Einleitung
1. Was ist das „Weichbild“ oder „Weichbildrecht“?
Die Rechtstermini „Weichbild“ bzw. „Weichbildrecht“ werden in der vorliegenden Edition
als synonyme Begriffe gebraucht, wobei letzterer im Grunde eine Tautologie des ersteren
darstellt.
Die hier vorgestellte Quelle „Sächsisches Weichbildrecht mit Glosse“ verwendet beide
Begriffe, und zwar annähernd in gleicher Anzahl. Weichbild, mhd. wichbilde, mnd. wikbelde,
bezeichnet in unserem Kontext ein Rechtswort, das „kurz vor 1170“ erstmalig auftritt
„und seitdem nd. und md. von Overijssel und Westfalen bis zu den Ostseeprovinzen,
von Schleswig bis Thüringen und Obersachsen gilt, dem fries. und obd. fremd“, und
in seiner ältesten Bedeutung so viel wie ‚Ortsrecht; Recht der Siedlung, die eine
eigene Rechtsgemeinde bildet‘ heißt1. Das Wort „Weichbild“ ist aus den Wortbestandteilen ‚wik-‘ (altsächsisch, mnd.) bzw.
‚wih-‘ (althochdeutsch) in der Bedeutung ‚Häusergruppe, Flecken‘ bzw. ‚Siedlung‘ (vgl.
lateinisch vicus) sowie ‚-bild‘ in der Bedeutung ‚Recht‘ zusammengesetzt. Noch im ausgehenden Mittelalter
wurde das Wort so undurchsichtig bzw. mehrdeutig, daß es mittels eines verdeutlichenden
Zusatzes ‚-recht‘ durch den Terminus „Weichbildrecht“ ersetzt wurde2. Die Weichbild-Vulgata und ihre Glosse vermögen diesen sprachlichen Wandlungsprozeß
aufs trefflichste zu illustrieren.
Der (ältere) Begriff „Weichbild“ erscheint in der vorliegenden Edition 68 mal, der
(jüngere) Begriff „Weichbildrecht“ 51 mal. Vergleicht man beide Termini hinsichtlich
ihres Auftretens im (älteren) Weichbildtext und der (jüngeren) Glosse zu diesem Text,
ergibt sich folgendes Bild: Der Begriff „Weichbild“ erscheint im Text 54 mal, im Summarium
2 mal, als Textzitat in der Glosse 4 mal, und in der Glosse selbst 8 mal; der Begriff
„Weichbildrecht“ hingegen erscheint im Text 13 mal, im Summarium 7 mal, als Textzitat
in der Glosse 1 mal, und in der Glosse selbst 30 mal. Wird also in der Weichbild-Vulgata
mehrheitlich noch das Wort „Weichbild“ verwendet, benutzt die (jüngere) Glosse „Weichbildrecht“
häufiger. Dies verdeutlicht den Wandel im Gebrauch beider Termini, der sich vom letzten
Drittel des 13. Jahrhunderts an (Entstehung der Weichbild-Vulgata) bis in die zweite
Hälfte des 14. Jahrhunderts (Entstehung der Weichbildglosse vor 1386/87) vollzogen
haben muß.
2. Zur Entstehung der Weichbild-Vulgata
Vermutlich im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts entstand in seiner ursprünglichen
Form durch die Kompilation mehrerer unabhängiger Texte – nämlich der Weichbildchronik,
des Rechtsbuches von der Gerichtsverfassung (= Weichbildrecht im engeren Sinne; Artt.
1–41 der Weichbild-Vulgata), des Schöffenrechtes (Artt. 42–108) sowie, zum größten
Teil, Exzerpten aus dem Sachsenspiegel (Artt. 109–125) und anderen Quellen (Artt.
126–136) – ein fundamentaler Rechtstext, der als Weichbild-Vulgata bezeichnet wird3.
Details zu Entstehung und Inhalt dieser je nach Zählung der Handschriften gewöhnlich
135 bzw. 136 Artikel umfassenden Weichbild-Vulgata sind bisher noch nicht eingehender
erforscht worden. Sowohl die Einzelquellen als auch das aus ihnen zusammengefügte
„Gesamtprodukt“ Weichbild-Vulgata harrten und harren immer noch ihrer umfänglichen,
aufgrund der großen Vielfalt der handschriftlichen Überlieferung4 und des damit einhergehenden verwirrenden Variantenreichtums aber eben nicht einfachen
Bearbeitung. (Auch die hier vorgelegte Edition des Sächsischen Weichbildrechts mit
Glosse vermag an diesem betrüblichen Zustand aus Zeitgründen nichts zu ändern.)
Ernst Theodor Gaupp5 (1796–1859) hatte sich in einer 1826 erschienenen Arbeit als erster dieser schwierigen
Materie zugewandt und versucht, die verschiedenen – in der Weichbild-Vulgata miteinander
verschmolzenen, ursprünglich aber selbständigen – Rechtstexte festzustellen6. Danach bestehe das Sächsische Weichbild „aus zwei ihrem Ursprunge nach ungleichartigen
Stücken“; während die Artt. 1–27 ein kleines, von einem „Privatmanne“ ausgearbeitetes
Rechtsbuch seien, das möglicherweise unvollendet geblieben, gründe sich der nachfolgende
Teil auf eine oder mehrere von den Magdeburgischen Schöffen versandte Rechtsmitteilungen,
wobei die Weistümer für Breslau von 1261 und 1295 vielleicht die unmittelbar hierfür
benutzten Quellen gewesen seien; die These der Zweiteilung finde ihre Bestätigung
„in dem Umstande, daß der angegebene zweite Theil des Weichbildes im Verhältniß zum
ersten theils offenbare Widersprüche, theils eine Menge von Wiederholungen einzelner,
schon im ersten Hauptstücke vorgetragener Rechtssätze“ enthalte; woraus sich mit „ziemlicher
Sicherheit“ ergebe, daß das Sächsische Weichbild, das heißt die Weichbild-Vulgata,
keinesfalls „von einem einzigen Verfasser“ stammen könne7.
Paul Laband8 (1838–1918) verfeinerte in seinen „Magdeburger Rechtsquellen“ von 1869 Gaupps Unterteilung
aufgrund eigener detaillierter Handschriften-Untersuchungen zum „Rechtsbuch von der
Gerichtsverfassung“9 sowie zum „Magdeburger Schöffenrecht“10 noch weiter.
Er kam in bezug auf das „Rechtsbuch von der Gerichtsverfassung“, das (ursprünglich)
die Artt. 1–27 der Weichbild-Vulgata umfaßte, zu dem Ergebnis, die Artt. 1–5 seien
„ohne Zweifel“ ein späterer Zusatz, die Artt. 6–15 stünden „ebenso unzweifelhaft in
demselben Zusammenhang und in derselben Reihenfolge, wie sie in die spätere Weichbild-Vulgata
aufgenommen worden sind“, bei den Artt. 16–18 sei ihre ursprüngliche Zugehörigkeit
zweifelhaft, die Artt. 19–27 seien wiederum spätere Zusätze11; weiter führte Laband aus, mit diesen Erweiterungen des Rechtsbuches habe es aber
womöglich noch nicht sein Bewenden gehabt, sondern sich auch auf die Artt. 28–41 erstreckt12.
In seiner Abhandlung zum „Magdeburger Schöffenrecht“ fügte er seine Erkenntnisse wie
folgt zusammen: Es springe „sofort in die Augen“, daß die Weichbild-Vulgata „aus zwei
nur lose zusammenhängenden Theilen“ bestehe, nämlich „dem stark erweiterten Rechtsbuch
von der Gerichtsverfassung (Art. 1–41) und einem Magdeburger Schöffenrecht (Art. 42
bis zum Schlusse)“13; zu dem letztgenannten Bestandteil führte er dann noch präziser aus, die Artt. 42–108
entstammten den Schöffenrechten, womit vor allem das Weistum für Breslau von 1261
gemeint war, die Artt. 109–125 seien zum größten Teil Entlehnungen aus dem Sachsenspiegel,
die Artt. 126–136 seien „grösstentheils selbstständig“14.
Die folgenden Forschergenerationen bezogen sich im wesentlichen auf die Erkenntnisse
Gaupps und Labands, grundstürzend Neues wurde seitdem nicht mehr zu Tage gefördert.
Auch die Erkenntnis, daß viel Sachsenspiegel (Landrecht) in die Weichbild-Vulgata
in ihrer Gesamtheit, das heißt, in alle ihre Teile, eingeflossen ist, ist nicht neu.
Neu ist jedoch der Versuch, in tabellarischer Form und auf die gesamte Weichbild-Vulgata
bezogen diese zahlreichen Übernahmen aus dem Landrecht des Sachsenspiegels zu dokumentieren,
welcher Aufgabe sich der folgende Abschnitt widmet.
3. Übernahmen aus dem Landrecht des Sachsenspiegels in die Weichbild-Vulgata
In der Weichbild-Vulgata, das heißt der Textvorlage für die Weichbildglosse, begegnen
in reicher Zahl Artikel bzw. Paragraphen, die, entweder wörtlich oder paraphrasierend,
aus dem Sachsenspiegel-Landrecht übernommen worden sind. Die folgende Aufstellung
soll das Ausmaß dieser wörtlichen bzw. annähernd wörtlichen Übernahmen in komprimierter
Form veranschaulichen, ohne jedoch – nicht zuletzt wegen mannigfacher „Grenzfälle“
– Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Denn es werden lediglich die Stellen berücksichtigt,
bei denen die Abhängigkeit der Weichbild-Vulgata vom Sachsenspiegeltext sofort ins
Auge springt. Allein aus dem Auftauchen bestimmter geläufiger Rechtstermini in beiden
Quellen kann eine solche direkte Abhängigkeit bzw. Übernahme nicht zwangsläufig gefolgert
werden; wenn beispielsweise an mehreren Stellen der Weichbild-Vulgata die echte not erwähnt wird, denkt man natürlich sofort an Ssp.-Landrecht II 7, eine direkte Übernahme
des Artikels Ssp.-Landrecht II 7 in die Weichbild-Vulgata läßt sich indes nicht eindeutig
belegen.
Die hier tabellarisch erfaßten Parallelstellen sind in der Edition an entsprechendem
Orte in den Anmerkungen nachgewiesen.
