Artikel 10
Articulus decimus
<Summarium> Wie Meideborg vzgesaczt ist zcu wichbilde rechte.
<Textus>
[10 § 1] Nv vornemet, wy dya stata zcu Meydeborg aller erst besaczt wart mit des landes wilkor vnde mit bestetigkeit
an dem rechte, wy noch wichbilde recht hat, vnde dy eldiste von dem lande ist, vnde
Halle daruz gestifft ist; vnde darumme sollen alle dy von Polen vnde die von Behemen,
vnde vz der marcke zcu Lusicz, vnde von den steten allen, die dorumme begriffen sien,
ir recht /B 41r zcu Halle holen.
[10 § 2] Konnen aber dy von Halle daz orteil nicht vinden, vnde wirt en broch an eynem orteil,
zo muszin sy is zcu Meideborg holen, wenne is alles mit eynem rechte begrifen ist,
dorumme daz sy alle wichbilden recht beschermen zcu Sachzen in dem lande. Daz1 mag aber zcu lantrechte nicht geschen, daz man sich vz eyner marcke czie yn eyne
graueschaft mit eynem beschulden orteil; wen der marcgraue dinget by sines selbst
hulden; daz tut der greue nicht, der dingit vnder koningis banne1. Daz tut manb ouch in allen steten, do des koningis bhan ist.
[10 § 3] <Vndirc> koningis ban wettet der man dry phunt. Vnder koningis banne dingit aber der schultheis,
dem wettet man acht schillinge von gedinge mit der schepphen orteile. Daz selbie tut
man dem voite; viii schillinge von gedinge mit orteile der schepphen. Daz selbie ist dem burcgreuen.
Wissit, daz man dem schultheisen vz gehegeter bang vnde dem voite /B 41v sechz pheninge wettet, in gehegetem dinged aber acht schillinge.
[10 § 4] Der schepphen sollen eilffe sien, vnde der schultheisse ist der czwelfte; wenn2 der schultheisze sal dem burcgreuen daz erste orteil vinden, wen der burcgraue mag
kein echte ding gehaben an den schultheisen2; alzo mag der schultheisze an dy eilff schepphen kein ding gehaben zcu rechter dingstat.
An der selbien stat, do der burcgraue dinget vnder koningis banne, alzo recht ist,
daz mus von beiden alzo geschen, alz hiuor gesprochen iste.
Glosa
Also hieuor gesprochen ist, wy wichbilde recht sinen orsprung habe, vnde wovon is
sinen namen habe, den is noch hutigis tagis vnuorwandilt helt, ut supra ar. proximo3.
[10 § 1] Nu wil er vns vndirwisen, wo von is ouch den and(er)n namen habe, vnde ist Meideborgisch
recht; vnde seczit darumme die stat by namen, vnde nennet sy Meideborg, vnde heiszit
Meideborgisch recht, darumme daz Meideburg dy eldiste vnde die erste stat ist, die
in dem lande gestifft wart; vnde heist darumme ir recht, daz <isf> der stat gegeben wart, vnde bestetiget von keiser Otten dem roten, alzo ir wol vornomen
habt.
Nota. In4 der czit, do Nabuchodonasor, der der Asyriorum koning waz, vnde den Arfaxat obirwant,
vnde czepter furte nahent /B 42r obir die gancze werlit, doch wederstunden em dy von Syrien vnde von Mesopotamia,
vnde die von Syriesabel. Alle die benante lant, die houpten an der Sicilier heer.
Alzo die betwungen wurden, vnde Holofernes der herczoge enthoupt wart von Judith5, do karten sy sichg zcu der Sicilier <herreh>, der waz Petraculus genant. Der selbie Petraculus wart dornach gewaldig der koninge
von Babilon. Do daz riche von Babilon vorstorit wart, do waz dennoch der Petraculus
vnde sien heer vnbetwungen. Vnde quamen mit ganczir manheit czu Allexandro, koning
zcu Macedonia, vnde hulffen dem striten widir Darium. Do obirwant koning Allexandir
mit der Petraculi hulffe die gancze werlit. Noch Allexanders tode vorphlichten sich
alle dy vorgnanten land wider dy Petraculi, vnde wolden sy vortribin vnde toten; do
irstegen dy Petraculi eyne stat, die waz Meraris genant, vnde vorbranten die stat,
alzo man sy berynnen wolde; do schiften sy in drie hundert galeiden, vnde slugin los;
do kunden sy nicht miti dem schiffwercke, vnde vorturben gar, ane vier vnde funffczig galeiden, mit orem
volke. Die wurden geslagen von dem wynde, vnde quamen achtczen galeiden uff der wilden
sehe kein Prussin, vnde xii ghein Rugian, vnde xxiiii qwamen <herj> zcu lande, vnde haben Sachzin land besaczt.
