Das Sächsische Weichbildrecht mit Glosse
‹‹Artikel 126››
Articulus CXXVI
<Summarium> Von hopphe vnde vo<n>a boymczwigen.
<Textus>
[126 (125) § 1] Ulicht1 sich hopphe obir den czun, wer dy worczile yn /B 204v deme houe hat, der griffe dem czune, zo er nehist moge, vnde czihe den hopphen; waz em volget, daz ist sein; was an der and(er)n syten blibet, daz ist syns nackeburs1. Seyne2 boymczwige sollen nicht hengen obir den czun synem nackebuer zcu schaden2.
[126 (125) § 2] Ghenge3 sal man ouch bewircken bisz an dy erde, dy kegen eynes andern mannes huze sten3.
Glosa
[126 (125) § 1] <J>r sollet wissin: Wer die worczele eynes krutis adir eynes boumes von naturlichem rechte hat yn sinem hafe, <sob ist is syn, ab wol dy czwyge in eins and(er)n manns hoffb> hengen, ut Institu. de rerum divisione § si fronsc 4, <et> ff. de acquirendo rerum domineo l. adeo § si alienam5. Alleine <erd> wol die worczele des boumes ader des hoppe<n>e in synem houe hat, darumme sal <erf> sinem nackebur nicht schaden in synem ackir adir crute durch sines nuczis wille, ut ff. de regulis iuris l. iureg 6. So sollen ouch dyner boyme czwi<g>e obir dynes nackebures czun nicht hengen em zcu schaden, ut ff. de arboribus cedendis l. ait pretor7. Dis ist zcu uornemen, ab sie em schaden. Schuttit ouch eyn man sien abes, was zo in synes nackegebuers gewere vellet ader hoff, das ist sien; keine gewalt sal man abir thun, ut ff. de regulis iuris l. nullus8.
[126 (125) § 2] Nota. Ghenge et cetera. Dis ist abir eyn gebot, vnde ist gesatczt zcu der gemeine nucz, ut ff. de cloacis l. ait pretor9.
a Loch im Papier B.b–b so L fol. 114rb; fehlt B.c davor fons durchgestrichen B.d so L fol. 114rb; fehlt B.e Loch im Papier B.f so L fol. 114rb; fehlt B.g § per emptorie folgt B.
1–1Vgl. Ssp.-Landrecht II 52 § 1.
2–2Vgl. Ssp.-Landrecht II 52 § 2.
3–3Vgl. Ssp.-Landrecht II 51 § 3.
4Inst. 2, 1, 31 (richtig: § si Titius).
5Dig. 41, 1, 7, 13.
6Dig. 50, 17, 206.
7Dig. 43, 27, 1.
8Dig. 50, 17, 55.
9Dig. 43, 23, 1 (richtig: l. praetor ait).