| Weichbild-Vulgata | Ssp.-Landrecht |
| 4 § 1 z. T. | III 32 § 5 |
| 4 § 4 | I 51 § 3 |
| 4 § 5 | III 28 § 1–2 |
| 4 § 6 | I 36 § 1–2 |
| 4 § 7 | I 51 § 2 |
| 5 § 1 letzter Satz | III 63 § 2 |
| 5 § 3 | III 63 § 3 |
| 6 § 2 z. T. | III 44 § 1 1. Satz Anfang |
| 7 § 1 z. T. | III 44 § 1 1. Satz Ende und 2. Satz |
| 7 § 5 z. T. | III 53 § 1 |
| 8 § 1 z. T. | III 60 § 2 |
| 8 § 2 z. T. | III 57 § 1 |
| 9 § 3 z. T. | II 26 § 4 2. Satz |
| 10 § 2 z. T. | II 12 § 6; III 65 § 1 Anfang |
| 10 § 4 z. T. | I 59 § 2 1. Satz und 2. Satz Anfang; III 52 § 3 Mitte |
| 11 § 2 z. T. | II 12 § 4 1. Satz und 3. Satz Anfang |
| 16 § 1 z. T. | I 59 § 2 1. Satz |
| 16 § 2 z. T. | I 59 § 2 2. Satz |
| 16 § 3 z. T. | I 53 § 1 letzter Satz |
| 16 § 4 | I 60 § 1 |
| 17 § 5 z. T. | III 45 § 1 letzter Satz |
| 21 § 1 1. Satz | III 83 § 2 |
| 22 § 1 2. Satz | I 21 § 1 |
| 22 § 3 z. T. | I 20 § 1 |
| 23 § 1 | I 24 § 3 |
| 23 § 4 z. T. | III 38 § 5 |
| 25 § 2 | I 22 § 4 |
| 26 § 3 | I 22 § 5 |
| 28 § 2 z. T. | I 60 § 3 |
| 29 | III 82 § 2 |
| 30 § 1 | III 83 § 1 |
| 30 § 2 1. Satz | III 83 § 2 |
| 30 § 2 2. und 3. Satz | III 83 § 3 |
| 31 § 2 | III 85 § 4 |
| 32 § 1 | III 28 § 1 1. Satz |
| 32 § 2 | III 28 § 2 |
| 32 § 3 | III 25 § 1 |
| 32 § 4 | III 16 § 1 |
| 33 § 1 | III 29 § 1 1. Satz |
| 33 § 2 | III 29 § 1 2. Satz |
| 33 § 3 | III 26 § 2 1.–3. Satz |
| 33 § 4 | III 26 § 3 |
| 35 § 1 | I 63 § 1 |
| 35 § 2–3 | I 63 § 2 |
| 35 § 4–7 | I 63 § 3 |
| 35 § 8–11 | I 63 § 4 |
| 35 § 12 | I 63 § 5 |
| 40 § 1 | III 13 |
| 40 § 2 | III 14 § 2 |
| 51 § 1 1. Satz | I 8 § 3 1. Satz |
| 51 § 3 | I 8 § 3 2. Satz |
| 85 (84) z. T. | I 64 letzter Satz |
| 86 (85) z. T. | I 64 letzter Satz |
| 90 (89) z. T. | I 39 |
| 91 (90) z. T. | II 5 § 2 1. Satz 1. Drittel |
| 94 (93) 1. Satz | III 38 § 2 |
| 94 (93) 2. Satz | III 3 1. Satz |
| 101 (100) § 2 1. Hälfte | III 41 § 4 |
| 101 (100) § 2 2. Hälfte | I 12 letzter Satz |
| 110 (109) § 1 | II 25 § 1 |
| 110 (109) § 2 | II 45 1. Satz |
| 111 (110) § 1 | II 4 § 1 |
| 111 (110) § 2 | II 4 § 2 |
| 112 (111) § 1 | III 35 § 1 |
| 112 (111) § 2 | III 35 § 2 |
| 113 (112) § 1–2 1. Hälfte | II 35 |
| 113 (112) § 3 | I 66 § 1 |
| 114 (113) § 1 | II 15 § 1 |
| 114 (113) § 2 | II 15 § 2 |
| 114 (113) § 3 | II 16 § 1 |
| 115 (114) | III 9 § 1 |
| 116 (115) § 1 | III 9 § 3 |
| 116 (115) § 2 | III 9 § 4 |
| 116 (115) § 3 | III 9 § 5 |
| 117 (116) § 1 | III 10 § 1 |
| 117 (116) § 2 | III 10 § 2 |
| 117 (116) § 3 | III 10 § 3 |
| 121 (120) § 1 | II 62 § 1 |
| 121 (120) § 2 | II 62 § 2 |
| 121 (120) § 3 | II 62 § 3 |
| 122 (121) § 1 | II 51 § 2 |
| 122 (121) § 2 | II 51 § 1 |
| 124 (123) § 1 | II 49 § 1 |
| 124 (123) § 2 | II 49 § 2 |
| 125 (124) § 1 | II 50 1. Satz |
| 125 (124) § 2 | II 50 letzter Satz |
| 126 (125) § 1 1. Satz | II 52 § 1 |
| 126 (125) § 1 letzter Satz | II 52 § 2 |
| 126 (125) § 2 | II 51 § 3 |
4. Zur Glossierung der Weichbild-Vulgata und den Textklassen
Vermutlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts (vor 1386/87) wurde dieser kompilierte
Text, den wir als Weichbild-Vulgata bezeichnen, glossiert, das heißt mit einem erläuternden
juristischen Kommentar versehen, wobei die berühmte, um 1325 niedergeschriebene „Ur“-Glosse
des märkischen Rechtsgelehrten Johann von Buch zum Landrecht des Sachsenspiegels als
Vorbild diente.
Diese kürzere oder ursprüngliche Glosse schreibt die Buch’sche Glosse breit aus, ganze
Glossenpassagen werden daraus bisweilen unverändert übernommen, einschließlich der
in ihnen enthaltenen Allegationen. So wirkte die Buch’sche Glosse nicht nur vorbildhaft
auf die jüngeren Glossen zum Sachsenspiegel-Landrecht sowie die Glossen zum Sachsenspiegel-Lehnrecht
ein, in gleichem Maße scheint sie auch dem Schöpfer der ursprünglichen Weichbildglosse
ein nachahmenswertes Beispiel gewesen zu sein15.
Ähnlich wie in der Buch’schen Glosse entstammt die Mehrzahl der Allegationen, d. h.
der Zitate aus den Gelehrten Rechten, mit 929 Erwähnungen dem Corpus iuris civilis
(davon Institutionen 291, Digesten 268, Codex Justinianus 271 und Novellen 99), das
Corpus iuris canonici wird 265mal angeführt (Decretum Gratiani 191, Liber Extra 66,
Liber Sextus 8). Über 800mal zitiert die Weichbildglosse das Sachsenspiegel-Landrecht.
Der Entstehungsort der Weichbildglosse ist unbekannt, Magdeburg kommt dafür aber wohl
am ehesten in Betracht16.
Den terminus ante quem für die Datierung der Weichbildglosse liefert eine Berliner
Handschrift (SBB–PK, Hdschr. 39217), welche unter anderen die Weichbild-Vulgata mit der kürzeren, besser: ursprünglichen,
Glosse beinhaltet18; sie bildet den zweiten Band des sog. Großen Liegnitzer Sachsenspiegels, dessen erster
Band19, seit 1945 verschollen, auf fol. 278rb, am Ende von Buch II des Sachsenspiegel-Landrechts,
ein Kolophon mit der Datierung 1386 enthielt.
Ähnlich wie die Glossen zu Land- und Lehnrecht des Sachsenspiegels hat auch die ursprüngliche
Glosse zum Weichbildrecht im Laufe des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts verschiedene
Be- und Umarbeitungen erfahren, so daß sich im 15. Jahrhundert der handschriftliche
Bestand cum grano salis (dazu siehe unten) in fünf Textklassen unterteilen läßt:
– I. kürzere (ursprüngliche) Glosse;
– II. längere (vermehrte) Glosse;
– III. Wurm’sche Glosse;
– IV. Stendaler Glosse;
Das Gros der Handschriften überliefert die beiden erstgenannten Textklassen, während
die Wurm’sche Glosse, die Stendaler Glosse sowie die singuläre Glosse nur durch jeweils
einen einzigen Textzeugen vertreten sind.
Aber: Die Benennung der ersten beiden Textklassen als kürzere (ursprüngliche) und
längere (vermehrte) Glosse ist in gewisser Weise irreführend. Irreführend in dem Sinne,
indem man an eine grundlegende, umfassende Erweiterung der einzelnen Glossenartikel
der kürzeren Glosse durch die längere Glosse denken könnte. Doch genau dies ist irrig.
Denn beide „Textklassen“ unterscheiden sich, abgesehen von den üblichen Varianten
von Handschrift zu Handschrift, in ihrem textlichen Bestand von Art. 1 bis zum Ende
der Glossierung in Art. 136 (bzw. 135) mit Judeneid und angeblichem Ottonischen Privileg
überhaupt nicht. Ihr Unterschied besteht einzig in Folgendem:
Ganz am Ende, nach dem Judeneid und dem Ottonischen Schlußprivileg, hängen die Handschriften
der längeren Glosse, und eben darin besteht das Längere der längeren Glosse, einen
unpassenden Zusatz aus der Wurm’schen Glosse zum Landrecht des Sachsenspiegels an,
genauer, unmittelbar an das Ende des Ottonischen Privilegs hat irgendein Schreiber,
aus welchem Grund auch immer, die Glosse Nikolaus Wurms zu Sachsenspiegel-Landrecht
II 24 § 1–2 angefügt21, welcher Zusatz dann später von anderen (Ab-)Schreibern übernommen wurde22, schließlich auch in sämtliche alte Drucke Eingang fand. Auf diese Weise entstand
die „längere (vermehrte) Glosse“23.
Trotz dieser notwendigen Korrektur werden in den folgenden Ausführungen, um die Leser
nicht unnötig zu verwirren, die einmal eingeführten und in der wissenschaftlichen
Literatur benutzten Bezeichnungen „kürzere“ und „längere Glosse“ weiterhin verwandt.
Es ist jedoch stets zu berücksichtigen, daß, wenn von der „längeren Glosse“ die Rede
ist, es sich hierbei immer um die mit dem oben beschriebenen Zusatz aus der Wurm’schen
Glosse zu Sachsenspiegel-Landrecht II 24 § 1–2 versehene „kürzere Glosse“ handelt.
5. Zur Autorfrage
In der Glosse zu Art. 10 des Weichbildes heißt es: „Dornach dissim keisere Otten wart zcu koninge gekorn der rote koning Otte; der bestetigete
do zcu Meideborg daz wichbilde recht mit der wiczigisten rate nach yres selbist wilkor.
Vnde lies vz dem Sachzenspigile nemen vnde vzczihn, vnde saczte dorczu, daz in dem
Sachzinspigele zo luterlich gesaczt waz; vnde beful vnde gebot sinem sequestratore
sines heiligen pallacij, daz er daz tete; der waz genant Burghardus Mangelfelt, vnde
der waz professor theologie vnde doctor decretorum vnde legum; vnde der muste von
des keisers geheisse wegen den Sachzinspigil conmentisiren, vnde bewisen mit legibus
vnde mit canonibus; vnde daz muste er thun in eynem gefenckenisz; vnde so wart disz
keinwortige privilegium ouch von em gesaczt mit dem conmento ...“24.
Nach diesem Zeugnis habe ein Professor der Theologie und Doktor beider Rechte namens
Burchard (bzw. Burghard) von Mangelfelt25 in der Regierungszeit Ottos II. des Roten (973–983) sowohl den Sachsenspiegel als
auch das Weichbild „conmentisirt“, das heißt mit einer Glosse versehen. Nicht nur
ist dieser Jurist, er soll auch noch das Hofamt eines sequestrator sacri pallacii – möglicherweise eine Verballhornung des spätantiken bzw. byzantinischen quaestor sacri palatii – bekleidet haben, ansonsten nicht nachweisbar, sondern die ganze Erzählung kann
getrost ins Reich der Fabel verwiesen werden. Vielleicht war die Triebfeder dieser
Erzählung gewesen, den Sachsenspiegel wie das Sächsische Weichbild als Kaiserrecht
auszuweisen. Die Lektüre obiger Textpassage läßt – um den Faden weiterzuspinnen –
einen unwillkürlich an Kaiser Justinian I. und seinen „Superminister“ Tribonian, ab
529 auch quaestor sacri palatii, denken; die Kaiser Otto I. und sein Sohn Otto II. mit Burchard von Mangelfelt wären
dann deren Entsprechungen aus dem 10. Jahrhundert gewesen. Womöglich war eine solche
gedankliche Verknüpfung von dem uns unbekannt bleibenden Verfasser der ursprünglichen
Glosse zum Sächsischen Weichbild genau so beabsichtigt.
Dem Bemühen, das Sächsische Weichbild als Kaiserrecht zu legitimieren, dienten vermutlich
auch die drei in die Quelle eingeschalteten (unechten) Ottonischen Privilegien26.
Auch Nikolaus Wurm27 (* vor 1350 Neu-Ruppin, † nach 1401) hat, vor 1386, eine Glosse zum Weichbild verfaßt
– ohne sich jedoch namentlich als Autor zu erkennen zu geben –, indem er die bereits
vorhandene ursprüngliche Glosse, teils durch Weglassungen teils durch Zusätze, bearbeitete28. In der einzigen Handschrift, welche die Wurm’sche Glosse zum Weichbild überliefert,
lautet die oben zitierte Textpassage wie folgt: „Vnd nach dysim keisir Ottin wart czu keysir gekorn sein son der koning, den man den
rotin Ottin hys; der bestetigite al da czu Maydeburg wicbilde recht mit der wiczigistin
rate nach irs selbis wilkur. Vnd liz auz dem Sachsynspigil czihin, daz so luterlichin
gesaczt waz; vnd beual vnde gebot daz seime sequestori, der ein deuter und ein auzlegir
waz dez heiligin rechtes, von dez reichis wegin; der waz ghenant Burchardus Mangelvelt,
der waz ein professor sacre theologie und ein doctor decretorum und ein dominus sacrarum
legum; der muste von dez keysirs geheisis wegin conme<n>tiziren vnd concordiren und
bewy/sin mit leges und canones; vnde saczte auch dis keginwertige privilegium ...“29.
Somit bleibt unterm Strich festzuhalten, daß, vermutlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts30, auf jeden Fall vor 1386/8731, ein unbekannter Autor die ursprüngliche Glosse zur Weichbild-Vulgata geschaffen
hat. Danach, aber noch vor 1386/87, erfolgte die Bearbeitung der Glosse durch Nikolaus
Wurm. Noch etwas später datieren eine sog. singuläre Glosse32 sowie die sog. Stendaler Glosse33 zum Weichbild als von der ursprünglichen Glosse unabhängige, gänzlich selbständige
Kommentierungen. Die Namen ihrer Schöpfer kennen wir nicht.