Dornach nach langer czit, do keiser Otte der grosze zcu keisere gecronet wart, jn
der czit waz eyne feste gelegen obir der Elben, vnde die selbie veste waz besaczt
mit jungfrouwen vnde mit meyden; dy waren der burg gewaldig, vnde des landes; vnde
dy borg nante man Meideburg, wen(ne) dy selbien meyde vnde jungfrauwen hatten sy selber
lassen buwen. Do der selbie keiser Otte dy land besaczte mit dem volke, do begaben
dy iungfrouwen die borgk. /B 42v Vnde darumme furen noch dy von Meideborg an irem bannir eyne iungfrauwe, dy vzgerackt
stet czwisschin czwen tormen, vnde hat yn iczlicher hant eynen rosincrancz. By deme,
daz <diek> jungfrouwe steit, ist zcu uornemen, daz sy vnbetwungen waren. Do machte der selbie
keiserl eyn herczogthum do selbist an der Elben, vnde nante daz Garthaw. Vz dem stifte der
keiser Meideborg die stat mit wilkor des landis, vnde bestetigete do den steten, dy
vz Meideborg gestifft wurden, wichbilde recht, utm <supran>.
Dorumme spricht daz recht hie: Nu vornemet, wy dy stat et cetera. Recht ab er sprechen wolde: Merckit gar eben: Nach deme daz disz tyffir
mit dem rechteo begriffen ist, darummep ist ouch grossir vornu(n)fft not. Dornach dissim keisere Otten wart zcu koninge gekorn
der rote koning Otte; der bestetigete do zcu Meideborg daz wichbilde recht mit der
wiczigisten rate nach yres selbist wilkor. Vnde lies vz dem Sachzenspigile nemen vnde
vzczihn, vnde saczte dorczu, daz in dem Sachzinspigele zo luterlichq gesaczt waz; vnde beful vnde gebot sinem sequestratore sines heiligen pallacij, daz
er daz tete; der waz genant Burghardus Mangelfelt, vnde der waz professor theologie
vnde doctor decretorum vnde legum; vnde der muste von des keisers geheisse wegen den
Sachzinspigil conmentisiren, vnde bewisen mit legibus vnde mit canonibus; vnde daz
muste er thun in eynem gefenckenisz; vnde so wart disz keinwortige privilegium ouch
von em gesaczt mit dem conmento; vnde ouch saczte er den richtstig; Gercke aber von
Gertaw, der volbrachte den richtstig; Eycke aber von Repchaw machte den Sachzinspigil
zcu Latin, vnde brochte en dornach czu Deuczsche von bete wegin des greuen Hoyers
von Falkensteine. Also ist daz corpus zcusampne komen, daz do bestetiget /B 43r ist von dem gnanten keisere Otten, vnde von sinen nachkomelingen, die an dem keiserlichin
riche gewest sien, vnde hiuor in vnsere<r> cronica benant vnde gesaczt sien, vnde
disz buch vnde dy vorgnanten buchere bestetiget vnde beuest haben mit yren keiserlichin
maiestaten, vnde yo eyn ydirman yo eczwaz sunderlichz dorczu gesaczt hat, daz sy daz
landt vnde dy stat domete begenadeten; vnde daz selbie vnde sine vzwisunge sollen
alle ynwanere des landis vnde die stat zcu Meideborg gebruchen, <ut> ss li. i ar. xxx eyn iczlich ynkomen man6.
Jdoch durch eyner bess(er)n vnde grosser sicherheit so sollit ir wissin von der wise
disz privilegij, daz der selbie keiser Otto der rote den burg(er)n zcu Meideborg,
vnde sunderlichin der stat vnde dem lande, vnde and(er)n steten, die dorusz gestifft
sien, alzo Halle, vnde vorbaz andere stete vnde lant, die sich alle an Sechssischz
recht czihn nach rechten orkunde.
