Artikel 24
Articulus XXIIII
<Summarium> Von gehafter spise was selczens.
<Textus>
[24 § 1] Nv horit vnde vornemet von der gehaften spise, die yn eynes mannes huze bestirbit
zcu wichbilde, waz von rechtis wegin recht die frouwe dorczu hot, ab sie sich von
iren kindern scheiden wolle, ader von des mannes erben.
[24 § 2] Jst das der frouwen lipgedinge, do dis ynne irstirbet, so nympt sy alles halb nach
dem driszigisten von allerhande dinge, daz ir man zcu eynem iare geczuget hat; waz
dar obir ist, daz nympt sien rechter erbe, vnde nicht sien lehnerbe. Jst aber diea stat nicht der /B 96r frouwen lipgeczucht, do dis ding ynne irstirbet, zo nympt sie nicht mehr, wen alzo
uil sie trincken vnde essen mag, die wile ir ire pheninge nicht geleist werden, die
ir gelobit wurden, do sie iren man nam.
[24 § 3] Alle dy wile darff sie ouch nicht der gewere rumen, dy erben wisen sy denne abe
mit rechte ader mit gute. Hat sy aber burgen douor, zo bedarff sy die erben nicht
manen von rechte; so sal sy die gewere rumen; wenne gelobde vnde willekore bricht
allerhande recht, do man geczugen magb.
Glosa
[24 § 1] Musteil ist spise, die eyn man zcu siner notdorfft hat, vnde geczuget zcu eynem
iare. Hiezcu gehoret fleisch, hammen, schincken, schuld(er)n, worste, keese, tworg,
puttere, smalcz, salcz, honnig, fissche, heringe vnde alle spyse, die er zcu siner
notdorft zcu dem iare haben sal; vnde hirczu gehorit korn, malcz, byr, mete, wyn vnde
kirschtrang. Disz nymmit sie alles halb, so verre alz die stat der frouwen were, das
ist, ab das farwerg der frouwen zcu irer lipgeczucht vorschrebin were zcu irem libe.
Jst aber die stat der frouwen nicht, so nymmet sy daz nicht, wen das sie des genyssen
mag, die wile sie nicht abegesund(er)t ist, <ut> ss li. i ar. xxii der erbe mag1 ver. dornach mus die frouwe2. Vnde dorczu gehoren mastswyn3, e. li. ar. xxiii nach deme hergewete4, <et> ss li. iii ar. xxxviii5.