6. Zum Forschungsstand
Das Sächsische Weichbildrecht (= Stadtrecht) mit Glosse ist neben dem Sachsenspiegel
wohl die zentrale Quelle eines sehr umfangreichen spätmittelalterlichen Quellencorpus,
das man als „sächsisch-magdeburgisches Recht“ bezeichnet34. Dieser grundlegende Rechtstext stellte neben dem glossierten Sachsenspiegel-Landrecht
und dem glossierten Sachsenspiegel-Lehnrecht die dritte Säule des Gemeinen Sächsischen
Rechts dar35. Während in den letzten Dezennien sowohl das glossierte Sachsenspiegel-Landrecht
als auch das glossierte Sachsenspiegel-Lehnrecht in MGH-Ausgaben erstmals kritisch
erschlossen werden konnten36, fehlt bis heute ein zitierfähiger Text des glossierten Weichbilds – von einer brauchbaren
historisch-kritischen Edition ganz zu schweigen. Um an einen einigermaßen gesicherten
Text zu gelangen, müßten für einschlägige wissenschaftliche Untersuchungen eigentlich
nach wie vor die Inkunabeln sowie die Frühdrucke des 16. Jahrhunderts herangezogen
werden, die heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen indes nicht mehr genügen37.
Gaben diese Inkunabeln und Frühdrucke aber immerhin den Text der Weichbild-Vulgata
mit den Glossen wieder, so wurde in der Folgezeit lediglich der Text des Weichbilds
(oder auch nur Auszüge daraus) ohne die für den juristischen Gebrauch in der Praxis
entscheidende Kommentierung in Form der Glossen abgedruckt (Johann Stephan Burgermeister,
Ulm 1717; Jacob Friedrich Ludovici, Halle 1721; Wilhelm v. Thüngen, Heidelberg 1837;
Alexander von Daniels, Berlin 1853; Paul Laband, Königsberg 1869; Oscar Albert Walther,
Leipzig 1871). Keine dieser Ausgaben, denen unterschiedliche unglossierte Handschriften
mit unterschiedlicher Artikeleinteilung zugrunde lagen, konnte auch nur annähernd
die Ansprüche an eine moderne Textausgabe erfüllen.
Einen Paralleldruck von frühneuhochdeutscher und lateinischer Fassung des Weichbildrechts
samt kürzerer Glosse legten Alexander von Daniels und Franz von Gruben 1858 vor38. Diese Ausgabe ist nicht nur die verbreitetste, sondern auch die heutzutage (notgedrungen)
meistzitierte, und das, obwohl sie voller Fehler und editorischer Unzulänglichkeiten
der gröberen Art steckt39. Wie ein Vergleich mit der von v. Daniels/v. Gruben hauptsächlich herangezogenen
Handschrift Ms. germ. fol. 38940 der Staatsbibliothek Berlin zeigt, haben die Herausgeber die Anordnung der verschiedenen
Textteile willkürlich geändert, in der Handschrift fehlende Wörter ergänzt, ohne diese
zu kennzeichnen, sowie in größerem Umfang ihre Vorlage falsch gelesen. Aus den genannten
Gründen genügt diese Ausgabe heutigen wissenschaftlichen Standards nicht und gilt
wegen ihrer Fehlerhaftigkeit als kaum zitierfähig41.
Auch aufgrund dieser bisher mangelhaften Editionslage ist die wissenschaftliche Beschäftigung
mit dem glossierten Weichbild nur sehr unzureichend erfolgt. So verfaßte beispielsweise
August Benedict Carpzov (1644–1708) im Jahre 1673 eine „Dissertatio de iure Weichbildorum“,
1749 erschienen die „Observationes de iure Weichbildico Saxonico“ von Joachim Diederich
Lichtenstein (1706–1773), 1867 legte Adolf Helfferich (1813–1894) eine Abhandlung
„Das Deutsche Mark- und Weichbildrecht“ vor. Die bisher jüngsten Publikationen zum
Weichbild und seinen Glossierungen sind zwei längere Aufsätze im „Deutschen Archiv“
aus der Feder von Inge Bily und Milada Homolková aus dem Jahre 201742 bzw. Bernd Kannowski 201843 sowie ein weiterer Aufsatz des Letztgenannten von 202144.
7. Handschriften, alte Drucke und Editionen
A. Handschriften
In der folgenden Aufstellung werden allein die vollständigen bzw. annähernd vollständigen
Handschriften verzeichnet, welche die Weichbild-Vulgata mit einer Glosse enthalten.
Nicht berücksichtigt werden Weichbildhandschriften ohne Glosse sowie Fragmente, auch
wenn sie eine Glossierung aufweisen.
Überliefert ist das glossierte Weichbild nach derzeitigem Forschungsstand in 20 noch
vorhandenen Handschriften; bei einer Handschrift (Cardiff) ist unklar, ob sie glossiert
ist; vier Handschriften sind verschollen; eine Handschrift ist 1793 vernichtet worden
(von deren Weichbildteil mit Glosse allerdings noch eine Abschrift existiert). Davon
gehören zehn Handschriften (zuzüglich einer Abschrift) der Textklasse I „kürzere (bzw.
ursprüngliche) Glosse“ an. Aufstellungen über den glossierten Handschriftenbestand
des Weichbilds lieferten 1919 Kisch45, 1931/34 Eckhardt46, 1990 Oppitz47, 2018 Kannowski48 und 2021 Carls49.
Bei einem Teil der Handschriften wurden die Angaben lediglich aus der Literatur herausgezogen
und konnten nicht selbst von mir überprüft werden50.
1) Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 389
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 32; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 48; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 118; HSC 12050.
Papier; I + 209 + I Bl.; Format: 310 x 212 mm; einspaltig; 15. Jh.; Sprache: frühneuhochdeutsch/ostmitteldeutsch.
Inhalt: fol. 1r–209v: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 136 Artt.
Leithandschrift der vorliegenden Edition (zur ausführlichen Handschriften-Beschreibung
siehe unten); zugleich Haupt-Vorlage der Ausgabe von v. Daniels/v. Gruben 1858.
2) Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 631
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 47; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 63; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 133; HSC 8178; Bernd Michael, Kat. 149: Eike von Repgow: Sachsenspiegel (Glossenhandschrift, lat. und dt.), in:
Peter Jörg Becker – Eef Overgaauw (Hg.), Aderlaß und Seelentrost. Die Überlieferung deutscher Texte im Spiegel Berliner
Handschriften und Inkunabeln, Mainz 2003, S. 307–311.
Juristische Sammelhandschrift; Pergament; 235 Bl.; Format: 420 x 290 mm; zweispaltig;
14. Jh. Ende; Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 1ra–36ra: Weichbild-Vulgata mit singulärer Glosse in 112 Artt.
(wegen Blattverlustes Textbeginn erst im Text zu Art. 10 [vulgat Art. 11 § 1] „vor den vir benken, vnd den schepfen“); fol. 36ra–37ra: Registrum uf stat recht.
3) Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 1092
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 332; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 98; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 172; HSC 12149; LG S. LIX–LXII.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; 333 Bl. (+ 4 ungezählte Bl.); Format: 410 x
285 mm; zweispaltig; 15. Jh.; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 219ra–333vb: Weichbild-Vulgata mit Reimvorrede „<G>ot gebe syner selen rath“, Chronik und ursprünglicher Glosse in 136 Artt.
4) Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 1427
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. –; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 198; HSC 9029.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; I + 228 + I Bl.; Format: 305 x 205 mm; einspaltig;
1465 (Bl. 161r); Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 1r–10v: Register zum Weichbild in 135 Artt.; fol. 13r–161r: Weichbild-Vulgata
mit ursprünglicher51 Glosse in 135 Artt.
5) Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Hdschr. 392
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 407; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 717; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1295d; HSC 8776; Bernd Michael, Kat. 158: Sachsenspiegel-Lehnrecht (mit der von Nikolaus Wurm erweiterten Glosse),
in: Peter Jörg Becker – Eef Overgaauw (Hg.), Aderlaß und Seelentrost. Die Überlieferung deutscher Texte im Spiegel Berliner
Handschriften und Inkunabeln, Mainz 2003, S. 325–328; WG S. XLIV–XLIX.
Juristische Sammelhandschrift; Pergament; II + 345 Bl.; Format: 398 x 299 mm; zweispaltig;
1386 oder später; Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 27ra–128rb: Weichbild-Vulgata mit Chronik und ursprünglicher Glosse
in 135 Artt. (wegen Blattverlustes Textbeginn erst in der Glosse zu Art. 8).
6) Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, II F 6
Gaupp, Das alte Magdeburgische und Hallische Recht S. 350–353 (Anhang III); Homeyer, Rechtsbücher Nr. 83; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 181; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 259; HSC 18720; PG S. XXXVII–XLI.
Juristische Sammelhandschrift; Papier (am Anfang und am Ende zwei Pergamentdoppelblätter);
293 Bl.; Format: 300 x 205 mm; einspaltig; 15. Jh. Anfang; Sprache: lateinisch und
mittelniederdeutsch (märkisch).
Inhalt u. a.: fol. 258r–289r: Weichbildrecht in 6 Büchern mit Stendaler Glosse (fol.
258r–264v: Buch 1 in 54 Artikeln; fol. 265r–269r: Buch 2 in 36 Artt.; fol. 269v–275r:
Buch 3 in 40 Artt.; fol. 275r–277r: Buch 4 in 7 Artt.; fol. 277r–283v: Buch 5 in 23
Artt.; fol. 283v–289r: Buch 6 in 20 Artt. [Art. 20 „Nv vernemet vmme der heren boͤrt van deme lande to Sassen“ = Vorrede „von der Herren Geburt“; vgl. BG S. 123]).
7) Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, II F 9
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 86; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 185; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 263; HSC 20163.
Papier; I + 141 Bl.; Format: 305 x 215 mm; einspaltig; 15. Jh.; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 1r–140r: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.
8) Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, Mil. II 4 membr.
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 251; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 419; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 271; HSC 18690.
Juristische Sammelhandschrift; Pergament; 218 Bl.; Format: 300 x 205 mm; zweispaltig;
14. Jh. Ende; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 1ra–rb: Reimvorrede „Got geb seyner syle rot“; fol. 1rb–3ra: Chronik „Uon der werlde begin“; fol. 3rb–162rb: Weichbild-Vulgata mit Wurm’scher Glosse in 136 Artt.; fol. 162va–168ra:
Register zum Weichbildrecht mit Glosse in 137 Kapiteln.
9) Freiberg/Sa., Andreas-Möller-Bibliothek des Geschwister Scholl-Gymnasiums, VIII
2° 33
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 197; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 358; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 513; HSC 19544; LG S. LXVII f.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; 7 + 438 Bl.; Format: 425 x 292 mm; zweispaltig;
15. Jh. 1. Hälfte; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 217va–224vb: Register Weichbildrecht in 135 Artt.; fol. 225ra–rb:
Reimvorrede „Got gebe seyner selenn rat“; fol. 225rb–231vb: Chronik („Incipit cronica de tempore creacionis mundi“); fol. 231vb–437rb: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 135 Artt. (der Zusatz
fol. 426ra–437rb „Man sal nymande vsz seyner gewere weyszen“ in direktem Anschluß).
10) Gießen, Universitätsbibliothek, Hs 964
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 223; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 385; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 543; HSC 20438.
Papier; 196 Bl.; Format: 400 x 285 mm; zweispaltig; 15. Jh. 2. Viertel; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 4ra–8rb: Register Weichbildrecht in 135 Artt.; fol. 9va–189vb:
Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.
11) Gießen, Universitätsbibliothek, Hs 965
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 224; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 386; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 544; HSC 20439.
Papier (Bl. 219 Pergamentdoppelblatt); 219 Bl.; Format: 310 x 205 mm; einspaltig;
15. Jh.; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 2r: Reimvorrede „<G>ot gebe syner selen rat“; fol. 2r–8r: Chronik „Uon der werlde begyn“; fol. 8r–214r: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.
12) Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 2° Ms. jurid. 387
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 263; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 448; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 595; HSC 19127.
Papier; III + 152 + I Bl.; Format: 380 x 280 mm; zweispaltig; 15. Jh.; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 1ra–149va: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.;
fol. 150ra–151rb: alphabetisches Register.
13) Halle/Saale, Universitäts- und Landesbibliothek, Ye 2° 103
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. –; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 669; HSC 12344.
Juristische Sammelhandschrift; Papier (Bl. 313 Pergament); 313 Bl.; Format: 315 x
220 mm; einspaltig; 1459 (Bl. 301v), 1461 (Bl. 80r); Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 88r–96v: Register in 135 Artt.; fol. 98r: Reimvorrede „Godt gebe seyner selen rat“; fol. 98r–104v: Chronik „Uon der werlde begyn“; fol. 105r–309v: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 135 Artt. (wobei der charakteristische
Zusatz der längeren Glosse fol. 302r–309v „Man sal nymant usz siner gewere wiesen“ hinter dem Kolophon fol. 301v „Noch Cristi gebort tusent vierhundert vnde nuenvndefunffczig iare am montage vor aller
heiligen tage ist dys buch zcu ende brocht, das genant ist wichbilderecht, zcu loube
vnde zcu eren gote deme almechtigen“ steht, wodurch er deutlich als fremdes Anhängsel gekennzeichnet wird).