Dis ist der tenor:
[angebliches Privileg Ottos II. des Roten]
Wir, Otto, von gotis gnaden Romischir koning, zcu allen cziten merer des riches, bekennen
vnde thun kunt offinberlichen mit dissem briue, wy daz dy erwirn vnde getruwen jnwanere
vnser stat Meideborg vor vns komen sint demutiglichin, vnde habin vns vorgeleget,
wy daz vnser vater, keiser Otto der grosze, deme got gnade, die stat Meideborg, vnde
dem lande zcu Sachsen zcu nucze vnde zcu fromen, vzgewisit hat zcu wichbilde rechte,
vnde sy daz recht von gotis wegen vnde von des richis wegen sollen daz selbie recht
vnde alle recht stercken, vnde vnrecht krencken, ghein allen steten vnde allen landen,
die vz der stat vnde vz dem lande gestifft sien, vnde ouch allen, die rechtis von
enr gheren, entscheidunge thun. Des habin sy vns gebeten, daz zcu bestetigen. <Dess> habin wir an gesehen vnde irkant ire truwe vnde ire vornu(n)ft, vnde bestetige<n>
den selbien von Meideburg, vnde sunderlichin dem lande zcu Sachzin, alle friheit vnde
genade, vnde /B 43v benamen mit alle den sachen, do sy vnser vater mit vsz gesaczt hat; vnde geben en
sunderlichin, daz sy dy, die der stat nucz bewisen sollen, vnser stat ammecht by dem
eyde zcu lihen. Den eyt die eldisten vnde dy wiczigisten der vorgnanten stat entphan
sollen, in sotanen kreften, alz wir do selbist gheinwertig weren. Ouch geben wir den
selbien, die der stat schepphen sien, ire lehen zcu entphan von dem bischoue, ab er
sien regal von dem Romischen koninge entphangen habe. Dy schepphen sal man zcu keinerhande
wise abe seczin, er vorwarlose denne is an sinem rechte, vnde den schepphenstul sollen
sy erben nach lehens rechte. Ouch so gebin wir en sotane genade, ab man der schepphen
orteil straffet, daz man sich domete anders nyndirt hen czihn mag, wen vor vnsere
korfursten vff vnsere phalcz. Do sal man dy korfursten zcu laden; gestunden sy nicht,
sy weren dem riche voruallen. Ouch gebin wir en sotane craft, daz sy durch des orteils
wille keinen schaden liden durffen, vnde waz sy vinden vor eyn recht, daz wir vnde
alle vnsere nachkomelingin volge dorczu geben sollen. So gebyte<n> wir allen des richz
vndirtanen, sy sien geistlich ader werltlich, daz sy wider mit willen, noch mit worten,
noch mit wercken, noch mit vorhenckenisz, der vorgnanten stat an irer friheit noch
an irem rechte nicht schaden. Wer abir der were, vnde do wedir tete, der sal voruallen
sien libis vnde gutis, ab er des obirwunden wurde. Czu eynem ewigen bekentnisse habe<n>
wir disz keinwertige privilegium befestent mit vnserer angehangen(er) maiestat. Gegebin
mit der wiczigisten rate des heiligen richz vorstendere vnde des landes uolbort. Nach
Cristi gebort n<u>wenhund(er)t iar vnde achtvndesobinczig iar, in dem ersten iare
vnsers riches, am mantage vor phingisten, vff dem phalcze /B 44r zcu Meideborg.
[Ende des angeblichen Privilegs Ottos II. des Roten]
Jr sollet wissin: Daz ist eyne gemeine bestetigunge aller irer friheiten, die disser
keiser Otte der rote gethan hot, vnde darumme czihn sich alle Meideborgische recht
nach wichbilde recht an den selbien keiser; vnde zcu eyner orkunde so haben sie sien
lipczeichen stene vff dem marckte mit den fursten, daz sy phlichtig sien czu halden
yn irer czirheit. Vnde alzo ist Meideborg bestetiget an irem rechte mit des landest wilkor an dissim rechte; wen(ne) is noch wichbilde recht hot, vnde daz eldiste ist <vonu> dem lande, vnde Halle darusz gestifft ist. Vnde darumme sollen alle dy von Polen
vnde von Behemen, vnde die vz der marcke von Miszin, vnde vz der marcke von Lusicz, von den steten allen, dy dorynne begriffen sien, ir
recht zcu Halle holen. Vnde daz ist darumme, daz Halle gestifft ist vsz Meideborg, vnde mit siner stiftunge
elder ist when andere stete, vnde darumme daz den von Halle der richtstul gegeben
ist, vnde ist gnant dy hoeste dingstat, <ut> ss li. ii ar. xii wenne man abir7 ver. schilt man eyn orteil8.
