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), A-Version c. 520 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_a662
Konstanzer Version (K)
[Fol. 2*v] In1 omnem terram exivit sonus eorum, et in fines orbis terre verba eorum. Scribitur
psalmo decimo octavo, et hec verba proprie apponuntur appostolis, qui et
ewangelium predicaverunt in universo mundo. Eciam digne potest apponi civitati
Constanciensi in Almania, provincie Maguntinensis; quasi diceret civitas
Constanciensis de se ipsa cum mansueto propheta David: In omnem terram exivit
nomen Constancie, et divulgatum est nomen eius in universa terra. Darunter in anderer Schrift: PSALMUS: LAUS EIUS IN ECCLESIA SANCTORUM.
1Der Psalmvorspruch (Ps 18,5; siehe auch Röm 10,18), der die
ebenso stadthistoriographische wie die latent panegyrische Intention der
Konstanzer Handschrift im explizit auf die Konzilsstadt bezogenen Nachsatz
unterstreicht, findet sich auch in E und D1, in A, Pr, W, Wo und St2 fehlt er, in G ist er wohl wegen des fragmentarischen
Texteinsatzes ausgefallen, in D1 ist er aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen worden.
Vgl. hierzu O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 150; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 399f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 313f.; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 349f. mit Anm. 1. Die Ansicht von G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 1, der Psalm sei der
„Konzilsgeschichte“ als „Motto“ vorangestellt, geht in ihrer Allgemeinheit
fehl, da sich der Psalm nicht in allen Versionen findet und wohl gar nicht auf
den Chronisten zurückgeht, der in K zudem nicht explizit als Autor der Chronik
erscheint.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. Psalmvorspruch (lat.).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. Psalmvorspruch (lat.) Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k1
a) scribende W.
1Die Invokation, die auch für W und E bezeugt ist, fehlt in A,
Pr, Wo, St2 und D1 an dieser Stelle. Ebenfalls eine Anrufung Gottes findet sich
in einem lateinisch-deutschen Prooem zu Anfang der Innsbrucker und ersten
Zürcher Handschrift (Ms. A 172): Sumum bonum, o tu, qui mundum ratione gubernas […]. Vgl. zur Invokation der Konstanzer Handschrift O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 151; H. Wenzel, Autorenbilder. Zur Ausdifferenzierung von Autorenfunktionen
in mittelalterlichen Miniaturen, in: Autor und Autorschaft im Mittelalter.
Kolloquium Meißen 1995, hg. von E. Andersen u.a. (1998) S. 9–12.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. Invokation.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. Invokation Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k2
Hie vacheta an, wie das concilium gelait ist worden gen Costentz, und wie es dar kam, und
wie es anfieng, und was sachen dozemaͧl inb dem concilio volgiengen und beschachen, und wie es zergieng, und wie vil herren
dar kament, sy warent gaistlich oder weltlich, und mit wie vil jeglicher her dar
kam und mit wie vil lüten und personen und pfäritten und mit iro wapen, die sy ze
Costentz an ir herberg anschluͦgen; als das ettlich erber lüt1 von gedachtnussec wegen2 zuͦsamen haben erfraget3.
1Vgl. zu dem Begriff erber lüt auch die cc. 2,2, 38 und 91. Zum cives-Begriff siehe auch Th. M. Buck, Der Codex Salemitanus S. 255, 258, 260.
2Die Konstanzer Chronikversion versteht sich gemäß dieser
Wendung dezidiert als „Selbstgedächnis der Stadt“.
3Man beachte, dass hier im Verhältnis zur New Yorker und Prager
Chronikversion (Cod. XVI A 17) nicht Ulrich Richental, sondern die erber lüt der Stadt Konstanz explizit als Verfasser der Chronik
auftreten. Es gibt mithin eine gegenüber A und Pr veränderte Strategie von
Autorschaft. Der Name des Chronisten wird – anders als in c. 1,1 der New Yorker
Version – gar nicht (mehr) erwähnt, der Verfasser geht in K vielmehr in einer
ebenso anonymen wie pluralisierten Autorengemeinschaft auf, die das Werk gemäß
fol. 1r von gedachtnusse wegen zuͦsamen haben erfraget. Die historiographische Konzeption der objektivierten
K-Version verzichtet mithin auf die Authentizität der Ich-Rede, zielt vielmehr
auf eine kollektive „Erinnerungsgemeinschaft“, die mit der Stadtgemeinschaft (=
Bürgerschaft) identisch ist. Anders formuliert: Die Stadt Konstanz inszeniert
in der Handschrift ihre historiographische Selbstdarstellung, die Chronik wird
gewissermaßen „kommunalisiert“. Vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 5; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 25, 113; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 116; Th. M. Buck, Der Codex Salemitanus S. 258, 260, 262, 278; ders., Mythos Richental S. 77 mit Anm. 38; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 50; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 199f., 314; P. Johanek, Städtische Geschichtsschreibung im Spätmittelalter und in
der Frühen Neuzeit, hg. von P. Johanek (2000) S. VII–XIX; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 202, 235; P. Eckhart / B. Studt, Das Konzil im Gedächtnis der Stadt S. 88, 90.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k3
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k4
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k5
1,2 (Vgl. G/D1: 1,2, 41,2 und 87)
Und hierumb, das man denn alle sachen desterbas verston müg, wie die ding
zuͦgangen syen, so ist zuͦ wissen, das alle cristenhait in fünff tail getailt ist1, und die tail haissend in der latin naciones, das ist des ersten Ytalici, das
ist Romerland, Lamparten, und sollich land, so zu dem taila gehörend. Der ander tail, das sind Germani, das sind tütschib land, und alle, die zuͦ in gehörend. Die dritt nacion, das sind Franciony, das ist
Franckrich, und
diec ouch zuͦ in gehörend. Die vierd, das sind Hyspani, das ist hyspanger land und die
küngrich, so darin gehörent, als ir hienach sehen werdend. Die fünft nacio, das
sind Anglici, das ist Engellandd und Schotten, und die ouch zuͦ in gehörend. Die selben Engelschen hatten vor dem
concilio ze Costentz kain
nacion, wann das sy gehorten under die nacion Germani, und ward in die nacion erst
zuͦ Costentz geben, als man das hienach findet2.
1Zu dieser Fünfteilung der christlichen Welt vgl. K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 39.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k6
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k7
Und was nun küngrich und land in yegliche nacion gehör, das findet man hienach;
und umb das die Engelschen ain sunder nacion geben ward ze Costentz, das beschach
darumb, das sich die von Hyspania so lang sumpten, das sy nit gen Costentz kament
nach dem und in verkündt ward, dar ze komen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 1,3.
Do der hailig vatter und her bapst Allixandera zuͦ bapst erwelt ward, der was des ordens fratrum minorum, das sind barfuͦssen, do
er nun erwelt ward, darnach ward ain gemain concilium tzuͦ Pisanensis, das ist zuͦ
Piß in Lamparten.
a) Allexander WE; Alexander WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 2,1.
In dem selbena concilio lobt und verhieß der selb bapst Allexander dem selben concilio, das da
was, das er wolt darzuͦ all sin vermügen tuͦn inwendig dry den nachsten jaren nach
dem selben concilio, das ainikait, frid
und gnad der cristenhait geben wurd; wan er dozemaͧl zwen widersachen hett, dero was
der ain der hochgeborn fürst Petrus de Luna,
ain gefürster her und graͧff von geschlächt, der sich nampt in siner obedientz, das
ist als vil gesprochen:
in siner gehorsami [1v], die in hielten, Benedictus der drytzehend. Der
ander hieß Angelus de Corwario, by nach ritter oder erber lüt geschlacht, und der
sich nampt in siner obedientz, das ist in siner gehorsamkait, Gregorius der
zwelft. Und also, e das sich die drüw jar ergiengen und die sach angefangen wurd,
do starb der selb bapst Allexander und lag die sach gantz danider1. Und das groß irrung in der cristenhait ward, wan das der almachtig gott das
schiff sines fürsten, des apposteln Sant Peters, nit latb ertrincken noch versincken.
1Zu den Päpsten Alexander V. und Johannes XXIII. siehe auch:
Die Chroniken der oberrheinischen Städte. Straßburg 2, 2, hg. von C. Hegel (21961) S. 615–617.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 2,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 2,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k8
Darnach ward ze bapst erwelt der ersam her Balthasara de Chossis, das ist der von dem gelid erber burger geschlächt, do der nun erwelt
ward, do nampt er sich in siner obedientz Johannes der dry und zwaintzgost an dem
namen. Der selb bapst Johannes, als der nun erwelt ward, do swuͦr er ouch gantzem
collegio, das ist ze wissen, wenn man schribet oder nemet das
collegium, das sind die cardinäl, die da hand ain bapst zuͦ erwelen; wenn man aber
schribt oder nemmet das concilium, das sind die cardinal,
ertzbischoff, bischoff, patriarchen, schuͦlen und ander gelert pfaffhait und örden,
die besamnot werdend umb not und
sachen, die der cristenhait anligend, das er auch sin gantz vermügen tuͦn wölt, das
frid und ainikait der cristenhait wurd.
a) Baltisar W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 3,1.
Der selb bapst Johannes der XXIII., der ließ die sach also beston und wolt sich
villicht laussen benuͦgen an sollicher wirdikait, die im gebena und uff in gelait was, wann er vast genaigt was uff zitlich er und guͦt, und verlangt
sich das also lang, das grosser gebrest und red uffstuͦnd zwischen gaistlichen und
weltlichen fürsten und herren, und das die
churfürsten darumb dick zuͦ red gesetzt wurden. Nun die selben churfürsten dick und
vil zuͦsamen kamen mit ir selbs libenb und ouch mit iren rechtc treffenlich botschaft gen Franckenfurt, gen Puͦchparten1, gen Oppenhaim, gen Wesell2 und sust in manig des richs stet and dem Rin und darumb gelegen. Und ouch des selben römschen richs stettd mit in und sich da vil mitainander under retten, wie man verkomen möcht, das
sollich ierrung nit in der cristenhait inbrach und sollicher zisma, das ist
ierrung, wurd3.
a) gegeben WSt2.b) davor selb wohl von späterer Hand ausgestr. K.c) fehlt W.d–d) an dem Rin – richs stett] fehlt EWoSt2.
1Boppard am Rhein.
2Wesel am Niederrhein.
3Am Ende von c. 3,2 bringt A das Motiv der Kirche als Schiff
Petri, das K und W bereits am Ende von c. 2,2 gebracht hatten; vgl. auch c. 8.
Siehe zu dieser Schiffs- und Steuermannsmetaphorik in diesem Zusammenhang auch:
Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, hg. von G. Studer (1871) c. 346. Vgl. U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 112f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 3,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 3,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k9
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 3,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k10
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 3,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k11
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 4,1.
[2r] Der ertzbischoff von Mentz. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der erst churfürst ist der ertzbischoff von Mentz. Wer denn da ertzbischoff
ist, der selb ist under in als ain techan in ainem thuͦm oder cappittel und der haut
den gewalt, ze beruͦffen alla ander churfürsten und erweler des hailigen romschen richs. Die sond und müssend
im gehorsam sin ze komen by dem aid, so sy dem rich gesworn hand, umb alle die
sachen, so dem rich und der cristenhait anliget. Und ob das wär, das ain römscher
küng abzesetzen wurd, und umb alle ander sach des glichen. Und der selb
ertzbischoff ist ain obrister ertzkantzler über alle tütschib land und über die nacion, die man da nempt die nacion germanica, und die
darzuͦ ze gebietten und ze ruͦffen, das alle fürsten und herren, so in den selben
landen sitzent, komen
muͦsent und sond zuͦ iren gebotten, wenn sy von im beruͦft werdent an ain gevellig
stat, da hin sy dann komen sond, wenn dem rich not
anlit, und het ouch des römschen richs maiestat insigel.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 4,2.
Der ander churfürst ist der ertzbischoff von Köln. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der ander ist der ertzbischoff von Köln, der ist ain ertzkantzler des hailigen
römschen richs und ist als ain tuͦmbropst uff ainer stifta und haut ze beruͦffen alle die küng, fürsten und herren, die da sitzen und wonhaft
sind in aller
nacion, die man nempt Ytalia, das ist in Lamparten, so das rich not angaͧt, als da
vor geschriben stat, und in dem kaisertuͦm zuͦ Constantinoppel, das dab lit in Kriechenland und über alle küngrich, die da cristan sind und enend mers
ligend, und wahin also siner gewalt langot; dem sond sy gehorsam sin, wenn er sy
manotc und dem rich not wirt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 4,3.
Der drit der ertzbischoff von Triel1. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der drit gaistlich churfürst und ouch erweler ist der ertzbischoff von Triel,
der ist ain obrister ertzkantzler des hailigen römschen richs und hat ze ruͦffen und
ze manen alle des römschen richs küng, fürsten und herren, so da sind in
der nacion zuͦ Franckrich, zuͦ Hyspania, zu Portigal, was da ist in der nacion, die
man nemmet [2v]
Francioni, so dem rich not wirt. Und ist des hailigen römschen richs ain
chustera, das ist ain behalter oder ain huͦtter des hailigen römschen richs.
a) chustor W; custer E; custos WoSt2.
1Trier.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 4,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 4,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k12
So sind diß die weltlichen churfürsten, die da och erwelen sond ain romschen
küng, so das rich entsetzt wirt, oder ainen römschen küng zu entsetzen, ob er
missetät.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,1.
Der hertzog von Payer. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der hertzog von Payer1, dera ist ain churfürst, welher hertzog von Payer die pfallentz an dem Rinb inhett und die besitzet. Und der ist ouch der oberistc truchsäs des römschen künges und riches, das ist sin ampt, das er das besechen
sol durch sich selb oder durch ainen fromen herren, das er mit frid sin mal nemen
müg. Und hat ouch gewalt, welher zuͦ dem römschend ze clagen het, dem sol er über in mit dem rechten richten, und ouch übere all ander fürsten des römschen richs, und ob sy nit gehorsam wären, so mag er sy
wol inf aucht2 tuͦn.
1Die weltlichen Kürfürsten bringen A und Pr – anders als K, W,
E und Wo – in der umgekehrten Reihenfolge, zuerst den Markgrafen von
Brandenburg, dann den Herzog von Sachsen, schließlich den Herzog von
Bayern.
2Reichsacht.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k13
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k14
Der ander layen churfürst ist der hertzog von Sachsen, der ist des römschen richs
marschalck. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der hertzog von Sachsen, wer dann ye das selb hertzogthuͦm ze Sachsen inne hett,
der ist ain weltlich churfürst und ist des hailigen
romschen richs obroster marschalck, besorger und behuͦtter sines hoffes mit pfaritten,
mit diensten und mit andern sachen. Und sol
weren alle unzucht und frävel, so in dem hoff beschehen und vo[r]komena, alle böse spil in dem hoff und all unfuͦr mit frowen1 oder sust. Und mag ouch richten in des römschen küngs hoff mit dem swert und mit
dem strick über alle verschult sachen; und sol vortragen dem römschen küng ain
blos swert, wa er by im ist und mit im gaͧt.
a) verkomen WE; verkommen Wo; vorkommen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k15
Der drit layen churfürst ist der marggrauff von Brandenburg. Darunter Wappen. Daneben der nachstehende Text. Der marggraͧff von Brandenburg, der ist der oberost fürtrager1 und bropst und der oberost kamerer des römschen richs, inzenemen und ußzegeben.
Und sol dem römschen küng vortragen das zepter, und sol ouch pflegen der römschen
küngin hoff und sy besorgen mit allen dingen, so zu irem hoff und zu irem lib
gehört mit allen sachen.
1Dieses Amt hatte A in c. 5,2 für den Herzog von Bayern
reserviert.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 5,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k16
[3r] Diß sechsa gaistlich und weltlich churfürsten hand macht und gewalt, ainen römschen küng ze
erwelen, so das römsch rich asetzt wirdet, und ain küng ze entsetzen, ob das wär,
das er unrecht tät, und ouch zesamen ze komen und ainander ze beruͦffen, wahin und
an welhe stat sy wend und wie dick sy wend, und da betrachten des
hailigen römschen richs notdurftb.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,1.
Wappen ohne Überschrift. Daneben der nachstehende Text. Der küng von Beham1, der ist als ain gemain man und als ain schidman und ist nit ain churfürst,
danna ob sy sechs sthritten wurdena. Wär aber, das die sechs an der wal ains römschen künges sthritten wurden, also
das dry ainen nämen und dry den andern und also das maist nit under in werden
möcht, so sond sy den küng von Beham beschickenb, der ist denn als ain obervogt und ain gemainer man, und dem iren strit
fürlegen. Und welhem er under den zwainen, umb die sy denn strittig sind, sin stim
gibt, der ist dann romscher küng. Der sol denn ziehen für Franckenfurt und da
ligen sechs wochen, ob er ain widersachen entsitzet. Wurd aber ain maistesc under den sechsen, so bedurffent sy des küngs von Beham nit.
a–a) dann – wurden] dann ob sy sechs schrytten wurden W; wann ob die sechs schritten wurden E; wann ob di sechs sritten wurden Wo; wann ob die sechs strittig wurden St2.b) schicken W.c) maister Feger.
1Böhmen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k17
a) Tüschen W.
1Gemeint ist wohl Kaiser Karl IV. (1346–1378), der 1356 die
„Goldene Bulle“ erließ. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 153; S. Weinfurter, Zum Gestaltungsprinzip der Chronik des Ulrich Richental S.
525; P. Hoffmann, Die bildlichen Darstellungen des Kurfürstenkollegiums von
den Anfängen bis zum Ende des Hl. Römischen Reiches (13.–18. Jahrhundert)
(1982) S. 62f.
2Dieser latente Hinweis auf die Theorie von der translatio imperii, der sich auch in W findet, fehlt in A und zeigt, dass mit Sanctus Carolus, wie es in c. 6,3 in A heißt, auch durchaus Karl der Große
gemeint sein könnte. Vgl. E. E. Stengel, Der Ursprung der Fabel von der Begründung der Königswahl und
der Stiftung des Kurfürstenkollegiums durch Karl den Großen, in: ders., Den Kaiser macht das Heer (1910) Exkurs 2 S. 75–96; M. Buchner, Die Entstehung und Ausbildung der Kurfürstenfabel. Eine
historiographische Studie (1912) S. 12–15; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 152f.; P. Hoffmann, Die bildlichen Darstellungen des Kurfürstenkollegiums von
den Anfängen bis zum Ende des Hl. Römischen Reiches (13.–18. Jahrhundert)
(1982) S. 45, 62f., 114; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 141, 168, 189, 340–346; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 48. Grundsätzlich zur
Translationstheorie W. Goez, Translatio imperii. Ein Beitrag zur Geschichte des
Geschichtsdenkens und der politischen Theorien im Mittelalter und in der frühen
Neuzeit (1958).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k18
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 6,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k19
Und als die selben fürsten von sollichs grossen gebresten wegen, so der
cristenhait an lag, als dick und vil zesamen kama, und das villicht beschach von ermanung und inspreches wegen des hailigen
gaistes oder von der hailigen drivaltikait, do wurden sy gemainlich zu raͧt, das sy
diß sach luter enpfalhent dem allerdurchlüchtigosten fürsten und herren
küng Sigmunden, römscher küng, den sy ouch vormals alle sechs zuͦ römschem küng erwelt
hatten an sins bruͦders stat, küng Wentzelaus, römscher küng und küng zu Beham, den
sy entsetzet
hatten von siner missetat wegen1. Der selb küng Sigmund, römscher küng, was do zemal römscher küng zu Hungern,
zuͦ Dalmatzi, zuͦ Wassenb, zuͦ Croatzi, die da noch haidesch sind, und marggraff zuͦ der marck zuͦ Brandenburg.
Die selben marggraffschaft er aber do zec Costentz uffgab, und gab die sinem öham, burggraff Fridrichen von Nüremberg, und
lech im die offenlich zuͦ Costentz an dem obern marckt, als hienach geschriben und
[3v] ouchd gemalt stat2. Und darnach sins bruders küng Wentzlaus tod ward er küng ze Beham und nach dem
concilio wol im zehenden jar3 ward er römscher kaisere.
1Anders als M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils S. 17 Anm. 1 angibt und Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 11 wiederholt, hat
K keinen „leeren Platz“ für die nachzutragende Jahreszahl, wie das in A
durchaus der Fall ist.
2Vgl. cc. 219–224,1.
3Diese Bemerkung, die sich auch in W findet, fehlt in A. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 5, 17 Anm. 2 leitet hieraus ab, dass
die K-Version nach 1433
geschrieben sein muß, also jünger ist als A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 7.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 7 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k20
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 7 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k21
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 7 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k22
Also do im nun die sach enpfolhen ward, do enbot der selb unnser her der römsch
küng dem selben unserm hailigen vatter bapst Johannsen dem XXIII. an dem namen,
das er dem aid gnuͦg tät, so er vormals dem concilio gesworn het, und der hailigen
cristenhait frid
und ruͦw tät durch vil swär botschaft, das verzoch er im von ainer zit zuͦ der andern.
Und an dem letzsten, do es füro nit mer verzogen kund noch mocht
werden, und das gaistlich und weltlich fürsten, herren und stet wurdent mercken,
das der hailigen cristenhait grosser inbruch wolt werden und daz das hailig
schiflin Sant Peters von sollichem unwetter wolt versoft sin1, do ward erst der selb bapst Johannes ze rat, do er marckt, das man sin hoff nit
als vast suͦchen wolt, und enbott dem selben unserm herren küng Sigmunden, das er
zu im käm
zuͦ Lodus2, da ist ain bystum und ist ain stat in Lamparten, da wolt er mit im ain
verhörung tuͦn und nach sinem und ander herren und gelerter lüt rat bedencken, was
zuͦ der sach zuͦ tuͦnd wär.
1Vgl. c. 3,2
in A und c. 2,2
in K. Zu dieser Metaphorik etwa: Die Berner-Chronik Conrad
Justingers, hg. von G. Studer (1871) c. 346.
2Lodi.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 8.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 8 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k23
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 8 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k24
Und also kam unser herre der römsch küng Sigmund mit sinen räten, rittern und
dienern gen Lodus in Lamparten, und unser hailiger vatter dera bapst Johannes der XXIII. ouch dahin; und kament zesamen in ainen witten
salb, und was da ain langer stuͦl berait, und saß unser hailiger vatter der bapst mit
siner ynfalenc und mit sinem habit an ainem ort, und unser her der küng mit siner kron und
habit als ain ewangelier an dem andern ort, doch ain michels von ainander, und
redten vil mit ainander in latin, und wurden diß mit ainander ze rat1.
1Zu den Verhandlungen von Lodi vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 174–179; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 311; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 154f.; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 37; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 75; J. Helmrath, Locus concilii S. 593, 611–613; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23
mit Anm. 19; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 333–342; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
241–244; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the
Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 402f.; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 51f.; J. Miethke, Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
77.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 9.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 9 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k25
Do sy nun ze Loden zesamen komen warend, do sprach unser her der römsch küng:
Hailiger vatter, ob er dema wolte gnuͦg tuͦn, so er gesworn het dem concilio. Antwurt der bapst, er wolt gern
stät
habenb, was er gesworn und verhaissen hett, und wolt ain concilium gern gemacht haben
in sin land, in Lamparten, wa oder in welher stat der küng wolt, won es wär
zuͦ fürchten, das er sin cardinall noch sin patriarchen, die ertzbischoff und
bischoff, so zuͦ dem concilio gehörend, über das gebierg1 usser sinem land nit bringen möcht. Da wider antwurt unser her der küng: Er hett
dry gaistlich churfürsten, die erweler wärend des hailigen römschen richs küng,
die großmächtig fürsten wären, und die habent macht, ain küng ze welen und ze
entsetzen, so es asätz wirdet, die er och kumerlich über das biergc bringen möcht oder villicht niemer tätten. Und da zwischen gieng vil red umb
zuͦ baider syt, wa man das concilium hinlegen wölt. Und nach sollicher vil red, do
fragt unser her der römsch küng sin herren, die da umbstuͦnden [4r] und mit imd, ob dehain stat läg an dem berg oder nach daby, die dem römschen rich zuͦgehorty.
Und stuͦnd zegegen der edel hertzog Uͦlrich von Teck2, dozemaͧl diener unnsers herren des künges, und sprach: Da läg ain stat, die wäre
des
richs und hieß Kempten, und läg an dem fuͦs des bergs, den man nemmet dere Ver3. Dawider aber der erborn her graff Eberhart von Nellemburg4, lantgraff, der och zegegen was, antwurt und sprach: Wie wol das sigf, das Kempten ain richsstat sig, aber da wär kain genuchsami nit, das man da
beston küne noch mug von dehainerlay narung; wol da läg ain stat ain tagwaid ver
von Kempten oder ettwas mer, da wär alle genuchsami, und hieß Costentz, und wär
des römschen richs und läg an dem Bodensew, und rünne der Rin an der stat hin und
durch die stat. Der selb Bodemsew wär by acht mil wegs verre und an der wite dry
mil wegs, das man mit grossen schiffen daruff faren müg und zuͦfüren alle genuchsami,
und wider da von faren, wie man will. Und wär da ain
bistum und gehorte in das ertzbistum zuͦ Mäntz. Darzuͦ wär och sy ain wol erbuwneg stat und vil gemacher und stallung darinne5. Und das man das wisse, vor yetz unlanger zit, do hätten die puren von Appenzell
und etlich von Schwitz und die puren, die by in in dem bierg sitzent, groß
stechent krieg mit den von Costentz6. Do kamend den von Costentz ze hilff all grafen, fryen, ritter und knecht, und
da der selb hertzog von Teck und sust gantze ritterschaft, die mit macht by in in
ir stat lagent. Und wär unser noch dristund mer gesin, wir hetten herberg und
stallung gnuͦg gehept7. Und kam och dar der allerdurchluchtigist fürst, küng Ruprecht sälig, üwer
vorfar, mitt gantzem sinem volck und lag da in der stat sechs wochen, und gebrast
niemand, und ward die sach mit eren verricht und wer dahin in den krieg kam, der
hett herberg, essen und trincken, fuͦter, höw und strow, als in gemainem und glichem
koff, das es uns alle wunder nam,
das wir alle ding also nach mochten haben. Und visch und flaisch wär da
überigsh gnuͦg. Dar zuͦ wär es ain sollich stat, die von alter dem adel hold und getrüw ist
gesin und
mit dem adel nie krieg noch stöß gehept hab, und das man gewonlich alle tag
richtungen dahin layt.
a) folgt ayd G.b) hallten Wo; halten St2.c) gebirg W; birg Wo; gebirge St2.d) folgt dar kommen waren G; folgt waren WoSt2.e) der Ver] der Verr WEWoSt2; davor Kempten ausgestr. K.f) sy E.g) gebuwne EWo; gebaute St2.h) übrig W.
1Alpen.
2Herzog Ulrich von Teck, aus einer Nebenlinie der Herzöge von
Zähringen, königlicher Rat. Vgl. B. Falk, Das Ravensburger „Mohrenfresko“ von 1417/31. Eine
Verherrlichung des Konstanzer Konzils in der Firmenzentrale der
Humpisgesellschaft?, in: SVG Bodensee 132 (2014) S. 63f.
4Graf Eberhard von Nellenburg, Landgraf im Hegau, königlicher
Rat.
5Zur Entscheidung für Konstanz als Konzilsort vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 170–174; U. Crämer, Kempten oder Konstanz als Konzilsort (1413), in:
Alemannisches Jahrbuch 1954 S. 447–450; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 310–312; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 10; J. Helmrath, Locus concilii S. 610–615; ders., Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 23
Anm. 19; ders., Papst und Konzil. Von Pisa 1409 bis zum V. Lateranum
1512–1517, in: Die Päpste der Renaissance. Politik, Kunst und Musik, hg. von M. Matheus u.a. (2017) S. 276; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 54; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S.
150–154; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 112–116; ders., Konstanz und der Thurgau S. 37; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 80–84; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S.
82–84, 100.
6Gemeint sind die Appenzellerkriege (1401–1429) zwischen dem
Fürstabt von St. Gallen und den Appenzellern. Die Auseinandersetzung mündete in
den „Konstanzer Frieden“ vom 4. April 1408, flammte in den 1420er Jahren aber
wieder auf. Vgl. Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, hg. von G. Studer (1871) c. 314; W. Ehrenzeller, Kloster und Stadt St. Gallen im Spätmittelalter (1931) S.
61–290; R. Fischer u.a., Appenzeller Geschichte 1: Das ungeteilte Land
(1964) S. 121–225; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 231–237; ders., Konstanz im Mittelalter 2 S. 9, 79f.; R. Fischer, Art. Appenzell, in: Historisches Lexikon der Schweiz 1
(2002) S. 386f.; A. Bihrer, Konstanz und die Appenzellerkriege, in: Die
Appenzellerkriege – eine Krisenzeit am Bodensee?, hg. von P. Niederhäuser und A. Niederstätter (2006) S. 81–115; Th. Zotz, Der deutsche Südwesten S. 139, 142.
7Stärker als in A dringt hier der apologetisch-panegyrische
Charakter der Konstanzer Handschrift durch, die die Leistung der Stadt ganz
anders und deutlicher ins Licht stellt, als dies noch in c. 10 in A der Fall
ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k26
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k27
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k28
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k29
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k30
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k31
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 10 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k32
Do kart sich unser her der römsch küng umb zuͦ unserm hailigen vatter dem bapst und
sprach in latin: Syder da ain bistum ist
und dem rich zuͦ gehört, ist dann üwer hailigkait gevellig die stat Costentz, von
der man so vil
guͦts sait. Do nam sich unser hailiger vatter der bapst ain bedencknuß mit sinen
herren und räten; die rietten im, das er die stat uffnäm, won sy doch ain
sollichen namen hett1, das niemer unglick darzuͦ schlachen sölt. Und also nam er Costentz uff und sant
uff die selben stund sin
e[x]ploratoresa uß, das haissend beschower des landes.
a) ploratores EWo; exploratores St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 11.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 11 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k33
a) folgt und torst es nieman sagen A.
1Am Beispiel dieses Kapitels kann man den Prozess der
„Objektivierung“, wie er sich von A nach K vollzog, sehr gut studieren.
2Zu dieser Textstelle Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 78f.; H. Derschka, Die Großeltern des Konzilschronisten S. 46.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k34
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k35
[4v] Nuna uff das do koment dieselben exploratores1 und och ir diener mit in und wolten besechen und beschowen diß lannd und och diß
gegni, ob das concilium ze Costentz beston möcht oder nit. Und under den warend
zwen Walchenb, doch kunden sy latin, und batten Ulrichen Richental, das er mit in ritt in das
Thurgöw, das lannd zuͦ besechen2. Die sprachen, daz das concilium da nit beston möcht3, wann doch von allen lannden lüt dar komen mustend, die nit halb herberg möchten
han. Sy saitten aber daran nit recht, wann es belaib mangklich in der stat; doch
lagent vil Unger ze Peterßhusen, ettlich beliben zum Paradiß4, etlich zuͦ Gotlieben, aber wänigc, als ir hie nach hören werdent5.
2Es handelte sich wohl um die päpstlichen Beamten Giovanni da
Montepulciano und Bartolomeo del Lante da Pisa, die mit den päpstlichen exploratores aus den cc. 11 und 12,2 identisch sein dürften. Vgl. H. Finke, ACC 1 (1896) S. 180, 250f. mit Anm. 1 auf S. 251; J. Riegel, Die Teilnehmerlisten des Konstanzer Konzils S. 3; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 156; J. Helmrath, Locus concilii S. 614f., 615 Anm. 87; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 76, 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 113, 117; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 75–80, 225; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 25 mit Anm. 58.
3Zu dieser Textstelle, die zeigt, dass der Konzilsort von den exploratores als ungeeignet empfunden wurde, vgl. Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 78; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 31; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 86f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117; ders., Das Konstanzer Konzil S. 56f. mit Anm. 35 auf S. 165.
4Stadtteil von Konstanz.
5Die Redewendung lässt darauf schließen, dass der Text der
Konstanzer Handschrift eventuell (öffentlich) vorgetragen oder verlesen wurde.
Das würde die expliziten Worterläuterungen in den cc. 2,2 (obedientz), 3,1 (collegio), 3,2 (zisma), 93,2 (conclave), 235,1 (conclavi) und 252 (generalis sessio) erklären, die sich an ein volkssprachliches,
nicht-geistliches Publikum richten; vgl. c. 12,2 in G.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k36
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k37
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k38
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k39
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 12,2 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k40
Also sant unnser hailiger vatter bapst Johannes der XXIII. diß bull, die hie nach
diser gemäld stat, allen ertzbischoffen, das sy das concilium iren suffraganien,
irn bischoffen kund tatten, das sy also berait wärend zuͦ dem concilio ze Costentz
ze komen; und sunderlich dem ertzbischoff ze Mäntz, under des ertzbistum Costentz
lit und dahin gehört und sin oberer ist. Und die bull stat hernach geschriben1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 13.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 13 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k41
Nun also berait sich bapst Johannes mit den sinen uff gen Costentz ze faren. Nu
ist ze wissen, das man ainem bapst, so er über land riten wil, ain sollichen
huͦt1 vorfüret; und fürt in ain starchera gewapnoter man uff ainem wissen roß verteckt mit ainem roten tuͦch, gesprengt mit
gold. Und der ist rot und gell, und fürt man in für den regen
und die sunen, das er sich darunder enthalten müg. Und ist obnan uff dem huͦt ain
guldiner engel, und der hat ain guldin crütz in der hand. Der huͦt was unden wol so
wyt als by viertzig guͦtter schuͦch, als der da an dem nachsten plat gemalt stat2.
a) starcker EWoSt2.
1Gemeint ist der Papstschirm bzw. -hut (conopeum/soliculum); vgl. cc. 14,3, 23, 24 und 308. Hierzu P. E. Schramm, Der Schirm. Herrschafts-, Würde- und Rangzeichen in drei
Erdteilen, in: Festschrift für Hermann Heimpel 3 (1972) S. 567–593; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151; G. J. Schenk, Zeremoniell und Politik S. 449–451; ders., Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 288–299; M. A. Bojcov, Der Schirm des Papstes, der Sonnengott und die historischen
Wege Russlands, in: Prozessionen, Wallfahrten, Aufmärsche. Bewegung zwischen
Religion und Politik in Europa und Asien seit dem Mittelalter, hg. von J. Gengnagel u.a. (2008) S. 163–166; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 174, 183; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 49; Th. M. Buck, Ein Buch prägt die Erinnerung S. 49; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 85.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k42
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k43
Och stat darnach gemalt an dem blat, wie unser hailiger vatter der bapst und der
römsch küng by ainander ze Loden sassen1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k44
Darnach1 stata gemalt, wie man dem bapst das hailig sacrament vor fürt, so er rittet uff ainem
wißen roß, verdeckt mit ainem roten guldin tuͦchb, und brinend kertzen och da by uff dem roß. Bezieht sich auf das Bild fol. 6v.
Der Hut, fol. 5r. Dazu fol. 4v unten der einzeilige Bildtext: Diß ist der huͦt, so man im vor fürt. Zentriert über dem Bild: Des bapsts huͦtc. Darunter der Reiter mit dem Papstschirm.
Zusammenkunft in Lodi, foll. 5v–6r, fol. 5v: der Papst, fol. 6r: der König. Bildüberschrift: Sancte pater, eligite Constanciam. Dazu der zwischen den Bildseiten changierende Bildtext.
1Das c. 14,3 fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k45
Der König, fol. 6r: Der romsch küng sprach zum bapst: Hailiger vatter, wil üwer hailikait laisten,
das in dem concilio versprochen ist, so machend ain concilium in tütsche landa, das es gemain müg sin. Der Papst, fol. 5v: Lieber sun, ich sol und wil halten, was ich verhaissen und versprochen hab, und
wil das concilium machen in Lamparten, wann ich min cardinal all über das birg nit
mag bringen. Der König, fol. 6r: Aber sprach der romsch küng: So ist noch mer ze fürchten, das ich die dry
gaistlich churfürsten, die machtig sind, und an denen stat, zuͦ setzen und entsetzen
ain römschen küng, und die och gewalt hand, allen
cristenfürsten zuͦ gebieten und zuͦ bannen, das ich die villicht niemer über das birg
bringen müg. Und sy taten es
och nit, wenn sy groß herren sind und vil gewalt an in stat. Da mit do fragt er
hertzog Ulrichen von Teck, ob kain stat an dem birg läg? Der sprachb: Kempten, die lit an dem fuͦs des bergs Feren1. Do sprach graͧf Eberhart von Nellenburg: Nain, mächtiger küng, da ist kain genuchsami,
da lit
ain stat etwas mer denn ain tagwaid darvon, haist Costentz, ist ain richsstat und
hat ain bistum. Da ist alle genuchsami. Der Papst, fol. 5v: Do fragt der bapst sin rät, die rietten im das. Dieser Rat steht dem linken Bild als imperativische
Überschrift voran. Es folgt die Antwort des Papstes: Fili, Constancia placet michi.
Monstranz, fol. 6v. Zentriert über dem Bild:
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k46
Also fürt man unserm hailigen vatter dem bapst das sacrament vor, wenn er rit. Darunter drei Pferde, ein geistlicher Reiter und
Monstranz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 14,5.
Johannes episcopus servus servorum Dei venerabilibus
fratribus archiepiscopo Maguntinensi eiusque suffraganeis et dilecto filio ac
dilectis filiis Maguntinensibus et ceterarum ecclesiarum capitulis necnon
abbatibus provincie Maguntinensis, exemptis et non exemptis ac ordinis cuiuscumque
salutem et apostolicam benedictionem.
Ad pacem et exaltacionem ecclesie ac tranquillitatem
christiani populi, prompto corde et efficaci desiderio intendentes, ea libenter
ordinamus et querimus, per que huiusmodi pax, exaltacio et tranquillitas merito
valeant provenire. Dudum siquidem felicis recordacionis Allixanderb papa quintus predecessor noster sacro generali
concilio Pisanensi tunc presidens, ex quibusdam magnis et arduisc causis eundem moventibus, ipso approbante concilio
inter cetera decrevit, iterum generale concilium ex tunc ad triennium per se vel
successorem suum in loco, de quo sibi vel eidem successori videretur, fore
sollemniter convocandum. Idemque predecessor ea que circa reformacionem ecclesie
expedienda restabant, pro tunc suspendit ipsumque concilium usque ad tempus
trienii prefatum continuandum statuit et prorogavit. Postmodum vero ipso
Allexandro predecessored, sicut Deo placuit, vita functoe, nobisque divina favente clemencia ad apicem summi
apostolatus assumptis, cum tempus huiusmodi trienii advenerat, et nos per vestigia
eiusdem predecessoris incedere ac ordinacionem prefatam ab eo in concilio factam
ut prefertur, puro corde et recta voluntate adimplere properavimus, quibusdam
racionibus tunc expressis animum nostrum moventibus, concilium huiusmodi in Romana
urbe, que paulum ante de manibus hostium destructa recuperata presenciam nostram
pro eius conservacione plurimum flagitabat, debito tempore convocavimus. Verum
tamen quia veniente postea tempore constituto prelati et ceteri, qui huiusmodi
concilio interesse debebantf, nequaquam in tanto numero convenerunt, quantum rerum
agendarum pondus et magnitudo requirere videbatur: Nos post alias prorogaciones
per nos factas, tandem ipsum concilium ad mensem Decembris tunc presentem
sollemniter prorogavimus et celebrandum statuimus. Locum autem infra certum tempus
tunc relinquimus declarandum, ut interim super eo maturius consuleremus.
Post vero dictum tempus nondum elapsum, per litteras
carissimi in Christo filii nostri Sigismundi electi in regem Romanorum et Ungarie
regis illustris instantissime requisiti, ut non properaremus in huiusmodi
declaracione loci pro concilio facienda, sed tamen in declaracione loci predicti
quam eciam in tempore dicti concilii celebrandi supersedere vellemus, donec ipse
nuncios suos super hoc instructos ad nostram presenciam destinaret: Nos votis
eiusdem regis, que ex zelo devocionis et puritate fidei manare conspiciebamus,
annuentes adventum prefatorum nunciorum, de venerabilium fratrum nostrorum Sancte
Romane ecclesie cardinalium et prelatorum, qui Rome in generali consistorio [7v] ad hoc vocati fuerunt, voluntate, consilio et assensu
duximus expectandum.
Deinde cum post Romane urbis miserabilem casum, ad nos
tunc apud Florenciam existentes eiusdem regis nuncii accessissent, et ex parte
eiusdem regis multa nobis circa materiam huiusmodi sugessissent, eorum auditis
relationibus, pro pleniori expedicione dilectos filios nostros, Anthonium tituli
Sancte Cecilie presbiterum et Franciscum Sanctorum Cosme et Damiani diaconum,
Sancte Romane ecclesie cardinales, cum plenag huiusmodi eleccione loci et deputacione temporis
potestate, ac simul cum eis dilectum filium nobilem virum Manuelem Crisolarem
militem Constantinopolitanum ad presenciam eiusdem regis transmisimus2. Qui ad eum venientes tandem de ipsius regis consilio
et assensu civitatem Constanciensem provincie Maguntinensis pro loco huiusmodi
concilii celebrandi concorditer elegerunt, ac tempus ad nunciandum huiusmodi
concilium statuerunt diem primam mensis Novembris proxime venturi3.
Deinde vero nos pro quibusdam magnis et arduis
negociis cum eodem rege iuxta nostrum et ipsius desiderium personaliter
convenientes, certificati ab eo de abilitateh, capacitate et securitate civitatis Constanciensis
antedicte, quam securitatem ipse rex prestaturum et in ipso concilio personaliter
affuturum policetur: Volentes et ab intimisi cupientes, ut prefata celebracio conciliij salubriter impleatur et optatum consequatur effectum,
huiusmodi eleccionem loci et temporis ut premittitur factam, auctoritate
apostolica de eorundem fratrum consilio et assensu ratificavimus et
approbavimusk, confirmamus et apostolici roboris adiungimus
firmitatem, prefatumque concilium in civitate Constanciensi predicta, prima die
mensis Novembris proxime venturi nunciandum et auctore domino exinde celebrandum,
eadem auctoritate et assensu statuimus, pronunciavimusl, decrevimus et sollemniter publicamus: Venerabiles
fratres nostros patriarchas, archiepiscopos et episcopos, dilectos filios electos
abbates et ceteros ecclesiarum et monasteriorum prelatos requirentes, hortantes et
monentes et in virtute prestiti iuramenti et Sancte obediencie eisdem mandantes,
quatenus personaliter, necnon carissimos in Christo reges et nobilesm principes, duces, marchiones et alios, qui huiusmodi
concilio interesse debent vel qui prodesse possunt quoquomodo, per viscera
caritatis domini nostri Jesu Christi invitantes et exhortantes, quatenusn pro pace ecclesie et omnium christianorum eciam
personaliter, vel si personaliter non possunt, per sollemnes oratores, congruo
tempore dicto concilio debeant interesse, prout in aliis litteris super hoc
confectis plenius continentur. Quocirca devocionem vestram requirimus et monemus
vobis et vestrum singulis in virtute [8r] prestiti iuramenti et sancte obediencie iniungentes,
quatenuso in quantum Deo placere cupientes pro pace et
exaltacione ecclesie ac tranquillitate christianorum prefato concilio in loco et
tempore constitutis debeatis personaliter interesse; quod si aliqui ex vobis
iustis fortasißp et canonicis impedimentis causantibus ad huiusmodi
locum et tempus concilii personaliter adesse nequiverint tunc illi, qui sic
impediti fuerint, aliquos suo nomine Deum timentes, sciencia et rerum experiencia
preditos ac sufficienti mandato suffultos mittere non postponant vices eorum, qui
miserint, in dicto concilio impleturos. Volumus autem et presencium tenore
mandamus, quod huiusmodi nostra publicacio et convocacio concilii ac requisicio
prelatorum et cetera, que presentibus nostris litteris continentur, per te fratrem
archiepiscopum venerabilibus fratribus coepiscopis suffraganeis tuis ac capitulo,
prelatis ac personis tuarum civitatis ecclesie et diocesisq, exemptis et non exemptis, sollemniter intimentur,
quodque per te et ipsos iniungant eisdem, quatenusr pro debito prefati iuramenti et Dei complacencia
congruo tempore ad locum huiusmodi concilii iuxta ordinacionem nostram debeant se
conferre et ibidem personaliter interesse, ut sic congregata Christi fidelium
multitudine copiosa ea, que in ipso concilio agenda incumbunt, Deo auctore et
adiutore feliciter ordinentur. Insuper volumus, quod de hiis, que circa huiusmodi
intimacionem et requisicionem egeritis, per litteras vestras nos cerciores reddere
curetis. Datum Laude, II. idus Decembris, pontificatus nostri anno quarto.
a) uß sannt] sant Wo; sante St2.b) Allexander WE; Alexander WoSt2.c) korr. aus ordinis E.d) folgt nostro A.e) defuncto WoSt2.f) debeant E.g) folgt super Feger.h) habilitate WoSt2.i) intimus E.j) concilii celebracio A.k) ratificamus et approbamus WoSt2.l) pronunciamus WoSt2.m) folgt viros A.n) quibus WoSt2.o) quibus WoSt2.p) fehlt St2.q) folgt ac per eosdem suffragiis similiter et capitulis et suffraganeis prelatis et
personis suarum ecclesiarum, civitatis et diocesi A.r) quibus WoSt2.
1Die Konvokationsbulle „Ad pacem et exaltacionem“, die am 9.