14) Krakau/Kraków, Uniwersytet Biblioteka Jagiellońska, Przyb. 42/60
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 250; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 414; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 861; HSC 8354.
Juristische Sammelhandschrift; Pergament; I + 407 + I Bl.; Format: 480 x 340 mm; zweispaltig;
1387 (Bl. 326ra, 397rb); Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 326rb: „Jncipit ricmus super jus municipale quod theutonice fronerecht wicbilderecht statrecht
intitulatur“; fol. 326rb: Reimvorrede „Got gebe seiner syle rat“; fol. 326va–329ra: Chronik „Uon der werlde begin“; fol. 329ra–397rb: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 133 Artt.
15) Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms 1088
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 402; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 691; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 896; Verzeichnis der deutschen mittelalterlichen Handschriften
in der Universitätsbibliothek Leipzig, bearbeitet von Franzjosef Pensel, zum Druck gebracht von Irene Stahl (Deutsche Texte des Mittelalters 70, Verzeichnisse altdeutscher Handschriften 3,
1998) S. 147–149; HSC 15255; LG S. LV–LVIII.
Juristische Sammelhandschrift; Papier (vorderes und hinteres Vorsatz Pergament); I
+ 455 + I Bl.; Format: 395 x 290 mm; zweispaltig; 1436 (Bl. 210ra); Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 217ra–222ra: Register in 135 Artt.; fol. 222va: Reimvorrede „Got gebe siner sele rat“; fol. 222va–226va: Chronik „Uon der werlde begin“; fol. 227ra–426ra: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 135 Artt. (der Zusatz
der längeren Glosse fol. 418ra–426ra „Man sal nymande usz siner geweren wisen“ folgt erst hinter lateinischen Rechtsregeln fol. 417vb).
16) Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms 1111
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 694; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 899; Verzeichnis der deutschen mittelalterlichen Handschriften
in der Universitätsbibliothek Leipzig, bearbeitet von Franzjosef Pensel, zum Druck gebracht von Irene Stahl (Deutsche Texte des Mittelalters 70, Verzeichnisse altdeutscher Handschriften 3,
1998) S. 154 f.; HSC 15259.
Papier; III + 122 + II Bl.; Format: 410 x 280 mm; zweispaltig; 15. Jh.; Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 1ra–4vb: Register in 135 Artt.; fol. 5ra–122ra: Weichbild-Vulgata mit
längerer Glosse in 135 Artt. (der Zusatz fol. 116va–122ra „Man sal nymant vsz syner gewere wyszen“ in direktem Anschluß).
Zur Besserung von verderbten Stellen, Textausfällen u. ä. benutzt (zur ausführlichen
Handschriften-Beschreibung siehe unten).
17) Leipzig, Universitätsbibliothek, Rep. IV. 1
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 383; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 669; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 911; Verzeichnis der deutschen mittelalterlichen Handschriften
in der Universitätsbibliothek Leipzig, bearbeitet von Franzjosef Pensel, zum Druck gebracht von Irene Stahl (Deutsche Texte des Mittelalters 70, Verzeichnisse altdeutscher Handschriften 3,
1998) S. 370–372; HSC 15362.
Papier (mitgezähltes vorderes und hinteres Vorsatz Pergament); 278 Bl.; Format: 310
x 215 mm; zweispaltig; 1453 (Bl. 260vb); Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 3ra–rb: Reimvorrede „Got gebe syner selen rath“; fol. 3rb–10vb: Chronik „Uon der werlt begynnen“; fol. 10vb–260va: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 135 Artt. (der Zusatz
fol. 248va–260va „Man sall nymant usz syner gewere wyszin“ in direktem Anschluß); fol. 260vb–276ra: doppeltes Register.
18) Paderborn, Erzbischöfliche Akademische Bibliothek, Pa 95
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. –; Ulrich-Dieter Oppitz, Ergänzungen zu „Ders., Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters“, in: ZRG Germ. Abt. 132 (2015) S. 471 Nr.
1205a; HSC 25384.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; noch 309 Bl. (von ursprünglich 483 Bl.) vorhanden;
Format: 310 x 215 mm; zweispaltig (lateinischer Text), einspaltig (deutscher Text);
15. Jh.; Sprache: lateinisch und niederdeutsch. Der Codex wurde im 2. Weltkrieg stark
beschädigt.
Inhalt u. a.: fol. 283r–403v: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse (die Hs. bricht
ab mit den Worten: drystunt eynen laden sal [siehe Anhang II L fol. 117rb]).
19) Quedlinburg, Stadtarchiv, I B/a 3a/II
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 577; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 1008; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1300; HSC 22746; LG S. LXXXIII–LXXXV.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; IV + 505 Bl.; Format: 400 x 288 mm; zweispaltig;
1454 (Bl. 142vb, 377va, 500vb); Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: fol. 379ra–383rb: Register in 135 Artt.; fol. 383va–500vb: Weichbild-Vulgata
mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.
20) Sondershausen, Stadtkirchenbibliothek, Cod. 2° 236
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 627; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 1068; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1364; HSC 22051.
Papier; 222 Bl. (1 Bl. fehlt heute); Format: 405 x 280 mm; zweispaltig; 15. Jh. 1.
Hälfte; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 2ra–219rb: Reimvorrede „<G>ot gebe seyner sele rat“, Chronik „Uon der werlde begyn“, Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 137 Artt. (der Zusatz „Man sal nymand vsz seyner gewere weiszen“ wohl in direktem Anschluß an Judeneid und Ottonisches Privileg); fol. 220ra–222rb:
Register.
Zweifelhaft:
1) Cardiff (Wales), Central Library, MS 1.384
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 226a (siehe S. *60); Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 336; HSC 7585.
Pergament; 164 Bl.; Format: 142 x 108 mm; zweispaltig; 14. Jh. Mitte; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 1v–14: Chronik; fol. 14–164: Weichbildrecht (mit Glosse?).
Verschollen:
1) Alt-Zelle, Zisterzienserstift im Bistum Meißen
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 5; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 9; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 8; HSC –.
Der Hospitalmeister zu Döbeln, Johannes Greiffenhain, hatte mit Urkunde vom 16. August
1461 dem Stift vier deutsche papierne Rechtshandschriften geschenkt, worunter sich
ein Weichbild mit Glosse befand. Im handschriftlichen Katalog der Klosterbibliothek
von 1514 fehlen diese Bände bereits.
2) Dresden, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, M. 3
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 153; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 300; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 435 (identisch mit Nr. 1653?); HSC 14561.
Papier; ? Bl.; Format: gr. Folio; zweispaltig; 15. Jh. Anfang; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt: fol. ?–?: Weichbild-Vulgata mit Glosse in 135 Artt. (ohne Judeneid).
An Alexander v. Daniels in Berlin verliehen und von diesem nicht zurückgegeben (vgl.
Franz Schnorr von Carolsfeld, Katalog der Handschriften der königl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden, Bd. 2,
Leipzig 1883, S. 412).
3) Grimma, Stadtarchiv, II. 4 o. A.
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. –; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 639; HSC 23150.
Papier; 214 Bl.; Format: Folio; zweispaltig; 1424; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt: fol. 1–189: Chronik und Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135
Artt.
4) Meiningen, Landesbibliothek, Hs. 92
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 443; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 778; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1017; HSC 19854.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; ? Bl.; Format: Großfolio; ?; 15. Jh. Mitte;
Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt. (in Art. 16
beginnend).
Vernichtet:
1) Mainz, ehemalige Dombibliothek, Mogunt. IV
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 436; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 761; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 993; HSC 13772.
Juristische Sammelhandschrift; Pergament und Papier; ? Bl.; Format: Großfolio; ?;
15. Jh. Anfang; Sprache: mitteldeutsch.
Inhalt u. a.: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 135 Artt.
Die Handschrift ist 1793 in Mainz zusammen mit der Dombibliothek verbrannt. Am OLG
Celle existiert eine von Christian Ulrich Grupen (1692–1767) vorgenommene Abschrift
des Weichbilds mit Glosse (Signatur: B XVII 129).
Falschzuweisungen:
1) Warschau, Biblioteka Narodowa, Cod. 12607 III, früher: Akc. 9869 (Baw. 1014)
Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1454.
2) Elbing/Elbląg, Stadtbibliothek Nr. 9 Fol. (1)
Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 482.
Anders, als Kannowski52 angibt, enthalten diese beiden Handschriften weder die Weichbild-Vulgata noch eine
Glosse dazu.
Alttschechische Übersetzungen:
Zu diesen deutschen Handschriften gesellen sich noch drei handschriftliche Übersetzungen
bzw. Bearbeitungen von Text und Glosse in alttschechischer Sprache.
1) Prag, Parlamentní knihovna o. Sign. (früher: Leitmeritz/Litoměřice, Archivum města
Litoměřice, IV A 1)
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 701; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 922.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; 325 Bl.; Format: 320 x 220 mm; einspaltig;
1469/1470 (Bl. 86v, 199v); Sprache: alttschechisch.
Inhalt u. a.: fol. 87r–187v: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 143 Kapiteln
(Text und Glosse weichen in ihrem Bestand z. T. von den deutschen Hss. erheblich ab);
fol. 188r–199v: alphabetisches Register.
Als „Donat“ bezeichnet (fol. 87r). Zur genaueren Untersuchung dieser Hs. siehe Bily – Homolková, Neueste Forschungen zum Sächsischen Weichbildrecht mit Glosse (DA 73, 2017) S. 553–638.
2) Prag, Knihovna Národního muzea, III C 5.
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 567; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 966; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1244.
Juristische Sammelhandschrift; Papier; 143 Bl.; Format: 280 x 200 mm; zweispaltig;
1543 (Bl. 116); Sprache: alttschechisch.
Inhalt u. a.: fol. 1–107: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 144 Kapiteln
(Text und Glosse weichen in ihrem Bestand z. T. von den deutschen Hss. erheblich ab);
fol. 121–143: alphabetisches Register.
Als „Donat“ bezeichnet.
3) Prag, Národní knihovna České republiky, XVII C 24.
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 986; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1277.
Papier; 217 Bl.; Format: 300 x 200 mm; einspaltig; 1547 (Bl. 43r, 217v); Sprache:
alttschechisch.
Inhalt: fol. 1r–43r: Register; fol. 44r–217v: Weichbild mit ursprünglicher Glosse.
Als „Donat“ bezeichnet.
Lateinische Übersetzungen:
24 Handschriften enthalten das Sächsische Weichbild in lateinischer Übersetzung, meist
in der von dem Notar Conrad von Sandomir spätestens 1359 geschaffenen Form; ohne Glosse53.
B. Alte Drucke des 15./16. Jahrhunderts
Die folgende Aufstellung erfaßt sämtliche alten deutschen Drucke des glossierten Weichbilds
aus dem 15./16. Jh.; vgl. dazu auch die Verzeichnisse bei Homeyer54, Kaufmann55, Kannowski56 und Carls57.
1) Basel 147? (vermutlich um 1473/75, jedenfalls vor 16. Dezember 1482) (Drucker: B. R. [Bernhard Richel?]). Hain 13865; GW 9265.
Inhalt: Reimvorrede „<G>ot gebe seyner sele rat“, „Coronica de tempore creacionis mundi. <U>on der werlde begin“; Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 134 Artt. (Art. 134 § 1: „Czeuhet sich ein man“ entspricht vulgat Art. 135 § 1), der Judeneid „Von Juden eit“ wird als Art. 135 gezählt, worin auch das Ottonische Privileg, dem sich unter „Glosa“ der Zusatz der längeren Glosse aus der Wurm’schen Glosse zu Sachsenspiegel-Landrecht
II 24 § 1–2 „<M>an sal nimandis aus seiner gewere weisen“ anschließt; Register zum Weichbild in 135 Artt.; Remissorium zu Weichbild und Sachsenspiegel
von „<A>bt“ bis „wunde“.
Der vermutlich einzige Primärdruck (d. h. unmittelbar und lediglich auf handschriftlicher
Grundlage beruhend) und zugleich die älteste glossierte Weichbildausgabe. Allen Exemplaren
fehlt der 2. Teil, das Sachsenspiegel-Lehnrecht mit Vorrede und längerer Glosse; ursprünglich
aber wohl vorhanden, da der Druck Vorlage für GW 9266 war, der das Lehnrecht mit der
längeren Glosse enthält.
2) Augsburg 16. Dezember 1482 (Anton Sorg). Hain 13866; GW 9266.