[10 § 2] Nota. Kunnen is dy von Halle nicht, sie sollen is zcu Meideborg holen et cetera. Jr sollet wissin: Daz is durch des stules wille; wen keiser Otto machtev zcu Meideborg den hogisten stul zcu wichbilde rechte. Czu Halle den and(er)n, der
ist nederer; wen die von Meideborg habin dornach den and(er)n stul vffwert.
Vorbaz mehr sollit ir wissin czwischen wichbilde rechte vnde lantrechte daz vndirscheit,
vnde <cz>wischen geistlichem rechte vnde keiserrechte.
Nach wichbilde rechte beruft man sich von eyner stat zcu dy andere, nach dem daz dy
stete vzgesaczt sin, vnde komet zcu leczten bis kein Meideborg vff den phalcz, ader
vor den koning; daz selbie ist ouch zcu uornemen, beruft man sich in eynes hern stat;
der mag sich nicht hochir beruffen, wen an dy stat, do sy ir recht holen; also dy
von Lipczk holen ire recht zcu Halle, dyw von /B 44v Halle zcu Meideborg, dy von Meideborg zcu dem phalcze, daz ist zcu Schartaw.
Jn keiserrechte berufft man sich von richtere zcu richtere uffwert. Beruft sich aber
eyner an eynen hoern richter, wen er sich beruffen sal zcu rechte, der sendet en wedir
zcurucke an den richter, an den er sich beruffin solde, ut ff. de appellacionibus
l. imperiales9.
Jn geistlichem rechte mag man alle mittilste richtere lassin, vnde sich an den hogisten
beruffin; alzo hat eyn man tedinge vor dem official, er mag sich beruffin an den Romisschen
stul, daz ist an den babist, ut ii q. vi <c.> Romana10.
Daz mag aber yn lantrechte nicht gesyn, <ut> ss li. ii ar. xii wen man abir11 ver. keines geschuldens orteils12. <Alsx vnsers orteilsx> beruffunge sich czuhit zcu hoern steten, vnde doch wol die marcke hoer sy an dem
richtstule, denne dy graueschaft, doch mag man sich mit eyner beruffunge czihn vz
eyner marcke. Nu mochte eynen wol wund(er)n, wie daz bestehn mochte, daz man sich
vz eyner marcke czihe in eyne graueschaft, nach deme daz der greue daz lehn von dem
marcgreuen hat; wen wer eyn befeler eynes gerichtis ist, der selbie ist ouch <billichy> der beruffunge eyn richter, ut ff. de appellacionibus l. ii13. Jr sollet wissin: Alleine das wol der greue daz lehn sines gerichtis habe von dem
marcgreuen, ydoch so mag der greue den ban von dem koninge entphan, <ut> ss li. i ar. lix allerhande clage vnde vngerichte14 ver. by koningis banne mag kein man15. Ydoch zo mus der greue dem marcgreuen sweren zcu rechte; vnde do by ist wol zcu
uornemen, daz eynes gerichtes beuelunge uil mehr an deme koninge behore, wen an eynem
and(er)n fursten.
Nota. Daz ir daz genczlichin vornemen moget, so sehit eyn glichenisz: Eyn houegerichte
siczit eyn houerichter; /B 45r wirt do orteil geschabin, daz geschobene orteil volget nicht in daz statgerichte,
sunder man czuhit sich an eynen and(er)n herren. Alzo ist is eigintl<i>chen zcu uornemen:
Mag daz orteil nicht vorgang gehabin, der herre lest daz schiben an den koning.
Jr sollit eigintlichen mercken: Der marcgraue dinget by sines selbist hulden, <ut> ss li. iii ar. lviii der marcgraue16. Daz tut der greue nicht; wen der dinget vnderz des koningis banne, <ut> ss li. iii ar. lvii gebuet der koning17 ver. phalczgreuen dingin ouch vnder koningis banne, alzo der greue18.