Dezember 1413 von Lodi aus erging, ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Der exakte Wortlaut des lateinischen
Textes ist teilweise unsicher, da wir die Vorlage nicht kennen und stark mit
Abbreviaturen gearbeitet wird. Richental lag wohl die an den Erzbischof von
Mainz adressierte Fassung des Einladungsschreibens vor. Vgl. Aegidius Tschudis
Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7,
7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 232–235; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. IIIIv–VIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 6 (1700) S. 9f.; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 537f.; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 254 Anm. 1; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 405 mit Anm. 3; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 19; L. R. Loomis, The Council of Constance S. 75–78; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 157f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 143; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 164; J. Helmrath, Locus concilii S. 612; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 64; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 72 mit Anm. 32; Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 103; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 110 Anm. 9; J. Miethke, Die Universitäten und das Basler Konzil S. 210f.; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis. Einleitung,
S. 10.
2Bei den päpstlichen Gesandten handelt es sich um Antoine de
Chalant, Francesco Zabarella und Manuel Chrysoloras. Hierzu H. Finke, ACC 1 (1896) S. 172; D. Girgensohn, Francesco Zabarella aus Padua, in: ZRG.KA 79 (1993) S.
246f.; J. Helmrath, Locus concilii S. 611f. mit Anm. 76; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 51f.
3Das Constantiense sollte eigentlich – laut Ausschreibung – am
Allerheiligentag, dem 1. November 1414, beginnen, nahm – wegen einer
Unpässlichkeit des Papstes – seine Arbeit aber erst am 5. November mit einem
Pontifikalamt auf. Vgl. Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 15.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 15 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k47
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 15 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k48
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 15 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k49
Als1 nu diß bull ußgesendt ward und die ertzbischof das mandat uß füroa santen allen iren suffraganien und bischoffenb, darnach ward sin geschwigen, das niemant nüt davon rett, und bestuͦnd also by acht
wochenc, das es niemant geloben wolt. Doch do kament gen Costentz vil herolten und
pfiffer und vil der herren knecht und enpfiengen iren herren herberg und
schluͦgen iren herren wappen an die hüser und an die türen und bestaltend fuͦter,
höw und strow.
a) füren W.b) folgt ausgestr. und bischoffen K; folgt und bischoffen E.c) by acht wochen] by acht tagen ald by acht wuchen EWoSt2.
1Vgl. c. 16
in A, das sehr viel ausführlicher ist und u.a. von einem
städtischen Auftrag Richentals berichtet, zusammen mit zwei päpstlichen Beamten
Herbergsmöglichkeiten im Thurgau für das Konzil zu prüfen. Zu dieser Expedition
vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 83; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 117 Anm. 31, 123 Anm. 64; ders., Konstanz und der Thurgau S. 40, 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 16.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 16 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k50
Do kament darnach wol uf dry wochen vor Sant Johans tag des töuffers anno Dni.
MCCCCXIIII der ersam her, her Fridrich Grafnegger, Sant Benedicten ordens und abt
zuͦ Santgars in ungerschem lannd1, und solt sin bischof ze Ougspurg, und mit im graf Eberhart von Nellemburg und
her Frischhanns2 von Bodmena. Und gabent erst ze recht herberg, nach dem und sy sich verstuͦnden, wes jeglicher
her bedorft, und hiessen do an stet an die herbergen der
herren wappen schlachen und an die hüser. Es belibb aber nit stät, wann darnach, do die herren in ritten wurden, do gieng es ab;
wann wer zuͦ ainer herberg komen mocht, die guͦt was, der nam sy uff3. Noch dennocht was es in ainem zwifel, ob das concilium für sich gieng [8v] oder nitc. Und bestund also bis uff den dritten tag vor unser frowen tagd zuͦ mittem Ougsten4.
1Szekszárd (Sechshard/Sechsard).
2Friedrich von Grafeneck, Bischof von Augsburg, Graf Eberhard
von Nellenburg, Ritter Johann von Bodman, gen. Frischhans d.Ä.
3Zu dem gescheiterten Versuch, die Verteilung des knappen
Wohnraums zu überwachen bzw. zu organisieren, vgl. O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 121f.; H. Fidler, Ohne Hegau kein Konzil, in: Hegau-Jahrbuch 72 (2015) S.
84.
4Diese Einschätzung gibt offenbar die Perspektive der
Zeitgenossen wieder, die sich über das Zustandekommen des Konzils offenbar
lange unsicher waren, was aber auch der Nachrichtenlage geschuldet sein kann;
vgl. cc. 16 und 18.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 17.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 17 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k51
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 17 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 17 Anm. 3.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 17 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k54
An dem dritten tag vor unser frowen tag ze mittem Ougsten anno Dni. MCCCCXIIII,
do rait in der hochwirdig gaistlich fürst und cardinal her Jordan Ostiensis1. Und der ist der oberist ertzkantzler des hailigen römschen stuͦls und des bapsts
ze Rom. Und der cardinal hat inne die paniota ze Afienb, das almuͦsen2. Darumb do gab er all tag groß almuͦsen mit essen und mit trincken vor sinem hof
und herberg taglich, das concilium
uß. Und rait in mit lxxxiiij pfarten und mit zwain wägen und mit so vil lüten. Und
zoch in den hoff, als man gat über den undern hof gem Stof3 über zuͦ der linggen siten. Darinn was do zemaͧl her Albrecht von Buttelspach, techan
und thuͦmher zuͦ Costentz4. Und der selb techan was lam worden von gesücht, das er nit gon mocht, und
truͦgend in sin knechtc in ainem sessel herab in den hoff. Und da wartet er des selben cardinals
zuͦkunft erwirdiglich, als billich was. Und do der cardinal kam in den hof, do
grütztd er in erwirdiglich. Do sprach der cardinal zuͦ im, das er in enthielt, wann er getrute
Got, das er usser dem hof und herberg
nit komen wölt, es wurd dann ain ainhellig hopt, und wurd frid und ruͦw der cristenhait
geben. Dise wort beschachen in latin. Do antwurt der techan mit
dem ewangelio: Salus huic domui facta est5. Hail ist beschechen disem huß. Darnach ward man erst geloben, das es wolt für
sich gon, und warnote sich menglichf höw, strow, betg, fuͦter und was ain yeglichen beducht, was er notdurftig wär und geniessen
möcht.
a) pamot EWoSt2.b) Asien E.c) sin knecht] sine diener W.d) gruͤßt E; grüst WoSt2.e) bewarnott A.f) folgt mit WoSt2.g) bett WEWoSt2.
1Gemeint ist Jean de Brogny, Kardinalbischof von Ostia (cardinalis Ostiensis), der am 12. August 1414 in Konstanz ankam; vgl. auch c. 329
in A und W1 sowie cc. 328–330 in G, die im Rahmen der Teilnehmerliste
davon berichten, dass der Kardinal mit 80 Personen bzw. Pferden in Konstanz
eingetroffen sei. Siehe auch Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen
zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 259; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 181 Anm. 1; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 224; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 13; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 89; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 86 mit Anm. 30;
S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 34f.
2Gemeint ist die mit beträchtlichen Summen operierende
Almosenbehörde „Pignotte/Pignotta“ (Pignote) in Avignon. „Pignotta“ nannte man
die kleinen Brote, die an Notleidende verteilt wurden. Vgl. G. Mollat, Les papes d’Avignon (91949) S. 489f.; B. Guillemain, La cour pontificale d’Avignon (1309–1376) (1962) S. 411–417;
J.-L. Goglin, Les Misérables dans l’Occident médiéval (1976) S. 136–138;
M. Mollat, Die Armen im Mittelalter (1984) S. 123f.
3Haus zum Stauf (von lat. staupus, stouf = Becher ohne Fuß), zentraler Wirtschaftshof des Konstanzer Domkapitels auf der
Nordseite des Münsters. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 193, 208f.; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 76 Abb. 59;
O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und
Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 26–29.
4Domdekan Albrecht von Beutelsbach. Zu seiner Person vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 204; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 159; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 33; M. Bauer, Der Münsterbezirk von Konstanz. Domherrenhöfe und
Pfründhäuser der Münsterkapläne im Mittelalter (1995) S. 43; Helvetia Sacra
Abt. I 2, 2 (21996) S. 539, 818; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 88; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 86, 88.
5Lk 19,9.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k57
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k58
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 18 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k59
Darnach kam alle tag botschaft, wie unser hailiger vatter bapst Johannes der
XXIII. uf dem weg wär und her gen Costentz zug, als och war was. Und do er kam uf
den Arlenberg, by dem mittel nach by dem clösterlin1, do viel sin wagen umb und lag in dem schne, und lag er under dem wagen in dem
schne, wann der schne dozemal gevallen was2. Und als er also lag, do kamen zuͦ im sin diener unda churtisan, dieb dem hoff nach luffent, und sprachend zuͦ im: Hailiger vatter, gebrist üwer hailikait
üt? Do antwurt er in latin: Ich lig
hie im namen des tüffels.
1Gemeint ist Klösterle am Arlberg.
2Zum Papststurz auf dem Arlberg, der nur bei Richental bezeugt
ist, vgl. G. Schmid, Itinerarium Johanns XXIII. zum Concil von Konstanz 1414, in:
Festschrift zum Elfhundertjährigen Jubiläum des Deutschen Campo Santo in Rom,
hg. von S. Ehses (1897) S. 205f.; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 227f.; O. Stolz, Verkehrsgeschichte des Arlberges im Mittelalter, in:
Montfort 4 (1949) S. 6f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 326f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 130; ders., Johannes XXIII., in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 49; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 61f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 94f.; Th. M. Buck, Text, Bild, Geschichte S. 37–110; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 41f.; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 13–17; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
233–238; ders., Beobachtung ohne Beobachter S. 102, 104; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 42; C. Egli, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 49–53; A. Niederstätter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 128f.; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 301. Nach J. Miethke, in: sehepunkte 15 (2015) Nr. 9 [15.09.2015], URL: http://www.sehepunkte.de/2015/09/26269.html, Anm. 6 wird der Anreiseunfall des Papstes „allzu rasch zur
literarischen Fiktion erklärt“.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 19.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 19 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k60
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 19 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k61
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 19 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k62
[9r] Do er nu wideruf kam und über das closterlin herab kam, da ist ain
witi und sicht man herab in den Bodemsewa und diß land; wann der Arlenberg schait diß land und Lamparten, als es von alter
was, e das sy tütsch lernoten und an sich namen. Do er nu diß lannd ansach und den
Bodemsew, Bludentz1 und das gebierg, so schinet es herab, als ob es in ainem tal lig, do sprach der
bapst in latin: Sic capiuntur vulpes. Das ist zuͦ tütsch gesprochen: Also werdend
die füchs gefangen. Und kam des selben tags gen
Veltkirch und mornendes gen Rinegg2, darnach gen Costentz.
a) Bodensew W; Bodemsöw E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 20.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 20 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k63
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 20 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k64
Do1 man zalt von Cristi gebürt MCCCCXIIII jar an Sant Symon und Judas der hailigen
zwolf botten aubend, an dem siben und zwaintzigosten tag, das was an ainem samstag
nach imbiß, zwüschen der zwelften stund und ainena, do kam der allerhailigost vatter bapst Johannes der XXIII. gen Costentz, und
des ersten in das gotzhuß und closter ze Crützlingen vor der stat2, und belaib die nacht in dem closter und begabet den selben apt des closters,
der hieß Erhart Lind und was von Costentz bürtig, mit ainer ynfel3, und satzt im die uf, das er und sin nachkomen die ewencklich haben und tragen
solten, wann er noch sin vordern davor dehaine gebruchtb noch gehept hatten, und stat diß hienach gemalt.
Kreuzlinger Infulierung, fol. 9v. Obere Blatthälfte.
1Siehe zu den folgenden Kapiteln, die Informationen über die
Ankunft des Konzilspapstes, die Gastgeschenke, Herbergs- und Preisordnungen
usw. bieten, auch die wohl auf Richental rekurrierende und nach 1424
entstandene Zusammenstellung, die sich in einem Buch der Basler Stadtkanzlei
findet (StaA Basel Stadt, Politisches C 1, foll. 128r–131r). Hierzu R. Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel 1 (1907) S. 484; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 392f.; C. Sieber-Lehmann, Basel und „sein“ Konzil S. 178 Anm. 23; G. J. Schenk, Von den Socken S. 396 mit Anm. 47; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 278; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 176f. mit Anm. 622.
2Der Papst war am 1. Oktober 1414 in Bologna aufgebrochen, am
27. Oktober traf er mit seinem Tross in Kreuzlingen ein, am 28. Oktober
erfolgte der feierliche Einzug in Konstanz. Der Weg führte vom Kreuzlingertor
durch Stadelhofen und das Schnetztor über die St. Pauls- und die Plattengasse
in das Münster. Zur Ankunft des Papstes K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8430; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 129f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 93f., 151f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 255f., 279–304; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 46–53.
3Die noch heute im Historischen Museum Thurgau der Stadt
Frauenfeld verwahrte Mitra aus dem Augustinerchorherrenstift Kreuzlingen stammt
nicht aus der Konzilszeit, sondern ist in das zweite Viertel des 15.
Jahrhunderts zu datieren. Das Recht, Mitra, Ring und Stab zu tragen, war
ursprünglich den Bischöfen vorbehalten. Hier wird es dem aus einem Konstanzer Patriziergeschlecht
stammenden Abt Erhard Lind verliehen, der in c. 365 in A als Abt von
Kreuzlingen aufgeführt wird. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 262f.; K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 197f. Nr. 8429; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 160; L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 41; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 16f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 280 mit Anm. 105;
J. Lucas, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 59–64; dies. / E. Wetter, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 246f. (Nr. 180); dies. / E. Wetter, Die Kreuzlinger Mitra in Frauenfeld – Papstgeschenk oder
gewachsener Erinnerungsort, in: Visuelle Kultur und politischer Wandel – Der
südliche Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und
Eidgenossenschaft, hg. von E. Jezler (2015) S. 117–144; C. Vogt / H.-J. Bleier, Silber und Seide. Zur Konservierung der Mitra aus dem
Kloster Kreuzlingen, in: Restauro. Zeitschrift für Restaurierung, Denkmalpflege
und Museumstechnik 5 (2014) S. 46–49.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 21.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 21 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k65
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 21 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k66
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 21 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k67
[9v] Mornendes am suntag an Sant Symon und Sant Judaß tag1 nach ymbis, in der aylften stund, do ward der selb bapst Johannes von dem
closter ze Crützlingen gen Costentz ingefürt mit großen eren und gezierd. Und
waren da, die mit dem crützgang giengen in zuͦ enpfahena, alle prelaten, die umb Costentz seßhaft sind, der apt in der Richenow und ander
äbpt, so by vier mylen sitzend, von Crützlingen, Peterßhusen, all thuͦmherren, die
chorherren zuͦ Sant Steffan, zuͦ Sant Johann, zuͦ Sant Paul, all pfafhait und örden2. Und giengen im angegen untz gen Crützlingen, und furt man in glich durch
Stadelhoven inher und Sant Pauls gassen und Blatten3 usher in das münster, und sang man Te Deum laudamus, und lut man all glocken,
und zoch in die pfallentz, da er och inn belaib. Und zugen sin obrosten diener in
die chustery an der pfalentz. Und kament mit im nün cardinal, die hie nach benempt
werdent4, die siner obedientz waren.
a) enpfauchen E; empfachen WoSt2.
128. Oktober 1414. Zur Ankunft des Papstes Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 84–87; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 279–304; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 177; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 67f.
2Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 183 und 200, der
den Ortsbischof Otto III. von Hachberg nicht nur bei der Ankunft des Papstes,
sondern auch bei der Ankunft des Königs erwähnt. Zu seiner Person vgl. Chr. Schulthaiß, Konstanzer Bistumschronik (Stadtarchiv Konstanz A I 9) Nr.
66 S. 67–70; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 444–446; E. Reiners-Ernst, Regesten zur Bau- und Kunstgeschichte des Münsters zu
Konstanz (1956) S. 18f.; H. Tüchle, Die Stadt des Konzils und ihr Bischof, in: Das Konzil von
Konstanz. Beiträge zu seiner Geschichte und Theologie (1964) S. 55–66; U. Janson, Otto von Hachberg (1388–1451), Bischof von Konstanz, und
sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88 (1968) S. 205–358;
Helvetia Sacra Abt. I 2, 1 (21996) S. 343–348; J. Jeffery Tyler, Lord of the sacred city. The episcopus exclusus in late medieval and early modern Germany (1999) S. 54f.;
206, 217f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 151 mit Anm. 7; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 49; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 462; A. Bihrer u.a., Altgläubige Bistumshistoriographie in einer
evangelischen Stadt. Die Konstanzer Bistumschronik des Beatus Widmer von 1527,
in: ZGO 157 (2009) S. 178; ders., Eine Feier ohne den Hausherrn S. 13–34; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 282 mit Anm. 111;
Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster, S. 123f.; ders., Ein Buch prägt die Erinnerung S. 39f.; W. Zimmermann, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 116, 118.
3Plattengasse (von lat. platea = Straße, Gasse, heute Wessenbergstraße), wohl der einzig
gepflasterte Weg durch die Stadt. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 273–275.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 22.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 22 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k68
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 22 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k69
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 22 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k70
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 22 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k71
[10r] Und was das infüren mit dem crütz also. Unser hailiger vatter bapst
Johannes der XXIII. huͦb vor Crützlinger thor uff ainem wissen roß, verdeckt mit ainem
rotten tuͦch mit gold gesprengt, und was angelait glich als ain priester, so er ob
altar
stat, och alles wisses claid, und het ain wiß schlecht ynflen uff sinem hopt, und
huͦb man ob im ain guldin tuͦch1. Das selb tuͦch schanckten im die von Costentz, und das truͦgend vier burger ob im
uff vier stangen. Und was der ain Hainrich von Ulm,
dozemaͧl burgermaistera, Hainrich Schiltarb, Hanns Hagen, dozemal vogt, und Hainrich Ehinger, dozemaͧl amman. Und hielten neben
im ze fuͦs graf Berchtold von Ursin2, ain Römer, der mit im komen was, zuͦ ainer siten an dem zom, und zuͦ der andern
siten graͧf Rudolf von Montfort3 von der Schär4, und fürten in anc dem zom her in ze fuͦs untz in das münster. Und hielten vor dem bapst viiij wisse
roß, alle verdeckt
mit rotten tuͦch, und waren die viij geladen mit watsecken, und uff dem nünden was
ain silbri
vergülti lad mit ainer monstrantz. Da was inn das hailig sacrament und was och
verdackt mit rotem tuͦch. Uff dem rotten tuͦch stuͦnden zway silbrine vergülti kertzstal
mit brinenden kertzen, und hat das roß ain
glögli an dem hals5. Und huͦb ainer hinder im uff ainem grossen roß, der het ain michel stang in siner
hand,
und het die stang gestelt uff sinen sattel. Und uff der stang was ain huͦt von tuͦch
gemacht, das was rot und gel gestucket, als da der vor gemalt stat, und was
der huͦtd also wit unden, das er wol fünf pfärit verdeckene mocht. Und was obnen uff dem spitz ain guldiner knopf. Uf dem selben knopff stuͦnd ain guldiner engel, der hat ain gulding crütz in der hand. Hinder dem huͦt hubent die nün cardinal alle uf iren pfaritten
und mulen6, und alle mit iren rotten menteln, als lang bis nach uf die erd. Und hatten alle
rot kappen anh und ain braitten rotten huͦt ir yeglicher uf sinem hopt, mit langen sidinen schnüren.
Und hat ir yeglicher
ainen knecht oder ainen knaben hinder sinem roß gan, die den rossen die schwäntz
huͦbent, das in das gewannd nit beschlagen wurd. Und wenn die cardinal rittend in
der stat umb, so hand sy rot hüt uff, undi wenn sy ze fuͦß giengen, so hatten sy kain huͦt uffi, aber groß kappen, die warend an die mentel genät. Und tragj ain knecht yeglichem cardinalk denl mantel hindan enbor, wann sy in wol anderhalb eln nachgiengenm.
a) vogtmaister W.b) Schilter WEWoSt2.c) an fehlt W.d) was der huͦt fehlt W.e) bedecken EWoSt2.f) folgt uff W.g) guldin guldin E.h) fehlt EWoSt2.i–i) und wenn sy ze – sy kain huͦt uff] fehlt W.j) trug EWoSt2.k) korr. aus knecht E.l) fehlt W.m) folgt und wenn sy giengen, hetten sy nit hüt uff W.
1Baldachin.
2Graf Bertoldo III. Orsini von Soana und Pitigliano.
3Graf Rudolf VI. von Montfort-Tettnang (zu Scheer).
4Grafschaft Scheer, benannt nach der gleichnamigen Burg bei
Sigmaringen an der Donau. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 161; B. Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs 1: Vom freien Rätien zum Staat
der Montforter (21971) S. 189, 205, 372.
5Der sogenannte Hostienschimmel, der auf seinem Sattel das
Sakrament bzw. eine Monstranz zwischen zwei silbernen Leuchtern trug, ist Teil
des päpstlichen Adventus- und Krönungs-Zeremoniells. Der wandernde Tabernakel
ermöglichte jederzeit das Zelebrieren von Messen. Vgl. B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 226; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 287f. mit Anm
123.
6Gemeint sind Maultiere.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k72
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k73
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k74
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k75
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k76
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 23 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k77
Und als der bapst also hielt vor Crützlinger thor und die nün cardinal mit im, do
kam das crütz und alle pfafhait mit allem hailtum, das zuͦ Costentz was, im engegen
und giengent all mit dem crütz und mit dem hailtum umb
den bapst und umb die kardinal und widerumb zuͦ dem thor inher; und [10v] gab da der pfafhait den segen. Und do das
crütz, die pfafhait und das hailtum wider inher kament, do was ain priester uff
ainem roß, und was angelait als ain ewangelier und hat ain chorcappen an und hat
ain stang in siner hand und daruff ain guldi crütz. Das truͦg er und fürt es vor dem
bapst und dem sacrament, und giengen vor in die acht
wißen verdeckten roß mit den watsecken gemach. Uf dem letzsten rait der priester
mit der stang und dem crütz. Nach dem gieng das roß mit dem sacrament. Uff das do
zoch unser hailiger vatter der bapst under der guldinen tecky und da mit im, vor
im und nebent im und hinder im der zunft kertzen und der thuͦmherren kertzen. Darnach
rait der mit dem huͦt. Nach dem huͦt rittend die cardinal ye zwen und zwen mit ainander,
und darnach alle ir diener.
Und rait neben dem bapst ain priester, der warff pfening under die lüt, umb das
der bapst destminder trungen wurd. Und zugent also gemainlich uff den undern hoff
und stuͦnden ab iren pfaritten; und zoch man des bapstes pfärit und siner diener in
die
chustery und in die schuͦla; und giengen also alle in das münster und sang man Te Deum laudamus. Und lut
manb allc glogen. Und das verzoch sich untz umb die vesper. Und also gieng der bapst ze
fuͦs durch Sant Margareten cappell in die pfallentz1. Die kardinall ritten yeglicher haim in sin herberg. Und das bestund also den
montag und den zinstag, das sich da yeder man, der frömd was, mit spiß, fuͦter und
ander sachen nach siner notdurft richten möcht.
a) schuͦll E.b) man all] mit allen WoSt2.c) all] davor Te Deum laudamus ausgestr. K; davor steht Te Deum laudamus W.
1Vgl. zur Topographie des Konzils M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 83–138; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster, S. 119–142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 24.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 24 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k78
Und also ist hie gemalt, wie man in enpfieng mit dem crütz, mit dem hailtum und
mit aller pfafhait: Des ersten die fan und die krütz, darnach die clainen
schuͦlera, darnach die barfuͦssen, darnach die augustiner, darnach die predyerb, alle angelait in ir habit und mit irem hailtum. Darnach die meren schuͦler, all
capplon in der stat und all in ir habit mit dem hailtum, all chorherren
zuͦ Sant Steffan, zuͦ Sant Johann, zuͦ Sant Paul mit ir habit und hailtum, all benedictiner,
canonici regulares, all
thuͦmherren mit ir chorcappen, all äpt und bropst mit in, die umb Costentz seßhaft
sind, darnach der bapst, als vor stat.
Einholung des Papstes, foll. 11r–12v. Vier Seiten. Fol. 11r–v, viergeteilt: Prozession der Geistlichkeit, fol. 12r, zweigeteilt: Oben die Monstranz, unten der Papst, fol. 12v, zweigeteilt: Kardinäle.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 25.
[13r] Als1 nu der bapst uff dem undern hoff abgestanden was, do fürt man das wiß
pfärita, daruff er gesessen was, uff den obern hoff und wolt man es gezogen haben in die
pfallentz2. Do kament des bapstes kämerling und sin thorhütter und wolten es genomen haben,
und mainten, es gehorte in zuͦ, des gelichen sin marschalcken, und hatten krieg
darumb. In dem do kamend Hainrichs von Ulm sün und ir knecht und nament das pfärit
und sprachent, es gehorte in zuͦ, wann ir vatter burgermaister wär. Und das belaib
in och und fürten es
haim.
a) roß W.
1Das den Streit um des Papstes Pferd referierende c. 26 ist in
A und Pr ausgefallen oder war nicht vorhanden. Es findet sich indes in K, W, E,
Wo, St2 und D1. Zu der Auseinandersetzung der Stratoren bzw. Reitknechte und
zum weißen Reittier vgl. J. Traeger, Der reitende Papst (1970) S. 25f.; B. Schimmelpfennig, Die Krönung des Papstes im Mittelalter, in: QFIAB 54 (1974)
S. 193; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 329; A. Paravicini Bagliani, Der Leib des Papstes. Eine Theologie der Hinfälligkeit
(1997) S. 91; ders., Wie wird man Papst im Mittelalter?, in: Die Päpste. Amt und
Herrschaft in Antike, Mittelalter und Renaissance, hg. von B. Schneidmüller u.a. (2016) S. 192; M. Kintzinger, Der weiße Reiter. Formen internationaler Politik im
Spätmittelalter, in: FMSt 37 (2003) S. 322–331; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 423f.; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 157f.; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 286 mit Anm. 114,
297f.; U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 169f., 176f., 181.
2Vgl. cc. 262, 266 und 267,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 26.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 26 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k79
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 26 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k80
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 26 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k81
An dem vierden taga, nachdem und unser hailiger vatter bapst Johannes also ze Costentz in geritten
was, und dasb waz an der mitwochen, do schanckt die stat und die burger ze Costentz unserm
hailigen vatter dem bapst erlich: Des ersten ain silbrin trien[ck]vaßc, was übergült, wag by fünf marck silbers, vier lägalend mite wälschem win, vier grossi vaß mit elsässer, acht vaß mit lantwin, und yegliches
mer denn ain halb fuͦder, viertzig malter haber1. Die schencki kam uff den obern hoff mit denf karren und den pfariten, und huͦbent vor dem ergger an der pfallentzg, und truͦgen das silbrin trinckvaß Hainrich von Ulm, wann er do burgermaister was.
Und
huͦb vor der pfalentz uff ainem pfärit, und sechs burger des rates mit im uff
pfärten, und huͦben vor dem ergger uff der pfalentz kerhals2. Und was der bapst uff dem ergger und sandt zuͦ in herab ainen auditor, der hieß
maister Johanns Nass und was vonh Beham3, doch kund er wol tütschsi. Der ward do ir fürmunder und sait dem bapst in latin4, wie im diß die von Costentz geschenckt hetten. Und zoch man den win uff den
karren und das korn uff den rossen vor in inhin in die pfalentz.
a) an dem drytten tag G.b) do EWo; da St2.c) trien vaß KE; trienckvaß WSt2; trien vas Wo.d) lägenlen W; lägelen E; lagellen WoSt2.e) folgt süssem WoSt2.f) mit den mit den K.g) vor dem ergger an der pfallentz] vor ergger vor der pfalentz W.h) davor wohl da ausgestr. K.i) tüschs W; tüttsch E; tüsch Wo; teutsch St2.
1Zu diesen Ehrengeschenken vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 14f.; ders., Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 159; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 299 mit Anm. 176;
A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 50.
2Hier wird erstmals der wohl hölzerne zweistöckige Treppenturm
an der Pfalz auf dem oberen Münsterhof erwähnt, der in der Chronik – etwa in
cc. 100 und 111 – bei Segnungen und anderen diversen Riten immer wieder eine
wichtige Rolle spielt. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 190; Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster, S. 126–131; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 238–241; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 28 mit Anm. 75.
3Johannes Naso, ehemaliger Offizial der Prager Diözese, war
päpstlicher Auditor; er wird in A unter den auditores rotae (c. 384) aufgeführt. Vgl. A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 402
Anm. 20.
4Ein erstes Beispiel für die Mehrsprachigkeit der Synode und
die komplexen Übersetzungsvorgänge, die die konziliare Kommunikation teilweise
geprägt haben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k82
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k83
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k84
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,1 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k85
Do dancket der bapst den burgern vast. Do antwurt der burgermaister und die rät,
sy wolten allweg [13v] tuͦn, was siner hailikait und sinen dienern lieb wär. Und nam der auditor das
silbergeschier und bracht es dem bapst. Do sant der bapst herab by dem selben
auditor ain schwartzen geruchten sidin rock und schanckt den dem burgermaister
Hainrichen von Ulm.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,2.
Dozemal was vogt ze Costentz Hanns Hagen, burgermaister Hainrich von Ulm, und
statamman Hainrich Ehinger, dero wappen och hie gemalt stand. Links daneben drei zugehörige Wappen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 27,3.
Darnach am fritag umb die ainlifea vor imbiß, do ritten gen Costentz in sechs cardinäll, die all waren in der
obedientz, das ist in der gehorsami des selben bapst Johansen. Und ritten inen
engegen die nün kardinall, die da waren ze Costentz. Und was namlicher prelaten,
gaistlicher oder weltlicher, ze Costentz waren, die ritten in och engegen by ainer
vierdentail ainer mil wegs und mit in wider in die stat. Und ritten die selben
sechs cardinall mit zway hundert und zway und sibentzig pfarten in und so vil lüt
und mit zwaintzig somerroß1, als man das hernach och iren wappen findet.
a) aylfin W.
1Wohl Saumpferde mit Gepäck; vgl. cc. 41,1 und 76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 28.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 28 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k86
Uff denselben tag wardend des bapsts auditores, das ist die richter, die zuͦ gericht
sitzent und für die all ernstlich und groß sachen koment. Und nempt man
desa selb gericht ad rotam1. Der warend zwölff, und ward gelait in Sant Steffans kilchen. Und wurden da
gemacht zwelf stülb, yeglichem auditor ainer, als verr ainer von dem andern, als zwo klaftren
geraigen mügen. Und die sassen allc wochen drystendd, am montag, mitwoch und fritag, es irti dann hochzitlich tag. Und wenn sy
zuͦ gericht sassen, so was vor yeglichem richter sollich groß getreng, das man kum
vor den lüten durch sy komen mocht. Und wenn die selben richter uffstuͦnden, welher
dann sin sach gewunnen und behept hat, der nam do und fuͦrt sin procurator und notary
und all sin gesellen und die curier, das ist ain
büttel, zuͦ dem walschen win und schanckt in allen.
1Sacra Romana Rota (päpstlicher Gerichtshof). Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 17; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 9, 152; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 96f.; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S. 404
mit Anm. 28; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 104; K. Salonen, The Curia: The Sacra Romana Rota, in: A Companion to the
Medieval Papacy. Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 276–288.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 29 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k87
Darnach an dem nächsten samstag ze rat zit, doa sant unnser hailiger vatter bapst Johannes sin erber botschaft, das waren zwen
auditores und ir camerling, für den rat ze Costentz und batt durch die denn ratt,
das man ain ordnung tät und machty von der herbergen wegen, wie [14r]
yeglicher beliben möcht und was man ze zins geben sölt, und wie manb yeglichen gast in den herbergenc halten sölt nach sinen eren. Die rät erwalten dry darzuͦ zu den dryen, und die sechs
giengen zuͦd unnsers herren des römschen küngs botschaft, wann der küng dennocht nit gen
Costentz komen was.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 30,1.
Das was her Fridrich Grafnegker, abt zuͦ Santgars in Ungern, und was erwelt zuͦ ainem
bischof zuͦ Ougspurg, graff Eberhart von Nellenburg und her Frischhanns von Bodmen,
ritter,
die och do zemaͧl von unsers herren des römschen küngs wegen ze Costentz warend. Die
all zesamen
sassent und machtend diß ordnung1: Des ersten, das man geben solt von ainem bett mit siner zuͦgehörd, daruff zwen mit
eren wol ligen möchten, zuͦ yedem monat umb zwen rinscha guldin2, und von ainem pfärit, gelich bloß ze stand, zuͦ yeder nacht dry pfening; und sölt
der hußwirt sinen gesten geben tisch,
tischlachen, lylachen, pfulben, küssi, häfen, kanten, kessy, pfannen und alle
solliche bruchige sachen und ding, die lylachen, die tischlachen, zwähelnb, und was linis gewand ist, das wäschens bedarff, zuͦ ye viertzehen tag nüwc gewaschen geben. Das bestuͦnd aber nit lenger dann zwen monat, do fieng es an vast
mindren.
1Vgl. c. 56,1. Zu dieser Herbergsordnung, erlassen am 3. November 1414,
vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 76f.; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 321f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 11; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 122 mit Anm. 58.
2Vgl. den Brief von Jan Hus vom 4. November 1414 an seine
böhmischen Freunde, in dem er betont, dass der Unterhalt in der Stadt sehr
teuer sei: ein Nachtlager für eine Woche koste einen halben Gulden. Vgl. J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 144; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 112; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 611.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 30,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 30,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k88
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 30,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k89
An dem sechsten tag in dem dritten herbstmonat, das was an dem sunnentag vor Sant
Martins tag1, do beruͦft der selb unser hailiger vatter bapst Johannes zesamen all cardinall,
der was
do zemal xv, und allen ertzbischoffen, der was do zemal xxiij, allen bischoffen,
der was xxvij, allen äpten und allen fromdena prelaten und aller pfafhait, die zuͦ Costentz was, in das münster zuͦ dem thuͦm,
und hat da ain gesprach mit inen frü zuͦ der sibenden stund. Nach dem gespräch lut
man drystund mit der grossen gloggen.
Zuͦ dem dritten zaichen, do kament in das münster der apt von Crützlingen mit siner
ynfeln und all sin münch und pfaffen, derb apt von Peterßhusen mit allen sinen münchen und pfaffenb und mit sinem stab, der apt von Schotten2, all thuͦmherren und all ir capplon, all chorherren und capplon zuͦ Sant Steffan,
die chorherren zuͦ Sant Johann und ir capplon, der lütpriester von Sant Paul und sin
capplon, die
capplon zuͦ Sant Laurentzen, zuͦ dem spittal, allc mit iren überrocken, und truͦgend mit in in iren hennden all ir hailtumd diee predyerf, augustiner und barfuͦssen; was yeglicher angelait, als ob er über altar wolt gon,
und och mit irem
hailtum.
a) främden EWo; frembden St2.b–b) der apt von Peterßhusen – münchen und pfaffen] fehlt W.c) fehlt EWoSt2.d) folgt und do sy all W.e) fehlt W.f) prediger EWoSt2.
1Die feierliche Eröffnung des Konzils fand, nachdem diese wegen
einer Erkrankung des Papstes noch einmal verschoben worden war, am 5. November,
die erste Sessio generalis am 16. November 1414 statt.
2Gemeint ist das Benediktinerkloster St. Jakob zu den Schotten
vor dem Schottentor, 1142 gegründet (abgebrochen 1839). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 110–113;
K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 541; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 164; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 99f.; S. Morent, Choraltraditionen im süddeutschen Raum S. 103.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 31.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 31 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k90
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 31 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k91
Und do sy all in das münster kamen, do lut man zesamen mit allen gloggen und
viengend an ain meß zuͦ singend von dem hailigen gaist. Nach der meß do hatten sy
ain [14v]
crützgang, und giengen des ersten durch Sant Margreten cappell by der pfallentz
uff den obern hoff unda von dem hoffa abhin zuͦ dem grossen thor ußhinb und umb das Blidenhus1 und uff den undern hoffc inhin zuͦ dem thor, das da gat in den crützgang, und da inhin zuͦ dem thor by dem
toffstain2, und darnach in den chor. Und was der crützgang also: Des ersten do giengen uß
die crütz vom münster, von Crützlingen, von Peterßhusen, von Schotten, von Sant
Steffan, von Sant Johann und von Sant Paul und mit dennd aller zünft kertzen. Uff die crütz giengen alle klain schuͦler. Nach den schuͦlern
giengen die dry bettelorden, ye zwen und zwen mit ainander, all mit ir
meßgewät und mit ir habit und mit dem hailtum. Nach den orden giengen alle gelert
lüt, die auditores und sust alle gelert lüt, och ye zwen und zwen mit ainander.
Nach den gelerten lüten die grossen schuͦler. Nach den schuͦlern alle capplan och
mit überrückene und mit ir hailtum in ir henden. Nach den capplan die obgenanten münch all mit
ir chorcappen und mit ir hailtum. Nach den münchen alle äpt, die thuͦmherren, och
mit ir chorcappen, und alle bröpst, die nit ynflen tragen
soltenf. Und nach den die äpt, die ynflen tragen solten, och ye zwen und zwen mit
ainanderg. Und nach den äbten alle bischoff mit ir wissen ynflen. Nach den bischoffen alle
ertzbischoff, och ye zwen und zwen mit ainander, und vor yeglichem ertzbischof
ainh knecht, der truͦg ain guldin zwifalt crütz. Und nach den ertzbischoffen die cardinall,
und och
vor ir jeglichem och ain knecht, der truͦg ain silbrin stab, ain hochen mit ainem
silbrin knopf, und uff dem knopf ain
silbri crütz. Und gieng dann hinder yeglichem cardinal ain erbereri priester, der sin diener was, der im das gewand hinden uff huͦbj, und och sust nieman. Nach den cardinalen zwen patriarchen, und och vor
yeglichem patriarchen ain knecht mit ainem zwifalten crütz, und hinder
yetwedermk ain priester, der im das gewand ufhuͦb. Und giengen die ertzbischoff, die bischoff,
die cardinall und die patriarchen,
all je zwenn und zwen mit ainander, alle mit wissen überröcken und mit wissen
ynflen. Die warend gemacht mit wissem geschlagnem tuͦch, und was nüt daran weder silber
noch gold, noch edelgestain. Darnach giengen
des bapsts sänger, die sungend. Darnach ain priester, was angelait, als ob er über
altar wölt, mit ainem guldin crütz; nach dem priester aber ain priester, was
angelait als ain priester über altar, der truͦg das hailig sacrament. Und dazwüschen,
davor, hindal und nebenzuͦ der thuͦmherren kertzen und sust vil ander kertzen. Darnach zwen priester
warend angelait
als ewangelier, ainer zuͦ der rechten [15r] und der ander zu der linggen siten, die truͦgend ain guldin tuͦch gespannen vor dem
bapst. Hinder dem tuͦch gieng der bapst, angelait als ain priester, wannm das er ains rocks mer anhett dann ain priester. Das was alles von wissem
tuͦch, so es ymmer costlichest sin mocht. Und uff sinem hopt ain schlecht wiß ynfel
mit schlechtem geschlagem tuͦch, als die andern, und nüt sundriges. Und gieng under
ainem guldin tuͦch, das im die von Costentz geschenckt hatten. Das truͦgend och vier
die besten und die edlostenn, die doo ze Costentz waren. Und gabp also den lüten den segen. Und hinder im giengen sechs ertzpriesterq mit chorcappen, und vor im und nach im die büttel des bapstes mit iren silbrinen
stecken und übergülten. Und die warend michel und truͦgend costliche claid an und
warttend dem volck vor getrang. Und darnach die edeln
und darnach das gemain volck, und darnach die frowen. Und do sy all koment in das
münster für des lütpriesters altar mit grossen kertzen und gab da dem volck den
segen und gieng darnach in die pfalentz. Und ritten und giengen die herren
widerr haim, yeglicher in sin herberg.
a–a) und – hoff] fehlt EWoSt2.b) uß EWo.c) folgt und den undern hoff KWE.d) den WoSt2.e) überröken A; überricken W; überreckhen Wo; überrükken St2.f) folgt och ye zwen und zwen W.g) andern W.h) davor ist och ye zwen und zwen mit ainander ausgestr. K.i) erber W.j) uff huͦb da hinden W.k) yetwederm] yedem und yetwederm EWoSt2.l) hindan WEWoSt2.m) davor das was alles von wissem tuͦch ausgestr. K.n) edlesten W.o) fehlt W.p) fehlt EWo.q) ertzbischoff W.r) widerumb W.
1Zeug- oder Geschützhaus am oberen Münsterhof (mhd. blîde =
Steinschleuder). Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 307; F. Hirsch (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 1 (1906) S. 64; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 476, 496–498;
S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 276 Anm.
52.
2Der Taufstein befand sich im Thomaschor des Münsters. Vgl. C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung
(21937) S. 29, 47; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 48 Abb. 38,
373.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 32.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 32 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k92
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 32 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k93
Diß1 ist das gemäld, als sy den crützgang tetten. Wie aber die fan, die crütz
giengen, die clainen schuͦler, darnach die bettelörden, die grosser schuͦler, die
capplon, die münch, die chorherren, thuͦmherrena und die äbt giengen mit ir gewand und ir habit und mit irem hailtum, diß alles
ist nit notdurftig ze malen, wann es vor gemalt ist, als man den babst infürt. Und
fach2 an mit derb gemäld, wie die studenten und die schuͦlpfaffen giengen ye zwen und zwen mit irem
gewand, als sy gewonlich giengen, und
hat yeglicher ain barretli uff sinem hopt; und vor yeglicher schuͦl truͦg man uff
ainem stecklic ain silbri übergült burg, und hanget daran der schuͦl wappen.
Die Studenten und Schulpfaffen, fol. 15r. Untere Blatthälfte.
Sitzung im Münster, foll. 15v–16r. Zwei Seiten.
1Das c. 33,1, das sich auf das nachfolgende Bild bezieht und
dieses näher beschreibt, also nicht vom Chronisten stammen muss, fehlt in A, Pr
und Wo, ist aber in W vorhanden.
2Hier könnte vor fach, das sich ebenso in W findet, ursprünglich ein Ich-Erzähler
gestanden haben, der in A und Pr nicht mehr erhalten ist; vgl. cc. 86,2 und
95.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 33,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 33,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k94
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 33,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k95
[16v] Söllich ordnung, wie vor geschriben und gemalt stat, hielt man
allweg, wenn der bapst mit crütz gieng.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 33,2.
An dem montag frü, do fieng man an ze buwen in dem münster, das die herren
mochten gesitzen, so sy zesamen kamen und ain session hielten oder ain sunder
gesprach hatten. Des ersten tackta man den grossen altar in dem chor mit bestosnen brittern gar hoflichb und neben dem altar by dem sigental, by dem hüßlin, da das sacrament in ist,
ainen hiltzinc altar und davor ainen schönen stuͦl. Uff dem stuͦl, da nos der bapst das sacrament,
das im die brachten, so im denn zuͦ altar dienten, so er meß het; wann kain bapst
nüßt das sacrament uf dem altar;
sunder wenn er esd niessen wil, so gat er ab dem altar und setzt sich uff ain stuͦl, so bringt [mane] im dann das sacrament, das nüßt er denn. Also was och dirrf stuͦl gemacht.
a) tack W; takt E; tach Wo; schilt St2.b) köstlich WoSt2.c) hültzin AWoSt2.d) das W.e) man AWWoSt2; man fehlt E.f) der W; dieser WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,1.
Und vor des lütpriesters altar1 usserthalb dem chor ward ain stuͦl gemacht, daruff der bapst sas in der session,
das man in hernidnena in dem münster wol sechen mocht. Und neben dem selben stuͦl ward aber ain stuͦl gemacht
mit vier sitzen neben Sant Jörgen altar. Daruff sassen die patriarchen
und der hochmaister von Rodis. Vor der tagmess altarb ward ain sitz gemacht. Daruff sas unser her der küng und dry mit im, welhe er
dann nam. Das pfletz2 ward baidenthalb verwandetc3 an den sülen von vornan untz hinab mit tänin brittern, als hoch als zwo klafter
sind, und das die altar all in der absiten waren und das man nit weg het in das
pfletz, dannd von dem obern hoff in hin und von dem undern hoff och ain gang, und obnen by der
kantzel und undenane by der orgenenf. In dem pfletz an den wennden wurden von obnan untz abhin baidenthalb stuͦl gemacht,
ye dry obainanderg an yetweder siten. Uff den obrosten stuͦln sassent die cardinal, die ertzbischoff
und die grossen fürsten gegen ain
ander. Uff den andern stuͦln sassent bischoff und äbt. Uff den nidern undh dritten stuͦln sassent bröpst, auditores, secretary und die herren von den hochen
schuͦlen, und vil ander gelert lüt. In dem pfletz wurden stuͦl gemacht, die man wol
mocht dannen nemani und tragen. Daruff sassent ander gaistlich gelert lüt, schriber und procuratores
und die darzuͦ gehortend. Enmitten uff dem pfletz uff der braitten blatten was ain
predig
stuͦl gemacht, daruff man in latin prediotj alle session. Und by Sant Allexius altar was ain hocher predig stuͦl gemacht, daruff
man ußkunt alle ernstlich sachen, der man dann ze rat was
worden in der session4. Undk das gezymmer und stuͦl belibent also ston das concilium ußk.
a) hinden A; hernydnen W.b) folgt und W.c) korr. aus verwandelt K; verwandelt WEWo.d) wann EWo.e) unden W; undan Wo; unten St2.f) orglen W.g) folgt und W.h) und] den EWoSt2.i) korr. aus meman K; niemen EWoSt2.j) predigot E; predige Wo; predigte St2.k–k) Und das – concilium uß] Das gestül und zymer beliben also ston daz concilium usß W.
1Lettneraltar, vor dem der Papstthron stand.
2Langschiff des Münsters.
3Verschalt (wohl zum Schutz).
4Es gab im Münster, wie auch aus der Illustration in K foll.