Inhalt: Reimvorrede „Got gebe seyner sele rat“, „Coronica de tempore creacionis mundi. Uon der welte begine“, Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 134 Artt. (Art. 134 § 1: „Zeucht sich ein man“ entspricht vulgat Art. 135 § 1), der Judeneid „Von iuden eyde“ wird als Art. 135 gezählt, worin auch das Ottonische Privileg, dem sich unter „Glosa“ der Zusatz der längeren Glosse aus der Wurm’schen Glosse zu Sachsenspiegel-Landrecht
II 24 § 1–2 „Man sol niemancz ausz seiner gewoͤr weisen“ anschließt; Register zum Weichbild; Sachsenspiegel-Lehnrecht mit Vorrede „Der menschen gedencken“ und längerer Glosse in 81 Kapiteln; Register zum Sachsenspiegel-Lehnrecht; Remissorium
zu Weichbild und Sachsenspiegel von „Abt“ bis „wund“.
3) Augsburg 8. April 1495 (Hans Schönsperger). Hain 13867; GW 9267.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
4) Augsburg 9. Oktober 1499 (Hans Schönsperger). Hain 13868; GW 9268.
Inhalt wie Augsburg 1495.
5) Augsburg 13. Dezember 1508 (Drucker: Hans Othmer, Verleger (Buchführer): Hans Renmann von Öhringen). VD 16 D
741.
Inhalt wie Augsburg 1495 und 1499.
6) Leipzig 15. April 1537 (Drucker: Michael Blum, Hg. Christoph Zobel). VD 16 D ZV 4405; VD 16 D 735.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
7) Leipzig 1547 (Drucker: Nicolaus Wolrab, Hg. W. L. [Wolff Loß?]). VD 16 D ZV 4406.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
8) Leipzig 1551 (Drucker: Nicolaus Wolrab). VD 16 D 736.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
9) Bautzen 1555 (Drucker: Nicolaus Wolrab, Hg. W. L. [Wolff Loß?]). VD 16 D 737.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
10) Bautzen 1557 (Drucker: Nicolaus Wolrab). VD 16 D 738.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
11) Leipzig 1589 (Verlag Hans Steinmanns Erben, Hg. Christoph Zobel). VD 16 D 740.
Inhalt: Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse,
Remissorium.
Die folgenden deutschen Drucke sind bei Homeyer aufgeführt, im VD 16 aber nicht nachzuweisen.
Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse.
Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse, Remissorium.
Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse.
Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse.
Sächsisches Weichbild mit Glosse, Sachsenspiegel-Lehnrecht mit längerer Glosse.
Eine lateinische Übersetzung des Sächsischen Weichbilds (ohne Glosse), spätestens
1359 durch Conrad von Sandomir geschaffen, in der wissenschaftlichen Literatur auch
als Versio Sandomiriensis bezeichnet, wurde, gemeinsam mit dem gleichfalls ins Lateinische übersetzten Sachsenspiegel
sowie anderen in Polen angewandten Rechtsquellen durch den polnischen Großkanzler
und Gnesener Erzbischof (und damit Primas von Polen) Jan Łaski (1456–1531) im Jahre
1506 publiziert64.
Den Grundstein für die Rezeption des sächsisch-magdeburgischen Rechts in Polen legte
im Jahre 1535 der Krakauer Notar Nikolaus Jaskier (1504–1539 [oder 1560]) mit seinen
Übersetzungen des Sachsenspiegel-Landrechts und des Sächsischen Weichbilds, jeweils
mit Glosse, aus dem Deutschen ins Lateinische65.
C. Editionen des 18./19. Jahrhunderts
Erschien die Weichbild-Vulgata in den deutschen Drucken des 15./16. Jahrhunderts stets
mit Glosse, und zwar der längeren, durch den Zusatz aus der Wurm’schen Glosse zu Sachsenspiegel-Landrecht
II 24 § 1–2 kenntlichen Form, enthalten – bis auf lediglich eine Ausnahme, nämlich
die Ausgabe von v. Daniels/v. Gruben 1858 – die Editionen des 18./19. Jahrhunderts
nur den Text des Weichbilds, ohne die Glosse; Ludovicis Edition von 1721 bescheidet
sich mit Glossenauszügen.
1) Johann Stephan Burgermeister, Teutsches Corpus Juris, Publici & Privati, Oder Codex Diplomaticus. Der Teutschen
Staats- Lehen- Burger- und Peinlichen Rechten und Gewohnheiten ... Jn 2. Theil abgetheilt,
davon der Erstere Theil, Jn dem alten Sachsen- und Schwaben-Spiegel / Weichbild /
und Lehenrechten / auch älteren Teutschen Lehens-Gebräuchen ..., Ulm 1717.
Darin: S. 163–201 „Sächsisch-Weichbild“, = Weichbild-Vulgata deutsch in 136 Artt., danach „Der Jüden Eid“, danach das Ottonische Privileg; S. 202 Reimvorrede ex Druck Augsburg 1499 „Gott gebe seiner Seelen raht“; S. 203–240 „Wichbild, Sive Jus Municipale, Magdeburgense“, = Weichbild-Vulgata lateinisch in 138 Artt., danach (als Art. 139 gezählt) „De juramento judaeorum“, danach das Ottonische Privileg lateinisch. Ohne Glosse.
2) Jacob Friederich Ludovici (Hg.), Das Sächsische Weichbild, in der Lateinischen und jetzo gebräuchlichen Hoch-Teutschen
Sprache aus alten bewährten Codicibus, Nebst Nöthigen Auszügen aus der Gloße, so weit
selbige zum Verstande des alten und neuen Teutschen Rechts etwas beyzutragen scheinet,
Wie auch Einer Vorrede, darinnen die Historie des Weichbildes, auch zum theil supplementa
der Historie derer anderen Theile des Teutschen Rechts, nicht weniger eine curieuse
Nachricht von einer Hoch-Teutschen edition des Land-Rechts und Richtsteiges de an.
1482. enthalten ist, Halle 1721.
Darin: S. 32 Reimvorrede „GOtt gebe seiner seelen rath“; S. 35–144 „Das Sächsische Weichbild“, = Weichbild-Vulgata lateinisch/deutsch in 138 lateinischen Artt. und 136 deutschen
Artt., danach deutsch „Der Juden Eyd“ (ohne Art.-Zählung), lateinisch „De Juramento Judaeorum“ (als Art. 139 gezählt), danach das Ottonische Privileg deutsch „Beschluß auff das Weichbild-Recht“ und lateinisch „Conclusio Privilegii“; es folgen unpaginiert ein Register in der Reihenfolge der Weichbild-Artikel sowie
ein auf das Weichbild bezogenes Sachregister. Mit Glossenauszügen.
3) W[ilhelm] v[on] Thüngen (Hg.), Das Sächsische Weichbildrecht nach dem Codex Palatinus Nro. 461 mit einer
Einleitung, Heidelberg 1837.
Abgedruckt ist das Weichbild aus der juristischen Sammelhandschrift Heidelberg, Universitätsbibliothek,
Cod. Pal. Germ. 461 (Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 704; HSC 10402), fol. 21r–84v. 5 Vorreden und 355 gezählte Artt.
Ohne Glosse.
4) A[lexander] v[on] Daniels (Hg.), Dat buk wichbelde recht. Das sächsische Weichbildrecht nach einer Handschrift
der königl. Bibliothek zu Berlin von 1369, Berlin 1853.
Abgedruckt ist das Weichbild aus der juristischen Sammelhandschrift Berlin, Staatsbibliothek
Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 10 (Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 110; HSC 8164), fol. 117va–148rb. 117 gezählte Artt. Ohne Glosse.
5) A[lexander] von Daniels – Fr[anz] von Gruben (Hg.), Das Sächsische Weichbildrecht. Jus municipale saxonicum, Erster Band: Weltchronik
und Weichbildrecht in 136 Artikeln mit der Glosse (Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters
1), Berlin o. J. [1858].
Die aus verschiedenen handschriftlichen Vorlagen69 zusammengestellte Edition bringt die Reimvorrede „Got gebe syner selen rad“ in zwei Varianten (Sp. 1–8), die Weichbildchronik „Von der werlde beginn“ in fünf Varianten (Sp. 9–52), dann das „Weichbildrecht“ (Sp. 53–176) – zunächst das angebliche Privileg Ottos I. des Großen in einer deutschen
und einer lateinischen Fassung (Sp. 57–62), dann das Weichbildrecht einschließlich
Judeneid in einer 136 Artt. zählenden deutschen und einer 139 Artt. zählenden lateinischen
Fassung (Sp. 63–176), schließlich das angebliche Privileg Ottos II. (Sp. 175–176)
–, ihm folgend die deutsche „Glosse“ in ihrer ursprünglichen Gestalt in 135 Artt. (Sp. 177–438). Der deutsche Text des
Weichbilds ist, ebenso wie die Glosse, der Handschrift Berlin, Staatsbibliothek Preußischer
Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 389 (Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 118; HSC 12050) entnommen.
6) O[skar] A[lbert] Walther (Hg.), Das Sächsische oder Magdeburgische Weichbild-Recht. Nach der Pergament-Handschrift
einst der Stadt Orlamünde, jetzt Gotha, vom Jahre 1381. Zum ersten Male herausgegeben,
mit einem Glossar, Leipzig 1871.
Abgedruckt ist die Weichbild-Vulgata aus der juristischen Sammelhandschrift Gotha,
Forschungsbibliothek, Memb. I 87 (Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 625; HSC 7738), fol. 1r–27v. Register aus der Handschrift in
152 Artt. (S. XI–XVI), vom Herausgeber gefertigtes Register in 153 Artt. (S. XVII–XXII),
Weichbild-Vulgata in 153 Artt. (S. 1–54). Glossar des Herausgebers (S. 55–84). Ohne
Glosse.
8. Beschreibung der für die Edition benutzten Handschriften
Leithandschrift:
BBerlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 389
Homeyer, Rechtsbücher Nr. 32; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 48; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 118; HSC 12050.
Papier; I + 209 + I Bl.; Format: 310 x 212 mm; einspaltig; 15. Jh.; Sprache: frühneuhochdeutsch/ostmitteldeutsch.
Die aus dem Domstift zu Havelberg stammende Handschrift kam vor 1828 an die Staatsbibliothek
Berlin.
Inhalt:
fol. 1r–209v: Weichbild-Vulgata mit ursprünglicher Glosse in 136 Artt.
