Das Sächsische Weichbildrecht mit Glosse
‹‹Artikel 25››
Articulus XXVa
<Summarium> Von hergewete.
<Textus>
[25 § 1] Nv horet vnde vornemet, waz zcu deme hergewete gehoret in wichbilde.
[25 § 2] Do1 gehoret zcu des mannes beste phert, gesatilt, vnde sien swert, vnde sien schilt, vnde daz beste harnisch, daz er hatte zcu eynes mannes libe, vnde sine tegeliche cleidere, vnde eyn heerphol, vnde eyn bette, vnde eyn kuszin, vnde czwey lynlachen, vnde czwey becken, vnde eyne twele, eyn kesselin, vnde eynen kessilhacken, ader eyn andir wapen, is sy, wy is sy. Dis ist eyn gemeine hergewete, daz man phleget zcu eynem hergewete zcu geben. Waz aber die frouwe sollichz dingis nicht en hat, daz darff sie nicht geben, tar sy daz geweren uff den heiligen, das sy is nicht en habe1.
Glosa
[25 § 2] Als vor gesprochen ist <vonb> der gerade, als ist is ouch zcu uornemen vmme das hergewete. Wen als die frouwen die gerade nemen spynilhalben, /B 97r also nemenc die manne daz hergewete swerthalben, <ut> ss li. i ar. xxii der erbe2 ver. so sal die frouwe3. Wenne hergewete ist das gerete, das zcu herfarten gehorit, <ut> ff. de regulis iuris l. ii4.
Nota. Der do hergewete vordern sal, der sal von swerthalben darczu gehoren vnde geboren sien, <ut> ss li. iii ar. xv ab czwene man5 ver. ultimo6; vnde der nymt daz hergewete. Vnde zcu dem hergewete gehorit alles, alse hie steit, vnde in deme ss li. i ar. xxii ver. ultimo7. Nach sollichir wise hetten die von swerthalben bessir recht zcu dem erbe, wenne die von spynnelhalben. Were das also, das were vnrecht.
Jr sollit wissen, das die von swerthalben kein besser recht habin von deme erbe. Wenne worumme alle, die sich gliche nahe zcu der sippenczal gestuppen mogen, die nemen glich teil an dem erbe, <ut> s<s> li. i ar. iii Origenes8 ver. die czwisschin dem nagil9, et Instituta de heredibus que ab intestato deferantur § vetustas10, et § summus principes11, et Instituta de heredibus ab intestato venientibus et de angnatorum iure subla. § si autem colla. ix12. Wen(ne) die von mannes halben zcu dem erbe kein bessir recht haben mehr, wenne die von spynnelhalben; wenne dy swertmagin nemen daz hergewete, zo nemen die gespynnen die gerade. Doch sunderlich nemen dy swertmagen das swert zcuuor, zcu eynem czeichin der vormundeschaft, <ut> ss li. i ar. xxiii wo die sone13. Vnde sint sy denne mehr <erbeitd> haben, darumme mogen sy mehr nucz haben. Wenne is mag nymant dem and(er)n dynen by dem synen, ut extra de prescripcionibus <c.> cum ex officij14, <et> in autt. de iudicibus § ne autem colla. vi15.
Ouch sollit ir wissin: Wo ir czwene zcu eynem hergewete sien, do sal der eldiste teilen vnde der jungiste kiszin, <ut> ss li. iii ar. <xxixe> kein schepphinbare16 ver. ultimof 17.
a rubriziertes et cetera folgt B.b so L fol. 56ra; vor B.c folgendes die nemen durchgestrichen B.d so L fol. 56ra; fehlt B.e so L fol. 56rb; xxviii B.f et cetera folgt B.
1–1Vgl. Ssp.-Landrecht I 22 § 4.
2Ssp.-Landrecht I 22 § 1.
3Ssp.-Landrecht I 22 § 4.
4Dig. 50, 17, 2.
5Ssp.-Landrecht III 15 § 1.
6Ssp.-Landrecht III 15 § 4 erster Satz.
7Richtig: Ssp.-Landrecht I 22 § 4.
8Ssp.-Landrecht I 3 § 1.
9Ssp.-Landrecht I 3 § 3 vierzehnter Satz.
10Inst. 3, 1, 15 erster Satz (richtig: § item vetustas).
11Inst. 3, 1, 15 zweiter Satz (richtig: divi autem principes).
12Richtig: Nov. 118, 2 zweiter und dritter Satz.
13Ssp.-Landrecht I 23 § 1.
14X 2, 26 c. 16.
15Nov. 82, 9.
16Ssp.-Landrecht III 29 § 1.
17Ssp.-Landrecht III 29 § 2.