15v–16r und W foll. 39v–40r, aber nicht aus A hervorgeht, mithin zwei Predigtstühle
(ambones), einen für die lateinische Predigt, einen anderen zur
Verkündung der ernstlich sachen, womit wohl Konzilsbeschlüsse und Dekrete gemeint sind. Noch
heute lassen sich an den vorderen Mittelschiffsäulen des Konstanzer Münsters
Einschlüsse erkennen, die auf Kanzeln schließen lassen. Vgl. H. Finke, ACC 2 (1923) S. 375 mit Anm. 3; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 22; C. Gröber, Das Konstanzer Münster. Seine Geschichte und Bedeutung
(21937) S. 46; H. Reiners, Das Münster unserer Lieben Frau zu Konstanz S. 47 Abb. 37,
371; O. Feger, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 32f.; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 396 Anm. 40; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 155; M. Prietzel, Politische Kommunikation und spirituelle Orientierung S.
83–102.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k96
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k97
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k98
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k99
Nu1 sind diß die grossen herren und fürsten, die da inritten gen Costentz zuͦ dem concilio,
gaistlich und weltlich.
1Das c. 34,3 fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 34,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k100
An Sant Martins aubend, do man zalt von Cristi geburt tusent vierhundert und
viertzehen jar, do ritten in fünff cardinall, [17r] die all under der
gehorsami waren bapst Johannes, und vil ertzbischof und bischoff und vil grosser
herren und gelerter lüt, gaistlich und weltlich, und kament mit hundert und vier
und sechtzig pfärten und personen. Und die selben brachtend dem bapst rechte
botschaft von der stat ze Rom und dem land daby gelegen, wie das Rom und das
gantza Römerland sich widerumb geworffen het an den selben unsern hailigen vatter bapst
Johannes den XXIII. und wölten im gehorsam sin wider als vor1; wann sich dieselb stat und das land abgeworffen hatten und wolten bapst
Gregorio gehorsam sin gesin, den sy nu uffgeben hetten und gantz mit bapst
Johannes halten. Und do bapst Johanneß sollich fröwlich botschaft komen was, do
hieß er fröwdb lüten und laudes singen; und lut man fröwd mit allen glocken mornendes frü
ainest und zuͦ mittag anderst und am aubend zum dritten maul.
1Am 8. Juni 1413 hatte Ladislaus von Durazzo-Anjou, König von
Neapel, Rom erobert, so dass der Papst und die Kurie zur Flucht über Siena nach
Florenz gezwungen waren. Nach dem Tod des Königs am 6. August 1414 konnte
Giacomo (Jacopo) Isolani, der Kardinallegat Papst Johannesʼ XXIII. in Rom, am
24. Oktober 1414 die Wiederinbesitznahme der Ewigen Stadt vermelden. Der Papst
war allerdings bereits am 1. Oktober von Bologna nach Konstanz aufgebrochen.
Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 185; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 166; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 117, 127f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 51f., 59; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 26f., 79–84, 163f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 15; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 84f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 83.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 35.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 35 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k101
Do nun das volck als größlich begund wachsen, dennocht was unser her der küng nit
komen, noch ander churfürsten, noch die von Yspania, noch die schuͦlpfaffen von Paris.
Do wurden als vil appentecker, goldschmid, huͦfschmid, schnider, schuͦchmacher, kürsenera, scherer und allerlay handwerchs, das man forcht, das unlust zwüschen den
handwerchslüten, die burger ze Costentz waren, uffstuͦnd gegen den frömden1. Und also kament für den raͧt ze Costentz des bapsts botschaft, die davor benempt
ist2, und unsers herren des küngs botschaft, die och davor verschriben ist, und
etlich cardinal und der herren botschaft, und batten ainen rat, das sy besächen,
das sollicher unlust under den handwerchslüten nit ufstuͦnd. Die bedachten sich ainhelliglich
und machten darumb an stet diß ordnung. Des
ersten, das alle ir burger, die handwerchslüt wären und handwerch triben möchten,
alle werben und tuͦn alle handwerch, wamit sich ain yeglicher verstuͦnd, damit er
sich erneren und gewinnen möcht, und das kain handwerch nit
verbannen wär das concilium uß. Was och frömder handwerchlüt also gen Costentz
komen, was hantwerchs sy dannb triben oder künden, die wil und das concilium werti, die solten und mochten och
ze Costentz ir handwerch triben mit kofmanschaft und mitc allen dingen als ir ingesessen burger, und solten och fryhait und gelait haben
an alle zöll und mutd als ander ir ingesessen burger. Und solten och burgrecht haben und halten als
ander der stat burger. Des benuͦgt och die botschaft und alle herren wol, und ward
och das also früntlichen und
getrüwliche gehalten das concilium uß, das kain unlust nie under in ward.
1Vgl. zu dem Problem mit den fremden Handwerkern O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 77; ders., Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 322f.; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 138 Anm. 137; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 232–234.
2Vgl. cc. 30,1–2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 36.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 36 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k102
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 36 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k103
Die selb botschaft und och ain gemainer gantzera raͧt machten aber mit aller her[r]en rat ain ordnung. Wareb, das dehain stoß oder mißhellung uffstuͦnden zwüschen den von Costentz und den frömdenc, von was sachd das wär, es wär von hußzins oder von ander sachen wegen, wie die wärene, des solt man zuͦ baidersyt komen uff diß herren. Also wär, das ainer von Costentz
mit ainem [17v] frömden zuͦsprüch het, von was sach das wär, des sol er komen uff den auditorem camere1 und noch uff zwen zuͦ im, die der bapst zuͦ im ordnet. Was sich die dry darumb erkanten
nach baider tail red und widerred,
daby sölt es beliben und bestaͧn. Deßgelichen wäre, das kain frömder dehain ansprach
het zuͦ dehainem burger ze Costentz, der solt och das recht nemenf vor dryen des rats ze Costentz, die dann ain raͧt darzuͦ gäb. Weß sich die dry och
erkanten nach red und widerred, daby solt es och
bestan. Und diß bestuͦnd und belaib das concilium uß. Und maint allermengklich, die
ze schaffen hatten
und das recht nemen solten vor den gaistlichen, es wurd in belder und rechter
gericht dann vor den von Costentz.
a) fehlt EWoSt2.b) Ware] Wär sach A; Wäre WEWoSt2.c) främden EWo; frembden St2.d) sachen EWoSt2.e) wie die wären wie die wären KE.f) memen KW.
1Auditor der apostolischen Kammer (camera apostolica) mit richterlicher Gewalt über die zum päpstlichen Hof
Gehörigen. Zur camera apostolica S. Weiß, The Curia: Camera, in: A Companion to the Medieval Papacy.
Growth of an Ideology and Institution, hg. von K. Sisson und A. A. Larson (2016) S. 220–238.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 37.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 37 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k104
Do sich nu das also vergienga, do fiengent an ze buwen die frömden mechanici, das sind alle werchlüt, was
gewerbs yeglicher kund, nach dem buwet er. Des ersten uff dem undern hoff, do
machten kramerb, scherer, gürtler, goldschmid und allerlay handwerchlüt gadmer1 und klaine hüßli und lainini stuben, und och wiert, die den lüten zuͦ essen gaben.
Deß gelichen uff dem ober hoff. Darnach uff dem platz by dem
Blidenhuß. Und da selbs wurden och metzibenckc gemacht. Die selben metzger hatten da allerlay flaisch fail und allerlay
wildprät, und gabent das in gemainem koff, als hienach verschribend state. Vor Sant Steffan und in der barfuͦssen kilchhoff, an den muren und under den schöpffen2 und innen in dem crützgang, da sassent kramer und schriber und machten och hüßli
da. Und hatten under in selber alle nacht wachter, die da ze nacht wachten, wenn
man den kilchhoff beschluͦß, das dann ir wachter da huͦtten. Und butenf och in aller stat hüsli, wa sy winckel funden. Sust die wiert, sy waren erber
lüt wiert oder huͦren wirt, die enpfiengen herbergen in der stat und ze Stadelhofen
und wa sy in
komen mochten. Das bestuͦnd och also das concilium uß, das niemend betruͦbt ward,
noch niemant kain layd nit beschach.
a) ergieng EWoSt2.b) krämer E.c) metzgerbenck E; metzgerbänckh WoSt2.d) geschriben EWoSt2.e) ist W.f) buwoten W; butten E; buwten Wo; bauten St2.
1Markt- oder Verkaufsstände.
2Gelände, das seinen Namen wohl von einem Wirtschaftsgebäude,
einem „Schopf“, ableitet. Vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 1 S. 125.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 38.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 38 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k105
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 38 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k106
Darnach acht tag vor Sant Niclaus taga des vorgemelten jar, do ward ze Costentz burgermaister erwelt Hanns Swartzach,
der solt erst an staͧn zuͦ dem zwelften tag und solt sin ain gantz jar. Der och das
selb jar uß
burgermaister belib.
a) tag tag W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 39,1.
Und also wartentenda die frömden alle unsers herren des romschen küngs und och der churfürsten
zuͦkunft, wenn sy kämen. Und kam täglich botschaft, sy waren uff dem weg gen
Costentz.
a) waretten K; wartentend W; wardotten E; warttoten Wo; warteten St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 39,2.
An fritag nach Sant Niclaus tag vor dem imbis, do rait in des küngs von Engelland
botschaft und des küngs von Schottenland. Und mit in zwen ertzbischoff und sust
siben bischof, der gefürst graͧff her Bernhart von Warenwick1 und vil ander graͧfen, fryen, ritter und knecht von Engelland und von Schotten, die
all hienach
benempt werdend. Und ritten in mit vierhundert und vierundfünftzig pfaritten und
so vil lüten.
1Richard Beauchamp, Earl of Warwick.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 40.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 40 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k107
[18r] Darnach an dem zwelften tag vor wichennächten ritten aber in vier
cardinal, die all warend under bapst Johanneß gehorsami; und ritten in engegen
desa mertail all cardinall, die ze Costentz waren, desb mertail all patriarchen, ertzbischoff und bischoff und sust vil herren,
gaistlich und weltlich, und sust vil ander lüt. Under denc vier cardinalen was der cardinal Otto de Columpna, der darnachd ainhelligklich zuͦ bapst erwelt ward. Und ritten in mit hundert und achtzig pfäritten
und so vil
lüt und xije somerroßenf.
a) der W.b) der W.c) korr. aus dem K.d) nach W.e) xij] xx W; sy E.f) und xij somerroßen] fehlt WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 41,1.
41,2 (Vgl. G/D1: 1,2, 41,2 und 87)
Noch waren die von Hyspania nit komen, noch die schuͦlpfaffen von Pariß. On die mocht
man nüt rechts anfahen, wann die von Hyspania
und ir lennder, darinne sind nün küngrich, die hienach benempt sind, die alle
hieltena mit macht den bapst Petrum de Lunaa, wann er ain gefürster herre und graff in iro lannden was, der sich nampt in
siner gehorsamikait Benedictus der zwelft1.
a–a) hielten – Luna] mit macht den papst Petrum hielten de Luna W.
1Gemeint ist Papst Benedikt XIII. (Pedro de Luña), der hier wie
in A, Pr und in D1 wohl mit Papst Gregor XII. verwechselt wird.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 41,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 41,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k108
Uff an fritag vor Sant Thomas tag1, do kament die schuͦlpfaffen, die maister und die gelerten lüt und herren usser Franckrich
und von
der schuͦl zuͦ Paris, und mit in vil ertzbischof und bischoff desselben landes, alle
mit vollem
gewalt des küngs und aller fürsten und herren, mit drüw hundert und sibentzig
pfaritten und zehen wägen. Und ritten in engegen vil ertzbischoff und ander
bischoff und der mertail der gelerten lüt, doch kain cardinal, denn allain der
cardinala Ostiensis, der des ersten kam2, wann der gröst tail siner nütz under dem küng von Franckrich lagent. Und zugent
in des Rastersb hof, der glich vor dem Stoff lit3, und belibent och darinn stattiglich das concilium uß und uß.
114. Dezember 1414. Vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 279; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176; A. Frenken, Gelehrte auf dem Konzil S. 112 mit Anm. 19; ders., Das Konstanzer Konzil S. 73, 257; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 224; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 39f.
3Gemeint ist der Domherrenhof des Eberhard Last. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 206f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 42.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 42 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k109
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 42 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k110
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 42 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k111
Darnach warteta mangklich unsers herren des küngs zuͦkunft und der churfürsten, und ward kain session
nit, und tet nieman nüt1. Und ritten all tag herren in, gaistlich und weltlich. Und bestalten die frömden
lüt, die von iren herren gesant waren, herberg, und koften in fuͦter, höw und strow
und anders, das in not was, damit sy über das hochzit komen
mochten.
a) korr. aus waret K; wartot Wo.
1Vgl. auch den Hinweis von G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 16f., dass bis Ende Januar 1415
hinsichtlich der Unionsfrage (causa unionis) nichil omnino geschehen sei bzw. nur pauca preparatoria durch die Synode behandelt worden seien, worunter wohl primär
Geschäftsordnungsfragen zu verstehen sind. Hierzu A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 200; ders., Das Konstanzer Konzil S. 72; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 91, 103; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 175.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k112
Es1 zoch och dazwüschen in graff Hug von Montfort2 geborn von tütschena landen und maister Sant Johanns orden in tütschenb lannden, gesessen zu Thobel, komendürc ze Küsnach, ze Wadenswile, ze Lügen3 und in allen tütschen landen, in das huß glich vor Sant Laurentzen über, das da
was gesin Ulrich Eglins, mit sechs und drissig pfaritten und so vil personen.
1Das c. 43,2 findet sich in A nach c. 68,1.
2Hugo XIV. von Montfort-Bregenz, oberster Meister des
Johanniterordens.
3Gemeint sind die Kommenden Tobel, Küsnacht, Wädenswil und
Leuggern in den Kantonen Thurgau, Zürich und Aargau. Vgl. K. H. Burmeister, Graf Hugo XIV. von Montfort-Bregenz, oberster Meister des
Johanniterordens in deutschen Landen, in: ders., Die Grafen von Montfort. Geschichte, Recht, Kultur (1996) S.
231–250.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k113
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k114
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k115
Och1 zoch in der groß und gewalttigest hochmaister Sant Anthonien ordens, maister ze
Villingen, und vil maister mit im Sant Anthonien [18v] ordens, und zoch in
des selben ordens huß ze Costentz gelegen wol mit xxxij pfaritten und dry
wagen.
1Das c. 43,3 findet sich in A nach c. 68,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 43,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k116
Es1 zoch och in an Sant Hylarien aubend die botten gesant vom hochmaister von
Prussen. Das warena nün machtig comentür von Prussen und die besten uß iren hüsern, so sy in
tütschen landen hand, wol mit zway hundert pfaritten, und zugent in Ulrich
Hartzers huß, uff den Blatten gelegen. Und zugent nit allain von des concilio
wegen gen Costentz, sonder sy wolten sich beclagen vor allen fürsten, herren,
fryen, ritter und knecht, gaistlich und weltlich, wie sy der küng von Boland und
hertzog Wittolt uß Littower land mit unrechten krieg bekriegten und die iren
erschlagen hetten und das ir genomen.
a) wasen KWo.
1Das c. 44 findet sich in A vor c. 68,2, wobei das Problem,
dessentwegen der Deutsche Orden eine Gesandtschaft nach Konstanz geschickt
hatte, in A nicht angesprochen wird. Vgl. zur Abordnung des Deutschen Ordens H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 225 Anm. 3; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 139f. mit Anm. 27; siehe
auch c. 174,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 44.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 44 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k117
1Das c. 45,1 findet sich in A nach c. 69.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k118
Darnach1 am dritten tag ritten in zwen obrastaa maister, bruͦder Johannes von Pisis, obroster maister Sant Augustins orden, und vier
lerer
gotlicher kunst, und bruͦder Lienhart von Florentz, obroster prior predyer ordens
und mit im zwen doctores
in theologia. Und wurden nit als herlich enpfangen, dasb die barfussen den iren enpfiengen.
1Das c. 45,2 findet sich in A nach c. 69.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k119
1Das c. 45,3 findet sich in A nach c. 69.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 45,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k120
Nun1 hept wider an des vorgemelten jar, wie unser her der romsch küngs kam. An dem
hailigen aubend zuͦ winachten, do kam botschaft von unserm herren dem romschen küng,
wie das er nach
wär. Man sait aber nit also durlich, das er als nach wär. Und kam er und sin
eliche frow die romsch küngin uf den hailigen aubend ze winachten gen Überlingen
uf den aubenda, und ruͦtenb da bis ain stund nach mitternacht, und enbutten unserm hailigen vatter dem
bapst, das er iro solt warten mit den messen, die man vor tag singet, das och
beschach2. Und sandten die burger von Costentz all ir schiffc und schiflüt gen Überlingen by der selben nacht, und hieß man die ratstuben wol
wermen, wenn sy kamen, das sy sich warmten, als och beschach.
a) folgt ze winächten E.b) ruͦwetten W; ruͦwoten E; ruweten Wo; ruheten St2.c) folgt und gschier E; folgt und geschierr Wo; folgt und geschirre St2.
1Das c. 46 findet sich in A nach c. 43,1.
2König Sigmund hatte eigens einen Boten nach Konstanz an den
Papst gesandt, damit dieser mit der Lectio septima auf ihn wartete. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391, 395; ders., Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S.
170, 182f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 371; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 46.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 46 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k121
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 46 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k122
An dem hailigen tag zuͦ winachten1, do man zalt von gottes gepürt viertzehenhundert und in dem fünftzehenden jar,
so vor geschriben ist, zwo stund nacha2 mitternacht, do kam von Überlingen gen Costentz der aller durchluchtigost fürst
und herr her Sigmund3, römscher küng etc., und frow Barbara, römschi küngin, sin elich wib, geborn
grafin von Zil, und mit ir die durchlüchtigost frow und fürstin, frow Elsbeth
küngin von Wossen4, und mit ir die gebornb fürstin, frow [19r] Anna5 von Wirtemberg, ain geborni grafin von Nuremberg. Und kam mit dem küng der aller
durchluchtigist churfürst hertzog Ludwig von Sachsen6. Und kerten von den schiffen in die ratstuben7 und warmtenc sich wol ain stund. Do schanckten die von Costentz inen zwai vergulti tuͦcher und
vil malmasy8, den sy und all ir diener truncken, ed sy zuͦ der meß giengen. Der selben tuͦcher ains truͦg man uff vier stangen vier burger
ze Costentz ob unserm herrn dem küng. Und was
ainer Hainrich von Ulm, Hainrich Schiltare, Hanns Hagen und Hainrich Ehinger. Das ander tuͦch trugen och vier burger von Costentz
mit namen Conrat Mangolt, Conrat in der
Bünd, Caspar Gumpost und Hainrich von Tettikoven uff vier stangen ob der römschen
küngin und der küngin von Wossen. Und giengen also in das münster mit allen
zunftkertzen und sust mit vil zunftkertzen, der was so vil, wenn man sy von
vernußf sach, so wundg man, es brun ain huß. Und warend also in dem münster die metti uß.
a) nach] vor A.b) wolgeporn E; wolgeborn Wo; wolgeboren St2.c) wartem W.d) e] ee E; eeh Wo; ehe St2.e) Schilter EWoSt2.f) verna W; vernus Wo; fernn St2.g) wond W; wundt Wo; maint St2.
1Sigmund war am 8. November 1414 in Aachen zum König gekrönt
worden und traf in der Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. Dezember 1414 mit
seinem Gefolge zu Schiff, von Überlingen kommend, in Konstanz ein. Die
Jahresangabe 1415 ist durch den Weihnachtsstil (Nativitätsstil) zu erklären,
d.h. das neue Jahr begann mit dem Weihnachtstag am 25. Dezember. Siehe auch G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 199f. Hierzu W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 1278a, 1375a-b; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 94, 129f.; ders., Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 151, 187–190; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 172–174; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 94–97; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 74f.
2H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 ist in seiner Rekonstruktion der Ereignisse der Konstanzer
Chronik-Version gefolgt, ohne zu diskutieren, dass die A-Version den König zwo stund vor mittnacht in der Konzilsstadt ankommen lässt.
3Zu dieser Ankunft en detail H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391–394. Siehe auch W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 190–193; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 95–98; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 302.
4Gemeint ist wohl Anna von Cilli, Tochter des Grafen Wilhelm
von Cilli, seit 1402 die Gemahlin Władysławs II. Jagiełło, des Großfürsten von
Litauen und Königs von Polen. Vgl. H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 Anm. 23; W. Baum, Kaiser Sigismund. Hus, Konstanz und Türkenkriege (1993) S.
71; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 106, 162; L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 77; M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 106 Anm. 89; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 44 Anm. 59.
5Gemeint ist Elisabeth von Württemberg, eine Tochter des
Burggrafen Johann III. von Nürnberg, Gemahlin Graf Eberhards des Milden. Vgl.
O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 170; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 391 Anm. 23.
6Gemeint ist wohl Herzog Rudolf III. von Sachsen, da es, so H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 399, einen Herzog Ludwig von Sachsen – wohl aber einen Herzog
Ludwig II. von Schlesien-Brieg – nicht gab.
7Gemeint ist das alte Rathaus am unteren Fischmarkt, wie wir es
in W fol. 44r in einer singulären Darstellung sehen.
8Gewärmter Süßwein.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k123
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k124
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k125
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k126
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k127
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k128
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 7.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k129
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 47 Anm. 8.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k130
Darnach het unser hailiger vatter der bapst die ersten meß uf dem fronaltar in
ainer schönen ynfeln, beschlagena mit gold und mit edelm gestain. Und stuͦnd die ynfel oder der huͦt mit dry guldin
cronen, mit ainem guldin knopff und mit ainem guldin crütz also
nebent im uf dem altar zuͦ der linggen siten gen dem sigental. Er satzt sy aber nie
uff. Und hielt der
römsch küng under dem guldin tuͦch knüwend hinder im och zuͦ der linggen siten, und
was angelait als ain ewangelier mit kostlichem
meßgewatb, und die romsch küngin und die küngin von Wossen under irem tuͦch hinder dem küng.
Und sang man das ampt Dominus dixit ad me etc. Und do es kam
zuͦ dem ewangeli, do gieng der romsch küng mit vil brinenden kertzen uf die kantzel
und sang das ewangelium Exiit edictum etc.1 Und die wil er das sang, stuͦnd der hertzog von Saxenc ob im und hat ain bloß schwert in der hand, und hub das hoch uff und stackt den
spitz gen des kaisers hopt2; und huͦb im das zepter vor ain her von Unger an stat des pfaltzgraven, und die kron
och
ainer von Unger an stat des marggrafen von Brandenburg, wann die dennocht nit
komen waren.
1Lk 2,1. Zum königlichen Weihnachtsdienst auf den Konzilien von
Konstanz und Basel vgl. J. A. Jungmann, Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen
Messe 1 (1962) S. 567 mit Anm. 9; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 388–411; ders., Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S.
169–173, 181f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 51f.
2Vgl. zu dieser „Konstanzer Geste“ L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 39; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 398f.; W. Paravicini, Das Schwert in der Krone S. 279–304; Th. Bruggisser-Lanker, Music goes public S. 371 Anm. 71 sowie die Illustration in
K fol. 20v sowie in W fol. 45v in der oberen Bildhälfte.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k131
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k132
Nacha der meß sang man laudes. Das verzoch sich bis uf den taga. Nach der laußmettib het der bapst die ander meß, die man nempt Lux fulgebit. Nach der meß sang man
prim, tertz und sext. Das verzog sich bis umb die nüne. Darnach het der bapst die
dritten meß, die haisset Puer natus etc. Die verzoch sich bis umb die xj. Und by
den messen und allen dingen was der romschc küng, küngin und küngin von Wossen vorgenant, och all cardinal, bischoff,
ertzbischoff, patriarchen, all fürsten und herren, gaistlich und weltlich, das
sich doch ain lange wil verzoch1. Nach dem allem gieng der bapst usser dem chor uff des lütpriesters altar und
gab da den segen allem volck und gieng damit in die pfallentz und kart yederman
haym in sin herberg.
a–a) Nach der meß – bis uf den tag] fehlt EWoSt2.b) laßmetti E.c) davor kaiser, die kaiserin ausgestr. K.
1In A ist von neun Stunden (nün stunden) die Rede, die im Münster anlässlich des
Weihnachtsgottesdienstes zugebracht wurden. Nach Heimpel hat die
Konzilsgesellschaft sogar „elf Stunden“ im Münster ausgeharrt. Richental und
Cerretani bewundern jedenfalls, so Heimpel, das „lange Aushalten aller
Beteiligten bei allen Stücken des Gottesdienstes“. Vgl. G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 200; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 392–394; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 176f.; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k133
Diß1 figura, wie man den küng usser der ratstuben in das münster fürt und och die künginen,
und wie die messen beschachen, das stat zuͦnächst hienach gemalt2.
Einholung des Königspaares, foll. 19v–20r. Zwei Halbspalten pro Seite.
Der König ministriert dem Papst zur Messe, foll. 20v–21r. Zwei Halbspalten pro Seite.
a) folgt ist W.
1Das c. 48,3, das einen Bildhinweis enthält, fehlt in A und
Wo.
2Die entsprechende Illustration, die die Ratsstube vorstellt,
findet sich nur noch in W fol. 44r. Vgl. Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 421, 438; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 91f.; K. Domanski, Ulrich Richental S. 482.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k134
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 48,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k135
[21v] Glich nach dem, do zoch unser her der küng mit der künginena und mit der von Wirtenberg zu der Laiter1 vor Sant Steffan, das dozemaͧl was Conrats in der Bümdb, genant Rüllc, und belibent darinn dry tag und nacht2. Do zoch der hertzog von Sachsen in des kilchherrend huß uff den Plattene, darinne er och belaib, untzf das er von Costentz riten woltf.
a) davor küng mit der ausgestr. K.b) Bünd W; Bümde Wo; Bündt St2.c) Büll W; Rül Wo.d) kilheren W.e) Blatten W.f–f) untz das er – wolt] untz er von Costentz wolt riten EWo; biß er von Costentz wolt reiten St2.
2Konrad in der Bünd, genannt Rüll. Zu ihm und seinem Geschlecht
M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 94 mit Anm. 16.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 49.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 49 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k136
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 49 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k137
Nach den dry tagen, do zoch unnser herr der küng mit der künginen usser dem huß
zuͦ der Laiter gen Peterßhusen in das closter; und was da etwalang zitesa. Und maint man, das es darumb beschächb, das er sin diener, die Ungerschenc, nit wol behalten mocht in der stat von irs großes unfrids wegen1. Wann sy wolten allweg mit den lüten in der hertikait leben und vermaintend
zuͦ tuͦnd als in irem lannd. Das wolten in die Schwaben und die Tütschend nit vertragen. Darumb zoch der küng über Rin mit den Ungern, wann sy allweg mit
gewalt wolten sin zuͦ herberg allernächst by dem küng. Darumb nam er sy mit im gen
Peterßhusen und
hieß sy da beliben. Da sy da och wolten iren übermuͦt triben, dae laiten sich die von Peterßhusen über sye und züch[t]gottenf sy mit straichen, das sy darnach müssig giengen.
a) zit W.b) geschäch W.c) Ungerischen W; Ungrischen EWoSt2.d) Tüschen WWo; Teutschen St2.e–e) da laiten sich – über sy] da sich die von Pettersthusen laytten sich über sy W.f) züchtigotten WWo; züchtgotten E; züchtigten St2.
1Vgl. zu dieser Textstelle und zur pejorativen
Charakterisierung der Ungarn M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 97f.; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 220f.; ders., Konstanz und der Thurgau S. 30; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14f. mit Anm. 56 auf S. 14; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 159f.; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 50 Anm. 1.
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Darnach wol by vier wochen, do zoch unser her der küng wider in die stat und ließ
die ungerschen knecht und diener zu Peterßhusen, die da eben dick unrichtikait
anfiengen. Es ward in aber nit ze lieb, als da vor stata; wann, wenn gelöff oder geschray kam, so luffend die von Peterßhusen all zesamen
und laitten sich über die Unger und schluͦgend sy, sy hetten recht oder unrecht. Das
verhangt unnser her der küng, und
damit wurden sy zam. Und zoch also in des Friburgers hoff an Münstergassen1. Die romsch küngin und die von Wossen zugend in des Bündrichs hoff2, der glich daran lit. Und die von Wirtemberg in her Johansenb Bischofs hoff, gehort zuͦ Sant Steffan. Die dry höf an ainander ligent, das sy nacht
und tag zesamen komen
mochten. Und belibent die frowen in den höfen das concilium ußc.
2Gemeint ist der Bündrichs- oder Lanzenhof. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 101f.; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 514–517; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 171; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 18; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 98f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 51.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 51 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 51 Anm. 2.
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Nach dem hailigen tag ze winachten, do beschach nit vil sachen die virtagen uß,
wenn das etwa dick unser her dera küng ettwa mit sinen dienern ußb mit dem bapst, wonn das von tag ze tag zuͦ Costentz inritten vil ertzbischoff, und
mit sunderhait do rait in ain cardinall
von Fussi, ain gefürster graf usser Hyspania, dem der bapst den huͦt und den mantel
sant von Rom gen Hyspania, und darzuͦ zway bistum, umb das er noch sin lannd und sin
fründ nit wider in waren und
bapst Benedicten hielten. Und der cardinall was parfusen ordens. Und also was der
cardinall zu Costentz worden xxiiij. Noch was ainer in Römerlannd beliben, der was
vast alt, das er von alter [22r] niena hin komen mocht. Des botschaft kam
och gen Costentz, als hienach stat. Und dirrc cardinal kam mit sechtzig pfärten und sod vil personen.
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(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 52.
Aber in dem hochzit vor dem ingenden jar am zinstaga, do zoch in der allerdurchlüchtigost churfürstb hertzog Ludwig von Payern, pfaltzgraff by Rin und her zu Haidelberg, mit
vierhundert pfäritten und so vil personen und mit acht wagen1. Und zoch in in Jacob Schwartzen huß am vischmarckt, und darnach in den thumhoff
des von Fridingen2 hinder dem münster und belaib darinn, untz er von Costenntz raitt.
1Pfalzgraf Ludwig III. zog am 17. Januar 1415 in Konstanz ein.
Vgl. J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 197f.
2Gemeint ist der Domherr Georg von Fridingen. Vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 213, 524.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,1 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,1 Anm. 2.
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In dem selben hochzit vor dem zwelften tag, do rait in der hochgeborn fürst,
burggraf Fridrich von Nuremberg, an stat und in namen des fürstentuͦms von Brandenburg,
des fürstentuͦms er stathalter was, und das churfürstentuͦm im darnach geben und gelihen
ward, als hienach geschriben stat1. Und zoch in Hainrichs huß von Tettikoven an dem vischmarckt, genant zuͦ dem Hochen
huß. Und belaib darinn das concilium uß. Und kam mit vierhundert
pfaritten2 und so vil personen und mit vier wägena.
a) mit vier wägen] vier wägen mit inn E; 4 wägen mit im Wo; 4 wegen mit ihm St2.
2Zu dieser Textstelle A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 48.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k143
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 53,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k144
a) Elsbethen W.
1Der Hinweis, der sich auch in G und Wo findet, fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,1 Anm. 1.
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Och zoch in der groß herr, her Strobora usser Boland1, und her in windeschen lannden2, zwüschen Merhern und Boland, an dem wasser3, das man nempt der Bagb, und hett in fünf stet an dem wasser: Tränsch, Plunsch, Ungerschbrat, die
Wisenkilchen und Galitz und die Frigenstat4, mit hundert und zwaintzig pfaritten und dry wagen. Und zoch in Hugen Flachen
huß zuͦ niderst am Merckstat vorm kofhuß.
1Stibor „aus Polen“ (von Ungarn). Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; vgl. c. 445.
2Gemeint ist die Slowakei (lat. Sclavinia bzw. Slavinia). Vgl.
D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 19–21.
3Gemeint ist der slowakische Fluss Váh oder Waag.
4Trenčin, Beckov, Uherský Brod, Weißkirchen (Holič), Skalica
und Freistat (Hlohovec). Vgl. D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 14 Anm. 54.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k146
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,2 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k148
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 54,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k149
Es zoch och in gen Costentz ain ungerscher her, her Pipo1, und ist sin lannd in Ungern allerniderost gen der Ysninena port, und stoßt an die clainen Walachy und an das land zuͦ den Sibenbürgen. Und ist
an dem gemerck, da stattiglich die Türcken inziechend,
so sy wennd in Ungerland und da robenb. Das muͦß [22v] er stattiglich verkomen und by im raisig volck haben. Und zoch in
mit anderhalb hundert pfaritten und so vil personen und mit dry wagen. Und zoch
gen Peterßhusen in der von Braittenstain huß glich an der bruggc.
1Gemeint ist der Florentiner Pipo Spano von Ozora (Filippo
Scolari). Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 224 mit Anm. 132; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 13; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72; C. N. Nemes, Hunnen, Awaren und Magyaren am Bodensee in der Spätantike
und im Mittelalter, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 28.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k150
a) da yetz die Katz ist] fehlt APr.
1Gemeint ist Peter Čech von Levice (de Leva) bzw. Peter Čech
von Sáró. Vgl. M. Papsonová u.a., Ulrich Richental. Kostnická kronika S. 111 mit Anm.
109; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 12 mit Anm. 42 und S. 18 (mit dem Versuch die Örtlichkeiten Brisnitz (Tekovská Breznica) und Coppelstain bzw. Toppelschain (Topolʼčany) zu lokalisieren); dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 72 mit Anm. 20; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 165; vgl. c. 447.
2Aus diesem Zusatz, der in A und Pr fehlt, lässt sich
schließen, dass die Version der Konstanzer Handschrift nach 1424 verfasst
wurde, da in diesem Jahr das Geschlechterhaus zur Katz anstelle des Hauses
Jakobs von Ulm neu erbaut wurde. Vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 314; ders., in: FDA 7 (1873) S. 137; W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 214 Anm. 1; K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 455f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 173; ders., Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 26; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst im späteren Mittelalter S.
182; M. Holzmann, Die Konzilchronik des Ulrich Richental S. 73f., 77; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 110; Chr. Heiermann, Die Baukostenrechnung des Hauses „Zur Katz“ in Konstanz
1424–1429, in: SVG Bodensee 110 (1992) S. 157–167; ders., Die Gesellschaft „Zur Katz“ in Konstanz. Ein Beitrag zur
Geschichte der Geschlechtergesellschaften in Spätmittelalter und früher Neuzeit
(1999) S. 41–46, 171–178; D. Mertens, Art. Richental, Sp. 56; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 51–53; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 216; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 244; V. Zapf, Art. Richental, Ulrich, Sp. 569.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k151
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k152
1Graf Hermann, Schwiegervater König Sigmunds, und Graf
Friedrich, sein Sohn, von Cilli.
2Zu diesem Zusatz, aus dem zu schließen ist, dass die Vorlage
von A „um 1420“ entstanden sein muss, da Hainrich Roggweiler das Haus zwischen
1420–1439 in Besitz hatte, vgl. K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 465; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 110; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 216; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 374 Anm.
529.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k153
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 55,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k154
Darnach1 als Hanns von Swartzach anstuͦnd uff den zwelften tag an das burgermaisterampt2, do kament für den rat ze Costentz des bapstes botschaft, und mit in des
römschen küngs und ander herren botschaft, und mainten, sy sassen zuͦ schwär mit herbergen
und wär der koffa umb alle assige ding nit wol bestelt. Und also gab ain ratt sin botschaft och zu
inen. Die sassent all zesamenb und machten diß ordnung3: Des ersten, das man nit mer solt geben von ainem betc, daran zwen mit eren wol mochten ligen, danne andert halben rinschen guldin
zuͦ dem monot. Und sol der hußwirt geben lylachen, pfulwend, küssie und sollich bruchig ding, allweg zuͦ dem monat nüws gewaschen. Und von ainem pfärit,
zuͦ der nacht ze ständ, zwen pfening. Das wert och nit lang, wann sich yederman
richtet nach betten und stallung und das jeglicher frömder her sich selb mit sinem
hußwiert richt. Und ward in jars frist, daß man von ainem bett, als da vor stat,
zu dem monot ain rinschen guldin, und von ainem pfärit dry haller oder ainen
pfening an etlichen enden minder gab.
a) kauff E; khouff WoSt2.b) korr. aus gesamen E.c) bett EWoSt2.d) pfulben W.e) küsin W; küssig Wo; küßen St2.
1Zu den cc. 56,1–65,2 vgl. O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 78; G. Möncke (Hg.), Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte mittel-
und oberdeutscher Städte im Spätmittelalter (1982) S. 277–280 (Nr. 85); B. Fuhrmann, Konrad von Weinsberg – Ein adliger Oikos zwischen
Territorium und Reich (2004) S. 195–198; M. Siegmann, Hoppäzgen zum Wucherpreis? Fallbeispiel: Ernährung in
Konstanz 1414–1418, in: Archäologische Informationen 28 (2005) S. 79–99; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 125–138.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k155
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k156
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k157
1Dieser Zusatz fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 56,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k158
[23r] Die selb vorgenant botschaft macht och diß ordnung umb ässig ding
und umb anders, wie man das halten und geben sölt. Das ward och gehalten also
lang, das die ordnung ussersthala in die gegni allenthalb, wie man yeglich ding geben solt, und das man allerlay
dings so vil brachtb, das man es vil nacher gabc, dann die ordnung gesetzt ward.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 57,1.
Und des ersten was das korn allweg in gemainen kofa; do der kern aller türst was, do gab man ain mut kernen des aller besten umb
xviij schilling pfening, und guͦtten gemainen kernen ainen mut umb xvj ß d oder umb
xvij ß d. Das selb wert nit
lenger dann dry fritag, do es aller türost was. Darnach ward geben ainen mut
kernen des aller besten umb xv ß d und darnach umb xiiij ß d und by xiij ß d. By
sollichem koffb bestund es gewonlich das concilium gantz uß, das dasc korn nie türer ward. Und fand man sy allweg gnuͦg, das kain gebrest nie daran was.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 57,2.
Man gab och ain guͦt wißbrot umb ain pfening oder xiiij umb ain schilling. Das fand
man och, wie vil
man wolt; wann man brachta sy vil uf wägen und mit karren und och zuͦ schiffen. Darzuͦ waren och vil frömderb brotbecken zuͦ Costentz, die stattiglich uff dem marckt buͦchent, und der von Costentz
brotbecken och. Och waren brotbecken zuͦ Costentz, die hetten ringe und claine öffenlin.
Die furten sy uff
stoskerlinc durch die stat und buchend darinn bastetten undd ring und brätschellen und sollichs brottes. Dero warend etlich erfüllet mit
hünrene, etlich mit vogeln, gewürtz, mit guͦtter spetzery, und etlich mit flaisch und etlich
mit vischen gebachen, wie die
ainer gern wolt haben. Dero fand man gnuͦg in gelichem und guͦttem kofff, und darnach sy kostlich waren und ainer koffeng wolt. Und ist diß die figur.
Die Bäcker, fol. 23r. Untere Blatthälfte.
a) braucht EWo.b) främder EWo; frembde St2.c) stoßkerlin W; stoßkärlin E; stöskärlin WoSt2.d) fehlt W.e) hünern W.f) kauff E.g) kauffen E; khouffen Wo; kauffen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 57,3.
[23v] Den habern, do er aller türost was, do gab man ain maltara haber umb xxx ß dn. Das wert och dry fritag. Darnach schluͦg er ab, das man ain maltar
habern gab umb xviij ß dn. Do kam so vil habers gen
Costentz von frömden koflütenb, das man ward geben ain maltar haber umb ain guldin. Und das bestuͦnd och also das
concilium uß und ussß. Ain viertailc guͦtter rotter arwisd umb vierdhalben schilling pfening und die wißen och also. Und fand man ere gnuͦg. Bonan, linsi, gersten, und ander zuͦmuͦß, das man essen solt, deß fand man
alles gnuͦg und in ainem rechten kofff. Ain viertail guͦttes zuͦbillen umb xx dn, ain viertail rebeng umb viij dn, ain groß kaboß hopt umb ij pfening und ain klains umb ain
pfening.
a) malter WEWoSt2.b) främden kaufflüten E; främden koͧfflütten Wo; frembdem kauffleuten St2.c) viertall E.d) ärbis E; arbis Wo; erbiß St2.e) ir WEWo; ihr St2.f) kauff E; koͧff WoSt2.g) rüben A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 58.
Dera win1 was allweg in rechtem koffb, wann man sin gnuͦg fand, was wines ainer koffenc wolt, wann man wins gnuͦg usser allen landen brachtd, und gab in och in ainem rechten koffe, also ain maͧß guͦts Malmasie umb iij ß pfening und also den Romaine, ain maͧß guͦts
rainfanf umb xx d, ain maß Elsesser umb vj pfening, och fand man in umb fünf und umb
vier. Ain maß lantwin umb iiij pfening oder umb dry und guͦtten knechtwin umb ij pfening.
Die2 selben walschen win, Malmasie und Romanie, und was walscher win waren, die mocht
manglich wol schencken, sy warent burger oder gest, und gabent davon kain
ungelt3 noch sust nüt anders. Also hetten es die rät gemacht durch der herren bet.
a) davor unklares Wort K.b) kauff E.c) kauffen ESt2; khouffen Wo.d) braucht EWo; brauchte St2.e) kauff ESt2; khouff Wo.f) rainfar E.
1Zur Anlieferung von Wein und seiner Funktion im Rahmen des
Konzilsgeschehens vgl. A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 126f. mit Anm. 84 auf S. 127; ders., Das Konstanzer Konzil S. 55f.; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 268f.
2Dieser Zusatz fehlt in A.
3Abgabe oder Verbrauchssteuer, die für italienische Süßweine
offenbar nicht zu zahlen war. Hierzu O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 174; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 137f. mit Anm. 44 auf S. 138;
A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 127 Anm. 85.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 59.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 59 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k159
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 59 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k160
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 59 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k161
60,1 (Vgl. G/D1: 60,1b)
Man fand och allerlay flaisch, was ainer begert. Es war rindflaisch, lamflaisch,
kitzi, schwini, kelbri, vogel, huͦnr, und was ainer begert. Ain pfund rindflaisch
umb iij dna, ain pfund lampflaisch, das man wegen solt, umb iiij dn, ain stuck lambris
flaisches, das man nit wegen solt, umb xviij dn, ain pfund schwinis flaisches,
grünesb flaisches, umb iiij dn, das türc umb vij dn, ain guͦt alt huͦn, das best umb dry alt blaphart, umb xviij dn, ye darnach
ainer zuͦkomen mocht und wetter was, das die frömdend ze marckt mochten komen. Ain ay umb ain haller, und getorst man es nit türer
geben, das verkam der rat. Wonn wenn fritag oder vasttag waren, so wolten sy vast
uf geschlagen haben, das verkam und verbot ain rat. Und muͦßten die aigere tragen an offen marckt, das sy der arm koffenf mocht als der rich. Ain reckolter vogel umb vj haller, ain trostel umb iij
haller, ain amsel umb iiij haller. Das alles muͦst also beliben von gebot. Und kam
sin och gnuͦg, es wär denn unwetter, das man ze marckt nit komen mocht. Ain pfund
schwinis
wildpräts umb vij dn, rechis umb v, hirßis umb iiijg dn, tachsis, ötteris und biberis ain pfund umb viij dn, ain hasen umb vj oder
umb iiij blaphart, wiß hasen ab der Etsch umb iij blaphart, ain rebhuͦn umb ij blapharth und ain stainhuͦn umb j ß dn.
a) dn] pfening E.b) grönes E.c) türr E.d) främden E; framden Wo; frembden St2.e) ayer ESt2; aier Wo.f) kauffen ESt2; khouffen Wo.g) davor viij ausgestr. K.h) über der Zeile nachgetr. K.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 60,1.
Und1 ist diß der metzi gemäld, wie man flaisch ußwag und wildprät vor Sant Steffan,
vorm Blidhuß und wa plätz waren.
Die Fleischbänke, sechs Szenen, foll. 24r–25r. Zwei Halbspalten pro Seite.
1Der Bildhinweis fehlt in A und Wo.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 60,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 60,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k162
[25v] Diß1 ordnung2 hat man, so man visch verkofta, und die was also, das man fand allerlay visch, lebent vischb und sust visch, die man lebendc nit haben mocht; gesaltzen vischd und gerochot; geröcht hecht und geröchte all3, husen, velcken, vorchenen, ganckvisch und wie man sy haben wolt usser allen
wassern, die in disen landen waren und in andern landen. Dero fand man aller
gnuͦg, das der koffer und verkofferf wol daby bestan mochten. Und verkoftg man die grossen visch by der wag und clain visch by der maß, etlich by der
zal.
a) verkaufft E.b) lebent visch fehlt W.c) lebendig W.d) fehlt W.e) ungeröcht W.f) kauffer und verkauffer E.g) verkaufft ESt2; verkhofft Wo.
1Das c. 61 folgt in W auf c. 58.
2Vgl. für das Jahr 1415 die „ordnung von des vischkouffs wegen,
wie die vischer die visch verkouffen sond“ im Ratsbuch der Stadt Konstanz für
die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I 2) S. 30f. Hierzu O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 316; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119, 135–137.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 61.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 61 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 61 Anm. 3.
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62,1 (Vgl. G/D1: 61–62,1)
Ain pfund schnetzen oder hecht umb xvij dn, ain pfund karpfen umb xviij dn, ain
pfund schlyen umb xviij dn, ain pfund brachsmaa umb xx dn, ain pfund felcken umb j ß dn; ain maß grundlab umb xxvij dn, ain maß gwelfisch umb xx dn, ain maß groppen umb xviij dn, ain maß
hürling umb j ß dn, ain pfund husen umb iij blaphart oder umb ij, darnach je
undc sy ze land kamen; ain micheln stockvisch umb iij ß dn, ain clainen ye darnach er
was und ainer zuͦkomen mocht, ain vierdungd häring umb iij ß dn und kamen ir so vil, das man sy durch die stat ruͦft, ain vierdung
umb ij blaphart und nächer. Gesaltzen visch und ganckvisch
hatten kain gemachten noch gesatzten marckt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 62,1.