fol. 1r–7v: Art. 1 § 1–5
fol. 1v–4r: angebliches Ottonisches Privileg
fol. 7v–12r: Art. 2 § 1–7
fol. 12v–15r: Art. 3 § 1–5
fol. 15r–20r: Art. 4 § 1–7
fol. 20r–21r: Art. 5 § 1–3
fol. 21r–22v: Art. 6 § 1–2
fol. 22v–30v: Art. 7 § 1–5
fol. 30v–36r: Art. 8 § 1–5
fol. 36r–40v: Art. 9 § 1–3
fol. 40v–46r: Art. 10 § 1–4
fol. 43r–44r: angebliches Ottonisches Privileg
fol. 46r–50r: Art. 11 § 1–3
fol. 50r–51r: Art. 12 § 1–2
fol. 51r–53v: Art. 13 § 1–4
fol. 53v–57r: Art. 14 § 1–2
fol. 57r–58r: Art. 15 § 1–2
fol. 58r–65v: Art. 16 § 1–4
fol. 65v–68v: Art. 17 § 1–5
fol. 68v–71v: Art. 18 § 1–2
fol. 71v–73v: Art. 19 § 1–4
fol. 73v–77v: Art. 20 § 1–4
fol. 77v–78r: Art. 21 § 1–2
fol. 78r–86v: Art. 22 § 1–3
fol. 86v–95v: Art. 23 § 1–4
fol. 95v–96v: Art. 24 § 1–3
fol. 96v–97r: Art. 25 § 1–2
fol. 97r–108r: Art. 26 § 1–3
fol. 108r–111r: Art. 27 § 1–4
fol. 111v–113v: Art. 28 § 1–3
fol. 113v–115v: Art. 29
fol. 115v–117r: Art. 30 § 1–2
fol. 117r–118r: Art. 31 § 1–3
fol. 118r–119r: Art. 32 § 1–4
fol. 119r–120v: Art. 33 § 1–4
fol. 120v–121v: Art. 34
fol. 121v–129r: Art. 35 § 1–12
fol. 129r: Art. 36
fol. 129r–v: Art. 37
fol. 129v–133v: Art. 38 § 1–2
fol. 133v–134r: Art. 39 § 1–3
fol. 134r–136v: Art. 40 § 1–2
fol. 136v–139v: Art. 41 § 1–5
fol. 139v–140r: Art. 42 § 1–3
fol. 140r–145r: Art. 43 § 1–3
fol. 145r–v: Art. 44 § 1–4
fol. 145v–146r: Art. 45 § 1–4
fol. 146r–150v: Art. 46 § 1–5
fol. 150v–152r: Art. 47 § 1–2
fol. 152r–v: Art. 48 § 1–2
fol. 152v–153v: Art. 49 § 1–3
fol. 153v–154r: Art. 50 § 1–3
fol. 154r: Art. 51 § 1–3
fol. 154r–155v: Art. 52 § 1–2
fol. 155v–156r: Art. 53
fol. 156r–v: Art. 54
fol. 156v–157r: Art. 55
fol. 157v–161r: Art. 56 § 1–7
fol. 161r–162r: Art. 57 § 1–3
fol. 162r–163v: Art. 58
fol. 163v–164v: Art. 59; 60 § 1–2
fol. 164v: Art. 60 § 1
fol. 164v: Art. 61
fol. 164v–165v: Art. 62
fol. 165v–166r: Art. 63
fol. 166v–168v: Art. 64
fol. 168v: Art. 65
fol. 168v: Art. 66
fol. 168v–170r: Art. 67
fol. 170r–171r: Art. 68
fol. 171r: Art. 69
fol. 171r–v: Art. 70
fol. 171v–172r: Art. 71
fol. 172r–v: Art. 72 § 1–3
fol. 172v–173r: Art. 73
fol. 173r–v: Art. 74
fol. 173v–174r: Art. 75 § 1–2
fol. 174r: Art. 76
fol. 174r–175r: Art. 77
fol. 175r–v: Art. 78/79 (78) § 1–2
fol. 175v–176r: Art. 80 (79) § 1–3
fol. 176r–177r: Art. 81 (80)
fol. 177r–v: Art. 82 (81)
fol. 177v–178r: Art. 83 (82)
fol. 178r–v: Art. 84 (83)
fol. 178v: Art. 85 (84)
fol. 178v–179v: Art. 86 (85)
fol. 179v: Art. 87 (86) § 1–3
fol. 179v–180r: Art. 88 (87) § 1–2
fol. 180r–181v: Art. 89 (88)
fol. 181v–183r: Art. 90 (89) § 1–2
fol. 183r–184r: Art. 91 (90) § 1–2
fol. 184r: Art. 92 (91)
fol. 184r–v: Art. 93 (92)
fol. 184v–186v: Art. 94 (93)
fol. 186v: Art. 95 (94)
fol. 186v–187v: Art. 96 (95)
fol. 187v–188r: Art. 97 (96)
fol. 188v: Art. 98 (97)
fol. 188v: Art. 99 (98)
fol. 188v–189v: Art. 100 (99)
fol. 189v–190r: Art. 101 (100) § 1–2
fol. 190r: Art. 102 (101)
fol. 190r: Art. 103 (102)
fol. 190v: Art. 104 (103)
fol. 190v: Art. 105 (104)
fol. 190v: Art. 106 (105)
fol. 190v: Art. 107 (106)
fol. 190v: Art. 108 (107)
fol. 190v–191r: Art. 109 (108)
fol. 191r–192r: Art. 110 (109) § 1–2
fol. 192r–193v: Art. 111 (110) § 1–2
fol. 193v–194r: Art. 112 (111) § 1–2
fol. 194r–195v: Art. 113 (112) § 1–3
fol. 195v–196v: Art. 114 (113) § 1–3
fol. 196v–198r: Art. 115 (114)
fol. 198r–v: Art. 116 (115) § 1–3
fol. 198v–199r: Art. 117 (116) § 1–3
fol. 199r–v: Art. 118 (117)
fol. 199v: Art. 119 (118)
fol. 199v–201r: Art. 120 (119)
fol. 201r–202v: Art. 121 (120) § 1–3
fol. 202v–203r: Art. 122 (121) § 1–2
fol. 203r–v: Art. 123 (122) § 1–2
fol. 203v–204r: Art. 124 (123) § 1–2
fol. 204r: Art. 125 (124) § 1–2
fol. 204r–v: Art. 126 (125) § 1–2
fol. 204v–205r: Art. 127 (126) § 1–2
fol. 205r: Art. 128 (127)
fol. 205r–v: Art. 129 (128)
fol. 205v: Art. 130 (129)
fol. 205v: Art. 131 (130)
fol. 205v: Art. 132 (131)
fol. 205v–206v: Art. 133 (132) § 1–2
fol. 206v–207v: Art. 134 (133)
fol. 207v: Art. 135 (134) § 1–2
fol. 207v–209v: Art. 136 (135) § 1–3
fol. 208v: Judeneid erster Teil
fol. 209r: Judeneid zweiter Teil
fol. 209r–v: angebliches Ottonisches Privileg.
Die Zählung in 136 Artt. (statt 135 Artt.) entspringt einem Schreiberversehen: Auf
fol. 175r steht vor dem Summarium zu Art. 78 in der vorletzten Zeile richtig „Articulus LXXVIII“, auf fol. 175v hinter dem Summarium in der ersten Zeile hingegen falsch „Articulus LXXIX“; diese falsche Artikelzählung setzt sich bis zum Schluß fort.
Die Zeilenzahl pro Kolumne beläuft sich im Weichbild-Text auf 23–26, in der Glosse
auf 32–34, das heißt, der Weichbild-Text ist durch größere Schrift gegenüber der zumeist
artikelweise folgenden Glosse hervorgehoben.
Dem glossierten Weichbild eigentümlich ist die bisweilige Zusammenfassung mehrerer
Artikel mit nur einer Glosse, durch welches Phänomen es sich vom glossierten Sachsenspiegel-Landrecht
und Sachsenspiegel-Lehnrecht unterscheidet, wo die Glosse artikel- bzw. kapitelweise
dem jeweiligen Text folgt. Zusammengefaßt werden die Artt. 37/38, 39/40, 42/43, 44–46,
50–52, 60–62, 65–67, 69–71, 72/73, 76/77, 78/79–81(80), 82(81)/83(82), 84(83)–86(85),
87(86)–89(88), 92(91)–94(93), 95(94)/96(95), 98(97)–100(99), 101(100)/102(101), 103(102)–109(108),
112(111)/113(112), 118(117)–120(119), 127(126)/128(127), 130(129)–134(133), 135(134)/136(135).
Reklamanten (jeweils unten rechts): fol. 120v: nemen den vroneboten; fol. 144v: komen zcu den meistern (ein anderer Teil ist dem Blattbeschnitt zum Opfer gefallen, teils sind nur Oberlängen
erkennbar [fol. 24v, 48v, 72v, 96v, 132v, 156v, 168v, 180v]). Kustoden (jeweils unten
rechts; Schreibung vermischt römisch und arabisch): fol. 72v: 6; fol. 96v: 8 (?); fol. 108v: 9; fol. 120v: x; fol. 132v: xi; fol. 144v: xii; fol. 156v: xiii; fol. 168v: xiiii; fol. 180v: xv; fol. 192v: xvi; fol. 204v: 17. Rubrizierte lebende Kolumnentitel auf jeder rechten Seite oben rechts, „ar.“ mit Artikel-Zahl.
Bräunlich-schwarze Tinte. Ganz in roter Tinte ausgeführt sind die Lombarden70, die Summarien (die diese Bezeichnung in der Handschrift aber nicht tragen), das
Wort „Articulus“ und die entsprechende Artikelzahl, das Wort „Glosa“ sowie das, häufig einem „Nota“ voranstehende, §-Zeichen; auch marginale Bemerkungen respektive Ergänzungen sind
rubriziert. Mit einem senkrechten roten Strich verziert ist häufig der erste Buchstabe
eines neuen Satzes. Anders als sonst eher üblich, sind die Allegationen und Remissionen
in dieser Handschrift nicht durch rote Unterstreichungen hervorgehoben.
Besonders am Anfang und am Ende der Handschrift befinden sich zahlreiche Löcher im
Papier, einige Blätter wurden restauratorisch behandelt.
Die Handschrift ist die Leithandschrift der vorliegenden Edition; zugleich diente
sie als Haupt-Vorlage der Ausgabe von v. Daniels/v. Gruben 1858.
Am Farb-Digitalisat verglichen.
Zur Besserung von verderbten Stellen, Textausfällen u. ä. in B wurde verwandt:
LLeipzig, Universitätsbibliothek, Ms 1111
Homeyer, Rechtsbücher Nr. –; Homeyer3, Rechtsbücher Nr. 694; Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 899; Verzeichnis der deutschen mittelalterlichen Handschriften
in der Universitätsbibliothek Leipzig, bearbeitet von Franzjosef Pensel, zum Druck gebracht von Irene Stahl (Deutsche Texte des Mittelalters 70, Verzeichnisse altdeutscher Handschriften 3,
1998) S. 154 f.; HSC 15259.
Papier; III + 122 + II Bl.; Format: 410 x 280 mm; zweispaltig; 15. Jh.; Sprache: (ost-)mitteldeutsch.
Vorbesitzer: Jacob van Hall (1799–1859), vermutlich Hermannus Arntzenius (1765–1842),
Petrus Bondam (1727–1800).
Inhalt:
fol. 1ra–4vb: Register in 135 Artt.
fol. 5ra–122ra: Weichbild-Vulgata mit längerer Glosse in 135 Artt.
fol. 5ra–8ra: Art. 1 § 1–5
fol. 5rb–vb: angebliches Ottonisches Privileg
fol. 8ra–10rb: Art. 2 § 1–7
fol. 10rb–11vb: Art. 3 § 1–5
fol. 11vb–14rb: Art. 4 § 1–7
fol. 14va–15ra: Art. 5 § 1–3
fol. 15ra–vb: Art. 6 § 1–2
fol. 15vb–20ra: Art. 7 § 1–5
fol. 20ra–22vb: Art. 8 § 1–5
fol. 22vb–25rb: Art. 9 § 1–3
fol. 25rb–28rb: Art. 10 § 1–4
fol. 26va–27ra: angebliches Ottonisches Privileg
fol. 28rb–30va: Art. 11 § 1–3
fol. 30va–31ra: Art. 12 § 1–2
fol. 31ra–32rb: Art. 13 § 1–4
fol. 32rb–34ra: Art. 14 § 1–2
fol. 34ra–vb: Art. 15 § 1–2
fol. 34vb–38vb: Art. 16 § 1–4
fol. 38vb–40va: Art. 17 § 1–5
fol. 40va–42ra: Art. 18 § 1–2
fol. 42ra–43ra: Art. 19 § 1–4
fol. 43ra–45ra: Art. 20 § 1–4
fol. 45ra–va: Art. 21 § 1–2
fol. 45va–50rb: Art. 22 § 1–3
fol. 50rb–55rb: Art. 23 § 1–4
fol. 55rb–vb: Art. 24 § 1–3
fol. 55vb–56rb: Art. 25 § 1–2
fol. 56rb–62rb: Art. 26 § 1–3
fol. 62rb–64ra: Art. 27 § 1–4
fol. 64ra–65rb: Art. 28 § 1–3
fol. 65rb–66rb: Art. 29
fol. 66rb–67ra: Art. 30 § 1–2
fol. 67ra–vb: Art. 31 § 1–3
fol. 67vb–68rb: Art. 32 § 1–4
fol. 68rb–69rb: Art. 33 § 1–4
fol. 69rb–va: Art. 34
fol. 69va–73va: Art. 35 § 1–12
fol. 73va: Art. 36
fol. 73va: Art. 37
fol. 73va–76ra: Art. 38 § 1–2
fol. 76ra–rb: Art. 39 § 1–3
fol. 76rb–77va: Art. 40 § 1–2
fol. 77va–79rb: Art. 41 § 1–5
fol. 79rb–va: Art. 42 § 1–3
fol. 79va–82rb: Art. 43 § 1–3
fol. 82rb–va: Art. 44 § 1–4
fol. 82vb: Art. 45 § 1–4
fol. 82vb–85va: Art. 46 § 1–5
fol. 85vb–86rb: Art. 47 § 1–2
fol. 86va–vb: Art. 48 § 1–2
fol. 86vb–87rb: Art. 49 § 1–3
fol. 87rb–va: Art. 50 § 1–3
fol. 87va: Art. 51 § 1–3
fol. 87va–88va: Art. 52 § 1–2
fol. 88va–vb: Art. 53
fol. 89ra: Art. 54
fol. 89ra–va: Art. 55
fol. 89va–91vb: Art. 56 § 1–7
fol. 91vb–92ra: Art. 57 § 1–3
fol. 92ra–93rb: Art. 58
fol. 93rb–va: Art. 59; 60 § 1–2
fol. 93va–vb: Art. 60 § 1
fol. 93vb: Art. 61
fol. 93vb–94rb: Art. 62
fol. 94rb–va: Art. 63
fol. 94va–95vb: Art. 64
fol. 95vb: Art. 65
fol. 95vb–96ra: Art. 66
fol. 96ra–vb: Art. 67
fol. 96vb–97ra: Art. 68
fol. 97ra–rb: Art. 69
fol. 97rb: Art. 70
fol. 97rb–vb: Art. 71
fol. 97vb: Art. 72 § 1–3
fol. 97vb–98rb: Art. 73
fol. 98rb–va: Art. 74
fol. 98va–vb: Art. 75 § 1–2
fol. 98vb: Art. 76
fol. 98vb–99va: Art. 77
fol. 99va: Art. 78 § 1–2
fol. 99va–vb: Art. 79 § 1–3
fol. 99vb–100va: Art. 80
fol. 100va: Art. 81
fol. 100va–101ra: Art. 82
fol. 101ra: Art. 83
fol. 101ra: Art. 84
fol. 101ra–va: Art. 85
fol. 101va–vb: Art. 86 § 1–3
fol. 101vb: Art. 87 § 1–2
fol. 101vb–102vb: Art. 88
fol. 102vb–103va: Art. 89 § 1–2
fol. 103va–104ra: Art. 90 § 1–2
fol. 104ra: Art. 91
fol. 104ra: Art. 92
fol. 104ra–105ra: Art. 93
fol. 105ra: Art. 94
fol. 105ra–vb: Art. 95
fol. 105vb–106ra: Art. 96
fol. 106ra: Art. 97
fol. 106ra: Art. 98
fol. 106ra–vb: Art. 99
fol. 106vb–107ra: Art. 100 § 1–2
fol. 107ra: Art. 101
fol. 107ra–rb: Art. 102
fol. 107rb: Art. 103
fol. 107rb: Art. 104
fol. 107rb: Art. 105
fol. 107rb: Art. 106
fol. 107rb–va: Art. 107
fol. 107va: Art. 108
fol. 107va–108ra: Art. 109 § 1–2
fol. 108ra–109ra: Art. 110 § 1–2
fol. 109ra: Art. 111 § 1–2
fol. 109ra–110ra: Art. 112 § 1–3
fol. 110ra–va: Art. 113 § 1–3
fol. 110va–111rb: Art. 114
fol. 111rb–va: Art. 115 § 1–3
fol. 111va–vb: Art. 116 § 1–3
fol. 111vb: Art. 117
fol. 111vb: Art. 118
fol. 111vb–112vb: Art. 119
fol. 112vb–113rb: Art. 120 § 1–3
fol. 113rb–va: Art. 121 § 1–2
fol. 113va–vb: Art. 122 § 1–2
fol. 113vb–114ra: Art. 123 § 1–2
fol. 114ra–rb: Art. 124 § 1–2
fol. 114rb–va: Art. 125 § 1–2
fol. 114va: Art. 126 § 1–2
fol. 114va: Art. 127
fol. 114va–vb: Art. 128
fol. 114vb: Art. 129
fol. 114vb: Art. 130
fol. 114vb: Art. 131
fol. 114vb–115ra: Art. 132 § 1–2
fol. 115ra–va: Art. 133
fol. 115va–vb: Art. 134 § 1–2
fol. 115vb–116va: Art. 135 § 1–3
fol. 116rb: Judeneid erster Teil
fol. 116rb: Judeneid zweiter Teil
fol. 116va: angebliches Ottonisches Privileg
fol. 116va–122ra: Zusatz aus der Wurm’schen Glosse zu Sachsenspiegel–Landrecht II
24 § 1–2 „Man sal nymant vsz syner gewere wyszen“ (zum Abdruck siehe Anhang II).
