Das Sächsische Weichbildrecht mit Glosse
‹‹Artikel 42››
Articulus XLIIa
<Summarium> Von den ratmannen zcu Meydeburg, vnde wie das recht vffkomen ist, das man ratherren kusit, vnde wy lange sy den ratstul besiczen sollenb.
<Textus>
[42 § 1] Wo man die stat zcu Meideborg vzgab zcum aller ersten zcu wichbilde, vnde besaczt wart mit des roten koningis Otten wille nach Karolus rechte von der herren rate von dem lande, vnde ouch von iris selbist willekore, do worden sy <czuc> rate, wy sy koren schepphen vnde ratmanne; die schepphen zcu langer tidd, vnde die ratmanne zcu eynem iare. Die swuren do vnde sweren noch alle iar, wenne sy nuwe kysen, der stat ere vnde recht vnde vromen zcu bewaren, so sy beste konnen vnde mogen. <Diee ratmanne legen buerding usz, wanne sie wollenne,> mit der wiczigisten rate.
[42 § 2] Die ratmanne /B 140r kysen eynen burgermeister vnder en, ad(ir) czwene. Waz sy denne zcu dem burdinge gelaben, daz sal man stete halden. Wer zcu dem burdinge, zo man dy glocke lutet, nicht komet, der wettet vi pheninge, w(er)t em aber das burding gekundiget, zo wettet er v schillinge.
[42 § 3] Die ratmanne haben gewalt, zcu richten obir allerhande wane masz, vnde obir vnrechte wage, vnde obir allerhande falschen spysekouff. Wer das bricht, der wettet drie Wyndische margk, daz sien sechzvndriszig schillingef.
a rubriziertes et cetera folgt B.b rubriziertes et cetera folgt B.c so L fol. 79rb; fehlt B.d über der Zeile B.e–e so L fol. 79rb; fehlt B.f et cetera folgt B.