Es kam och von Bern1 und usser Lamparten und sunder uß dem Gartsew2 gebachen frisch vischa, karpplonb, und die mugend lang ligen und weren, und warend als velcken, dero man ain gibt
zuͦ herbst umb iiij dn, dero gab man ain umb vj dn. Man hat och fail hoppatzgerc und schneckend, die koftene die Walhen.
a) gebachen frisch visch] gebach fasch visch E; fehlt WoSt2.b) karpplon] carplon W; fehlt WoSt2.c) hoppitzer W; hoppatzer E; hoppetzger WoSt2.d) schnegken E.e) kaufften E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 62,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 62,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k166
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 62,2 Anm. 2.
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Das höw kam in grossen schiffen gen Costentz überflissiglich und uf karren. Und
fand man etwa xxva schiff mit höw an denb bruggen1 ze Costentz, on karren usser dem Thurgow und usser dem Högöw. Und ward
allesc geschatzt, und kostet ye ain burdid, mit dem traglon, dese besten höws xxxijf dn, das nit als guͦt was ain burdie xxvj dn. Das gieng also das concilium uß, das es nie türer ward, wol ward es
eben dick wolfailer. Und2 was das sachg, das im Rintal manig egerd und moß gemät wurden und in den holtzern,
dieh vor nie mer gemat wurdenh.
a) fünfzechen W.b) die E.c) also W.d) burdin WEWoSt2.e–e) des besten höws – was ain burdi] fehlt EWoSt2.f) davor umb ausgestr. K.g) die sach W.h–h) die – wurden] die da vor nie me gemät waren W.
1Zur St. Konrads- oder Fischbrücke im Konstanzer Hafen vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 271, 286; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 36f.; ders., Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 37; F. X. Kraus, Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz. Beschreibende
Statistik (1887) S. 275; H. Heimpel, Königlicher Weihnachtsdienst auf den Konzilien von Konstanz
und Basel S. 392 Anm. 25; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 91; S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 362 Anm. 446;
vgl. auch cc. 256,2 und 280 sowie c. 239 in G.
2Dieser für die vorausschauende Planung und Logistik des
Konzils wichtige Hinweis fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 63,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 63,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k168
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 63,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k169
a–a) Und – gnuͦg] Und der gnuͦg W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 63,2.
Item das holtz. Esa kam den Rin uf oder ab, oder über sew, uß dem Högow oder Thurgöw uf den karren.
Das ward alles geschätzt nach dem und yeglichs wert was. Ain guͦtti arger ledi1 umb ain pfund pfening und nit darüber, wol darunder, nach dem undb sy was und ainer geladen het; ainc mindri umb xviij ß dn. Sust grosse schif, die holtz brachten, da warend lüt
darzuͦ geben, die es uf ir ayd schatzten. Undd wie sy es schatztend, [26r] also musten sy es och geben. Ain karre holtz usser dem Thurgöw ward geschatzt von den lüten, die ain rat darzuͦ gab, an
dem obern marckt ze Costentz und Sant Paulsf gassen ufhin, ye ain karren holtz umb ij ß dn und nit vil darob, dicker
darunder, nach dem und yeder karr holtzes was. Und kam sy sog vil, das nie kain gebrest daran was.
1Gemeint ist wohl eine Maß- oder Mengeneinheit (mhd. lede =
Last), die sich nach einem Langenargener Lastensegelschiff (Lädine) bemisst.
Vgl. H. Kimmig, Das Konstanzer Kaufhaus. Ein Beitrag zu seiner
mittelalterlichen Rechtsgeschichte (1954) S. 51; O. Feger, Vom Richtebrief zum Roten Buch. Die ältere Konstanzer
Ratsgesetzgebung (1955) S. 47; ders., Das Konzil zu Konstanz 2 S. 175; J. Leidenfrost, Die Lastsegelschiffe des Bodensees. Ein Beitrag zur
Schiffahrtsgeschichte (1975) S. 10, 12, 14; K. H. Burmeister, Die Waren der Lastschifffahrt auf Bodensee und Hochrhein,
in: Einbaum, Lastensegler, Dampfschiff. Frühe Schifffahrt in Südwestdeutschland
(2000) S. 147–158; J. Klöckler / N. Fromm, Der Bodensee in frühen Bildern. Photographien aus der
Sammlung Wolf 1860–1930 (2005) Nr. 81 S. 94; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 271; R. Sigg, in: Vom Bodensee nach Bischoffszell. Alltag und Wirtschaft
im 15. Jahrhundert (2015) S. 134–137; A. Frenken, Konstanz und der Thurgau S. 50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 64.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 64 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k170
Umb spetzery: ain pfund pfeffer umba viiij ß dn, ain pfund ymber1 umb xiiij ß dn oder umb xij ß dn, ain pfund saffran umb iiij rinsch guldin, wann
dozemaͧl gar vil saffra[n] dar kam, das man in nach geben muͦßt; wann die herren hatten
gemacht mit unsers herren des küngs urlob und mit
aller herren willen und gunst: was sollichs bruchigs und ässig gen Costentz
kamb, das ließ man nit von Costentz füren. Er muͦst es in der stat lan und dac verkoffen.
1Ingwer.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k171
1Dachsparren.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k172
a) blipt W.
1Siehe zu dieser Formulierung, die sich so auch in Wo findet,
auch c. 86,2. Vollständig müßte der Satz lauten: und ich kum wider uf das concilium. In A findet sich hier die erste Person Plural.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 65,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k173
In dem ingenden jar, do hat unser hailiger vatter bapst Johannes meß in dem
thuͦm ze Costentz. Daby waren alle gaistlich fürsten und herren, unser her der römsch
küng, alle weltlich churfürsten, fürstena, grafen, ritter und knecht, die dann zuͦ Costentz waren. Und nach der selben meß,
do gab er inen allen den segen und
hiess inen allen ze trincken geben Sant Johans segen uß ainem ytal guldin großen
kelch1, der was der herren zum thuͦm ze Costentz. Und darnach gab er dem volck den segen
usser dem chor uf des
lütpriesters altar.
a) fehlt W.
1Johannes XXIII. reicht den vornehmen Konzilsgästen zu
Jahresbeginn zu Ehren des Hl. Johannes den so genannten Johanniswein. Es
handelte sich dabei um ein Sakramentale in Gestalt eines Gedächtnistrunkes,
wobei die Worte gesprochen wurden: Bibe amorem beati Johannis. Vgl. J. Braun, Liturgisches Handlexikon (21924) S. 146; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 176; E. Vavra, „Te Deum laudamus“ S. 133; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 177f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 66.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 66 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k174
Och het er meß uf den zwelften tag darnach, und beschach alles, wie vor
beschechen ist in gegenwürtikait der vorgenanten herren, denn dasa unser hailiger vatter der bapst dem volck den segen gab vor der pfallentz uf dem
obern hof. Do was so vil volcks uf dem obern hofb des segens wartend, das sy kum ab dem hof in ainer stund komen mochten nach dem
segen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 67,1.
a) so WWoSt2.
1Der Bildhinweis in c. 67,2 fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 67,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 67,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k175
Und beschach sust in dem hochzit nit vil und ward darnach in acht tagen kain
session noch beschach sust nüt, wenn das die herren inrittena.
a) inritten] ritten inn E; ritten in WoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 67,3.
Also nach dem zwelften tag, do rait in der hochwirdig her Wipertus, großer
maister Sant Johans orden ze Rodis1, der armen huͦter des spittals zu Jherusalem, und mit im viij commentur und zwelf
ritter sins
ordens mit zwaintzig und hundert pfäritten und mit vier wägen. Und zoch in der
Raißinen huss undern Sülen2 und beschlos das conclave, do sy den bapst wälten. Und sas aller obrest uf dem
obern hof, on die zwen cardinäl, do man den bapst kronet.
1Philibert de Naillac, Hochmeister des Johanniterordens.
2Gemeint ist die Gasse „Unter den Säulen“ (heute
Kanzleistraße).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 68,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 68,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k176
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 68,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k177
An Sant Hylarien tag, do zoch in gen Costentz der durchlüchtig [26v]
churfürst hertzog Ludwig von Bayern von Haidelberg1 und pfaltzgraͧf by Rin mit vier hundert pfäriten und so vil personen und mit viiij
wägen in
Jacob Swartzena huß am vischmarckt. Und darnach über dry monot, do zoch er in des von Fridingen
hof hinder dem münster, darinne er och belaib, und enpfieng ze lehen von unserm
herren dem küng die pfallentz by Rin ze Costentz an dem obern marckt mit großer
gezierd, als hienach gemalt ist.
a) Schwartzen EWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 68,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 68,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k178
An fritag nach Hylary vor imbis, do zoch in der allerdurchlüchtigost churfürst
Johannes, geborn ze Nassow, ertzbischof ze Mäntz, techana des hailigenb römschen richs und obroster ertzkantzler der nacion germanica, das ist über alle
tütschec land, über Ungern, Beham, Kriechen, Littow und was cristan ist und an die nacion
gehört, mit sechs hundert pfäriten und so vil personen und viij wägen. Und ritten
mit im viij grosser grafen und vil ritter und knecht. Und zoch in Uͦlrichs Imholtz
huß zuͦ der Sunnen an Sant Paulsd gassen. Und ritten im engegen der merentail der cardinal, vil ertzbischof und
bischof und alle weltlich fürsten und herren der merentail, so ze Costentz was.
Und rait in gantz gewapnet mit allem harnasch untz uf die fuͦß, das die gaistlichen
herren all unzimlich dunckt, das er also raisig in rait;
wann all gaistlich fürsten und herren in ritten on iren harnasch, sunder in iren
claidern.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 69.
1Das c. 70,1 fehlt in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k179
Och zoch in am dornstag nach dem zwelften tag der hochwirdig her, der ertzbischof
zuͦ Gnesnensis, her Johans von Wienary in dem küngrich ze Poland, mit sechs hundert
pfäritten und so vil personen und zwelf wägen, und ritten mit im sechs bischof
usser dem land Ploczensis, Lubicensisa, Bosnaniensis, Vrattislaviensis, Oppoliensisb und Cracoviensis1. Diec kamen von ir gaistlichen sachen wegen zuͦ dem concilioc und von des kriegs wegen, so ir küng Wadislaus von Poland2 hat mit den tütschen herren, dem hochmaister von Prüssen3 und sy mit im, das an unsern herren den römschen küng und an das concilium
verlaßen ward zum rechten.
a) die ersten beiden Buchstaben unklar K; Bibicensis WEWoSt2.b) Appoliensis EWoSt2.c–c) Die kamen von – dem concilio] fehlt EWoSt2.
1Plock, Lebus, Posen, Breslau, Oppeln und Krakau.
2Władysław II. Jagiełło, König von Polen.
3Gemeint ist der Konflikt zwischen Polen und dem Deutschen
Orden. Vgl. K. Springmann, Polen und der Deutsche Orden zur Zeit des Konstanzer
Konzils (Diss. Freiburg i.Br. 1924); H. Boockmann, Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische
Politik. Untersuchungen zur politischen Theorie des späteren Mittelalters
(1975) S. 197–296; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 207–238; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 150–175; S. Kwiatkowski, Der Deutsche Orden im Streit mit Polen-Litauen. Eine
theologische Kontroverse über Krieg und Frieden auf dem Konzil von Konstanz
(2000); L. Pósán, Sigismund und der Deutsche Orden, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 79f.; ders., Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf
dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 74–78; J. Miethke, Heiliger Heidenkrieg? Theoretische Kontroversen zwischen
Deutschem Orden und dem Königreich Polen vor und auf dem Konstanzer Konzil, in:
Heilige Kriege, hg. von K. Schreiner (2008) S. 109–125; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 240f.; P. Srodecki, „Murus et antemurale pollens et propugnaculum tocius
christianitatis“. Der Traktatenstreit zwischen dem Deutschen Orden und dem
Königreich Polen auf dem Konstanzer Konzil, in: Schweizerische Zeitschrift für
Religions- und Kulturgeschichte 109 (2015) S. 47–65; vgl. cc. 174,1 und
187.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k180
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k181
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 70,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k182
1Jakob Kurdwanowski, Bischof von Plock, logierte bei Richental
im Haus „Zum goldenen Bracken“.
2Zur Lage des am 21. Juli 1547 abgebrannten Gebäudes in der
heutigen Wessenbergstraße 27/29, an dem sich heute eine entsprechende Tafel
findet, vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 275; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 79; H. Maurer, Das Konstanzer Konzil als städtisches Ereignis S. 161 mit
Anm. 79; J. Klöckler, Die Konstanzer Handschrift S. 5; ders., Nachwort S. 218; vgl. c. 1,1
in A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k183
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k184
Der ander, Nicolaus Lubicensis, der zoch in das huß zuͦ dem Beren [27r] mit xviij pfäriten, und belaib nit lang darinn, wann er
bald haym rait in der botschaft von des küngs von Polan wegen, och der
tütschena herren von Prüssen.
a) tüschen WWo; teutschen St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,2.
Der drit, Andreasa bischof zuͦ Bosnanensis1, der zoch in das huß zuͦ der Räbgruͦb an Amlangsgassenb mit xviij pfäritten und so vil personen. Und zoch darnach daruß in der
Swartzenc hof, als man zuͦ den Schotten gat neben der Linden hof und ainem chorhofd, der da was her Jorgen von Fridingen thuͦmher; by dem was hertzog Ludwig von Paigern
von Haidelberg. Derselb bischof was
ain gelerter man, ain doctor der hailigen geschrift und kund böß tütsch, und tet
dennocht dry predigen zuͦ Sant Steffan; der was aine der passion, und het allweg ain
tütschene priester neben im stan. Wenn er nit wol mocht ain wortf usser latin zuͦ tütschg sprechen, so fragt er den pfaffen, der nebent im stuͦnd2.
a) Andres EWo.b) Amlungsgassen WWoSt2.c) Schwartzen EWoSt2.d) chorherrn hof WoSt2.e) tüschen WWo; teutschen St2.f) ain wort fehlt W.g) tüsch WWo; teutsch St2.
1Andreas Laskary (Łaskarz), Bischof bzw. Elekt von Posen. Zu
seiner Person W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 43–45.
2Vgl. zu dieser Textstelle, wo von drei Predigten des Posener
Elekten Andreas Laskary die Rede ist, H. Finke, ACC 2 (1923) S. 373; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 21f. Zu
den drei Predigten W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 44 mit Anm. 82, 83 und 84.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k185
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k186
Der vierd bischof, der hieß Johannes bischof zuͦ Brattislaviensis1, und was ain geporner hertzog von der Masaphy, und zoch in mit xviij pfäritten
und mit ij wägen. Und zoch in das huß nach by der alten badstuben an
Amlungsgassena. Und der bracht mit im uf ainem karren ain vaß mit bier, das was wol als vier
somb2; das tranck er, wann er nit win tranck.
1Johannes Kropidlo, Herzog von Oppeln, Bischof von Leslau
(Włocławek). Zu seiner Person vgl. W. Marschall, Schlesier auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418), in:
Festschrift für Bernhard Stasiewski. Beiträge zur ostdeutschen und
osteuropäischen Kirchengeschichte, hg. von G. Adriányi und J. Gottschalk (1975) S. 41f.; vgl. c. 443.
2Gemeint ist hier wohl mit som (soum) ein Maß, das die Last eines Saumtieres bezeichnet; vgl. cc.
28, 41,1 und 76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k187
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k188
Die ander zwen, Oppoliensis und Crocoviensis, die zugend baid ingemain in der
Salmaswilera hof mit xxiiij pfäritten und mit ij wägen und sob vil lüt, und belibent nit lang ze Costentz, wann sy och in botschaft haim
mustend. Die andern dry bischof, die belibent uss ze Costentz by dem ertzbischof
Gnesgnensis, untz dasc concilium zergiengd.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 71,5.
Es kam och mit inen her Swartz Safftinsa, ain kostlicher ritter und der bestb sticher, der im concilio was1; doch fand er Schwaben, Mollen, truchsässen von Diessenhoven und iunckher Jörgen
von End, fry, die im gnuͦg not tatten; och in botschaft des küngs von Polan. Und zoch
in Conrat Ruhenc huß an Santd Paulse gassen glich vor dem prunnen mit xxiiij pfäriten und so vil personen.
a) herr Säwisch A; herr Schwartz Cappitis D1.b) fehlt EWoSt2.c) Ruchen WEWoSt2.d) fehlt W.e) Pals W.
1Es könnte sich um den polnischen Ritter Zawisza Czarny von
Garbów handeln. In A ist allerdings von einem herr Säwisch die Rede. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 226 Anm. 6, 495f. mit Anm. 31
und 36; D. Girgensohn, Berichte über Konklave und Papstwahl S. 370 Anm. 21; D. Dvořaková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 16; dies., Die Delegation der ungarischen Kirche S. 73; P. Elbel u.a., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 164.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 72,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 72,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k189
Darnach über vier tag, do zoch in der hochwirdig herr, her Peter ertzbischof
zuͦ Maidenburg in der Schlesy in dem küngrich zuͦ Polana, und zugent mit im dry bischof: der bischof von Merspurg, der bischof von
Brandenburg und der bischof von Missen1, die all under im sind. Und zugent in den hof, den man nempt zuͦ der Tulen2, mit xxxvj pfariten und so vil lüt.
a) fehlt W.
1Magdeburg, Merseburg, Brandenburg, Meißen.
2Gemeint ist der Hof „zur Tulen“ im Stadtteil Niederburg. Vgl.
K. Beyerle / A. Maurer (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 2 (1908) S. 369–371; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 178.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 72,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 72,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k190
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 72,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k191
Och zoch des selben tags ina der hochwirdig fürst bischof Jörg von Passow1, geborn von Hochenlochb, mit sechtzig pfäriten und so vil lüt, und zoch in Hansen und Hainrichs von Hof
huß an [27v] Bruͤdergassen zeniderst by den barfuͦssen. Und was dem römschen küng vast gehaim,
also das er sinen rat in vil sachen
het und dick mit im aß2.
1Zum Passauer Bischof Georg von Hohenlohe, der am 17. Januar
1415 feierlich in Konstanz einritt, vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 222 mit Anm. 124; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau,
Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte,
Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 29–55; siehe auch cc. 130, 274
und 283,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 73,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 73,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k192
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 73,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k193
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 73,2.
An fritag nacha unser frowen tag zuͦ der liechtmeß, do koment ainsmaͧls iij cardinal gen Costentz
von bapst Gregorius wegen, mit xxxiiij pfariten und
so vil lüten, und zugent zuͦ den augustinern gen Costentz.
a) vor D1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 74,1.
Und darnach an dem fünften tag, do kament aber dry cardinal von dem selben bapst
Gregorio mit xxij pfäriten, und zugent zum Engel by den augustinern, und brachten
guͦtte mera, wie das ir bapst Gregorius williglich und gern abtretten wölt und tuͦn, was sichb das concilium erkante; des menglich frow was. Und lut man aber laudes zuͦ drüw mal
an dem tagc. Undd darnach, doe zertailten sich die fünf cardinal von bapst Gregorio und zoch yeglicher, do er
mocht herberg haben.
a) mär AEWo; maer St2.b) fehlt EWoSt2.c) an dem tag fehlt EWoSt2.d) davor steht ein Passus, der zunächst fehlt: und die selben dry cardinal ritten mit xxij pfäriten und zungent zuͦm Engel
by den augustinern E; unnd dieselben 3 cardinäl ritten mit 22 pfäritten unnd zugent zuͦm Engl bi
den augustinern WoSt2.e) fehlt WWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 74,2.
Uf das zit zoch in ain ertzbischof von Ungern, und hieß Johannes archiepiscopus
Strigonensis, und ist ain ertzkantzler des küngrichs von Ungern. Und zoch gen
Peterßhusen mit sechtzig und hundert pfäriten und so vil personen vast wol
bezügta, und zoch in das closter. Och zoch mit im gen Costentz ain ander
ertzbischofb, was och von Ungern, hieß Andreas archiepiscopus Colocensis1, mit xviij pfäriten und so vil personenc, und zoch in des Speckers huß hinder Sant Steffan.
1Johann von Kanizsa und Andreas von Kalocsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126 und 127.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 75.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 75 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k194
Am dornstag vora unser frowen tag zuͦ der liechtmeß, do zugend in zwen ertzbischof und zwen bischof
usser dem küngrich
zuͦb Engelland mit vij wägen und mitc xxij sompfäritend, die watseck truͦgen und ander ding, und mit in xxxxij gelerter pfaffen von den hochen
schuͦlen ze Lunders, das da ist ain studium am mer, unde von Ociens der hop[t]stat; dero waren xij doctores in der hailigen geschrift,
die andern maister baider rechten. Und mit inen ain gefürster graf Rickkardus von
Warenwick mit iij prusunen und mit iiij pfiffern. Der selb graf stach dick ze
Costentz, und wenn er stach, so rait er uf die ban1 mit verdecktem roß, das waren vergülte tuͦcher mit vech underzogen. Und wenn er ains
zuͦ ainem stechen brucht, so nam er es denn nummaf und allweg ain nüwes. Die prusoner prusonettend über ainander mit dry stymmen,
als man gewonlich singet. Und zoch in das Gemal huß an dem obern marckt [28r] und sy all wol mit fünfhundert pfäriten und so vil personen.
1Turnierbahn.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 76 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k195
a) sich W.
1Wohl Robert Hallum von Salisbury; dass es sich um ihn handeln
muss, geht aus dem Hinweis auf die Grablege in c. 359 in A hervor.
2Haus zum Stauf; vgl. cc. 18 und 42.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k196
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k197
a–a) zum Guldin schwert – und zoch in das huß] fehlt EWoSt2.
1In A wird eine Herberge bei St. Lorenz, der Hoff zuͦ dem Burgtor, als Unterkunft genannt, in E, Wo und St2 werden die cc. 77,2 und 77,3 zu einem Kapitel
zusammengezogen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k198
a) Dablumensis W.
1Mordergasse, heute Rosgartenstraße.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k199
a) glimpf W; gelimpff EWo.
1Das c. 77,4 fehlt in A.
2Gemeint ist die lange kriegerische Auseinandersetzung
(1337–1453), in der englische Könige versuchten, ihre Ansprüche auf den
französischen Thron mit Waffengewalt durchzusetzen. Vgl. Ph. Contamine, La Guerre de cent ans (31977) S. 81–101; ders., Art. Hundertjähriger Krieg, in: LexMA 5 (1999) Sp.
215–218; J. Ehlers, Der Hundertjährige Krieg (2009) S. 59–76.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k200
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 77,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k201
Es zoch och in graͧf Hug und graf Hanns, sin sun, von Landrico usser Arrogony dem
küngrich, in namen
ir selbs und in botschaft irs küngs, mit xxiij pfäriten und mit so vil
personen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 78,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 78,2.
Och zoch in ain bischof, genant Nicolaus episcopus Constanciensis, und das
Costentz lit in Normandia1, mit fünf pfäriten. Es ist och zuͦ wissen, das dry stet sind in dem land, die Costentz
haissend, und ist in
yeglicher stat ain bystum. Und mainent die lüt, die in den dry stetten sind
gewesen, das mit sunderhait guͦt leben in den stetten sy wedera in andern stetten2. Der selb bischof Nicolausb was ain junger her und starb ze Costentz in dem concilio, und ist begraben
zuͦ den prediern.
1Coutances in der Normandie.
2An dieser Stelle und an anderen Stellen wird deutlich, dass K
im Verhältnis zu A und seinen Deszendenten textliche Weiterungen vornimmt, die
mit der veränderten stadthistoriographischen Intention der Konstanzer
Handschrift im Sinne eines „Städtelobs“ (laudatio urbis) zu tun und wohl deshalb zum „Verlust des Autors“ im Prooem
geführt haben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 78,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 78,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k202
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 78,3 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k203
An fritag nacha der liechtmeß, do zugent in dry graͧfen usser Lamparten, das ist uß Ytalia. Der erst
graͧf Lucas de Flischgo, Albertus de Schotis und marggraf Niclaus von Valery, und
die
zugent in mit xxxvj pfäritten und mit so vil lüten, und waren nit vast
kostlich.
a) vor A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 79,1.
Es kamen och die erbern und wolerbornena herren von der Laytter von Bern1 in Lamparten mit xij pfäritten: her Paulusb, Nicodemus und her Bruno. Und die warend unsers herren des römschen küngs
nachsten fründ. Und mit inen graf Ludwig von Rosslin mit v pfaritten, und zugen in
des Grünenbergs huß under den Sulenc.
1Verona.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 79,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 79,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k204
Es zoch och in hertzog Karolus von Maletest usser Lamparten, der och sin
hertzogthuͦm ze Costentz von unserm herren dem römschen küng enpfieng an dem obern
marckt,
und mit im der hochwirdig her Pandolfusa von Maletests, sin vetter, ertzpriester [28v] zu Bononyb, mit sechtzig pfäriten zum Bart an Mordergassen gelegen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 79,3.
Es zoch ocha in gen Costentz der hochwirdig ertzbischof Eberhart von Saltzburg mit hundert
und sibentzig pfäritten und so vil personen, und kamen mit im dryb graͧfen, die hienach benempt sind, die sin diener warent, und vil edler herren,
ritter und knecht1. Und zoch in der herren von Salmaswiler hof2. Und kam ze schif und ließ die pfarit und die knecht, so darzuͦ hortend, zuͦ Salmaßwiler3. Und die wil er zuͦ Costentz was, do gab er sölich groß almuͦsen taglichs vor sinem
hoff, ainem yeglichen armen menschen ain hofbrot, das wol
ains hallers wert was, und ain michel stuck gesottes flaisches und suppen, und ain
guͦtten trunck wins, am fritag, samstag und an vasttagen ain muͦß oder ärwis.
1Zu Eberhard III. (von Neuhaus) von Salzburg und den anderen
Salzburger Konzilsteilnehmern vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil (1992) S. 143–307,
(1994) S. 173–189.
2Siehe die Gedenktafel in der Salmannsweilergasse 5, wo sich
das Wirtschaftsgebäude des Stadthofes der Zisterzienser befand. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 174–176.
3Kloster Salem im Linzgau.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k205
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k206
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k207
a) Pals W.
1Gemeint ist Kaiser Manuel II. Palaiologos von Byzanz
(1391–1425). Bei den Gesandten dürfte es sich um die für die Palaiologenzeit
nachweisbaren Hofbeamten Nikolaos und Andronikos Eudaimonoioannes aus Morea
(Peloponnes) handeln. Zur byzantinischen Gesandtschaft auf dem Konzil vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 301f.; R. Loenertz, Les dominicains byzantins Théodore et André Chrysobergès et
les négociations pour l´union des églises de 1415 à 1430, in: Archivum fratrum
praedicatorum 11 (1939) S. 23–29; F. Dölger, Regesten der Kaiserurkunden des oströmischen Reiches von
565–1453, 5. Teil (Schluss) (1965) S. 100 Nr. 3345; E. Trapp (Hg.), Prosopographisches Lexikon der Palaiologenzeit
(Veröffentlichungen der Kommission für Byzantinistik 1, 3, 1978) Nr.
6223 S. 120; H. Heimpel, Die Vener von Gmünd und Strassburg 1162–1447 S. 823f., 824
Anm. 115; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 176–178; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 189, 191; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 65f., 74–77, 86–90; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 322–329; L. Thorn-Wickert, Manuel Chrysoloras (ca. 1350–1415). Eine Biographie des
byzantinischen Intellektuellen vor dem Hintergrund der hellenistischen Studien
in der italienischen Renaissance (2006) S. 106f.; B. Schellewald, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 153f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k208
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 80,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k209
Och zugent gen Costentz in ina botschaft wiß von hertzog Wittolten von Littow und von hertzog Dispoten von
Ratzen usser der großen und clainen Walachy, von den küngen gesessen in der
Türcky, von den hertzogen usser wissen und roten Rüssen, und mit inen vil menger
haidescher her und haiden mit wunderlichenb gewand, mit umbgewundnen tuͦchern uf dem hopt als huͦt, und mit spitzigen huͦtten
und mit huͦtten als ynflen. Und zugent in mit achtzig und hundert pfaritten, und zugent
in
Hansen Ruhen huß vor dem prunnen. Und waren vil under in zismatici, das ist
kriechescherc globd, und der merertail Machmetus globe und sust recht haiden.
a) fehlt W.b) wunderlichem WEWo.c) kriegischer W.d) gelob W; gloub Wo; glaube St2.e) gelob W; gloub Wo; glaub St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 81.
An dem xxj. tag des monatz Januarii, do rait in ain ertzbischof usser
Kriechenland, Kiffionensis, genant Georiusa, und hat och kriecheschen globenb. Und kam zuͦ dem concilio von sin selbs und aller siner bischof wegen und von des
patriarchen
wegen zu Constantinopel und von vil andernc kriecheschend landen und bischofen. Und zoch in Ulrichs Imholtz huß zuͦ der Sunnen mit lxxx pfäriten.
Und hatten all priester und pfaffen lang schwartz
har und lang bärt, und hatten ir meß im huß1. Und wie sy die messen hatten und ir gewand, und wie sy das sacrament und das
brot segnoten, ist hienach gemalt2. Und maint man, es wär ain gantze ainikait worden, wolt das concilium inen nit
erloben, das sy also ir lebtag mochten beliben.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 82,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 82,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k210
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 82,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k211
Darnach am mäntag nach unser frowen tag zuͦ der liechtmeß, [29r] do kam gen Costentz ain cardinal von bapst
Benedicto usser Hyspania und mit im dry ertzbischof und sust zwelf bischof und
zwen graͧfen, die hienach benempt werdent, und vil herren usser dem land, gaistlich
und
weltlich, mit sechtzig und hundert pfäritten. Und zugent ina des Hürussenb huß an dem Merckstatc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 82,2.
Es zoch och in an mitwochen vor Sant Angnesen tag der durchlüchtig fürst hertzog
Ludwig von Bayern von Montaig1, her zuͦ Ingolstat, pfaltzgraf by Rin, und mit im fünf grafen und vil ritter und
knecht.
Und zoch in Hainrich Muntpraten huß uf obana mit sechtzig und vierhundert pfäriten und so vil personen. Und belaib darinn,
untz der graf von Zili und sin sun enweg zugen; do zoch er an irob stat in der Schmerlinen huß.
1Gemeint ist Herzog Ludwig VII. (der Bärtige) von
Bayern-Ingolstadt, Graf von Mortain (in der Normandie). Vgl. M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 124 mit Anm. 96.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 83,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 83,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k212
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 83,2.
Vor dem was ingezogen burggraf Fridrich von Nüremberg1, der stathalter was des churfürstenthuͦms zuͦ Brandenburg, dasselb churfürstenthuͦm
im darnach gelihen und geben ward ze Costentz; und zoch in Hainrichs von
Tettikofen hus am vischmarckta, genant zuͦ dem Hochen huß, mit achtzig und hundert pfariten und iiij wägen, darinn
er och
belaib das concilium ußb.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k213
a) Pals W.
1Die cc. 84,2–85,2 werden in W in folgender Reihenfolge
gebracht: cc. 85,1, 85,2, 84,2 und 84,3.
2Burggraf Johann III. von Nürnberg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k214
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k215
Ouch zugent in zwen hertzogen von Lutringen nach by Franckrich mit lx pfäriten,
und zugent in Conrats von Hof huß an Bruͦdergassen, und enpfiengen ir lehen ze Costentz
am obern marckt.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 84,3.
Es zoch ouch ina hertzog Fridrich von Österrich und mit im xij grafen mit sechs hundert pfariten
und so vil personen1. Er sant aber sine pfärit von im und die knecht, so darzuͦ gehorten. Und zoch in
das closter zuͦ Crützlingen. Da belaib er och inn bis uf die zit, das er bapst Johanneßen
mit im
enweg fuͦrt. Darnach muͦst er wider gen Costentz als ain gefangner, und zoch dob in der Felixin huß. Do was er inn, untz sin sachen schlecht wurden.
1Herzog Friedrich IV. von Österreich dürfte am 26. Februar 1415
in Konstanz eingetroffen sein; er logierte im Kloster Kreuzlingen. Vgl. A. Knöpfler, Ein Tagebuchfragment über das Konstanzer Konzil, in: HJb 11
(1890) S. 267f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 206f. mit Anm. 1; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 214; H. Koller, Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von
Österreich, in: Studia Luxemburgensia, hg. von F. B. Fahlbusch und P. Johanek (1989) S. 333f.; S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 189 mit Anm. 773 auf
S. 278; R. Strohm, The Rise of European Music, 1380–1500 (1993) S. 116f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 149; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 103f.; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 147; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 266f.; ders., Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 8–23; ders., „Als starck als der künig“. Herzog Friedrich IV. von
Österreich und die habsburgische Landesherrschaft im Schicksalsjahr 1415, in:
C. Hesse u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 19–34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 85,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 85,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k216
1Esztergom, gemeint ist Johann von Kanizsa. Vgl. A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 223 mit Anm. 126.
2Nach A logierte er, wie aus der Textvariante hervorgeht, im
Franziskanerkloster.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 85,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 85,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k217
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 85,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k218
[29v] An dem montag nach der liechtmeß, doa zoch in ain machtiger Unger, genant her Pipo1, und ist sin land zuͦ niderst in Ungern by der Ysninenb port, und stoßt an das gemerck gegen den Türcken und raigot heruß zuͦ den Sibenbürgen,
und muͦß stättiglich in vorcht sitzen mit vil soldnern und mit raisigem gezügc, das die Türcken, die Ratzen und die usser Walachy, die haiden sind, nit herüber
raisent, wann sy das gewonlich des jars ainest tuͦnd und in das lannd ziechent. Und
ist, das in gelinget, so nemendd sy mit in lüt, kind, wib und man und guͦt in ir land, und gend in landes gnuͦg ze
buwen. Und git man yedem hußwirt ain gesaltzen ochsen, ain schwinin bachen,
und stelt man zuͦ im vech, das er wol anfachen mag ze buwen. Des glichen tuͦnd och
die Unger, so sy in iren land ziechend. Das muß tuͦn der Pipo und da weren. Der kam
gen Costentz und zoch in der von Braittenstain
huß ze Peterßhusen allernächst an der brugg mit hundert und sechtzig pfaritten,
und belaib nit lang ze Costentz, wann er muͦst haym faren sin land zuͦe behuͦtten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 86,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 86,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k219
Es was och des inziechens so vil, das es gar lanng wurd alles zuͦ verschriben. Darumb
so laß ich es yetz zemal also beliben und kum1 wider an das concilium.
1Vgl. c. 65,3, wo sich in K, W, E, Wo und St2 ebenso wie in A ein Ich-Erzähler findet. Dass beide Versionen
„Ansätze der jeweilig gegensätzlichen Erzählhaltung“ aufweisen, hatten bereits
W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 103 und G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 11 Anm. 5 bemerkt, was
beweist, dass mit unterschiedlichen Vorlagen gearbeitet wurde, was für W
konkret nachweisbar, aber auch für Pr und andere Dacherhandschriften mit hoher
Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 86,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 86,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k220
Als nu vil gaistlich und weltlich herren, fürsten und prelaten gen Costentz komen
warend, dennocht waren die von Hyspania nit komen. Das selb land hat viiij
küngrich, die cristen sind und in Hyspania der nacion ligent, die hienach benempt
werdent. Und was do zemaͧl nit mer danne vier naciones1. Das waren die ersten Ytalici, Germani, Frantzioni und Hyspani. Do nu die von
Hyspania nit kament, do erwalt das concilium die funften nacion, das warend
Anglici und Scoti, Engelschen und Hyberni, das sind Schotten. Die hatten vor hin
kain nacion; wonn das in do zemal ain nacion geben ward mit willen, wissen und
gunst der Germani, das sind die Tütschena, in dero nacion sy davor gehorten2. Und also wurdent fünf naciones und waren vor nub vier.
1Das Thema der naciones war bereits in c. 1,2 angeschlagen worden. Das Prinzip einer
Einteilung in Nationen, das jedoch nur verwaltungstechnisch gemeint war, ging
auf die Extravagante „Vas electionis“ Papst Benedikts XII. (Extr. III.10.1)
zurück. Schon das Konzil von Pisa (1409) ordnete sich nach Nationen, die aber
bei der Beschlussfassung noch keine Rolle spielten. Siehe Extravagantes
communes III, tit. X, Corpus iuris canonici, hg. von E. Friedberg 2 (ND 1959) Sp. 1280–1284. Zur Rolle der Nation auf dem
Konzil von Konstanz vgl. J. Hollnsteiner, Studien zur Geschäftsordnung am Konstanzer Konzil, in:
Abhandlungen aus dem Gebiete der mittleren und neueren Geschichte und ihrer
Hilfswissenschaften. Eine Festgabe zum 70. Geburtstag H. Finke gewidmet (1925)
S. 240–256; wiederabgedr. in: Das Konstanzer Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 121–142; G. C. Powers, Nationalism at the Council of Constance, in: The Catholic
Historical Review 8 (1928) S. 171–204; H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen
Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer
Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 347–368; L. R. Loomis, Nationality at the Council of Constance, in: American
Historical Review 44 (1939) S. 508–537; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 364f.; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 352–357; ders., Der König und sein Konzil S. 200–203; ders., Das Konstanzer Konzil S. 78, 136f.; ders., Concilium constituitur ex nacionibus – die naciones auf dem Konzil von Konstanz. Zur Bedeutung der
Konzilsnationen für die Entstehung und die Entwicklung eines nationalen
Bewusstseins im beginnenden 15. Jahrhundert, in: Begegnung der Kirche in Ost
und West im Spiegel der synodalen Strukturen. Festschrift für Petar Vrankić,
hg. von J. Grohe, G. Wurst, Z. Strika und H. Fischer (2017) S. 175–206; H.-J. Schmidt, Kirche, Staat, Nation. Raumgliederung der Kirche im
mittelalterlichen Europa (1999) S. 467–484; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 196–208; J. Miethke, Raumerfassung und Raumbewusstsein auf den Allgemeinen
Konzilien des Spätmittelalters, in: Raumerfassung und Raumbewusstsein im
späteren Mittelalter, hg. von P. Moraw (2002) S. 145–150; ders., Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
78; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 23, 92–95; R.
N. Swanson, Gens secundum cognationem et collectionem ab alia distincta. Thomas Polton, two Englands, and the challenge of medieval
nationhood, in: G. Signori / B. Studt (Hg.), Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis S.
57–87; B. Studt, Zusammenfassung S. 392; S. Vallery-Radot, Les Français au concile de Constance S. 15–17, 31–33,
56–65; K. Oschema, Eine Christenheit und streitende Nationen S. 40–42.
2Zu dieser Textstelle, die eventuell im Zusammenhang mit dem
Streit um die englische Nationsbildung steht, vgl. H. Finke, Die Nation in den spätmittelalterlichen allgemeinen
Konzilien, in: HJb 57 (1937) S. 323–338; wiederabgedr. in: Das Konstanzer
Konzil, hg. von R. Bäumer (1977) S. 363 Anm. 19.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 87.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 87 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k221
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 87 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k222
Hie wirdet erzelt, was länder und kungrich zuͦ yeglicher nacion gehore, und des ersten
zuͦ Lamparten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 88,1.
Italicia, das ist Romerland, Lamparten, Tuschan, das küngrich zuͦb Cecili-Nappols, das ober Cecili, das küngrich zuͦ Zippern enend mers, das kaiserthuͦm
zuͦ Constantinoppel in Kriechenland, und darinn nochc vil gutter cristen sitzent und was cristner lüt zuͦ dem kaiserthum gehöret, das küngrich
zuͦ Wossen, das aber der merer tail haiden ist, das küngrich Ciliciad, das etwen vor langer zit was zuͦ Candia1, das yetz die von Florentz inn hand, das och der merentail haiden sind, die
küngrich von der grossen und mindren Türcky, das kaiserthuͦm ze Schiltach in der Wallachy
und alle, die da wonend in aller Tartary. Und in
der Tartary sind siben kayserthuͦm: die groß stat [30r] und das küngrich zuͦ grosse Novagrot, das ist ze tütsch der groß bomgart, und darhinder das küngrich ad
Auream Vetulam, zuͦ dem guldin alten wib. Das sind zway kungrich für sich selb. Och
gehort in die
nacion Venedig, Jeno und Florentz und darzuͦ all ir land und lüt, die sy denn under
in hand, der gar vil ist.
1Kreta.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 88,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 88,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k223
Germani, das sind tütschia land und die da tütschb sprechend; das hailig römsch rich, das küngrich zuͦ Beham, das küngrich von Ungern,
das küngrich von Polan, die hertzogthuͦm ze Littow in Rüssen landen. Das sind vier
hertzogthuͦm: recht Rüssenc, rot Rüssen, wiß Rüssen, Schmolentzgi, und was die Tuͦnowd begrifet untz an Kriechenland; alles Bayerland, alles Swabenlande, das haist in latin Almania; das küngrich zuͦ Sweden, das küngrich zuͦ Tenmarckt,
das küngrich zuͦ Norwagenf, das küngrich zuͦ alrg Flanderland, Braband, Holland bis an Franckrich und den Rin abhin untz an
Engelland; was darinn cristen lüt sind, die gehorend zuͦ der nacion Germanica. Wol
sitzent och darinn etlich haiden in etlichen lannden
und scismatici, das ist kriechescherh glob, und Machmeti.
a) tüsche W; tüschy Wo; teutsche St2.b) tüsch WWo; teutsch St2.c) recht Rüssen] ausgestr. E; fehlt Wo; recht Rüßen St2.d) Tonaw E; Tonow Wo; Tonau St2.e) Schwaubenland E; Schwabenland WoSt2.f) Norweden W; Norwangen EWoSt2.g) ale EWo.h) kriegischer W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 89.
Franckrich ist ain nacion für sich selber und hat kain küngrich nit mer under im
dann sinen küng, das ist der küng von Franckrich. Wol sitzent in dem selben lannd
groß mächtig fürsten und herren, die grosse wite lannd under in hand, als der
hertzog von Burgoni, der hertzog von Sophay, der ze Costentz zuͦ hertzog ward, wann
er vora dem concilio ain grauf was, und solich machtig fürsten und herren, der hertzog
von Orlientz, von Affenn; und was da in ir umbkrais sitzet, das gehört alles
zuͦ der nacion Frantzioni. Das och die nacion so ain grossen namen hat und doch nu
ain küng, das schaffetb die hoch schuͦl zuͦ Paris.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 90.
Hyspania die nacion, das sind diß küngrich, die darinn sitzent. Und ist des
erstena der küng von Hyspania, das küngrich Castell, das ist das nider Cecilia an dem
undergang der sunnen, das küngrich zuͦ Arogonie, das küngrich zuͦ Maiorick, das küngrich
zuͦ Nafarn, das küngrich zuͦ Portigal, das küngrich vonb Granat, da ain recht leger ist ze stritten und zu vechten wider die haiden, wann
die haiden stattiglich wider denc küng von Hyspania stritten. Und lit die stat Granat in des küngs von Castilia
land und sind haiden, und sitzt der küng von Granat yenend mers und die stat hie
diessent, und stoßt an das mer und lit doch am land des küngs von Castel, das
küngrich zuͦ Faist; die zway küngrich aber nit gantz cristan sind, doch sind etlich
bystum,
stet [30v] und lender, die in den zwain küngrichen sitzent, guͦt cristan. Doch mussent sy sich
under in trucken, und sind doch alle nün küngrich
under dem küng vond Hyspania, das ist Castel oder Cecili, das sind zway küngrich und hat sy baide
inn. In die küngrich hört och ain küngrich Leonume, das ain aigenf küngrich für sich selb ist und ist rechter haidenscher glob. Wol sitzent vil
guͦtter cristner lüt darinn. Sy müsent aber underg den haiden sin, und hand gewalt über sy die haiden und die unglöbigen. Alle
bezwing der selbh küng von Hyspania, wol das sy zuͦ cristam globen käment. So mainent etlich, sy geltend
niti haidensch mer, dann ob sy cristan wärend. Und in die lander hörent och ain land
haisset Ormania1, sind zway lender, das gröser Ormani und das minder. Und sind in irem lannd
recht haiden und haltend Juppiter für irenj got. Und sind die witfarendesten koflüt, so in allen lannden sind über all
kofmanschaft. Und maint man, das sy warhaft sigind und erber lüt, und habend
sollichen globen, in welhes land sy koment, was globen dann da ist, den haltend sy
och, und dahaim hand sy irn globen.
a) folgt Hyspania E; folgt Hispania WoSt2.b) von] zuͦ EWoSt2.c) davor d ausgestr. K.d) von] Hy E; fehlt WoSt2.e) Leon St2; Leonn Feger.f) ainig WoSt2.g) fehlt W.h) fehlt EWoSt2.i) nit] im KWEWo; in St2; nit Feger.j) iren] ainen EWoSt2.
1Armenien.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 91.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 91 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k224
Anglici, das ist Engelland, die da ir nacion zuͦ Costentz erwarb und in geben ward.
Darin gehöret ir küngrich Engelland, das
küngrich Ybernia, das ist Schottenland, das küngrich von Arabia ennent mers,
dannen den Engelschen das guͦt gold kompt umba ir gewand. Diß küngrich ligent enent mers und hand port und schifung in
Engelland, der küng Medorum, das küngrich Persarum, die zway India, die küngrich,
die minder und die mer, priester Johanns1 landb, das küngrich Ethiopia, das küngrich Ydemnea, da moren inn sind, das küngrich
von Egipten, das küngrich Ninife, alles lannd, das der groß cham inn hat und der
soldan von Babilony und gantz India. Und maint man, es sigind mer dann xlij
küngrich, das alles haiden sind, doch sitzent allenthalben cristen lüt under inn.