Zeilenzahl pro Kolumne: Im Weichbild-Text 39–40, in der Glosse 46–47 Zeilen; dies
bedeutet, der Weichbild-Text ist durch größere Schrift gegenüber der zumeist artikelweise
folgenden Glosse hervorgehoben.
Wie in der oben beschriebenen Leithandschrift B werden auch in L bisweilen mehrere
aufeinanderfolgende Artikel durch nur eine Glosse zusammengefaßt: Dies betrifft die
Artt. 36–3871, 39/40, 42/43, 44–46, 50–52, 60–62, 65–67, 69–71, 72/73, 76/77, 78–80, 81/82, 83–85,
86–88, 91–93, 94/95, 97–99, 100/101, 102–108, 111/112, 117–119, 126/127, 129–133,
134/135.
Reklamanten (jeweils unten rechts): fol. 11v, 23v, 35v, 47v, 59v, 69v, 81v, 93v, 103v,
113v. Kustoden fehlen, ebenso lebende Kolumnentitel.
Bräunlich-schwarze Tinte. Auf fol. 5ra eine sich über zehn Zeilen erstreckende mehrfarbige
Zierinitiale „N“ mit Rankenwerk. Wechselweise ganz in roter und blauer Tinte ausgeführt sind die
Lombarden. Rot sind die Summarien (die diese Bezeichnung in der Handschrift aber nicht
tragen), das Wort „Articulus“ und die entsprechende Artikelzahl. Das Wort „Glosa“ erscheint mal rot, mal blau, ebenso das §-Zeichen. Großbuchstaben sind häufig mit
einem senkrechten roten Strich verziert, Allegationen und Remissionen rot unterstrichen.
Am Farb-Digitalisat verglichen.
9. Zur Textgestaltung
Der Abdruck der Quellentexte erfolgt handschriftengetreu. Als Leithandschrift für
den Weichbildtext und die Glosse diente B (= Berlin, Staatsbibliothek Preußischer
Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 389). Zur Besserung von verderbten Stellen, Textausfällen
u. ä. in B wurde die Handschrift L (Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms 1111) herangezogen,
jedoch nicht umfassend zum Zwecke der Variantenlese durchverglichen.
In spitzen < > Klammern stehen Textemendationen des Herausgebers. Kursiv gedruckt sind die von der
Glosse aufgegriffenen Textstichworte aus dem Weichbild oder Zitate aus dem Sachsenspiegel.
In eckigen [ ] Klammern steht als Herausgeberzutat am Beginn eines jeden Artikels bzw. Paragraphen
des Weichbilds die vulgate Artikelzählung, die entsprechend in der Glosse, meist orientiert
am Textstichwort, wiederholt ist. Ab Art. 78, der irrtümlich in B einmal mit der Artikelzahl
78, einmal mit der Artikelzahl 79 bezeichnet ist, wird die weitere Zählung in B an
die erste Stelle gesetzt, der in runden ( ) Klammern die vulgate Artikelzählung folgt; z. B. bedeutet [87 (86) § 1] Art. 87 nach der Zählung in B, Art. 86 nach der vulgaten Zählung.
Die Absatzgestaltung der vorliegenden Edition stammt vom Herausgeber. Die Schreibung
der Handschriften wurde im wesentlichen beibehalten; lediglich in den lateinischen
Textbestandteilen ist die u/v-Graphie normalisiert. Die Interpunktion ist heutigen Gepflogenheiten angepaßt; Groß-
und Kleinschreibung wurde in der Weise normalisiert, daß Satzanfänge und Eigennamen
(unter Einschluß der aus ihnen abgeleiteten Adjektive) groß geschrieben werden. Die
oft sehr willkürlich gehandhabte, das Textverständnis erschwerende Getrennt- bzw.
Zusammenschreibung wurde weitgehend vereinheitlicht; Schaft-s ist als s wiedergegeben.
Der kritische oder Variantenapparat verzeichnet kodikologische Bemerkungen zu Tilgungen,
Randvermerken u. dgl. in der Leithandschrift B sowie die mit Hilfe der Handschrift
L vorgenommenen Ausbesserungen von verderbten Stellen, Textausfällen72 u. ä. in B. Diakritische Zeichen werden handschriftengetreu wiedergegeben.
Der kommentierende Apparat enthält in erster Linie die aufgelösten Zitate aus den
Gelehrten Rechten; falsche Angaben in der Weichbildglosse zu diesen Rechtsbüchern
und ihren Unterteilungen sind hier, sofern es möglich war, richtiggestellt. Ferner
sind Parallelstellen aus dem Sachsenspiegel sowie der Buch’schen Glosse zum Sachsenspiegel-Landrecht
(Sigle: BG) verzeichnet.
In der Quelle öfter fehlerhaft wiedergegebene Titel aus den Gelehrten Rechten werden
in der Regel nicht berichtigt73; hierfür möge der Titelindex (Anhang I) konsultiert werden. Die Allegationen wurden
mit Hilfe der gängigen Ausgaben des Corpus iuris canonici (Friedberg) und des Corpus
iuris civilis aufgelöst, wobei letzteres Werk, wenn nicht anders ausgewiesen, nach
der Stereotypausgabe zitiert wird. In den aufgelösten Remissionen wird das Landrecht
des Sachsenspiegels nach der vulgaten Artikelzählung zitiert. Die Buch’sche Glosse
zum Sachsenspiegel-Landrecht wird mit ihrer Artikelzählung zitiert, der die zum Teil
davon abweichende vulgate Zählung in runden ( ) Klammern beigefügt ist.
Abbreviaturen sind stillschweigend aufgelöst; bei mehrdeutigen Kürzungen steht die
Auflösung in runden ( ) Klammern.
Dem mehrheitlichen Gebrauch des ausgeschriebenen Wortes in der Handschrift B folgend,
wird generell die abbreviierte Form aufgelöst: cleger statt clegir, keiser statt keisir, vnser statt vnsir. Bei abbreviierten Wörtern wie w(er)t oder and(er)n hingegen wird die aufgelöste Abkürzung in runde ( ) Klammern gesetzt, da die ausgeschriebenen Formen wert und wirt bzw. andern und andirn quantitativ annähernd gleich auftreten.
Zitate aus dem Sachsenspiegel werden in den Handschriften B und L regelmäßig mit dem
Kürzel „ss“ (ausgeschrieben: „Sachzenspigil“ [z. B. mehrfach in der Glosse zu Art. 1 § 1]) eingeleitet; diese Praktik wurde auch
in der vorliegenden Edition beibehalten.
Am Rand ist die Blattzählung (Foliierung) der Handschrift B verzeichnet; Foliowechsel
wird durch einen Schrägstrich / angezeigt. Folioangaben in runden ( ) Klammern ohne / bedeuten, daß die so bezeichnete Textpassage nicht am Beginn einer Seite bzw. einer
Spalte steht.
1Art. Weichbild, in: DWb 28, Sp. 474–478, hier Sp. 474; vgl. Schmidt-Wiegand, Art. Weichbild (HRG 5, 1998) Sp. 1209–1212, hier Sp. 1209; Art. Weichbild (EtymWb).
2Art. Weichbild, in: DWb 28, Sp. 474–478, hier Sp. 474; vgl. Schmidt-Wiegand, Art. Weichbild (HRG 5, 1998) Sp. 1209–1212, hier Sp. 1210; Art. Weichbild (EtymWb).
4Der HSC verzeichnet allein unter dem Stichwort ‚Weichbildrecht‘ (‚Weichbild-Vulgata‘
oder ‚Sächsisches Weichbild‘) 103 Einträge. Hinzu kommen noch die Textzeugen der einzelnen
Teilquellen.
6Gaupp, §. X. Von dem Sächsischen oder Magdeburgischen Weichbilde S. 119–156. – Dazu siehe
Kannowski, Zu Struktur und Glossierung S. 253–264, bes. S. 254–257.
12Laband, VI. Das Rechtsbuch von der Gerichtsverfassung S. 43: „... es ist wol möglich, dass
die Art. 28–41 der Weichbildvulgata, die fast sämmtlich aus dem Sachsenspiegel oder
dem Magdeb.-Görlitzer Recht abgeschrieben sind, ebenfalls als ein Anhang jenes Rechtsbuchs
sich handschriftlich vorfanden und mit demselben zugleich vor das mit Art. 42 beginnende
Schöffenrecht gestellt worden sind.“
15Zu den zahlreichen Übernahmen aus der Buch’schen Glosse vgl. das Quellenregister.
17= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 1295d. Ausführliche Beschreibungen: Bernd Michael, Kat. 158: Sachsenspiegel-Lehnrecht (mit der von Nikolaus Wurm erweiterten Glosse),
in: Peter Jörg Becker – Eef Overgaauw (Hg.), Aderlaß und Seelentrost. Die Überlieferung deutscher Texte im Spiegel Berliner
Handschriften und Inkunabeln, Mainz 2003, S. 325–328, hier bes. S. 327; WG S. XLIV–XLIX;
zu dieser Hs. siehe unten Nr. 5.
18Die Angabe in WG S. XL Anm. 118, wonach die Handschrift die Wurm’sche Glosse zum Sächsischen
Weichbild enthalte, ist zu korrigieren. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die
kürzere (ursprüngliche) Glosse.
21Daß es sich tatsächlich um die Wurm’sche Glosse handelt, beweist die Hs. Krakau/Kraków,
Uniwersytet Biblioteka Jagiellońska, Przyb. 42/60 (= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 861), fol. 151va–155vb.
22Der Anfang dieses Zusatzes lautet: Man sal nymant vsz syner gewere wyszen etc. (ex Hs. L fol. 116va); zum vollständigen Abdruck siehe Anhang II. – Die Schreiber
der Handschriften Halle/Saale, Universitäts- und Landesbibliothek, Ye 2° 103 (siehe
unten Nr. 13) und Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms 1088 (siehe unten Nr. 15) haben
den Zusatz offenbar als zusammenhanglos mit der ursprünglichen Weichbildglosse aufgefaßt.