Jr sollet wissin: By koningis banne, daz ist, by koningis getwange, daz ist, by synen hulden. Wen is tar by koningis
banne nymant dingen, er habe denne den ban von dem k<o>ninge entphangen, <ut> ss li.
i <ar.a' lxiiii allirhande19 ver. by koninges banne mag keyn et cetera20.
[10 § 3] Nota. Vndir koninges banne wettit man dem voyte acht schillinge, ut ss li. iiib'> ar. <lviic'> gebuet der koning des riches dinst21. Daz ist zcu uornemen zcu statrechte, vnde nicht nach lantrechte, dorumme daz man
alle virczin tage dinget; zcu dem elichin dinge wettit man acht schillinge, aber vz gehegeter bang vi pheninge, jn gehegetem dinge aber viii schillinge.
[10 § 4] Nota. Der schepphen sollen eylfe sien et cetera. Nu ir vornomen habt, wy zcu Meideborg der hogiste stul ist von gewillekorten
rechte des landis vnde der stete, dy ires rechtes begeren, darumme wil er nu seczin
von den, die dem rechte beuolen sien, vnde wieuil der sien sal, vnde spricht: Der schepphen sollen eilffe sien. Vnde heist sy ,scheppfen‘, vnde sien ,scabini‘ zcu Latin genant; vnde ,scabinus‘
komet von eynem worte, daz heissit ,scampnum‘, vnde ,scampnum‘ heiszit eyne bang.
Vnde by dem ist zcu uornemene, daz die sollen siczin uff der bang des gerichtis; vnde
waz der richter czwisschin czwier manne rede vraget, daz ist, czwisschen dem clegere
vnde dem antwertere, alzo er zcu rechte sal, <ut> ss li. i <ar.> lxii vmme blosz gerufte22 ver. der richter23, daz denne dy schepphen /B 45v sprechin, vnde dem richtere do mete antwerten czwisschin beyder manne rede, daz ist
eyn recht vnde eyn orteil genant, ut Institu. de iure naturali gencium et civili §
responsa prudentum24. <Wanned' danne ir antwort also gevolbort wirt ane widdersprache des, deme is czu schaden kompt,
synt mag ers nicht gestraffenne, ut ii di. <c.> responsa prudentume' 25.>
Jr sollit wissin: Eyn schepphe sal an sinem rechte vnbesprochin sien; vnde sien darumme
schepphinbare vry genant, das sie sollen aller bosheit offinberlich fry sien, so daz
man sy an yren rechten, noch an iren eren, noch ouch an yren ammechten <nichtf'> beschelden moge, <ut> ss li. iii ar. xxvii wen man vnelich26, et e. li. ar. xxviii kein schepphinbare vrie man27.
Ouch sollit ir wissin, daz dis von des ammechtis wegin ist, vnde anders nicht. Vnde
daz ist von des keisers saczunge alzo vffkomen, alzo vor gesprochen ist, daz der schepphen sollen eilffe sien, vnde der schultheise der czwelfte; wenn der schultheisze
sal dem burcgreuen daz erste orteil vinden; wen is mag kein richter vndir koningis banne dingin, adir ioch echte ding haben,
ane sinen schultheissen, <ut> ss li. i ar. lix allerhande clage28 ver. is mag kein richter29, et li. iii ar. xlvi die Dewczschin sollen30 ver. dorumme daz kein31. Vnde glichir wise alzo eyn burcgreue kein echte ding gehabin mag an<e> sinen schultheissen,
also mag der schultheisze an<e> dy eilff schepphen kein echteg' ding gehaben. Vnde wen(ne) do eyn ding geheget w(er)t, so ist daz eyn corpus zcu
echtir dingestat.
Jr sollit wissin, daz drie sundirliche stat sien, do der werltliche richter nicht
gerichten mag. Czum erstin male in geistlichin steten, vnde in husern der vnkuͤscheith', vnde yn leythus(er)ni', vnde yn allen vnerlichin steten, ut C. de sentencijs et interlocucionibus omnium
iudicum l. cum sentenciam32, et ff. de regulis iuris l. omnia quecumque33, et extra de appellacionibus <c.> qua fronte34.