Und ist und über die küngrich alle oder den meren tail ist der groß cham gewaltig,
der da sitzt zuͦ Cathagy et est civitas trium dierum itineris. Er hat ouch inn zway
patriarchenthuͦm und besetzt und entsetzt alle ertzbistum und bystum, so in sinem
gewalt ligent,
und nimpt die nütz in und macht haidesch bischof, die er nempt locidi, und
haidensch priester, die er nempt frantzi. Was aber cristen lüt an dem endc sitzent, die gehörent tzuͦ der nacion Anglici.
1Vgl. zum Priesterkönig Johannes, von dem auch in c. 474a die
Rede ist, W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 141; W. Baum, Die Verwandlungen des Mythos vom Reich des Priesterkönigs
Johannes (1999) S. 244f.; C. Rolker, Die Richental-Chronik als Wappenbuch S. 87–92.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 92.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 92 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k225
Die küng und dise lender der fünf nacion, die hatten all ir from gewiß erber
botschaft ze Costentz mit vollem gewalt, und gelert lüt, si wären cristen oder
nit, gaistlich oder weltlich, und jeglicher mit sins herren vollen gewalt, briefen
und sigel und mit redlichen instrumenten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 93,1.
[31r] Diß nacion, die kament alle tag zesamen, jegliche nacion in ain
conclave, das ist in ain beschliessung. Und hat jegliche nacion ir erber
botschaft, die gelert warent in götlichen rechten. Und sant also je ain nacion zu
der andren, was sy dann ze rat warent worden, und die ander nacion her wider; das
tribend sy taglichs.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 93,2.
a) ist EWoSt2.
1Vgl. cc. 34,1–2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k226
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,2.
Item es sassen die cardinal von bapst Benedicto und von bapst Gregorio och
zuͦ den augustinern im cappittelhuß, aber nit lang, wann sy bald zertailt wurden
under ander cardinäl.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,3.
a) folgt Nu vacht an, wie das concilium des monats February des vorgemelten jaͧrs E.
1Vgl. zum Domdekan Albrecht von Beutelsbach, in dessen Haus
sich die Kardinäle versammelten, auch c. 18.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 94,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k227
Nu vacht an, wie das concilium, die naciones, das collegium, die schuͦlen, ertzbischof,
patriarchen und die andern, die dann zuͦ dem concilio gehortend, mit dem küng ze rat
wurden, was das nächst und das best
wär ze tuͦnd, damit und ainhellikait und ain gemain hopt der cristenhait erwelt und
geben
wurd etc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 95.
An dem letzsten tag des monats February des vorgemelten jar, da warend all
naciones, das collegium, der küng und all herren, gaistlich und weltlich, ze rat
worden, das nüt bessers wär dann ainhellikait der cristenhait und dasa bapst Johannes williglich abträt von siner wirdikait und sins bapstethuͦmes,
wann sy von bapst Gregorius botschaft vernomen hetten, das er gern abtretten wölt
und ruͦw der hailigen cristenhait geben, die botten hetten es aber haimlich. Als nu
solichs für das concilium und bapst Johannes kam, nam er ain bedencken xiiij tag
und tet das daruf, das er maint, bapst Benedictus wär ain machtiger geborner man
und trat umb nüti ab. Dar [31v] zu maint er och, das sin botschaft, die er
gen Costentz gesendt hat, nit sollichen gewalt het, das uf ze gend noch solichs uf
zu nemen. Des gelichen maint er ouch von bapst Gregorio. Das bedencken ward im och
geben von gemainem concilio und mit ir aller rät, umb das sy in dester baß
erwaichen1 mochten, wann er vast hört daran was.
a) fehlt EWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 96.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 96 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k228
97 (Vgl. G/D1: 97–98; G/D1: 97–99)
An unser frowen taga zuͦ der liechtmeß ward ain gantze session und lut man frü darzuͦ mit der grossen
glocken. Und do man das dritb lut, do kamen sy all in das münster zu der session. Und besunder all gelert
lütc usser den küngrichen: von Sweden, Tenmarckt und Norwegen. Und brachten für das
concilium, wie vor ziten wär in iro küngrichen gesin ain hailig küngin
Brigitta1, die von gottes insprechen vil landes erfaren2 het, und mit ir allweg gefürt het in irem chosten und schaden ain gotforchtigen
maister in götlicher kunst, und sust zwen bewärt gotzferchtig priesterd, die sych allweg in gottes willen hielt. Und hat ouch in irem leben und nach
irem tod vil kuntlicher zaichen geton, das sy von iren alten hetten gehört, die
das gesechen habind, und noch kunglichee offenliche zaichen tet, die sy und menglich in dem land gesehen hetten. Und
batten das gantz concilio, das man sy erhuͦb und canonisirty. Do bedacht sich das
concilium und antwurt mit gemainem mund:
Mochten sy haben viiij doctores oder maister in götlichem rechten, oder ob sy all
nit gantz maister warind, das sy dann darstalten ander, das sind licenciaten, wenn
die viiij darstuͦnden und swuͦrenf zuͦ got und den hailigen uf dem hailigeng ewangelio, das sy sollich zaichen und wunder gesechent und gehört hetten, das es
gewarlich geschechen sy, und das ouch inen ir vordern solichs gesait hetten, das
es denn wol mocht gesin, und das man sy nach geschribnem rechten canonizieren sölt
und zuͦ ainem hailigen machenh. Also swuͦreni viiij, die sy denn also darstalten, uf dem hailigen ewangelio, das dem also wär.
Das swerenj beschach vor dem fronaltar im münster.
a) auber A; aubend Pr; abent D1.b) folgt zaichen G.c) gelert lüt] gelerten W.d) davor maister ausgestr. K.e) kuntliche WG.f) schwuͦren EWoSt2.g) fehlt EWoSt2.h) zuͦ machenn W.i) schwuͦren EWoSt2.j) schweren EWoSt2.
1Die Kanonisation Birgittas von Schweden (1303–1371), die
bereits 1391 durch Papst Bonifaz IX. erfolgt war, wurde in Konstanz und Basel
noch einmal bestätigt. In der Kirche Burg in Stein am Rhein wurde mit dem
Wandbild der Weihnachtsvision an das Ereignis erinnert. Vgl. O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 184; B. Konrad, Rosgartenmuseum Konstanz S. 30f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 183f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 183f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 164–167; O. Krafft, Papsturkunde und Heiligsprechung. Die päpstlichen
Kanonisationen vom Mittelalter bis zur Reformation (2005) S. 908–911; ders., Heiligsprechungen im Schisma, in: Gegenpäpste. Ein
unerwünschtes mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 384, 386; S. Volkart, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 186–193.
2Das Verb erfaren (ervarn) ist hier wohl im ursprünglichen Sinne von „reisen“ oder
„durchfahren“ bzw. „durchziehen“ verwendet.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 97.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 97 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k229
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 97 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k230
98 (Vgl. G/D1: 97–98; G/D1: 97–99)
Darnach het ain ertzbischof von Tenmarckt meß, und in der meß ward sy uf den
altar gesetzt, in irem namen ain michel pild, silbri und vergült, als ain hopt und
brust1 und het ain kron uf irem hopt, und ward da canonisiert und zuͦ
[32r] ainema hailigen gemacht mit rechter urtail und mit gemainem gesprochnem recht und mit
geswornenb ayden. Und nam der bischof das pild und gab damit den segen. Und der ertzbischof
huͦb mit luter stym an ze singen in latin: Ecce nova proles data est2 datac, das ist: Sechend, ain nüws kind ist got gebend. Darnach sang man Te Deum laudamus, und lut man laudes zuͦ dry malen. By diser meß
was bapst Johannes, vier patriarchen, xxix cardinal,
xxxxvij ertzbischoffe, zwen und sechtzig undf hundert bischoff, all prelaten, all gelert lüt, unser her der küng, all
churfürsten, fürsten, hertzogen, grafen, ritter und knecht.
a) zuͦ zuͦ ainem K.b) geschwornen EWoSt2.c) data est data] data est data WE; data est WoSt2.d) geborn W.e) davor bischof ausgestr. K.f) davor ein Buchstabe ausgestr. K.
1Gemeint ist wohl ein Büsten- oder Kopfreliquiar.
2Zu diesem Hymnus O. Krafft, Papsturkunde und Heiligsprechung. Die päpstlichen
Kanonisationen vom Mittelalter bis zur Reformation (2005) S. 910. Siehe hierzu
auch die Illustration mit Bildinschrift in Pr foll. 116r bzw. 117r.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 98.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 98 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k231
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 98 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k232
99,1 (Vgl. G/D1: 97–99)
Und uf den imbis hatten die botten der dryer küngrich ain kostliches maͧl berait und
luͦdent vil cardinall, ertzbischof, bischofa und ander vil gelerter lüt, unsern herren den küng und vil weltlicher fürsten.
Und nach dem maͧl prediotb ainer in latin. Und do es gegen dem aͧbend was, do lut man aber laudes.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 99,1.
99,2 (Vgl. G/D1: 97–99)
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 99,2.
Ouch stat hienach gemalt, wie bapst Johannes uf unser frowen tag zuͦ der liechtmeß
meß het und die kertzen wicht und wie er den segen gab und die
kertzen herab warf, und wie er umb den imbiß die kertzen den herren sandt zuͦ iren
hüsern und höfen, denen er sy gund etc.
Kanonisation der Hl. Birgitta, foll. 32v–33r, fol. 32v: Schwur der neun Lizentiaten auf das Evangelium, fol. 33r: Messe und Kanonisation1.
Kerzenweihe und -verteilung, foll. 33v–34r, fol. 33v: Herabwerfen der Kerzen durch Papst und Kardinäle, fol. 34r: Die kniende Volksmenge.
Austragung der Kerzen, fol. 34v.
1Mit bildlichen Hinweisen auf den Konstanzer Domschatz. Vgl.
hierzu M. Prange, Der Konstanzer Domschatz (2012) S. LI, LXIV; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 144f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 99,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 99,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k233
[35r] An unser frowen tag zuͦ der liechtmeß, do hat unnser hailiger
vatter bapst Johannes meß zua dem thuͦm ze Costentz, und wurden vor im gewicht die kertzen1, und sprangt selber das wichwasser daruf und laß selb ob den kertzen fünff
collecten. Und nach der meß gieng er uff die pfallentz uff den ärgger, der uf den
obern hof sicht uf dem kerhals2. Und stuͦnden vier cardinal by im, angelait als priester, und er was och also angelait,
alle mit inflen. Und och by im unser her der romschb küng und der hochmaister von Rodis. Und gab da dem volck den segen und warff
selbc mit siner hand vil kertzen abher under das volck, groß kertzen, der aine wol ain
halben vierdung hat von wachs und ainer halben eln lang, der warf er vil abher.
Darnach, do er irod vast vil herab geworffen hett, do wurffent sin capplon minder kertzen herab och
under das volck, das sich also an dem wachs erfand wol by lx pfunden. Und ward von
dem volck als ain groß krepffen und überfielent ainander, das etwen fünftzig uf
ainem huffen lagen und vil großes gelächters ward. Und nach dem imbis, do sant
unser hailiger vatter der bapst den herren, gaistlichen und weltlichen, die
namhaft waren, in ir herbergen, und wem er sy denn gund. Die tailten sy denn füro
iro hußwirt und hußfrowen, also das der kertzen yederman ward, wer ir begert. Und
maint man, dese wachs treff sich by anderhalbem centner.
2Wie an dieser Stelle deutlich wird, bestand die Funktion des
Erkers auf dem oberen Münsterhof u.a. darin, konziliare Öffentlichkeit bzw.
Visibilität herzustellen. Vgl. Th. M. Buck, Das concilium sass allweg in dem münster, S. 128f.; ders. / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 238–241.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 100.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 100 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k234
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 100 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k235
Und in dem, als sich bapst Johannes ain bedencknuß nam1, do kam botschaft von bapst Benedicto, das er in kain weg nit abtretten wölt,
wann er wär ainhelligklich erwelt und wolte ouch bapst sin sin lebtag, und wolte
och alle sin cardinal darzuͦ halten, das sy kain hielten wedera in, wann alle die, die in der nacion Hyspania waren, die hielten in und waren in
siner gehorsamkait. Des erschracken all fürstenb, gaistlich und weltlich, und was ain groß truren in allen den, so zuͦ dem concilio
gehorten, untz an den dritten tag die botschaft kam mit xiij
pfäritten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 101.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 101 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k236
An dem dritten tag darnach, do kam botschaft von den von Hyspania und allen
küngrichen under der selben nacion, die vor benempt sind1, mit gewissen briefen und mit rechter kuntschaft: Welhen das hailig concilium
erwalte, den wolten sy och zu bapst halten, und wolten willigklich abtretten von
der gehorsami bapst Benedicto. Do die botschaft kam, do waren die herren
widera frow, anb die, die es angieng, und ward aber laudes gelüt drystund, als vor benempt
ist2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 102,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 102,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k237
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 102,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k238
Und in dem ea das bapst Johannes zil ußkam, do ritten vil herren in, das alles zuͦ schriben ze
lang wurd. Und was solich zucht hie, das niement kain laid geschach
etc.
a) e] eeh EWo; fehlt St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 102,2.
[35v] Do nu bapst Johannes marckt, das es nit anders künd noch mocht
gesin, do hieß bapst Johannes dem gantzen concilio lüten ze ingendem mertzen1. Und kamen zuͦ dem concilio all cardinäl, all patriarchen, ertzbischoffen, bischoffen,
all äbt,
all schuͦlena, all gelert lüt, unnser her der romsch küng, all churfürsten, fürstenb, hertzogen, marggraven etc. und all herren, gaistlich und ochc weltlich. Und het bapst Johannes ain gesungen meß, und nach der gesungen meß ain
gesprochen meß, die het der bischofd Gnesnensis usser Polan. Und nach den zwain messen, do trat bapst Johannes für
mit sinen auditores, sinen secretarien, procuratores und notarien, und gab das
bapsttuͦm williglich uf und trat darvon, und swuͦre offenlich vor dem concilio und vor unserm herren dem römschenf küng und vor allem concilio, diß pull ze halten. Dasg was ain pull mit ainem pligin insigel mit hanffschnuren angehenckt. Und wainten
mit im sin diener und cardinal, ertzbischof und bischof und die under siner
obedientz warent, und unser her der küng. Und ward aber laudes gelüt, vor imbis,
nach dem undh er schwuͦr, ze vesper zit und och, als die nacht herkam.
a) all schuͦlen fehlt EWoSt2.b) fehlt WEWoSt2.c) fehlt W.d) korr. zu ertzbischof K; ertzbischof W; ertzbischoff EWoSt2.e) schwuͦr EWoSt2.f) fehlt EWoSt2.g) Das] Und W.h) fehlt W.
1Zur Generalsession am 2. März 1415, auf der Papst Johannes
XXIII. eine Abdankungsformel akzeptierte und öffentlich seinen Rücktritt anbot,
nachdem er bereits am 16. Februar ein Rücktrittsversprechen gegeben hatte, vgl.
J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 198; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 212–214; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 79f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 103.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 103 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k239
Und1 ist diß die pull2 in latin geschriben, die hienach geschriben stat, und gab die allen
ertzbischoffen. Die santen sy uß iren suffraganien und allen den, diea sy gern wolten, under ainem vidimus3. Und darnach auß der küng und vil cardinall mit dem bapst.
Johannes episcopus servus servorum Dei universis
Christi fidelibus presentes litteras inspecturis salutem et apostolicam
benedictionem. Universitati et vestrum singulis presentibus innotescat, quod
propter quietem tocius populi christiani profiteor, promitto, spondeo, voveo et
juro Deo et ecclesie et huic sacro concilio, sponte et libere dare potestatem ipsi
ecclesie per viam mee simplicis cessionis papatus et eciam facere et implere cum
effectu iuxta deliberacionem presentis concilii, si et quando Petrus de Luna
Benedictus XIII. et Angelus Cowario, Gregorius XII. in suis obedienciis nuncupati,
papatum, quem pretendunt, per se vel per procuratores suos legitimos similiter
cedant, et eciam in quocumque casu cessionis vel decessus aut alio in quo per meam
cessacionem velb cessionemc poterit dari unio ecclesie ad exstirpationem
presentis zismatis. Acta sunt hec in Constancia anno domini MCCCCXV prima die
marcii, hora nonarum, pontificatus nostri anno quinto.
a) fehlt W.b) cessacionem vel] fehlt WoSt2.c) vel cessionem] fehlt E.d–d) Nach dem und diß – und zuͦ aubend] fehlt EWoSt2.
1Der erste, bis zur lateinischen Urkunde reichende Teil von c.
104 fehlt in E und Wo.
2Die Bulle ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 15f. mit Anm. 12; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. XXXIIv; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 45f.; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 607; J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 284f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 186; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 115, 143; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 61f.
3Beglaubigte Abschrift einer Urkunde.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 104.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 104 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k240
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 104 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k241
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 104 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k242
Darnach an dem dritten tag, do kam bapst Gregorius botschaft mit vollem gewalt,
wie das er williglich von dem bapsthum abtretten wolt. Das waren vj cardinal und
saiten, ir her und och sy wolten tuͦn [36r], laussen und halten, wes sich das concilium erkante. Und kamen
all für das concilium, und mit in der hochwirdig her Pandolffus de Malatestis,
archidiaconus, der ouch in botschaft von bapst Gregorio wegen. Zu Costentz lagen
ouch alle, die in hielten, und gaben das bapsttuͦm uf in des concilium hand, und schwuͦren
uf dem ewangelio ze halten, wasa das concilium schuͦff und machte. Und wurden an stet all sechs zuͦ cardinalen bestät
und mantel und die huͦt geben und in ir wirdikait gesetzt.
a) was] und was E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 105,1.
Als nu die cardinal und botschaft, die von Benedicto gesant waren, solichs
sachen, do traten sy ocha ab und wurden och bestät wie vor.
a) fehlt W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 105,2.
Darnach zuͦ mittervastena, als man singet in der hailigenb kilchen Letare, do hat unser hailiger vatter bapst Johannes meß uf
fronaltarc zu dem thuͦm, und segnot da ain ytel guldin roßen1, der was vast kostlich. Und gab den guldin roßen mit siner hand in unsers herren
des küngs hand. Den empfieng er vast wirdigklich vord fronaltar in dem münster. Und het den in siner hand die meß uß. Und nach der
meß, do gieng unser hailiger vatter der bapst in die pfallentz uf den ercker und
mit im der küng und vil cardinal, ertzbischof unde bischof und siben fürsten, und bot man den roßen heruß, das in menglich sechen
mocht, und gab der bapst den segen darmit.
a) mittersten vasten W.b) fehlt W.c) fronaltar] dem fronalter W; dem fronaltar ESt2; dem fronalltar Wo.d) vorm W.e) fehlt EWoSt2.
1Die Verleihung der Goldenen Rose an Sigmund erfolgte (am
Sonntag Laetare) am 10. März 1415. Vgl. E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 289f.; E. Cornides, Rose und Schwert im päpstlichen Zeremoniell (1967) S. 45–59;
B. Schimmelpfennig, Die Organisation der päpstlichen Kapelle in Avignon, in:
QFIAB 50 (1971) S. 90; Th. Cramer, Bilder erzählen Geschichte S. 342–344; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 217; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 196f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 81; M. Prange, Der Konstanzer Domschatz. Quellentexte zu einem verlorenen
Schatzensemble des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (2012) S. L mit Anm.
112, 55 mit Anm. 71; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 145; G. J. Schenk, Zeremonielle und Rituale auf dem Konstanzer Konzil S. 24f.; ders., Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 303 mit Anm. 196;
U. Gießmann, Der letzte Gegenpapst S. 230; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 74 Anm. 149; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 106.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 106 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k243
Und nach dem segen, do nam unnser her der küng den selben roßen in sin hand mit
ainem guldin tuͦch und rait mit durch die stat, und mit im all churfürsten, fürsten,
grafen,
fryen, ritter und knecht. Und zogt man mengklichem den rosen. Und ritten vor im
sine prosoner und der andren fürsten prosoner, der warend xxiij, und alle pfiffer,
der was xl. Die pfiften und prosonten stattiglich. Und rait do widerumb uff den
obern hoff für die pfallentz und stuͦnd do ab vor der pfallentz vorm bapst und gieng
ze fuͦß mit dem roßen in das münster und stalt den rosen uff fronaltara und gab in da unnser lieben frowen, da er noch hüt by tag ist. Und gieng wider
in die pfallentz und ass den imbis mit dem bapst.
a) fronaltar] den fronaltar WSt2; den fronalltar Wo.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 107.
Uff den selben imbis hat unnser hailiger vatter bapst Johannes gelatt unnsern
herren den küng und vil cardinall, ertzbischoff und bischoff und ander fürsten und
gelert herren, und bott in es vast wol. Doch sas der bapst sundrig, das niemant
mit im ass, denn er allain uff ainem sundrigen tisch. Und an dem andern tisch
unnser her der küng und vor im der cardinall Ostiensis und ye darnach ain cardinal
und ain weltlicher fürst vor im oder ain patriarch alda ain ertzbischof oder ain bischof. Und an dem dritten tisch die auditores und die
gelerten. Das beschach in der pfallentz in der großen stuben, und nach tisch
prediot ainer in latin. Und ißt nieman mit dem bapst etc.
Weihe und Überreichung des Goldenen Rosenzweiges, foll. 36v–37r, fol. 36v: Messe und Segnung, fol. 37r: Übergabe der Goldenen Rose an Sigmund.
Segen des Papstes, foll. 37v–38r, fol. 37v: Volk, fol. 38r: Papst und Klerus.
Umritt des Königs mit der Rose, foll. 38v–39r, fol. 38v: König und Rose, fol. 39r: Posaunisten und Pfeifer.
a) ald] als E.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 108,1.
[39v] Und1 uf den tag am suntag Letare, do hat Johannes Huß, der denn vor gen Costentz
komen was von gebots wegen des conciliums, in der Pfistrinen huß2 an Sant Paulsa tagb meß und hieß darzuͦ lüten, und ainfaltig ungelert lüt und horten sin meß. Das ward
im nu verbotten
von ainem vicary zuͦ Costentz. Do er das marckt und ander red, so uf in gieng von
sins unglobens
wegen, do ward er im fürchten über das, das im ain guͦt gelait geben was vom bapst
und dem concilio und och von unserm herren dem
romschen küng. Dem gelait wolt er nit gantz getrüwenc und lait sich in ain wagen und verdackt sich mit strow und nam zuͦ im, was im not
was von essen und von trincken3. Der wagen und died knecht wolten nach dem imbis ze holtz faren. Und was der wagen ains ritters von
Beham, hieß der Latschenbock4. Und was im zig, er wär ouch ain Huß, und warend baid in ainer herberg, wann der
Latschenbock den Hussen heruss bracht von Beham. Und brach also selb sin
gelait5. Do man nu ze tisch wolt gon und man sin mangelt, do luff an stet der
Latschenbock und der Kolobrant6, ouch von Beham, ritter, für den burgermaister Hainrichen von Ulm und clegt im
das. Der burgermaister, der hieß an stet alle thor beschliessen und hieß mengklich
gewappet uff den obern marckt komen ze rosß. Das beschach ouch an stet. Und do man
soe baldf gerüst kam, das lobten die frömdeng vast, das man als gehorsam und das solich schön zügh in ainer clainen stat was, die da wisten, warumb es was. Die es aber nit wißten,
die erschracken, do die also by ainander hielten und jeglicher geordnet ward,
wahin er ritten und loffeni sölt und an welichj rick.
a) Pals W.b) tag] gassen A.c) vertrüwen W.d) der E.e) so] das E.f) so bald] also W.g) främden E.h) fehlt E.i) lauffen E.j) welh E.
1Vgl. cc. 149 und 150. Die cc. 109–110 fehlen in Wo und St2.
2Haus „Zur roten Kanne“ der Fida Pfister, heute Hussenstraße
22. Vgl. J. Marmor, Das Konzil zu Konstanz in den Jahren 1414–1418 (21864) S. 69; F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 77, 245f.; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 62; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 49–71 mit Abb. 4; ders., Auf den Spuren der Fida Pfister. Die „verschollene“ Wirtin
des Jan Hus bekommt ein Gesicht in: Konstanzer Beiträge zu Geschichte und
Gegenwart 4 (1995) S. 105–121; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 28; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 247; D. Leykam, Das Hus-Museum in Konstanz. Zwischen historischem Museum und
Erinnerungsort, in: SVG Bodensee 133 (2015) S. 205; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
53f.; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 173; Th. M. Buck, Das „Kunst- und Alterthumskabinett“ Joseph Kastells S.
149f.
4Heinrich Lacembok von Chlum, zusammen mit Wenzel von Leštno
oder von Dubá und Johannes von Chlum Begleiter von Jan Hus. Vgl. R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 174f.; F. Šmahel, Die hussitische Revolution (MGH Schriften 43, 2,
2002) S. 912; P. Soukup, Die Maßnahmen des Konzils gegen die Hussiten, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 95; ders., Jan Hus (2014) S. 189. Siehe für das Jahr 1414 auch das
Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B I
2) S. 21.
5Der Satz, der in A und Pr fehlt, macht die hinter der
Fluchtgeschichte stehende Intention deutlich. Hus soll als jemand erscheinen,
der sein Geleit selbst gebrochen hat, was einer Selbstexkulpation der Stadt
gleichkommt; vgl. c. 110. Hierzu W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 119f. Anm. 1; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f: „This attempted flight therefore became the
justification for Husʼs imprisonment“.
6Johannes von Chlum, gen. Kepka.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k244
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k245
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k246
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k247
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k248
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 109 Anm. 6.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k249
Also ward der selb maister Hans Huß funden in dem wagen. Und sprach der
Latschenbock zuͦ im: Warumb hand ir üwer gelait selbs brochen? Und glich uff vesperzit,
do
fuͦrt der selb Latschenbocka und der Kolobratb den selben Hussen uff den obern hoffc für die pfallentz und gaben in bapst Johannes, und luffent im nach mer denn xij
tusent menschen durch wunders willen, und brachten in ze roß. Und do er
abstuͦnd, do entrand er under die lüt und wolt sich verschlagen haben. Es halff in aber nit, wann des
bapsts botten mit den silbrin stecken, die erwuschten in. Und der bapst lait in
gefangen in die pfallentz. Da lag er by acht tagen. Darnach ward er gelait zu den
prediern. Da lag er, untz das er verbrant ward. Und giengen allweg zuͦ im gelert lüt
in der götlichen kunst und disputierten mit im von sins bösen
globens wegen, und ward von in allweg überwunden, und wolt des bösen globen
abgestanden sin, muͦst er es nit widerruͦft haben und gen Beham geschriben, das er
valsch gelert und geprediot hett. Das
wolt er nit ufnemen und wolt sich ee laussen brennen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 110.
[40r] Nun möcht etlich wol wundren, wie der bapst dem volck den segen gab
uf dem obern hoffa. Das sol man wissen, das uf dem obern hoff ze Costentzb an der pfallentz ist ain gewelbter kerhalß. Uf dem kerhals was ain ärgger, glich
als wit als der kerhals ist ain gemach. Ob dem gemach was ain ärgger, ain michler
uß geschossen, der hervornen dry michel baigen, da vier in ainem baigen wol
mochten ußherc sechen, und zu yetweder syten zwen großen baigen. Und gieng man usser der
pfallentz in den ärgger. Und wenn der bapst den segen wolt geben, do hanckt man uß
zuͦd den baigen wiße tuͦch, kostbare, von damasche des besten. Und der ärcker was inen behenckt mit sollichen tuͦch obnan an der büni
mit guldinen tuͦchern. Und uf dem mitlen baigen lait man ain lang kostlich tuͦch und
ain küssi daruff, und uf das küssi aber ain guldin tuͦch, das vastf herabwert hanget. Und wenn er den segen wolt geben, do gieng vor im ain bischof
mit ainer wissen infelen, und trug ain guldin crütz vor im; nach dem crütz zwen
bischof aber mit wissen inflen, die truͦgend in iren henden zwo michelg groß brinend kertzen und stiessent die kertzen also brinend zuͦ dem ärgger ußher.
Darnach do kament vier cardinäll, och mit ir wissen inflen,
etwen sechs, etwen minder, etwen mer, und stalten sich in die baigen, und och
unnser her der küng. Und stalt sich ouch mit siner kron dahin. Und nach denen,
doh kam unnser hailiger vatter der bapst, angelait so er ymmer kostlichest kond als
ain priester. Und hat ain wisse inflen uff sinem hopt, und het under dem messachel
ains rocks mer dann ain priester, und het zwen hendschuͦch an den henden und ain groß
vingelini mit ainem großen edel stainj an dem mitlosten vinger an der rechten hand. Und stalt sich in den mitlosten
baigen allain, das in menglich wol sechen mocht.
a) folgt ze Costentz W.b) ze Costentz fehlt W.c) usser E.d) fehlt E.e) dammast A; damast W.f) fehlt EWoSt2.g) mich E.h) fehlt W.i) ring W; vingerlin ESt2; ringlin Wo.j) gestain W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 111.
Darnach kament sin sanger all mit brinenden kertzen, das der ercker schain, als
ob er bruna; und stalten sich zuͦ dem bapst hinderwert. Und gieng ain bischof zuͦ im und zoch
im ab die inflen. Und nach dem, do fieng der bapst an ze singen in
gemacher stim, doch das in mangklich wol hort, wann mengklich uff dem stilb schwigot: Sit nomen dominic benedictum, und macht ain crütz vor im. Die sänger hinder im antwurten: Ex hoc
nunc et usque in seculum. Aber macht der bapst ain crütz vor im und sang:
Adiutorium nostrum in nomine domini. Und antwurten im aber: Quid fecit celum et terram. Darnach sang der bapst: Benedicat vos pater et filius et
spiritus sanctus, und macht drüw crütz. Und antwurten im aber: Amen. Darnach satzt
im der bischof die infel wider uf und gienge widerf in die pfallentz und menglich wider haim.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 112,1.
Und diß figur stat hievor gemalet1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 112,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 112,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k250
[40v] An mentag nach Letare, do ward ain groß sessio in dem münster. Und
kament dahin all gaistlich fürsten, cardinall, patriarchen, ertzbischoff und
bischoff, all äbt, bröpst, all gelert lüt und gantz pfafhait und all schuͦlen. Do
ward man ze rat, das man je erdencken wolt, wie unverzogenlich ain
ainhelliger bapst wurd. Do stuͦnd enmitten under in uf der churfürst und ertzbischof
von Mentz, ain geborner
graf von Nassow, und sprach offenlich: Und wär, das sy dehainen andern nämen denn
bapst Johannes, so wolt er niemer daby gesitzen, und wolt im ouch kain gehorsami
niemer tuͦn1. Dawider sprach der patriarch von Constantinoppel2 in latin: Quis est iste? Dignus est comburendus. Das ist zuͦ tütscha gesprochen: Wer ist der? Er ist wirdig, das man in verbrenn. Do das der
ertzbischof von Mäntz erhort solich wort, do ward er im fürchten, wie ain grosser
her er was, und luffb usser der session. Und also zergieng die session. Der ertzbischof sas von stund
an in ain schif und fuͦr gen Schafhusen und darnach haim. Und ritten imc alle sin diener nach3.
2Jean de la Rochetaillée, Titularpatriarch von
Konstantinopel.
3Johann II. von Nassau, Erzbischof von Mainz, war mit Papst
Johannes XXIII. verbündet. Hierzu J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 283; H. Finke, ACC 3 (1926) S. 264 Anm. 2; H. G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 108–112; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 329; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 199; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 205f.; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 19; H. Krieg, Ein fürstlicher „Trittbrettfahrer“? Markgraf Bernhard I. von
Baden, Johannes XXIII. und das Konstanzer Konzil, ebd. S. 61.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 113.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 113 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k251
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 113 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k252
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 113 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k253
Darnach an dema zinstag ward kain session, wol jeglich nacion gieng zesamen, jegliche an die
stat, dahin sy dann geordnet was, das collegium, die cardinall, och dahin sy
geordnet waren. Und gieng allweg der küng mit sinen räten zuͦ dem collegium und zuͦ
yeglicher nacion, von ainer zuͦ der anderen, und gab inen och sinen rat, won er wol
latin kund reden.
a) an dem fehlt W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,2.
Am dornstag ward kain session, wann das aber die naciones zusamen kamen und sich
also bedachten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,3.
Am fritag ward ain grosse session als an dem mäntag, und wurden des all
gemainlich ze rat, das sy die gelertosten under in ußerwalten, die inen ain
gotlichen weg und den nachsten geben solten zuͦ der ainikait und zuͦ der welung.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,4.
Und darnach am sontaga, do tet man nüt, wonn das man wartot, wes sich die gelerten bedacht hetten.
a) samßtag A.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,5.
Ouch het am Judica meß ze Costentz uf dem fronaltar der ertzbischoff
Salisburgensis uß Engelland.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 114,6.
Mornendes am mäntag, do unnser hailiger vatter bapst Johannes marckt und
verstuͦnd, das sy also ains worden waren, do ward er unwillig und het gern geiert,
das
dasa concilium noch die wal nit für sich wär gegangen. Und sprach, er und die sinen
waren nit sicher ze Costentz. Er het ouch kain solich sicher gelait, als im denn
wär zuͦgesait worden. Und die sinenb konnden noch mochten von im noch zuͦ im nit sicher wanndlen. Und wär im die stat
nit gevellig, und wolte das
concilium legen, da es baß und sicherer läg1. Das kam nu unsern herren den romschenc küng für. Der gieng zuͦ unnserm hailigen vatter dem bapstd und sprach zuͦ im: Wie in das fürkomen wär, das er von Costentz ziechen wölt [41r] von
unsicherhait wegen. Duchte in, das er oder die sinen gelaits nit gnuͦg hetten, so
wolt er in gelaitz gnuͦg schaffen, wie sy das gehept wolten haben, und wie in selb
beduchte, das er wol
gnuͦg versorget wär. Wa aber das nit gesin möchte, das er im dann der eren gund, so
wölt er in mit sins selbs lib sicher fuͦren, wahin er begerti. Und sandt glich der
römsch küng nach den rätten zuͦ Costentz und erzalt in die sachen. Die rat giengen
an stet zuͦ unnserm hailigen vatter dem bapst und sprachent: Hailiger vatter, üwer
hailikait
entsitzt villicht, ir habint nit gelaitz gnuͦg, wollen wir üch gelait geben und üch
behuͦten für alle welt. Und solt es als härte werden, das sy ire kind essen muͦsten, noch dennocht wolten sy im sin gelait halten
und mit im sterben. Das
bestuͦnd also und ward das mengklich gewar. Des danckt der bapst in; doch wist er
wol,
was im anlangf und wes er muͦt het, als hienach geschriben stat.
1Zu den dem Papst und der römischen Kurie von der Konzilsstadt
Konstanz vor seiner Ankunft gewährten Sicherheiten vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 5 (1699) S. 5–10 die „Pacta inter papam
et Constantienses de securitate papae in concilio“, die der Papst offenbar
verletzt sieht. Siehe hierzu auch G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 182; H. Finke, ACC 1 (1896) S. 180f., 250f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 86f.; H. Maurer, Die Stadt Konstanz und das Konzil, in: 1414–1418.
Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 153; G.
J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 279f. mit Anm. 102;
A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 25.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 115.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 115 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k254
Darnach marckt unser her der romsch küng, das der bapst vil haimlichs gesprächs
het mit hertzog Fridrichen von Österrich. Und sandt nach im und sprach: Uns ist
fürkomen, wie ir unnsern hailigen vatter den bapst von hinnen wellint füren. Will
er denn ye nit beliben, so gonnenda uns der eren, so wöllen wir in mit üwern hilffen von hinnen füren, in welhes
land er will. Do antwurt hertzog Fridrich von Österrich, er wölt in niena hinfüren
und tät es ouch ungern, und wär im och nie gedacht worden. Das benuͦgt unnsern herren
den küng wol, und bestuͦnd dozemal also.
a) gunnend EWo; gönnet St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 116,1.
Es ward aber all wochen sessio an dem mäntag, an der mitwochen und am fritag. Und
an den andern tagen sassen die naciones zesamen, das collegium, auditores,
yederman an siner stat. Und sassen allweg umb prim am mentag, mitwoch und fritag
die auditores. Und muͦst man frü lüten von des geschrais wegen, das da was von den
lüten in Sant
Steffans kilchen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 116,2.
Ouch hat man gemacht by xij bichtstuͦlen zuͦ dem thuͦm ze Costentz. Darinn sassent
des bapsts penitencier in den absiten aͧcht und vier by dem tofstain und vier by Sant
Peters altar, die stattigklich
bicht horten. Und was an jeglichem stuͦl geschriben, was sprach er kund1 und von welhem land er geborn was und in welhe nacion er do gehort. Und hat
yegliche sprach sin bichter.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 117.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 117 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k255
118 (Vgl. G/D1: 118–119,1)
Darnach an dem xx. tag in dem Mertzen, das was an Sant Benedicten aubenda des hailigen abtes, ain stund nach mittemtag, do fuͦr bapst Johannes der XXIII. von
der stat Costentz, und rait uf ainem clainen
rößlin und hat ain grawen mantel an, [41v] erfült mit wissem tuͦch zuͦ ainer siten offen, und ain grawe zwifalte kappen, ouch
mit schlechtem wissem
tuͦch erfült, uf sinem hopt, und den zippffelb umb sin hopt gewunden, das man in nit under oͧgen sechen mocht1. Und hat ain armbrost anc siner siten, als ob er ains herren knecht oder bot wär. Und rait vor im ain
clainer knab, ouch verbunden, das sin nieman kund acht nemend noch erkennen. Und rait bald ains schnellen trabens gen Ermatingen in des
lütpriesters huß. Da ruͦwet er und hieß im bringen ainen trunck wins, und möcht weder
der lütpriester
noch niema in dem huß kennen. Und saß dae in ain wol geferckotf schiff2, das sin diener im bestelt hatten. Und das es nieman wißt danng hertzog Fridrich von Österrich, der im ouch darzuͦ halff und das und anders bestelt
hat. Und ist diß dieh figur, wie der bapst enweg rait. Bezieht sich auf das Bild fol. 42r unten.
a) Benedicten tag aubend EG.b) zwipfel W.c) in W.d) acht nemen] acht niemen K; achten WoSt2.e) da] und W.f) wol gevertigot W; wol gefergot EWo; wol gevertiget G; wol geferget St2.g) denn EWo; den St2.h) fehlt W.
1Zur Flucht des Papstes, der – wohl zu seiner Absicherung – am
15. Oktober 1414 zu Meran ein Bündnis mit Herzog Friedrich IV. von Österreich
geschlossen und ihn zum Generalkapitän der päpstlichen Truppen bzw. der
römischen Kirche ernannt hatte, vgl. J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 285; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 119; H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 7–59; ders., Das badische Land und das Konstanzer Konzil, in: Festgabe
der Badischen Historischen Kommission zum 9. Juli 1917 (1917) S. 52–65; ders., ACC 3 (1926) S. 36f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 199; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 33–37, 41–50; H.
G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 242–304; H. Kramer, Das Meraner Bündnis Herzog Friedels mit der leeren Tasche
mit Papst Johann XXIII., in: Der Schlern 15 (1934) S. 440–452; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 232–236, 268; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 191; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 41f.; H. Koller, Kaiser Siegmunds Kampf gegen Herzog Friedrich IV. von
Österreich, in: Studia Luxemburgensia, hg. von F. B. Fahlbusch und P. Johanek (1989) S. 334–340; Ph. H. Stump, The Reforms of the Council of Constance (1414–1418) (1994)
S. XIII; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 21–23; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 224–233, 269–278; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 25f.; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 145, 148; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 111–116; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 81f.; J. Miethke, Via Concilii: Der Weg des Konstanzer Konzils aus der Krise des Schismas S.
79; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 17–44. Siehe auch:
Die sog. Klingenberger Chronik. Bearbeitet von B. Stettler (2007) S. 175, 189.
2In der Luzerner und amtlichen Berner Chronik des Diebold
Schilling sieht man den Papst im gedeckten bzw. offenen Schiff sitzen. Vgl. Die
Luzerner Chronik des Diebold Schilling 1513. Faksimile-Ausgabe der Handschrift
S 23 in der Zentralbibliothek Luzern, hg. von A. A. Schmid (1981) fol. 34v (68); Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.1, fol. 336; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 409f.
3Die Illustration ist in der Blattmitte platziert und steht
hier an falscher Stelle; sie hätte bereits fol. 39v zu stehen kommen müssen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 118.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 118 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 118 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 118 Anm. 3.
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119,1 (Vgl. G/D1: 118–119,1)
Desselbena tags nach der vespera, do stach hertzog Fridrich von Österrich uff dem inren usserfeld by dem
Paradisb mit dem jungen grauf Fridrichen von Zili umb etwavil clainetc. Und maint man, erd tät es darumbd, das man sin dester minder achettie. Und do er glich verbunden het und der graf och verbunden het, und ef das der stich beschach, do kam zuͦ im siner diener ainer, maister Uͦlrich Saldenhorng, decretorum doctor vonh Waltsew, der runet im in den helm, das bapst Johannes enweg wär1. Doch so volgieng der stichi und maint man, er erschreck, und verlor hertzog Fridrich die ring und die
clainot und rait an stet in die stat in ains juden huß [42r] zuj der Wannen2, und sandt an stet nach sinem ohenk, grauf Hannsen von Lupffen3. Der ward an stet die sach mercken und wolt nit zuͦ im komen und enbot im: Het er
ain solich sach on in angefangen, das er sy dann
on in ußrichte. Do kam zuͦ im Hanns truchsäs von Diessenhoven, genant Molle, sin diener4, und sach in an und sach, das er erschrocken was, und handelt in übel mit
worten5 und sprach: Ir erschrockner her, was hand ir getan? Und warff in bald uf ain
pfärit, und nam er ouch ains und nit mer dann ain knab mit in, und rittenl zum Augustinerthor uß und dien graben umbhin und gen Schafhusen dem bapst nach.
a–a) Desselben – vesper] Och des selben tags, als der bapst enweg geritten was, umb vesperzit
W.b) Parendis W.c) ring A; clainat EGWoSt2.d–d) er – darumb] es geschäch und tät darumb W.e) achttoti E; achtotti Wo; achtete St2.f) e] ee E; eeh Wo; ehe St2.g) Conrat Säldenrich A.h) fehlt W.i) volgieng der stich] volgiengs W.j) zu] in ESt2; inn Wo.k) öhynn W; öhen EWo; ohein St2.l) ritter W.m) fehlt W.n) den WoSt2.
1Zu den Begleitern bei der Flucht des Papstes vgl. H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 21f. Siehe auch Aegidius
Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt.,
Bd. VII, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 313.
2Vgl. zu dieser Textstelle, die eventuell die Rolle von Juden
als Bankiers zur Konzilszeit beleuchtet, Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 22; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 40; P. Niederhäuser, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 146; D. Weltecke, Juden im Bodenseeraum, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 162; dies., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 121f.; H. Fidler, König Sigismund, das Konstanzer Konzil und die Juden S.
86f., 93, 96, 98. Siehe zu diesem Thema auch K. Hruza, König Sigismund und seine jüdischen Kammerknechte, oder: Wer
bezahlte „des Königs neue Kleider“?, in: Kaiser Sigismund (1368–1437). Zur
Herrschaftspraxis eines europäischen Monarchen, hg. von K. Hruza und A. Kaar (2012) S. 75–135.
3Graf Hans von Lupfen (auf der Baar am Westrand der
Schwäbischen Alb).
5Zu Richentals Darstellung vgl. H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 26.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1 Anm. 3.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1 Anm. 4.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,1 Anm. 5.
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Und uff den selben aubend unda in der nacht und frü mornends, do ritten und giengen enweg, die dem bapst
zuͦgehorten, dem bapst nach1. Und ward doch des ußziechends so vil, das unser her der kaiser2 des inen ward, ritten sy nit mer als offenlich, wann sy inb entsassen, sy wurden uff dem weg angriffen.
1Zu den Anhängern und Gefolgsleuten, die dem Papst nach
Schaffhausen nachfolgten, vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 25; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ebd. S. 224f.
2Zu kaiser statt küng, wie A und G schreiben, vgl. M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 4f.; vgl. auch
c. 223,3, wo kaiser ausgestrichen wurde.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,2 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 119,2 Anm. 2.
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Und frü mornendes, als der tag uf kam an Sant Benedicten tag, do nam unser her
der romsch küng hertzog Ludwigen von Bayer von Haidelberg zuͦ im und rait durch die
stat ze Costentz mit sinen prosunern zuͦ allen wechslern1, uß was land sy waren, ouch allen appoteckern und kramern, der doch ob drüw
hunderten ze Costentz was, und zuͦ allen hantwerchs lüten und zuͦ allen cardinalen,
ertzbischoffen und bischofen und zuͦ allen frömden herren, sy waren gaistlich oder
weltlich, und hieß stattiglich uf
prosunen, und ruͦft durch die stat mit sin selbs mund, das niemend enweg zug noch
füre, e das man
inen wird, was der sach wär. Wann bapst Johannes haimlich enwäg wär, es solt ouch
darumb niemand erschrecken, in was stat er wär. Und solt ouch mengklich libs und
guͦts sicher sin, und mengklich bessern frid haben sölta dann vor. Des ward mengklich frow, und lopten darinn unsern herren den küng vast
und sprachen: Wär es beschechen in wälschen lannden, so wären sy gantz
umbb ir hab und guͦt komenb. Und also uf das ruͦffen und uf die sicherhait, do schlussen sy ir gädmer und irc wechselbänck wider uf und hatten wider fail als vor.