24Glosse zu Weichbildrecht Art. 10 § 1.
26Siehe nach Art. 1 § 5 (B fol. 1v–4r), in der Glosse zu Art. 10 § 1 (B fol. 43r–44r)
sowie am Schluß der Glosse zu Art. 136 (135) (B fol. 209r–v). – Das erste Privileg,
angeblich von Otto dem Großen stammend, trägt die falsche Jahreszahl 999; das zweite
soll von Otto II. dem Roten aus dem Jahre 978 herrühren, ebenso wie das Schlußprivileg,
das bezüglich seiner Datierung in den Handschriften B und L verderbt scheint, in der
Hs. Krakau/Kraków (siehe unten Nr. 14) auf fol. 397rb das Jahr 983 angibt (Geben noch gotis geburt neunhundert iar in dem achczigsten iare vnd in dem dritten
iare unsers reichez in dem dinstage in den pfingsten uf unserm pfalcze kegenwerticlichen
unsern kurfursten, di auch ir ingesigel gehangen habin, mit allir macht und craft
unsers heiligen uaters pawest Benedicti und bestetigunge. Amen).
27Zu Leben und Werk vgl. Böhlau, Nove constitutiones S. XXI–XXV; von Eisenhart, Art. Wurm, Nikolaus (ADB 44, 1898) S. 334 f.; Coing, Römisches Recht S. 183–185; Janz, Art. Wurm, Nikolaus (HRG 5, 1998) Sp. 1546–1548; Leuchte, Liegnitzer Stadtrechtsbuch bes. S. XXIV–XXVIII; Schiewer – Leuchte, Art. Wurm, Nikolaus (VL2 10, 1999) Sp. 1441–1449; Kümper, Art. Wurm, Nikolaus (BBKL 25, 2005) Sp. 1547–1549; Huneke, Iurisprudentia S. 196–223; Lück – Carls, Art. Wurm, Nikolaus (NDB 28, 2024) S. 551 f.; WG S. XXXVI–XLI.
28Vgl. die bei Böhlau, Nove constitutiones S. 58–61, in Beilage III abgedruckten Artt. 47–49 (entspricht
den Glossen zu Artt. 44–46 im Art. 46 der vorliegenden Edition). Böhlau verwandte
hierfür die Handschrift Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, Mil. II 4 membr.
(= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 271) fol. 110ra–112ra; zu dieser Hs. siehe unten Nr. 8.
29Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, Mil. II 4 membr. (= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 271) fol. 39vb–40ra.
30Terminus post quem für die Abfassung der Weichbildglosse ist die Erwähnung des von
Johann von Buch verfaßten Richtsteigs Landrechts in der Glosse zu Art. 16 § 2 (B fol.
64r).
31Der seit 1945 verschollene erste Teil des „Großen Liegnitzer Sachsenspiegels“ (Liegnitz/Legnica,
Kirchenbibliothek St. Peter und Paul, Codex 1 [= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 938]) enthielt auf fol. 278rb ein Kolophon mit der Datierung
1386; dessen dazu gehörender zweiter Teil ist die Handschrift Berlin, Staatsbibliothek
Preußischer Kulturbesitz, Hdschr. 392 (siehe unten Nr. 5). – Auf 1387 ist die Handschrift
Krakau/Kraków, Uniwersytet Biblioteka Jagiellońska, Przyb. 42/60, datiert (siehe unten
Nr. 14).
32Handschrift Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 631
(= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 133) fol. 1ra–37ra; zu dieser Hs. siehe unten Nr. 2. Vgl. Homeyer, Richtsteig Landrechts S. 69 (Beschreibung der Hs.) und S. 399–406 (= Sechste Beigabe;
Teilabdruck der Glosse dieser Hs.; auffällig an dieser Form der Glosse ist das gänzliche
Fehlen von Allegationen!).
33Handschrift Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, II F 6 (= Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 259) fol. 258r–289r; zu dieser Hs. siehe unten Nr. 6. Die Glosse
besteht nur aus ganz vereinzelten interlinearen und marginalen Einträgen; vgl. dazu
demnächst Kaufmann, Art. Stendaler Glosse (HRG2).
34Vgl. Bily – Homolková, Neueste Forschungen zum Sächsischen Weichbildrecht mit Glosse (DA 73, 2017) S. 553–638;
Kannowski, Die dritte Säule und das Dach (DA 74, 2018) S. 143–176.
36Ssp.-Landrecht: Buch’sche Glosse (MGH Fontes iuris N. S. 7, 2002); Petrinische Glosse
(MGH Fontes iuris N. S. 11, 2021). – Ssp.-Lehnrecht: Kürzere Glosse (MGH Fontes iuris
N. S. 8, 2006); Längere Glosse (MGH Fontes iuris N. S. 9, 2013); Wurm’sche Glosse
(MGH Fontes iuris N. S. 12, 2024).
37Zur Übersicht der betreffenden Inkunabeln und Frühdrucke des 16. Jahrhunderts siehe
unten. – Es handelt sich um insgesamt elf Drucke aus den Jahren 1473/75 bis 1589.
38A[lexander] von Daniels – Fr[anz] von Gruben, Das Sächsische Weichbildrecht. Jus municipale saxonicum, Erster Band: Weltchronik
und Weichbildrecht in 136 Artikeln mit der Glosse (Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters
1), Berlin o. J. [1858].
39Die fehlenden Angaben über die der Ausgabe zugrundeliegenden Handschriften lieferte
der Editor v. Daniels zwar 1860 in der Vorrede seines „Land- und Lehenrechtbuchs“, S. IX–XIV, nach, doch
erst Kannowski, Die dritte Säule und das Dach (DA 74, 2018) S. 160 f. mit Anm. 70–85, hat das dort
Mitgeteilte überhaupt erst verständlich gemacht. Kisch, Leipziger Schöffenspruchsammlung S. 81* Anm. 2, erschien v. Daniels’ Bericht über
die Anlage der Ausgabe von 1858 „höchst unklar“.
42Bily – Homolková, Neueste Forschungen zum Sächsischen Weichbildrecht mit Glosse (DA 73, 2017) S. 553–638.
49Carls, Rechtsquellen sächsisch-magdeburgischen Rechts im Untersuchungsgebiet, in: Bily – Carls – Gönczi – Lazar, Sächsisch-magdeburgisches Recht in Tschechien und in der Slowakei S. 99–126, hier
S. 103–113 (die Angaben zu den Glossen finden sich in den Anmerkungen).
50Die Angaben zur jeweiligen Sprachheimat der Handschriften bedürfen möglicherweise
noch der näheren linguistischen Untersuchung.
51Herrn Bertram Lesser (SBB–PK) danke ich für seine diesbezügliche Auskunft vom 6. Januar
2026.
53Oppitz, Rechtsbücher 2 Nr. 268, 281, 351, 573, 766a, 836, 837, 860, 890, 929, 931, 1219,
1296, 1367, 1453, 1454, 1457, 1459, 1462, 1463, 1466, 1471, 1472, 1481. – Vgl. Mikuła, Prawo miejskie magdeburskie S. 52–69 und 193–196; Carls, Rechtsquellen sächsisch-magdeburgischen Rechts im Untersuchungsgebiet, in: Bily – Carls – Gönczi – Lazar, Sächsisch-magdeburgisches Recht in Tschechien und in der Slowakei S. 113–116.
54Homeyer, Sachsenspiegel 2/1 S. 41–44. Nicht alle der von Homeyer aufgezählten Drucke lassen
sich im VD 16 nachweisen.
55LG S. 1102 f.
57Carls, Rechtsquellen sächsisch-magdeburgischen Rechts im Untersuchungsgebiet, in: Bily – Carls – Gönczi – Lazar, Sächsisch-magdeburgisches Recht in Tschechien und in der Slowakei S. 117 f.
63Dazu siehe Pauli, Die polnische Literatur des Magdeburger Rechts S. 151 f.; Lück, Über den Sachsenspiegel S. 80; Carls, Rechtsquellen sächsisch-magdeburgischen Rechts im Untersuchungsgebiet Polen, in:
Bily – Carls – Gönczi, Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen S. 69–109, hier S. 77–79, 103–106.
64Jan Łaski, Commune incliti Poloniae regni privilegium constitutionum et indultuum publicitus
decretorum approbatorumque ..., Krakau 1506.
65Der Druck Krakau 1535 besteht aus drei Teilen: 1) Dem Sachsenspiegel-Landrecht in
drei Büchern zu 71, 72 und 91 Artt. nebst Glosse sowie den sog. Articuli reprobati;
2) Einem Register zum Sächsischen Weichbild in 140 Artt. sowie dem Text des Sächsischen
Weichbilds in 140 Artt. mit längerer Glosse (wobei als Art. 140 der Zusatz aus der
Wurm’schen Glosse zu Sachsenspiegel-Landrecht II 24 § 1–2 gezählt wird); 3) Einem
Promptuarium von „Abbas“ bis „Uxor“. – Teil 1 (manche Ausgaben ohne dieses Titelblatt): Iuris provincialis quod Speculum
Saxonum vulgo nuncupatur libri tres, opera vigilanti in correctiorem redacti materiam,
adiunctis simul glossis, aliisque addicionibus noviter recollectis pro interpretatione
textus magis necessarijs; Teil 2: Iuris Municipalis Maideburgensis liber vulgo Weichbild
nuncupatus ex vetustissimis exemplaribus vigillanti opera nuper latinitati datus,
summaque cum diligentia recognitus, adiunctis simul glosis et textus interpretationibus
ad id necessarijs; Teil 3: Promptuarium iuris provincialis Saxonici, quod Speculum
Saxonum vocatur, tum et Municipalis Maideburgensis summa diligentia recollectum, et
ad communem editum utilitatem. – Nachdruck Zamość 1602.
66Paweł Szczerbicz, Ius municipale. To iest Práwo Mieyskie Máydeburskie, nowo z Łácińskiego y z Niemieckiego
ná Polski ięzyk z pilnością y wiernie przełożone, Lwów 1581. – Neuedition: Paweł Szczerbic,
Ius municipale, to jest prawo miejskie Majdeburskie, nowo z Łacińskiego i z Niemieckiego
na Polski język z pilnością i wiernie przełożone, Lwów 1581, hg. von Grzegorz M. Kowalski (Bibliotheca Iagellonica. Fontes et studia 20), Kraków 2011.
67Paweł Szczerbicz, Speculum Saxonum. Albo práwo Sáskie y Maydeburskie, porządkiem obiecádłá z Łáćińskich
y Niemieckich exemplarzow zebráne: á ná Polski ięzyk z pilnośćią y wiernie przełożone,
Lwów 1581 (es handelt sich hierbei um ein Abecedarium, geschöpft aus Sachsenspiegel
und Weichbild, jeweils mit Glosse, von „Actio“ bis „Zyd“). – Neuedition: Paweł Szczerbic, Speculum Saxonum, albo prawo saskie i majdeburskie,
porządkiem obiecadła z Łacińskich i niemieckich egzemplarzów zebrane. A na polski
język z pilnością i wiernie przełożone, Lwów 1581, hg. von Grzegorz M. Kowalski (Bibliotheca Iagellonica. Fontes et studia 29), 2 Bde., Kraków 2016.
68Zu diesen Werken Szczerbiczs wurde ein (modernes) Gesamtsachregister erstellt: Grzegorz
M. Kowalski, Speculum Saxonum Ius municipale: Skorowidz terminów prawniczych (Bibliotheca Iagellonica.
Fontes et studia 33), Kraków 2018.
69Die Angaben über die der Edition zugrundeliegenden handschriftlichen Vorlagen wurden
von v. Daniels erst 1860 in der Vorrede seines „Land- und Lehenrechtbuchs“, S. IX–XIV,
nachgereicht, jedoch in schwer verständlicher Ausdrucksweise. Kannowski, Die dritte Säule und das Dach (DA 74, 2018) S. 160 f. mit Anm. 70–85, gebührt das
Verdienst, diese, einem kompliziert verwickelten Knäuel gleichende Darstellung entwirrt
zu haben.
70Diese fehlen mitunter (z. B. fol. 111v, 204v jeweils am Glossenbeginn).
71Die in B nach Art. 36 stehende Glosse findet sich in L nach Art. 38.
72Dies können in B fehlende Einzelwörter sein, bisweilen auch längere Textpassagen,
die in B meist infolge Augensprungs ausgefallen sind.
73Ausnahmen sind grob entstellte, offenkundig falsche bzw. fehlende Titel, z. B.: Art.
2 Anm. 36, Art. 30 Anm. 18, Art. 33 Anm. 22, Art. 34 Anm. 10, Art. 35 Anm. 20 und
46, Art. 46 Anm. 22 und 23, Art. 52 Anm. 24.