Jr sollit ouch wissin: Were is sache, daz eyn richter sinen richtstul vorlegin welde
durch redelichir sache wille, dy do en erret, daz er do nicht /B 46r gerichte gesiczin moge; alz er nu in gerichte siczit, vnde gerichte uffgebin wil,
so sal er sine dingstat nennen, wo er ding siczinj' wil, <vndk' salk'> daz mit rechten orteil bewaren, vnde dy sache do benennen, worumme er daz gerichte
von der stat legin mus, <ut> ss li. iii ar. liiii obir achtczen wochin35. Gescheige daz nicht, vnde queme dy not darumme, daz er daz gerichte dannen legin
muste, alz der daz ding uffgegeben hatte, der richter mag daz ding hegin, wo er wil,
ane an sollichin steten, alzo vor gesprochen ist; vnde daz sal er bewaren mit rechten
orteiln; vnde der fronebate sal is vff dem marckte kundigin, wen(ne) er mit orteiln
dorczu gebrocht wirt, also recht ist.
a–a mit Umstellungszeichen aus stat dy korrigiert B.b mit Einfügungszeichen rubriziert am Rand B.c so L fol. 25va; fehlt B.d din- doppelt B.e et cetera folgt B.f so L fol. 25vb; ist B.g si folgt B.h heere B.i folgendes sc unterpunktet B.j so L fol. 26ra; er B.k so L fol. 26rb; fehlt B.l davor noch einmal der selbie B.m über dem -t Abbreviatur für -upra B.n so L fol. 26rb; fehlt B.o ursprünglich stand rechten, -n unterpunktet B.p davor vnde B.q folgendes nicht unterpunktet B.r über der Zeile B.s so L fol. 26vb; fehlt B.t doppelt B.u so L fol. 27ra; vnde B.v davor mochte unterpunktet und durchgestrichen B.w folgendes o (mit folgender Haste) unterpunktet B.x–x so L fol. 27va; fehlt B.y billiich B.z nicht getilgtes l (?) folgt B.a' ar. – iii so L fol. 27vb; fehlt B.b' siehe Var. a'.c' so L fol. 27vb; vii B.d' Wanne – prudentum so L fol. 28ra; fehlt B.e' siehe Var. d'.f' so L fol. 28ra; ymant B.g' aus rechte korrigiert B.h' -uͤ- doppelt B.i' darüber wynhusen B.j' -cz- doppelt B.k'–k' so L fol. 28rb; fehlt B.
1–1Vgl. Ssp.-Landrecht II 12 § 6 und III 65 § 1 Anfang.
2–2Vgl. Ssp.-Landrecht I 59 § 2 erster Satz und zweiter Satz Anfang sowie III 52 § 3
Mitte.
4Zum Absatz vgl. Glosse zu Ssp.-Landrecht III 42 (III 44 § 2) (BG S. 1217 Z. 6 – S. 1219 Z. 5); vgl. Sächsische Weltchronik, Anhang I: Der Sachsen Herkunft c. 1 (ed. L. Weiland [MGH Dt. Chron. 2, 1877] S. 259).
5Iudith 13, 1–10.
6Ssp.-Landrecht I 30.
7Richtig: Ssp.-Landrecht II 11 § 3.
8Ssp.-Landrecht II 12 § 4.
11Richtig: Ssp.-Landrecht II 11 § 3.
12Ssp.-Landrecht II 12 § 6.
13Dig. 49, 1, 2.
14Ssp.-Landrecht I 59 § 1.
15Ssp.-Landrecht I 59 § 1 zweiter Satz.
16Richtig: Ssp.-Landrecht III 65 § 1.
17Richtig: Ssp.-Landrecht III 64 § 1.
18Richtig: Ssp.-Landrecht III 64 § 6.
19Richtig: Ssp.-Landrecht I 59 § 1.
20Richtig: Ssp.-Landrecht I 59 § 1 zweiter Satz.
21Richtig: Ssp.-Landrecht III 64 § 1.
22Ssp.-Landrecht I 62 § 3.
23Ssp.-Landrecht I 62 § 7.
25D. 2 c. 5.
26Richtig: Ssp.-Landrecht III 28 § 1.
27Richtig: Ssp.-Landrecht III 29 § 1.
28Ssp.-Landrecht I 59 § 1.
29Ssp.-Landrecht I 59 § 2.
30Richtig: Ssp.-Landrecht III 52 § 1.
31Richtig: Ssp.-Landrecht III 52 § 3 Mitte.
32Cod. 7, 45, 6.
33Dig. 50, 17, 71.
34X 2, 28 c. 25.
35Richtig: Ssp.-Landrecht III 61 § 1.