1Die Wechsler hatten nach der Flucht des Papstes ihr Geld in
der Furcht, es zu verlieren, bereits fortgeschafft. Vgl. J. Cahn, Münz- und Geldgeschichte der im Großherzogtum Baden
vereinigten Gebiete, Teil I (1911) S. 234; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 234 Anm. 24, 268; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 142; ders., Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 57.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 120.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 120 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k266
121,1 (Vgl. G/D1: 121,1 und 124,1)
Mornends, do sant unser her der küng nach allen fürsten und herren, gaistlichen
und weltlichen, das sy zuͦ im käme[na] in das münster, und nach allen den, die von des concilio wegen da lagen. Und
clegt sich da vor in allen, wie das hertzog Fridrich von Österrich den bapst het
enwegb gefürt über das, soc er im verhaissen het, solichs nit ze tuͦnd, und het daran im und dem hailigen concilio
grossen schmach geton und sy daruf
gangen, damit das concilium gehindert und geiert wurd und die ainhellikaitd der cristenhait
[42v] nit für sich gienge2. Und das och vil machtig personen zuͦ im clegt hetten, wie das er inen mit gewalt
und on alles recht das ir genomen
hab und noch mit gewalt inne hab, denen er doch nit wolte zuͦ dem rechten ston und
sich doch des verbunden hat ze tuͦnd, des er ouch also abgangen sy. Und bat, im darumb
rat und hilff ze tuͦnd. Do ward im von allen herren, gaistlichen und oche weltlichen, geraten, das er den selben hertzog Fridrichen von Österreich umb diß
sachen laden sölt für sin gericht, sich selb da ze versprechen umb alle sachen,
und dann darnach zuͦ im richte, als recht wär.
1Das nur einen schmalen Streifen am unteren Blattrand
einnehmende Bild wurde bereits fol. 41v angekündigt, aber stattdessen die Aufstellung der Goldenen
Rose durch König Sigmund gebracht. Die Illustration zur Flucht des Papstes
klappt daher nach und unterbricht den Erzählfluss, in W findet sich hier fol.
66r–v kein Bild, dafür aber in Pt fol. 36v.
2Vgl. hierzu Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten zur Geschichte
des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXVI § 64, S. 59.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 121,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 121,1 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 121,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k268
Und von stund ana saiten unserm herren dem romschenb küng hilf zuͦ all weltlich churfürsten, herren, grafen, fryen, ritter und knecht,
die dannocht
lehen von im hatten, und alle des römschen richs stet, das sy im alle umb diß sach
mit lib und mit guͦt helffen wölten über hertzog Fridrichen von Österrich. Und saiten
im och ab mit
iren widersag briefen und botten mer dann cccc namlicher herren und stet, die all
gesendt wurden gen Schafhusen hertzog Fridrichen von Österrich.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 121,2.
Do nu der widersag brieff an der guͦtten mitwochen und an dem großen dornstag also
vil gen Schafhusen kament, do kam
schreck und forcht in bapst Johansen, das er nit mer ze Schafhusen sin wolt. Und
ama stillen fritagb nach dem ampt, ec das er vol enbißd, do kam solicher großer regen, wind und schnew, als vor in langer zit nie
beschach1. Und in dem selben regen, wind und schnew fuͦr bapst Johannes von Schafhusen und
kam gen Loffenberge und darnach von Loffenbergf gen Friburg in dem Brißgöw. Und sandt von Loffenbergg ain bull2 gen Costentz dem gantzen concilio und allen gaistlichen herren, die also
lutet:
a) am] nach dem W.b) karfrytag G.c) e] ee EWo; eh St2.d) vol enbiß] wol W.e) Lauffenberg EWoSt2.f) Lauffenberg EWoSt2.g) Lauffenberg EWoSt2.
1Zu den Umständen der Reise von Schaffhausen nach Laufenburg
und schließlich über den (verschneiten) Schwarzwald nach Freiburg vgl. Aegidius
Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt.,
Bd. VII, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 34f.; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 233; H. Haumann / H. Schadek (Hg.), Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau 1
(1996) S. 220f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 270; vgl. c. 19.
2Die Bulle ist in G und D1 ins Deutsche übersetzt. Wo und St2 geben nur den Anfang. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 37f.; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. XLIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 102; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 597; G. Cerretani, Liber gestorum, in: ACC 2 (1923) S. 234; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 192f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 144; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 269; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 72 mit Anm. 33.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 122.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 122 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k269
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 122 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k270
Johannes episcopus servus servorum Dei universis
Christi fidelibus presentes litteras inspecturis salutem et apostolicam
benedictionem. Universitati vestre et vestrum singulis presentibus innotescat,
quod cum propter metum, qui merito cadere poterat in constantem, de civitate
Constantiensi decessimus et ad terram Scaffuse Constantiensis diocesis pervenimus,
credentes abinde omnia et singula posse practicare, que forent ad reputacionem et
unionem ecclesie sancte Dei, quam de die in diem cordialius exoptavimus. Causante
humani generis hoste impedimento supervenerunt talia, quod exinde feria sexta
maioris ebdomade post celebratum officium, ingravescente aeris tempestate
permaximum, nos opportebat exinde discedere, eciam propter metum, qui cadere
poterat in constantem, ut loco et tempore congruis et securius eciam in generali
concilio, ubi et quando tute patebit accessus, luce clarius ostenderet. Et quamvis
mors censeatura terribilium omnium ultimum, illam,b nec alia, que nobis inminebant gravissima pericula,
tantumb formidavimus, sicut hoc unum, ne ex hoc occasione
temptata Petrus de Luna, olim Benedictus XIII. et Angelus de Corwario, Gregorius
duodecimus [43r] in eorum obedienciis nominati, allegantes
impressionem nobis factam et illatam se quovis modo retraherent accessione preter
si iurisd quomodolibet in papatu, et sic pertraheretur effectus
pacis ete unionis huiusmodi ad quorum rerum et salutarem
effectum suprema nostra desideria tendunt; et in quantum in nobis erit, ut pax et
unio subsequentur huiusmodi in nullo cessabimus seu studia nostra
quomodolibetf subtrahemus. Datum Loffenberg Basiliensis diocesis,
pridie nonas Aprilis pontificatus nostri anno quinto.
a) censeat W.b–b) illam, ne alia – pericula, tantum] fehlt E.c) nec Feger.d) iure W.e) fehlt W.f) quomodolibus W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 123,1.
Do nu die pull gen Costentz kam, do ritten von Costentz fünff cardinal usser
Lamparten und vila ertzbischoff und bischoff von Ytalia und och etlich von Hyspania und etlich
auditores. Die ließ man rittenb dem bapst nach. Die kament nie ferer dann gen Schaufhusen und belibent da by
fünf tagen und nit lenger, und kament wider gen Costentz, und rait in nieman
engegen, dann die iren spotten wolten1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 123,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 123,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k271
124,1 (Vgl. G/D1: 121,1 und 124,1)
Vor dem do schluͦg unnser her der romsch küng besigelt brief, mit siner maiestat insigel
besigelt,
an das münster thor gen dem obern hoff werts und ain gen Sant Steffan an die
kilchthür. Und luͦd mit den briefen hertzog Fridrichen von Österrich für sin künglich
hofgerichta umb das übel, so er an im getan het, an dem hailigen concilio und an der gantzen
cristenhait, und ouch, das er sich verantwurten sölt gen mengklichem, den er das
ir mit gewalt aneb recht ingenomen het, die zuͦ im zuͦ sprechen hetten, als och er das vormals muntlich
verhaissen het ze tuͦnd vor vil wirdigen lüten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,1.
124,2 (Vgl. G/D1: 124,2)
Und uf das, do mant er all fürsten, herren, grafen, fryen, ritter und knecht und
alle des hailigena römschen richs stet und all sin diener, die von [imb] belehent waren, das sy uß zugen uf hertzog Fridrichen von Österrichs schaden.
Und gerechnot sich manglich uß ze ziechen mit aller kost, mit buchsenc, mit pulfer und mit anderm zuͤg, und zoch och uß manglich mit gantzer macht und
mit großem zuͤg.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,2.
124,3 (Vgl. G/D1: 124,3)
Und zugent uß des hailigen richs obern stet: Costentz, Ravenspurg, Bibrach,
Überlingen, Pfullendorff, Buch[ha]orn1, Ysni, Kempten, Wangenb, und die andern, die in iren kraisen gelegen sind, und mit in alle thurgöwesch
herren und unnser her der küng selb mit sinem lib. Und nament in Stain und
Diessenhofen und schluͦgend sich für Frowenfeld. Das widerstuͦnd innen etwen mangenc tag, doch ergabent sy sich ouch.
1Friedrichshafen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,3.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,3 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k272
124,4 (Vgl. G/D1: 124,4)
Darnach schluͦg sich der bischoff von Chur, der graff von Toggenburg1, diea von Lindow und ander stet und herren in Churwalchen, und nament da in die land
und sunderlich Veltkilch die stat und vesti, die ob der stat Veltkirch lit2. Und mochten sy nit als bald gewinnen, untz das die von Costentz iren großen
heber3 dar lichend. [43v] Der ward gestelt uf ainen höchernb berg dann die vesti lit. Der warff solich groß stain darin, das sy füro in der
vesti nit beliben mochten, wann er zerwarff all tramenc, und ergabent sich och4.
1Graf Friedrich VII. von Toggenburg.
2Schattenburg.
3Gemeint ist eine mauerbrechende Waffe, die als Wurfmaschine
fungierte.
4Zur Einnahme der Stadt Feldkirch vgl. B. Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs 2: Bayern, Habsburg, Schweiz –
Selbstbehauptung (1974) S. 178; K. H. Burmeister, Kulturgeschichte der Stadt Feldkirch bis zum Beginn des 19.
Jahrhunderts (1985) S. 97.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,4.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,4 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k273
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,4 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k274
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,4 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k275
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 124,4 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k276
Es zugen die Waldstet, die Switzera und die zuͦ in gehorten, in das Ergöw1 und nament da die stet alle in, und die in ouch schwuͦrend, und laiten sich für Baden
für die vesti2. Und lagen da als lang, bis sich hertzog Fridrich von Österrich hult mit dem
romschen küng. Do mant sy der romsch küng durch graͧf Fridrichenb von Schwartzenburgc und durch her Jörgen von Katzenstain irs aides, die sy dem romschen rich gesworn
hand, das sy dannen zugent und im sin huß ungewüst liessen, wann es zuͦ sinen handen
komen wär. Das wolten sy nit tuͦn und übersachend den ayd, und gewunen das huß und
fundend darinn, als man do
sprach, alle fryhait brieff, die die herschaft von Österrich het über ire guͦtter.
Die wurden in dem huß ouch verbränt, wann sy das huß verbrannten und wuͦsten.
1Gemeint ist der Aargau.
2Baden war das administrative Zentrum des habsburgischen
Aargaus. Zu den Vorgängen vgl. C. Seiler / A. Steigmeier, Geschichte des Aargaus (1991) S. 35–37; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 148f.; ders., Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 8–23; D. Sauerländer, 1415 – die Ereignisse, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 27–31; C. Hesse, Eroberung und Inbesitznahme. Einführung, in: ders. u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 1–12.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 125.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 125 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k277
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 125 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k278
126,1 (Vgl. G/D1: 126,1)
Darnach am fritag in der osterwochen, do ward ain gantz session, und gantz
vertilgot die macht, so bapst Johannes hat gehebt, und all sin brieff und pullen
vernütet. Und macht man da mit gantzer gemaind ain nüw pull, die mengklich halten
solt, alle die wil das bapstthuͦm asätza wär und nit ain ainhelliger bapst erwelt wär1. Und was die pull also gezaichnotb: An ainem tail stuͦnd Sant Peters und Sant Pauls höpter mit den punctlin, an dem
andern tail zwen
schlüssel über ain ander geschrenckt, und was die geschrift also: Sigillum sacri
sancti concilii Constanciensis civitatis2.
1Hier ist wohl das Dekret „Haec sancta“ vom 6. April 1415
gemeint, das die Superiorität des Konzils über den Papst festhielt. Vgl. Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 33f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 194; O. Engels, Zur Konstanzer Konzilsproblematik in der nachkonziliaren
Historiographie des 15. Jahrhunderts, in: Von Konstanz nach Trient, hg. von R. Bäumer (1972) S. 235f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119 mit Anm. 46; M. Müller (Hg.), Chronik des Konstanzer Konzils 1414–1418, Übersetzung,
Anm. 62; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 41.
2Vgl. zum Konzilssiegel, das sich das Konzil allerdings erst am
17. August 1415 gab, H. Schneider, Die Siegel des Konstanzer Konzils, in: AHC 10 (1978) S.
310–345; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 58; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 24; G. Signori, Das Konstanzer Konzil als Privilegienbörse S. 62.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 126,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 126,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k279
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 126,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k280
126,2 (Vgl. G/D1: 126,2)
Darnach am suntag Quasi modo genitia, an dem achtenden tag nach ostren, do schluͦg aber unnser her der römsch küng brief
an, besigelt mit siner maiestat insigel,
an die kilchtüren ze Costentz, zum münster und zuͦ Sant Steffan, als da vor benempt
ist, über hertzog Fridrichen, und das er
zuͦ dem rechten käm und da gerecht wurd menglichem, die zuͦ im zuͦ sprechend hetten,
es warend herren, grafen, fryenb, ritter oder knecht und all gaistlich herren, die zuͦ im ze clagen hetten, denenc er das ir mit gewaltd genomen hete anef recht, und noch hüt deß tags besäß und inne het, das er da denen gerecht wurd,
was recht gäb, als erg das muntlichen verhaissen het vor erbern fürsten und herren, des er im doch
abgangen sy. Und gedacht des bapstes nit in den briefen. Undh verbot in den briefenh, das im nu hinfür by sinen künglichen hulden niema dienen noch gehorsam sin
solt. Es solt ouch nu hinfür niema mer kain lehen von imi
[44r] enpfachen. Und erlobt über in, das in allermengklich angriffen mocht
an lib und an guͦt1. Wer der wär, den wolt er daruff schirmen und solten ouch in des richs stet
daruff enthalten.
a) davor uni ausgestr. KE; unigeniti W.b) fehlt W.c) davor es wären herren ausgestr. K.d) fehlt W.e) fehlt W.f) one EWo; ohne St2.g) er] ob E; ob er WoSt2.h–h) Und – briefen] fehlt WEWoSt2.i) fehlt WE.
1Sigmund verhängte am 30. März 1415 die Reichsacht über
Friedrich IV. von Österreich und forderte die Angehörigen des Reiches zum Krieg
gegen den Herzog auf. Vgl. J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 209f., 300f.; A. Frenken, Nürnberger Angelegenheiten in Konstanz. Präsenz und
Interessenvertretung der Reichsstadt auf dem Konzil und den Reichstagen von
1414–1418, in: AHC 27/28 (1995/1996) S. 410 mit Anm. 111; P. Niederhäuser, Ein Herzog mit leeren Taschen? Friedrich IV. von Österreich,
der Aargau und das Konzil in Konstanz, in: Argovia. Jahresschrift der
Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 127 (2015) S. 14; ders., „Als starck als der künig“. Herzog Friedrich IV. von
Österreich und die habsburgische Landesherrschaft im Schicksalsjahr 1415, in:
C. Hesse u.a. (Hg.), Eroberung und Inbesitznahme. Die Eroberung des
Aargaus 1415 im europäischen Vergleich (2017) S. 20f., 31–34 (Achtbrief); D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 29.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 126,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 126,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k281
Do nu fürsten und herren, die da hertzog Fridrichs von Österrich fründ waren,
solich groß sachen horten und die clegtab, die uf in gienga und im übel gon wolt, und im nieman zuͦ hilff mocht komen, und sin aigen stet in
verlaͧßen hatten, do wurden sy ze rat, das sy hertzog Ludwigen von Bayern zuͦ Ingelstat,
sinen öham, zuͦ im santen. Und wolten im alle ec raten, das er käme an unsers herren des römschen küngs gnad. Wann die sach also
angesehen wär, wa man in ergriffen möcht, in welchem schloß das wär, darinne
muͦste er verderben und zuͦ im richten als zuͦ ainem schadlichen man.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 127,1.
127,2 (Vgl. G/D1: 127,2)
Also rait hertzog Ludwig von Bayern zuͦ im gen Schafhusen und redt mit im so vil,
das er sich ye an unsers herren des
römschen küngs gnaden ergeben wolt. Und also kam hertzog Fridrich von Österrich
mit hertzog Ludwigen von Bayern gen Costentz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 127,2.
Do das unnser herr der küng innen ward, do hieß er sy mornends komen zuͦ den parfuͦssen
in das revental1. Also mornendsa do besandtb unnser her der küng des herren von Mayland botschaft, der Jenuerc, Florentzer und Venedier, zuͦ im in das selb reventall und redt mit in umb etlich
ander sachen, und het der
stuben thür den ruggen kört vornen in dem winckel. Und stuͦnden die botschaften, das
och machtig herren warend, vor im, das sy zuͦ der stuben uß wol sechen mochten. Do
kam hertzog Fridrich von Österrich ingangen
in die stuben, und gieng nebend im hertzog Ludwig von Bayern zuͦ ainer und burggraf
Fridrich von Nüremberg zuͦ der andern syten. Und als bald sy zuͦ der stuben in kamend, do macht man in ain witie, dasf man sy all wol sechen mochtf. Und knüten all dryg nider uf ire knüw, das die botschaft, die vor dem küng stuͦnd, wol sechen mocht.
Und enmitten in der stuben, do knütend sy aber nider und
stuͦnden wider uff, und giengen für den küng und knüten aber nider. Do kart sich der
küng umbher und sprach: Was gebiet ir? Do antwurt hertzog Ludwig von Bayernh und sprach: Machtiger küng, hie ist komen für üwer gnad unser öhan hertzog
Fridrich von Österrich und wil sich an üwer gnad ergeben und swereni, tuͦn und halten, was dirre brief innhalt und sait, der hie geschriben ist, als wir
des vormals mit üwern kunglichen gnaden überkomen syen. Do sprach unnser her der
römsch küng: Öchamj und och unser und des selben unsers römschen richs fürst hertzog Fridrich, wend
och ir das tuͦn? Do antwurt hertzog Fridrich, er wolte es tuͦn. Do antwurt der küng
erbärmcklich und sprach: Mir ist laid, das [44v]
ir das verschuldt hand. Und also schwuͦr hertzog Fridrich von Österrich disen brief,
so hienach geschriben ist, ze
halten vor den botten und vor mengklichem, wann vil großer herren in der stuben
waren, die es horten und sachen. Undk lut der brieff2 alsußk:
a) folgt kamen zuͦ den parfuͦssen in das revental E; folgt khamen si zuͦ den barfuͦssen inn das revental WoSt2.b) besangt W.c) Jenner EWoSt2.d) knaben W.e) witte W; witti Wo; weite St2.f–f) das – mocht] das all wol mocht sehen W.g) fehlt W.h) Bayrern E.i) schwern EWo; schweren St2.j) Öhan WEWo; Ocheim St2.k–k) Und – alsuß] Und ist dis der brief, so hernach geschriben statt W.
15. Mai 1415. Vgl. zu dieser Unterwerfungsszene im Refektorium
des Franziskanerklosters G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 34f.; H. Finke, Bilder vom Konstanzer Konzil (Neujahrsblätter der Badischen
Historischen Kommission N.F. 6, 1903) S. 47f.; E. J. Kitts, Pope John the Twenty-third S. 337f.; J. Slokar, Warum Herzog Friedrich von Tirol im Jahre 1415 von König
Sigmund geächtet und mit Krieg überzogen wurde. Eine historische Untersuchung,
in: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 8 (1911)
S. 213; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 247 Anm. 4; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 195; W. Baum, Kaiser Sigismund. Hus, Konstanz und Türkenkriege (1993) S.
119; S. Weiß, Herzog Friedrich IV. auf dem Konstanzer Konzil, in: Tiroler
Heimat 57 (1993) S. 35 mit Anm. 73 auf S. 49; J. K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368–1437 (1996) S. 219; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 280f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 112; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 145; Th. M. Buck, Chronik des Konstanzer Konzils 1414–1418 S. XVIII; G. Schwedler, Georg von Hohenlohe († 1423). Bischof von Passau,
Reichskanzler und Diplomat, in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte,
Geographie und Kultur Ostbaierns 56 (2014) S. 44f.; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 38.
2Die Urkunde ist auch in G und D1 vorhanden. Vgl. Eberhart Windeckes Denkwürdigkeiten zur
Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg. von W. Altmann (1893) LXVII § 65, S. 60f.; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 78–80; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. LIIr–LIIIr; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universali
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 161–163; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784)
Sp. 638f.; J. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz nebst andern verwandten
Aktenstücken 1 (1863) S. 290f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 195f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 144; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 62, 73 mit Anm. 34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 128.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 128 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k282
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 128 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k283
Wir Fridrich von gottes gnaden hertzog zuͦ Österrich, Styr, Kernden1 und zuͦ Crain etc. bekennent und veriechenda offennlich mit dem brieff: Als wir in des
allerdurchlüchtigisten fürsten und herren, herrn Sigmunds romschen küngs, zuͦ allen ziten merer des richs, zuͦ Ungern, Dalmacien und zuͦ Croacien etc. küng, unsers gnädigisten herren ungenad
gevallen syen, da syen wir mit unser selbs person für den selben unsern herren den
römschen küng gen Costentz komen, und uns und unser lib und land, lüt, stet,
schloß, alles, das wir haben oder inne halten, nüt ußgenomen, in sin künglich gnad
geben und gesetzt, gebenb und setzen in kraft diß briefs, also das er damit
tuͦn und laussen mag, was sin künglich gnad wil. Was och
ain yeglicher, er sy gaistlich oder weltlich, edel oder unedelc, in was wirdikait und wesen die sind, zuͦ uns und wir zuͦ inen ze sprechen haben, umb was sach das ist, enkaine
ußgeschaiden: Das alles haben wir an den vorgenanten unsern herren den romschen
küng gäntzlich gesetzt und gestelt. Also was er uns darinn gen ir jeglichem, die
zuͦ uns ze sprechend hand, tuͦn haisset, ordnet oder macht nach sinem willen, das
wir das tuͦn, volfüren und volenden wollen und sollen, on alles
verziehen und widersprechen. Ouch sollen und wollen wir schicken und schaffen
bapst Johannes hie zwüschen und dem nachsten dornstagd vor pfingsten, dem nächsten, der nu komet, gen
Costentz ze bringen und in ouch in desselben unsers herren des küngs und des
hailigen concilium, das man da gegenwurtiglich ze Costentz haltet, gewalt ze
antwurten. Doch also, das der selb bapst Johannes und alle die sinen, die mit im
gen Costentz koment, irs libs und ouch ir hab und das zuͦ in gehöret und die sy mit in da hine bringent, sicher sin sollen. Ist ouch, das der ietz
genant bapst Johannes von dem bapstthuͦm entsetzt wirdet oder komet, so sol an dem
vorgenanten concilium stan, wie man sinen stat versehen soll. Und wir sollent und
wollent ouch also ze Costentz ze gisell beliben, bis der vorgenant bapst Johannes
gen Costentz komen ist und bis das alle und yegliche unser amptlüt, burger und
inwoner, unser schloß, stet, land und lüt, in Schwaben, in Elsäs, an dem Rin, im
Brißgöw, in der grafschaft zuͦ Tyroll, an der Etsch und in dem Yntal dem vorgenanten
unserm herren dem römschen küng gehuͦldet, gelopt und zuͦ den hailigen geswornf habent, gewartig und gehorsam ze sind als lang, bis
das wir alles, das vorgeschriben stat, [45r] gentzlich und gar volendet haben. Und süllen ouch
sollicher gelüpt nit ledig sin, bis das sy der vorgenant unnser her der küng
muntlich oder mit sinen briefen ledig sait. Und wa wir das vorgeschriben alles
gäntzlich oder ain tail nit täten und volle lautindg oder da wider täten in kain weg, davor got sy, so
sollent die vorgenanten unnser stet, schlos, land und lüt dem obgenantenh unserm herren dem römschen küng gäntzlich verfallen
und dannenhin als irem ordenlichen naturlichen herren undertänig, gewärtig und
gehorsam sin und all intrag und widerred, one alle gevärd undi arglist, haben wir mit unsern fürstlichen trüwen
gelopt und zuͦ den hailigen geschworn, geloben und schweren in kraft
diß briefs, diß vorgeschriben stat ze halten, ze tuͦnd und zuͦ volfüren gentzlich und getrüwlich. Und haben des
zuͦ urkund unser aigen insigel an disen brieff mit
rechtem wissen gehangen. Und wann wir diss vorgeschriben alles mit unserm aigen
und friem willen getan habenj, darumb haben wir gebetten die durchluchtigen und
hochgepornen fürsten und herren, hertzog Ludwigen von Bayern pfallentzgrauf by Rin
und grauf ze Montaig unnsern lieben öhan, und burggrauf Fridrichen von Nüremberg,
unsern lieben schwager, das ir yeglicher ze zügnuß ir insigel an disen brieff
gehenckt hand, doch den selben herren one schaden. Des och wir die selben hertzog
Ludwigk und burggraf Fridrich von Nüremberg veriehendl dirre ding, des zuͦ urkund hencken wir baid unnser insigel an disen
brief, uns ane schaden. Der geben ist an dem siben und zwaintzigosten tag in dem
Mertzen, nach Cristi gepürt tusent vierhundert fünftzehen jarem.
a) veryechend W; veryehend E; verjechend Wo; verjechen St2.b) haben W.c) davor unde ausgestr. K.d) davor suntag ausgestr. K.e) da hin da hin K.f) geschworn EWoSt2.g) volle lautind] volle lutend W; vollentind Wo; vollendeten St2.h) vorgenanten W.i) davor und widerred ausgestr. K.j) fehlt W.k) folgt von Payern E; folgt von Baiern Wo; folgt von Bayern St2.l) veryehend E; verjechend WoSt2.m) fehlt W.
1Kärnten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 129.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 129 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k284
Do nu dirrea brief verlesen ward, do kert sich unser her der römsch küng wider umb gen der
botschaft der selben herren, die da warend gesendt vom herren von Mailand,
zuͦ den Jenowern, Venediern und Florentinern botschaft, und sach sy an in solicher
glichnuß: Ir herren von Ytalia, ir mainend und wenend und wissend nit anders, wenn
das die hertzogen von Österrich die grösten herren sigindb in tütschenc landen in der nacion Germanica. Nu sechend ir, das ich ain machtiger fürst bin
über die von Österrich und sust über all ander fürsten, herren und stet. Und
kartd sich damit widerumb zuͦ hertzog Fridrichen von Österrich und sprach zu im: Wennd
ir diß unbezwungenlich
schweren ze halten und ze volfüren, als och dirre brieff innehalt und aigenlich
ußwiset? Do antwurt hertzog Fridriche von Österrich und sprach: Ich will es schweren und [45v] halten, daby ze
beliben und dawider nit ze tuͦnd. Und also huͦb er uff sin hand und vinger vor den
selben botten und vor allermenglich und
schwuͦr offenlich zuͦ got und den hailigen, diß also ze halten und dawider nit ze
tuͦnd noch schaffen getan werden. Und gab im den ayd der erwurdig fürst Georius,
bischoff zuͦ Passow, ain geporner her von Hochenloch, der do zemaͧl was der oberstf cantzler des hailigen römschen richs.
a) der W.b) sigind] syen E; sygen Wo; sind St2.c) tüschen WWo; teutschen St2.d) kort E; khört Wo; kehrt St2.e) davor Ludwig ausgestr. E.f) obrost EWo; obrist St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 130.
Do nu diser aid beschach und die botten sachend, do nam unser her der römsch küng
die schloß und stet zuͦ sinen handen; er versatzt aber noch verendert iro dehains
nit, alle die wil und
hertzog Fridrich also ze Costentz ze gisell lag. Do aber er nit mer ze Costentz
beliben kond oder wolta und von Costentz rait1 und in der hochwirdig fürst bischoff Jerg von Trient, geborn ain
Liechtenstainer2, als vor mit gaistlichem rechten umb traib umb solich sach, das er im sin und
sins bistums nütz und guͦt mit gewalt ingenomen het und im darumb kain recht wolt
halten, als er tun solt;
also kam er in den ban, so tieff, das im niemend wolt ze kouffen geben, noch kain
gemainsami mit im halten, do rait er haimlich von der stat, wann er da nit mer
beliben mocht. Und do solichs der küng innen ward, do nam er erst und graiff sin
gutter an und versatzt und verkoft die nach allem sinem willen.
a) oder wolt] oder mocht und wolt EWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 131.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 131 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k285
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 131 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k286
Und1 das erst guͦt, das er versatzt, was das lantgericht in Thurgöw, und ward bracht an
die von
Zürich. Es kamen aber vil herren, ritter und knecht und batten die von Costentz,
das sy es zuͦ iren handen namen, wann es wär zuͦ entsitzend; solt es in der von Zürich
hand komen, es wär der herschaft von
Österrich niemer mer ze handen komena mit dehainer loßung. Also verpfanten sy das lantgericht von unserm herren dem
küng, doch der herschaft von Österrich an ir loßung on schaden.
a) fehlt EWoSt2.
1Das c. 132, das von der Verpfändung des Landgerichts im
Thurgau berichtet, fehlt in A und Pr. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 263–269; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. CXVv–CXVIv; Chr. Schulthaiß (1512–1584), Collectaneen (achtbändige Stadtchronik, nach
1575, Stadtarchiv Konstanz A I 8/I) fol. 74r; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 54–57; Ph. Ruppert, Das alte Konstanz in Schrift und Stift S. 119; W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 2639, 2640; ders., Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 2,
1897–1900) Nr. 6175; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 197; Repertorium
schweizergeschichtlicher Quellen im GLA Karlsruhe, hg. von F. Geiges-Heindl u.a., Abt. I, 1 (1982) Nr. 302 S. 46; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 350; P. F. Kramml, Kaiser Friedrich III. und die Reichsstadt Konstanz
(1440–1493) (1985) S. 38, 421 (Nr. 64); H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 41–43, 71–73; ders., Das Konstanzer Konzil und die Region. Ein
landesgeschichtlicher Kommentar, in: K.-H. Braun / Th. M. Buck (Hg.), Über die ganze Erde erging der Name von Konstanz S.
250; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 52; Th. M. Buck, Fiktion und Realität S. 84f.; E. Trösch, Art. Thurgau, Spätmittelalter bis 18. Jahrhundert, in:
Historisches Lexikon der Schweiz 12 (2012) S. 353; P. Niederhäuser, in: S. Volkart (Hg.), Rom am Bodensee S. 17–19, 160–162; ders., Der Thurgau im ausgehenden Mittelalter: (k)eine historische
Landschaft?, in: Visuelle Kultur und politischer Wandel – Der südliche
Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und Eidgenossenschaft,
hg. von E. Jezler (2015) S. 13; J. Happes, Transformation und Nutzung S. 74f.; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 179 mit Anm. 3 auf S. 189; ders., Konstanz und der Thurgau S. 43f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 132.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 132 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k287
Und1 uff das, do der selb brieff versigelt ward, do enbot der selb hertzog Fridrich
von Österrich allen stetten und landen, die da vor benempt sind, das sy daruf
hülten und swuͦrena. Dob kamen die stet all undc hulten und schwuͦrenb, ußgenomen die von Loffenberg, die warend vorhin von land geben; die von
Waltzhuͦt und die von Vilingen wolten ye nit hulden noch schweren, noch das Yntall
und
die an der Etsch und alles, das zuͦ der grafschaft Tyrol gehort. Die wolten all nit
schweren. Die mainten, sy wären
also gefryt, das sy niemend hülden solten, dannd der Tyroll inhett.
1Folgt in A nach c. 135.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 133.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 133 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k288
Darnach1 kamen die von Schafhusen, die von Rattolfzell, die von Diessenhoven, die von
Nüburg2, Brisach und vil ander stet, [46r] so underthalb ana dem Rin ligend. Die alle kament und gabend unserm herren dem römschen küngb guͦt und koftenc sich selber an das hailig romsch rich, daran sy solten gehören als ander des
hailigen römschen richs stet. Und also enpfalch unnser herr der römsch küng die
selben stet den andren des richs stetten, das sy sy in iren schierm nämen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 134,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 134,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k289
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 134,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k290
a) fehlt W.
1Folgt in A nach c. 131. In Wo ist das Kapitel, das nur eine
Bildbeschreibung enthält, übergangen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 134,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 134,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k291
Ouch uff den selben tag vor allen herren und vora der botschaft Genower, Florentzer und Venediger, do bestätgot unser herr der
römsch küng den herren von Mailand zuͦ ainem hertzogen, und lechb im ouch das baner und den fan von siner hand in ains großen herren hand, der
darumb des selben hertzogen von Mailand bot was. Der selb herr schwuͦr ochc an sins herren, herrend von Mailand stat, dem romschen rich ze wartend und ze dienen, als ander des
richs hertzogen und fürsten gebunden sind ze tuͦnd und swerende. Und wurden ouch darumb an stet brief gemacht und versigelt.
Friedrich von Österreich wird vorgeführt, fol. 46v.
Schwur bei den Barfüßern, fol. 47r.
Herzogtum Mailand bestätigt, fol. 47v.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 135.
[48r] In dem vorgemelten jar am ersten fritag im Aberellen, do die
fürsten und herren solichena kummer und betriebnuß sachen, do wurden sy ains, das sy got den almächtigen
wolten anruͦffen, das erb durch sin gnad der cristenhait zu hilff käm. Und gebutten ainen crützgang, und
hiessent davor an dem dornstag ruͦffen in der stat, das mornends an dem fritag yederman
firen sölt, untz das das
crütz widerumb her haim käm. Und an dem fritag lut man frü, als der tag an den
himel stieß, und darnach aber ainost, und do zuͦ dem dritten maͧl, und das verzoch
sich bis in die sechsten stund. Do kament in das münster des
ersten vier patriarchen, ain und zwaintzig cardinäl, die anderen warend ettwas
blöwd, das sy nit wol gon mochten, ain und drissig ertzbischoff und zehen und
zwaihundert bischoff, lxxxij wichbischoff, lxxij äbt und bröpst und lxxxij
doctores, die hienach benempt werdent. Die giengen ouch under inen, die von den
hochen schuͦlen ußgesant waren, als die von Paris, von Cracken1 uß Poland, von Poloni, von Wien, von Haidelberg, von Köln und von sollichen
hochen schuͦlen ußgesant waren, der was ob xxij schuͦlen, und truͦg ain knecht vor
yeglicher schuͦl ainen vergülten hochen stecken. Daruff was ain burg, und an der burg
hanget der
selben schuͦl wappen, das man ain yegliche schuͦl wol kennen mocht. Darnach all thuͦmherren,
chorher[r]en, äbt, bropst, münch und capplon zuͦ Costentz, als die hienach geschriben
und gemalt stand, und ye zwen und zwen gar
züchtiglich mitain[an]der. Und darzuͦ unnser her der küng, sin elich frowc und die küngin von Wossen, die von Wirtemberg und all fürsten und herren. Und
gieng hinder den gaistlichen herren der hochwirdig Johannes der patriarch2 als ein bapst mit solicher gezierd und mit dem gewand, und truͦg man im das tuͦch
och vor. Und giengen von dem münster untz gen Peterßhusen mit grossen kertzen.
Und ward der crützgang als groß von gaistlichem und weltlichem volck, das man
forcht, die rinbrugg gieng nider, und das man ye by zehen tusent menschen ließ uß
hin gon. Und wenn man sich versach, das sy vast über das halb tail komen warend,
so ließ man aber so vild ußhin, untz dase sy alle überhin kament, das weret wol ain stund. Und do sy all überhin kament,
do hatten die gaistlichen ain loblich gesungen meß, und gab der patriarch am
inhergon dem volck den segen, als ob er bapst wär.
a) davor nochmals do die herren KE.b) das er das er W.c) husfrow W.d) folgt lütt Wo; folgt leute St2.e) untz das] bis W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 136.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 136 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k292
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 136 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k293
Und darnach, als hertzog Fridrich von Österrich gesworn het, bapst Johanneß wider
gen Costentz ze bringen, als davor beschribena ist, do bracht er in gen Ratolfzell und enbot das unserm herren dem römschen
küng und ouch dem gantzen concilio. Die behuͦtenb in da, untzc das aber sessio ward, und wolten nit mit gewalt mit im umb gän, sonder mit dem
rechten.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 137.
Darnach ward derselb bapst Johannes gelat von dem selben concilio, sich zea verantwurten uff die artickel und sachen, die man im zusprechen wolt1. Und gab man im solich gelait, wolt er mit sin selbs lib komen, das möcht er wol
tuͦn. Doch also, das er [48v] von dem land nit kame und in der huͦt belibe, die im geben was, oder aber sin gewiß
botschaft gen Costentz sandti, in
darumb2 ze versprechen, do wolt er mit sin selbs lib nit gen Costentz komen. Er sanndt
ouch kainen botten dar. Do ward er in den ban geton und vil böser artickel und
sachen uf in erwißt, die all verschriben stand an ainem latinschen sexternen3, [die ich ouch zuͦsammen bracht habb].
1In der 11. Sitzung des Konzils am 25. Mai 1415 wurde Papst
Johannes XXIII. nach drei erfolglosen Vorladungen öffentlich angeklagt und 44
Artikel wurden gegen ihn vorgelegt. Vgl. H. Finke, ACC 3 (1926) S. 157–209; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 286f.; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 416; Th. Rathmann, Beobachtung ohne Beobachter S. 103.
2Der nachfolgende Text fehlt in A wegen Blattverlusts; die
nachfolgenden cc. 139 und 140 finden sich dagegen in Pr.
3Hier gibt der Chronist erstmals einen Hinweis darauf, dass er
mit einer lateinischen Akten- bzw. Materialsammlung des Konzils gearbeitet hat,
also Zugang zu offiziellen Dokumenten besaß; vgl. cc. 154 und 241,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 138.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 138 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k294
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 138 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k295
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 138 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k296
In den sachen, doa stift der ertzbischoff von Brig1, her Johanns Waldroberb, zuͦ den barfuͦssen ze Costentz ain gesungen mess, alle tag ze singen als lang und
das concilium
werti, von unser lieben frowen, das sy umb gott erwurb, das ainikaitc der hailigen cristenhait geben wurd. Die ward ouch also gesungen das concilium
uß undd darnach ain halb jar.
1Johann von Wallenrode, Erzbischof von Riga. Zu seiner Person
B. Jähnig, Johann von Wallenrode O.T. Erzbischof von Riga, Königlicher
Rat, Deutschordensdiplomat und Bischof von Lüttich im Zeitalter des Schismas
und des Konstanzer Konzils (um 1370–1419) (1970) S. 88–135, 151; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 212 mit Anm. 93.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 139.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 139 Anm. 1.
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An1 dem drytzehenden tag in dem Mayen, do man zalt von gottes gebürt als vor stat,
da ward ain gantz session. Und wurden da gesetzt vier richter, die gelertosten,
die solten richten umb pfründen und umb ander sachen, die nit angiengen das
concilium noch die sessiones, noch die cardinäl, umb das die cardinal, die
ertzbischoff und ouch die bischoff und ander, so zuͦa dem concilio gehorten, dester ruͦwiger wären und dester baß ain ainhellig hopt welen
könnden. Und waren von den
vier naciones die selben auditores von Germania, Anglia, Frantzia und Lamparten,
das ist Ytalia. Ouch satzten sy in der selben session ainen innemer aller rent und
gült, so dem bapst gefallen solt, das was der patriarch von Constantinoppel und
der tailt die nütz under die armen cardinäl, underb die armen ertzbischoff und ouchc bischoff, undd under die maister und ouch gelerten, und ouch under die herrend, die verre haym hatten ze senden umb ir zerung, und all umb und umb in desf conciliums nutz, wa man es dann hin ordnet.
a) fehlt W.b) under] und E.c) fehlt W.d–d) und under die maister – die herren] und under die armen ertzbischoff und maister
und gelerten herren W.e) vier W.f) das E.
1Mit c. 140 wird deutlich, dass Wo (und damit auch St2) nicht mehr nur K bzw E folgt, sondern in der Folge zwar
nicht durchweg, aber u.a. doch auch A bzw. Pr, aber auch G (z.B. c. 156,1)
folgt. Das heißt, die Provenienz lässt sich nicht mehr eindeutig ausmachen,
sondern changiert zwischen verschiedenen Versionen, die dem Schreiber offenbar
vorlagen. Das schlägt sich auch in den Varianten nieder, die folgerichtig bei
den entsprechenden Versionen verzeichnet werden.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 140.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 140 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k298
Darnach an unsers herren fronlichnams aubend des vorgenanten xv. jars, do ward
ain session und warenda ze gegen all gaistlich und weltlich fürsten und herren. Die wurden ainhelliglich
und mit gantzem raut ains, das sy die dry bäpst absetzen und gantz vernichten
wolten, als ouch beschach. Und ward in allen ir gewalt genomen. Des ersten
Johannesenb, der nu haisset Balthasarc de Cossis1, Gregorius der zwelft, der nu haisset Angelus de Cowario, und Benedictus der
dritzehend, der nu haisset Petrus de Luna. Und also ward Baltassar de Cossis
besandt von Rattolfzell und ward gefürt gen Gotlieben. Und wurden im da verlesen
die bösen artickel und die bösen sachen, die er getond het und die uff in bewißt wurden. Und ward im ain ewiger kärchere ertailt. Und [49r] also befalch in das concilium und unnser herr der
romsch küng hertzog Ludwigen von Bayern von Haidelberg, pfallentzgraf by Rin, der
solt in halten bis ain künftigenf bapst erwelt wurd. Der möcht dann mit im tuͦn, was er wolte. Und also nam in hertzog
Ludwig von Bayern und fuͦrt in von Gotlieben zuͦ der alten Haidelberg und da dannen
gen Manhaing2. Da belaib er ouchh, bis bapst Martinus erwelt ward. Do der nu von Costentz ziechen wolt und das
concilium zergieng, do fuͦrt er in mit im in sin land.
a) fehlt W.b) fehlt W.c) Baltisar W.d) begangen E.e) kärcker W.f) künftiger E.g) Manhaitt E.h) fehlt W.
1Johannes XXIII. wurde in der zwölften Konzilssitzung am 29.
Mai 1415 abgesetzt. Vgl. J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 715f.; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 417f.
2Mannheim. Zur Gefangenschaft Papst Johannesʼ XXIII. in
Heidelberg und Mannheim bzw. vermutlich in der Zollburg Eichelsheim, bis er am
23. April 1419 in Basel eintraf und dort den Beauftragten Papst Martins V.
übergeben wurde, vgl. H. Finke, Das badische Land und das Konstanzer Konzil, in: Festgabe
der Badischen Historischen Kommission zum 9. Juli 1917 (1917) S. 65–70; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 199; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 218; M. Oberweis, Der gefangene Papst Johannes (XXIII.) – Mannheims Beitrag
zur Beendigung des Großen Abendländischen Schismas, in: U. Nieß / M. Oberweis, Ein rebellisches Dorf und ein gefangener Papst. Mannheim vor
der Stadtgründung (Kleine Schriften des Stadtarchivs Mannheim 21, 22005) S. 70–83; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 28; D. Speck, Fluchtweg und Fluchthelfer. Zur Flucht Johannesʼ XXIII. aus
Konstanz, in: Alemannisches Jahrbuch 63/64 (2015/2016) S. 40.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 141.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 141 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k299
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 141 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k300
An unsers herren fronlichnams tag, do hat gantz pfaffhait, vier patriarchen,
xxvij cardinäl, die andern waren blöwd, das sy nit wol gon mochten, xlixa ertzbischoff, cclxx bischoff, lxxxxvj wichbischoff, alle schuͦlen und schuͦlpfaffen
und all gelert lüt. Die hatten all ain crützgang umb die stat, als man
gewonlich da ze Costentz umbgat. Und hatten alle patriarchen, cardinal,
ertzbischoff, bischofb, wichbischoff, all äpt, die da tragen sond ynflen, all schlecht ynflen uff iren
höptern, die andern äbt und bröpstc stäb. Und die ynflen truͦgen, mit wissen überröcken, und die äbt sust in iren claidern,
die schuͦlen, auditores und doctores yeglicher ain birretli uff sinem hopt. Und vor
yeglicher schuͦl ain silbrin stab vergült, mit ainer guldinen burg. Und vor yeglichem
bischoff
ain knechtd mit ainer brinenden kertzen und mit sinem stab. Unde vor yeglichem ertzbischoff ain zwifalt crütz, ouch mit kertzen und mit
sinem stabe. Und vor den patriarchen und cardinalen hoch silbrin vergült stecken mit ainem
guldin crütz und mit kertzen. Und hinder yeglichem ainer, der im das häß
uffhuͦb. Die thuͦmherren in ir chorkappen, all chorherren und capplon, all orden,
benedictiner, canonici regulares und bettelorden, all in ir habit und hailtum
undf ir hand, all schuͦler. Unser her der küng mit sinen weltlichen churfürsten under
ainem guldin tuͦch, die romsch küngin, die küngin von Wossen, die hertzogin von Clewen,
gräfin
von Wirtemberg, ouch under ainem guldin tuͦch. Vor den gieng das hailig sacrament,
das truͦgent vier thuͦmherren und huͦbent es zwen thuͦmherren, ouch under ainem guldin
tuͦch. Und der patriarch Constantinopolitanus, der gieng hinder dem sacrament vor
dem küng als ain bapst, ouch under ainem guldin tuͦch. Und truͦg man vor im ouchg ain guldin tuͦch. Und sin sänger hinder im, die sungent, und als vil kertzen, der
chorherren,
der zünft und ander herren kertzen. Der küng gieng mit siner kron und als ain
ewangelier gon sol, so er das ewangelium lesen wil. Die dry layen churfürsten
giengen als letzner, so [49v] ainer sin epistel singen wil. Und hat der
hertzog von Sachsen ainsh bloß schwert in deri hand, der pfaltzgraf by Rin den gilgen oderj das zepter, der marggraff von Brandenburg den apfel mit dem crütz. Und giengen
all vier under ainem tuͦch. Darnach die layen fürsten, der hochmaister von Rodis und
sin conmendtür und
ir ritter, die conmendtür tütsches ordens von Prünsenk und ir ritter, all hertzogen, grafen, fryen, ritter und knecht, das gemain volck
und darnach die frowen.
