Artikel 100
Articulus C
<Summarium> Wy man eynen schepphen rechtelosz bewisen sal.
<Textus>
Glosac
Disse dry articuli haben sunderlichin syn, dy doch etczlichir masse vor berurt sien,
vnde /B 189r spricht <czumd> ersten, [98 (97)] worvmme der stat rat eynem zcusprechen mag vnde wie hoch; czum and(er)n male, [99 (98)] wy man dy von Meideburg yn kein fromde gerichte geczihn mag; czum dritten male,
[100 (99)] worumme man eynen schepphen abegesetczin mag.
[98 (97)] Das erste trift sich yn das burg(er)ding, vnde ist zcu uornemen vmme dy gebot, dy
dy ratmanne der stat wilkoren, vnde dy wilkore mit pheningis pyn bestricken; vnde
brechte ymant dy willekor, vnde spreiche man em darumme zcu von des rechtis wegen
vor dem burgerdinge, vnde bote er syne vnschult dauor, er ist is nehir zcu entghen,
wenne en ymant obirczugen moge. Js were denne yn der stat geschen; do habin sy macht, vnde mogen en des obirczugen in der stat rate, do mus er der
stat rat liden.
Jr sollet wissin: Gescheige eyne(m) sitczinden rate alzo vmme ansprache, adir worumme
is were, vnde qweme die sache zcum dinge vor gerichte, vnde der eyne czege sich an
den rat mit siner sachen, der andere spreiche: "Ich weis vmme der stat bekentinisze
nicht, das mir schedelich moge gesien an mynem rechte"; vnde sal der stat rat ymande
zcu schaden ad(ir) zcu fromen komen; das bekentinisse sollen die rathern thun in gehegeter
bang, alle mit enandir vor dem richtere vnde vor den schepphen; nicht abir bedarff
eyn ydirman sunderlich bekennen, sunder der burgirmeister tut das bekentinisze alleine;
die and(er)n alle geben yre yawort dorczu.
Jr sollet ouch wissin: Wilkort eyner stat rath, eyn ding zcu mydene, durch der stat nucz, ere vnde fromen wille, by eyne(m) gnanten gelde, adir dy stat
zcu mydene, alz vmme totslag, vnde eyner domete beschuldiget wurde, vnde qweme er
weg, vnde wurde vorczalt, das der dy stat myden solde xx iar, vnde das abelozin ghein der stat mit l marcken, /B 189v vnde der misseteter qweme an den herren der stat, vnde irwurbe ghein em hulde, do
mag der stat herre der stat rate nicht gebieten, das sy den misseteter yn nemen; is
were denne, das der misseteter bewisunge brechte von des toden frunden, das en recht
oruede getan were, so das vorbaz mehir der stat kein schade douon entstehn moge, vnde
dem gerichte gedanckt vnde abegeleget werde. Ouch sal der herre kein geleyte geben
yn dy stat, ane des richters vnde der schepphen vnde der stat wille.
[99 (98)] Nota. Dy wile das dy burgere iren rechten teding halden, das ist, das sy nymand(is) des rechten weig(er)n, ader sich weren, zcu rechte zcu
stehn vor dem schultheisen. Mochte do ymande nicht recht widerfaren, so mag er sich
rechtis irholen, wo er mag.
[100 (99)] Nota. Nymmit eyn schepphe gelt. Das ist darumme, das er wider sien ammecht tut. Vnde der das tut, der ist des ammechtis
vnwirdig. Wenne dis ist der schepphen ammecht, das sy alle mit eynander orteil sprechin
sollen, mit rathe vnde mit eyntrechtigkeit. Vnde neme denne eyner gelt darumme, vnde
spreiche eyn orteil, vnwissintlichen sinen gesellen, das orteil bunde nicht, so verre
ab man den geber obirwindenf mochte, das er das orteil vorkoufft hette, ut ii q. vi <c.> venalesg 1.
a davor vnderwunden unterpunktet B.b et cetera folgt B.c doppelt B.d so L fol. 106rb; zcu B.e ursprünglich stand meyden, erstes -e- über- und unterpunktet B.f davor obin durchgestrichen B.g et cetera folgt B.
1C. 2 q. 6 c. 41 pars VIII § 9.