Fronleichnamsprozession, foll. 49v–53v. Neun Seiten. Fol. 49v drei Viertelspalten, oben acht Zeilen Text, fol. 50r–51v vier Viertelspalten, fol. 52r–v zwei Halbspalten, fol. 53r–v vier Viertelspalten. Der Zug zieht von rechts nach links1.
a) lviiij E.b) folgt und W.c) bropt W.d) bischoff ain knecht] ain knecht vor allen bischoffen W.e–e) Und vor yeglichem – und mit sinem stab] fehlt E.f) in WSt2; inn Wo.g) fehlt W.h) das WoSt2.i) der] siner EWoSt2.j) und W.k) Prüssen W.
1Zur bildlichen Darstellung der Fronleichnamsprozession am 30.
Mai 1415 samt Richtungswechsel vgl. L. Fischel, Die Bilderfolge der Richental-Chronik S. 39f., 52; A. Löther, Rituale im Bild S. 107–112, 121–123; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 238; Th. M. Buck, Figuren, Bilder, Illustrationen S. 420 mit Anm. 49 und
50.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 142.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 142 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k301
[54r] An Sant Johans abend des thöffers, der was an ainem sunentag, do
gieng unser hera der küng, die zwo künginen und die zwo hertzoginen und vil fürsten und herren
frü uß nach der tagmeß spatzieren, und hiessent in ainem imbis beraiten in Ulrichs
von Richental guͦtb. Und schluͦg man ain kuchi uff vor dem torggel1, das man forcht, die torggel verbrunen, und kochet man in den imbis und das
nachtmal, undc assend alle herren und frowen den imbis und das nachtmalc in den wisen under den bömen. Und belaib da den tag, und richt daselbs vil
sachen uß und lech och da claine lehen sinen mannen, was also in fur und zu im
kamd. Und der herren etlicher hatten ire roß geheft und gebundene an die jungen bom. Das wolt unser her der küng nit und enband selbs etlich roß,
und muͦst man sy an die felben2 heften.
a) über der Zeile nachgetr. K.b) folgt an dem Hard AG.c–c) und assend alle – nachtmal] fehlt E.d) was dann da für inn bracht ward A; was allso für in unnd zuͦ im kham WoSt2.e) bunden E.
1Gemeint ist ein am Salzberg Richtung Allmannsdorf nach
Südosten in Hanglage ausgerichteter Obstbaum- und Weingarten mit Torkelgebäude,
der im Besitz des Chronisten war. Vgl. W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 79, 87, 94; J. Klöckler, Die Konstanzer Handschrift S. 5; ders., Nachwort S. 221f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 211f.; J. Helmrath, Das Konzil von Konstanz und die Epoche der Konzilien S. 47;
A. Frenken, Konstanz und der Thurgau S. 51.
2Weidensträucher bzw. -bäume. Vgl. zu dieser Textstelle W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 335; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
222f.; D. Dvořáková, The Chronicle of Ulrich Richental as an Exceptional Source,
S. 15; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 212.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 143.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 143 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k302
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 143 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k303
An Sant Johans tag des thöffers nach der vesper, do fuͦr die römsch küngin mit den
andren künginen und frowen von Costentz und mit ir
hertzog Fridrichs von Österrich elich wib1, geborn von Brunswila, spatzieren. Und ritten vil mit ir der burgerinen von Costentz, und volgoten
inen nachb bis an das Stad2 gen Überlingen. Etliche frow fuͦr mit in gen Überlingen.
1Gemeint ist Anna von Braunschweig, die Gemahlin Herzog
Friedrichs IV. von Österreich. Vgl. S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 193 mit Anm. 894 auf
S. 288.
2Staad bei Allmannsdorf.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 144,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 144,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k304
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 144,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k305
Mornends nach Sant Johans tag des thöffers zwo stund nach mitternacht gen dem
taga, do fuͦr unser her der römsch küng von Costentz der küngin nach gen Überlingen zuͦ
schiff, und enpfalchb ainem raut zuͦ Costentz, das man niemand usser der stat liesse, er het dann
vorhin bezalt, und het ain pulet von ainem burgermaister zu Costentz.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 144,2.
An fritaga nach Sant Peters und Sant Paulsb tag, ain stund vor tag, do kam unser her der römsch küng von Überlingen wider
gen Costentz. An dem selben tag nach imbis, do kam die römsch küngin ouch wider
umher gen Costentz, und zugent baide in das closter zuͦ Peterßhusen, darinn sy etwen
lang belibent.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 144,3.
Darnach an Sant Ulrichs tag im Höwat1, do ward ain gantze session von allen pfaffen und von den gelerten und was unser
her der römsch küng oucha und vil ander fürsten und weltlich herren in der selben session. Do gab uff
bapst Gregorius der XII.b sin bapsttuͦm und stuͦnd gantzlich darvon williglich und lutterlich durch got und
durch ruͦw und frid der hailigen cristenhait, durch sin versigelt brieff und pullen,
und
durch sin sechs cardinal, die durch sinen willen in dem concilio lagen, und durch
die bischof, die ouch sin gehorsami hielten, und ouch durch den erbornen fürsten
her Carolum vomc Maletest, her zuͦ Rümmel2, der do zuͦgegen und darumb bott was; und satzt das gantz an das hailig concilium
und an
iren gewalt. Wie sy damit und ouch mit im täten, das wold er stat habene. Und in der selben session wurden die selben sechs cardinäl bestättiget zuͦ cardinalen,
und ward yeglichem geordnet, das er wol narung het3. Und [54v] ward aber drystundf laudes gelüt, als vor geschriben stat.
a) fehlt WWoSt2.b) XIII. KEWo; dry und zwaintzigist W; XII. Feger.c) von WWoSt2.d) wölt E; wolt WoSt2.e) stät haltenn W; stätt haben WoSt2.f) fehlt E.
14. Juli 1415. Vgl. J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 420f.
2Carlo Malatesta, Signore von Rimini, der am 15. Juni 1415 in
Konstanz eingetroffen war, vollzog als Prokurator am 4. Juli den Amtsverzicht
im Namen Papst Gregors XII., indem er die päpstliche Cedula Ego Carolus verlas. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 346–382; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 744; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 314–317; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 420f.; M. Innocenti, „Ze Costnitz was der küng“ S. 114; Ph. H. Stump, The Council of Constance (1414–1418) and the End of the
Schism, in: A Companion to the Great Western Schism (1378–1417), hg. von J. Rollo-Koster u.a. (2009) S. 414–416; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 28; U. Gießmann, Die renuntiatio Felixʼ V. (1449), in: Gegenpäpste. Ein unerwünschtes
mittelalterliches Phänomen, hg. von H. Müller und B. Hotz (2012) S. 392f. mit Anm. 8; D. Girgensohn, Papst Gregor XII. am Ende seines Lebens, in: MIÖG 124 (2016)
S. 356–359.
3Der freiwillige Amtsverzicht Gregors XII. warf für die von ihm
kreierten, aber nun schismatischen Kardinäle nicht nur ein Legitimations-,
sondern auch ein Versorgungsproblem auf, das durch die Re-Kreation gelöst
wurde. Die Wiedereinsetzung ins Kardinalsamt dürfte eine Bedingung des
Verzichts gewesen sein. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 317.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k306
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,1 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k307
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,1 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k308
In dem selben concilio ward oucha declariertb und wurdent des gemainlich ze rat, das alle pfafhait, patriarchen, cardinall,
ertzbischof, bischof, äbt, bröpst und allc gelert lüt, die durch desd concilium wegen warend gen Costentz komen, das ouch die ze Costentz beliben
solten, bis das concilium ain end hette, by dem fluͦch ewiger verdamnuß und by beroben
ir pfründen. Welher aber so arm wär, das er
nit zerung het und sich das also erfund, dem solt man sy geben usser des concilio
nutzen1.
1Dieser Hinweis fehlt in A. Er macht nicht nur deutlich, dass
die Synodalen zum Verbleib in Konstanz verpflichtet waren, sondern nennt auch
die Voraussetzung dafür, nämlich die Versorgung der ärmeren Konzilsteilnehmer
aus den Einkünften der päpstlichen Kammer, wie sie am 11. Juli 1415 in der 16.
Sitzung beschlossen wurde. In c. 140 wurde bereits Ähnliches angedeutet.
Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 458; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 771; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 201.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 145,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k309
In der selben session, do enpfalch unnser her der küng under siner maiestat
brieff und insigel und by sinen kunglichen gebotten, by sinen hulden und gnaden
dem burgermaister und den räten ze Costentz, das selb concilium und ouch die
pfafhait unda alle fürsten, herren, ritter und knecht zuͦ beschirmen und in frid zuͦ halten, als
verr undb sy konnen und mochtenc, wann er von des selbend conciliums not wegen und in großer, ernstlicher botschaft selb riten muͦst in die
küngrich zuͦ Hyspania, gen Portigal, zuͦ Navarn und zuͦ den küngen und fürsten, die
darinne sitzent1. Er getrutee aber got, er wölt schier widerkomenf.
a) fehlt W.b) fehlt W.c) köndent und möchten W; khünden und möchten Wo; könten und möchten St2.d) fehlt W.e) getruwote WWo; getrauete St2.f) widerumm kommen W.
1Am 19. Juli 1415 war König Sigmund von Konstanz in Richtung
Narbonne aufgebrochen, am 27. Januar 1417 kehrte er wieder nach Konstanz
zurück. Vgl. W. Altmann, Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410–1437) (RI XI, 1,
1896/97) Nrn. 1866a, 2037d; J. K. Hoensch, Itinerar König und Kaiser Sigismunds von Luxemburg 1368–1437
(1995) S. 95–97; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 23 mit Anm. 83; M. Kintzinger, Westbindungen im spätmittelalterlichen Europa. Auswärtige
Politik zwischen dem Reich, Frankreich, Burgund und England in der
Regierungszeit Kaiser Sigmunds (2000) S. 85–94; ders., Das Konzil konstruieren S. 220f., 224; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 155–157.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 146,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 146,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k310
Und ward also das concilium so früntlich und erberlich gehalten, das nie kain
ufloff noch unfuͦr da beschach, noch nie kain brunsta da ward. Und waren alle ding wolfail, was man bruchen solt, das es mangklich
wunder nam, wie es gesin mocht.
a) brust W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 146,2.
Nun1 wöllen wir diß concilium laussen beliben, untz das wir verstanden, wie der Huß
und Jeronimus gen Costentz kamen und da verbrent wurden.
1Zu den cc. 147,1–156,2 und 161 vgl. H. Maschek (Hg.), Deutsche Chroniken (Deutsche Literatur in
Entwicklungsreihen 5, 1964) S. 74–80.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 147,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 147,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k311
Als nu das concilium also ouch die sessiones gehalten, wurdena sy under anderm ouch ze raut, das sy den ungloben in behamer land verdampnen
wolten und die ketzery vertilgen. Und luͦden für das concilium und für irb gericht den Hussen und Jeronimumc. Die kamen nit, noch niemad von iren wegen. Do tet sy das concilium in den ban. Sy wolten aber nüt daruf
halten. Do verschrib man küng Wentzeslaw von Beham, und verschribent im, das er so
wolte tät durch cristens globens willen und die zwen gen Costentz santif, wann doch da yetz der grund aller künst wär. Und batten unsern herren den
römschen küng, das er sinem bruͦder ouch darumb schrib, als er ouch tet. Dennocht
wolten sy nit komen. Unnser her
der romsch küng santi denn dem selben maister Hansen Hussen ain fry, sicher gelait
mit sinem brief und sigel, sicher dar und dannen ze komen bis an sin
gewarsami1, das im ouch von unserm herren dem römscheng küng gesandt wardh.
a) davor wurden ausgestr. K; gehalten wurdenn, wurden W.b) fehlt W.c) Jeronimus W; Hieronymum WoSt2.d) nyeman E; nieman Wo; niemand St2.e) wol WEGWoSt2.f) davor kam ausgestr. K.g) fehlt W.h) ward] und geben ward W.
1Vgl. c. 110. Der salvus conductus war von König Sigmund am 18. Oktober 1414 zu Speyer
ausgestellt worden. Hus, der am 11. Oktober von der Burg Krakovec nach Konstanz aufgebrochen war, erhielt den Geleitbrief
allerdings erst, nachdem er in Konstanz angekommen war. Vgl. J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. IXr–v; H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 12; W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 102–104, 177–179; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 247; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 328; T. Schmidt, König Sigmund und Johannes Hus, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 151f.; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 125; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 130f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 32, 35; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 605–608.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 147,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 147,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k312
[55r] Also sandt in küng Wentzlaw erlich gen Costentz und ritten mit im,
die in gelaitten: her Wentzeslaw von der Thuben und her Hainrich Latschenbocka, ritter, mer dann mit drissig pfaritten und mit zwain wägen. Und het der Huß
selb ain wageli, daruf er und sin capplan sassen, und zugen in der Pfistrinen
huß1 an Sant Paulsb gassen [by der Zueben2 allernächstc]3.
2Der Hinweis, der sich in A und K nicht, aber in G, St1, Wo und D1 findet, ist wohl als Tuben (abgel. von lat. tubus = Röhre) zu lesen, obwohl in G,
St1 und D1 Zuben, in Wo Zueben steht. In einer Textweiterung zu c. 267,1 (Umritt des Papstes
Martin V. nach seiner Wahl) werden in einer Variante von Wo und St2 sowohl der Begriff zuͦben als auch der Brunnen erwähnt. Die Herberge Hussens befand
sich offenbar in der Nähe eines Röhrenbrunnens, der in allen drei Versionen in
c. 72,1 erwähnt wird. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 7), bearb. von B. Stettler (1988) S. 264 mit Anm. 175; F. Hirsch (Hg.), Konstanzer Häuserbuch 1 (1906) S. 33; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 50, 59–61 und Abb. 4; H. Maurer, Das Hus-Haus und die Hussenstraße in Konstanz, in: Johannes
Hus in Konstanz. Festschrift zur Einweihung des Hus-Hauses (1985) S. 19.
33. November 1414. Vgl. zur Ankunft auch den Brief des Jan Hus
vom 4. November 1414, in dem er berichtet, er sei in Konstanz eingetroffen und
wohne in einer Straße „nahe dem päpstlichen Quartier“. Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 115; J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 144; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 111. Hierzu J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 62; ders., Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 37; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 172; A. Frenken, Das Konstanzer Konzil S. 72f.; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
49–52; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 33f.; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 611.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 148.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 148 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k313
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 148 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k314
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 148 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k315
Und als sy nu in dem huß ain tag oder zwen ruͦwten, do het der selb maister Hanns
Huß in der kamer nebend der stuben meß. Und
kamen vil der nachpuren und horten by im meß, do des lofs also vil ward. Wie doch
das er meß het als unser pfaffen. Das ward unser her von Costentz innen. Der hieß
bischoff Ott und was ain geborner marggraf von Röteln. Und sandt zuͦ im sinen vicarien,
maister Hannsen Tenger1, und sin official, maister Cuͦnraten Heligen2. Und redten mit im, warumb er meß hett. Nu wißti er doch wol, das er lang zit in
des bapsts bann wär geweßen3 und ouch yetz sunder in das concilio bann. Antwurt er, er hielte kain ban und
wolte meß haben, als dick im got gnad tät4. Do verbot unnser her von Costentz und sin vicary und der official dem volck, so
umb in gesessen was, und mengklichem, das niemend mer sin meß horti noch
darzuͦ gieng.
1Zur Person des Kanonikers Johannes Tenger vgl. U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof
von Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA
88 (1968) S. 250 mit Anm. 183; H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz (Germania Sacra, N.F. 15,
1981) S. 126, 328, 338; Helvetia Sacra Abt. I 2, 1 (21996) S. 540.
2Zu dem Offizial Konrad Elye, dem Vertreter des Bischofs im
Vorsitz des geistlichen Gerichts, siehe K. Rieder (Hg.), REC 3 (1913) S. 198 Nr. 8431; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 105 mit Anm.
64 und 65; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 67, 77, 104; Helvetia Sacra Abt. I 2, 2 (21996) S. 589f.; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 41, 127, 158, 190; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 19, 26.
3Hus befand sich seit dem 18. Juli 1410 im Kirchenbann, der
1412, da er der Ladung nach Rom nicht nachkam, verschärft wurde. Der Vollzug
sakramentaler Akte in der Zeit des Banns war, wie Hus in einem Brief vom 16.
November 1414 selbst konstatiert, durch das Kirchenrecht aber verboten. Papst
Johannes XXIII. hatte, nachdem Hus in Konstanz eingetroffen war, die
kanonischen Strafen, die über ihn verhängt worden waren (Interdikt), jedoch
aufgehoben. Die Gesandtschaft Ottos von Hachberg zu Jan Hus ist die einzige
Handlung des Ortsbischofs, die in der Chronik Erwähnung findet. J. Jeffery Tyler, Lord of the sacred city. The episcopus exclusus in late medieval and early modern Germany (1999) S. 55
betont, dass der Ortsbischof „does not appear in civic negotiations regarding
the imminent ecumenical council“. Vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 69f., 115–118; Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 57; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladioniowitz
(1963) S. 67; J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 149; U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof von
Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88
(1968) S. 250 mit Anm. 183; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 116; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 172f.; W. Brandmüller, Hus vor dem Konzil, in: Jan Hus. Zwischen Zeiten, Völkern,
Konfessionen, hg. von F. Seibt (1997) S. 235f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 116–146, 249; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 215; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 109, 146, 154, 158, 191; A. Frenken, Die Rolle der Kanonisten auf dem Konstanzer Konzil S.
410f.; ders., Das Konstanzer Konzil S. 72f.; Th. A. Fudge, The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 26, 241; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 125; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 127, 230f.; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 41, 116, 127, 148, 158; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
53f.; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 53; S. Provvidente, Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 265f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 26f.; A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 14 mit Anm. 9, 17–19, 26;
A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 159–163.
4In den Artikeln 17 und 18 der in der 15. Konzilssession am 6.
Juli 1415 verurteilten 30 Artikel von Jan Hus ist davon die Rede, dass ein
Priester Christi – ungeachtet einer angeblichen Exkommunikation –
weiterpredigen muss. Vgl. A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 682f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 149.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 149 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k316
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 149 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k317
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 149 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k318
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 149 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k319
Do1 der Huß diß marckt und ouch anders hort solicher böser sachen, so man uff in
trechen wolt, do fuͦr er zuͦ an ainem sunnentag in der vasten, als man singet Oculia, nach siner meßb, und nam ain brot und ain fläschlic mit win, und verbarg sich in des Latschenbocks wagen, wann man in den selben
wagen füren wolt uf das land und die knecht kouffen höw und fuͦter2. Undd do nu die ritter und das volck zuͦ tisch kamen und essen wolten, do fragten sy dem
Hussen nach. Do man sin nit
finden kund, do luff dere Latschenbock für den burgermaister und clegt im solichs. Der selb burgermaister
hieß an stet die stat beschliessen und mengklich berait sin ze roß und ze fuͦß, das
man im nachylte, wann er doch durch solich rick, die umb Costentz sind,
nit wol komen möcht, in dem do sich mengklich berait hat. Do ward er funden uff
dem wagen. Das sait man dem burgermaister. Der hieß do mangklich widerf haym gon.
a) folgt mei WoSt2.b) davor macht ausgestr. E.c) fläschen E.d) fehlt W.e) luff der] lieff den E.f) widerumb W.
1Vgl. c. 109. Zu dieser zweiten Fluchtgeschichte Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43; Th. M. Buck, Das Konzil von Konstanz (1414–1418). Ein Literatur- und
Forschungsbericht S. 724.
2Vgl. zu der im zeitgenössischen Konstanz wohl kolportierten,
aber unwahren Fluchtgeschichte, die ganz ähnlich wie die Papststurzgeschichte
(c. 19) in der von Richental gestalteten Geschichtserzählung eine bestimmte
Funktion hat, den Bericht des Peter von Mladoniowitz, hg. von J. Bujnoch (1963) S. 75 sowie F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 247f. Grundsätzlich J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 294; W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 119–122, 219f., 224f.;
Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 51, 58–68, 95; H.
G. Peter, Die Informationen Papst Johanns XXIII. und dessen Flucht von
Konstanz bis Schaffhausen (1926) S. 39f.; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 188, 202; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 110 mit Anm.
1; ders., John Hus. A Biography (1968) S. 290 Anm. 42; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 68f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 324, 330–335, 359; M. Müller (Hg.), Chronik des Konstanzer Konzils 1414–1418, Übersetzung,
Anm. 74; E. Werner, Jan Hus. Welt und Umwelt eines Prager Frühreformators (1991)
S. 200–215; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 323–363; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 251; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S. 236
Anm. 63, 254; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 187; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 132 mit Anm. 85; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 12, 245; ders., The Secret Life of a Hereticʼs Coat: Jan Hus and the Modern
Pilgrimage of a „Medieval Relic“, in: Kosmas. Czechoslovak and Central European
Journal 28 (2) (2015) S. 197f.; T. Weger, Konstanz/„Kostnice“ als verflochtener
Jan-Hus-Erinnerungsort, in: Jan Hus – 600 Jahre Erste Reformation, hg. von A. Strübind und T. Weger (2015) S. 174f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f., 266; A. Frenken, Zeremoniell, Ritual und andere Formen symbolischer
Kommunikation S. 59; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 34.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 150.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 150 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k320
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 150 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k321
Glich nach imbis, do es ains schluͦg, do nam derselb her Hainrich Latschenbock denselben
maister Hannsen Hussen uff
ain roß und sinen capplon ouch uff ain roß, und vil ander Beham, die mit inen
ritten, und fuͦrten in uff den obern hoff für die pfallentz, für bapst Johannes. Do
sprach der
selb maister Johannesa Huß, er solte in in kain vancknuß nit bringen, wann er het ain guͦt fry sicher gelait
für aller mengklich. Do antwurt im der Latschenbock und
sprach: Es ist also angesehen, das ir üwer sachen zuͦ bringenb sullen, das die recht syen, ob ir mugent ald darumb sterben. Also trat der Huß
behend ab dem roß und wolt under das behamsch volck [55v] geloffen sin,
wann es waren mer dann achtzig tusentc menschen uff dem obern hoff, die alle zuͦ warend geloffen von des wunders wegen und
das sy den selben Hussen sächen, die
des innen warend worden, das man in bapst Johanneßen bringen wolt. Das ersachen
die püttel des bapsts mit den silbrin steckend. Die erwustende in und fuͦrten in in die pfallentz und beschlussent die pfallentz und liessent den
capplon
enweg ritten. Do er also in der pfallentz behuͦt lagf, in dem selben [zittg] het im unser her der küng gern geholffen. Und forcht villicht sins bruders zorn
und ouch, das er dester fürderlicher der Behamschen huld verlur und maint, es wär
im ain grosse unerh, solte er sin fry sicher gelait also brechen. Do antwurten im die gelerten, es
mocht noch künd nit gesin mit dehainem rechten, das dehainer ketzer, der in der
ketzery begriffen würt, müg noch künd gelait haben1. Do unser her der römschi küng das erhort, do ließ er es gut sin2. Do ward der selb maister Hanns Huß usser der pfallentz gefürt und ward gefangen
und zuͦ den predyern gen Costentz gelait. Und ward im ain sunder gemach geben und
vil,
die sin huͦtten. Und giengen alle tag zu im die gelertosten, die sin mochtenj in dem concilio in der hailigen geschrift, und saiten im vor und bewißten mit
der hailigen geschrift, das er übel gelobt het und übel gepredyot. Und tatten das
darumb, ob sy in von sinem bösen glouben bringen mochten.
a) fehlt W.b) zuͦ bringen] fürbringenn W.c) achtzehen tusend A.d) folgt das er allso geflochen wolt sin Wo; folgt daß er also geflohen wolt seyn St2.e) erwuschtend A.f) ward W.g) zitt Wo; zeit St2.h) unerr E; unehr WoSt2.i) fehlt E.j) davor huͦtten ausgestr. K.
1Vgl. zur Gültigkeit des königlichen Geleitbriefs H. Heimpel, Dietrich von Niem (c. 1340–1418) (1932) S. 343–349; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 175–193; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 265f.; ders., Der König und sein Konzil S. 179; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 253; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 125–127; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 179; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63f.
2Vgl. zur Haltung König Sigmunds auch seine Auffassung, dass es
sich bei der causa Hus nur um alia minora handele, der Reformprozess der Kirche deswegen nicht
gefährdet werden dürfe, H. Finke, ACC 2 (1923) S. 203; R. Hoke, Der Prozeß des Jan Hus und das Geleit König Sigmunds, in:
AHC 15 (1983) S. 182–184; E. Werner, Jan Hus. Welt und Umwelt eines Prager Frühreformators (1991)
S. 201f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 253; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 179, 332; A. Frenken, Der König und sein Konzil S. 179; ders., Das Konstanzer Konzil S. 75, 216, 219; J. Schneider, Sigismund. Römisch-deutscher König auf dem Konstanzer
Konzil, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer Konzil.
Essays (2013) S. 45; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 192f.; H. Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters S. 32, 87; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 63; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 151.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 151 Anm. 1.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 151 Anm. 2.
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Darnach am montag nach dem hailigen tag ze ostran, do kam Jeronimus mit ainem
schuͦler haimlich gen Costentz, das in nieman erkennen noch sin inen mocht werden
von
der mengi des volcks, und schluͦg ain brieff an Sant Steffans kilchthür1. Der wißt und sait in latin: Er wißti anders nit, denn dasa maister Hanns Huß recht gelert und geprediot het. Doch so wärend im etlich
artickel zuͦ gezogen von haß und vindschaft wegen. Wäre die also, so künd und möcht
er in da
vor nit schirmen. Er gelobte aber nit, das er es geton hab. Und als bald er den
brief angeschlagen hat, do luff er und sin schuͦler glich enweg von Costentz, das
sin niemand innen ward. Und beschach im so not,
das er sins schwerts in der herberg vergaß, oder villicht vor forcht nit nemen
wolt. Und fragt man yederman, wa er ze herberg wär gesin. Da wißt nieman nüt
darumbb. Darnach über sechs tag, do ward man innen, das er ze herberg was gesin by dem
Guͦtjar2 an Sant Pauls gassen. Und het von forcht hinder im gelassen sin schwert in der
herberg. Und kam also an den Behamer wald und wolt da ruͦwen3. Und als ain yeglicher man suchet ander gelert lüt, kam er zuͦ ainem lütpriester
daselbs. Der hett von geschicht vil pfaffen gelat. Kam
Jeronimus och [56r] zuͦ in inhin über das maͧl. Und darnach vieng er an ze reden, wann er vast wol gespräch
was in latin und
in tütschc, wie das er ze Costentz gewesen wär in dem concilium, das dad wol hieß ain schuͦl des tüfels Sathane und ain sinagog unrechttuͦnder lüt und aller
verkerten lüt4. Und hett des brieff by im wol mit lxx insigeln, das maister Hanns Huß und ouch
er wol bestanden waren, und kuͦnd noch möcht in kain gelerter man noch her nit wider
reden noch sy überwinden.
Und sait vil übels von dem concilio, des die pfaffen all übel erschracken, und
wurden haimlich ze raͧt, das sy das dem herren, der da by in sas und gewaltig in dem
stätli5 [oder inn dem marckhte] wasf, sagen wolten. Der antwurt inen, sy solten also baiten und stil schwigen bis
mornends und nüt davon reden. Mornends do hielt der selb herr mit sinen dienern
uff in vor der stat oder dem marckt. Und als bald er ußher kam, do graif er
zuͦ im und fieng in und sprach zuͦ im: Maister Jeronimus, ir hand gestertg geredt von dem concilio ze Costentz. Da muͦß ich ye wissen, ob das war sy oder nit,
wann ich und all herren geschworn
habent, das concilium ze beschirmenh. Und muͦssent mit mir wider in das conciliumi gen Costentz. Do antwurt er, er het ain fry sicher gelait, und wären sin red und
sach war. Do sprach der her: Das mag sin oder nit. Uff die red, so ir geton hand,
so muͦssent ir ye gen Costentz.
a) denn das] dann E.b) darvon W.c) tüsch WWo; teutsch St2.d) da] er E.e) so WoSt2.f) was] das E.g) gestern WoSt2.h) schiermen E.i) wider in das concilium fehlt E.
1Vgl. zur Publikation von Pamphleten durch Hieronymus von Prag,
der am 4. April 1415 nach Konstanz gekommen war, Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 69; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 111; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S. 221;
G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 62f.; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 119 mit Anm. 48, 144; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 149f.; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 258–261; ders., Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 175f., 224.
2Hieronymus von Prag hatte bei Hans Gutjar in dem später „Zum
Delphin“ genannten Anwesen (heute Hussenstraße 14) Herberge genommen. Vgl.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F.
I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 40; G. Blechner, Wo in Konstanz war die Herberge des Jan Hus? Eine
Hauslokalisierung anhand zeitgenössischen Quellenmaterials, in: SVG Bodensee
101 (1983) S. 62; ders., Von Hieronymus zum Delphin-Kreis. Das Haus „zum Delphin“ an
der Hussenstraße, in: Konstanzer Beiträge zu Geschichte und Gegenwart 6 (2000)
S. 102–132; D. Mertens, Art. Richental, Sp. 55; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 29; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 5, 174.
3Vgl. hierzu M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 70; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 175.
4Siehe zu dem Begriff synagoga satanae (Offb 2,9; 3,9) den 37. Artikel der in der achten Sitzung des
Konzils am 4. Mai 1415 von der Synode verurteilten 45 Artikel des John Wyclif.
Vgl. P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 55; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 413; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 131; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 181. Noch Martin Luther spricht 1521 auf dem Wormser Reichstag
(Deutsche Reichstagsakten. Jüngere Reihe 2, bearb. von A. Wrede (1896) S. 647 Z. 23) zur Schmähung des Konstanzer Konzils von
einer sinagog des teufels. Hierzu E. Wolgast, Das Konstanzer Konzil im Urteil Luthers und der
reformatorischen Geschichtsschreibung, in: K.-H. Braun / Th. M. Buck (Hg.), Über die ganze Erde erging der Name von Konstanz S.
56.
5Soldaten des wittelsbachischen Pfalzgrafen Johann von
Neunburg/Neumarkt sollen den flüchtigen Hieronymus von Prag in Hirschau gefasst
und in Sulzbach (Haupt- und Residenzstadt des von Karl IV. erworbenen
Neuböhmen) eingekerkert haben. Siehe zum Itinerar auch den Brief des Jan Hus
vom 24. Oktober 1414 an seine böhmischen Freunde, in dem er von seiner Reise
nach Konstanz berichtet. Vgl. J. Dachsel, Jan Hus. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Seine Briefe
vom Herbst 1414 bis zum Juli 1415, ins Deutsche übersetzt in Zusammenarbeit mit
F. Potměšil (1964) S. 141–143; W. Schamschula (Hg.), Jan Hus. Schriften zur Glaubensreform und Briefe der
Jahre 1414–1415 (1969) S. 109–111. Hierzu O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 203; F. Šmahel, Leben und Werk des Magisters Hieronymus von Prag. Forschung
ohne Probleme und Perspektiven, in: Historica 13 (1966) S. 110 mit Anm. 70; ders., Die hussitische Revolution (MGH Schriften 43, 2,
2002) S. 921; ders., Mag. Hieronymus von Prag und die Heidelberger Universität,
in: ders., Die Prager Universität im Mittelalter. Gesammelte Aufsätze
(2007) S. 537f.; ders., in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 273f.; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 111; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S. 222;
W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 332; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 42f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 260 mit Anm. 23; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 131; F. Machilek, Die hussitische Revolution. Religiöse, politische und
regionale Aspekte (2012) S. 183f. mit Anm. 9 auf S. 184; W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
49–52, 72; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 180f., 183.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k324
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152 Anm. 3.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k327
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 152 Anm. 5.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k328
Und also bracht er in wider gen Costentz am ain und zwaintzigosten tag nach
ostran1. Und ward an stet gelait gen Gotlieben in die vesti in ain sundrig gemach2. Und kamen zuͦ im vil gelerter lüt, die mit im disputierten von sins bösen gloubens
wegen und
von andren gotlichen künsten. Die mainten, das er vierstund gelerter wär wenna der Huß3. Und giengen die gelerten als dick zuͦ inen baiden und erwistenb sy undc brachten sy darzuͦ, das sy baid sprachent, sy wolten von irem bösen geloben laussen
und wolten das
widerpredyen und widerruͦfend alles das, das sy gelert und geprediot hetten4. Des was mengklich frow und lut man laudes drystund über all stat.
1Nach Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 182 am 23. Mai 1415.
2Die Internierung in der Bischofsburg Gottlieben hält Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 186 für eine Falschmeldung des Chronisten. Nach A. Bihrer, Eine Feier ohne den Hausherrn S. 26 wurde der tschechische
Reformator dort „für etwa zehn Wochen gefangen gehalten“.
3Vgl. zu Hieronymus von Prag auch c. 161.
4Im Gegensatz zu Hieronymus von Prag, der in der 19. Sitzung
des Konzils am 23. September 1415 seinem Glauben feierlich abschwor, hat Jan
Hus nachweislich nie widerrufen. Vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
(Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 149; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 204, 206f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 62f., 121f., 135; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 433; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 157f.; Th. A. Fudge, The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 269, 274, 277; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 199, 205–207, 209; O. Pavlíček, The Chronology of the Life and Work of Jan Hus, in: A
Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 67f.; F. Machilek, Jan Hus (um 1371–1415) – Prediger, Wahrheitszeuge,
Reformator, in: Gewissen und Reform. Das Konstanzer Konzil und Jan Hus in ihrer
aktuellen Bedeutung, hg. von J. Köhler und F. Machilek (2015) S. 39, 43.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 153.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 153 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k329
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 153 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k330
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 153 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k331
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 153 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k332
Nach dem ward ain sessio. Und ward in der selben session gemainlich ertailt, das
man sy in Swabenlandena behalten sölt, in welhem closter und orden sy wolten sin, und das yeglicher selb
sechsten gnuͦg het ze bruchen, doch das sy gen Beham niemer merb komen solten, und das sy ouch mit ir baiden henden und mit iren insigeln gen
Beham schriben solten, das sy falsch und unrecht gelobt, geprediot und gelertc hetten, und das es nun hinfür niema mer glouben sölt. Das alles wolten sy gern
gehalten haben und daby beliben sin, dann allain umb das schriben gen Beham. Das
wolten sy ye nit tuͦn, und wolten die denmüttikait nit uffnemen und sprachent: Das
laster wollen wir
ye unsd selbs nit tuͦn, wann wir nämen mit unsern worten und geschrift [56v] mengen usser dem
himelrich, den wir darin bracht hand mit unnser gotlicher ler, als man das alles
in der latin1 aigenlich findet, [das ich ouch erfarn habe].
a) Schwabenlanden ESt2; Schwabenlannden Wo.b) fehlt WWoSt2.c) gehallten Wo; gehalten St2.d) an uns W.e) so WoSt2.
1Vgl. cc. 138 und 241,2. Siehe zu dieser Textstelle auch M. R. Buck, Chronik des Constanzer Concils, Vorwort S. 2; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 118.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 154.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 154 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k333
a) anderen] den andern E.
1Neben cc. 86,2, 313 und 474a handelt es sich hier um eine der
wenigen Stellen, wo K und seine Deszendenten einen Ich-Erzähler bieten. Die
Stelle lässt also den Schluss zu, dass die Ich-Version textlogisch früher als
die Er-Version anzusetzen ist.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 155,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 155,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k334
155,2 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
An fritaga nach Sant Ulrichs tag am achtenden tag im Höwat, do ward aber ain sessio mit
gantzer pfafhait. Und was unnser her der romsch küng selbs daby, hertzog Ludwig
von Bayern von Haidelberg und ander vil weltlicher fürsten und herren. Und was die
sessio am morgen umb die vjb. Do ward besant maister Hanns Huß. Und prediot vor im der erwirdig Johannes
Tatteric, ain maister gotlicher kunst und ain maister der obrostod schuͦl zuͦ Paris1, von siner böser ketzerlicher ler. Und ward mit rechter götlicher ler usser der
hailigen götlichen geschrift überwunden, das sin artickel und ler, die er
geprediot und gelert het, valsch, unrecht und katzery wären.
a) fritag] samßtag A; samstag E; sambstag G; korr. zu sonabend WoSt2.b) folgt stund nach mitternacht A.c) Thacheri A; Tatery W; Tattan E; Tarceri Wo; Tarceri korr. zu Gerson St2; Carceri D1.d) obresten WE.
1Gemeint ist wohl Jean dʼAchery, Bischof von Senlis. Es
predigte jedoch Giacomo Arrigoni de Balardis, Bischof von Lodi. Vgl. Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 73; L. Dax, Die Universitäten und die Konzilien von Pisa und Konstanz
(1910) S. 47 Anm. 2; H. Finke, ACC 2 (1923) S. 413 Anm. 1; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 21,
156f.; K. Eubel, Hierarchia Catholica Medii Aevi 1 (1960) S. 476; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 204; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 62f.; ders., Das Konzil von Konstanz 2 S. 134; P. Soukup, Jan Hus (2014) S. 200; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 101 Anm. 198.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 155,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 155,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k335
156,1 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
Und gabent ain recht urtail über in. Des ersten, als er zuͦ ainem priester gewicht
was, das man in dann degradieren sölt und sin wichi ab
nemen1. Do stalten sy in uff ain hochen stuͦl, das in mangklich wol sechen mocht. Und stuͦnd
zuͦ im der hochwirdig her und maister Nicolaus, ertzbischoff zuͦ Mailand2, zuͦ ainer siten, und zwen cardinall und zwen wichbischoff, und laiten in an als
ain
priester und zugen in wider ab mit worten darzu gehörig, und wuͦschen im ab sin caracteres3. Do machet er ain gespeta daruß. Dob nu das volgiengb, do gabent sy ain urtail über in also, das er wär ain ketzer und ain
unstrafbarerc und unwisiger man, siner boßhait abzeständ. Und enpfalhent in dem weltlichen
rechtend. Und batten unsern herren den küng und das weltlich recht, das man in nit totti,
und man in sust behielt unde im ainen ewigen kärcher gäb. Do sprach der küng zuͦ hertzog Ludwigen von Bayern:
Sider ich der bin, der das weltlich schwert inne
hat: Lieber öham, und ain churfürst des hailigen romschen richs und unser
ertztruchsäs, so nemend in an unser stat und tuͦnd im als ainem ketzer. Do ruͦft hertzog
Ludwig von Bayern zuͦ im des hailigen romschen richs vogt zuͦ
Costentz, der do ouch zegegen was und zuͦ im kam. Sprach hertzog Ludwig: Niem da maister
Hannsen Hussen von unser baider
wegen und unser urtail, so verbrenn in als ain ketzer. Enpfalch der selb vogt
Hannsen Hussen undf den ratsknechten, das sy in ußfürten und verbranten. Doch das sy im weder
schuchg, häs noch claider [57r] abzugenh, sonder in da mit verbranten. Das beschach ouch. Und het doch zwen guͦt schwartzi röck an von guͦttem tuͦch4 und ain clain silbrin gürtel. Und hat ain wiße ynfel uff sinem hopt mit bappir
gemacht5, und stuͦnden zwen tüfel daran gemaltj und zwischen den tüfeln geschriben: Heresiarcha, das ist ain ertzketzer6. Und fuͦrten in die von Costentz uß mer dann mit tusent gewapnoten manen, und die
layen,
fürsten und herren ouch gewapnet. Und fuͦrten in zwen diener hertzog Ludwigs. Und
was nit gebunden. Und giengen zwen
ratsknecht vork im und zwen nach im. Und fuͦrt manl in zuͦ Göltingerm thor uß. Und von großem getrang muͦst man in füren umb Richmans Widen huß7 den Prül8 umbhin. Und was mer dann drüw tusent gewapnoter man und sust vil volcks on zal.
Und muͦst man die lüt an Goltingern thor halten ye als lang, bis das ain schar überhin kam. Und forcht man die brugg
gieng nider. Und fuͦrt man in uff das clain inder usser feld9 enmitten. Und an dem ußhin füren, do ruͦft er die lüt nit vast an und betoto nüt anders dann: Jhesu Christe, fili Dei vivi, miserere mei. Und do er kam
zuͦ dem indernp usser veld über das prügli und ersach das holtz, strow und fürq, do viel er drystund uf sine knie und sprach lütr: Jhesu Christe, fili Dei vivi, qui passus ess pro nobis, miserere mei. Darnach ward er gefragt, ob er bichten wölt, wann doch
kainer in solichen nöten on bichten sterbent sölt. Do sprach er: Ich wil gern bichten, es ist aber hie ze eng. Und do er in
den ring kam, do ruͦft man ainem priester, hieß her Uͦlrich Schorand10, und was ain capplon zuͦ Sant Steffan und het des conciliums und des bischofs gewalt.
Deru kam zuͦ im und sprach: Lieber her und maister, wend ir noch abtretten von üwerm ungloben
und ketzery, darumb ir liden muͦsent, so wil ich üch gern bicht hören. Wend ir aber
des nit, so wissent ir selber
wol, das in gaistlichen rechten stat, das man kainem ketzer kain gotlich sach nit
tuͦn solt. Do sprach der Huß: Es ist nit notdurftig, wenn ich bin kain todsünder.
Und wolt angefangen haben zuͦ predyen in tütschv. Das wolt im hertzog Ludwig nit vergünnen und hieß in brennen. Do nam in der
hencker und band in mit schuͦch und mit häß an ain lang bret, das stuͦnd ufrecht.
Und stalt im ain hochem schämel under die füß, und lait holtz und
strow umb in und schut bech darinw und zunt es an. Do schray er vast und was bald verbrunnen11.
a) gespött AEWoSt2; gespöt W.b–b) Do – volgieng] Do im das nu volgieng W.c) strauffpärer E; unstrauffbar WoSt2.d) rechten] richter E.e) in sust behielt und fehlt E.f) fehlt W.g) schuͦch WWoSt2.h) davor verbr ausgestr. K.i) fehlt, dafür fälschlich wiederholtes zwen ausgestr. W.j) gemacht und gemalt W.k) davor neb ausgestr. K.l) fuͦrt man] fuͦrten EWoSt2.m) Göttlinger W; Gelltinger Wo; Geltingen St2.n) Göltlinger W; Geltinger Wo; Geltingen St2.o) bettet W; bettot EWo; behtet St2.p) inern W.q) fewr E.r) lut W.s) est St1.t) hinfaren Wo; hinfahren St2.u) davor do sprach er: ja gern ausgestr. K.v) tüsch W.w) darzu Feger.
1Durch die Degradation verliert der Geistliche die klerikalen
Standesrechte, so dass er dem weltlichen Gericht zur Verurteilung übergeben
werden kann. Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 48; J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 245, 250f.; P. Landau, Die Entstehung des kanonischen Infamiebegriffs von Gratian
bis zur Glossa Ordinaria (1966) S. 60f.; B. Schimmelpfennig, Die Degradation von Klerikern im späten Mittelalter, in:
Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 34 (1982) S. 313 mit Anm. 26;
P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 279; J. Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien 2: Konzilien
des Mittelalters (2000) S. 429 Z. 7–13; T. Schmidt, König Sigmund und Johannes Hus, in: Das Zeitalter König
Sigmunds in Ungarn und im Deutschen Reich, hg. von T. Schmidt und P. Gunst (2000) S. 158; J. Kejř, Die Causa Johannes Hus und das Prozessrecht der Kirche
(2005) S. 164, 183f. Anm. 284; S. Provvidente, Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 288.
2Bartolomeo della Capra.
3character indelebilis.
4Zur Bekleidung von Hus vgl. S. Rau / O. Morr, Konstanzer Konzil – Ein gut zu vermittelndes Thema, in:
Restauro. Zeitschrift für Restaurierung, Denkmalpflege und Museumstechnik 5
(2014) S. 51; Th. A. Fudge, The Secret Life of a Hereticʼs Coat: Jan Hus and the Modern
Pilgrimage of a „Medieval Relic“, in: Kosmas. Czechoslovak and Central European
Journal 28 (2) (2015) S. 173–199; R. und H. Rosenberg, Die vielen Gesichter des Jan Hus S. 198.
5Zur papiernen Schand- bzw. Ketzermütze vgl. J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 252f.; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 114f., 116, 120f., 130; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 354f.; Th. Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils S.
265–267; Th. Werner, Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittelalter
(2007) S. 454; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 203f.; ders., The Trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Criminal Procedure
(2013) S. 13, 283; G. J. Schenk, Die Lesbarkeit von Zeichen der Macht S. 293; Th. M. Buck, Das „Kunst- und Alterthumskabinett“ Joseph Kastells S.
152f.; R. und H. Rosenberg, Die vielen Gesichter des Jan Hus S. 194f., 198.
7Zu dieser Lokalität vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 17–20; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 138 mit
Anm. 1.
8Heute im Stadtteil Paradies im Westen der Stadt. Der Name
führt sich auf ein dort ansässiges Frauenkloster (claustrum Paradysi apud Constantiam) zurück; vgl. J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 130–132
sowie die Karte „Konstanz zur Zeit des Konzils“ bei O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 28f., 156, 191.
9Die Hinrichtungsstätte des Jan Hus, das inder usserfeld, ist mit dem kleinen Brühl im Stadtteil Paradies vor der
Stadtmauer identisch, einer Wiesenfläche im Westen der Stadt, auf der
Hinrichtungen und Turniere (c. 119,1) stattfanden und zu der man durch das
innere Geltingertor oder das innere Paradieser Tor gelangte. Der genaue Ort der
Hinrichtung lässt sich nicht mehr ermitteln. Der 1862 errichtete Hussenstein
dürfte nach Feger „etwas südlich der Richtstätte liegen“. Vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 30–39; ders., Geschichte und Beschreibung der Stadt Konstanz und ihrer
nächsten Umgebung (1851) S. 72f.; J. Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz S. 137f.,
139, 143 sowie die Nrn. 50 und 84 auf der beigegebenen Karte; F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 322; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 191, 205; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 30 (mit Karte); S. Wolff, Die „Konstanzer Chronik“ Gebhart Dachers S. 530 Anm.
1216.
10Zu dem Kaplan Ulrich Schorand, der als Vertreter des Konzils
bei der Hinrichtung zugegen war, vgl. W. Berger, Johannes Hus und König Sigmund S. 169; M. Spinka, John Hus at the Council of Constance (1965) S. 232 mit Anm.
22; ders., John Hus. A Biography (1968) S. 290 Anm. 42; H. Maurer, Das Stift St. Stephan in Konstanz (Germania Sacra, N.F. 15,
1981) S. 411; Th. Werner, Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittelalter
(2007) S. 458; Th. A. Fudge, Jan Hus. Religious Reform and Social Revolution in Bohemia
(2010) S. 145; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 694 mit Anm. 22.
11Johannes Hus starb am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen in
Konstanz, nachdem er am 28. November 1414 auf Druck der Kardinäle festgenommen
worden war. Zum Leiden und Sterben von Hus vgl. J. Bujnoch, Hus in Konstanz. Der Bericht des Peter von Mladoniowitz
(1963) S. 251–257; ders., Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 45f.; U. Janson, Otto von Hachberg (1388-1451), Bischof von
Konstanz, und sein Traktat „De conceptione beatae virginis“, in: FDA 88
(1968) S. 251 Anm. 183 von S. 250; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 114–151; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 202–220; P. Burschel, Sterben und Unsterblichkeit. Zur Kultur des Martyriums in
der frühen Neuzeit (2004) S. 22f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 42f. Zum Zusammenhang von „Haec sancta“ und Hus-Prozess
vgl. S. Provvidente, Inquisitorial process and plenitudo potestatis at the
Council of Constance, in: The Bohemian Reformation and Religious Practice 8
(2011) S. 98–114; ders., La causa Hus entre plusieurs traditions académiques: conciliarisme, studia hussitica et pratiques juridiques dans le Moyen Âge tardif, in: AHC 47
(2015) S. 138–144; ders., Husʼs Trial in Constance: Disputatio aut Inquisitio, in: A Companion to Jan Hus, hg. von F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 254–288; H. Müller, Ein deutsch-französischer Blick auf das Konzil von Konstanz
(1414–1418), in: AHC 47 (2015) S. 15; A. Kohnle / Th. Krzenck (Hg.), Johannes Hus Deutsch (2017) S. 685–697.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k336
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,1 Anm. 2.
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Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,1 Anm. 11.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k346
156,2 (Vgl. G/D1: 155,2–156,2)
Und do er verbrunen was, dennocht was die ynfel gantz in dem füra. Do zerstieß sy derb hencker. Do verbran sy erst und stanck vast übel; wann der cardinal
Pangracius1 hat ain groß alt mul, das starb und ward an die stat vergraben, da der Huß
verbrent ward2. Und von solicher hitz wegen, do tet sich das erdtrich uff, das der böß schmack
heruß kam3. Darnach fuͦrt man die eschenc, das gebain und was da dennocht unverbrantd was, gantz und gar in den Rin4. Und stat diße figur hienach gemalt.
Hus degradiert, fol. 57v. Obere Blatthälfte. Zentriert darüber: Da degradirt man Husso.
Hus zum Tode geführt, fol. 57v. Untere Blatthälfte.
Hus verbrannt, fol. 58r. Obere Blatthälfte. Zentriert darüber: Dis ist der Huss.
Asche wird verladen, fol. 58r. Untere Blatthälfte.
a) fewr E.b) davor h ausgestr. K.c) äschen EWoSt2.d) unverbrunnen E.e) diß] die obgedacht geschicht und W.
1Rainaldo Brancaccio, Kardinaldiakon von SS. Vito e Modesto;
vgl. H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 117, 122, 132 Anm. 11; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 130 mit Anm. 642; R. Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung
und die kulturelle Konstruktion des Körpers (2014) S. 563f.
2Der Ort, an dem Hus verbrannt wurde, das inder usserfeld, diente der Stadtgemeinde auch als Schindanger, wo tote Tiere
vergraben wurden; die eigentümliche Geschichte hat also nicht nur eine
symbolische, sondern durchaus auch eine realistische Dimension. Vgl. J. Eiselein, Begründeter Aufweis des Plazes bei der Stadt Constanz, auf
welchem Johannes Hus und Hieronymus von Prag in den Jahren 1415 und 1416
verbrannt worden (1847) S. 35.
3Zum Öffnen des Erdreichs und dem entsetzlichen Gestank vgl. H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 116f., 121f.; P. Hilsch, Johannes Hus (um 1370–1415). Prediger Gottes und Ketzer
(1999) S. 280f.; G. Wacker, Ulrich Richentals Chronik S. 129f.; K. Hruza, Die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil 1415,
in: Höhepunkte des Mittelalters, hg. von G. Scheibelreiter (2004) S. 206f.; R. Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung
und die kulturelle Konstruktion des Körpers (2014) S. 563f.; Ph. N. Haberkern, Patron Saint and Prophet. Jan Hus in the Bohemian and German
Reformations (2016) S. 43.
4Vgl. hierzu Aeneas Silvius Piccolomini, Historia Bohemica, hg.
von J. Hejnic und H. Rothe 1 (2005) S. 252f.: Cineres exustorum ne raperentur a Bohemis, in lacum proiecti. Die Verbrennung des Häretikers diente nicht nur der Entfernung
aus der Gemeinschaft der Gläubigen, Ziel der Strafe war auch die Auslöschung
des Körpers und die Inkriminierung der Memoria. M. Bartlová, Iconography of Jan Hus, in: A Companion to Jan Hus, hg. von
F. Šmahel und O. Pavlíček (2015) S. 329 deutet diese Szene als „a satirical travesty of
the translatio of the relics in traditional hagiography“. Siehe auch F. Palacký, Documenta Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam causam in
Constantiensi concilio actam […] (1869, ND 1966) S. 323; V. Novotný, in: Fontes Rerum Bohemicarum 8 (1932) S. 119f. und R. Schmitz-Esser, Bestrafung des Leichnams zur Purifizierung der Christenheit?
Der Ursprung der Verbrennungsstrafe an Häretikern und Hexen im Früh- und
Hochmittelalter und sein Verhältnis zum Reliquienkult, in: FMSt 44 (2010) S.
229, 249f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k347
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k348
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,2 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k349
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 156,2 Anm. 4.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k350
[58v] An sunnentag, das was der nünd tag des monats Howat, do begieng man
ainen grossen crützgang mit allen cardinalen, der waren xxvij, und giengen nit mer
dann xviiij mit dem crütz. Die andern warend blöwd, das sy nit mit dem crütz gan
konden, und beliben in dem münster, dry patriarchen, xxxvij ertzbischof, clxxvij
bischoff, lxxiij wichbischoff, all in wissen überröcken und in wissen ynfalena, all äpt, all bröpst und prelaten und alle gelertb, all pfaffen, all orden. Und gieng hinnanachc der patriarch Johannes Anthiochcenus, und truͦg man im ain guldin tuͦch vor als ainem
bapst, und het ain vast kostlich ynfel uff und kain tuͦch ob im. Und gab dem volck
den segen, als davor geschriben stat. Und gieng da
mit unser her der romsch küng und die romsch küngin, die küngin von Wossen, all
fürsten und herren. Und giengen von dem münster an dem obern marckt, und von dem
marcktd die Sül1 abhin und Mordergassen umbhin zuͦ den augustinern, und von den augustinern Nüwengassen
wider umbher gen Sant
Paule, und wider umbher den marckt und Bruͦdergassen inhin zuͦ den parfuͦssen, von den
parfuͦssen gen Sant Steffan, und von Sant Steffan wider in das münster, umb das der
almachtig got sin cristenhait und sin cristen globen beschirmti und behütti und
sin gnad inen verlichf und santi. Diß alles tatten sy gar denmuͦttiglich. Darnach gieng yederman in sin
herberg.
a) infeln ESt2; inffeln Wo.b) folgt lüt W; folgt lütt Wo; folgt leute St2.c) hinnanach] hinnan hinnach E; hinnan nach WoSt2.d) obern marckt W.e) Pal W.f) verliech Wo; verleiche St2.
1Straße bzw. Gasse in Konstanz (heute Kanzleistraße).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 157.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 157 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k351
Ana zinstag vor mittem Höwat, do hat die küngin ainen tantz den frowen. Und
mornendes an der mitwochen, do fuͦr sy und die küngin von Wossen von der stat ze Costentz
mit irem hofmaister, und
gnadet den frowen und fuͦr ze schiff gen Schafhusen und den Rin abhin.
a) Am EWoSt2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 158.
Und darnach am fritag frü vor Sant Marien Magdalenena tag1, do fuͦr unser her der romsch küng von Costentz gen Schafhusen, und zoch man im sine
roß
nach ze land. Und saß ze Schafhusen uff und raitb des ersten in das küngrich von Franckrich und gen Hyspania und in die kungrich,
die in Hyspania ligend und zuͦ denen, die da warend under der gehorsami bapst Benedicti,
und von solicher
botschaft wegen, darumb in das hailig concilium gesant het. Und rait wider umbher
in Engelland von irs kriegs wegen2, so sy hatten mit dem küng von Franckrich.
1Am 19. Juli 1415 brach Sigmund nach Narbonne auf, um die
Beteiligung der Spanier am Konzil zu erreichen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 159.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 159 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k352
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 159 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k353
Darnach an sunnentag an Sant Marien Magdalenen abend, do hat aber das concilium
ain grossen crützgang von dem münster ze Costentz gen Sant Paula, und giengen herwiderumb zuͦb den parfuͦssen durch die kilchen und gen Sant Steffan, och [59r] durch die kilchen
und wider in das münster, umb das, das got den küng behuͦtti und im vernunft und
guͦt glückc gäb und das es im wol gieng, und och fröwlichen wider käm von den küngen und von
bapst Benedicto, der da haist Petrus de Luna. Und giengen damit die vier
patriarchen und all herren, gaistlich und weltlich, wie denn vor benempt ist. Und
mainten, sy wolten alle suntag also gan und ain solichen crützgang haben1, wahin sy dann ye ze rat wurden, als lang untz das unser her der römsch küng
herd wider käm. Und wer also mit gieng mit andacht, ruͦw und bicht, der solt haben grossen
applas.
1Dass jeden Sonntag nach der Abreise des Königs eine
Bittprozession (processio generalis cum missa solenni) mit Messe und Predigt gehalten werden sollte, wurde in der
17. Sitzung des Konzils am 15. Juli 1415 beschlossen. Vgl. H. von der Hardt, Magnum Oecumenicum Constantiense Concilium de universale
ecclesiae reformatione, unione, et fide 4 (1699) S. 480; J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 781; P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 20; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 206; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 1 S. 404; M. Prietzel, Dietrich Kerkering von Münster S. 107.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 160.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 160 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k354
An samstaga vor des hailigen crütz tag im herbstb, do hatten sy ain groß session mit aller pfafhait und mit gantzem concilio, als
das dick davor geschriben stat. In der selben session was och hertzog Ludwig von
Paigernc, dem unnser her der küng das concilium bevolhen hat1. Und lut man nach der metti ainost, und zuͦd der tagmeß zum andern maͧl, und nach der tagmeß zuͦsamen und zum dritten mal. Und
sungent ain loblich meß von der hailigen
drivaltikait. Nach der meß ward besant Jeronimus der ketzer in die session2. Und prediot ain maister gotlicher kunst usser Engelland3. Nach der predy stuͦnden die maister und die gelerten uff und giengen zesamen und
bewisten mit
gotlicher geschrift, das er und der Huß valschliche gelert und geprediot hetten. Und dof sy in des bewisten, do wär er villicht gern abgestanden, muͦst er nit widerumb gen
Beham geschriben han, das er valschlich geprediot und
gelert het. Und ward geurtailt als ain ketzer und gab in das concilium
hertzogg Ludwigen von Bayern. Der hieß in och ußfüren und verbrennen. Und fuͦrt man in
uß, glich als denn Hussen, wan das nit so vilh gewapnots volck mit im gieng als mit dem Hussen; won man sini dozemal nit bedorftj, wann die Beham, die dozemal ze Costentz gelegen waren, die waren vast mit dem
küng geritten, die andern waren haym gen Beham gefaren. Und als man in ußhin
fuͦrt, do betotk er den Credol in unum Deum, und wenn er in ußgebetotm, do fieng er an ze singen lut die lettani Sancte Petre, ora pro nobis, Sancte
Paulen, ora pro nobis. Und wenn das ußkam, so huͦb er aber an Credo. Und bichtot ouch nit,
wann er ain kätzer was und nit abston
wolt, das man in nicht bicht hören wolt, als davor stat. Und ward ouch verbrent an
der stat, da der Huß verbrent ward. Und lebt in dem füro vast lenger dann der Huß und schray vastp grülich, wann er was ain vaister, starcker man und het ain schwartzen dicken
langen bart. Und do er verbrent ward, do ward die äsch und was unverbrunnesq was [59v] och in den Rin gefürt4. Und wainten vil gelerter lüt umb in, das ain solicher gelerter man also an sel
und libr verderben muͦst, wann er vast gelerter was denn maister Hanns Huß5. Er was worden magisters in artibus zuͦ Prag, zuͦ Köln, zuͦ Lundis in Engelland und zuͦ Erdfurt6.
Hieronymus hingerichtet, fol. 59v. Oben fünf Zeilen Text. Darunter das Bild. Hieronymus wird durch einen Bildtext mit der Überschrift Heronimus oder Geronimus näher bezeichnet.
a) Uff sonntag A; Am samstag Pr; An dem zinstag G; Am sambstag WoSt2.b) herbst] Mayen E.c) Payren E.d) zuͦ] in E.e) valsch W.f) fehlt W.g) hertzozog W.h) so vil] als groß W.i) des W.j) dorft W.k) betet W; bettet Wo; behtet St2.l) folgt und bichtot ouch nit und bettot er den Credo E.m) usgebettet W; ussgebettott E; usgebettot Wo; ausgebehtet St2.n) Pale W.o) fewr E.p) folgt lenger unnd WoSt2.q) unverbrunen W; unverbrunnen E; unverbrunnens WoSt2.r) an lib WWoSt2.s) maister EWoSt2.
1Herzog Ludwig von Bayern wurde von König Sigmund am 20. Juni
1415 zum Konzilsprotektor (protector concilii) ernannt. Bürgermeister und Rat der Stadt schwören gegenüber
Herzog Ludwig, das Konzil zu schützen und zu schirmen. Vgl. für das Jahr 1415
das Ratsbuch der Stadt Konstanz für die Jahre 1414–1419 (Stadtarchiv Konstanz B
I 2) S. 45.
2Vgl. cc. 152–153.
3Es predigte – wie bei Jan Hus – Giacomo Arrigoni de Balardis,
Bischof von Lodi. Vgl. P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 156, 166;
W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 134; M. Küble / H. Gerlach, Augenzeuge des Konstanzer Konzils S. 107 Anm. 209; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 236, 238f., 325–333.
4Hieronymus von Prag wurde am 30. Mai 1416, dem Tag der 21.
Sitzung des Konzils, hingerichtet, nachdem – wie bei Hus – zuvor der Bischof
von Lodi gepredigt hatte. Zum Leiden und Sterben von Hieronymus siehe auch den
Brief des italienischen Humanisten und päpstlichen Sekretärs Poggio
Bracciolini, den dieser am Todestag an Leonardo Bruni geschrieben hat. Vgl.
Aeneas Silvius Piccolomini, Historia Bohemica, hg. von J. Hejnic und H. Rothe 1 (2005) S. 250–253; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 195–203; J. Stumpf, Des grossen gemeinen Conciliums zuͦ Costentz
gehalten/kurtze/doch grundtlichere und volkommnere […] beschreybung (1541) foll. CXXXr–CXXXIr; G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 60–62; V. Novotný, in: Fontes Rerum Bohemicarum 8 (1932) S. 323–334,
345–350; F. M. Bartoš, Kostnický proces M. Jeronyma Pražského, in: Sbornik
historicky 4 (1956) S. 56–64; R. N. Watkins, The Death of Jerome of Prague: Divergent Views, in: Speculum
42 (1967) S. 104–129; R. R. Betts, Jerome of Prague, in: Essays in Czech History (1969) S.
230–235; H. Herkommer, Die Geschichte vom Leiden und Sterben des Jan Hus als
Ereignis und Erzählung, in: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und
in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann und K. Stackmann (1984) S. 123f., 137 Anm. 42 und 43; F. Šmahel, Poggio und Hieronymus von Prag: Zur Frage des hussitischen
Humanismus, in: Studien zum Humanismus in den böhmischen Ländern 1 (1988)
S. 75–91; ders., Hieronymus von Prag, in: 1414–1418. Weltereignis des
Mittelalters. Das Konstanzer Konzil. Katalog (2014) S. 273f.; J. Bujnoch, Die Hussiten. Die Chronik des Laurentius von Březová
1414–1421 (1988) S. 50–52; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 115–139; St. Greenblatt, The Swerve. How the World Became Modern (2011) S. 172–181;
W. Rügert, Jan Hus. Auf den Spuren des böhmischen Reformators (2015) S.
70–75; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 234–253, 334f., 338–343.
5Zu den „intellectual skills and rhetorical gifts“ des
Hieronymus von Prag vgl. Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (Quellen zur
Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb. von B. Stettler (1990) S. 121; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 229, 248, 254f.
6Hieronymus von Prag hat an den Universitäten Prag, Oxford,
Paris, Köln und Heidelberg gewirkt. Vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 118; F. Šmahel, Mag. Hieronymus von Prag und die Heidelberger Universität,
in: ders., Die Prager Universität im Mittelalter. Gesammelte Aufsätze
(2007) S. 526–538; Th. A. Fudge, Jerome of Prague and the Foundations of the Hussite Movement
(2016) S. 10, 20, 73–88.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 161.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 161 Anm. 1.
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[60r] Also bestuͦnd das concilium in guͦttem frid und ward och dazwüschen kain unfrid,
und hatten die frömdena so vil schierms und frides, das sy umb Costentz wandlen mochten durch kurtzwil
und spatzierends willen by zwain mil wegs ver von Costentz, in welchi stat, dorff,
marckt oder in welchen wald sy wollten, und taglichs in giengen spatzieren. Und in
dem selben holtz1 warend wiert, die in dem holtz schanckten allerlayb win, wie man den haben woltb. Und
fand man darinnc gebratne huͦnrd, flaisch, würst, bratten, visch und wes ainer begert, und hipsche frowen. Und die gaistlichen herren mochten gonf, in welches burgers garten und guͦt sy wolten, und wart man inen es nit. Und giengen
durch die zün allenthalben
lucken, das sy wol mochten gon von ainem guͦt in das ander. Und hielten sich die gaistlichen
herren so züchtiglich in den
garten, das niemand dehain clag von in het. Und tetten nieman kain schaden, denn
das sy ir kurtzwil suchten und triben.
a) främden E.b–b) allerlay – wolt] welherlay win man haben wolt W.c) folgt fail Wo.d) hürn W.e) hüpsch E.f) folgt one straff WoSt2.
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(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 162.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 162 Anm. 1.
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Darnach an mitwochen nach des hailigen crütz tag im herbst, do kam botschaft von
unserm herren dem romschen küng. Die sait, wie das er getrüwtia, das die sach, darumb in das concilium ußgesant hette, zuͦ guͦttem end komen wölt.
Doch het er täglichs grossen kummer von bapst Benedictus
wegen, wann er ain grosser gefürster herr wär und vil mächtiger fründ in dem land
het, und wolte umb nüt von dem bapstetuͦm ston. Doch so wolte der merertail der fürsten,
so in den landen sitzen, in kain
weg wider das concilium tuͦn. Und do die botschaft kam und verlesen ward, do lut man
aber laudes dristund an
dem tag.
a) getruwote W; getruwoty Wo; getrauete St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 163.
Darnach am dornstag vor Sant Gallen tag ze mittemtag1, do starb der hochwirdig herr Lawndolfus, der cardinal Barrensis, der da geborn
was von kunglichem geschlächt, von dem küngrich Cecili dem obern ina Ytalia zuͦ Naupols. Und starb in dem hoff by dem crützgang zuͦ der rechten hand,
als man gat usser dem crützgang zuͦ den prediern, da dozemal inne was her Conrat von
Münchwil, thuͦmher ze Costentz.
Und do er gestarb, do truͦg man in also tod zuͦ den predyern in das closter. Und lag
da unvergraben untz an den dritten tag. Und
an dem dritten tag do vergruͦb man in in den chor zuͦ den predyern zuͦ der linggen
siten, als man in dasb chor gat, in ain aichin verschlützten bom, und bestraich man den mit hartz und
mit gips, und tet man vil bisem zuͦ im in den bom für bösen schmack. Und lut man im
mit allen gloggen ze [60v] Costentz zwifalt mer dann man gewonlich pfliget ainem thuͦmherren zuͦ Costentz zec lüten. Und lag also, das man im kain opffer nit het. Und darnach an dem fritag
vord aller hailigen tag, do begieng man erst sin opfer. Das was also: Des ersten do
het man gemacht zuͦ den prediern zuͦ baiden absitene tramen, als lang die kilch was. Uff den tramen stuͦnden hoch enbor brinend kertzen;
der warend cxxxiiij, dof wag yegliche vierdhalb pfund wachs.
1Am 16. Oktober 1415 verstarb Landulfo Maramaldo von Bari
(Barensis), Kardinaldiakon von S. Nicola in Carcere. Zu den Exequien vgl. W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 56.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 164.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 164 Anm. 1.
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Och het man gemacht enmitten in der kilchen vornan by dem altar uff dem
fletza ain hütten mit holtz, und die bewandet mit gesegotten latten, glich als ain
witter gatter, dadurch ain yeglicher großer man wol schlupfen mocht. Und stuͦnd die
hüt uf vier sulen. Und was das tach in zwen spitzt gerichtet, och bedeckt
mit latten und in vier ort gericht. Und was acht schuͦch wit und zehen schuͦch lang
und xviij schuͦch hoch. Und was gemacht, als ob zwen knopff solten daruff stan. Für
die knöpf
stunden zwob groß brinend kertzen als osterkertzen. Und was das tach uf recht, und stuͦnden in
yeglichem loch clain brinend kertzen, in yeglichem loch fünf, der
yegliche wol ain vierdung wachs hetc. Und der was mer dann cccc, ye aine von der andre zwen vinger brait gesteckt.
Und sach das huß glich als ob ain hiltzi huß in aller macht brun. Und in dem huß
under dem tach do lag ain bar. Das was ain groß michels bett, und das was wol
bedeckt mit vier kostlichen guldinen tuͦchern, die darüber bedecktd waren, das man ain yeglichs wol sache, wann ye ains für das ander herabhanget, die ytal mit gold belaid waren. Und
stuͦnden zuͦ den hopten des betes zwo brinend kertzen, des selben glichen zuͦ den
füssen, da yegliche wol vier pfund wachs hett. Und ze ring umb das huß
sassen sine diener, die zuͦ im gehorten, der was fünf und viertzig, der yeglicher
het umb sich gewunden
swartzf tuͦch alsg ain langer frowenmantel und umb das hopt. Und was das tuͦch ungeschnitten, das man
daruß machen mocht darnach rock oder mantel. Und hat
yeglicherh by zehen eln guͦts swartzesi tuͦch, als ob es machelsj wär, und giengen inen nach uff der erd. Und hat yeglicherk ain brinend kertzen in der hand, die ain pfund wachs hat. Und stuͦnd uf dem bet,
als er da ligen solt, by der brust ain michler wächsnier kelch mit
ainer wachsinenl paten, und zuͦ den füssen ain michels becki vol clainer pfening. Und uff sinem grab
in dem chor
lag ain guldin tuͦch und brinendm och vier kertzen daby, die warend vast groß, aine by iiij pfundn wachs, zwo zuͦ den hopten und zwo zuͦ den füssen, und och ain wächsiner kelch mit
ainer paten uff dem guldin tuͦch. Und sang ain cardinal die selmeßo, und dienten im zwen ander cardinal: ainer sang das ewangelium, der ander [61r] die epistel. Und waren suß vij cardinäl, die all angelait waren als
priester ane den messachel, die lassend die collecten. By der lich und by dem
opffer waren dry patriarchen, all cardinäl, all ertzbischoff und bischoff, äbt,
bropstp, prelaten, alle pfafhait und örden ze Costentz, all auditores und gelert lüt,
all weltlich churfürsten, alle herren, grafen, fryen, ritter und knecht, der
burgermaister, die rät und all namlich burger ze Costentz, die all ze opffer
giengen und messen frumtenq, und och all edel frowen, die do ze Costentz warend, und all ander frowen und
burgerin. Die waren alle der mertail by der lich. Und ließ man yederman pfening uß
dem becki nemen ze oppffren, wer sy nemen wolt. Es nams aber niemanr, danns der sich nit verstuͦnd, und gabs yederman usser sinem gelt. Aber sust gab man ze
opffren, sy warend
frowen oder man, yeglichem besunder ain kertzen in sin hand ze opffren, sy waren
gaistlich oder weltlicht. Die kertzen nam mancklich, und wag yegliche wol ain vierdungu wachs. Die mocht ainer behalten oder opffren weders er wolt. Nuv sprach sin ußgeber und innemerw, das sollich grebt kostettyx ob xvc dugaten. Und darnach inwendig viertzehen tagen, do gruͦb man den selben cardinall
wider uß und verhartzt man und verwachst man den bom
erst recht und verbalsamot sinen lip, so best kondy, und fuͦrt man in haym in sins vattersland, in das küngrich zuͦz Cecily, undaa ward da begrabenaa. Und stat diß figur also hieab gemalt.
Kardinal Landulfo Maramaldo von Bari, Kardinaldiakon von S.
Nicola in Carcere (cardinalis Barensis), zu Grab getragen, fol. 61v. Eine Seite. Zwei Halbspalten.
Totenopfer für ihn, fol. 62r. Eine Seite. Zwei Halbspalten.
a) pfletz WWo; platz St2.b) davor zwen ausgestr. E.c) wachs het] wag W.d) gedeckt W.e) sachen E.f) schwartz WE.g) folgt ob es mächelschs E.h) ain yegclicher W.i) schwartz WE; schwartzes WoSt2.j) machels] mächelschs E; von Mächeln tuͦch WoSt2.k) ain yegclicher W.l) wäsinen W.m) brimend K; brunen W; brinnent Wo; brinneten St2.n) vierthalb pfund WWoSt2.o) die selmeß] das selampt W.p) äbt, bropst] all bröpst W; alle bröbst WoSt2.q) frumpten E; zefrymmen Wo; zuͦfrimnen St2.r) niemand E.s) fehlt W.t) gaistlich oder weltlich] frowen oder man gaistlich oder weltlich W.u) davor pfund ausgestr. K; vierling W.v) Und WE.w) sin innemer W; sinen innemer Wo; sinen innehmer St2.x) costite W.y) kond] man kond W; man kund E.z) fehlt WWoSt2.aa–aa) und – begraben] Wi[e] er da begraben wurd, das waist ich nit WoSt2.ab) also hie] hienach W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 165.
1In A und G findet sich die Datierung auf das Jahr 1416.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 166.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 166 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k363
In den ziten, als unnser herr der romsch küng von des conciliums wegen uß was,
ward dazwüschen nüt nüwes, wenn das sy alle tag suntaga crützgäng tetten umb das münster, und hetten alle tag meß. Und all weg nach der
meß so stuͦnd ain maister uff in gotlicher kunst und prediot1. Und ritten alle tagb herren uß und in. Und hetten die grossen herren, och grafen, ritter und knecht,
gestäch uf bolstarc in setteln, uf nassen secken oder uf hochem züg, es wär umb ring, oder den
frowen umb täntz, oder umb kurtzwil. Und zergieng solicher schimpf allweg mit
gantzemd lieb. Und beschach grosser gotzdienst von allen gaistlichen herren, und die
gabent och den armen lüten groß almuͦsen, das sy beliben mochten. Och wurden die von
Costentz ze rat, das sy anfiengen
buwen an ir stat muren, graben und ander ding, des sy doch nit notdurftig wären.
Und tetten es darumb, das die armen priester, curtisan und die schuͦler, die gen Costentz
von des concilio wegen komen waren, mochten ouch lon
enpfahen2. Und wer der was, der an ir arbait gieng, dem gab man zuͦ dem tag xviij pfening für
spis und lon, und ließ man sy taglichs gon vor
mittage, das sy von den herren almuͦsen mochten enpfahen, die es täglichs gabent; deßglichen
ouch ze nacht. Und hat
man ernstlich verkomen, das kain werchender man mit dehainem, der gewicht was und
ain blatten het, dehainen schimpf noch sust barlich red triben dorft anf ain grosse buͦs, ainer truͦg mertal3, stain oder kalgg. Es werchet och menger gewichter gelerter man in den wingarten oder wahin man sy
denn gewan, die hetten alle das selb recht. Es geschach och darumb, das frömd arm
gesellen nit bösers anfienge und denn zuͦ wort hetten, sy muͦsten es tuͦn, umb das,
das sy nit ze werchen funden.
a) am sontag W.b) fehlt W.c) balster EWoSt2.d) fehlt W.e) vor mittag] vor mittemtag E.f) dorft an] da ist an E.g) kalk W.
1Während König Sigmunds Abwesenheit wurde offenbar jeden Tag
gepredigt. Vgl. P. Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils. Ein Beitrag zur
Predigt- und Kirchengeschichte des ausgehenden Mittelalters (1933) S. 20.
2Gemeint ist eine Form öffentlicher Sozialfürsorge, die es den
ärmeren, auch geistlichen Konzilsteilnehmern, die für ihren Unterhalt selbst
aufkommen mussten, gestattete, dem Konzil auch dann noch beizuwohnen, als es
sich wider Erwarten in die Länge zog; vgl. c. 145,2. Hierzu Th. Vogel, Studien zu Richentalʼs Konzilschronik S. 94; H. Finke, ACC 2 (1923) S. 767f.; O. Feger, Das Konstanzer Konzil und die Stadt Konstanz S. 325f.; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 36; W. Matthiessen, Ulrich Richentals Chronik S. 357, 394; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 57; A. Frenken, Wohnraumbewirtschaftung S. 130–133; ders., Das Konstanzer Konzil S. 114f.
3Mörtel.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 167.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 167 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k364
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 167 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k365
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 167 Anm. 3.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k366
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 168.
In dem jar, als man zalt von Cristi unsers lieben herren gebürt tusent
vierhunde[r]t und sechtzehen jar, am suntag nach dem hailigen tag zuͦ winachten, das
was an Sant Thomas tag von Cantzelberg1, do begiengen all ertzbischoff2, die ze Costentz waren, Sant Thomas tag gara loblich zuͦ dem thuͦm ze Costentz mit loblichem [63r] gesang, mit grosser gezierdb, mit allem hailtum, so ze Costentz was und sust under in und das sy entlichen
mochten, und mit grossen brinenden kertzen. Und zuͦ yeglicher zit vesper, complet,
metti, prim, tertz, sext und nunc, zuͦ den selben ziten, ritten die prusoner in der stat umb, und hatten alled des küngs wappen an den prosunen, und prosunettend die zit alle und ieglichs
insonder, und ruͦften metti, complet und ander zit.
a) fehlt E.b) zierd W.c) und nun] und non WSt2; non E; unnd non Wo.d) hatten alle] alle hetten sy W.
1Thomas (Beckett) von Canterbury.
2Hier könnte in K, W und Wo eine Verschreibung vorliegen, da es
in A und G statt der ertzbischoff die Engelschen (= die englische Nation) sind, die das Fest des Thomas von
Canterbury begehen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 169.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 169 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k367
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 169 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k368
Och an dem selben sonnentag an Sant Thomas tag von Cantzelberg glich ze aubend,
do kam mera und botschaft von unserm herren dem römschen küng, wie das der küng von
Arrogony, der küng von Castell, der küng von Navarn, der küng von Paiorickb und all ander fürsten und kostlich herren, die da hielten bapst Benedictum,
Petrum de Luna, gantz warend abgetrettenc von siner obedientz1. Und wolten weder im noch sinen gebotten mer gehorsam sin und füro nit mer von
im halten. Und also ward in der nacht zuͦ fünff malen laudes gelüt mit allen gloggen
ze Costentz. Und mornends an dem
mentag frü, do hieß hertzog Ludwig von Bayern von Haidelberg ruͦffend durch die stat Costentz, das mengklich firen sölt bis zuͦ mittag. Und hatten all
pfafhait, was in der stat was, ain loblich gesungen ampt
von der hailigen drivaltikait. Und warend by der selben meß all weltlich fürsten
und herren. Und lut man aber laudes zuͦ dry malen. Darnach hatten sy ainen crützgang
und giengent umb in dem münster mit
allem hailtum. Und alle die wil man umb gieng, da lut man alle gloggen. Und waren
nune prosoner, die stattiglich prosonenten. Und giengent da mit der thuͦmherren kertzen.
Und nach imbis lut man aber drystund laudes.
a) mär EWo; mehr St2.b) Maiorickh Wo; Majorick St2.c) abtretten E.d) rieffen W; ruͤffen EWoSt2.e) nün A; viiij WE; 9 WoSt2.
1Bezieht sich wohl auf den Vertrag von Narbonne (Capitula
Narbonensia), der am 13. Dezember 1415 abgeschlossen wurde. Die Nachricht traf
am 29. Dezember in Konstanz ein, am 4. Februar 1416 wurde der Vertrag vom
Konzil bestätigt. Vgl. J. D. Mansi, Sacrorum conciliorum nova, et amplissima collectio 27 (1784,
ND 1961) Sp. 812–817; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 43, 226f.; A. Frenken, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das Konstanzer
Konzil. Katalog (2014) S. 286–288; ders., Das Konstanzer Konzil S. 106f.; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 157–159; M. Kintzinger, Das Konzil konstruieren S. 227; M. Prietzel, Dietrich Kerkering von Münster S. 99f.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 170.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 170 Anm. 1.
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Darnach an mitwochen vor der liechtmeß, do kam diea botschaft, die mit unserm herren dem romschen küng enweg was geritten, und
brachten erst recht brieff von den obgenanten küngen, die vor benempt sind, das sy
gantz und gar abtretten wären von der gehorsami Petri de Luna, und darzuͦ von dem
küng und gantzem land in Hybernia undb Schottenland und von allen fürsten und herren der selben länder, das sy weder
von im noch von sinen gebotten nüt mer halten wolten, und wolten gehorsam und
undertanig sin dem bapst, den das concilium erwalte. Und ward aber drystund laudes
gelüt mit allen gloggen.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 171.
Mornends am dornstag, do ward ain gantze session, und wurden da verlesen die
brieff, die die küng und die herren, so denn in den landen sitzen, da unser her
der küng von enpfelhnusa wegen des conciliums by gewesen was, gen Costentz geschickt hetten. Und do die
verlesen wurden, do ward ainhelliglich ertailt, das füro nieman me, er wär, wer er
woltb, in was statc er wär, gaistlich oder weltlich, bapst Benedictum halten sölt, noch im gehorsam
sin by dem fluͦch ewiger verdampnuß und och by verliesungd aller pfründen, welher dawider tät und das nit hielte.
a) enpfelchens E.b) welt E.c) stat] staut E; stätt Wo; statt St2.d) berobung A; beroͧbung Wo; beraubung St2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 172.
[63v] Am fritag, do gebot das hailig concilium und hiessend ruͦffena in der stat ze Costentz umb, das allermenglich mornends an demb samstag firen solt, untz das ain crützgang beschäch, umb das got sin gnad
santti, das ainhellikait der hailigen cristenhait wurde. Und lut man aber laudes
ze mittem tag, ze vesper und ze aubend.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 173,1.
Am samstag, das was an unser frowen aubenda zuͦ der liechtmeß in der sibenden stund, do lut man aber laudes und darnach dristund
mit allen glogen. Und hatten ain crützgang von dem münster untz zuͦ den augustinern
und giengent damit alle pfafhait ze Costentz und all fürsten und
herren, gaistlich und weltlich. Und der crützgang und alle ander crutzgäng sind
beschechen, als da vor gemalt stat1. [Doch nit all mit sovil volckhes unnd mit sovil groser gezierd unnd als
kostlichb].
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 173,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 173,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k370
Am dritzehenden tag des monats February, do ward ain sessio, und ließ der
durchlüchtig fürst küng Wuldislausa von Polan, hertzog Allexander, genant Wittolt, hertzog in Littower land, hertzog
Senionitusb von Masophie, hertzog Johanns und hertzog Wentzeslaus von derc Masophie, und die herren von Plaw durch ir gewiß botschaft und durch ir brief
und insigel die clag und zuͦspruͦch, so sy hand zuͦ den tütschend herren von Prünssen1. Und verantwurten sich die selben herren von Prünssene glich in der selben session, als verr sy konden. Und ward die sach also
ufgeschlagen untz an unsers herren des küngs zukunft, wann man gewiß botschaft
hat, das er bald solt komen.
a) Laudislaus A; Wendislaus W; Latislaus G.b) Semonitus AW; Semanitus E; Simonitus WoSt2.c) von der fehlt W.d) tüschen WWo; teutschen St2.e) Prüssen W.
1Vgl. cc. 70,2 und 187.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 174,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 174,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k371
An dem andern tag im Mertzen, das was am mentag nach Esto michi, do hatten sy
aber ain session; und kament brieff vom küng von Cecily, das ista Arrogony in Hyspania, dem concilio. Die wurden da verleßen. Der selbe küng trost
in sinen briefen das concilium vast wol und maint, er wolt kurtzlich bapst
Benedictum darzuͦ halten und bringen, das er abtretten und abston müst. Und ward aber
laudes gelüt
ze vesper, ze mittemtag [unnd ze abendb] etc.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 174,2.
Und des tags het hertzog Ludwig von Bayern von Haidelberg ain groß gestäch mit
den herren und burgern ze Costentz, und stachent da den mentag und den zinstag.
Und stachen dry hertzogen und sechs grafen, vil fryen, ritter und knecht, bya xlvj helmen. Und hat den frowen ain groß mal am mentag und am zinstag.
a) fehlt W.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 174,3.
An dema sechsten tag im Mertzen, das was am fritag vor der mannvaßnacht1, do gebot man aber ze firen, bis dasb crütz in käm. Und hatten aber die gaistlichen herren ainen großen crützgang und
giengent damit die patriarchen, cardinäl, ertzbischof, bischoffc, äbt, bröpst, prelaten und all örden und gaistlich lüt, all weltlich fürsten und
herren. Und giengen von dem münster zuͦ den augustinern und herwiderumbd durch parfussen kilchen und Sant Steffans kilchen wider in das münster, umb das
der almächtig got ain ainhelligen erwelten bapst gäbe und dem küng von Arrogoni,
von Castel, von Paiorigke, von Navarn, von Granat und ander fürsten in den landen beliben ließ in irem
guͦttem willen und nit abgewißt wurden.
a) An dem] Am W.b) fehlt W.c) und bischoff W; die bischoff WoSt2.d) herwiderumb] herwider E.e) von Paiorigk] Pawrigk E; Maiorigkh Wo; Majorick St2.
1Im 14. und zunehmend im 15. Jahrhundert werden zwei
Fastnachtszeiten deutlich. Mit der Mann-, Pfaffen- oder Herrenfastnacht ist der
siebente Sonntag vor Ostern (Estomihi) gemeint, bei der die klerikale
Lustbarkeit im Mittelpunkt stand. Die Volksfastnacht, an der sich das „Volk“
vergnügte, bezieht sich auf den Dienstag danach.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 175.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 175 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k372
Davor an dema dunstagb nachc unser frowen tag zuͦ der liechtmeß, [64r] do ward aber ain session. Do brachten die von
Samaritan1, die da haidend warend, durch ir erber botschaft für und durch brieff und sigel, und battend das
concilium, das man in santti zwen bischoff und etwa mangen gelerten man, diee sy underwißten cristen globen, wann der merentail under in waren dar zuͦ genaigt,
das sy wolten geloben und cristen werden. Do die botschaft verhört
ward, do erbot sich der cardinal Johannes tituli Sancti Sixti cardinalis
Ragusinus2, der von bapst Gregorio da in dem concilio was, das er gern luterlich durch gots
willen faren wolt, ob er kainf verlorn schäfli widerbringen möcht. Der ward in och geben und zwen wichbischoff
und dry doctores usser den bettelorden, die sy leren solten cristen globen, die
ouch mit in enweg fuͦren gen Costentz.
1Gemeint sind die Schemaiten oder Samaiten (Bewohner der
Provinz Samogitia/Samogitien im Herzogtum Litauen). Vgl. G. Fillastre, in: ACC 2 (1923) S. 58; Aegidius Tschudis Chronicon
Helveticum (Quellen zur Schweizer Geschichte N.F. I. Abt. 7, 8), bearb.
von B. Stettler (1990) S. 183f. mit Anm. 114, 204; H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 284–286, 312f. Anm. 11, 313 Anm.
14, 329 Anm. 17; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 211, 214; A. Frenken, Die Erforschung des Konstanzer Konzils S. 210–212; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 157–162, 191; H. Boockmann, Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische
Politik (1975) S. 72–90, S. 205–208; ders., Art. Schemaiten (lat. Samogitia), in: LexMA 7 (1999)
Sp. 1449; Th. M. Buck / H. Kraume, Das Konstanzer Konzil S. 285; L. Pósán, Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat auf
dem Konstanzer Konzil, in: Das Konzil von Konstanz und Ungarn, hg. von A. Bárány (2016) S. 65–83, hier S. 75f.
2Giovanni Dominici, gen. von Ragusa (cardinalis Ragusinus),
Kardinalpriester von S. Sisto.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 176.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 176 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k373
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 176 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k374
Am samstag vor mittem Mertzen, als man singet Sicientes, do wicht der patriarch
Johannes von Anthioch[i]aa in Sant Steffans kilchen ze Costentz die pfaffen, und warend da zegegen der
merentail der cardinal, ertzbischoff und bischoff und vil ander gelert lüt und vil
fürsten und herren. Und nach der wichib gieng er heruß uff des lütpriesters altar und gab da dem volck den segen als ain
bapst.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 177.
Davor1 am hailigen tag zuͦ wihinächten glich nacha imbis, do starb der hochwirdig cardinal Pandellus de Balbine2, von bapst Gregorio obedientz, der da yetz haisset Angelus de Cowario, und starb
in Peter Rickenbachs huß zuͦ dem Berenb, und truͦg man in zuͦ den augustinern und vergruͦb man in da in dem chor zuͦ der
linggen siten und nit mit grosser kostc. Und het man im ain schlecht opfer, wan er arm was und nit hoch erborn als der
vorderig.
1Folgt in A nach c. 166.
2Gemeint ist Bandello Bandelli, Kardinalpriester von S. Balbina
(Ariminensis).
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 178.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 178 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k375
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 178 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k376
a) Nun laussen wir yetz schon fol. 64r in der letzten Zeile vorweggenommen, aber wieder ausgestr.
und fol. 64v wiederholt K.b) so WoSt2.
1Das c. 179,1 fehlt in A und Pr. Auf c. 178 folgt in A und Pr
c. 167.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 179,1.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 179,1 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k377
Am montag vor ingendem Aberellen in der vasten, als man gewonlich prim lüt1, do rait hertzog Fridrich von Österrich von Costentz enweg in sin land an die
Etsch on alles urlob und erlobung über den ayd, so er geton het. Und hat ze wort
und maint, er möcht nit mer ze Costentz beliben von der benne wegen, so der
bischoff von Trient, ain Liechtenstainer, über in erlangt hett von dem
concilium2. Und kam des ersten tags gen Veltkilch; das tet er alles verborgenlich. Und
darnach über den berg an die Etsch; und ritten nu zwen knecht mit im.
130. März 1416. Vgl. H. Koeppen, Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an
der Kurie 2: Peter von Wormditt (1960) S. 319, 435 Anm. 13; O. Feger, Das Konzil zu Konstanz 2 S. 212; H. Maurer, Konstanz im Mittelalter 2 S. 41; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 178 mit Anm. 457; P. Niederhäuser, Fürst und Fluchthelfer. Herzog Friedrich IV. von Österreich
und das Konzil von Konstanz, in: 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters. Das
Konstanzer Konzil. Essays (2013) S. 149.
2Vgl. hierzu S. Weiß, Salzburg und das Konstanzer Konzil S. 189f. mit Anm. 778
auf S. 279; dies., Herzog Friedrich IV. auf dem Konstanzer Konzil, in: Tiroler
Heimat 57 (1993) S. 35f.; W. Brandmüller, Das Konzil von Konstanz 2 S. 178 und Eberhart
Windeckes Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Zeitalters Kaiser Sigmunds, hg.
von W. Altmann (1893) LXXIV, § 83 S. 70; vgl. c. 131.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck
(MGH DE 1, 2019), K-Version c. 179,2.
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 179,2 Anm. 1.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k378
Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz, hg. von Thomas Martin Buck (MGH DE 1, 2019), K-Version c. 179,2 Anm. 2.
URL: https://edition.mgh.de/001/html/edition.html#ftn_k379
